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Reiseführer Ostseeküste - Schleswig-Holstein

Entdecken Sie die Ostseeküste Schleswig-Holsteins!

In der Gunst der Urlauber nimmt die 384 km lange Ostseeküste Schleswig-Holsteins einen Spitzenplatz ein – mit gutem Grund: Kaum eine Küste zeigt sich so zugänglich und vielfältig wie diese. Weitläufige Badestrände wechseln sich ab mit nahezu menschenleeren Strandabschnitten, pulsierende Seebäder bieten ein breites Spektrum an Gesundheits- und Freizeitaktivitäten. Traditionsreiche Fischerorte und Hafenstädte laden zum gemächlichen Bummel in maritimer Atmosphäre ein, und der Veranstaltungskalender ist vor allem in der Sommersaison prall gefüllt. Wem das noch nicht genügt, dem bieten sich im Hinterland eine Vielzahl von landschaftlichen und kulturellen Sehenswürdigkeiten. So findet zwischen Flensburg und Lübeck jeder Urlaubsgast hervorragende Bedingungen für gelungene Ferien – ob Segler, Surfbrettartist, Feinschmecker, Festivalgänger, Wellnessjünger oder Naturliebhaber.

Familien mit Kindern lieben den sanft ins Ostseewasser übergehenden Strand, an dem nicht Ebbe und Flut das Badevergnügen bestimmen, sondern die Urlauber selbst. Dabei beschränkt sich das Bade- und Wellnessvergnügen längst nicht mehr nur auf die Ostseefluten: Von der Thalasso-Meerwasserkur über die indische Ayurveda-Behandlung bis hin zur Ganzkörperpackung aus geschmolzener Schokolade machen viele Hotels in der Region den Urlaubern inzwischen Angebote, die über den Standard weit hinausgehen und für Anregung und Entspannung zugleich sorgen.

Steilküsten, etwa entlang der Halbinseln Schwansen und Dänischer Wohld, laden zu erholsamen Spaziergängen ein und gewähren grandiose Blicke über die Ostsee. Radfahrer und Wanderer schätzen die unzähligen Wald- und Feldwege für ausgedehnte Touren an der Küste und durchs sanfthügelige Hinterland, die immer auch ein Naturgenuss sind, denn Strände und Seeufer stehen schon seit Längerem unter besonderem Schutz. Doch auch die immer zahlreicher werdenden Anhänger von Trendsportarten wie Kiten oder Stand-up-Paddling kommen auf ihre Kosten.

Kultur erleben ist ein weiteres Stichwort. Besuchen Sie die Konzerte des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, Kunstausstellungen, Kirchen, Museen, Städte, Schlösser und Herrenhäuser. Oder werden Sie selbst aktiv: In Mal- oder Kochkursen haben Sie Gelegenheit, Ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Viele Ostseebäder haben eine lange Tradition, denn das gesunde Seeklima lockte schon seit dem frühen 19. Jh. die feine Gesellschaft der großen Städte an die Küste. „... man hat Ruhe und frische Luft, und diese beiden Dinge wirken Wunder und erfüllen Nerven, Blut und Lungen mit einer stillen Wonne.“ Mit diesen Worten empfahl etwa der Schriftsteller Theodor Fontane 1863 seiner Familie die „Badereise“ an die Ostsee. In Travemünde, einem der ältesten deutschen Seebäder, begann der erste bescheidene Badebetrieb im Jahr 1802. In einem kleinen, aber feinen Museum kann man dort in die frühe Zeit des Fremdenverkehrs eintauchen.

Und auch heute noch ist in den Traditionsbädern an der Lübecker Bucht am meisten los. Wie an einer Perlenschnur liegen die Badeorte hier dicht hintereinander. Je weiter man nach Norden kommt, umso urtümlicher werden die Strände, die Abstände zwischen den einzelnen Ferienorten größer. Im nördlichen Angeln und an der Flensburger Förde finden Sie weitläufige Badestrände, hohe Steilufer, Buchten und Wälder. Im Hinterland breitet sich eine fruchtbare Bauernlandschaft mit Dörfern, Feldsteinkirchen, Knicks und Windmühlen aus. Die Schlei, eine lange, romantische Förde, ist lieblicher, bildet eine Landschaft für sich. Schwansen schließt sich an, jene Halbinsel, auf der große Güter und Herrenhäuser entstanden und wo Sie Schleswig-Holstein pur erleben können. Unberührter wirkt dagegen der Dänische Wohld, die Halbinsel zwischen Eckernförder Bucht und Kiel, mit einer 15 km langen, bewaldeten Steilküste.

Die Landeshauptstadt Kiel liegt eingebettet in die trichterförmig zulaufende Kieler Förde. Von deren Ufern und Stränden genießen Flaneure einen herrlichen Blick auf die ein- und ausfahrenden Schiffe. Kiel ist Deutschlands größter Passagierhafen und wichtiger Schiffbaustandort. Die fruchtbare Probstei mit ihren Sandstränden an der Ostseite der Kieler Bucht besitzt stattliche Bauernhöfe und reiche Dörfer, die einst zum Kloster Preetz gehörten. Südlich schließt sich die seenreiche Holsteinische Schweiz an. Viele Facetten prägen die Landschaft im Osten Schleswig-Holsteins: Das Hinterland mit seinen hübschen Dörfern, den Bauernhöfen, den Backsteinkirchen, Feldern und Alleen bietet einen reizvollen Kontrast zu den Stränden. Besonders schön ist die Landschaft im Mai, wenn der Raps goldgelb blüht. Mindestens ebenso reizvoll ist auch der Spätsommer mit seinen braunen Stoppelfeldern und den satten Tönen der bunten Dahlien in den Bauerngärten.

