Ägypten

Überblick

Willkommen in Ägypten

Ägypten gilt als die Wiege der Zivilisation und so findet man in dem nordafrikanischen Land spannende Zeugnisse seiner abwechslungsreichen Geschichte. Das Land liegt zum größten Teil auf dem afrikanischen Kontinent, mit der Sinai-Halbinsel umfasst es jedoch auch Teile Asiens. Hauptstadt ist die Metropole Kairo, die als wichtigste Stadt der arabischen Welt gilt. Erleben bei Ihrem Urlaub bunte Märkte, besichtigen Sie die weltbekannten Pyramiden von Gizeh, tauchen Sie an artenreichen Korallenriffen am Roten Meer oder unternehmen Sie eine Kreuzfahrt auf dem Nil, Ägypten bietet unzählige kulturelle und landschaftliche Sehenswürdigkeiten.

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Anreise

2d 3h 47min
3h 15min
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Ägypten
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Auftakt

Entdecke Ägypten!

Es sind nicht gerade wenige Superlative, mit denen das Land am Nil aufwarten kann. Ägypten gilt als die Wiege der Zivilisation und als der älteste Verwaltungsapparat der Menschheit. Hier wurde die Steinbauarchitektur erfunden, deren früheste Zeugin, die Stufenpyramide von Saqqara, man noch heute bewundern kann, hier entdeckten Archäologen die ältesten Schriftstücke der Menschheitsgeschichte und hier kann man das letzte erhaltene Weltwunder der Antike sehen: die Pyramiden von Gizeh.

Ein Superlativ aber wird selten beachtet: Ägypten ist gleichzeitig das älteste Reiseziel der Welt. Tempel und Pharaonengräber, die mit klingenden Namen wie Ramses, Tut-ench-Amun, Nofretete oder Echnaton in Verbindung gebracht werden können, dazu prächtige Moscheen und die Kirchen einer der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt, üppige Gärten am Nil und Wallfahrtsorte im ganzen Land locken seit Jahrtausenden Wissenschaftler und Pilger, Abenteurer oder einfach nur Neugierige hierher. So ist es nur folgerichtig, dass Ägypten auch die Geburtsstätte des modernen Tourismus ist. Thomas Cook, ein praktisch veranlagter britischer Pedant, sah, dass alle wichtigen Sehenswürdigkeiten des Landes in Reichweite des Nilufers liegen, und erfand 1869 die Nilkreuzfahrt, die deren Besichtigung ohne große Strapazen ermöglichte. Und damit seine Gäste in der exotischen Fremde immer wussten, woran sie waren, beglückte er sie mit der Pauschalreise. Unterkunft, Verpflegung, Tourguide – alles war im Reisepreis enthalten, außer alkoholischen Getränken.

Heutige Touristen haben vor allem ein Problem: Wo sollen sie zuerst hinfahren? Im Süden locken die magische Kultur der Pharaonen und die idyllische Nillandschaft, im Osten bietet das Rote Meer Traumstrände, glasklares Wasser und eine artenreiche Unterwasserwelt, die zu den beeindruckendsten der Erde gehört. Für Kairo allein bräuchte man Wochen, um alle pharaonischen, römischen, koptischen, fatimidischen und mamlukischen Kunst- und Baudenkmäler zu erkunden, und mindestens Monate, um zu begreifen, wie dieser aberwitzige Schmelztiegel aus Tradition und Moderne wirklich funktioniert. Aber dann gibt es ja noch Alexandria, die „alte Dame“ am Mittelmeer, in die Nostalgiker aus aller Welt hoffnungslos verliebt sind; außerdem die Oasen in der Westlichen Wüste, den biblischen Sinai, den Sinai der Beduinen, den Sinai der Beachurlauber aus Europa und den der Hippies und Aussteiger auf Zeit an den Stränden von Dahab und Tarabin.

Das gesamte Land wirkt, als hätten es die Planer in den großen Reisebüros auf der Suche nach perfekten Kombinationsmöglichkeiten erfunden: Sport und Bildung, Tauchen und Bergwanderungen, extreme Naturerlebnisse und das Großstadtabenteuer im Moloch Kairo. Ägypten reizt Hobbyarchäologen und Bibelkreise, Esoteriker, Völkerkundler und Teenager, die die Unterwasserwelt des Roten Meers erkunden oder Paragliding ausprobieren wollen. Dann ist es geradezu das Beste, auf einer Individualreise Ägypten zu entdecken.

Der Nil ist die Lebensader des Landes. Seit Jahrtausenden beschert er den Ägyptern einen Lebensrhythmus, der ihre Mentalität geprägt hat. Einmal im Jahr überschwemmte die Nilflut das Ackerland und ließ fruchtbaren Schlamm zurück. Die Fellachen bestellten das Feld, brachten die Ernte ein, und mit der nächsten Flut begann der Kreislauf erneut – jahraus, jahrein. Kein Alltagsproblem konnte so bedeutend sein, kein Streit, keine Sorge, kein Unglück so groß, dass die Ägypter daran zweifelten, von der Vorsehung reich beschenkt zu werden.

Das erklärt teilweise Eigenschaften der Ägypter, über die viele Reisende immer wieder erstaunt sind: ihre unendliche Gelassenheit, ihren Humor und ihre ansteckende Freundlichkeit. Es gibt nur wenige Dinge, die sie aus der Ruhe bringen können. Problemen und ihrem eigenen schlechten Gewissen begegnen sie mit einer Formel, die oft schon in Büchern beschrieben wurde. Sie lautet: IBM. Das I steht für „Insha'Allah“ und bedeutet „so Gott will“. Es ist die übliche Antwort selbst auf die Frage, ob die U-Bahn, an der Helwan steht und die in Richtung Helwan vor Ihnen einfährt, auch wirklich nach Helwan geht. Das B steht für „bukra“, was „morgen“ heißt, aber meistens meint: „Was ich heute kann besorgen, kann ich morgen immer noch verschieben, irgendwann wird es schon werden.“ Das M ist das Kürzel für „malesh“ – „tut mir leid, macht doch nichts, ist nicht so schlimm“.

