Neuseeland

Überblick

Willkommen in Neuseeland - Welcome to New Zealand!

Die meisten Touristen erwarten in Neuseeland weder Großstädte noch viel Kultur oder reiche Historie, sondern das Naturparadies auf Erden – und sie werden selten enttäuscht. Wo gibt's das noch? Weiße, breite Sandstrände im Südsee-Look, auf denen man ganz allein träumen kann, ein üppig grünes und blühendes Vegetationsgemisch, aufregende Wanderstrecken, die in die zivilisationsfernen Hochgebirgsregionen der Südalpen führen, und glückliche Vögel, deren Gezwitscher alle Ornithologen begeistert und die zum Teil mangels Feinden sogar das Fliegen verlernt haben.

Die intakte Natur ist die Trumpfkarte der Neuseeländer. Fast 2 Mio. Touristen entdecken die Nord- und Südinsel am Ende der Welt pro Jahr: per Auto oder Wohnmobil, mit dem Mountainbike oder zu Fuß. Sie sind herzlich eingeladen!

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Perfekte Bedingungen für Skifahrer
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August
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September
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Oktober
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November
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Dezember
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Wetter & Klima

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Montag / 01.06.2020
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Anreise

23h 35min
Frankfurt am Main
Neuseeland
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Auftakt

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Behaupte  besser nicht, dass Neuseeland „irgendwo bei Australien“ liegt. Erstens trennen immerhin über zweieinhalb Flugstunden die beiden Landmassen, zweitens nimmt die Rivalität zwischen den beiden Völkern zwar nicht immer ernst gemeinte, doch auf jeden Fall kuriose Ausmaße an. Schlimm genug, dass ausgerechnet der Kiwi (Neuseelands Symboltier) eher vom australischen Emu als vom schon lange ausgestorbenen neuseeländischen Moa abstammen soll. Der Aussie, lästert der Kiwi (der Mensch), sei ein ungeschliffener Nachfahre englischer Strafgefangener, die 1788 den Kontinent besiedelten. Der Kiwi aber, kontert der Aussie, habe nur Angst, dass sein Inselstaat endgültig rechts unten von der Landkarte rutsche. Die noch größere Angst dabei werde sein, dass es niemand bemerken könnte.

Die Existenz am Rand des Weltgeschehens wird von den Neuseeländern mit Selbstironie hingenommen. Kiwi nennen sie sich selbst nach dem heimischen halb blinden, flugunfähigen und etwas plumpen Vogel. Rund 40 Mio. Schafe und 4,4 Mio. Einwohner teilen sich Nord- und Südinsel und ganz im Süden, Stewart Island. Die Längenausdehnung beträgt rund 1700 km, die Fläche 268 000 km2 (in Deutschland sind es 357 000 km2). Würde man zwischen Frankreich und Marokko entlang des Durchmessers der Erdkugel ein Loch graben, so käme man – rein theoretisch – in Neuseeland wieder an die Oberfläche.

Beide Hauptinseln trennt nicht nur die Meerenge Cook Strait. Welten liegen zwischen dem reicheren, dichter besiedelten Norden und dem wirtschaftlich schwachen, aber landschaftlich reizvolleren Süden. Auch die Metropole Auckland, in der statistisch bald jeder dritte Neuseeländer wohnt, befindet sich auf der Nordinsel. Ebenso wie die Hauptstadt Wellington, wenn auch am äußersten Südzipfel. Da kann die Südinsel mit ihren „Großstädten“ Dunedin und Christchurch nur schwer dagegenhalten.

Geologisch ist Neuseeland ein „Newcomer“, ragt erst seit 100 Mio. Jahren aus dem Meer. Zum Vergleich: Die Erde ist vor ca. 4,7 Mrd. Jahren entstanden. Dass es im Inneren ab und an ganz ungestüm bebt, hat mit der Erdbebenzone zu tun, in der Neuseeland liegt. 1931 vernichteten Erdstöße die Städte Napier und Hastings, mehr als 250 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben. Ein Erdbeben Anfang 2011 zerstörte die Stadt Christchurch. Dass im Erdinneren noch allerhand los ist, zeigt sich vielerorts auch an der Oberfläche. Weiträumige Thermalgebiete in und um Rotorua brodeln vor sich hin, und auf der Coromandel-Halbinsel sprudelt heißes Wasser sogar aus dem Sand eines Meeresstrands. Der Vulkan Tarawera bei Rotorua brach 1886 zuletzt aus und verschüttete ein ganzes Dorf – heute als „Buried Village“ ein Freilichtmuseum.

Dabei ist Neuseeland eher ein beschauliches Stückchen Erde. Es gibt keine wilden, gefährlichen Tiere: Den Urwald können Sie hier so sicher durchwandern wie anderswo öffentliche Parks am Sonntagnachmittag. In den Großstädten hat zwar die Kriminalität in den letzten Jahren zugenommen, verglichen jedoch mit dem Rest der Welt herrscht in Neuseeland noch ein bisschen heile Welt.

Was den Umgang mit der Natur angeht, ist Neuseelands Welt allerdings nicht ganz so heil, wie sie sein könnte. Denn in Sachen Umweltschutz hinken die Kiwis anderen westlichen Nationen hinterher. Schade, denn bereits 1972 wurde in der Hauptstadt Wellington eine nationale Umweltpartei gegründet, damals die einzige weltweit. Seit 1990 sitzt die daraus hervorgegangene Green Party mit im Parlament und verzeichnet im Kampf um „clean green environment“ – eine sauberere, grüne Umwelt im Südpazifik nicht unerhebliche Erfolge, insofern Minenprojekte gestoppt und Naturschutzgebiete wie die National Parks ausgedehnt wurden. Nur im Alltag der Kiwis hat der Umweltschutz noch nicht so richtig Einzug gehalten: Den meisten fehlt ganz einfach das Geld für abgasarme Neuwagen, eine Solaranlage auf dem Dach oder den Einbau doppelt verglaster Fenster. Im Zuge anhaltender Trockenheit während der Sommermonate, vor allem auf der Südinsel, haben zumindest alle inzwischen kapiert, dass die im Land überwiegend mit Wasserkraft erzeugte Energie nicht im Überfluss zur Verfügung steht.

