Portugal

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Willkommen in Portugal

Portugal begeistert, elektrisiert, versetzt in Erstaunen, schmeckt nach salziger Meeresluft, nach vinho verde und Portwein aus den weltberühmten Lagern von Porto. Auf einem Viertel der Fläche Deutschlands wechseln sich atemberaubende Strände und Klippen mit Gebirgen ab, pulsierende Städte mit abgeschiedenen Dörfern, Prachtpaläste mit zinnenbesetzten Bilderbuchburgen.

In den fruchtbaren Weiten fährt der Wind durch Korkeichen und Orangenbäumchen; das legendäre Kap São Vicente wird oft von heftigen Stürmen gepeitscht. Ansonsten steht man klimatisch jedoch auf der Sonnenseite des Lebens. Das gesamte Land öffnet sich wie ein riesengroßer Garten, in dem es grünt und blüht. Olivenbäume, Zistrosen und Pinien breiten sich aus, Klatschmohn und Ginster setzen Farbtupfer, Zitrusbäume schmücken vielerorts die Vorgärten. Und wer zu Jahresbeginn kommt, erlebt die herrliche Mandelblüte. Was man zu jeder Zeit und überall findet: freundliche, offenherzige und vor allem gelassene Menschen. Die südländische Lebensart ist spürbar. Hier lässt man sich noch Zeit.

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
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Dienstag / 20.10.2020
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Anreise

21h 19min
22h 42min
2h 40min
Frankfurt am Main
Portugal
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Entdecke Portugal

Portugal? Ach, das kleine Land am Ende Europas hat man doch in einer Woche gesehen ... Von wegen! Portugal hat schon so manchen Reisenden ziemlich überrascht. So viele verschiedene und phantastische Landschaften auf so kleinem Raum, so herzliche Menschen in so unterschiedlichen Regionen, so viele tolle und manchmal sogar noch erstaunlich einsame Strände, so gute Weine und so herzhaftes Essen – das hättest du vielleicht nicht erwartet. Kein Wunder, dass hier schon der ein oder andere Urlauber auf Dauer hängen geblieben ist.

Im Meeresrausch 

faszinierendsten für Mitteleuropäer ist wohl die Anziehungskraft des Ozeans. Schon der Anblick der Küste aus dem Flugzeug lässt das Herz höher schlagen – und wenn du dann feststellst, dass du sowohl von Lissabon als auch von Porto aus in einer halben Stunde am Meer bist, hast du dich wahrscheinlich schon verliebt. Dieser Atlantik, der Portugal nach Westen und Süden hin umarmt, die hellsandigen Strände, die von wilden Felsen umrahmten Buchten, die rauen Klippen – wer kann da widerstehen? Da verzeiht man dem Meer gern, dass es selbst im Sommer ganz schön frisch ist; und wer – wie inzwischen viele Portugiesen – das Surfen für sich entdeckt, wird auf Portugals Atlantikwellen sogar im Winter glücklich.

Weite Ebenen und grüne Hügel 

Du liebst ländliche Idylle, geschichtsträchtige Burgdörfer und ursprüngliche Berglandschaften? Dann ab ins Hinterland! Die endlosen Weiten des Alentejo, in denen zwischen all den Korkeichen und Olivenbäumen erstaunlich wenige, aber dafür besonders tiefenentspannte Menschen leben, kontrastieren mit den grünen Hügel- und Flusslandschaften im Norden und Zentrum des Landes. Egal wo – in den Dörfern wirst du freundlich begrüßt. Jede Abwechslung ist willkommen, häufig treffen sich auf den Dorfplätzen nur noch die Alten zum Plausch. Fernab der Küsten findest du das authentischste Portugal, die deftigsten (und günstigsten) Gerichte in rustikalen Landgasthäusern, die phantastischsten Unterkünfte in historischen Gemäuern, die schönsten Flussbadestellen und das höchste Gebirge. Allerdings auch so manches Drama, denn die Landflucht hat nicht nur Dörfer ausgedünnt, sondern auch für krasse Veränderungen in der Landnutzung gesorgt: Wo einst Hirten Schafe und Ziegen hüteten, stehen jetzt Eukalyptusbäume und Pinien in riesigen Plantagen. Wenn diese Monokulturen in den heißen und trockenen Sommern Feuer fangen, gibt es regelrechte Waldbrandkatastrophen – eindeutig eine der Schattenseiten des einsamen Hinterlands.

Mildes maritimes Klima

Wenn es nicht gerade in Strömen regnet (und das muss es im Winter auch mal, sonst wäre Portugal nicht so grün und hätten die Stauseen nicht genug Wasser), kannst du dein Frühstück fast ganzjährig auf der Terrasse einnehmen – vor allem natürlich an der milden Algarveküste. Oftmals ist es im Winter draußen sogar wärmer als in den zentralheizungsfreien Häusern, wie schon so mancher Auswanderer schmerzlich erfahren musste. Schnee fällt hingegen nur in den höheren Gebirgen und auch mit Frost musst du in Küstennähe niemals rechnen. Im Sommer hält man´s meistens ziemlich gut aus, in Meernähe weht häufig eine sanfte Brise, nur im Hinterland kann es dann brüllend heiß werden. Besonders schön sind die Frühlingsmonate, wenn es überall grünt und blüht und wenn im Juni die Jakarandabäume viele Städte in ein knalliges Lila tauchen. Hauptreisesaison ist natürlich der Sommer, dabei haben viele Ecken auch im Winter ihren Reiz: Die Städte Lissabon und Porto sind dank des Tourismusbooms inzwischen so gut besucht (fast ein bisschen zu gut), dass es sich wirklich lohnt, mal über einen Besuch in der milden und entspannten Nebensaison nachzudenken.