Längst haben sich die Bewohner der Region, die noch heute zum Teil von Landwirtschaft, Fischfang und der Seefahrt leben, auf die Feriengäste eingestellt. Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und die Existenzgrundlage vieler Küstenmenschen. „Dröge“ und „verschlossen“ sollen sie sein, sagt man ihnen nach. „Schweigsam“ trifft es eher, denn viel reden ist ihre Sache nicht: Man spricht, was zu besprechen ist, kommt sich ansonsten nicht zu nahe und verbirgt sein Inneres oft hinter einer rauen Schale. Dafür aber gelten Gastfreundschaft, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft auch Fremden gegenüber als Tugenden.

Die ersten Menschen siedelten sich etwa 8000 v. Chr. im heutigen Schleswig-Holstein an, das die Eiszeit in drei Landschaftszonen gliederte: in die fruchtbaren Marschen an der Westküste, den sandigen Mittelrücken der Geest und das bewaldete östliche Hügelland, reich an Seen und fetter Ackerkrume mit seiner Fördenküste. Schleswig-Holsteins jüngere Geschichte ist verworren, ein ewiges Vor und Zurück, geprägt von deutsch-dänischen Auseinandersetzungen. Mal hat die dänische Krone das Sagen, mal die Herzöge von Gottorf. Herausragend ist der 15. August 1386, der als Geburtstag des „Bindestrich-Lands“ gilt. Schleswig kam als erbliches dänisches Lehen an den holsteinischen Grafen Gerhard VI. „Getauft“ wurde es 1460, als die schleswig-holsteinischen Räte König Christian I. von Dänemark zum Landesherrn wählten. Im Ripener Freiheitsbrief wurde mit eindrucksvollen Siegeln dokumentiert, dass Schleswig und Holstein „auf ewig ungeteilt“ zusammenbleiben sollten. Diese Ewigkeit war allerdings nicht von langer Dauer, und die Zwistigkeiten setzten sich bis zum Beginn des 20. Jhs. fort. Als Schleswig-Holstein 1866 zur preußischen Provinz wird, kommt es zu Konflikten mit der dänischen Minderheit. Mittels einer Volksabstimmung wird 1920 eine neue Grenze zwischen beiden Ländern festgelegt, ein Drittel der Provinz gehört nun zu Dänemark. Auch heute noch gibt es im dänischen Nordschleswig eine deutsche Volksgruppe mit eigenen Schulen, und südlich der Grenze lebt eine dänische Minderheit, die auch im schleswig-holsteinischen Landtag vertreten ist.

Wer Urlaub an der Ostseeküste macht, spürt nicht nur den Wind im Gesicht, sondern genießt auch die reine Luft und den Geruch des Meers. Das Leben im Norden prägte den Charakter der Einwohner ebenso wie eine sehr erholsame Art des Urlaubs: Im Wortsinn nahe liegend sind die Natur und das Meer. Urlauber können hier Atem holen, Ruhe und Besinnlichkeit finden. Es ist ein simpler Dreiklang, der Schleswig-Holstein so besonders macht: die Harmonie zwischen Landschaft, Wasser und Himmel.

Quick Facts

Geeignet fürKultur, Outdoor, Meer, See

Im Trend

Hockern
Sportlich

Das Sitzmöbel machten zwei Kieler zum Sportgerät. Hockern erinnert an Breakdance, macht aber noch mehr Spaß. Eine Einführung gibt’s bei den Kieler Hockstarswww.hockern.com. Spätestens zum Hocktoberfest in der PumpeHaßstraße22Kiel sollten Sie den Sport beherrschen. Hier wird der Hockweltmeister gekürt. Die Hockstars trainieren im Luna ClubBergstraße17aKielwww.lunaclub.com– gleich ein Probetraining vereinbaren!

Café und Club
Tag und Nacht

Tagsüber Kaffee und Kuchen, abends wirbeln die Cocktailshaker durch die Luft. In der Café LoungeWahmstraße40 in Lübeck werden abends die Tische zur Seite geschoben, und der DJ legt auf. Soul und House schallen durch das HeinrichsMürwiker Straße164Flensburg. In der Mischung aus Bar, Café und Lounge ist man rund um die Uhr am rechten Platz. In der Kieler Trafo BarKleiner Kuhberg12a wird insbesondere am Wochenende richtig aufgedreht. Dann wird aus der gemütlichen Lounge ein cooler Club – mit Molekulardrinks auf der Karte.

In die Tiefe gehen
Gut Holz

Ohne dritte Dimension geht bei den Künstlern der Region nichts. Die Kreativen setzen auf Holzbildhauerei. So wie Johannes Caspersen mit seinen lebensgroßen Werken. Wie sie entstehen, erfahren Sie in seinem Flensburger AtelierBatteriestraße63. In der Stadt ist auch Martin GrembowiczHochstraße3 zu Hause. Seine Arbeiten sind mittlerweile im ganzen Bundesland zu sehen. Seinen Bildhauerkollegen Giotto Bente können Sie in seinem AtelierWilhelmplatz8www.bildhauer-bente.de besuchen, er bietet aber auch Workshops nach Absprache an.