Eine Leidenschaft der Neuseeländer: Sie hegen und pflegen ihre junge Geschichte. Ein 150 Jahre altes Haus lockt staunende, sogar Eintritt zahlende Besucher an. Lassen Sie sich nicht von der Bezeichnung „Museum“ täuschen. Ab und an steckt dahinter lediglich eine Rumpelkammer mit allerhand Gerätschaften, die genau genommen auf den Sperrmüll gehören. Andererseits zeichnet so manche Sammlung in der brüchigen Scheune die Liebe zum Detail aus.

1999 brachte der Wahlsieg der von Helen Clark geführten Labour Party die politische Wende. Die Gleichberechtigung der Maori ist gesetzlich verankert und ihrer Interessenwahrnehmung wird große Bedeutung beigemessen – vor allem von der Labour Party als auch von der konservativen National Party, die u. a. mit Unterstützung von Maori-Vertretern inzwischen die Regierung stellt. Dennoch sind sie bei den Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen noch immer überproportional vertreten.

Lang ist es her, dass Neuseeland zu den reichsten Nationen der Erde zählte. Heute liegt das Durchschnittseinkommen eines Arbeitnehmers jährlich bei umgerechnet etwa 19 000 Euro. Etliche Neuseeländer müssen ihr Einkommen mit Nebenjobs aufbessern. Umso bewundernswerter, wie die Kiwis den Alltag meistern: mit viel Mut zum Improvisieren und einem Naturparadies gleich vor der Haustür.

Praktische Hinweise

Anreise

Ans andere Ende der Welt fliegt man entweder auf der West- (USA) oder Ostroute (Asien). Die Flugzeiten liegen zwischen ca. 21 und 23 Stunden. Bei Flügen über Amerika müssen Sie auf penible Sicherheitsvorkehrungen gefasst sein und die Visa-Vorschriften beachten. Die besten Verbindungen auf dieser Route (vor allem bei Stopps in der Südsee) bietet Air New Zealand (www.airnewzealand.com), allerdings grundsätzlich ab London mit Zubringerflügen ab Deutschland. Auch Kombinationen mit Lufthansa sind möglich – entweder bis Los Angeles oder Hongkong. Auf den Langstrecken setzt Air New Zealand seit 2011 in der Economy Class ihre vielbeachtete „Skycouch“ ein, die sich aus einer Reihe von drei Sitzen entwickelt und komplett bis zum Vordersitz in eine ebene Fläche verwandeln lässt. Zwei Erwachsene zahlen für ihren Sitzplatz den regulären Preis, der dritte Sitz kostet ungefähr die Hälfte – eine Investition, die sich bei der langen Flugzeit sehr lohnt.

Auf der Ostroute hat Singapore Airlines (www.singaporeair.com) die schnellste Verbindung mit kurzem Aufenthalt in Singapur. Preislich attraktiv mit gutem Service ist Qantas (www.qantas.com), die aber in Singapur und dann in einer australischen Stadt zwischenlandet. Wer die lange Strecke in angenehme 6- bis 7-Stundenetappen (Dubai, Singapur, Sydney) unterteilen will, ist bei Emirates (www.emirates.com) gut aufgehoben. Tipp: Oft sind Flüge nach Australien preiswert zu bekommen, weiter nach Neuseeland geht es dann mit einer Billigairline wie Virgin Australia (www.virginaustralia.com) oder Jetstar (www.jetstar.com). Kalkulieren Sie aber Flugverspätungen, den Terminalwechsel und evtl. Kosten für Übergepäck ein. Billigflieger erlauben allenfalls 20 Kilo Freigepäck, internationale Airlines oft 23, bei Emirates sogar 30 Kilo! Air Asia (www.airasia.com) ist eine Low-Budget-Airline, die seit 2011 von Paris und London über Kuala Lumpur nach Christchurch fliegt. Weitere europäische Abflugziele sind geplant. Probleme mit dem Übergepäck? www.packsend.co.nz und www.got-excess-baggage.com helfen. Alles über Freigepäckgrenzen erfahren Sie über www.luggagelimits.com.

Auskunft

Ein neuseeländisches Fremdenverkehrsamt gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz nicht, aber eine informative Website: www.newzealand.com. Einen sehr informativen Newsletter können Sie unter www.neuseelandhaus.de kostenlos bestellen.

Auto

In Neuseeland wird links gefahren, defensiv und dank geringer Verkehrsdichte recht stressfrei. Die Hauptstrecken (State Highways, in diesem Buch abgekürzt SH, und Highways) sind asphaltiert und gut ausgebaut, aber bisweilen sehr kurvenreich. Dadurch schätzt man Entfernungen oft falsch ein. Mehrspurige Schnellstraßen gibt es nur im Umkreis der Großstädte. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h, in Ortschaften 50 km/h. Achtung: intensive Geschwindigkeitskontrollen mit speed cameras und Alkoholkontrollen (0,4 Promille-Grenze). Im Kreisverkehr gilt rechts vor links, ebenso an Kreuzungen (Hier soll die Regelung aber aufgehoben werden. Bitte erkundigen Sie sich!). Man braucht einen internationalen Führerschein. Der ist nur in Verbindung mit dem nationalen gültig. Telefonieren am Steuer nur mit Freisprechanlage!

Diplomatische Vertretungen
Embassy of the Federal Republic of Germany

Hobson Street90–92 Wellington 04 4736063www.wellington.diplo.de

Consulate-General of Austria

Willis Street57Wellington 04 4996393www.austria.org.au

Embassy of Switzerland

Panama Street22–24Wellington 04 4721593www.eda.admin.ch/wellington

Einreise

Bei einem Aufenthalt bis zu drei Monaten ist kein vor der Reise zu beantragendes Visum erforderlich, der Reisepass muss noch 3 Monate über das Rückreisedatum hinaus gültig sein. Achtung bei Stopovern in asiatischen Ländern: Dort muss der Reisepass noch mindestens 6 Monate über das Ausreisedatum hinaus gültig sein. Vorweisen muss man das Rückflugticket, dann wird ein Visum für drei Monate in den Pass eingetragen. Wer bis zu zwölf Monate als Tourist im Land bleiben möchte, sollte sich sein Visum vorher bei der Botschaft im Heimatland – für Deutschland: Botschaft von NeuseelandFriedrichstraße6010117030 2062121www.nzembassy.com/germany – besorgen. Dort ist es preiswerter. Spezielle Regeln gelten für Studenten, die vorübergehend in Neuseeland arbeiten wollen (work and travel www.workandincome.govt.nz).