Fußball, Fado, Fátima

So schnell lassen sich die Portugiesen nicht aus der Ruhe bringen. Am ehesten noch, wenn Benfica Lissabon oder der FC Porto ein wichtiges Fußballspiel verloren hat. Die im 20. Jh. während der Salazar-Diktatur als Opium fürs Volk gehandelten „drei Fs“ – Fußball, Fado, Fátima – spielen im Alltag der Portugiesen noch immer eine wichtige Rolle: Jede Nachrichtensendung bringt als Erstes die wichtigsten Fußballnews, die melancholische Fadomusik spricht vielen Portugiesen aus der Seele und eine tiefe Religiosität zieht alljährlich unzählige Pilger nach Fátima und auf die Patronatsfeste rund um die Dorfkirchen. Trotz der stolzen Erinnerung an die einstige Bedeutung als Seefahrernation und der herrlich altmodischen Straßenbahnen ist das Land in der Zukunft angekommen: Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat die Portugiesen erfinderisch gemacht, das beweist schon die riesige Start-up-Szene, aber auch so manches spannende Tourismusprojekt. Lass dich überraschen vom kleinen Land am Ende Europas!

Praktische Hinweise

Anreise

Mit dem Auto reist man aus Nord-, Mittel- und Westdeutschland über Paris, Bordeaux, Vitoria, Burgos und Salamanca quer durch Europa bis zur portugiesischen Grenze bei Vilar Formosa. Ab Süddeutschland, Österreich und der Schweiz geht es über Lyon, Montpellier, Barcelona und Sevilla. Die Strecke Köln–Lissabon beträgt ca. 2200 km, von München nach Faro sind es ca. 2600 km. Hilfreich bei der Reiseplanung ist ein kostenloser Routenplaner aus dem Internet (z. B. www.viamichelin.de), mit dem sich die Mautgebühren berechnen lassen.

Als Anreisealternative kommen Busse und Bahnen weniger in Betracht. Die Fahrkarten sind oft teurer als Flugticktes, die Anreise zieht sich. Ein Europabus (www.touring.de) benötigt z. B. für die Strecke Hamburg–Lissabon 40 Stunden, die Bahn (www.bahn.de) im besten Fall 30.

Es gibt viele Flugverbindungen nach Lissabon, Faro und Porto. Prüfen Sie die für Ihren Reisetermin infrage kommenden Angebote der folgenden Fluglinien: Air Berlin (www.airberlin.com), Niki (www.flyniki.com; Verbindungen mitunter via Palma de Mallorca), Germanwings (www.germanwings.com), Tuifly (www.tuifly.com), Lufthansa (www.lufthansa.com), Ryanair (www.ryanair.com). Die Fluglinie TAP Portugal (www.flytap.com) ist wegen ihrer gelegentlich schlechten Serviceleistungen nur bedingt zu empfehlen. Gute Vergleichsmöglichkeiten geben Portale wie www.discountflieger.de und www.opodo.de.

Auskunft

Informationen vor der Reise werden über die Fremdenverkehrsämter gegeben:

DeutschlandZimmerstraße5610117030 2541060

ÖsterreichOpernring1101001 5854450

SchweizZeltweg15803204 32688768

www.turismodeportugal.pt und www.visitportugal.com

Vor Ort ist das jeweilige Informationsbüro als Posto de Turismo ausgewiesen. In der Regel erhält man dort einen Stadtplan und Informationen zu Sehenswürdigkeiten. Die Öffnungszeiten sind unterschiedlich, im Sommer meist täglich von 9.30 bis 19, im Winter bis 17 Uhr. Mitunter wird eine Mittagspause eingelegt, sonntags kann geschlossen sein.

Auto

Tempolimits: 50 km/h in Ortschaften, 90 km/h auf Landstraßen, 120 km/h auf Autobahnen. Die Alkoholgrenze liegt bei 0,5 Promille. Die Handynutzung am Steuer ohne Freisprechanlage wird mit hohen Bußgeldern geahndet. Privates Abschleppen ist in Portugal verboten – es muss immer ein Abschleppdienst beauftragt werden. In den Innenstädten sind viele Parkplätze gebührenpflichtig (achten Sie auf Parkscheinautomaten); Schilder weisen auf Anwohner- und reservierte Parkplätze hin. Die ständig aktualisierten Benzinpreise – mit Verweisen auf die landesweit preiswertesten und teuersten Tankstellen – können Sie im Internet auf der Website www.maisgasolina.com abrufen.

Zu einem komplizierten Fall ist die elektronische Maut geworden. Auf einigen Autobahnabschnitten gibt es keine Kassierhäuschen, sondern die Fahrzeuge werden beim Passieren der Mautportale am Anfang des jeweiligen Streckenabschnitts registriert. Bei der Auffahrt findet sich der Hinweis „Electronic toll only“. Für diese Strecken benötigt man eine Mautbox, die man an Autobahntankstellen bzw. Postämtern mieten oder kaufen kann (Kaution und Mindestaufladung erforderlich); fragen Sie bei Ihrem Leihwagenanbieter zur Sicherheit nach, ob und wie damit alles geregelt ist. Auf der Internetsite der portugiesischen Tourismusbehörde www.visitportugal.com finden sich unter dem Stichwort „Elektronische Maut“ detaillierte Hinweise.

Camping

Campingplätze (parques de campismo) sind weit verbreitet und meist gut ausgestattet. Manche Anlagen öffnen nur von April bis Oktober, andere ganzjährig. Meist werden auch Bungalows vermietet.

Diplomatische Vertretungen
Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

Campo dos Mártires da Pátria38218810210www.lissabon.diplo.de. Es gibt außerdem Honorarkonsulate in Faro und Porto.

Österreichische Botschaft

Avenida Infante Santo43213943900www.embaixadadaaustria.pt. Zusätzlich befinden sich Honorarkonsulate in Albufeira und Porto.

Schweizerische Botschaft

Travessa do Jardim17213944090www.eda.admin.ch/lisbon

Einreise

EU-Bürger und Schweizer benötigen einen Personalausweis oder Reisepass.

FKK

Das Oben-ohne-Sonnen und Baden ist überall verbreitet; die offziellen Nacktbadestrände sind als praia naturista ausgewiesen.

Fotografieren

In manchen Museen und Kirchen sind Aufnahmen strikt verboten, mitunter darf man aber ohne Blitz fotografieren. Die Preise für Fotomaterial (z. B. Speicherkarten, Batterien) sind ähnlich wie in Deutschland, Abzüge meist teurer. Denken Sie bei Bootstouren an einen Plastikschutz für Ihre Kamera.