Grüne Nächte
Wohninnovationen

Das grasbewachsene Dach sieht nicht nach modernster Bauweise aus, doch das täuscht! Hinter und unter dem grünen Bewuchs stecken innovative Ideen. Die 30 Ferienhäuser im Stranddorf AugustenhofRosenfelder StrandGrube sind so gegen Kälte und zu viel Sonne geschützt. Bei der Anlage handelt es sich um ein Pilotprojekt für den Einsatz von Ökotechnik in touristischen Einrichtungen. Die Innovationen sieht man auch der Pension Janbeck'sLehbek10Gelting nicht an. In dem Haus von 1789 wird jedoch Wasser selbst geklärt, Sonnenkollektoren sorgen für Strom und das Blockheizkraftwerk auch im Winter für warme Füße. Wie Sie während des Ostseeurlaubs zum Erhalt der Natur beitragen können, erfahren Sie im Umwelthaus Neustädter BuchtAm Strande9Neustadt.

Best-ival
Kultur

Im Norden mögen sie es ausgefallen. Oder hätten Sie gedacht, dass in Eutin amerikanisches Südstaatenflair herrscht? Zumindest im Frühling, denn dann hat die Stadt den Blueswww.bluesfest-eutin.de. Noch ungewöhnlicher ist das Thepsis Festivalwww.thespisfestival.de in Kiel. Jedes zweite Jahr bringt es ausschließlich Ein-Personen-Theaterstücke auf die Bühne. Schon fast normal ist dagegen das Drachenfest in Travemünde. Hier treten aber nicht nur hübsche Lenkdrachen an, sondern wahre Ingenieurmeisterwerke www.travemuende-tourismus.de. Noch ganz jung ist das Seaside Rendezvouswww.seaside-rendezvous.de. Das nördlichste Musikfestival des Landes besticht mit vielen Nachwuchsbands.

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Ostseeküste - Schleswig-Holstein - die besten Locations und Angebote

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Aktivitäten & Touren

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Gastronomie

Spezialitäten

Speisen
Kieler Sprotten

heringsähnliche Räucherfische, die aus Eckernförde kommen und in dortigen Räuchereien verarbeitet werden

Mehlbüddel

Teigklöße, die mit Dörrobst oder Specksauce und Sirup als Nachtisch serviert werden

Rote Grütze

angedickter Fruchtsaft von Himbeeren und Johannisbeeren oder Kirschen, serviert mit Milch oder Vanillesauce

Schnüsch

gartenfrisches Gemüse, zubereitet mit Milch, Kartoffeln und einem Schinkenknochen, je nach Geschmack mit einem Matjes garniert

Schwarzbrot

echtes schleswig-holsteinisches Produkt, das gerne als Strammer Max mit Spiegelei, Schinken und Gurke gegessen wird

Süßsaure Gänsekeule

Geflügelspezialität, die mit süß-saurer Sauce und Bratkartoffeln gereicht wird

Getränke
Grog

Rum mit heißem Wasser und Zucker, als Eiergrog mit schaumig geschlagenem Eigelb

Lübecker Rotspon – Weine französischen Ursprungs, die in den Speichern Lübecks veredelt und abgefüllt werden

Pharisäer

Kaffee mit Rum und Sahnehäubchen

Tote Tante

ähnlich dem Pharisäer, allerdings wird hier heißer Kakao mit Rum angereichert

Essen & Trinken

Ganz oben auf der Speisekarte steht frischer Ostseefisch, aber auch Fleischgerichte und Suppen verachten die Schleswig-Holsteiner nicht. Viele Gastronomen haben die regionale Küche neu entdeckt und servieren ihren Gästen althergebrachte Gerichte in zeitgemäßer Form. Für Speisen mit frischen Zutaten aus einheimischer Produktion wirbt die Initiative Feinheimisch, in der sich Küchenchefs, Erzeuger und Gäste zusammengeschlossen haben (Restaurants und Rezepte unter www.feinheimisch.de). Auch die Feinschmeckerküche hat an Niveau gewonnen. Aushängeschild ist das Schleswig-Holstein Gourmet Festival, das von September bis März Spitzenköche ins Land lockt (www.schleswig-holstein-gourmetfestival.de). Die bodenständige Alternative ist das Ostseegericht: Seit 30 Jahren wetteifern Gastronomiebetriebe an der Küste und im Hinterland zum Saisonauftakt um die originellsten und schmackhaftesten Gerichte aus der regionalen Küche, die dann jeweils eine Saison lang zu einem günstigen Festpreis angeboten werden. Das Fleisch von Robustrindern, die zu Lebzeiten von der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein als „Landschaftspfleger“ auf den stiftungseigenen Weiden vorwiegend im Norden des Landes eingesetzt werden, kommt von Juli bis Oktober in ausgesuchten Restaurants auf den Tisch (Info und Adressen unter www.sh-geniesserland.de). Und wussten Sie, dass es an der Ostsee sogar eine „Käsestraße“ gibt (www.kaesestrasse-sh.de)?

