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Wissenswertes über Portugal
Erhalte wichtige Tipps zu Anreise, Fortbewegung, Klima, Zoll, Sicherheit, WLAN und mehr für deine Reise nach Portugal. So bist du bestens vorbereitet!Bloss nicht
Fettnäpfchen und Reinfälle vermeidenWas kostet wieviel?
| Was? | Wieviel €? |
|---|---|
| Kaffee | ab 0,70 Euro für einen Espresso |
| Wein | ab 6 Euro für 1 l Hauswein im einfachen Restaurant |
| Azulejos | ab 5 Euro für eine bemalte Fliese |
| Tagesgericht | ab 8 Euro im Einheimischenrestaurant |
| Busfahrt | 20 Euro für die einfache Fahrt Porto–Lissabon |
| Fahrrad | um 15 Euro Tagesmiete für ein Mountainbike |
Feste & Feiertage
1. Januar
- Neujahr
März/April
- Karfreitag
25. April
- Jahrestag der Revolution von 1974
1. Mai
- Tag der Arbeit
Mai/Juni
- Fronleichnam
Juni
- Stadtfeste zu Ehren der Volksheiligen, vor allem in Lissabon und Porto
10. Juni
- Nationalfeiertag
15. August
- Mariä Himmelfahrt
5. Oktober
- Tag der Republik
1. November
- Allerheiligen
1. Dezember
- Tag der Restauration 1640
8. Dezember
- Unbefleckte Empfängnis
25. Dezember
- Weihnachten
Vorbereitung
Zeit
– 1 Stunde Zeitverschiebung
In Portugal gilt Westeuropäische Zeit: Mitteleuropäische Zeit bzw. Mitteleuropäische Sommerzeit minus eine Stunde.
Ankommen
Anreise
Am einfachsten, schnellsten und oft auch günstigsten sind die Flugverbindungen. Von vielen mitteleuropäischen Flughäfen werden Lissabon, Faro und Porto angeflogen.
Mit dem Auto oder Wohnmobil kannst du auf dem Weg nach Portugal einen wahren Roadtrip durch Frankreich und Spanien veranstalten – mit ausreichend Zeit durchaus reizvoll! Die Strecke von Köln nach Lissabon beträgt ca. 2200 km, von München nach Faro sind es sogar fast 2600 km. Die Kosten für Sprit und Maut sind allerdings nicht zu unterschätzen.
Alternativ gibt es Fernbusse und mit häufigem Umsteigen auch Zugverbindungen nach Lissabon. Flixbus fährt z. B. in gut 32 Stunden von Köln nach Lissabon (ab 101 Euro). Mit der Bahn ist man im besten Fall etwa 35 Stunden unterwegs.
Einreise
EU-Bürger und Schweizer benötigen einen Personalausweis oder Reisepass.
Klima & Reisezeit
Im Norden und Nordwesten ist es deutlich frischer und feuchter als im Süden. Die Algarve und Lissabon sind als ganzjährige Destinationen geeignet, wobei du auch hier im Winterhalbjahr mal mit kräftigen Schauern rechnen musst. In den Bergen empfiehlt es sich, die kühlen, feuchten Wintermonate zu meiden – es sei denn, du liebst Kälte und Schnee in der Serra da Estrela oder willst hier sogar Ski fahren.
Zoll
Waren zum persönlichen Gebrauch können innerhalb der EU zollfrei einund ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind z. B. 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen. Mehr Infos auf zoll.de.