Geld & Kreditkarten

Mit Bargeld versorgen Sie sich am besten an den flächendeckend vorhandenen Geldautomaten (multibanco). Die meisten Restaurants, Hotels und größeren Geschäfte akzeptieren allerdings auch die gängigen Kreditkarten.

Gesundheit

Apotheken (farmácias) sind am grünen Kreuz zu erkennen und meistens gut ausgestattet. Die medizinische Grundversorgung erfolgt nach Vorlage der Europäischen Krankenversicherungskarte EHIC. Wer auf Nummer sicher gehen will, schließt zusätzlich eine private Reisekrankenversicherung ab.

Internet

www.visitportugal.com: das offizielle Tourismusportal des Fremdenverkehrsamtes; www.portugallierforum.de: Hier trifft sich die Portugalcommunity, das ideale Forum zum Austausch; www.cp.pt: Homepage der portugiesischen Bahn mit Angaben zu Fahrplänen und Preisen; www.portugalforum.org: Informationsbörse mit vielfältigen Themen; www.pousadas.pt: Website der Hotelkette der pousadas, die auch auf Deutsch abgerufen werden kann. www.rede-expressos.pt: Hier wurde der Plan des potugiesischen Busnetzes hochgeladen; www.roteiro-campista.pt gibt eine gute Übersicht über portugiesische Campingplätze (auch auf Englisch); auf www.solaresdeportugal.pt finden sich Landhausunterkünfte; www.viniportugal.pt: Site mit ausführlichen Infos zu portugiesischen Weinen. www.visitalgarve.pt: Informationen zur Algarve (auf Englisch); alternativ geben die deutschsprachigen Sites www.algarve-magazin.com und www.algarve-portugal.de gute Überblicke. Homepages über bestimmte Städte und Regionen: www.visitlisboa.com (Lissabon), www.portoturismo.pt (Porto), www.visitalentejo.pt (Alentejo), www.visitcentro.com (Portugals Zentralregion).

Internetzugang & WLAN

In Portugal gibt es viele kostenlose, öffentliche Internet-Terminals. Sie heißen Espaço Internetwww.espacosinternet.pt oder sind in den Vertretungen des Instituto Português da Juventude zu finden. Je nach Ort kann man 15, 30 oder 60 Minuten lang surfen. Manchmal muss man sich registrieren lassen und dazu Pass/Personalausweis vorlegen. WLAN heißt in Portugal wi-fi, ein Hotspot wird als zona wireless bezeichnet. Auch in manchen Hotels ist der Service mittlerweile kostenlos. Außerdem findet man in einigen Einkaufszentren, Raststätten und Restaurants Hotspots.

Klima & Reisezeit

Im Norden und Nordwesten ist es deutlich frischer und feuchter als im Süden: Die Algarve und Lissabon sind somit als ganzjährige Destinationen geeignet, ansonsten empfiehlt es sich, die kühlen, feuchten Wintermonate zu meiden. Es sei denn, man liebt Kälte und Schnee in der Serra da Estrela.

Medien

In guten Hotels sind über Satellit oft deutsche Fernsehprogramme zu empfangen. In touristisch stark frequentierten Zielen wie Lissabon und der Algarve sind tagesaktuelle deutschsprachige Zeitungen erhältlich. Große portugiesische Zeitungen sind „Público“ (www.publico.pt) und „Jornal de Notícias“ (www.jn.pt). Auf Deutsch erscheint das Magazin „Entdecken Sie Algarve“ (www.entdecken-sie-algarve.de).

Mietwagen

An den internationalen Flughäfen sowie in größeren Städten und Feriengebieten sind verschiedene Autoverleiher ansässig. Es empfiehlt sich eine Reservierung vorab, die nicht nur den gewünschten Termin sichert, sondern auch einen günstigeren Tarif als bei der Suche vor Ort. Über Vermittler wie Holiday Autos (www.holidayautos.de), Billiger-Mietwagen.de (www.billiger-mietwagen.de) und Auto Europe (www.autoeurope.de) lassen sich die stark schwankenden Preise gut vergleichen. Je nach Saison beginnen die Wochentarife für einen Kleinwagen bei ca. 110 Euro. Sie können jedoch in der Hauptsaison auch zwischen 200 und 300 Euro liegen. All diese Preise sind inklusive Basisversicherung, Freikilometern und Steuern zu verstehen. Voraussetzungen für das Mieten eines Wagens: Ein Mindestalter von 21 bis 25 Jahren (je nach Anbieter unterschiedlich), man muss seit mindestens einem Jahr einen Führerschein besitzen und eine gültige Kreditkarte vorlegen können.

Notruf

Der allgemeine Notruf Polizei, Notarzt, Feuerwehr112

Öffentliche Verkehrsmittel

Bus- und Bahnrouten sind zwar gut ausgebaut, aber abgelegene Strände erreicht man damit nicht. Es gibt Schnellzugstrecken, z. B. Lissabon–Porto (ca. drei Stunden), Lissabon–Faro (ebenfalls drei Stunden) und Lissabon–Coimbra. Fahrpläne und Preisabfragen unter www.cp.pt. Das Busnetz ist gut; die örtlichen Stationen sind mit Terminal Rodoviário ausgewiesen. Die Busse von „Rede Expressos“ bringen Sie in dreieinhalb Stunden von Lissabon nach Porto, auch kleinere Städte wie Nazaré und Fátima werden häufig angefahren. Das Portal www.rede-expressos.pt ist übersichtlich und auch auf Englisch abrufbar. In Porto und Lissabon bewegt man sich rasch und preiswert in Metro (www.metrodoporto.pt bzw. www.metrolisboa.pt) und Stadtbussen fort; zudem ist dort das Straßenbahnnetz gut ausgebaut. Vereinzelt verkehren Fähren, u. a. an der Costa Azul zwischen Setúbal und Tróia. Taxifahren ist in Portugal deutlich preiswerter als in Mitteleuropa.

Post

Briefmarken (selos) bekommen Sie in Postämtern (correios) und Geschäften mit dem Zeichen „CTT Selos“. Post in die Heimat braucht ca. vier bis fünf Werktage; Porto bei Redaktionsschluss 68 Cent.

