Südschweden - Stockholm

Überblick

Willkommen in Südschweden

„Ich wohne in dem schönsten Land der Welt … Hier gibt es alles, vom Lichten und Lächelnden bis zum Dunklen und Ernsten, oft auf die bezauberndste Weise gemischt“, sagte die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren. Reines Wasser, dichte Wälder, die den Namen verdienen, unberührte Wildnis und weit und breit kein Mensch – kein Wunder, dass die Schweden ihr Land so lieben, vor allem im Sommer. Viele Touristen teilen ihre Begeisterung. Sie suchen keinen Trubel, sondern Ruhe und Einsamkeit. Die einzigartige Natur im schwedischen Süden wollen sie genießen, wollen angeln, baden, Rad fahren oder paddeln.

Die meisten reisen mit dem eigenen Auto und kommen in einem der großen Fährhäfen an der Südküste des Landes an. Schnell fällt ihnen auf: Schweden ist anders. Auf den gut ausgebauten Straßen wird langsam gefahren. Man kann gelassen die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen. Im Landesinnern wirkt das Land unendlich weit: riesige Felder, tiefe Wälder und immer wieder Seen – unbebaute Flächen, wohin man schaut, nur hier und da ein roter Bauernhof. Und ab und zu auch mal ein Elch – wenn man Glück hat.

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September
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Oktober
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November
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Dezember
mäßig
2°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Sonntag / 25.10.2020
Vormittags
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Nachmittags
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Abends
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Montag / 26.10.2020
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Dienstag / 27.10.2020
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8 °C
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Anreise

16h 26min
15h 4min
2h 5min
Frankfurt am Main
Südschweden - Stockholm
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Entdecke Südschweden

Entschleunigung auf Knopfdruck

Wenn du – vielleicht mit dem eigenen Auto – im Süden ankommst, fällt dir schnell auf: Schweden ist irgendwie anders. Auf den gut ausgebauten Straßen wird langsam gefahren. Gehetzt wird nicht. Im Landesinnern wirkt das Land unendlich weit: riesige Felder, tiefe Wälder und immer wieder Seen – unbebaute Flächen, so weit das Auge reicht, nur hier und da ein roter Bauernhof. Und ab und zu auch mal ein Elch – wenn man Glück hat.

Spurensuche

Von den 10,2 Mio. Schweden leben 85 Prozent im Süden des Landes, vor allem in den drei großen Ballungszentren Stockholm (2,3 Mio. Ew.), Göteborg (1 Mio. Ew.) und Malmö (340 000 Ew.). Skåne (Schonen) im Süden ist die Kornkammer, bekannt für gutes Essen und redselige Menschen. Weite Felder, gemütliche Fachwerkhäuser und weiß getünchte Giebelkirchen – hier sieht’s aus wie beim Nachbarn Dänemark. Kein Wunder, 500 Jahre lang war die Region dänisch. Weiter Richtung Osten kommst du über die idyllischen Fachwerkstädte Ystad und Simrishamn nach Österlen, einer lieblichen Landschaft, die im Sommer in allen Farben leuchtet.

Wasser wie Sand am Meer & der Ruf der Wildnis

Sandstrände, Schäreninseln und mittelalterliche Städtchen wie Sölvesborg sind typisch für Blekinge, die kleine Region nordöstlich von Skåne – ein Paradies zum Baden, Segeln und Angeln, denn der Mörrumsån ist einer der lachsreichsten Flüsse des Landes. Rau und kontrastreich präsentiert sich dagegen die Westküste. Weite Sandstrände, endlose Dünen und traditionsreiche Badeorte findest du in Halland. Felsige, zerklüftete Schären mit malerischen Fischerdörfern in Bohuslän, angeblich die salzigste Ecke Schwedens. Beide Regionen trennt Göteborg voneinander, Skandinaviens zweitgrößte Stadt mit vielen Sehenswürdigkeiten, Läden und pulsierendem Nachtleben. Im Süden Schwedens liegen auch seine drei größten Seen, der Vänern (ca. 5400 km2), der Vättern (1888 km2) und der Mälarsee (1084 km2). Unberührte Wildnis erlebst du in den Regionen Dalsland und Värmland. Herrliche Wanderstrecken, glasklare Seen und fischreiche Flüsse, ideal auch für Kanu- und Floßtouren – hier sind Outdoorfans genau richtig. Vänern und Vättern sind durch den Göta-Kanal verbunden. Auf dem früheren Handels- und Transportweg zwischen Göteborg und Stockholm schippern heute viele Freizeitboote.

Bilderbuchschweden

Småland wurde durch Astrid Lindgren bekannt, sie wuchs hier auf. Mit tiefblauen Seen, dunklen Wäldern und roten Holzhäusern ist es wirklich das reinste Bullerbü-Idyll. Das echte Bullerbü steht übrigens in Sevedstorp (astridsbullerbyn.se). Hier können Kinder herrlich ins Heu springen! Wer paddeln oder segeln möchte, fährt an die Ostküste in die Schären bei Tjust oder Sankt Anna. Auch die flache Ostseeinsel Öland ist mit ihren feinen Sandstränden ein Badeparadies. Gotland hat die meisten Sonnenstunden, hier erwarten dich raue Kalksteinfelsen, lange Sandstrände und die mittelalterliche Stadt Visby. Rund um den Mälarsee westlich von Stockholm liegen die alten Kulturlandschaften Södermanland und Uppland mit stattlichen Herrenhöfen und imposanten Schlössern, etwa Schloss Drottningholm, Wohnsitz der schwedischen Royals. Und schließlich Stockholm. Mit seiner schönen Altstadt und dem Königsschloss, vielen Museen, Parks, Geschäften und Restaurants bietet es eine tolle Kombination von Natur und Kultur. Highlight: der riesige Schärengarten mit rund 30 000 Inseln.