Diese Gelassenheit hilft den Menschen, Lebensverhältnisse zu ertragen, die viele Mitteleuropäer längst in die Verzweiflung getrieben hätten. Fast jeder zweite Ägypter muss mit weniger als 1,30 Euro pro Tag auskommen, aber selbst in Armenvierteln kostet ein Liter Milch fast einen halben Euro. Die Analphabetenrate beträgt knapp 30 Prozent. Mindestens zwei Drittel aller Menschen in Kairo leben in zumeist ärmlichen Vierteln, die ohne behördliche Genehmigung errichtet wurden, in den sogenannten Ashwa'iyyas.

Viele Menschen haben zwei Jobs, arbeiten 12 bis 15 Stunden täglich und ernähren die gesamte Großfamilie. Nachdem das Mubarak-Regime die Parlamentswahlen Ende 2010 dreister gefälscht hatte als jemals zuvor und Korruption, Polizeigewalt sowie Folter nie dagewesene Ausmaße angenommen hatten, war es mit dem Gleichmut jedoch vorbei. Millionen Menschen überwanden Angst und Resignation. Inspiriert vom Sturz Ben Alis in Tunesien, gingen Jung und Alt, Muslime und Christen gemeinsam für einen Regimewechsel auf die Straße und stürzten im Februar 2011 ihren verhassten Präsidenten. Auch sein durch freie Wahlen legitimierter Nachfolger Mohamed Mursi von den Muslimbrüdern konnte sich aufgrund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage und seines autoritären Regierungsstils nicht lange im Amt halten und wurde im Juli 2013 durch einen Militärputsch gestürzt. Wie es weitergeht, bleibt gespannt abzuwarten.

Ägypten befindet sich politisch und gesellschaftlich in einem grundlegenden Umbruch, und Kairo war seit 2012 immer wieder Schauplatz politischer Debatten, Demonstrationen und auch Ausschreitungen. Proteste sind bisher jedoch stark lokal beschränkt und richten sich kaum gegen Ausländer. Denn generell sehnen sich die Ägypter nach stabilen Verhältnissen. Sie sind oft temperamentvoll, aber selten radikal. Sie neigen zu extremen Emotionen, sei es Freude oder Trauer, sind aber alles andere als Extremisten. In den letzten Jahren hat die Religion bei Muslimen wie bei Christen an Bedeutung gewonnen, aber die Mehrheit der Menschen verabscheut religiöse Fanatiker.

Herzlichkeit ist für die meisten Ägypter so normal wie der Gebetsruf, der fünfmal am Tag laut von den Minaretten der Moscheen erschallt. Sollte eines von beidem auf einmal fehlen, dann wäre die Welt nicht mehr in Ordnung. Wenn Sie sich zu Hause also Ihr Reiseprogramm zusammenstellen, darf eine Attraktion des Landes unter gar keinen Umständen fehlen: die Menschen. Viele Ägypter sprechen gutes Englisch, einige von ihnen sogar Deutsch. Sie treffen sie in den typischen Kaffeehäusern, in den wuseligen Basarvierteln, wenn Sie sich verlaufen haben und nach dem Weg fragen, oder in den Beduinensiedlungen des Sinai. Und eines steht schon jetzt fest: Nach der Rückkehr von Ihrer Reise werden Sie die Heiterkeit der Einheimischen mit Sicherheit vermissen.

Praktische Hinweise

Anreise

Direktflüge mit Egypt Airwww.egyptair.com kosten ab 350, mit Lufthansa, Austrian, Swiss, Turkish Airlines ab 250 Euro. Andere Linien bieten günstige Flüge nach Hurghada, Sharm El-Sheikh, Marsa Alam, Kairo und Luxor an. Günstige Tickets finden
Sie selten bei den Airlines selbst, sondern eher über Suchportale wie www.swoodoo.com oder www.check24.de.

Auskunft

Die offizielle Website des ägyptischen Tourismusministeriums, www.egypt.travel, bietet viele Informationen rund um das Land.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Kairo02 27282000www.kairo.diplo.de

Österreichische Botschaft

El-Riad TowerKairo02 35702975www.austriaegypt.org

Botschaft der Schweiz

Kairo02 25758133

Ägyptisches Konsulat Berlin

030 47901880

Ägyptisches Konsulat Wien

01 370810862

Ägyptisches Konsulat Bern

031 3528012

Einreise

Ihr Reisepass muss am Einreisetag noch mindestens sechs Monate gültig sein (in Ausnahmefällen ist die Einreise mit Personalausweis und extra Lichtbild möglich). Das Visum erhalten Sie bei den ägyptischen Konsulaten im Heimatland oder direkt am Flughafen in Ägypten bzw. am Grenzübergang. Im Flugzeugwerden weiße Karten verteilt, die Sie ausfüllen und später bei der Passkontrolle vorlegen müssen. Die Visamarken
(ca. 25 Euro) gibt es an den Geldwechselschaltern vor der Passkontrolle. Dieses Touristenvisum ist vier Wochen lang für die einmalige Einreise gültig. Wer von einem Israel- oder Jordanienausflug wieder nach Ägypten zurückreisen will, benötigt ein Reentry-Visum.

Fotografieren

Außer militärischen Anlagen sowie Häfen, Brücken, Bahnhöfen und Flugplätzen dürfen Sie alles fotografieren. In Museen und Pharaonengräbern ist meistens die Benutzung von Blitzlicht und Stativ untersagt. In großen Museen müssen Sie Ihre Kamera sogar am Eingang hinterlegen. Dort ist fotografieren gleich ganz verboten.