Preise

Die Eintrittspreise zu Sehenswürdigkeiten betragen etwa 2 bis 6 Euro. Darüber liegen Highlights wie das Kastell São Jorge in Lissabon, der Palácio Nacional da Pena bei Sintra und der Palácio da Bolsa in Porto. Fast überall gibt es Ermäßigungen für Kinder, Studenten (Ausweis nicht vergessen!) und Senioren. Die Preisspannen in Hotels können erheblich sein. Ein Doppelzimmer, das in der Nebensaison für 80 Euro pro Nacht zu haben ist, kann in der Hochsaison (Juli/Aug.) mehr als doppelt so viel kosten.

Rauchen

Weder am Arbeitsplatz noch in öffentlichen Einrichtungen wie Ämtern, Kliniken, Museen, Flughäfen und Bahnhöfen darf geraucht werden, gleiches gilt für Hotels, Bars und Restaurants. Doch es gibt Ausnahmen: Kleine Kneipen und Lokale dürfen das Rauchen unter gewissen Voraussetzungen zulassen. Größere Einrichtungen verfügen mitunter über Raucherbereiche. Zukünftig könnten sich die Gesetze verschärfen.

Sicherheit

In Lissabons Bussen und Straßenbahnen warnen Schilder nicht umsonst vor Taschendieben. Immer dort, wo es Gedränge gibt, sollte man besonders aufpassen, speziell auf Märkten sowie bei größeren Volksfesten. Mit Vorsicht zu genießen ist in Porto am späten Abend das Viertel hinter den Cais da Ribeira. Achtung auch bei der Erkundung von Stadtmauern und Burgen: Ungesicherte Abschnitte sind keine Seltenheit und verlangen Vorsicht.

Strom

220 Volt Netzspannung, normale Steckdosen (EU-Norm).

Telefon & Handy

Bei Auslandsgesprächen wählt man 00, dann die Landeskennzahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), die Ortsvorwahl ohne 0 und die Teilnehmernummer. Die Vorwahl nach Portugal ist 00351, danach die komplette Rufnummer wählen. Innerhalb des Landes gibt es keine Vorwahlen. Telefonzellen funktionieren mit Münzen oder Telefonkarten, die man in eigens ausgewiesenen Geschäften bekommt. Ihr Handy können Sie problemlos benutzen. Es wählt automatisch den jeweils frequenzstärksten Netzbetreiber: Vodafone, Optimus oder TMN. Diese Gesellschaften bieten auch Prepaidkarten an, die in den jeweiligen Läden der Betreiber erhältlich sind. Die Karten selbst sind entweder gratis (plus obligatorische Mindestaufladung) oder kosten einen kleinen Betrag, der als Gesprächsguthaben verrechnet wird.

Trinkgeld

Im Restaurant sind fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags üblich, je nachdem, wie zufrieden Sie waren. Im Hotel freuen sich Zimmermädchen und Gepäckträger über ein kleines Trinkgeld.

Unterkunft

Mit kleinem Budget wählt man eine der vielen Jugendherbergen, bei denen man gut online reservieren kann; Pousadas de Juventudewww.microsites.juventude.gov.pt. Für Selbstversorger bieten sich Apartments (apartamentos turísticos) an. Die Pension (residencial, pensão) ist eine einfache Bleibe. In Ferienregionen verweisen Schilder oft auf Privatzimmer (quartos). Ein höheres Service- und Preisniveau hat das Gasthaus (estalagem). Gefragt sind auch familiär geführte Unterkünfte auf dem Land (turismo rural); gute Suchmöglichkeiten: www.toprural.pt und www.portugal-rural.com. Zu den guten Hotelketten zählen Tivoli (www.tivolihotels.com) und Vila Galé (www.vilagale.pt). Ein Blick auf Onlineangebote lohnt sich.

Zeit

In Portugal gilt Westeuropäische Zeit: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) bzw. Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) minus eine Stunde.

Zoll

Waren zum persönlichen Gebrauch (z.B. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen, 90 l Wein) können innerhalb der EU zollfrei ein- und ausgeführt werden.

Was kostet wie viel?

Kaffee

ab 0,60 Euro für einen Espresso

Wein

ab 5 Euro für 1 l Hauswein im einfachen Restaurant

Azulejos

ab 5 Euro für eine bemalte Fliese

Tagesgericht

ab 7 Euro im Einheimischenrestaurant

Busfahrt

19 Euro für die einfache Fahrt Porto–Lissabon

Fahrrad

um 15 Euro Tagesmiete für ein Mountainbike

Events, Feste & mehr

Nationale Feiertage
März/April

Karfreitag

25. April

Jahrestag der Revolution von 1974

Mai/Juni

Fronleichnam

10. Juni

Nationalfeiertag

15. August, 5. Oktober

Proklamation der Republik

1. November, 1. Dezember

Gedenktag der Befreiung von Spanien

8. Dezember

Mariä Empfängnis

Feste & Veranstaltungen
Februar

Karneval: Die närrischen Tage werden u. a. in Loulé, Nazaré, Setúbal und Torres Vedras gefeiert.

März

Das Schokoladenfestival von Óbidos dauert etwa zwei Wochen (mitunter bis Anfang April) und lockt Besucher mit Schokoladenskulpturen, Kostproben und reichlich Unterhaltung in den mittelalterlichen Ort. Für jüngere Besucher gibt es das Kinder-Schokoladenhaus. www.festivalchocolate.cm-obidos.pt

März/April

Die Karwoche (Semana Santa) wird mit besonderer Inbrunst in Braga begangen. Die Prozessionen führen durch festlich geschmückte Straßen. In der Kathedrale sowie in weiteren Kirchen finden über die Stadt verteilt Kammer- und Orgelkonzerte statt. www.semanasantabraga.com

Ende April/Anfang Mai

Estoril im Tennisfieber: Hier werden die alljährlich stattfindenden Estoril Open ausgetragen. www.estorilopen.net

Mai

Queima das Fitas in Coimbra, ein unumstößlicher Termin in der Studentenszene, bei dem die Examinierten zum Studienabschluss die bunten Bänder ihrer Fakultäten verbrennen. Die Zeremonie markiert den Auftakt zum großen Festumzug Cortejo dos Grelados, bei dem geschmückte Wagen durch die Straßen rollen. Weitere Höhepunkte bei der Queima das Fitas: die musikalischen Nächte im Park (Noites do Parque). www.queimadasfitas.org

Motorradrennen um den Großen Preis von Portugal in Estoril, das Event der Motorradszene; genaue Termine (in der Vergangenheit auch erst im Oktober!) finden sich auf dem Kalender von www.motogp.com.