Grünes Bewusstsein

Schweden sind sehr naturverbunden und umweltbewußt, jeder hier weiß: Für frische Luft, sauberes Wasser und gesunde Bäume muss man etwas tun. Denn der Natur verdanken die Schweden ihren Wohlstand. Holz und Bodenschätze wie Silber, Eisenerz und Kupfer haben das Land reich gemacht. Dabei war es noch vor 100 Jahren ein armes Bauernland mit Hungersnöten, das im 19. Jh. mehr als 1 Mio. Menschen nach Amerika verließen. Mitte des 19. Jhs. begann in Schweden die Industrialisierung. Durch den Ausbau des Eisenbahn- und Kanalnetzes konnten die riesigen Naturressourcen im Norden erschlossen und genutzt werden. Fabriken und Sägewerke entstanden. Heute ist Schweden eine der führenden Industrienationen Europas und hat dank vieler sozialer und politischer Errungenschaften einen der höchsten Lebensstandards der Welt. Der Wohlfahrtsstaat machte Schweden berühmt. Die hohen Steuern allerdings auch.

Stille Wasser

Wie sind sie denn nun, die typischen Schweden? Der erste Eindruck: eher kontaktscheu und introvertiert. Aber erleb die Schweden beim Feiern und du wirst staunen. Sie genießen ausgelassen ihre Feste, im Winter wie im Sommer. Dann taut selbst der schweigsamste Schwede auf. Natürlich darf dann auch Alkohol nicht fehlen. Und die Trinklieder, denn die gehören hier zum Feiern einfach dazu. Auch die Nationalhymne ist irgendwann dran. Die Schweden sind eben stolz auf ihr Land mit der blau-gelben Fahne. Es ist doch schließlich das schönste Land der Welt, oder?

Praktische Hinweise

Anreise

Die wichtigsten Fährverbindungen ab Deutschland: Travemünde–Malmö (9 Std.www.finnlines.com), Travemünde–Trelleborg (7–9,5 Std.www.ttline.de), Rostock–Trelleborg (6 Std.www.ttline.de, www.scandlines.de), Sassnitz–Trelleborg (4 Std.www.scandlines.de), Kiel–Göteborg (14 Std.www.stenaline.de). Oder Puttgarden–Rødby (45 Min.) und Helsingør–Helsingborg (20 Min.) bzw. über die Öresundbrücke Kopenhagen–Malmö (www.scandlines.de, www.oresundsbron.com).

Schweden erreichen Sie mit der Bahn über Hamburg–Kopenhagen/Öresundbrücke. Mit den Bahnpässen InterRail Global Pass (z. B. 15/30 Tage für 422/638 Euro) und InterRail One Country Pass (z. B. 8 Tage für 311 Euro) der Deutschen Bahn können Sie günstig reisen. Zusätzlich bietet die DB ein Europa-Spezial nach Südschweden an (ab 39 Euro). Infos unter www.bahn.de

Die Buslinie Eurolines verbindet deutsche Städte wie Berlin, Dortmund, Hamburg, Frankfurt oder Köln mit Zielen in Schweden, ab 37 Euro für die einfache Fahrt. Infos: www.touring.de

Stockholm/Arlanda, Stockholm/Skavsta (Nyköping), Göteborg/Landvetter, Göteborg/Säve, Jönköping, Växjö und Visby (nur im Sommer) werden von vielen Fluggesellschaften direkt ab Deutschland, Österreich und der Schweiz angeflogen: www.airberlin.com, www.austrian.com, www.flysmaland.se, www.germanwings.com, www.lufthansa.de, www.flyniki.com, www.norwegian.com, www.ryanair.com, www.flysas.com, www.swiss.com, www.tuifly.com

Auskunft
Visit Sweden

Stortorget2–483130www.visitsweden.com

aus Deutschland069 22223496germany@visitsweden.com

aus Österreich01 9286702austria@visitsweden.com

aus der Schweiz044 5806294switzerland@visitsweden.com

Auto

Autofahren ist in Schweden relativ stressfrei, es gibt wenig Verkehr, gut ausgebaute Straßen. Höchstgeschwindigkeit in geschlossenen Ortschaften 50 km/h, außerhalb geschlossener Ortschaften 70–90 km/h, auf Autobahnen 90–120 km/h. PKW mit Wohnwagen dürfen max. 80 km/h fahren. Auch am Tag muss mit Abblendlicht gefahren werden. Es gilt Anschnallpflicht auf Vorder- und Rücksitzen.

Winterreifenpflicht zwischen dem 1. Dezember und 31. März. Für Kinder bis zum 7. Lebensjahr sind Kindersitze vorgeschrieben. Kraftfahrzeuge müssen ein Nationalitätenkennzeichen tragen. Promillegrenze: 0,2. Alkohol am Steuer wird streng bestraft! Elchwarnschilder unbedingt ernst nehmen! An Tankautomaten mit der Aufschrift Sedel/Konto können Sie direkt an der Säule bar bezahlen und tanken, auch außerhalb der Öffnungszeiten. In der Stockholmer und der Göteborger (ab 1.1.2013) City müssen Autofahrer eine Maut entrichten (max. 40 SEK/Tag). Im Ausland registrierte Fahrzeuge sind davon befreit.

Camping

Für schwedische Campingplätze brauchen Sie eine gültige Camping Key Europe. Es gibt sie direkt auf den Campingplätzen oder beim SCR (Sveriges Campingvärdars Riksförbund)Mässans Gata10Box 5079www.scr.seGebühr 140 SEK pro Person und Jahr.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Skarpögatan9Stockholm08 6701500www.stockholm.diplo.de

Österreichische Botschaft

Kommendörsgatan35/VStockholm08 6651770www.bmeia.gv.at/stockholm

Schweizer Botschaft

Valhallavägen64Stockholm08 6767900www.eda.admin.ch/stockholm

Einreise

Für die Einreise (Aufenthalt bis zu drei Monaten) reicht für Bürger aus EU-Ländern und der Schweiz ein gültiger Personalausweis.

Geld & Preise

Landeswährung ist die Schwedische Krone (SEK). Banken sind in der Regel Mo–Fr von 10–15 Uhr geöffnet. Günstigere Wechselkurse gibt es bei den FOREX- oder X-Change-Wechselstuben an Fähr- und Flughäfen, Bahnhöfen sowie in größeren Innenstädten. Die gängigen Kreditkarten werden akzeptiert und sind sehr verbreitet. Mit EC-Karte und Geheimzahl können Sie an Bankomaten Geld abheben. Als Zahlungsmittel wird die EC-Karte nicht anerkannt.

Seit der Eurokrise ist Schweden für deutsche Urlauber deutlich teurer geworden, besonders Alkohol und das Essen in Restaurants (Großstädte). Dort isst man mittags deutlich günstiger als abends.