Weiterkommen
Auto
Tempolimits: 50 km/ h innerorts, auf Landstraßen (wenn nicht anders angegeben) 90 km/ h, auf Autobahnen (autoestradas) 120 km/ h, die Promillegrenze liegt bei 0,5.Privates Abschleppen ist in Portugal verboten – es muss immer ein Abschleppdienst beauftragt werden. Die aktuellen Benzinpreise – mit Verweisen auf die landesweit preiswertesten und teuersten Tankstellen – kann man auf der Website maisgasolina.com abrufen. Die portugiesischen Autobahnen sind mautpflichtig. Auf einigen gibt es keine Kassierhäuschen, sondern nur eine elektronische Registrierung. Für diese Strecken (oder auch um die „Via-Verde“-Spur an herkömmlichen Mautstellen zu nutzen) benötigt man eine kleine Box, die bei den Autovermietern für einen Zuschlag von ca. 2 Euro pro Tag erhältlich ist. Wer mit dem eigenen Auto unterwegs ist, informiert sich am besten auf der Website short.travel/por5 über die nicht ganz unkomplizierten Bezahlmöglichkeiten.
In den Städten und an vielen Stränden ist Parkraum knapp und es wird ordentlich abkassiert. Vor allem für Lissabon und Porto gilt deshalb: besser auf das Auto verzichten!
Bei engen Altstadtstraßen oder steilen Strandabfahrten empfiehlt es sich unbedingt, vorher zu parken und ein paar Schritte zu Fuß zu gehen, als stecken zu bleiben und zu fluchen. Im Kreisverkehr sieht die Regel eigentlich vor, dass nur diejenigen, die an der nächsten Ausfahrt abfahren, die rechte Spur nehmen dürfen, alle anderen fahren zunächst auf die linke Spur; dennoch scheren manche Einheimische von der inneren Spur ohne Vorwarnung zum Abbiegen aus. Das Blinken wird auch in Portugal generell gerne vernachlässigt.
Mietwagen
An den Flughäfen sowie in größeren Städten und Feriengebieten sind verschiedene Autoverleiher ansässig. Es empfiehlt sich unbedingt eine Reservierung vorab, die nicht nur den gewünschten Termin sichert, sondern auch einen günstigeren Tarif als bei der Suche vor Ort. Die Preise schwanken stark zwischen Haupt- und Nebensaison, gut vergleichen kannst du beispielsweise unter billiger-mietwa gen.de. Nicht vergessen: die Mautbox zum kleinen Zusatzpreis.
Öffentliche Verkehrsmittel
Bus- und Bahnnetz sind zwar relativ gut ausgebaut, aber abgelegenere Orte oder Strände erreicht man mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht oder allenfalls umständlich. Am besten sind die Fernverbindungen Lissabon– Coimbra–Porto (ca. drei Stunden) oder Lissabon–Faro (dreieinhalb Stunden). Infos zum Zugverkehr findest du unter cp.pt. Das Fernbusnetz von Rede Expressos (rede-expressos.pt) oder auch Flixbus (flixbus.pt) ist gut; die Busbahnhöfe sind mit „Terminal Rodoviário“ ausgeschildert.
In Porto und Lissabon bewegt man sich rasch und – dank wiederaufladbarer Chipkarte – preiswert in Metro (metrodoporto.pt, metrolisboa.pt), Straßenbahnen und Stadtbussen (stcp.pt, carris.pt) fort. Wenn du mehrere Fahrten planst, lohnt sich oft ein Tagesticket, das für alle Verkehrsmittel gilt. Auch in allen anderen größeren Städten kommt man gut mit den jeweiligen Stadtbussen voran.
Zwischen Lissabon und den Orten am Südufer des Tejos verkehren Fähren (ttsl.pt), ebenso zwischen Setúbal und Tróia (atlanticferries.pt).
Taxi
Taxifahren ist in Portugal preiswerter als in Mitteleuropa; in der Regel wird mit Taxameter gefahren. Fahrer warten an den praças de taxi auf Kundschaft. Für die telefonische Bestellung, für Nachtfahrten und für Gepäcktransport werden Zuschläge fällig. Noch günstiger sind alternative Fahrdienste wie Uber oder Bolt (per App).
Vor Ort
Auskunft vor Ort
Auf dem Portal der Tourismusbehörde gibt es viele hilfreiche Infos: visitportugal.com. Eine als posto de turismo ausgeschilderte Touristeninformation findet man in allen größeren oder touristisch relevanten Orten. Hier bekommst du Kartenmaterial (auch zu Wanderungen) und vielerlei Infos.