Internationales Springreitturnier, das in Lissabon stattfindet.

Juni

In diesem Sommermonat gibt es die meisten Stadtfeste in Lissabon, u. a. zu Ehren des Schutzpatrons Antonius (Gedenktag 13. Juni); mit Konzerten, Straßenpartys, Fado-Darbietungen und zahlreichen Ausstellungen.

Patronatsfest23./24. Juni in Porto

Musik- und Tanzfestival in Sintra, welches bis etwa Anfang Juli andauert. www.festivaldesintra.pt

Juli

Festival der klassischen Musik in Évora. www.festivalevoraclassica.org

In Cascais Internationales Festival der Lusitano-Pferde

Musikwochen von Estoril, bei denen bis August auch junge Klassiktalente auftreten. www.estorilfestival.net

Musik- und Kunstfestival Optimus Alive in Algés. www.optimusalive.com

In Aveiro Haff-Fest (Festa da Ria) mit Regata dos Moliceiros, einer Regatta der traditionellen Tangfischerboote

August

Zu Monatsbeginn werden die Festas Gualterianas in Guimarães mit Feuerwerk und Volksmusik begangen.

FolkFaro: in Faro stattfindendes Folklorefest. www.folkfaro.com

Festival de Marisco: großes Meeresfrüchtefest im Algarvestädtchen Olhão. www.festivaldomarisco.com

Gegen Monatsende Dias Medievais in Castro Marim: Mittelaltertage mit Gauklern, Rittern und Kunsthandwerkern

September

Blumenfest in Campo Maior; zu diesem Anlass ist der ganze Ort festlich geschmückt (Dauer: in etwa eine Woche; mitunter Ende August beginnend).

November

In Golegã steht der große, meist zehntägige Pferdemarkt, der Feira Nacional do Cavalo auf dem Veranstaltungskalender. www.horsefairlusitano.org

Jazzfestival in Guimarães

Im Trend

Durchdesignt
Mutiges Lissabon

Die Designer der Hauptstadt kreieren eine spannende Symbiose von Raumdesign und Mode. Ana Salazar ModaRua do Carmo87www.anasalazar.pt setzt ihre Kollektion durch verspielte Ornamente auf edlen Flächen in Szene. Designer Luis Sanchez mixt in der Boutique seines Labels StorytailorsCalçada do Ferragial8www.storytailors.pt Graffiti mit Kronleuchtern. Ebenfalls sehenswert: Das Mode- und Design-Museum MUDERua Augusta24www.mude.pt dessen Ausstellungsstücke vor kalten, unverkleideten Wänden und Säulen glänzen.

Strandgleiter
Skimboarding

Anlauf nehmen und übers flache Wasser gleiten – Skimboarding ist perfekt für die flachen Strände Portugals geeignet. Angetrieben wird der Trend vom internationalen Skimboard-Meister Hugo Santoswww.zapskimboards.com. Hotspot ist die Praia de São PedroAvenida Marginal in São Pedro do Estoril. Sie wollen es selbst versuchen? Der SCS SurfshopRua da Fortaleza37BSesimbrawww.scs-surfshop.com verleiht Boards und bietet Kurse.

Frisch auf den Tisch
Aus dem Garten

Ein Kräutergarten wie im Séparée Les Herbes des Restaurants The OitavosRua de OitavosCascaiswww.theoitavos.com garantiert frische Aromen im ausgefallenen Menü. Der Chef's Herb GardenRua das PalmeirasCascais des Hotel Quinta da Marinha Resort versorgt nicht nur mehrere Restaurants, sondern wird rein biologisch betrieben. Auch im O AlambiquePoço Barretowww.alambique.de in Silves stammen die Kräuter aus dem eigenen Garten.

Kunst in alten Mauern
Aufbruch in Porto

Leer stehenden Lagerhallen wird in Porto neues Leben eingehaucht. Künstler, Designer und ausgefallene Boutiquen verwandeln sie in wahre Entdeckungsspielplätze. So wie Jungdesignerin Julia Malo, die in einer alten Halle die Boutique A BarracaRua Mouzinho da Silveira200 mit ungewöhnlichen Kreationen von Solanja Ribeiro oder Carlos Alberto füllt. Fast könnte man meinen, das riesige Gebäude wäre verlassen, doch bevor das Bauwerk ganz verfiel, erweckte es Jaime Garcia zu neuem Leben – durch seine Vintage-Möbel und Kunstobjekte; Pedras & PêssegosRua do Almadawww.pedrasepessgos.com . Alternativer als im Maus HábitosRua de Passos Manuel178www.maushabitos.com kann es kaum zugehen. In der Bar treffen sich Künstler zum intellektuellen Austausch oder einfach nur zum Chillen auf den alten Sofas bei einer der vegetarischen Leckereien.

Elektro-mobil
Grüne Flotten

Lissabon setzt verstärkt auf Elektrofahrzeuge, um die Umwelt zu schützen. Sie wollen mithelfen? Wie wäre es mit einem E-Auto von Red TourMietstation: Rua dos Fanqueiros 18 und 22www.redtourgps.com. Die süßen Flitzer machen eine Fahrt durch die engen Gassen zu einem echten Erlebnis. Ebenso klein und wendig sind die Elektro-Zweisitzer von GoCar ToursMietstation: Rua dos Douradores 16www.gocartours.pt , die Sie per GPS sicher durch die Metropole bringen. Neue Inspirationen in Sachen emissionsfreier Fortbewegung zeigt die alljährliche Messe Expo Energias Renováveiswww.algarverenovavel.com.