Frauen

Touristinnen werden oft von ägyptischen Männern angesprochen und umworben, besonders in den Urlaubsorten. Das kann lästig sein, gefährlich ist es in der Regel nicht. Vermeiden Sie alles, was Ihrem Gegenüber Hoffnung machen könnte: Tragen Sie einen Ehering, notfalls einen geborgten. Erzählen Sie einfach von Ihrem Ehemann und von Ihren Kindern. Meiden Sie wegen der allgegenwärtigen
Grapscher überfüllte Busse. Vermeiden Sie Kleidung, die zu sehr den Körper betont, sowie kurze Röcke und schulterfreie Shirts. Kurzärmelig ist okay. Werden Sie in aufdringlicheren Situationen
so laut, dass alle Umstehenden Sie hören können. Man wird Ihnen schnell helfen. Menschenansammlungen wie z. B. Demonstrationen sollten Frauen aber unbedingt meiden, denn es ist dabei in den letzten Jahren zu drastischen Übergriffen gekommen.

Gesundheit

Spezielle Schutzimpfungen sind nicht vorgeschrieben. Es ist ratsam, gegen Tetanus und Kinderlähmung geimpft zu sein. Malariaprophylaxe ist von Juli bis November für das Delta und die Oasen empfehlenswert. In ländlichen Gebieten besteht das Risiko, sich mit Hepatitis A anzustecken. In stehenden Gewässern und im Nil sollten Sie nicht baden: Bilharziose-Gefahr! Essen Sie nur geschältes oder gründlich gewaschenes Obst und Gemüse! Das Leitungswasser ist gechlort, zum Trinken sollten Sie lieber Mineralwasser nehmen. Die medizinische Versorgung in den Touristenorten und in Kairo ist gut. Sollten Sie in der Wüste unterwegs sein, empfiehlt es sich, Desinfektions- und Schmerzmittel mitzunehmen. Fast alle Medikamente sind erhältlich. Behandlungskosten müssen vorher bezahlt werden. Schließen Sie eine Reisekrankenversicherung ab!

Internet

Eine Stunde Surfen in einem der zahlreichen Internetcafés kostet 2 £E aufwärts. Sollten Sie mit dem eigenen Laptop reisen:Viele Hotels, Cafés und Restaurants bieten ihren Gästen kostenlosen WLAN-Zugang, Hotels dies oft nur in der Lobby, kostenpflichtig aber in den Zimmern und anderen Bereichen. In den Filialen der Mobilfunkanbieter Vodafone, Mobinil und Etisalat sind billige Prepaid-Karten und Daten-Sticks für das mobile Internet
erhältlich.

Kleidung

Leichte, luftige Kleidung eignet sich am besten. Für den Winter sollten Sie jedoch unbedingt einen Pullover und eine warme Jacke dabeihaben. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert. Shorts gelten auch bei Männern als lächerlich. Generell gilt: Je weiter Sie sich von den Urlaubszentren entfernen, desto besser ist es, auf das Tragen knapper Badebekleidung zu verzichten. In den heißen Quellen der Oasen sollten Frauen mit Rücksicht auf die Oasenbewohner gut bedeckt baden.

Mietwagen

Internationale Autovermietungen wie Hertz, Avis und Budget besitzen Niederlassungen in den großen Städten und in den Badeorten, meistens in besseren Hotels und an den Flughäfen. Daneben gibt es eine Reihe nationaler Anbieter. Ein Kleinwagen kostet pro Tag ca. 50 Euro, pro Woche etwa 350 Euro. Buchen Sie Vollkasko ohne Selbstbehalt.

Minen

In den Wüsten sowie an den Küsten des Roten Meers liegen immer noch Minen aus den Kriegen. Verlassen Sie die Wege nie oder nur unter ortskundiger Begleitung, nehmen Sie Warnschilder ernst, übertreten Sie keine Absperrungen und baden Sie im Meer nur an Stränden, an denen das Baden üblich ist.

Notruf

Polizei: 122Feuerwehr: 180Notarzt: 123

Öffentliche Verkehrsmittel

Alle Regionen sind gut zu erreichen. Die beste Zugverbindung besteht zwischen Kairo und Alexandria. Auf der Fahrt von Kairo nach Luxor  sowie Assuan bieten sich die Erste-Klasse-Wagen und Schlafwagenzüge an (ab etwa 300 £E www.wataniasleepingtrains.com). Tickets einen
Tag im Voraus kaufen; Ermäßigung gibt es mit einem internationalen Studentenausweis. Die meisten Busse ab Kairo starten am Turgoman-Busbahnhof, Reisebusse nach Sinai fahren vom Sinai-Terminal in Abassiyya. Eine Alternative zu Bus und Bahn sind Sammeltaxis.

Öffnungszeiten

Einkaufen können Sie ab morgens gegen 10 Uhr bis etwa 21 Uhr am Abend, freitags ab etwa 14 Uhr. In den Einkaufsstraßen der Städte und an den Promenaden der Badeorte wird nicht selten bis 23 Uhr verkauft. Oft legen die Händler in den Basaren am Nachmittag eine Siesta ein. Die Kairoer Shoppingmalls sind bis 23 Uhr geöffnet, Supermärkte wie zum Beispiel die der Metrokette rund um die Uhr. Einige Geschäfte, etwa im Khan Al-Khalili, haben am Sonntag zu. Wenn Sie zum Arzt müssen und einen Termin z. B. um 11 Uhr bekommen, dann müssen Sie fragen, ob vormittags oder abends gemeint ist! Apotheken haben bis spätnachts geöffnet, Banken schließen freitags und samstags, Behörden nur freitags. Im Fastenmonat Ramadan gelten Sonderöffnungszeiten.

Post

Postämter sind täglich außer freitags (8–15 Uhr) geöffnet. Briefe kommen nach fünf bis sieben Tagen an. Stecken Sie Ihre Post nur in die Briefkästen an den Postämtern oder geben Sie sie an der Hotelrezeption ab!