Aber auch die traditionelle Küche ist noch nicht ganz verschwunden. Zu den typischen, von Fremden als ungewöhnlich empfundenen Gerichten aus Omas Kochbuch gehört Schwarzsauer, das auf den Höfen traditionell zum Schlachtfest serviert wurde. Es besteht aus Bauchfleisch vom Schwein, der Schnauze und den Pfoten, aus Schlachtbrühe und aus Schweineblut. Schwarzsauer wird warm oder kalt gegessen. Dazu reicht man Mehlklöße, Apfelmus oder Backobst. Als Krönung geben manche Zucker darüber – eine regionale Eigenheit, denn die Einheimischen streuen auf fast alles Zucker, sogar auf Grünkohl.

Die Suppen und Eintöpfe sind ein Kapitel für sich: Die Holsteinische Kartoffelsuppe wird fein gewürzt und eher wie ein Eintopf in vielen Landgasthäusern serviert. Fruchtig schmeckt die Fliederbeersuppe mit Grießklößchen.

Typisch für die Region ist auch der „Gröner Heini“ genannte Eintopf Bohnen, Birnen und Speck. Diese beliebte Hausmannskost wird aus Speck, grünen Bohnen und kleinen Perlbirnen, die mit Stumpf und Stiel gekocht werden, zubereitet. Die Süße der Birnen verbindet sich mit dem kräftigen Rauchgeschmack des Specks zu einem besonderen Geschmack.

Überall, wo sich Brauchtum bewahrt hat und man Feste noch wie in guten alten Zeiten feiert, taucht Der Große Hans auf. Er kommt in verschiedenen Variationen vor, z. B.: Ein Klumpen Hefeteig wird in einen Beutel gegeben und in einem Topf mit Wasser und Speck etwa zwei Stunden gekocht. Ist er gegart, bestreut man ihn mit Zucker und serviert Backobst und Fruchtsauce dazu.

Noch eine Merkwürdigkeit für fremde Zungen: Labskaus. Es ist das an Land wohl bekannteste Seemannsgericht und sieht aus, pardon, wie „vorgekaut“. Der Smutje soll in diesem Gericht sämtliche Vorratsreste einer langen Reise verarbeitet haben. Heute präsentiert sich Labskaus an Land weniger dramatisch. Hinein gehören gepökeltes Fleisch, Rote Bete und Kartoffeln, obendrauf ein Matjes.

In Lübeck wird Thomas Mann auch kulinarisch in Ehren gehalten. Gleich im ersten Teil seines Romans „Buddenbrooks“ beschreibt er eine typisch „lübsche“ Speisefolge, die von den Gastronomen der Hansestadt heute gern als Buddenbrook-Menü nachgekocht wird. Zu den Hauptgängen gehört ein „kolossaler, ziegelroter, panierter Schinken“ in süß-saurer Schalottensauce mit Pellkartoffeln und viel Gemüse. Als Nachtisch gibt es Plettenpudding, ein „schichtweises Gemisch aus Makronen, Himbeeren, Biskuits und Eiercrème“.

Süß und deftig zugleich gibt sich auch ein regionaler Eintopf, der in der Probstei östlich der Kieler Förde bekannt ist: Dickmusik wird aus Trockenobst, Gemüse und geräuchertem Schinkenspeck gekocht.

Da Fischfang an der gesamten Ostseeküste betrieben wird, dreht sich in den Restaurants fast alles um Fisch. Am häufigsten findet man Butt und Scholle, in Speck gebraten, Dorsch gekocht mit Senfsauce, Seezunge und Hecht sowie Makrele, Hering und Aal. Die Krabben kommen aus der Nordsee und schmecken besonders fein mit Rührei und Schwarzbrot.

Die besten Holsteiner Katenrauchschinken kommen aus den wenigen noch erhaltenen historischen Räucherkaten mit Reetdach, durchlässig für die frischen Brisen der West- und Ostwinde. Verarbeitet werden nur Schinken von gut gemästeten und gesunden Schweinen.

Wer sich in Schleswig-Holstein an traditionelle Spezialitäten hält, wird in der Regel kaum enttäuscht. Dazu gehört auch das herbe Bier, das die Flensburger Brauerei mit einer gelungenen Werbekampagne bundesweit bekannt gemacht hat.

Rum muss, Zucker darf, Wasser kann sein: Die Rede ist vom Grog, dem Getränk der Wahl, wenn an der Küste eine besonders steife Brise weht. Ähnliche wärmende Wirkung haben auch Glühpunsch, Eiergrog und Geele Köm-Punsch aus Tee und gelbem Köm (Kümmelschnaps). Wo der Norden es im Allgemeinen mit den härteren Getränken hält, macht Lübeck eine Ausnahme, denn die Hansestadt hat ihren Rotspon. Das raue Seeklima begünstigt die Entwicklung dieser bei Kennern geschätzten französischen Rotweine, die in Barriquefässern ausreifen.