Bloss nicht

Ungeduldig sein und drängeln

Portugals Mühlen mögen langsamer mahlen als die mitteleuropäischen, sind deshalb aber nicht weniger gründlich. Wer Auskunft erhalten oder einen sonstigen Service in Anspruch nehmen will, muss sich vielleicht etwas länger gedulden als gewohnt. Meist zeigen sich die Einheimischen jedoch äußerst hilfsbereit. Die Verbreitung von Hektik und Unruhe ist demnach ebenso unangebracht wie Vordrängelei. Allein die Schlangen vor Straßenbahn-Haltestellen in Lissabon bezeugen: Anstehen ist in diesem Land Kult!

Die Mittagsruhe stören

Die Mittagsrast zählt zu den heiligen Elementen südländischer Lebenskunst, die sich viele Portugiesen nicht nehmen lassen. Zwischen 12.30/13 Uhr und 14/14.30 Uhr gibt man sich den Freuden des Mittagessens und der Ruhepause hin. Das Geschäftsleben liegt während dieser Zeit brach, wichtige Belange können warten.

Mit Spanisch auftrumpfen wollen

Viele Portugiesen verstehen und sprechen durchaus Spanisch – ähnlich wie viele Niederländer Deutschkenntnisse besitzen –, aber im Land hört man die Sprache außerhalb der Grenzregionen eher ungern. Aufgrund ihrer Lust am Lärm und der stolzen Art sind die Landesnachbarn nicht besonders beliebt. Versuchen Sie es lieber mit Englisch!

Sich festfahren

Hoch hinaus geht es vielerorts zur Altstadt und zur Burg, doch auf einmal verengt sich die Fahrbahn ohne vorherige Ankündigung. Straßen werden zu handtuchschmalen Gassen, Kurven zu spitzen Kehren. Schilder, die plötzlich auf eine maximale Fahrzeugbreite von zwei Metern weisen, verlangen nach Augenmaß und treiben manchem Autofahrer den Schweiß auf die Stirn. Also besser das Fahrzeug im unteren Ortsteil abstellen und ein paar Minuten zu Fuß gehen!

Küsschen verwehren

Ist das Eis erst gebrochen und ein herzlicherer Kontakt zu den Portugiesen aufgebaut, sollten Sie sich nicht dem Zeremoniell der Wangenküsschen verschließen. Einmal rechts, einmal links. Das gilt für Begrüßung und Abschied zwischen Frau und Frau sowie Mann und Frau. Dabei kommen die Küsschen (beijinhos) eher leicht dahingehaucht daher. Devise: dem Gegenüber nicht fest die Lippen ins Gesicht drücken, nicht schmatzen!

Unfreundlich auftreten

In Portugal werden Sie manch mobilem Händler und auch Restaurantanwerber begegnen. Sie alle wollen Geschäfte machen. Ein freundliches Kopfschütteln oder não reicht fast immer aus, um zu verstehen zu geben, dass Sie nichts möchten. Energische Worte oder gar überhebliche Gesten sind hier jedoch fehl am Platz.

Stichworte

Azulejos

Die berühmten Kacheln bringen Farbe ins Leben. Ob in Form geometrischer Muster, als Großmosaike mit historischen und volkstümlichen Szenen oder Heiligenbildern: Man findet sie an Kirchen und Hausfassaden, in Innenhöfen und auf Treppen, selbst in Lissabonner Metrostationen und im Bahnhof São Bento in Porto. Die auf die Mauren zurückgehenden Azulejos dienen nicht nur der Zier und versehen die Architektur mit spielerischen Elementen, sondern schützen obendrein die Baustruktur. Sie sind wetterbeständig, dämpfen Lärm und halten Hitze ab. Auch als Werbetafeln für Geschäfte und Restaurants halten sie her – und sind für Reisende bunte Begleiter durch das ganze Land.

Dichter und Denker

Portugals literarische Aushängeschilder sind Luís de Camões und Fernando Pessoa. Camões (um 1524–1580) verfasste mit dem Epos „Os Lusíadas“ einen Lobgesang auf die Entdeckungsfahrten der Portugiesen. Pessoa (1888–1935) publizierte zu Lebzeiten nur ein einziges Buch auf Portugiesisch. Der wahre Ruhm wurde dem Lyriker, der sich als Handelskorrespondent über Wasser hielt, erst posthum zuteil. Sein Nachlass umfasst über 27 000 dichterische Fragmente, „Das Buch der Unruhe“ und „Die Rückkehr der Götter“ zählen zu seinen bekanntesten Werken. Beide Literaten sind vielerorts zugegen: In Lissabons Bairro Alto sitzt z. B. ein bronzener Pessoa vor dem Café A Brasileira, einen Steinwurf entfernt ruht Camões gedankenversunken auf einem Denkmal. Neuere Akzente setzte José Saramago (1922–2010; „Das Memorial“, „Die Stadt der Blinden“), der 1998 den Literaturnobelpreis erhielt. In seinen Werken ging der aus dem Alentejo stammende Autor häufig kritisch mit seiner Heimat ins Gericht. Profilierte zeitgenössische Romanautoren sind auch Lídia Jorge („Milene“) und António Lobo Antunes („Das Handbuch der Inquisitoren“), Träger der wichtigsten nationalen Literaturauszeichnung Prémio Camões. Außerdem haben neue literarische Stimmen wie Clara Pinto Correia („Stumme Boten“), José Riço Direitinho („Das Haus am Rande des Dorfes“) und Gonçalo M. Tavares („Wasser, Hund, Pferd, Kopf“) international von sich reden gemacht.

Entdecker und Eroberer

Der Aufstieg Portugals zur See- und Weltmacht wurde von Prinz Heinrich dem Seefahrer (1394–1460) vorangetrieben, der Expeditionen ausrüstete und dem es gelang, die Kenntnisse aus Schifffahrtskunde, Mathematik, Kartografie und Astronomie immer stärker zu verzahnen. Nach der Entdeckung Madeiras (1419) und der Azoren (1427) gelangte Gil Eanes, an den in seiner Heimatstadt Lagos ein Monument erinnert, bei einer Atlantikexpedition 1434 in Nordwestafrika hinter das Kap Bojador. Mit den Geschäftsbeziehungen zum „Schwarzen Kontinent“ setzte leider auch der Sklavenhandel ein.