Geld & Devisen

Sehr verbreitet sind Visa und Eurocard/Mastercard, die von fast allen Tankstellen, den meisten Supermärkten und Hotels akzeptiert werden und mit denen auch an vielen Automaten (Maestro-Zeichen) Geld abgehoben werden kann – übrigens auch mit EC-Karte und PIN (günstiger). Immer häufiger werden ca. 2-prozentige Aufschläge für den Gebrauch von Kreditkarten verlangt (Tankstellen, Mietwagen). Nach wie vor sind Travellerschecks (Euro) eine sichere Angelegenheit.

Gesundheit

Impfungen sind nicht notwendig, die medizinische Versorgung entspricht den Maßstäben in Europa. Auf jeden Fall eine zusätzliche Reisekrankenversicherung mit Rücktransport abschließen. Nach einem Unfall genießen auch Touristen kostenlose Erstbehandlung (accident compensation).

Inlandsreiseverkehr

Züge verkehren nur zwischen Auckland und Wellington, Picton und Christchurch und zwischen Christchurch und Greymouth; Infos: TranzAlpinewww.railnewzealand.com.

Busse pendeln regelmäßig zwischen allen Orten auf der Nord- und der Südinsel; sie sind zuverlässig und ideales Verkehrsmittel für Rucksacktouristen.

Besonders günstig sind Pässe für Bus, Bahn, Fähre und Flugzeug, z. B. Flexi Pass bzw. Hop-on-Hopp-off-Tickets (www.intercitycoach.co.nz und www.flexitrips.co.nz) und Scenic Rail Pass (www.tranzscenic.co.nz). Die Backpackerbusse von Magicwww.magicbus.co.nz und Kiwi Experiencewww.kiwiexperience.com fahren noch preiswerter. Alle Pässe können auch vor Ort gekauft werden.

Nationale Flüge werden von Air New Zealand0800 737000www.airnewzealand.com und der Qantas-Tochter Jetstar0800 800995www.jetstar.com angeboten. Sonderangebote übers Internet. Der Hin- und Rückflug Auckland–Christchurch kostet ca. 100 Euro, je nach Tageszeit.

Für Wohnmobilfahrer: Die Fähre zwischen Nord- und Südinsel (Nov.–März) möglichst schon zu Hause buchen, sonst sofort nach Ankunft in Christchurch oder Auckland. 4 4983000www.interislander.co.nz oder www.bluebridge.co.nz

Internetcafés & Wlan

Internetcafés gibt es in den touristischen Zentren an jeder Ecke und alle Vier- und Fünf-Sterne Hotels bieten Internetanschluss (meist gegen Aufpreis) auf den Zimmern. Auch viele i-Sites (Visitor Information) verfügen über Internetanschluss für die Gäste. Haben Sie ein WLAN-fähiges Handy oder Notebook, können Sie landesweit in rund 600 Cafés, auf Campingplätzen oder in Hotels auf Hotspots zurückgreifen – fast ausschließlich gegen Gebühr (das erfahren Sie nach Öffnen des Browsers). Ipass (www.ipass.com), Telecom New Zealand (www.telecom.co.nz/wirelesshotspot) oder das populäre CaféNET (www.cafenet.co.nz) bieten Prepaidkarten für WLAN an. Auf folgenden Seiten finden Sie Hotspots in Ihrer Nähe: www.jiwire.com, www.hotspot-locations.de, www.wi-fihotspotsdirectory.com, www.wififreespot.com, www.totalhotspots.com (nur ipass-WLAN-Service)

Klima & Reisezeit

Die beste Reisezeit ist im Nov./Dez. (Frühjahr) sowie während der meist wetterbeständigen Monate Feb., März, April (Sommer/Herbst). Das Land ist stets Winden ausgesetzt. Durchschnittlich fallen 700–1500 ml Niederschlag, ideal für die üppige Vegetation. Das Klima auf der Südinsel ähnelt dem mitteleuropäischen, im Norden der Nordinsel ist es eher subtropisch. Ausgezeichneter Wintersport ist auf Nord- und Südinsel Juli–Sept. möglich. Zu jeder Reisezeit gehören ein warmer Pullover und regenfeste Kleidung ins Gepäck! Alles zum Wetter gibt's unter www.metservice.com.

Mietwagen & Wohnmobile

Das Mindestalter, um in Neuseeland ein Auto zu mieten, beträgt 21 Jahre. Ein neuwertiges Mittelklassemodell kostet ca. 80 NZ$/Tag, z. B. bei MauiRichard Pearse DriveMangere09 2753013www.maui-rentals.com plus Vollkaskoversicherung (ca. 15–30 NZ$/Tag). Ältere Modelle sind günstiger. Rabatte gibt's bei einer Mietdauer von mehr als drei Wochen. Beim Befahren bestimmter Strecken mit dem Mietwagen erlischt der Versicherungschutz. Sparen Sie nicht an einer Vollkaskoversicherung, wenn doch, achten Sie unbedingt auf Ihr Kreditkartenlimit. Einige Vermieter belasten Ihr Konto sofort mit 5000 NZ$ (Kaution), wenn Sie keine Vollkaskoversicherung abschließen.

Inklusive Vollkaskoversicherung (ca. 60 NZ$) und Campingplatz (ca. 40 NZ$) kostet ein bis zu zwei Jahre altes Zwei-Bett-Wohnmobil (ohne WC/Dusche) durchschnittlich knapp 250 NZ$/Tag im Reisezeitraum Feb.–April. Ältere Fahrzeuge sind ca. 20–30 Prozent günstiger.

Touristen mit Zelt und Reisemobil finden weitere wichtige Infos auch über www.goseenewzealand.co.nz und www.camping.org.nz.

Öffnungszeiten

Seit der Liberalisierung des Ladenschlussgesetzes haben viele Supermärkte bis spät abends und am Wochenende geöffnet. Alle übrigen Geschäfte öffnen wochentags meist von 9–17.30 Uhr, beim Late Night Shopping am Donnerstag bzw. Freitag bis ca. 20 Uhr. In größeren Städten sind sie auch sonntags zwischen 11 und 16 Uhr geöffnet.

Post

Eine Postkarte nach Europa kostet 1,90 NZ$ und ist ca. 6–10 Tage unterwegs. Ein Brief kostet 2,40 NZ$.

Strom

230 Volt Wechselstrom. In Neuseeland gibt es ausschließlich dreipolige Flachstecker. Sie benötigen einen Adapter, den Sie vor Ort in Elektro- und Koffergeschäften erhalten.