Gesundheit

Deutschland, Österreich und die Schweiz haben mit Schweden ein Sozialversicherungsabkommen. Bei einer Behandlung muss die Auslandskrankenkarte (EHIC) vorgelegt werden, mit der Sie die Kosten von Ihrer Krankenkasse erstattet bekommen. Sie gilt EU-weit und nur für akute Notfälle sowie die unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung. Es ist dennoch empfehlenswert, eine private Auslandskrankenversicherung abzuschließen (z. B. für Krankenrücktransport). Dringend empfohlen wird vor der Anreise eine Zeckenimpfung (FSME), besonders für den Urlaub an der schwedischen Ostküste.

Im Fall einer Erkrankung wendet man sich in den Krankenhäusern an die Akutmottagning (Notaufnahme) oder in kleineren Orten an die Vårdcentral (Gesundheitszentrum). Oft sehr lange Wartezeiten! Alle Patienten müssen beim Besuch im Krankenhaus oder einer Vårdcentral eine Gebühr bezahlen (24–40 Euro).

Hunde

Mit dem 1. Januar 2012 wurden die Einreisebedingungen für Hunde aus der EU nach Schweden gelockert. Danach braucht Ihr Hund nun lediglich seine ID-Kennzeichnung (Mikrochip), den Nachweis der Tollwutimpfung sowie den europäischen Heimtierausweis.

Klima & Reisezeit

Die beste Reisezeit ist der Sommer, dann ist es angenehm warm und die Tage sind extrem lang. Auf der Höhe von Stockholm bedeutet dies: Erst gegen 23 Uhr beginnt es zu dämmern, und ab 1 Uhr wird es schon wieder hell. Grundsätzlich müssen Sie aber auch im Sommer mit kühlem und regnerischem Wetter rechnen. Im Winter kann es richtig kalt werden, hell ist es dann nur wenige Stunden.

Mietwagen

Die preiswertesten Autovermieter (biluthyrning) sind Tankstellen wie OKQ8www.okq8.se oder Statoilwww.statoil.se. Ein Kleinwagen ist dort schon ab ca. 450 SEK pro Tag zu bekommen. Bedingungen: Mindestalter 18 bzw. 20 Jahre, ein Jahr Führerscheinbesitz.

Mücken

Es gibt sie, auch in Südschweden, vor allem auf dem Land, an Flüssen, Seen, Mooren und in Wäldern, wo die Luft steht und keine frische Brise weht wie an der Küste. Plagegeister der besonderen Art sind die Knotten, winzige Mücken, die ordentlich beißen. Die Schweden schwören zur Abwehr auf teerhaltige Flüssigkeiten wie djungelolja oder beckolja, die allerdings furchtbar stinken. Erträglicher im Geruch, aber dafür voller Chemie sind MyggA oder Mittel der Serie US-622. Sie sind in Apotheken und Supermärkten erhältlich und wirken ganz gut. Ziehen Sie möglichst weite Kleidung an, denn durch enge Jeans stechen die Mücken durch.

Notruf

Für Polizei, Notarzt und Feuerwehr gilt der Notruf112.

Pannenhilfe020 912912www.assistancekaren.serund um die Uhr.

Öffentliche Verkehrsmittel

In vielen größeren Städten wie etwa in Stockholm, Göteborg oder Malmö kann man in Bussen, Straßenbahnen oder U-Bahnen keine Fahrkarten mehr beim Fahrer kaufen. Sie bekommen sie stattdessen in den Kundencentern der Verkehrsbetriebe wie SL (Stockholm), Västtrafik (Göteborg) oder Skånetrafik (Malmö), aber auch beim Pressbyrån, in den 7-Eleven-Läden oder am Schalter in den U-Bahnstationen (Stockholm). Bei einem längeren Aufenthalt lohnen sich 1- oder 3-Tage-Tickets sowie Streifenkarten (remsor).

Öffnungszeiten

Museen, Sehenswürdigkeiten und Vergnügungsparks haben stark variierende Öffnungszeiten, je nach Saison. In den schwedischen Schulferien zwischen Mitte Juni und Mitte August haben alle deutlich länger geöffnet. Für viele Museen, Schlösser oder Parks beginnt die Hochsaison erst nach Mittsommer (zwischen dem 19. und 26. Juni). Von Oktober bis April können viele Schlösser und Museen nur an Wochenenden besichtigt werden. Auch die Restaurants in kleinen Orten sind in der Nachsaison oft ganz geschlossen oder nur an Wochenenden geöffnet. Unbedingt vorher anrufen!

Geschäfte sind meist Mo–Fr von 10–18, Sa bis 14 oder 16 Uhr geöffnet. In Kaufhäusern kann man oft bis 20 Uhr einkaufen und auch sonntags von 12–16 Uhr. Viele Lebensmittelgeschäfte haben erweiterte Öffnungszeiten.

Post

Postämter gibt es in Schweden kaum noch, in vielen Supermärkten und Filialen des Pressbyrån ist eine Poststelle eingerichtet. Briefe und Postkarten innerhalb Europas kosten 12 SEK Porto.

Schwule und Lesben

Die Schweden gehen mit Homosexuellen entspannt um, alle Menschen werden unabhängig von ihrer sexuellen Neigung mit dem gleichen Respekt behandelt. In den Großstädten Göteborg und Malmö, aber besonders in Stockholm gibt es ein großes Angebot an Clubs, Treffpunkten und Attraktionen für Schwule und Lesben. Jedes Jahr im August findet in Stockholm die Pride-Woche statt, die viele Besucher anlockt. Ihr Höhepunkt ist die bunte Pride-Paradewww.stockholmpride.org durch die Stadt.

Infos zur Schwulen- und Lesbenszene gibt es unter www.visitstockholm.com/gay-lesbian, www.qx.se/english, www.facebook.com/StockholmInFullGlory.

Strom

220 Volt Wechselstrom.

Telefon & Handy

Wegen der hohen Handydichte in Schweden sind Telefonzellen selten geworden. In der Regel telefoniert man mit einer Telefonkarte des Betreibers Telia. Die gibt es u. a. in den Telia-Läden, im Pressbyrån oder an den Statoil-Tankstellen. Dort überall kann man auch aufladbare Prepaidkarten (refillkort) fürs Handy kaufen. Mit einer schwedischen Prepaidkarte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Die Vorwahl für Schweden ist 0046, für Deutschland 0049, für Österreich 0043, die Schweiz 0041.