1487/88 glückte Bartolomeu Dias die Umseglung des Kaps der Guten Hoffnung, und unter König Manuel I. stach ein Jahrzehnt später Vasco da Gama in See. „An einem Sonnabend, am 8. Juli 1497, verließen wir Rastello“, notierte einer seiner Begleiter und wurde später zum Zeugen der viel umjubelten Entdeckung des Seewegs nach Indien. Zwei Jahre dauerte das Unterfangen, das den Beginn des lukrativen Gewürz- und Seidenhandels einläutete. Im Jahr 1500 kam Pedro Álvares Cabral im Atlantik wahrscheinlich durch einen heftigen Sturm vom Kurs ab und erreichte einen exotischen Küstenstreifen, den er zur Sicherheit für Portugal in Besitz nahm. Er nannte ihn Vera Cruz. Dass dahinter ein ganzes Land lag, welches als Brasilien unter Portugals Kolonialherrschaft geraten sollte, vermochte er jedoch nicht vorauszusehen. Heute thront Álvares Cabral in seinem Geburtsort Belmonte auf einem Denkmal.

Fado

Feeling, Sehnsucht, Herz- und Weltschmerz – der Fado, im beginnenden 19. Jh. in den Armenvierteln Lissabons geboren und anfangs nur in Spelunken und Gassen zu hören, ist Portugals Blues und längst salonfähig geworden. In den Fado, eigentlich mit „Schicksal“ zu übersetzen, sind maurische, afrikanische und brasilianische Elemente eingeflossen. Bekannte Interpreten wie Hermínia Silva (1907–93) und Amália Rodrigues (1920–99) werden wie Heilige verehrt. In der Reihe der neueren Sänger stehen Mariza, Cristina Branco, Telmo Pires, Ana Moura sowie Mísia, die einmal gesagt hat, Fadosingen sei so kräfteraubend wie Sex. Ob das stimmt? Auf alle Fälle kommt der Gesang gefühl- und kraftvoll daher und wird von mindestens zwei Gitarren begleitet. Dabei unterliegt die Musik jedoch keinen festgefahrenen Strukturen, sondern entwickelt sich ständig weiter und kann sich sogar jazzig anhören. Männer und Frauen agieren gleichberechtigt als fadistas. Nur in der Studentenstadt Coimbra kommt das starke Geschlecht stärker zum Zug, was wiederum das weibliche Publikum freut – denn die Damen sind meist das Thema der Balladen.

Fauna

In Küstengewässern wie der Costa Azul und der westlichen Algarve kommen die bis zu 3,6 m langen Großen Tümmler und die etwas kleineren Gemeinen Delphine vor. Mitunter tauchen sogar Orcas und andere Walarten auf. Doch die hier für Touristen angebotenen Dolphin-Watching-Trips sind eher bedenklich und stören die Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum. Weniger spektakulär ist die Tierwelt an Land, wo Pardelluchs, Fischotter und Perleidechse zu den seltenen Arten zählen. Weiter verbreitet sind hingegen Wildschweine, Dachse und Füchse. Die Vogelwelt zeichnet sich durch eine außerordentliche Vielfalt aus. Weißstörche, deren Nester häufig auf Leitungsmasten und Kirchen zu sehen sind, finden in Feuchtgebieten einen ebenso reich gedeckten Tisch wie Seidenreiher, Graureiher und Stelzenläufer, die man an ihren rosafarbenen Beinen erkennt. Auch Fischadler und Mönchsgeier erheben hier ihre Schwingen. Etwas kleiner sind die Wanderfalken und die zur Familie der Kormorane zählenden Krähenscharben. In Deltagebieten wie dem des Sado tauchen außerdem regelmäßig rosa Flamingos auf.

Flora

Mimosen, Zistrosen, Mittagsblumen, Schopflavendel – Botanikern geht in Portugal das Herz auf. Orangenhaine setzen exotische Noten. Sie werden ebenso wirtschaftlich genutzt wie Mandelbäume, Korkeichen und Eukalyptus (Papierindustrie). Die Eukalyptusmonokulturen sind Naturschützern ein Dorn im Auge, denn die rasch wachsenden Bäume laugen den Boden übermäßig stark aus. Aus den Früchten der an der Algarve häufig vorkommenden Erdbeerbäume wird ein Schnaps gewonnen, der medronho. Typisch für die Vegetation sind außerdem Schirmpinien mit ihren weit ausladenden Kronen, Palmen, Steineichen, Agaven, Johannisbrotbäume, Heidekrautgewächse und Stechginster.

Fußball

Die ewige Stadtrivalität zwischen Lissabon und Porto – im Nationalsport Nummer eins, dem Fußball, zeigt sie sich ganz deutlich. In der Hauptstadt sind die Traditionsclubs Benfica und Sporting zu Hause, in der Portweinmetropole Boavista und der FC Porto. Mit über 200 000 Mitgliedern nennt sich Benfica Lissabon auf seiner Homepage „der größte Club der Welt“, im Hinblick auf die Zeiten des größten Ruhms muss man allerdings in die Sechzigerjahre zurückblicken. Historisches Fußballjahr für die Vereine war 2011, als sich mit Benfica, Braga und dem FC Porto gleich drei Vereine für das Halbfinale der Europa League qualifizierten; Cupsieger war am Ende Porto.

Obgleich Portugals Nationalteam bis heute der ganz große Wurf versagt geblieben ist, zählen zwei portugiesische Spieler zu den Exportschlagern des Landes und haben international für Furore gesorgt: Starstürmer Cristiano Ronaldo und Trainer José Mourinho. Um den Nachwuchs zu fördern, gibt es in Portugal viele Straßenfußballprojekte.