Strände
Der Atlantik kann seine Tücken haben, die Anweisungen und Flaggen (grün = alles super, gelb = Achtung, rot = das Wasser ist tabu) der Rettungsschwimmer haben ihren Sinn und sollten unbedingt beachtet werden. Die Blaue Flagge zeichnet Strände mit besonders guter Wasserqualität aus. Warntafeln zu bröckeligen Klippen sind ernst zu nehmen – es gibt wirklich immer wieder fatale Abbrüche. Beachte auch den Tidenhub: Der Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser kann je nach Mondphase fast 3 m ausmachen. Eine Gezeitentabelle findet man u. a. auf hidrografico.pt/m.mare. Wie die Wellen sind oder ob es an einem Strand gerade sonnig oder voll ist, kannst du dir per Webcam anschauen: beachcam.meo.pt. FKK ist nur an offiziell ausgewiesenen praias naturistas gestattet, oben ohne wird an vielen Stränden und Pools toleriert.
Geld & Kreditkarten
Fast überall gibt es Geldautomaten (multibanco), je nach Heimatbank können Gebühren anfallen. Außerdem gibt es eine Beschränkung auf zweimal 200 Euro/Tag, bei den Automaten von ATM Euronet Worldwide fällt diese jedoch weg. Fast alles lässt sich aber auch mit Kredit- oder EC-Karte bezahlen.
Toiletten
In Strandbars und vielen älteren WCs vertragen die dünnen Rohre kein Papier. Das gehört dann stattdessen in den bereitstehenden Abfalleimer.
Märkte
In jeder Stadt gibt es einen Markt für Obst, Gemüse, Blumen, Fleisch und Fisch, den mercado municipal mit in der Regel sehr guten und frischen Waren. So manche Markthalle wurde, um ihr Überleben zu sichern, in eine Art Event- und Erlebnisgastronomie-Location umfunktioniert: Hier kannst du nicht nur einkaufen, sondern auch ausgehen. In den Touristeninfos bekommst du Termine zu Flohmärkten und anderen feiras.
Eintritt & Preise
Museumseintritte beginnen bei 1 Euro und gehen bis etwa 15 Euro. Der Großteil der in diesem Band beschriebenen Museen und Monumente kostet zwischen 3 und 8 Euro Eintritt. Darüber liegen Highlights wie das Mosteiro dos Jerónimos oder das Kastell São Jorge in Lissabon, die Paläste von Sintra, der Universitätskomplex von Coimbra und der Palácio da Bolsa in Porto (12–18 Euro). Fast überall gibt es Ermäßigungen für Kinder, Studenten (Ausweis!) und Senioren.
Die Preisunterschiede in Hotels können erheblich sein, manchmal kostet ein Zimmer in der Hochsaison mehr als doppelt so viel wie im Winter. Der öffentliche Nahverkehr ist preiswerter als in Mitteleuropa, einige Lebensmittel und Kosmetikartikel (Sonnencreme!) sind in Portugal jedoch teurer. Günstiger als die normalen Supermärkte sind die ziemlich präsenten deutschen Discounter.
Telefon, Handy & WLAN
Bei Auslandsgesprächen wählt man 00, dann die Landesvorwahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), die Ortsvorwahl ohne Null und die Teilnehmernummer. Die Vorwahl nach Portugal ist 00351, innerhalb des Lands gibt es keine Vorwahlen. Handynummern beginnen mit 9, Festnetznummern mit 2.WLAN gibt es in jedem Hotel und in den meisten Restaurants und Cafés, falls du dein mobiles Datenvolumen nicht ausreizen willst.
Trinkgeld
Im Restaurant sind fünf bis zehn Prozent üblich, wenn du zufrieden mit dem Service warst. Münzen lässt du am Ende einfach auf dem Tisch liegen. Im Hotel freuen sich Zimmermädchen und Gepäckträger über ein kleines Trinkgeld.