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Wetter & Klima

Aktuelles Wetter

kachelmannwetter.com
Samstag / 23.06.2018
Vormittags
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Abends
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Sonntag / 24.06.2018
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Dienstag / 26.06.2018
Vormittags
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Mehr Wetterinfos

Klima

Tagestemperaturen in °C
  1. Jan 2
  2. Feb 3
  3. März 6
  4. April 11
  5. Mai 16
  6. Juni 20
  7. Juli 22
  8. Aug 21
  9. Sept 18
  10. Okt 13
  11. Nov 7
  12. Dez 4
Nachttemperaturen in °C
  1. Jan -2
  2. Feb -2
  3. März 0
  4. April 3
  5. Mai 7
  6. Juni 11
  7. Juli 13
  8. Aug 13
  9. Sept 10
  10. Okt 7
  11. Nov 3
  12. Dez 0
Sonnenschein Stunden/Tag
  1. Jan 2
  2. Feb 2
  3. März 4
  4. April 6
  5. Mai 8
  6. Juni 8
  7. Juli 7
  8. Aug 6
  9. Sept 6
  10. Okt 3
  11. Nov 2
  12. Dez 1
Niederschlag Tage/Monat
  1. Jan 18
  2. Feb 15
  3. März 13
  4. April 14
  5. Mai 12
  6. Juni 14
  7. Juli 15
  8. Aug 16
  9. Sept 15
  10. Okt 17
  11. Nov 18
  12. Dez 18
Wassertemperaturen in °C
  1. Jan 3
  2. Feb 2
  3. März 3
  4. April 5
  5. Mai 9
  6. Juni 14
  7. Juli 17
  8. Aug 17
  9. Sept 15
  10. Okt 12
  11. Nov 8
  12. Dez 5
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Anreise

Aus dem Süden kommend über die A 7 Richtung Kiel–Flensburg (Elbtunnel) oder die A 1 Richtung Lübeck–Puttgarden. Weitere Elbbrücken befinden sich bei Lauenburg und Geesthacht. Von Osten erfolgt die Anreise über die A 24 Berlin–Hamburg oder über die Ostsee-Autobahn A 20 nach Lübeck.

ICE-Verbindungen über Hamburg bestehen nach Neumünster, Kiel, Lübeck und Puttgarden auf Fehmarn. Ein Nachtreisezug verkehrt täglich auf der Strecke München–Hamburg (Fahrzeit ca. 9,5 Stunden). Die Lübecker Bucht ist über Hamburg–Lübeck–Puttgarden zu erreichen. Nach Kiel und an die nördliche Ostseeküste fahren Sie über Hamburg–Neumünster–Kiel sowie Kiel–Eckernförde–Flensburg. In die Holsteinische Schweiz gelangt man über Hamburg–Lübeck–Eutin–Kiel. Der Schienenverkehr wird durch Buslinien ergänzt, die besonders auf kleineren Strecken in Ost-West-Richtung verkehren.

Ab Hamburg ZOB fahren Busse verschiedene Ziele in Schleswig-Holstein an. Ein Verbund von Buslinien verbindet fast alle Orte.

Der nächste internationale Großflughafen ist Hamburg-Fuhlsbüttel. Von dort verkehren regelmäßig Busse nach Kiel (über Neumünster) und Lübeck. Vom Flughafen Lübeck-Blankensee aus werden Ziele im europäischen Ausland angeflogen.

Anreisezeit

5h 42min
4h 47min
3h 31min
Frankfurt am Main
Ostseeküste - Schleswig-Holstein
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio
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Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Himmelfahrt Pfingstmontag

3. Oktober

Tag der Deutschen Einheit

25. und 26. Dezember

Weihnachten

Veranstaltungen
Februar

Kieler Umschlag: drei tolle Tage mit historischem Hintergrund in der Kieler Innenstadt (Ende des Monats)

März

Beach Dining, Timmendorfer Strand: Die Gäste speisen in mehr als 100 Strandkörben oder im Gastrozelt neben der Seebrücke (ein Wochenende Mitte März).

Mai/Juni

Historischer Handwerkermarkt, Lübeck: Auf dem mittelalterlichen Koberg bieten Kunsthandwerker und Händler in nostalgischen Trachten ihre Ware an und zeigen alte Handwerkskünste (ein Wochenende Mitte Mai).

Rapsblütenfest, Fehmarn: Das „Gelbe Meer“ steht im Mittelpunkt eines großen Festes in Petersdorf auf Fehmarn mit Umzug und der Wahl der Rapsblütenkönigin (drittes/viertes Wochenende im Mai).

Kappelner Heringstage: traditionelles Stadtfest rund um den Hering mit Heringswette und Heringskönig (von Himmelfahrt an vier Tage lang)

Rum-Regatta: Treff historischer Segelschiffe im Flensburger Innenhafen (am Wochenende nach Himmelfahrt)

Deutscher Mühlentag: Am Pfingstmontag sind zahlreiche Mühlen Schleswig-Holsteins für Besucher geöffnet. Einige werden sogar in Betrieb gezeigt. www.muehlen-im-norden.de

Schusterfest Preetz: traditionelles Fest mit Livemusik und ausgelassener Stimmung im Stadtzentrum von Preetz (Ende Mai)

Aalregatta Eckernförde: Gesegelt wird von Eckernförde nach Kiel, mit buntem Festprogramm (Pfingsten).