Telefon & Handy

Ortsgespräche sind von privaten Telefonen gebührenfrei. In öffentlichen Telefonzellen benutzt man Telefonkarten, die jeder Dairy oder Zeitschriftenhändler führt. Preiswerter sind Karten von privaten Anbietern in vielen Internetcafés überall im Land. Oft kostet dort ein Telefonat nach Deutschland ca. 6 Cent/Min.

Mit dem heimischen Mobiltelefon (GSM) sind Sie auch in Neuseeland über das Roaming erreichbar – je nach Dienstleister ein mehr oder weniger teurer Spaß. Bei einem längeren Aufenthalt kann es unter Umständen günstig sein, wenn Sie alle Handyanrufe vor dem Abflug auf Ihre Mailbox umleiten. In Neuseeland kaufen Sie dann z. B. bei Vodafone einen prepaid chip, der in Ihr GSM-Handy passt (40 NZ$ inkl. 10 NZ$ Gesprächsguthaben). Sie bekommen sofort eine neuseeländische Mobilrufnummer sowie eine Sprachmailbox. Gebühren/Min.: 1,39–1,99 NZ$ für ein Gespräch nach Deutschland (19–7 Uhr).

Vorwahl nach Deutschland 0049, Österreich 0043, in die Schweiz 0041, Vorwahl nach Neuseeland 0064. Die in diesem Band angegebenen 0800-Nummern sind in Neuseeland gebührenfrei. Für einen Notruf wählen Sie generell 111.

Trinkgeld

Trinkgelder sind nicht üblich – auch wenn diese Regel bei wirklich gutem Service mehr und mehr durchbrochen wird.

Übernachten

Wer eine Unterkunft sucht, findet sie unter www.superiorinns.co.nz, www.heritageinns.co.nz, www.nzcamping.co.nz, www.friars.co.nz oder www.bnb.co.nz. Sehr günstige Hotelangebote gibt es vier Wochen vor Anreise unter www.wotif.co.nz, www.ratestogo.com und www.fourcorners.co.nz. Backpackers holen sich ihre Tipps auf den Websites www.backpack.co.nz, www.vip.co.nz und www.yha.org.nz.

Die tourist flats (komfortable Hütten) und cabins (einfache Hütten) auf Campingplätzen kosten ca. 40 NZ$/ Person, ca. 25 NZ$ bezahlt man durchschnittlich für die zahlreichen Backpacker Hostels in Mehrbett- bzw. Doppelzimmern.

Auf den meist gut ausgestatteten Campingplätzen kostet die Nacht für zwei Personen und ein Wohnmobil 35 NZ$. Wildromantisch, aber ohne Komfort sind die etwa 200 vom Department of Conservation (DOC) ausgewiesenen Conservation Campsites. Achtung: Seit 2011 gibt es ein neues Gesetz, dass das sogenannte „Freedom Camping“ (Übernachten außerhalb von Campingplätzen) vor allem für Fahrzeuge ohne Toilette stark einschränkt. Der Grund: Zu große Verschmutzung der Natur durch rücksichtslose Reisemobilisten.

Verschiedene Hotelketten (Best Western, Golden Chain, Flag) und Agenturen (Main Stay) bieten Hotelpässe an (120–190 NZ$ pro Zimmer/ Nacht). Farmaufenthalte vermittelt Rural HolidaysChristchurch03 3556218www.ruralholidays.co.nz oder auch www.nzfarmholidays.co.nz, www.ruraltourism.co.nz und www.nzhomestay.co.nz. Oft sind Zimmer/Cabins und Flats mit ein bzw. zwei Schlafzimmern, Kitchenette inkl. Mikrowelle etc. ausgestattet, was die Verpflegungskosten spürbar senkt. Der durchschnittliche Preis für ein modernes 1-Bedroom-Apartment beträgt ca. 130–170 NZ$ pro Nacht.

Zeit

Neuseeland liegt in der Nähe der Datumsgrenze. Während unserer Sommerzeit beträgt der Zeitunterschied plus 10 Stunden, während der neuseeländischen Sommerzeit (Okt.–Anfang April) plus 12 Stunden. Die Zeiten für Sonnenauf- und untergänge und vieles mehr finden Sie auf www.timeanddate.com.

Zeitungen & Magazine

Zeitungen und Magazine aus Europa liegen – wenn überhaupt – erst ein bis zwei Wochen nach Erscheinen aus. Die Auswahl an neuseeländischen Zeitungen ist im Verhältnis zur Einwohnerzahl groß.

Zoll

Die Einfuhr von Gegenständen des persönlichen Bedarfs ist zollfrei, ebenso Geschenke, deren Wert 700 NZ$ nicht übersteigt. Außerdem: 250 g Tabak, 2,2 l hochprozentiger Alkohol, 4,5 l Wein oder Bier. Verderbliche Lebensmittel dürfen nicht eingeführt werden (hohe Strafen! www.customs.govt.nz). Sehr selten wird auf die Preise noch die GST (Goods and Services Tax) aufgeschlagen: zurzeit 15 Prozent. Zollfrei bei der Wiedereinreise in die EU: u. a. 200 Zigaretten, 1 l hochprozentiger Alkohol, 4 l Wein und Geschenke bis 430 Euro.

Was kostet wie viel?

Kaffee

2,30 Euro für einen Milchkaffee

Souvenir

ab ca. 40 Euro für ein Jade-Tiki

Wein

4,50 Euro für ein Glas Wein

Fish & Chips

4,00 Euro für eine Portion

Benzin

1,00 Euro für einen Liter Super

Intercity-Bus

ca. 40 Euro für die einfache Tour Auckland–Wellington

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
1. Januar

New Year

6. Februar

Waitangi Day

März/April

Good Friday (Karfreitag; Ostermontag)

25. April

ANZAC Day: Gedenktag für Kriegsopfer

1. Montag im Juni

Geburtstag der englischen Königin

4. Montag im Oktober

Labour Weekend (Tag der Arbeit)

25. Dezember

Christmas Day (1. Weihnachtstag)

26. Dezember

Boxing Day (2. Weihnachtstag)

Feste & Veranstaltungen
Januar

Buskers Festival: Gaukler aus aller Welt bieten in Christchurch zehn Tage lang kostenloses Straßentheater. www.worldbuskersfestival.com

Glenorchy Races: Bei Pferderennen und Rodeo vor der traumhaft schönen Bergkulisse am entlegenen Nordende des Lake Wakatipu sind die Farmer aus der Umgebung schon lange nicht mehr nur unter sich. Ein deftiges Volksfest, zu dem Sie am besten Ihr eigenes Picknick mitbringen (erstes Wochenende im Januar).