Preise & Währung

Das ägyptische Pfund (£E oder EGP) unterteilt sich in 100 Piaster (PT). Bessere Hotels müssen in harter Währung (Euro, US$, Kreditkarte) oder in £E, dann aber mit Umtauschbeleg bezahlt werden. Banken und Wechselstuben tauschen die gängigen Devisen sowie Travellerschecks ein. An Automaten erhält man Bargeld mit Kredit- oder Maestrokarte plus PIN. Karten werden auch in vielen Restaurants,
Hotels und Geschäften akzeptiert. In die Oasen müssen Sie Bargeld mitnehmen, denn dort gibt es wenige Möglichkeiten, etwas abzuheben. Bewahren Sie alle Umtauschbelege auf. Damit ist ein Geldrücktausch möglich, es dürfen max. 5000 £E  ein- bzw. ausgeführt werden.

Reisezeit

Die beste Reisezeit liegt zwischen Oktober und April. In den übrigen Monaten herrscht besonders in Oberägypten eine drückende Mittagshitze mit nicht selten über 40 Grad.

Sicherheit

Es ist unerlässlich, dass Sie sich vor Ihrem Urlaub gut informieren, ob es eventuell Einschränkungen bei Reisen durchs Land gibt bzw. ob Sie irgendwelche Sicherheitsvorkehrungen treffen sollten. In Oberägypten zwischen Luxor und Assuan, am Roten Meer sowie im Südsinai (Sharm El-Sheikh, Dahab, Nuweiba) schien die Lage zuletzt stabil zu sein, anders die Situation im Nordsinai, der touristisch wenig relevanten Mittelmeerregion um Al Arish. Aktuelle Informationen zum Thema finden Sie unter www.auswaertiges-amt.de.

Auf Märkten und im Gewühl der Touristenbasare gilt: Vorsicht vor Taschendieben! In sehr seltenen Fällen wurden Ausländer in den letzten Jahren in Großstädten wie Kairo und Alexandria auf der Straße überfallen und ausgeraubt.

Strom

Die Netzspannung beträgt 220 Volt. Adapter sind häufig nötig.

Taxi

Fast alle Taxis besitzen Taxameter, aber häufig werden sie nicht eingeschaltet. Der Fahrpreis ist somit oft Verhandlungssache. Eine Fahrt im Stadtinnern von Kairo kostet zwischen 5 und 20 £E (ca. 0,5–2 Euro), bis zu den Pyramiden etwa 70 £E
(gut 7 Euro). Taxis, die vor den großen Hotels warten, verlangen ein Vielfaches des Üblichen. Wenn Sie sich vorher nach dem Preis erkundigen, z. B. an der Rezeption, können Sie am Ende nach dem Aussteigen das Geld abgezählt durchs Beifahrerfenster reichen. So ersparen Sie sich Diskussionen. In Kairo sind auch weiße, klimatisierte Taxis unterwegs, die nach Taxameter abrechnen und nicht teurer sind als die anderen. Prima funktioniert die Taxi-App Careem.

Telefon & Handy

Gespräche nach Europa sind teuer, kosten ab 9 £E (ca. 1 Euro) pro Minute. Wenn Sie vom Hotel oder von Ihrem eigenen Handy aus anrufen, vervielfacht sich der Preis. Die Vorwahl für Ägypten ist 0020, für Deutschland 0049, für Österreich 0043, für die Schweiz 0041. Die Mobiltelefone europäischer Netze funktionieren. Mit einer ägyptischen Prepaidkarte entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe, Anrufe nach Europa sind sehr billig. Hohe Kosten verursacht die Mailbox über Roaming; schalten Sie sie besser ab.

Trinkgeld

In Restaurants und Cafés sind etwa fünf bis zehn Prozent der Rechnungssumme üblich. Gepäckträger bekommen etwa 10-15  £E, Zimmermädchen/Room Boys 10 £E pro Tag.

Zeit

In Ägypten gilt die osteuropäische Zeit (MEZ + 1 Stunde). Die Sommerzeit wurde abgeschafft. Der Zeitunterschied hebt sich somit während der deutschen Sommerzeit auf.

Zoll

Dinge des persönlichen Bedarfs inkl. 1 l Parfum, bis zu 200 Zigaretten oder 250 g Tabak und 1 l Spirituosen oder 2 l Alkohol mit max. 22 Vol.-% oder 4 l Schaumwein sind bei Einreise zollfrei. Bis zwei Tage nach Einreise dürfen im Duty Free weitere 3 l Spirituosen gekauft werden. Es ist strikt untersagt, Antiquitäten sowie Tiere und Pflanzen, die unter Natur- und Artenschutz stehen, auszuführen. Bei Wiedereinreise in die EU sind z.B. 200 Zigaretten, 2 l Wein, 1 l Spirituosen und sonstige Waren im Wert von bis zu 430 Euro zollfrei. Für die Schweiz gelten andere Freigrenzen.

Was kostet wie viel?

Bier

ab 2 Euro für eine Flasche (0,3 l)

Tee

ab 15 Cent für ein Glas

Eintritt

etwa 6,50 Euro für die Pyramiden von Gizeh (ohne Cheops)

Imbiss

ab 30 Cent für ein Falafel-Sandwich

U-Bahn

25 Cent für eine Fahrt in Kairo

Souvenir

ab 15 Euro für eine komplette Wasserpfeife

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahrstag

25. Januar

Tag der Revolution

25. April

Befreiung des Sinai

1. Mai

Tag der Arbeit

18. Juni

Jahrestag des Abzugs der britischen Truppen

23. Juli

Jahrestag der Revolution von 1952

6. Oktober

Jahrestag der Überquerung des Suezkanals im Oktoberkrieg

Religiöse Feste
7. Januar

Koptische Weihnachten

Mitte Januar 2017

Moulid Sayyidna Hussein: Festumzug und mehrtägige Festivalstimmung vor der Hussein-Moschee in Kairo mit mehreren Hunderttausend Besuchern, die aus ganz Ägypten anreisen und teilweise auf dem Vorplatz kampieren

März/April

Koptisches Osterfest

1. Montag nach dem koptischen Osterfest

Sham Al-Nessim: Frühlingsfest, das übersetzt in etwa „Duft der Frühlingsbrise“ bedeutet

25. Juni 2017, 15 Juni 2018

Eid Al-Fitr: Fest zum Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan; an insgesamt drei Tagen müssen die Ägypter nicht arbeiten.