Kieler Woche: größtes Segelsportereignis der Welt mit internationalem Programm. Die Promenade am Fördeufer wird zur Aktionsmeile, wenn sich die 5000 Segler treffen (letzte Juniwoche).

Immenhof-Festspiele, Bad Malente: Die Kultfilme aus den 1950er-Jahren werden als Theaterstücke auf einer Freiluftbühne aufgeführt (Juni–Sept.)

Juli/August/September

Schleswig-Holstein-Musikfestival und Jazz Baltica: hochkarätige Konzerte im gesamten Bundesland

Eutiner Festspiele: Festspiele auf einer Freilichtbühne am See zu Ehren des 1786 in Eutin geborenen Komponisten Carl Maria von Weber (Anfang Juli bis Mitte Aug.)

Travemünder Woche: die weltweit zweitgrößte internationale Segelregatta mit buntem Veranstaltungsprogramm (zweite Julihälfte)

Wikingertage Schleswig: historisches Fest rund um die Seefahrer aus Haithabu (Anfang Aug. zwei Tage)

Klosterfest in Cismar: Um das berühmte Benediktinerkloster aus dem 13. Jh. findet jedes Jahr einer der schönsten nostalgischen Märkte der Kunsthandwerker an der Ostseeküste statt (zweites Augustwochenende).

Deutsche Beach-Volleyball-Meisterschaft, Timmendorfer Strand: „Wimbledon auf Sand“ im Volleyballsport (Ende Aug./Anfang Sept.)

Lütjenburger Aufbruch: Mittelalterliches Lager mit Markt und Gaukelei in der Turmhügelburg im Nienthal (erstes Septemberwochenende)

Green Screen Naturfilmfestival: Fünf Tage im September wird Eckernförde zum Mekka der Naturfilmer.

Dezember

Lübecker Kunsthandwerkermarkt: Kunsthandwerk aus dem Ostseeraum im Heiligen-Geist-Hospital am Koberg

Fischers Wiehnacht: Im Niendorfer Hafen kommt der Nikolaus per Schiff (zwei Wochenenden Ende Nov./Anfang Dez.)

Zahlreiche Weihnachtsmärkte in den Städten und Dörfern

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Gut zu wissen

Auskunft
Ostsee-Holstein-Tourismus e. V.

Bahnhofstraße22368301805 700708www.ostsee-schleswig-holstein.de

Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH

Wall552410301805 600604www.sh-tourismus.de

Schleswig-Holstein-Musikfestival

KartenzentralePostfach 38400431 237070www.shmf.de

Spezialprospekte

Die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH gibt themen- und zielgruppenspezifische Prospekte heraus (www.sh-tourismus.de).

Baden

Ehrenamtliche DLRG-Rettungsschwimmer aus ganz Deutschland sorgen von Juni bis Mitte Sept. an der Ostseeküste und an den offiziellen Badestellen der Binnenseen für die Sicherheit der Badegäste und Wassersportler. In dieser Zeit wird die Wasserqualität von den Gesundheitsbehörden überwacht (aktuelle und detaillierte Berichte unter www.badewasserqualitaet.schleswig-holstein.de oder www.algenreport.de). Die Wasserqualität ist in der Regel sehr gut, Beanstandungen oder Badeverbote aufgrund von Bakterienkonzentrationen oder Algenblüte sind die große Ausnahme.

Bauernhöfe

Besonders für Familien ist Urlaub auf dem Bauernhof ein Erlebnis. Ein Katalog mit zertifizierten Höfen ist erhältlich bei Urlaub auf dem Bauernhof e. V04331 9453582www.bauernhof-erlebnis.de. Broschüren zu Übernachtungen in Heuherbergen können ebenfalls dort oder über die Landwirtschaftskammer Schleswig-HolsteinAm Kamp15–172476804331 9453243www.lwksh.de oder www.heuherbergen.de

Camping

Rund 120 Campingplätze gibt es an der Ostseeküste, mehr als 20 in der Holsteinischen Schweiz. Hinzu kommen noch ca. 20 Stellplätze für Wohnmobile. Mit wenigen Ausnahmen liegen die Plätze direkt am Wasser. Die Lübecker Bucht, Fehmarn, die Hohwachter Bucht und die Halbinsel Schwansen sind Zentren des Campingtourismus. Die Preise variieren in der Hauptsaison je nach Lage und Ausstattung zwischen ca. 10 Euro und 25 Euro pro Übernachtung. Den Prospekt „Campingküste“ mit detaillierten Infos hält der Ostsee-Holstein-Tourismus e. V. bereit (per Post oder als Download).

Eintrittspreise

Die in diesem Führer angegebenen Eintrittspreise gelten für Erwachsene. In fast allen Einrichtungen gibt es Ermäßigungen für Kinder (oft 50 Prozent), Jugendliche und Familien. Fragen Sie bei Bedarf auch nach Gruppentarifen!

Ferienwohnungen

Schleswig-Holstein besitzt eine große Anzahl von Ferienwohnungen, -häusern und Apartments verschiedener Preisklassen. Für eine gut ausgestattete Ferienwohnung für vier Personen direkt an der Küste zahlt man in der Hochsaison ab ca. 65 Euro pro Tag. Im Binnenland ist eine Wohnung auf dem Bauernhof für fünf Personen schon ab 35 Euro pro Tag zu haben. Gastgeberverzeichnisse senden die Touristservicestellen des jeweiligen Orts zu. Übernachtungsmöglichkeiten (inkl. Ferienwohnungen) in über 50 größeren Orten bietet die Internetseite www.ostsee-buchen.de.