Glaube und Wallfahrten

Portugal ist ein traditionell christliches Land mit einem hohen Anteil an Katholiken, was nicht bedeutet, dass jeder den Glauben aktiv praktiziert. Hinzu kommen protestantische, muslimische und jüdische Gemeinschaften, die jedoch die Minderheit ausmachen. Die gelebte Religion nimmt vor allem bei bunten Volksfesten Gestalt an. Die lokale Heiligenverehrung geht hier mit Tanz, Musik und kulinarischen Genüssen einher. Wichtigstes Wallfahrtsziel ist Fátima, wo am 13. Mai 1917 drei Kindern beim Schafehüten die Muttergottes in einer Steineiche erschienen sein soll. Sie ermahnte die drei der Legende nach zu inniglichen Gebeten und kündigte an, während der folgenden fünf Monate jeweils zur gleichen Zeit an dieselbe Stelle zu kommen. Ihre letzte Erscheinung am 13. Oktober endete mit dem Wunsch, ihr zu Ehren eine Kapelle zu errichten. So entstand Fátima, heute eines der wichtigsten Pilgerzentren Europas. In Portugal beschränken sich die Züge der Gläubigen jedoch nicht allein auf diesen Ort. Es gibt eine Reihe kleinerer Heiligtümer wie die Kirche Igreja do Cabo Espichel am gleichnamigen Kap, wo der Gottesmutter zu Ehren Kerzen aufgestellt werden. Bei Braga liegt das Bergsanktuarium Bom Jesus do Monte, das in barocker Pracht erstrahlt und zu dem ein Kreuzweg in Form einer zickzackförmigen Freitreppe aufsteigt.

Krisenzeiten

Es war eine schleichende Entwicklung bis zum (vorläufigen) Tiefpunkt der Finanz- und Wirtschaftskrise 2011. Haushaltsdefizit, Exporteinbrüche, gewachsener Schuldenberg, höhere Arbeitslosigkeit, gestiegene Inflation – all das wirkte zusammen und brachte das schwer angeschlagene Portugal an den Rand des Knock-outs. Irland und Griechenland hatten es unrühmlich vorgemacht, nun wurde international zur Gewissheit, dass auch das kleine Land im Südwesten Europas die Last seines Schuldenbergs nicht mehr aus eigener Kraft und nur mit riesigen Sparpaketen würde stemmen können. Es folgte ein verzweifelter Hilferuf nach dem Finanztropf der EU, um den Staatsbankrott zu vermeiden. Im Raum standen Summen in der Größenordnung von 80 Mrd. Euro. Wie lange es dauern wird, bis Portugal wieder zur Tagesordnung übergehen kann, muss Spekulation bleiben.

Manuelinik

Namensgeber der Manuelinik, jenes für Portugal typischen dekorativen Stils der spätgotischen Architektur, war König Manuel I. (1469–1521). Seine Herrschaftszeit überschnitt sich mit dem Beginn der großen Entdeckungsreisen und somit dem Aufstieg Portugals zur Weltmacht. Nach ihrer Rückkehr aus fremden Ländern berichteten die Seefahrer von nie gesehener Flora und Fauna oder brachten Ansichtsexemplare mit. So kam es, dass sich zu den Einflüssen aus Flamboyant-, Mudejar- und Platereskenstil auch exotische Elemente gesellten. Warum nicht einmal, so fragten sich die Meister, fremde Pflanzen und Tiere in Stein abbilden? Daneben stellten sie oft Taue und Navigationsgeräte als Symbole der nautisch-maritimen Tradition dar. Musterbeispiele sind die Torre de Belém und das Mosteiro dos Jerónimos in Lissabon. Auf unverwechselbare Weise setzte die Manuelinik so den glorreichen Seefahrerzeiten ein Denkmal.

Saudade

„Ein Gefühl, das traurig unterhalb des Bewusstseins macht“ – so umriss es der Dichter Fernando Pessoa. Saudade („Sehnsucht“ oder auch „wehmütige Erinnerung“) steht von alters her für die typische Melancholie der Portugiesen. Allerdings entspricht die saudade nur zum Teil der Wirklichkeit, denn die Einheimischen können ebenso unbeschwert fröhlich sein.

Wein

Experimentierfreudige Winzer, mehr als 300 Rebsorten und über zwei Dutzend Gebiete mit geschützter Herkunftsbezeichnung, dazu der Akzent auf individuellen Noten und stete Steigerungen der Qualität: All dies hat Portugal weltweit zu einem angesehenen Weinland aufsteigen lassen – und der Reifeprozess ist längst nicht abgeschlossen. Weintrinker schätzen neben den vollmundigen Tropfen zwei große Besonderheiten: den Portwein und den vinho verde. Der Portwein ist ein Likörwein aus dem oberen Dourotal, wo die Reben möglichst nah am Boden gehalten werden. Da dieser mit Schiefer durchsetzt ist, speichert er die Wärme – und die Trauben reifen über Nacht weiter. Die Gärung wird schließlich durch die Zugabe von Branntwein gestoppt, dessen Anteil sich auf etwa ein Fünftel beläuft. Die bekanntesten Lagerstätten des Portweins befinden sich in Portos Vorstadt Vila Nova de Gaia und sind für Besucher zugänglich – Kostproben sind natürlich inklusive. Der aus dem Norden stammende vinho verde ist ein junger, leichter Wein, ideal für den Sommer und warme Temperaturen.

Bücher & Filme

Hoffnung im Alentejo

Einer der bekannteren Romane von Literaturnobelpreisträger José Saramago über das Schicksal einer Tagelöhnerfamilie

Der Portwein-Erbe

Spannende Unterhaltung garantiert dieser Weinkrimi von Paul Grote: Nach dem Tod seines Onkels begibt sich der Berliner Architekt Hollmann auf eine gefährliche Reise nach Portugal

Lisbon Story

Wim Wenders' poetischer Film von 1994 handelt von einem Toningenieur, der für einen Film nach Lissabon reist, um Töne einzufangen

Fados

Dokumentarischer Musikfilm von 2007 über Portugals Blues, mit dem der Spanier Carlos Saura nach „Flamenco“ und „Tango“ seine Trilogie über das moderne urbane Liedgut abgeschlossen hat

Dot.com

Portugiesische Komödie um einen Mann aus Lissabon, der zum Zeitvertreib die Website eines Orts in Nordportugal gestaltet. Als ein Konzern Anspruch auf den neuen Domainnamen erhebt und Schadenersatz fordert, kommen die Dörfler auf die Idee, den Spieß umzudrehen. Deutscher Kinostart war 2010, Regie führte Luís Galvão Teles

Fakten

Einwohner
10.600.000
Fläche
92.212 km²
Sprache
Portugiesisch
Währung
Euro
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Republik
Hauptstadt
Lissabon
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
16:31 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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