Februar

Speights Coast to Coast Triathlon: 238 km quer über die Südinsel: Laufen, Rad- und Kajakfahren. Zum Finish in Christchurch gibt's eine Strandparty im Vorort Sumner (Mitte Feb.).

Marlborough Wine and Food Festival: Das älteste der vielen kulinarischen Festivals zählt nach wie vor zu den besten und beliebtesten. Allerdings werden nicht mehr als 12 000 Besucher zugelassen. Deshalb sollten Sie Tickets (03 5778977) reservieren (Ende Feb.).

Art-déco-Festival: Jedes Jahr aufs Neue schwelgt Napier am dritten Februar-Wochenende im Stil der Goldenen Zwanziger – ein farbenprächtiges Straßenfest mit viel Musik und tollen Kostümen.

März

Wildfood Festival: Der wein- und bierselige Jahrmarkt der Köstlichkeiten lockt am zweiten Wochenende Zigtausende ins kleine Hokitika. Und die berüchtigte „wild coast“ hätte ihren Namen nicht verdient, würden nicht auch „wilde“ Sachen wie gegrillte Würmer aufgetischt.

Championship Golden Shears: In Masterton messen sich Anfang März um die 400 Teilnehmer im Schafescheren.

New Zealand International Festival of Arts: Drei Wochen lang währt das hochkarätige Kulturspektakel aus Theater, Musik und Tanz, das alle zwei Jahre in Wellington stattfindet (in geraden Jahren).

WOMAD: Die Abkürzung steht für „World of Music, Arts & Dance“ und verwandelt ein Wochenende lang die Taranaki-Stadt New Plymouth in eine turbulente Künstlerhochburg mit Theater, Film und viel Musik in der ausgedehnten Parkanlage der Brooklands. www.womad.co.nz

April

Arrowtown Autumn Festival: Wenn der Herbst die Blätter färbt, erblüht das Goldgräberstädtchen nahe Queenstown zu alter Pracht. Höhepunkt ist der nostalgische Umzug in historischen Kostümen.

Juni/Juli

Winter Festival: Viel Pulver(schnee) wird verschossen, wenn Queenstown mit Trickski-Shows, Symphoniekonzerten im Schnee und Skulpturen aus Eis die Wintersportsaison eröffnet.

Matariki: Eine Art Erntedank- und Neujahrsfest der Maori mit vielen Veranstaltungen. www.matarikifestival.org.nz

November

Rhododendron Festival: Über 100 Gärten in und um New Plymouth präsentieren zwei Wochen lang ihre Blütenpracht. Insbesondere der Pukeiti Rhododendron GardenCarrington Road229020 km südwestl. der Stadt lohnt den Besuch.

Im Trend

Gerste, Hopfen, Anis?
Bier

Das Reinheitsgebot vergessen manche Brauereien in Neuseeland, aber nicht zu Ihrem Nachteil. Die Bier-Kreationen der Invercargill BreweryWood Street8Invercargill enthalten Koriander, Honig oder Maracuja – und schmecken! In der Three Boys BreweryChristchurchwww.threeboysbrewery.co.nz landet beispielsweise Zitrone in dem Kessel. In der Renaissance Brewing CompanyDodson Street1Blenheim kommen gar Haferflocken oder Schokolade ins Stout und Gewürze in das Roggenbier.

Hula Hoop
Gegen Speckringe

Lassen Sie den Hula Hoop kreisen, das stärkt Muskeln und sorgt für Flexibilität – und Spaß. Aucklands Performing Arts SchoolMotion Road100 gibt Kurse im „Hip Hoop“. Wer Zeit mitbringt, schreibt sich für einen achtwöchigen „In 2 Hula“-Kurs ein www.hulahoops.co.nz. Bei Hoopla!Auckland mit Michelle Keenan finden auch Hoop Jams im Freien statt. Und bei Hoopnoticawww.hoopnotica.co.nz können Sie sich mit DVDs und Hoops für das Workout zu Hause eindecken.

Wie gemalt
Graphic Novels

Comics sind Kunst. Das beweist Mathew Tait aus Christchurch mit seinen Schwarz-Weiß-Strips www.mattait.com ebenso wie sein preisgekrönter Kollege Ant Sang www.antsang.co.nz . Seine „Dharma Punks“-Reihe ist auch in Galerien zu sehen. Spannende Newcomer werden von Cherry Bomb Comicswww.cherrybombcomics.co.nz aufgespürt. Oft sind persönliche Erfahrungen Thema der Graphic Novels, Superhelden sind die Ausnahme. Raritäten gibt es bei Comics CompulsionPenelope Place58Christchurch.

Surf on Wood
Eco-Surfing

Die Wellenreiter vor Neuseelands Küste steigen nicht auf irgendein Brett. Sie alle träumen fast ausnahmslos von Mike Grobelnys Designs www.mikegrobelny.blogspot.com . Dessen Bretter aus Bambus haben schon den Surfer-Pro Luke Hughes überzeugt. Eyecatcher sind die aufwendigen Verzierungen und Schnitzereien. Beinahe ebenso beliebt sind die hölzernen Kreationen von Roger Hall Kepa Road8Ruakakawww.surfline.co.nz. Wer es sich leisten kann, lässt hier ein Surfboard nach Maß fertigen David Farrar und Sean Newton legen bei Big WoodyPortside Drive19aMount Maunganui in Ihrem Auftrag Hand ans Holz. Aus dem nachhaltigen Holz der Paulownie entstehen Bretter nach Wunsch. Wer sich anmeldet, kann dort eine Reihe von Boards testen.

Schlafstätten
Exzentrisch

Sie haben kein Auge zugemacht? Das passiert vielen Gästen in ihrer ersten Nacht im Woodlyn Park Waitomo Valley Road1177Otorohanga . Schlafend würde einem einfach zuviel entgehen! Denn die zwei Hotels auf dem Gelände sind keine gewöhnlichen Herbergen, sondern eine alte Propellermaschine und eine Hobbit-Höhle. Für manche Urlauberin wird mit der Übernachtung im The BootAporo Road320 ein Traum wahr. Das Hotel in Tasman hat nämlich die Form eines Schuhs. Hundertprozentig laufstegtauglich ist das Modell jedoch nicht! Rund 30 Minuten von Christchurch kommen Sie in einer luxuriösen Planwagensiedlung (Wagonstays)Old West Coast Road2115Selwyn unter. Auf Fernseher und Queensize-Bett müssen Sie dort nicht verzichten.