Internet & WLAN

Obwohl es im ländlichen Raum noch letzte „weiße Flecken“ gibt, gehören schnelles Internet, WLAN bzw. Hotspots in den touristischen Zentren an der Ostseeküste und der Holsteinischen Schweiz inzwischen zum Standard. In den meisten Hotels, Gaststätten oder Touristinfos wird für den WLAN-Zugang keine Extragebühr erhoben. Einen hervorragenden Service mit Links zu Veranstaltungen und Buchungsmöglichkeiten bieten www.sh-tourismus.de und www.ostsee-schleswig-holstein.de. Informativ ist auch die offizielle Homepage www.schleswig-holstein.de. Wer wissen will, wo der Hund mit an den Strand darf, wo eine FKK-Badestelle ist oder welche touristischen Angebote sich in Reichweite befinden, wird unter dem Stichwort „Strandfinder“ auf der Website www.ostsee-schleswig-holstein.de fündig. Speziell für Hundebesitzer ist die Website www.hundestrand.de.vu gedacht.

Jugendherbergen

Eine Übersichtskarte aller Jugendherbergen in Schleswig-Holstein versendet der Ostsee-Holstein-Tourismus e. V., den Flyer gibt es auch auf der Website zum Download. Weitere Infos beim DJH Landesverband NordmarkRennbahnstraße10022111040 65599566.

Kuren

Viele Ferienorte sind auch staatlich anerkannte Heilbäder mit modernen Therapieeinrichtungen. Eine Infozeitung zum Thema Kuren sendet die Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH oder der Heilbäderverband Schleswig-Holstein e.V.0431 2108838www.heilbaederverband-sh.de zu.

Kurtaxe/Ostseecard

In den meisten Ostseebädern wird Kurtaxe erhoben. Die Kurkarte wurde durch die Ostseecard ersetzt, einen Ausweis im Scheckkartenformat, der je nach Ort und Saison 1–3 Euro pro Tag kostet (zu bekommen im Urlaubsquartier oder beim Touristservice). Damit kann man die Strände in allen teilnehmenden Orten unbegrenzt benutzen. Viele Geschäfte, Restaurants und Freizeiteinrichtungen räumen zudem Ermäßigungen ein. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Gebühr befreit.

Wer keine Ostseecard hat, benötigt in fast allen Orten in den zentralen Badeabschnitten eine Strandkarte, die am Automaten, oft auch bei den Strandkorbvermietern zu bekommen ist. Diese ist meist ebenso teuer wie die Ostseecard (1–3 Euro). Mehr oder weniger regelmäßig sind Kontrolleure unterwegs, die die Badegäste um das Vorzeigen der Strandkarte bzw. der Ostseecard bitten. Freistrände gibt es in den großen Ostseebädern meist in Randlagen oder an den nicht als Badestrand ausgewiesenen Küstenabschnitten.

Mietwagen

Große Firmen wie Hertz oder Europcar haben Niederlassungen u. a. in Kiel, Lübeck und Flensburg (www.hertz.de).

Notrufe

Polizei110; Rettungswagen, Notarzt112; Pannendienst ADAC0180 2222222

Strandkörbe

In der Hochsaison sollte man seinen Strandkorb unbedingt vorbestellen. Tagesmiete je nach Jahreszeit und Gegend zwischen 7 und 10 Euro/Tag oder 35 und 48 Euro/Woche. Auskunft über Anbieter geben die Touristinfos.

Wetter

Das Wetter an der Ostsee und in der Holsteinischen Schweiz ist besser als sein Ruf. Vor allem regnet es selten durchgehend über längere Zeit, da der Wind die Wolken oft schnell wieder vertreibt. Allerdings sorgt diese Brise auch dafür, dass die gefühlte Temperatur im Durchschnitt niedriger liegt als der bundesdeutsche Mittelwert. Zu den sonnenreichsten Gegenden in Deutschland gehört die Insel Fehmarn mit ca. 2200 Stunden Sonnenschein pro Jahr. Wettervorhersagen z. B.unter www.wetteronline.de.

Stichworte

Bernstein

Das „Gold des Meeres“ entdecken Strandläufer meist am Spülsaum zwischen Algen und Seegras. 300 verschiedene Bernsteinarten sind bekannt; in der Ostseeregion kommt der sogenannte Baltische Bernstein vor, der hellgelb bis orangerot, bräunlich oder gelblich-weiß schimmert. Dabei handelt sich um ein aus der Tertiärzeit stammendes, fossiles verhärtetes Baumharz, das vor 40–50 Millionen Jahren herabtropfte und durch Flüsse dem Meer zugeführt wurde. Doch wie erkennen Sie, ob ein Fundstück am Strand echter Bernstein ist oder nicht? Bernstein ist leichter als ein Stein, sodass er in konzentriertem Salzwasser schwimmt, und er lädt sich elektrostatisch auf. Der schnellste Test: Klopfen Sie mit dem Stein vorsichtig an die Zähne, bei echtem Bernstein klingt dies dumpf und matt.