Trinkgeld

Trinkgeld in der Höhe wie in Deutschland ist nicht üblich. In den meisten Cafés ist Selbstbedienung, in vielen Restaurants könnte der Service deutlich besser sein. Man rundet auf und gibt ein kleines Trinkgeld, wenn man mit dem Service zufrieden war.

Unterkunft

Im Sommer und an Wochenenden übernachten Sie in schwedischen Hotels oft besonders günstig. Buchen Sie unbedingt früh und übers Internet! Besonders beliebt und gefragt sind die südschwedischen Ferienhäuser. Deren Preise variieren stark je nach Saison und Ausstattung. Infos gibt es im Reisebüro, bei Visit Sweden (www.visitsweden.com), www.hotelsinsweden.com, www.stugguiden.se und den örtlichen Touristenbüros. Bed & Breakfast ist oft eine günstige Alternative ( www.bed-and-breakfast.se). Jugendherbergen in Schweden haben oft auch Doppel- und Familienzimmer. Nichtmitglieder können hier gegen eine höhere Gebühr übernachten. Fürs Frühstück und für Bettwäsche muss man extra bezahlen. Infos: Svenska Turistföreningen0046 84632100www.svenskaturistforeningen.se.

Urlaub auf dem Land

Ferien auf einem südschwedischen Bauernhof oder in einem Ferienhaus mitten im Wald oder am See: das heißt Ruhe und wunderschöne Natur, eben Schweden pur! 400 Höfe im ganzen Land haben sich in der Organisation Bo på Lantgård zusammengeschlossen und bieten Urlaubern einfache, günstige Unterkünfte – in einer Wohnung, einem Zimmer oder einem Ferienhaus auf einem Bauernhof, für Selbstversorger oder als Bed & Breakfast, einen Tag oder eine Woche, ganz wie Sie möchten. Viele Höfe vermieten auch Fahrräder oder bieten Ausritte an. Und Tiere gibt’s natürlich auch. Eine prima Alternative besonders für Familien mit Kindern. Infos: Bo på Lantgård035 127870www.bopalantgard.org

Wer lieber für sich allein in einem Ferienhaus Urlaub machen und sich selbst versorgen möchte, findet Infos und Möglichkeiten zur Buchung etwa unter www.stugguiden.se, www.fritiden.se, www.stugnet.de, www.schwedenurlaub.com. Schöne Landhotels und Landgasthöfe bietet die Kette Countryside Hotels031 131870www.countrysidehotels.se.

Wlan

Telia Homerun bietet WLAN an Flughäfen, Bahnhöfen, Tankstellen, Raststätten (Rasta), in Hotels, Restaurants, Cafés, Geschäften, vielen Telialäden und auf Campingplätzen. WLAN-Partner ist u. a. die in ganz Schweden vertretene Cafékette Wayne’s Coffee, z.B. in Stockholm in der Götgatan 31, der Kungsgatan 14 und im Bahnhof, in Göteborg in der Kungsgatan 61 und in der SJ-Lounge im Bahnhof und in Malmö in der Hamngatan 4, der Södra Förstadsgatan 10Södra Förstadsgatan10 und der Södra Tullgatan 3. Unter www.homerun.telia.com gibt es Infos zu Hotspots und wie es funktioniert. Außerdem finden Sie hier auch Übersichtskarten (täckningskarta) mit den Hotspots, die Sie nach Region und Stadt bzw. Gemeinde auswählen können.

Zeit

In Schweden gilt die mitteleuropäische Zeit (auch Sommerzeit).

Zoll

Für Schwedenreisende aus EU-Ländern, die für den privaten Gebrauch Waren ein- bzw. ausführen, gelten inzwischen auch hier die EU-Richtlinien. Ab 20-Jährige dürfen einführen: 10 l Spirituosen, 20 l Likörwein, 90 l Wein und 110 l Bier, 800 Zigaretten oder 400 Zigarillos oder 200 Zigarren oder 1 kg Tabak. Aus einem Nicht-EU-Land darf man 1 l Spirituosen oder 2 l Likörwein, 2 l Wein, 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak einführen. Bier wird gesondert berechnet. Tränengas gilt in Schweden als Waffe und darf nicht eingeführt werden. Weitere Infos bekommen Sie unter tullverket.se.

Was kostet wie viel?

Kaffee

ab 4 Euro für einen Caffè latte im Café

Bier

ab 1-1,50 Euro für 0,33 Liter im Systembolaget

Teelichtglas

20 Euro Snowball von Kosta Boda

Köttbullar

ab 7,60 Euro für acht Stück am Kiosk

Benzin

1,45-1,50 Euro für einen Liter Normal

Kanuverleih

ab 40 Euro pro Tag und Person

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Nyårsdagen (Neujahr)

6. Januar

Trettondagen (Heilige Drei Könige)

März/April

Långfredag (Karfreitag), Påskdagen (Ostersonntag), Annandag påsk (Ostermontag)

1. Mai

Första Maj (Tag der Arbeit)

Mai/Juni

Kristi himmelfärds dag (Christi Himmelfahrt), Pingst (Pfingsten)

6. Juni

Nationalfeiertag zwischen 19. und 26. Juni: Freitag Midsommarafton (Mittsommernacht), Samstag Midsommardagen (Mittsommertag)

1. November

Alla helgons dag (Allerheiligen)

25. Dezember

Juldagen (Weihnachten)

26. Dezember

Annandag jul (zweiter Weihnachtstag)

Feste
Januar

Göteborg filmfestival: Größte Filmveranstaltung des Nordens mit internationalen Filmen. www.giff.se

April

Valborgsmässoafton (Walpurgisnacht): Mit großen Feuern und traditionellen Studentenliedern wird am 30. April der Frühling begrüßt.

Juni

Sweden Rock Festival: Populäres Heavy-Metal-Festival im südschwedischen Sölvesborg mit schwedischen und internationalen Rockgrößen. www.swedenrock.com

Midsommar: Das wichtigste Fest Schwedens steigt immer am Freitag und Samstag zwischen dem 19. und 26. Juni. Es hat seinen Ursprung in den Sonnenwendfeiern. Traditionell wird die mit Birkengrün geschmückte Mittsommerstange Majstång aufgestellt. Mit Volksmusik, Tanz und viel Alkohol freut man sich im ganzen Land über den hellsten Tag des Jahres.