Bloss nicht

Zu viele Stopps

Lassen Sie sich nicht verführen, zu viele Stopps auf der Reise nach Neuseeland einzulegen. Die Zahl lockender Zwischenaufenthalte bei der Reise um die Welt ist groß, aber Neuseeland braucht Zeit für sich: Mindestens drei bis vier Wochen sollten Sie für Touren über die Nord- und Südinsel veranschlagen.

Dem Jetlag nachgeben

Meiden Sie eiweißreiche (Energie zuführende) Nahrung im Flugzeug. Trinken Sie während des Fluges viel, aber möglichst gar keinen Alkohol. So bekämpfen Sie den Jetlag (Störung des internen Rhythmus durch die Zeitverschiebung) schon ganz gut. Versuchen Sie auf jeden Fall nach Ankunft in Neuseeland erst in den Abendstunden und nach einem leichten Essen schlafen zu gehen. So gewöhnen Sie sich leichter an den neuen Tagesrhythmus.

Wasser aus Flüssen trinken

Mehr als die Hälfte der Gewässer und Flüsse in den Nationalparks sind vom Giardia-Parasiten befallen. Tabu ist die Erfrischung aus dem Bach und der Sprung in so manches Gewässer. Der Parasit dringt über den Mund in den Magen-Darm-Trakt ein und verursacht nach drei Wochen Durchfall, starke Blähungen und Magenkrämpfe. Mit Medikamenten lässt er sich erfolgreich und schnell behandeln. Kochen Sie Wasser aus der Natur vor dem Trinken ab, oder reinigen Sie es chemisch (z. B. mit transportablen Filtergeräten, den Giardia rated filters, oder mit Tabletten). In der Wildnis sollten Sie Ihre Notdurft weit entfernt von Wasserquellen verrichten und mit Erde zudecken. Danach keinesfalls die Hände im Fluss oder See waschen, sondern in einem Behälter. Das Wasser anschließend auf die Erde schütten! Große Probleme bereitet auch Didymo, eine gefährliche Alge, die bereits einen Großteil der neuseeländischen Gewässer befallen hat. Deshalb unbedingt sämtliche sichtbare Materie von Gegenständen, die im Wasser waren, beseitigen, bevor sie wieder in Kontakt zu einem anderen Gewässer kommen (Infos unter www.biosecurity.govt.nz).

Hotel und Motel verwechseln

Die örtliche Kneipe heißt in Neuseeland hotel – und sie hat nur in den seltensten Fällen einfache Gästezimmer (pub beds), die an Touristen vermietet werden. Fragen Sie besser nach motels, wenn Sie ein Bett für die Nacht suchen.

Zu viel Sonne

Mit Hautkrebs ist down under nicht zu spaßen. Die starke Sonneneinstrahlung mit Nähe zum Ozonloch ist gefährlich. Wappnen Sie Ihre Haut durch Cremes mit hohem Lichtschutzfaktor. Tragen Sie draußen Sonnenbrille, eine breitkrempige Kopfbedeckung und Oberbekleidung, die ihre Schultern und Arme schützt. Und denken Sie daran: In und auf dem Wasser wirkt die Sonneneinstrahlung besonders aggressiv!

Stichworte

Cycling

Radfahren gehört seit einigen Jahren zu den beliebtesten Freizeitsportarten der Neuseeländer. Wobei die Betonung auf „Sport“ liegt. Denn cycling down under dient weniger dem zeitsparenden oder ökologisch korrekten Vorankommen als vielmehr der körperlichen Ertüchtigung – eine Art Volksbewegung im Zug der anhaltenden Fitnesswelle. Etliche schwingen sich aufs Rad und trainieren hart für Ihre Ausdauer. Tourenräder sehen Sie hier so gut wie gar nicht, dafür umso mehr schnittige Rennräder und geländegängige Mountainbikes. Immer nach Feierabend und an Wochenenden werden Straßen und Pisten förmlich überrollt von pfeilschnellen Menschen in hautengen Outfits und dem verordneten Helm auf dem Kopf. Seien Sie also auf der Hut, sollten Sie in scheinbar ruhigen Gegenden gemächlich die Straße überqueren.

Einwanderer

Seit jeher haben Einwanderer die einst menschenleeren neuseeländischen Inseln bevölkert. Erst nur Maori, später Immigranten aus der ganzen Welt, die meisten aus Großbritannien und Irland. Heute sind knapp 75 Prozent der Neuseeländer europäischer Abstammung, Tendenz sinkend. Dafür nimmt der Anteil asiatischer Volksgruppen rapide zu: Bereits über zehn Prozent stammen aus Asien, das sind 35 Prozent mehr, als aus dem Pazifikraum (Südsee-Inseln) kommen. Neuseeland würde gern als Schmelztiegel der Kulturen funktionieren, doch vor allem die Chinesen und Koreaner tun sich schwer mit der Integration.

Fauna

Obwohl ziemlich hässlich, halb blind und struppig, ist der Brown Kiwi der am meisten umsorgte Vogel Neuseelands. Er ist eine von insgesamt fünf Vogelarten, die das Fliegen mangels Feinden verlernt haben, und steht, obwohl nicht mehr vom Aussterben bedroht, unter Naturschutz. Wie auch der blaugrüne Takahe (vergleichbar mit unserem Teichhuhn) und der Eulenpapagei Kakapo. Viele der hier vorkommenden 250 Vogelarten gibt es nur in Neuseeland, wie den Tui und den Kea. Letzterer ist zweifellos der frechste Vogel, ein grüner Bergpapagei mit einem scharfen Schnabel, der überhaupt keinen Respekt vor Gummidichtungen an Autotüren oder vor Scheibenwischerblättern hat. Während die Moas (Riesenlaufvögel) ausgestorben sind, haben sich eingeführte Tiere wie Rotwild, Wiesel und Possum mangels natürlicher Feinde zu stark vermehrt. Also werden sie gejagt, besonders das Blumenbeete leer fressende Possum.

Die Küstengewässer sind immer noch reich an großen und kleinen Fischen. Saisonbedingt tauchen riesige Wale auf. Die Binnengewässer sind voller Leben, zum Teil reich gesegnet mit schillernden Regenbogenforellen. Zwei Fledermausarten sind die einzigen heimischen Landsäugetiere. Außerdem lebt in Neuseeland noch eine der ältesten Tierarten der Welt: Seit 200 Mio. Jahren bevölkert die Gattung der Brückenechse, Tuatara, die Erde.