Anfang Juni 2017, Mitte Mai 2018 (immer zwei Wochen vor Beginn des Ramadan)

Moulid Abu Al-Haggag: Festumzug in Luxor mit jahrtausendealter pharaonischer Tradition

1. September 2017, 22. August 2018

Eid Al-Adha: Opferfest, bei dem die Ägypter vier, selten fünf Tage frei haben

1. Dezember 2017, 20. November 2018

Moulid Al-Nabi: Geburtstag des Propheten Mohammed

Feste & Veranstaltungen
Januar

Die Buchmesse Kairo, die zweitgrößte der Welt nach der Frankfurter Buchmesse, lockt jedes Jahr Hunderttausende Ägypter auf das Messegelände.

Juli

Den gesamten Monat über findet der Konzertsommer auf der Zitadelle in Kairo statt – genießen Sie klassische Musik unter freiem Himmel.

September

Internationales Festival des experimentellen Theaters: Theatergruppen aus aller Herren Länder zeigen in Kairo ihr Können.

Oktober

Characters of Egypt – Vertreter traditioneller Volksgruppen aus ganz Ägypten reisen an und präsentieren im Wadi El Gemal mehrere Tage lang ihre Speisen und Getränke, Tänze, Trachten sowie Riten und Gebräuche. www.charactersofegypt.com

November/Dezember

Internationales Filmfestival Kairo: Rund zwei Wochen lang werden im Rahmen dieser Veranstaltung internationale Filme mit unterschiedlichen Schwerpunkten gezeigt und Preise in verschiedenen Kategorien vergeben.

Im Trend

Retro
Musik & Mode

Der Retrotrend hat das Land gepackt. Produktwerbung aus längst vergangenen Zeiten prangt auf T-Shirts von Lara Baladi www.ur-athome.com. Zu kaufen sind die Stücke mit „Aroussa Tee“-Druck oder „Bimbo Biskuit“-Logo in der Oum El Dounia GallerySharia Talaat Harb3Kairo. Den dazu passenden Soundtrack liefern die Elektro-Remixes von Musiklegende Umm Kulthum. Fündig werden Sie in den Musikshops in Kairos Sharia Shawarby. Dank der Auswahl fühlen sich Vinylfans hier wie im siebten Himmel!

Mehr als Kaffee
Extra

Leseratten kommen in Karem Youssefs Café Al Kotob KahnSharia El-Lasilky3 auf ihre Kosten. Die Regalbretter biegen sich schon unter der Auswahl. Im El BaladMohammed Mahmoud Street31Kairo kommen auch noch regelmäßige Kulturveranstaltungen wie Lesungen und Filmvorführungen hinzu. Im Ethos CoffeeshopRoad 20523 gibt es neben Kaffee auch viele regionale Brettspiele. Eine Partiegefällig?

Back to the roots
Kunst

Ägyptens Kreative vermischen Tradition und Gegenwart zu einem explosiven Mix. So wie Hazem El Mestikawy, der aus ikonenhaften Motiven moderne Werke zaubert. Gezeigt werden seine teils provokanten Arbeiten unter anderem im Espace Karim FrancisSharia El Sherifein1Kairo. Sabah Naim www.sabahnaim.com verfremdet dagegen zeitgenössische Fotos. Spannend! Ist das Interesse an zeitgenössischer Kunst geweckt, lohnt ein Besuch der Townhouse GallerySharia Nabrawy10 in Kairo.

Zu Hause in der Wüste
Beduinen

Tauchen Sie ab in die Kultur der Wüstennomaden: Schlafen Sie unter Palmwedeldächern direkt am Roten Meer, reiten Sie auf Kamelen und garen Sie Ihr Essen am Lagerfeuer. Die Beduinen des Landes teilen ihren Alltag mit den Besuchern. Empfehlenswert ist das komfortable El Milga Beduin Campwww.sheikmousa.com nahe dem Katharinenkloster, das auch andere Unterkünfte vermittelt. In Mahash auf der Sinaihalbinsel können Sie ins Auswandererleben reinschnuppern. Die Urlaubstage vergehen in den Palmwedel-und auf dicken Sitzkissen im Sand viel zu schnell www.sinaistars.com. Das Barracuda Campwww.barracudaredsea.webs.com liegt bei Nuweiba malerisch direkt am Meer.

Im Künstlerdorf
Tunis

Südlich von Kairo, gespeist vom Wasser des Nils, liegt das Oasenstädtchen Tunis. Hier ist nicht nur die Kunstszene ansässig, sondern wird auch der Trend zur Nachhaltigkeit gepflegt. So wird die Keramikwerkstatt Fayoum Pottery School von Evelyne Porret und Michel Pastore nach dem Fairtradeprinzip geführt. Die Keramikwaren können Sie auch bei Fair Trade EgyptSharia Yehia Ibrahim27www.fairtradeegypt.org in Kairo kaufen. Dort gibt es auch Abd El Sattars Werke. Er kombiniert traditionelle Techniken mit farbenfrohen Glasuren. In den Oasis Residential Creative Courses können Gäste Inspiration schöpfen, ihr kreatives Potenzial entdecken oder einfach nur entspannen. Kreativurlaube, zum Beispiel zum Schreiben, finden regelmäßig auch in der Zad al Mosafer Eco Lodgewww.oasisartists.blogspot.com statt.