August

Göteborgs Kulturkalas, Malmöfestivalen und Stockholms Kulturfestival, riesige Stadtfestivals in Göteborg (www.goteborgskalaset.se), Malmö (www.malmofestivalen.se) und Stockholm (www.kulturfestivalen.stockholm.se). Eine ganze Woche lang feiern die Städter mit viel Musik, Tanz, Feuerwerk, sportlichen Aktivitäten und kulinarischen Spezialitäten.

Mittelalterwoche in Visby in der 32. Woche: Uralte Traditionen leben auf. Gaukler, Märkte, Ritterspiele. Fast alle Besucher sind mittelalterlich gekleidet.

Kräftskiva: Der Saisonbeginn für Flusskrebse und das Ende des Sommers werden im August in ganz Schweden mit dem Krebsfest begangen.

Ålagille: traditionelles Aalfest in Skåne, mit dem die „Aalfinsternis“, die beste Zeit fürs Aalfischen, gefeiert wird.

September

Skördefest: Ende September wird auf ganz Öland das Erntefest mit öländischen Spezialitäten, Handwerk und Design gefeiert. www.skordefest.nu

Oktober

Stockholm Jazz Festival: Internationale Spitzenmusiker spielen eine Woche lang in verschiedenen Clubs der Stadt. www.stockholmjazz.com

Dezember

Nobelpreisverleihung in Stockholm am 10. Dezember durch König Carl XVI. Gustaf

Lucia: Sie bringt das Licht ins Winterdunkel. Einst hielt man den 13. Dezember für den kürzesten Tag des Jahres. Deshalb feiert man auch heute noch das Luciafest. Junge Mädchen in langen, weißen Gewändern und der typischen Lichterkrone auf dem Kopf ziehen singend durch Schulen und Altenheime, verteilen Pfefferkuchen und Glühwein.

Im Trend

Große Kunst
Skulpturen

Internationale Künstler geben sich beim Skulpturenfestival in Boråswww.boras.se die Ehre. Über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde die Stadt als Jim Dines Pinocchio „Walking to Borås“ eingeweiht wurde. Aber auch anderswo liegen die öffentlichen Werke im Trend. Eine ungewöhnliche Skulpturen-Location ist Göteborgs Vergnügungspark LisebergSofierogatan5. Doch selbst dort ist Gegenwartskunst ausgestellt.

Feminin
Mode

Nicht klares, nordisches Design hat die Nase vorn, sondern verspielte Mode wie die von Thorhildur Johannesdottir. Die Designerin wurde für ihre femininen Schnitte auf der angesagten Modemesse Fresh Fishwww.freshfish.se geehrt. Flatternde Seidenkleider, Blütendrucke und Volants finden sich in der Kollektion von Camilla Norrbackwww.camillanorrback.com die ihre Mode in Pop-Up-Stores anbietet. Bei Nakknabei JusBrunnsgatan7 hängen dagegen düstere, etwas ironische Designs an der Stange.

Oper für alle
Im Kino

Mit Übertragungen aus Stockholms Konserthusetwww.konserthuset.se wird ein ganz neues Publikum ins Kino gelockt. Für jedermann und zu günstigen Preisen zeigt auch das Folkets Hus och Parkerwww.fhp.nu den Kinobesuchern, was auf ihrer Bühne passiert. In Ystad zeigt man während des Opernfestivals „Zauberflöte“ und „La Bohème“ und nutzt dafür nicht nur den Theatersaal, sondern auch das TeatercaféetSjömansgatan13. Alternativ geht es in die Malmö OperaÖstra Rönneholmsvägen20 die ein klassisches Programm zeigt.

Lunch Beat
Früher Feiern

Die schönsten Gäste kommen erst weit nach Mitternacht? Das ist passé. In Schweden wird jetzt auch schon tagsüber gefeiert. Beim Lunch Beatwww.lunchbeat.org nutzen Trendsetter die Mittagspause zum Tanzen – im Büro wird schließlich schon genug gesessen! Die Locations wechseln ständig und schon länger wird nicht nur in der Hauptstadt gefeiert. Auch in Malmö, Helsingborg oder Göteborg steigen die Mittagspartys. In Göteborg gibt es sogar einen eigenen Resident DJ. DJ E-1000s soundcloud.com/emiliobrandao. -Playlists kann man im Internet runterladen. Ins Leben gerufen wurde das Event von Molly Ränge twitter.com/#!/ImwithMolly, die -Fans via Twitter auf dem Laufenden hält.

Zurück zu den Wurzeln
Essen

Chichi war gestern. Die Schweden wollen eine handfeste Küche. Kein Wunder, dass das BastardMäster Johansgatan11Malmöwww.bastardrestaurant.se derzeit so angesagt ist. Hier kocht der tätowierte Andreas Dahlberg Gerichte, die zwischen spektakulär und einfach, traditionell und extraordinär liegen. Dabei kommt bei ihm fast alles einmal in den Topf, Scheu vor Innereien oder Arme-Leute-Gemüsen hat er nicht. Fleisch hängt von der Decke, schwere Holztische und -teller sorgen für rustikales Ambiente im StureAdelgatan13Malmöwww.sture.me. Schwedische Hausmannskost und der gewisse Pfiff werden im Thörnströms KökTeknologgatan3Göteborgthornstromskok.com zu spannenden Speisen vermengt. Probieren Sie das salzige Mandeleis mit Nugatkuchen und gebräunter Butter!

Bloss nicht

„Jantelag“ missachten

Nichts prägt die schwedische Mentalität mehr als das oberste, ungeschriebene Gesetz der schwedischen Gesellschaft: „Du bist nicht besser als die anderen!“, auch Jantelag genannt. Das bewundernswerte Prinzip der sozialen Gleichheit wirkt für Nicht-Schweden manchmal befremdlich, nämlich dann, wenn es so weit geht, dass es als Normverstoß gilt, wenn man als Individuum aus der Menge herausragen möchte. Vermeiden Sie es also, bei einer Diskussion lautstark den Wortführer zu spielen und auf Ihrer Meinung zu beharren. Das gilt als äußerst unhöflich.