Flora

Welche Vielfalt unterschiedlicher Farne die Natur hervorgebracht hat, zeigt sich im neuseeländischen Busch, einem dicht verschlungenen Urwald in subtropisch-gemäßigtem Klima. Fast 200 verschiedene Arten Farn gibt es, einige werden bis zu 15 m hoch, manche bringen es auf eine Blattlänge von 3 m. Mitte des 18. Jhs. waren noch zwei Drittel des Landes mit dichten Wäldern überzogen, heute ist es weniger als ein Drittel. Die unter Naturschutz stehenden Kauri-Bäume gehören in den Wäldern Neuseelands heute zu den Raritäten. Schneller machen sich eingeführte Baumarten, z. B. Pinien, breit, zum Nachteil der ursprünglich beheimateten Baumarten wie Rata oder Pohutukawa, dem neuseeländischen Weihnachtsbaum, der Ende Dezember mit seinen knallroten Blüten für die richtige Feststimmung sorgt.

Friday Night

Immer wieder freitags gerät das Nachtleben downunder aus den Fugen. Dann steigt der Alkoholkonsum springflutartig an, nicht nur in Pubs und Bars, sondern auch bei Partys und Veranstaltungen. Koma-Saufen (binge drinking) hat leider auch unter den jüngeren Neuseeländern zugenommen. In einigen der berüchtigten „watering holes“, also jenen Lokalen, in denen über die Maßen getankt wird, kommt es zu späterer Stunde auch gerne mal zu Handgreiflichkeiten unter angetrunkenen Gästen. Diese Lokale sollten Sie tunlichst meiden. Und in den Innenstädten von der Straße bleiben. Denn dort sind freitags die „hoons“ unterwegs: junge Leute in ihren frisierten und tiefer gelegten Kisten, die mit aufheulenden Motoren um die Blocks jagen. Die Polizei behält das Treiben im Blick, unternimmt aber nicht viel dagegen.

Geologie

Vor ungefähr 230 Mio. Jahren, als Australien schon eine Landmasse für sich war, lag Neuseeland noch unter der Meeresoberfläche. Mehr als 100 Mio. Jahre mussten noch vergehen, bis im Zuge vulkanischer Tätigkeit und tektonischer Erdbewegungen Neuseeland auftauchte. Eiszeitliche Gletscher formten die Oberfläche und haben sichtbare Spuren hinterlassen: Fjorde, lang gezogene Seen und Moränenlandschaften. Vulkanische und thermische Aktivitäten prägen und verändern noch heute das Landschaftsbild. Drei Viertel der Landfläche liegen mehr als 200 m über dem Meeresspiegel, über 3000 m erheben sich die Gipfel der Südinsel. Weitere Informationen zu Vulkanen und Erdbeben unter www.geonet.org.nz

Landwirtschaft

Neuseeland wird häufig als die größte Farm der Welt bezeichnet. Rund 170 000 km2 (von 268 000 km2 Gesamtfläche) werden landwirtschaftlich genutzt zum Anbau von Kulturpflanzen und als Weideland für Rinder, Schafe und Rotwild. Einige der 27 000 Schaffarmer sind zweifellos Großgrundbesitzer, die ihre meist weit abgelegenen Ländereien nicht mehr zu Fuß abgehen können. Seit den 1960er-Jahren wird Wildfleisch nach Europa exportiert und auf den ersten Farmen Rotwild gezüchtet. Inzwischen gibt es rund 4000 Wildfarmen mit insgesamt 2 Mio. Tieren.

Ein anderer Exportschlager ist das Obst. Als Vorzeigefrucht muss The world's finest kiwifruit herhalten, obwohl viele Farmer nicht den erhofften Profit erzielen. Anbau, Ernte und Versand der empfindlichen Kiwis sind arbeits- und kostenintensiv. Neuseeländische Apfelbauern profitieren von den verschobenen Jahreszeiten: Im europäischen Winter und Frühling können sie die Obstregale der Supermärkte mit erntefrischen Äpfeln füllen.

Maori

Rund 620 000 Menschen in Neuseeland bezeichnen sich als Maori. Woher die Polynesier genau kamen, damals vor über tausend Jahren, weiß keiner. Sie selbst behaupten, aus Hawaiki, einem Land, das so rätselhaft ist wie Atlantis, vermutlich aber im Bereich Französisch-Polynesiens liegt (Insel Raiatea). Die einfachen, schlanken Holzkanus mussten Tausende von Kilometern wilden Ozeans hinter sich bringen, bis sie am Schluss ihrer Expedition Aotearoa fanden, das „Land der langen weißen Wolke“, wie Neuseeland in der bildhaften Sprache der Maori genannt wird.

Der Iwi, der Stamm, war die größte Einheit, die die Maoris zu dieser Zeit kannten. Er wurde geleitet von einem Häuptling, dem Ariki, der allerdings Entscheidungen nicht allein traf. Auf den Dorfplätzen, den Marae, wurden Versammlungen abgehalten, bei denen jedes Familienoberhaupt seine Meinung kundtun konnte. Zwischen den Stämmen bestanden Handelsbeziehungen.

Über 500 Maori-Stämme teilten sich im 19. Jh. Nord- und Südinsel. Mit der Besiedlung Neuseelands durch die Weißen wurden Unzählige allein durch eingeschleppte Krankheiten dahingerafft. Als am 6. Februar 1840 der Vertrag von Waitangi geschlossen wurde, der den Maori die Privilegien britischer Bürger zusicherte und – zumindest auf dem Papier – ihre Landrechte schützte, lebten 100 000 Maori, aber nur etwa 1000 europäische Siedler in Neuseeland. 18 Jahre später waren die Weißen bereits in der Überzahl. Aggressive Siedlerpolitik, aber auch Uneinigkeit der Maori-Stämme machten den im kolonialen Zeitalter sicherlich recht fortschrittlichen Vertrag zunichte. Seit Jahrzehnten schon leben Maori und Pakeha (die Weißen) harmonisch nebeneinander, aber nicht unbedingt miteinander. Die weißen und die dunkelhäutigen Neuseeländer blieben in vielen Punkten ein Volk fremder Nachbarn, obwohl es offizielle Rassenschranken oder Diskriminierungen bis heute nicht gibt. Trotzdem sind die Maori gegenüber der weißen Bevölkerung in vielen Bereichen benachteiligt: Sie stellen einen großen Teil der Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger. Ein großer Teil der jüngeren Generation bemüht sich allerdings mit Unterstützung des Staates um ein neues polynesisches Selbstbewusstsein, Maoritanga genannt. Sprache und Kultur werden wiederbelebt, doch nur ein Fünftel der Maori ist der Maori-Sprache mächtig.