Unterkunft
Die Palette reicht von Campingplätzen über Jugendherbergen (pousadasjuventude.pt) und Hostels über Pensionen (residencial, pensão) bis zu absoluten Luxushotels. Generell ist es im Landesinneren günstiger als an der Küste. Zudem findest du im Hinterland auch wahre Schätze: historische Burgen oder Klöster, die jetzt eine edle pousada (pousadas.pt) beherbergen, naturverbundene Glampinganlagen, Weingüter mit Gästezimmern oder lauschige Berghotels. In den Großstädten greift das Vermieten von Privatapartments immer mehr um sich, ganze Viertel verwandeln sich zunehmend in Ferienunterkünfte. Wenn du nachhaltig urlauben willst, wäre ein Hotel oder Hostel sicherlich die fairere Variante.
Öffnungszeiten
In kleineren Geschäften kann man wochentags meist von 9 oder 10 bis 19 oder 20 Uhr einkaufen, zum Teil unterbrochen von einer Mittagspause (meist 13 bis 14 Uhr), und samstags von 9 oder 10 bis 13 Uhr. Die großen Shoppingcenter sind sieben Tage die Woche durchgehend von 10 bis 23 Uhr geöffnet. Alle Supermarktketten öffnen auch sonntags. Museen sind häufig montags, teilweise aber auch sonntags oder dienstags geschlossen. Die großen Monumente haben täglich geöffnet. Viele Restaurants haben einen Ruhetag (gerne sonntags oder montags). In touristischen Gebieten variieren die Öffnungszeiten generell stark zwischen der Neben- und der Hauptsaison.
Notfälle und Sicherheit
Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft Lissabon
Campo dos Mártires da Pátria 38 | Tel. 2 18 81 02 10 | lissabon.diplo.de. Es gibt außerdem Honorarkonsulate in Porto und Lagos.
Österreichische Botschaft Lissabon
Av. Infante Santo 43 | Tel. 2 13 94 39 00 | bmeia.gv.at. Es gibt außerdem ein Honorarkonsulat in Porto.
Schweizerische Botschaft Lissabon
Travessa do Jardim 17 | Tel. 2 13 94 40 90 | eda.admin.ch
Gesundheit
Mit der Europäischen Versicherungskarte (EHIC) deiner Krankenkasse kannst du dich an die Notaufnahmen (urgências) der örtlichen Gesundheitszentren (centros de saúde) oder eines staatlichen Krankenhauses (hospital) wenden. Schneller behandelt wirst du in den (teuren!) Privatkliniken oder bei Privatärzten. Eine Liste deutschsprachiger Ärzte findet man auf der Website der Botschaft. Den Arztbericht und die Rechnung zum Einreichen bei deiner Auslandskrankenversicherung aufbewahren! Apotheken heißen farmácias; für Antibiotika brauchst du ein Rezept, viele andere Medikamente gibts frei.
Trinkwasser
Das Leitungswasser ist überall trinkbar, schmeckt aber in den Städten und in Küstennähe häufig nach Chlor. In dem Fall kauft man besser Trinkwasser in 5-l-Kanistern im Supermarkt.
Notruf
Polizei, Feuerwehr, Krankenwagen: 1 12
Sicherheit
In Lissabons Bussen und Straßenbahnen (vor allem in der immer prall gefüllten E28!) warnen Schilder nicht umsonst vor Taschendieben. Immer dort, wo es Gedränge gibt, solltest du besonders aufpassen, speziell auf Märkten sowie bei größeren Volksfesten. Sollte es doch passiert sein, melde den Verlust bei der nächstgelegenen PSP (Polícia de Segurança Pública) oder GNR (Guarda Nacional Republicana).
Ein wenig Vorsicht ist auch beim Herumklettern auf Stadtmauern und Burgen angebracht: Die Mäuerchen gehen oft nur bis zum Knie und auch an den Steilküsten würde man sich an manchen Klippen ein höheres Geländer wünschen.