Schuhe anlassen

Bei privaten Einladungen zieht man an der Wohnungstür die Schuhe aus. Diese rücksichtsvolle Sitte ist ein Relikt aus alten Zeiten, als man noch den Mist vom Hof unter den Schuhen trug, den man in der Wohnstube nicht haben wollte. Auch Pfützen unter dem Esstisch durch Schnee und Eis werden so vermieden.

Vordrängeln

Was woanders üblich ist, sehen Schweden als unsozial und unfair an: sich vordrängeln, nur weil man es eilig hat. Hier gelten dieselben Bedingungen für alle, jeder Schwede steht ruhig und gesittet in der Schlange. In Geschäften, Banken und auf der Post gibt es deshalb Nummernzettel, nummerlapp, die Ihnen zeigen, wann Sie an der Reihe sind. Dieses System haben die Schweden verinnerlicht, und es klappt mit dem geordneten Anstehen auch dort, wo es keine Nummernzettel gibt, z. B. an der Bushaltestelle und vor Nachtclubs.

Parkverbot missachten

In vielen Städten gilt ein besonderes Parkverbot, um die Reinigung der Straßen zu erleichtern. An Tagen mit geradem Datum darf nur auf der Straßenseite mit den geraden Hausnummern geparkt werden, an Tagen mit ungeradem Datum nur auf der Seite mit ungeraden Nummern (datumparkering). Wer das Verbot missachtet (Hinweisschilder), riskiert, abgeschleppt zu werden und hohes Bußgeld zahlen zu müssen.

Sich nicht bedanken

Ob nach dem Frühstück, dem Mittag- oder Abendessen: Beim Aufstehen vom Tisch bedankt man sich fürs Essen (tack för maten). Egal, ob nur die eigene Familie am Tisch sitzt oder ob man eingeladen wurde. Bei Gastgebern bedankt man sich bei nächster Gelegenheit nochmal für die Einladung mit einem tack för senast (danke für neulich).

Unsicher übernachten

In der Vergangenheit hat es immer wieder Überfälle auf im Ausland registrierte Wohnmobile an großen Autobahnen wie der E 6 und der E 4 gegeben, besonders im Sommer. Caravan-Reisende sollten deshalb besser nicht auf den Rastplätzen der Autobahnen übernachten, sondern sich lieber einen Campingplatz suchen oder ein stilles Plätzchen abseits der Touristenstrecken.

Stichworte

Alkohol

Skål! Ein sehr wichtiges schwedisches Wort, denn es heißt „Prost“. Das Bild vom alkoholisierten Schweden kursiert häufig in den Köpfen ausländischer Besucher, und es ist auch etwas dran. Trinken hat in Schweden eine lange Tradition. Ob das an den langen, kalten Wintern oder der Freude über die hellen Sommernächte liegt, weiß man nicht.

Die heutige restriktive Alkoholpolitik wurde bereits 1977 beschlossen. Die Gesundheit steht dabei im Mittelpunkt. Wenn das Individuum schon nicht selbst dafür sorgen kann, muss eben der Staat eingreifen. Außerdem: Alkoholkranke kosten jährlich Unsummen. Hohe Steuern sollen den Leuten deshalb das Trinken verleiden. Der Zugang zu Alkohol wurde erschwert, indem man staatliche Läden (systembolaget) einrichtete. Nur dort kann man Getränke mit einem Alkoholgehalt über 3,5 Prozent kaufen (Mindestalter 20 Jahre). Die Folge: Die Schweden trinken trotzdem – durchschnittlich 9,3 l reinen Alkohol pro Person im Jahr, nur etwas weniger als die Deutschen (9,9 l). Trotzdem hat man einen anderen Eindruck; das liegt am Trinkverhalten. Schweden trinken Alkohol meist nur am Wochenende – aber dann ordentlich!

Durch Schwedens EU-Beitritt 1995 wurde die strikte Alkoholpolitik aufgeweicht. Seit 2004 gelten dieselben Einfuhrbestimmungen wie für den Rest Europas. Eine Senkung der Alkoholsteuer ist nicht in Sicht.

Elche

Der Deutschen liebstes Tier ist der Elch – jedenfalls der deutschen Touristen, die sich auf alles stürzen, was nach Elch aussieht. Das stößt bei den Schweden oft auf Unverständnis. Kein Schwede würde sich etwa ein Elchwarnschild in den Garten stellen. Die Deutschen schon. Viele Elchschilder sind deshalb von schwedischen Straßen verschwunden. Inzwischen kann man sie kaufen; eine regelrechte Industrie ist entstanden – von peinlichen bis geschmackvollen Elchsouvenirs.

Etwa 300 000 Elche gibt es in Schweden, doch in den letzten Jahren hat man überall im Land einen deutlichen Rückgang der Tiere verzeichnet. In Südschweden konnte diese Entwicklung durch einen reduzierten Abschuss der wegen ihrer prächtigen Geweihe so beliebten Elchbullen und die Aussetzung der Jagd in einigen Gebieten gestoppt werden. Die findet in Südschweden ab Mitte Oktober statt und ist an strenge Quoten gebunden. Schwere Elchunfälle fordern immer wieder Verkehrsopfer. Deshalb sind viele Straßen und Autobahnen in Schweden durch Wildzäune gesichert. Wegen der Verkehrsunfälle und großer Schäden für Land- und Forstwirtschaft wird jedes Jahr rund ein Drittel der Elche zum Abschuss freigegeben. Elche sind scheue Tiere mit sehr gutem Gehör und stark ausgeprägtem Geruchssinn. Ein ausgewachsener Bulle wiegt rund 500 kg. Er ist nicht gefährlich, nur Kühe mit Kälbern werden aggressiv und greifen an, wenn sie Gefahr wittern.

Erfinder

Schweden hat viele Erfinder hervorgebracht. Ihre Arbeiten gelten als Basis für Schwedens Aufstieg zur Industrienation und sind aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Ein paar Namen von der langen Liste: Anders Celsius (Thermometer), Carl von Linné (Klassifikation von Pflanzen, Tieren und Mineralien), Lars Magnus Ericsson (Telefon), Gustaf Pasch (Sicherheitszündhölzer), Alfred Nobel (Dynamit), Gideon Sundbäck (Reißverschluss), Ruben Rausing (Tetra Pak), Rune Elmqvist (Herzschrittmacher) oder Nils Bohlin (Drei-Punkt-Sicherheitsgurt). Auch heute werden kreative Köpfe kräftig unterstützt – u. a. von der Erfinderschule Idéum in Lidköping und dem Schwedischen Erfinderverein.