Bloss nicht

Artenschutz missachten

Überall kann es passieren, dass Ihnen Händler Korallen, die aus Riffen herausgebrochen wurden, ausgestopfte Tiere oder Artikel aus Elfenbein anbieten, zum Teil auch in renommierten Kunstgewerbeläden – sogar in Kairo. Es ist streng verboten, Korallenriffe zu beschädigen, selbst das Sammeln von Muscheln und Schnecken ist zum Schutz der Unterwasserwelt untersagt. Der Kauf von ausgestopften Tieren und Elfenbein unterstützt zudem die Wilderer – unabhängig davon, ob die Aus- bzw. Einfuhr der Produkte verboten ist.

Fische ärgern

Reizen oder bedrängen Sie beim Schnorcheln oder Tauchen keine Fische, selbst wenn sie noch so anmutig und friedlich aussehen. An den Korallenriffen des Roten Meers leben einige äußerst giftige Arten. Unfälle sind zwar sehr selten, besser ist es jedoch, wenn Sie sich vor dem Schnorchel- oder Tauchgang in einem Tauchzentrum über mögliche Gefahren informieren!

Drogen andrehen lassen

Bango nennt man das Marihuana in Ägypten, abgeleitet vom arabischen Wort für betäuben, narkotisieren. Haschisch heißt – wie praktisch – Haschiesch, mit lang gezogenem „i“ und betont auf der zweiten Wortsilbe. Beide Drogen sind durchaus populär, aber dennoch streng verboten. Auf Missbrauch weicher wie harter Drogen stehen empfindliche Strafen, die zwar relativ selten, aber regelmäßig auch an Ausländer aus Westeuropa verhängt werden. Die Polizei führt regelmäßig Razzien durch.

Schleppern auf den Leim gehen

In allen Touristenzentren des Landes und in der Downtown von Kairo im Umfeld des Midan Talaat Harb kommt es vor, dass Sie von zumeist jungen Ägyptern auf der Straße angesprochen werden. Diese sprechen zufällig Deutsch, haben zufällig auch einmal früher ausgerechnet in Ihrem Wohnort Verwandte besucht bzw. dort studiert oder gearbeitet und möchten nun mit Ihnen diese Zufälle bei einem Gläschen Tee feiern – bei einem Onkel, der zufällig direkt um die Ecke einen Parfümshop oder einen Papyrusladen betreibt. Wenn Sie nicht mit völlig überteuerten Souvenirs wieder herauskommen wollen, die Sie am Ende aus lauter Höflichkeit gekauft haben, dann weisen Sie die Schlepper nett ab! Kaufen Sie auch nichts vor Gräbern und Tempeln; die Eingänge werden regelrecht belagert von Händlern mit Kitsch und Ramsch.

Sich in der Wildnis überschätzen

Unternehmen Sie Wanderungen und Touren nie allein ohne ortskundigen Führer. Schnell verlaufen Sie sich, denn Dünen und Felsen sehen sich oft zum Verwechseln ähnlich! Wenn Sie in der Wildnis keine Trinkwasservorräte mit sich führen, kann das verheerende Folgen haben.

Stichworte

Bakschisch

Eine der fünf Grundpflichten jedes Muslims ist die Armensteuer Zakat, eine Art institutionalisierte Almosengabe. Sadaqa heißt die Gabe außer der Reihe – viele Ägypter geben Verwandten, in Not geratenen Nachbarn oder Arbeitskollegen regelmäßig von ihrer kargen Habe etwas ab. Das Wort, das Touristen jedoch am häufigsten hören, lautet Bakschisch (mit langem i in der betonten letzten Silbe). Bettler raunen es ihnen am Straßenrand zu, Kinder rufen es Fremden hinterher, denn wer als Tourist nach Ägypten kommt, ist vergleichsweise reich. Für viele Ägypter ist es Ehrensache, Bettlern ein paar Piaster oder mehr zu geben – außer bettelnden Kindern. Wenn Kellner, Zimmermädchen, die Toilettenfrau oder der Tankwart Bakschisch bekommen, dann entspricht das unserem Trinkgeld. Mit einem Unterschied: Es ist das Geld, mit dem sie ihre Familien ernähren. Die Löhne reichen dazu nicht aus. Nicht zuletzt deshalb lautete eine der Losungen während der Revolution: „'Aish Horriyya ‚Adala igtima'iyya“ („Brot, Freiheit, soziale Gerechtigkeit“).

Bauchtanz

Kaum eine Hochzeit oder ein Clubabend ohne ihn: Selbst Kinder beherrschen schon das Kreisen der Hüften zu Musik. Trotzdem hegen die Ägypter eine Hassliebe zum Raqs sharki, wie der Bauchtanz auf Arabisch heißt. Sie finden ihn unsittlich, da er gegen den religiösen Anstand verstößt, aber sie bewundern und verehren seine Superstars. Dabei gehört er zur Lebensfreude der Menschen, und das seit Tausenden von Jahren, wie altägyptische Reliefs zeigen. Durch die Musikfilme der 1940er-Jahre agieren die Tänzerinnen nicht mehr nur in Clubs, aber ihr Ruf besserte sich dadurch nicht. Heute werden die besten Shows in den Kairoer Luxushotels gezeigt.

Bildung

Die Ägypter sind bekannt für ihren Gleichmut, aber einmal im Jahr hört man ein ganzes Land klagen und stöhnen. Vor den großen Sommerferien wird das dem deutschen Abitur vergleichbare Thanawiyya aama abgelegt, Schüler und Eltern stehen am Rand des Nervenzusammenbruchs. In den staatlichen und vielen privaten Schulen wird weder kritisches Denken noch das Lösen von Problemen gelehrt, sondern auswendig gelernt. Die Lehrer bessern ihr Monatsgehalt von etwa 50 Euro mit Privatstunden auf, für die Ägyptens Eltern Hunderte Millionen Pfund pro Jahr ausgeben. Vor allem während dieses Nachhilfeunterrichts erwerben die Schüler das nötige Prüfungswissen. Wochenlanges stoisches Memorieren ist die Folge, jeder Satz muss in der Prüfung sitzen. Die Abiturnote entscheidet über den Studienplatz, kreativ sein schadet da eher. Die Entmachtung Mubaraks im Februar 2011 hat daran bislang wenig geändert.