Das Streben nach Besitz und Konkurrenzdenken sind den Maori noch immer fremd. Ansonsten unterscheidet sich ihre Lebensform kaum noch von der der weißen Bevölkerung Neuseelands. Weitere Infos unter www.maori.orgnz.tikanga

Nationalparks

Die 14 Nationalparks Neuseelands nehmen mit fast 30 000 km2 zehn Prozent der Gesamtfläche ein. Hinzu kommen noch drei Maritime Parks an der Küste und andere Schutzgebiete, sodass insgesamt 35 Prozent der Landesfläche unter Naturschutz stehen. Nur Wanderer dürfen auf unterschiedlich langen und schwierigen Tracks tief in die abgeschiedene Natur eindringen, vorausgesetzt, sie lassen nichts zurück außer Fußspuren.

Open Home

Wer einfach mal sehen will, wie es bei Neuseeländern daheim aussieht, sollte eine der öffentlichen Einladungen zur Hausbesichtigung wahrnehmen, bei der, zu festgelegten Zeiten, die jeweilige Immobilie zum Verkauf angeboten wird. Also keine Scheu, wenn ein Schild am Grundstück das Objekt als „Open Home“ ausweist! Andere schauen, vor allem samstags oder sonntags, auch nur aus Neugier herein, die wenigsten Besucher sind ernsthafte Kaufinteressenten. Denn auf dem Immobilienmarkt sind in den vergangenen Jahren die Preise derart explodiert, dass viele sich kein Eigenheim mehr leisten können. In Relation zum Einkommen sollen die Häuser in Auckland, so eine Untersuchung, teurer als in New York sein. Bisher haben Generationen von Kiwis vertrauensvoll auf das eigene Haus gebaut, vor allem als Altersversorgung. Junge Leute in größeren Städten haben jetzt das Nachsehen, zumal es überall an bezahlbarem Mietraum mangelt.

Politik

Die meisten Kiwis sind längst nicht mehr königstreu, doch die wenigsten geben es zu. Also bleibt der Staat bis auf Weiteres Mitglied des Commonwealth mit der englischen Königin als Oberhaupt.

Damit kein Zweifel aufkommt: Neuseeland regiert sich als souveräner, also unabhängiger Staat ganz allein. Mit der vorletzten Parlamentswahl musste die damalige Premierministerin Helen Clark (Labour Party) nach neun Jahren die Regierungsgeschäfte an den konservativen John Key (National Party) abgeben. Key bildete eine Mitte-Rechts-Regierung unter anderem mit den Stimmen der Maori-Partei und wurde im November 2011 sehr erfolgreich wiedergewählt. Zur Wahl treten jedes Mal mehr als ein Dutzend Parteien an. Wenn ganz wichtige Entscheidungen für das Land anstehen, werden auch mal Volksabstimmungen abgehalten.

Umweltschutz

Ausgerechnet im Naturparadies Neuseeland sind Umweltsünden leider an der Tagesordnung: Zu viele offene Kaminfeuer und zu viele alte Autos verschmutzen die Luft, zu viele Vorgärten, Parks und Rasenflächen verschwenden in heißen Sommern die Wasserreserven. Und die meisten Häuser werden immer noch so gebaut, als sei Energieeinsparung durch Wärmedämmung purer Luxus. Alle wissen, dass es so nicht weiter geht. Doch bis auch der letzte Kiwi vom Umweltschutz überzeugt ist und seine Gartenabfälle nicht mehr im Freien verbrennt, wird noch Zeit ins Land gehen.

Zumindest gibt die Regierung mit einem umfassenden Katalog an Vorschriften und Sanktionen den richtigen Weg vor. Selbst Supermarktbetreiber haben inzwischen ein Einsehen und schaffen nach und nach die kostenlose Plastikeinkaufstüte ab. Immerhin, ein paar Pioniere gibt es auch downunder und die zählen explizit auf das Umweltbewusstsein der Neuseeland-Reisenden: „Eco-friendly places to eat, stay and explore in New Zealand“, also lauter Ökospots, listet www.organicexplorer.co.nz auf.

Bücher & Filme

Ein Engel an meiner Tafel

Autobiografischer Roman der 2004 verstorbenen Schriftstellerin Janet Frame, u. a. über ihre Zeit in einer geschlossenen Anstalt (nach einer Fehldiagnose), verfilmt von der neuseeländischen Regisseurin Jane Campion.

Das Piano

Der Film von 1993, ebenfalls unter der Regie von Jane Campion, erzählt mit eindrucksvollen Bildern eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte aus dem 19. Jh. im neuseeländischen Regenwald. Für ihre Darstellung der Hauptfigur Ada bekam US-Schauspielerin Holly Hunter 1994 den Oscar.

Unter dem Tagmond

Neuseeland-Lektüre zum Nachdenken, die von drei einsamen, entwurzelten Menschen handelt, die am Verlust traditioneller Bindungen zerbrochen sind. Mit Maoriblut in den Adern weiß Autorin Keri Hulme, worüber sie schreibt.

Mit Herz und Hand

In dem anrührenden Film von 2005 verkörpert kein geringerer als Anthony Hopkins den sturen Kiwi Burt Monroe, der davon träumt, mit seiner Indian einen Geschwindigkeitsrekord für Motorräder aufzustellen.

Whale Rider

Mit Maori-Mythologie durchwebte Sozialkritik hat diesen Film (2002) auch international zum Kinohit gemacht: Ein zwölfjähriges Maori-Mädchen lehnt sich gegen die uralte Tradition auf, als sie eine Führungsrolle in ihrem Stamm anstrebt.

Das Gartenfest und andere Erzählungen

Dieser Kurzgeschichtenband der Neuseeländerin Katherine Mansfield gehört zu den Klassikern des 20. Jahrhunderts. Eine gehörige Portion Sarkasmus würzt die Anekdoten der in Wellington geborenen und mit nur 34 Jahren in Frankreich gestorbenen Schriftstellerin.

Fakten

Einwohner
4.942.500
Fläche
268.021 km²
Sprache
Englisch
Währung
Neuseeland-Dollar
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Demokratie
Hauptstadt
Wellington
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
05:19 Uhr
Zeitverschiebung
10 h (zu MESZ)
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