Ikea

Ingvar Kamprad vom Gut Elmtaryd in der Gemeinde Agunnaryd ist ein Selfmademan aus dem Herzen Südschwedens. Schon früh begann Kamprad Geschäfte zu machen. Erst mit Streichhölzern, dann mit Weihnachtskarten. 1943 ließ er Ikea als Firma eintragen, da war er 17 Jahre alt. 1948 annoncierte er zum ersten Mal Möbel von lokalen Möbelgeschäften – als Zwischenhändler. Die Resonanz war groß, Kamprad baute seinen Handel aus.

1958 eröffnete das erste Ikea-Möbelhaus im småländischen Älmhult. Kamprads Geschäftsidee ist simpel: Der Kunde muss mit anfassen. Nur so lassen sich Kosten sparen. Und Kamprad sparte, wo es nur ging. Ein typischer Småländer eben, denen Sparsamkeit bis zum Geiz nachgesagt wird. Heute hat Ikea fast 290 Möbelhäuser in 26 Ländern und beschäftigt 131 000 Mitarbeiter, bei einem Jahresumsatz von 24,7 Mrd. Euro. Die Sparsamkeit hat sich gelohnt!

Astrid Lindgren

Die beliebteste Kinderbuchautorin der Welt hat die besondere Stimmung ihrer Bullerbü-Geschichten mit ihrer glücklichen Kindheit erklärt. So wie in den Büchern soll sie gewesen sein: eine Kindheit voller Freiheit, Liebe und Geborgenheit. In einem landschaftlichen Idyll, in dem Kinder auf Bäume klettern, Erdbeeren auf Grashalme ziehen und auf dem Heuboden schlafen durften. Doch Astrid Lindgren war nicht nur Schriftstellerin, sie hat sich auch immer für die Schwachen in der Gesellschaft engagiert; für Kinder, aber auch für Tiere. Sie kämpfte für Frieden und Toleranz, initiierte politische Debatten zu Steuergesetzen und zum Tierschutz. 1994 wurde Astrid Lindgren mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Den Nobelpreis für Literatur hat sie dagegen nie bekommen – trotz Millionen von Lesern. Am 28. Januar 2002 ist Astrid Lindgren mit 94 Jahren in Stockholm gestorben. Seitdem wird jedes Jahr der Astrid-Lindgren-Memorial-Prize verliehen, der größte Kinder- und Jugendbuchpreis der Welt.

Monarchie

Das Königreich Schweden ist eine konstitutionelle Monarchie, deren regierender König oder Königin Staatschef des Landes ist. Seit 1973 bekleidet Carl XVI. Gustaf dieses Amt, der nach der Abschaffung der politischen Macht 1975 heute nur noch repräsentative Aufgaben erfüllt. Seit einer Änderung der Thronfolgeregelung 1980 dürfen nun männliche und weibliche Erstgeborene den Thron erben. Seit über 1000 Jahren hat Schweden eine Monarchie, seit 1818 regiert das französische Geschlecht der Bernadotte, zu dem auch die jetzige Königsfamilie gehört. Besonders beliebt beim schwedischen Volk sind Kronprinzessin Victoria und ihr Mann Prinz Daniel, die 2010 eine Märchenhochzeit feierten. Durch diese Heirat und Victorias Entscheidung, einen Mann aus dem Volk zu wählen, noch dazu aus der Provinz, hat die Monarchie im Land einen wahren Aufschwung erfahren. Der war auch dringend nötig, denn neben royalen Skandalen, die das Vertrauen in die Monarchie erschüttert haben, wurde die Kritik immer lauter, das Königshaus koste zu viel (2011 betrug die Apanage über 62 Mio. Kronen), sei unmodern und gehöre abgeschafft. Doch mit der Geburt von Prinzessin Estelle, der zukünftigen Thronfolgerin, im Februar 2012, hat die schwedische Monarchie weiteren Boden unter den Füßen gewonnen. In Zukunft werden also zwei Königinnen hintereinander das Land regieren. Für Schweden einzigartig!

Personennummer

Wer in Schweden ein Konto eröffnen oder ein Handy kaufen möchte, braucht eine Personennummer. Ohne die läuft nichts. Sie besteht aus den sechs Ziffern des Geburtsdatums sowie vier weiteren Zahlen, die jede in Schweden gemeldete Person zugewiesen bekommt. Mit ihr lässt sich sogar prüfen, wie viel Geld der Nachbar verdient und wie viel Steuern er bezahlt, denn in Schweden sind diese Angaben öffentlich. Datenschutz? Fehlanzeige! Seit 2009 darf sogar der gesamte Datenverkehr vom militärischen Abhördienst überwacht werden.

Schlösser

Den Glanz vergangener Zeiten können Sie in Südschweden noch heute erleben: Viele eindrucksvolle Schlösser, Herrensitze und Gutshöfe zeugen von Schwedens Geschichte als einstige europäische Großmacht. Reiche Adlige oder berühmte Feldherren ließen sich vorzugsweise nahe der drei großen Städte Göteborg, Malmö und Stockholm ihre Residenzen bauen, meistens in wunderschöner Lage am Wasser. Die höchste Schlösserdichte herscht in Skåne, aber auch rund um den Mälarsee liegen unzählige der historischen Gebäude.

Einen großen Teil der Herrensitze und Schlösser – darunter auch einige des königlichen Hofs wie Drottningholm – können Sie besichtigen, andere haben ihre phantastischen Parks und Gärten tagsüber für Besucher geöffnet und bieten leckere Spezialitäten im Schlossrestaurant. Weitere Informationen unter www.skane.com, www.vastsverige.com, www.royalcourt.se, www.stockholmtown.com

Schwedenkrimis

Tatort: Schweden. Seit vielen Jahren erfreuen sich Krimis aus Schweden größter Beliebtheit. Besonderes Kennzeichen: die geschickte Kombination von Spannung und Sozialkritik. Hier werden nicht nur Verbrechen begangen und aufgeklärt, sondern auch Ursachen für die Tat in der Gesellschaft gesucht. Begonnen hat die Krimiwelle in den 1960er-Jahren mit dem Autorenduo Maj Sjöwall/Per Wahlöö, das mit seinen Büchern um Kommissar Martin Beck als Vorreiter für die erfolgreiche schwedische Kriminalliteratur gilt. Es folgten Henning Mankell, Liza Marklund, Åke Edwardsson und viele andere, mal mehr, mal weniger erfolgreiche. Es wird geschrieben, verfilmt, vermarktet. Viele Autoren haben sich auf ihre Schwedenkrimiregion festgelegt: Mankell Ystad, Stieg Larsson Stockholm, Edwardsson Göteborg, Mari Jungstedt Gotland, Johan Theorin Öland. Ein lohnendes Geschäft für die Tourismusindustrie!