Gastfreundschaft

Sobald ein Gast das Haus oder das Zelt betritt, so lautet eine alte Beduinenregel, soll man ihn mindestens drei Tage lang wie ein Mitglied der Familie behandeln. Er muss beköstigt, beschützt und notfalls auch gekleidet werden. Auch heute noch ist die Gastfreundschaft der Ägypter nahezu legendär. Die Chance, dass Einheimische Sie zum Essen in ihr Haus oder ihre Wohnung einladen, ist gar nicht so gering. Bevor Sie jedoch eine solche Einladung annehmen, sollte sie mindestens dreimal ausgesprochen sein, und selbst dann kann es passieren, dass die Gastgeber Ihnen zuliebe mit einem opulenten Mahl die Haushaltskasse für Monate im Voraus schröpfen. Bringen Sie ein kleines Geschenk mit, Gebäck oder frisches Obst – und vor allem Hunger. Denn es gibt für die Gastgeber kein größeres Lob, als wenn Sie reichlich essen.

Götter

Diesseits und Jenseits waren für die alten Ägypter zwei Daseinsformen eines größeren Ganzen, getrennt nur durch ein Totengericht, das über die Aufnahme der Verstorbenen ins Jenseits befand. Diesem Gericht stand Osiris vor, Herr der Unterwelten und gleichzeitig Gott der Wiedergeburt. Isis, Muttergottheit sowie Gattin und Schwester des Osiris, hatte seinen von Seth ermordeten und zerstückelten Leichnam eingesammelt und zu neuem Leben erweckt. Isis gebar ihm auch einen Sohn, Horus, den Gott mit dem Falkenkopf, der als erster Pharao den Thron bestieg und somit alle folgenden Pharaonen direkt zu Osiris in Beziehung setzte und gottgleich machte.

Zu den zahlreichen Göttern der Pharaonenzeit gehörten Hathor, die Göttin der Fruchtbarkeit und der Liebe, oft in Kuhgestalt abgebildet, sowie der zum Gott erhobene Baumeister der Stufenpyramide von Saqqara, Imhotep, Schutzherr seiner Zunft sowie der der Ärzte, außerdem Amun, der thebanische Reichsgott und Schöpfer der Welt.

Hieroglyphen

Funde eines Teams des Deutschen Archäologischen Instituts, das seit 1988 in Abydos gräbt, legen die Annahme nahe, dass sich die Schrift der alten Ägypter tatsächlich ohne den Einfluss der Sumerer aus dem Zweistromland entwickelte. Die Zeichen, die das Team auf unzähligen Täfelchen und Scherben fand, sind eindeutig Vorläufer jener späteren Hieroglyphen, die Jean François Champollion anhand des dreisprachigen Steins von Rosetta 1822 übersetzte. Schrift wurde anfangs weder für heilige Texte noch für Geschichtsepen, sondern vor allem für Inventarlisten, Steuervermerke oder Namensetiketten verwendet. Sie ist Produkt eines beeindruckenden Verwaltungsapparats, den man ohne Übertreibung als die älteste Bürokratie der Welt bezeichnen kann.

Islam

Neun von zehn Ägyptern sind Muslime. Die Bedeutung der Religion im Alltag wird auf Schritt und Tritt deutlich. Fünfmal am Tag ertönt der Gebetsruf aus den Lautsprechern der Moscheen und Gebetsräume. Die Scharia, das islamische Recht, ist eine Quelle der Gesetzgebung, neben dem Bürgerrecht, das sich jedoch immer mehr an der Scharia orientiert. Eheschließungen und Bestattungen werden nach islamischem Ritus vollzogen. In kaum einem Restaurant gibt es Schweinefleisch, da Schweine als unrein gelten.

Jeder fromme Muslim erfüllt fünf Grundgebote: Er leistet ein Bekenntnis zu Gott (arabisch: Allah) und zum Propheten Mohammed, betet fünfmal am Tag, fastet im Monat Ramadan, leistet eine Armensteuer und pilgert einmal im Leben nach Mekka. Die heilige Schrift, der Koran, soll dem Propheten Mohammed vor über 1300 Jahren offenbart worden sein. Juden und Christen werden in ihm als Vorläufer, als „Leute des Buchs“, respektiert.

Kopten

Neun Prozent aller Ägypter sind Christen. Im 2. Jh. war das Nildelta bereits christianisiert. Die Kopten, Ägyptens orthodoxe Christen, stellen deshalb eine der ältesten christlichen Glaubensgemeinschaften der Welt dar. Das Verhältnis zur muslimischen Bevölkerungsmehrheit ist angespannt. Die Regierung beschwört die Einheit des ägyptischen Volkes, und viele Ägypter aller Glaubensrichtungen stimmen dem vorbehaltlos zu. Trotzdem kam es nach Mursis Wahlsieg zu bisweilen gewalttätigen Konflikten zwischen Muslimen und Kopten, die der Muslimbruderschaft mit viel Skepsis gegenüberstehen. Die Kopten sind ähnlich stark wie die muslimischen Ägypter an Traditionen orientiert, so gibt es über das ganze Jahr verteilt strenge Fastenperioden und zahlreiche Gottesdienste.

Moschee

Das islamische Gebetshaus, die Moschee, ist – anders als die christliche Kirche – keine sakrale Stätte, sondern vor allem ein praktischer, sauberer und vor allem stiller Ort zum Beten, ob einzeln oder in der Gruppe. Gleichzeitig dient die Moschee als Treffpunkt, zum Ausruhen und Meditieren sowie als Anlaufpunkt für viele Reisende. Wegen des islamischen Bilderverbots sind Moscheen vorwiegend mit kunstvollen Kalligrafien verziert. Außerhalb der Gebetszeiten können Sie fast alle Moscheen besichtigen, wenn Sie die Stille respektieren, keine aufreizende Kleidung tragen und Ihre Schuhe am Eingang ausziehen. Manchmal werden den Besucherinnen am Eingang Tücher gereicht, mit denen sie ihr Haar bedecken können.

Ramadan

Im muslimischen Fastenmonat ist alles anders. Einmal im Jahr für vier Wochen folgt das gesamte öffentliche und private Leben in Ägypten Regeln, die wenig mit denen der übrigen Zeit gemein haben. Zwischen Sonnenaufgang und -untergang verzichten nicht nur die besonders gläubigen Muslime auf Speisen, Getränke, Sex, Parfüm und Nikotin. Auch weniger fromme bleiben vom Ramadan nicht unberührt und versuchen, wenigstens für ein, zwei Wochen mitzufasten. Alle Geschäfte, Ämter und Firmen schließen drei Stunden vor Sonnenuntergang, und zum Zeitpunkt des Fastenbrechens, des Iftars, herrscht Totenstille auf den Straßen, selbst in Kairo: Alle sitzen daheim am Esstisch. Das Mahl fällt besonders festlich aus, man lädt sich gegenseitig ein und feiert. Die Zeit bis zum Suhur, dem letzten Mahl in der Nacht, verbringt man in den Kaffeehäusern oder in speziellen Festzelten bei Wasserpfeife, Tee und Kaffee. Die Straßen sind mit Laternen und Girlanden geschmückt. Der Ramadan endet mit dem dreitägigen Fest des Fastenbrechens, dem Eid Al-Fitr.

Revolution des 25. Januar

An diesem Tag begann 2011 ein Volksaufstand, der 18 Tage dauerte und mit dem Sturz Mubaraks endete. Insgesamt gingen landesweit viele Millionen Menschen auf die Straße. Ihre Proteste wurden mit brutaler Gewalt beantwortet. Mindestens 846 Demonstranten kamen nach Behördenangaben durch Sicherheitskräfte in Uniform und in Zivil ums Leben, vor allem in der ersten Woche. Schließlich übernahm das Militär die Macht, versprach den demokratischen Umbau des Landes und die Inhaftierung führender Regierungsmitglieder sowie des Präsidenten und seiner Söhne. Mehrere Dutzend bürgerliche, linke, liberale und islamistische Parteien wurden in den Monaten danach gegründet. Das Herz der Revolution war der Tahrir-Platz im Kairoer Zentrum. Hier werden seitdem Revolutionssouvenirs verkauft, zum Beispiel T-Shirts.

Shisha

Die markantesten Geräusche eines typisch ägyptischen Kaffeehauses sind das Scharren der kleinen Metalltischchen über den Boden, wenn diese immer wieder neu gruppiert werden, das Klappern der Backgammonsteine sowie das stetige Blubbern der Wasserpfeifen. Die Shisha erfreut sich trotz des hohen Schadstoffgehalts ihres Rauchs weiterhin großer Beliebtheit. Eine Stunde rauchen, so Dr. Fatima Al-Awa von der WHO, entspreche dem Konsum von 100 bis 200 Zigaretten. Seit vor einiger Zeit bekannt wurde, dass über das Mundstück Krankheiten übertragen werden können, verteilt man nun Einwegware aus Plastik. In einigen Cafés trennt man sogar die glühende Kohle mit Alufolie vom Tabak, sodass nur der reine Tabakrauch eingeatmet wird. Es gibt die verschiedensten Aromen wie Apfel, Pfirsich und traditionell Rosenblüte oder Minze.

Wirtschaft

Seit den 1990er-Jahren sahen Fachleute in Ägypten ein hoffnungsvolles Schwellenland. Trotz kurzzeitiger Einbrüche durch das Terrorattentat von New York 2001 und den Irakkrieg legte sein Wirtschaftswachstum in den Jahren vor dem Volksaufstand noch einmal zu, brach dann jedoch im Februar 2011 auf einmal komplett ein. Monatelang blieben die Touristen aus. Ausländische Investitionen lagen auf Eis. Zusammen mit den Suezkanal-Gebühren, den Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport und den Überweisungen ägyptischer Gastarbeiter in ihre Heimat zählt der Tourismus zu den Hauptdevisenbringern des Landes. Die Zukunft der ägyptischen Wirtschaft war bei Redaktionsschluss unklar. Unbestreitbar hat das Land viel Potenzial: Da wären Erdgas, Solarenergie, Tourismus. Zudem hofft man auf die Rückkehr ausländischer Investoren.

Bücher & Filme

Die Kairo-Trilogie

Das schönste Buch von Nagib Machfus, dem 2006 verstorbenen Literatur-Nobelpreisträger

Kleine Ägyptenkunde

Emma Brunner-Traut und Renate Jacobi liefern eine Einführung in die pharaonische Götterwelt

Die ägyptischen Pyramiden

Das Standardwerk vom Pyramidenexperten Rainer Stadelmann

Das Yacoubianische Haus

(Omaret Yacoubian, Ägypten 2006). Die regimekritische Verfilmung durch Marwan Hamed des gleichnamigen Bestsellerromans von Alaa Al Aswany lässt kein Tabu aus: Korruption, Ehebruch, islamistischer Extremismus, staatliche Repressionen. Ein Muss für jeden, der wissen will, was in Ägypten wirklich passiert!

Das Schicksal

(Al Massir, Ägypten/Frankreich 1998). Der Streifen von Starregisseur Youssef Chahine (Goldene Palme 1997 in Cannes für sein Lebenswerk) ist ein Plädoyer gegen islamischen Fundamentalismus. Die Filmmusik, unter anderem von Popstar Mohamed Mounir, der in dem Film eine Hauptrolle spielt, gelangte in die ägyptischen Charts

Fakten

Einwohner
94.798.827
Fläche
1.010.407 km²
Sprache
Arabisch
Währung
ägyptisches Pfund
Strom
220 V, 50 Hz
Regierungssystem
Republik
Hauptstadt
Kairo
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
02:25 Uhr
Zeitverschiebung
1 h (zu MEZ)
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