Starköche

Deftig, einfach, unkompliziert: Schwedische Kost war Jahrhunderte lang auf die Region begrenzt und von der kurzen, hellen Sommersaison abhängig. Entsprechend war die schwedische Küche lange Zeit ein unbeschriebenes Blatt auf der kulinarischen Landkarte, wurde von Kontinentaleuropäern nur mitleidig belächelt und nicht ernst genommen. Seit einigen Jahren ist das anders – dank einer jungen Generation Köche, die dem Rest der Welt mit innovativen Kreationen erfolgreich gezeigt hat, was erstklassige schwedische Küche ist. Ob Mattias Dahlgren vom Stockholmer Matsalen, Karin Fransson vom Hotell Borgholm auf Öland oder Håkan Thörnström von Thörnströms Kök in Göteborg: Sie alle räumen Michelinsterne ab, heimsen nationale und internationale Preise ein, haben erfolgreiche Kochshows im Fernsehen. Neuester Trend ihrer raffinierten Küche: Nehmen was man hat! Schwedens Starköche besinnen sich auf alte Zeiten, als man ganz zwangsläufig nur lokal produzierte Zutaten der Saison aus ökologischem Anbau fürs Essen verwendete. Grün ist in – auch beim Kochen, in vielen Restaurants gibt es daher nur noch Tageskarten – frisch erstellt nach Zugang der Zutaten.

Wohlfahrtsstaat

Folkhemmet (Volksheim), Schwedisches Modell oder dritter Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus: Unter diesen Begriffen wurde der schwedische Wohlfahrtsstaat bekannt. Sozialdemokraten und Gewerkschaften hatten sich die Bildung einer klassenlosen Gesellschaft, einer Solidargemeinschaft auf die roten Fahnen geschrieben. Arbeit für alle, gerechte Verteilung, hoher Lebensstandard waren ihre Ziele. Mit dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Per Albin Hansson wurde ab 1932 der Aufbau des Wohlfahrtsstaats eingeleitet. Die Blütezeit reichte bis in die 1970er-Jahre. Entscheidende, durch hohe Steuern finanzierte Verbesserungen gab es bei Sozialleistungen, Kinderbetreuung, Altersfürsorge, in Bildung, Arbeitsleben, Wohnungsbau und Gesundheitswesen. Der Lebensstandard stieg, die Steuern auch. In den 1970er-Jahren wurde das stete Wirtschaftswachstum durch internationale Ölkrisen gebremst. Erste Risse im Folkhemmet wurden sichtbar. Arbeitslosigkeit, hohe Inflation und Staatsverschuldung führten in Schweden Anfang der 1990er-Jahre zu starker Rezession. Eine durchgreifende Steuerreform, die Einführung eines neuen allgemeinen Rentensystems und ein harter Sparkurs waren die Folge.

Die globale Finanzkrise 2008 hat auch Schweden getroffen. Die Arbeitslosigkeit liegt bei acht Prozent (Mai 2012), besonders hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit mit rund 24 Prozent. Der Export ist stark eingebrochen, die Staatsschulden gestiegen. Trotzdem kam Schweden vergleichsweise glimpflich davon, weil die Regierung strikt das Ziel verfolgte, die Staatsausgaben niedrig zu halten. Doch die Krise ist noch nicht überstanden: Das Land ist Spitzenreiter beim Krankenstand (pro Arbeitnehmer im Schnitt 37,1 Tage) und bei der Frühverrentung in Europa. Besonders im Gesundheitssystem sind Mängel sichtbar. Lange Wartezeiten für Operationen etwa sorgen trotz eingeführter Behandlungsgarantie für Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Dennoch: Schweden kann immer noch ein gutes Leistungssystem vorweisen und fortschrittliche Sozialgesetze, die etwa Behinderten das Recht auf kostenlose persönliche Betreuung garantieren. Man ist stolz auf die sozialen Errungenschaften wie etwa geringe Armut, funktionierende Kinderbetreuung und verbesserte Gleichstellung von Mann und Frau.

Bücher & Filme

Öland

Rätselhafter, melancholischer und sehr stimmungsvoller Krimi von Johan Theorin, in dem ein kleiner Junge im Nebel auf der kargen Insel Öland verschwindet. Spannende Mischung aus Mystery und Mordgeschichte

Ich gehöre keinem

Berührende Geschichte einer ungewöhnlichen Beziehung zwischen einem liebevollen, alleinerziehenden, alkoholkranken Vater und seiner kleinen Tochter, von Åsa Linderborg.

Tatort Skåne

Äußerst brutal sind die Morde, die Kommissar Kurt Wallander im südschwedischen Ystad aufzuklären hat. Henning Mankells Sozialkrimis um den einsamen Polizisten zählen inzwischen zu den Klassikern. Besonders zu empfehlen: Die fünfte Frau und Mittsommermord

Millenium

Krimitrilogie (2005–2007) von Stieg Larsson um den Stockholmer Journalisten Mikael Blomkvist und die coole Hackerin Lisbeth Salander. Verblendung, Verdammnis und Vergebung wurden sehr spannend verfilmt – sogar zweimal: Nach der schwedischen Produktion kam 2011 die erste Episode als Hollywood-Remake heraus.

Der Typ vom Grab nebenan

Romantische Liebeskomödie (2005), in der studierte Single-Bibliothekarin auf waschechten Single-Bauern trifft: Liebe mit Hindernissen und … Happy End.

Kim Novak badete nie im See von Genezareth

Håkan Nessers Roman, der auch verfilmt wurde, schildert das Erwachsenwerden der beiden pubertierenden Jungen Erik und Edmund in der ländlichen Provinz im Schweden der 1960er-Jahre (2006).

Fakten

Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
12:02 Uhr
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