Dänische Minderheit

Nach der jüngsten Grenzziehung zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein 1920 bildete sich in Südschleswig eine dänische Minderheit, deren heimliche Hauptstadt bis heute Flensburg ist. Hier erscheint auch die dänischsprachige Tageszeitung Flensborg Avis, und die Flensburger Touristeninformation hat zahlreiche Tipps für einen Ausflug ins Nachbarland parat.

In vielen Städten und Gemeinden im Norden Schleswig-Holsteins wurden dänische Kindergärten und Schulen gegründet. Dank eines intensiven Kulturaustauschs ist das Verhältnis zwischen Deutschen und Dänen heute sehr gut. Im Kieler Landtag ist die dänische Minderheit mit dem Südschleswigschen Wählerverband (SSW) vertreten, der seit 1955 von der Fünf-Prozent-Klausel befreit ist.

Endung „by“

In Angeln und Schwansen, vor allem in der Schleigegend, enden viele Ortsnamen mit „by“, wie Sieseby, Barkelsby oder Fleckeby. Daraus lässt sich schließen, dass diese Orte vor etwa 1000 Jahren gegründet wurden. Denn das gesamte Gebiet von Schleswig bis hin zu den dänischen Inseln stand damals unter der Herrschaft König Olafs von Schweden, dessen Untertanen die Region bevölkerten. Die schwedischen Siedler hatten bei der Gründung eines Orts die Eigenheit, sich zu verewigen, indem sie an ihren Namen die Silbe „by“ hängten, was einfach Ort oder Siedlung bedeutet. So wurde beispielsweise Sieseby einst von dem Schweden Sizo gegründet.

Feste Fehmarnbeltquerung

Auf ihrer Südseite ist die Insel Fehmarn schon seit 1963 über eine 1 km lange Brücke mit dem Festland verbunden. Um die Fahrzeit auf der „Vogelfluglinie“ zwischen Deutschland und Skandinavien weiter zu verkürzen, soll nun auch die Meerenge im Norden Fehmarns eine feste Querung bekommen. Planungen für das Projekt „Feste Fehmarnbeltquerung“ gehen von einem rund 18 km langen Tunnel unter Wasser aus, der ab 2020 die heute im Halbstunden- oder Stundentakt verkehrenden Fähren zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødby auf der dänischen Insel Lolland überflüssig machen könnte. Das Großprojekt hat jedoch nicht nur Freunde. Die Kritiker – besonders auf Fehmarn und an der Lübecker Bucht – befürchten negative Auswirkungen auf die Umwelt und den Tourismus.

Herrenhäuser

Zu den schönsten Sehenswürdigkeiten gehören die Herrenhäuser und Schlösser der einstigen Landesherren. Sie haben heute die unterschiedlichsten Funktionen: Im Schloss Gottorf bei Schleswig sind z. B. die Schleswig-Holsteinischen Landesmuseen untergebracht, Schloss Plön wurde zur Ausbildungsstätte für Augenoptiker. Einige Herrenhäuser und Schlösser bilden die Kulisse für kulturelle Veranstaltungen, manche können nur auf Anfrage besichtigt werden, während andere sogar Ferienwohnungen vermieten, wie z. B. das Herrenhaus Borghorst bei Eckernförde. Manche Besitzer stellen auch die Repräsentationsräume für private Festlichkeiten oder Tagungen zur Verfügung. Etliche Häuser aber sind nur von außen zu bewundern, wie das barocke Güldenstein bei Lensahn oder die Herrenhäuser in Gelting und auf Gut Panker, wobei Letzteres seine zahlreichen Nebengebäude für Besucher öffnet. Gemeinsam mit den Besitzern bemüht sich das Amt für Denkmalpflege um die Erhaltung.

Knicks

Typisch für die ostholsteinische Bauernlandschaft sind Knicks, die fast alle Äcker begrenzen, überwiegend aus Schlehdorn, Haselsträuchern, Holunder, Weißdorn und Brombeeren bestehen und Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen sind. Knicks entstanden erstmals vor etwa 200 Jahren, als anlässlich der Bodenreform die Weideflächen in Privateigentum aufgeteilt wurden. Um Grenzstreitigkeiten zu vermeiden, mussten die neu geschaffenen Felder mit Wällen umgeben werden. Zum Schutz gegen überlaufendes Vieh wurden diese mit Hecken bepflanzt, die auch vor Wind schützten und Brennholz lieferten.

Leuchttürme

Als Navigationshilfen für die Schifffahrt wurden 1220 erstmals in Travemünde Leuchtfeuer eingesetzt. Die meist auffällig in Rot und Weiß gehaltenen Leuchttürme gelten heute als Technikdenkmäler, viele von ihnen können besichtigt werden. An der Ostküste sind noch rund 20 Leuchttürme in Betrieb, davon fünf auf der Insel Fehmarn. Immer beliebter werden standesamtliche Hochzeiten in den Leuchttürmen.

Marzipan

Auf der ganzen Welt ist Lübecker Marzipan ein Begriff. Um die süße Masse aus Mandeln und Zucker ranken sich viele Legenden. Sicher ist, dass das Marzipan aus dem Vorderen Orient stammt. Wahrscheinlich kam es mit den Kreuzrittern von dort nach Europa. In den Lübecker Zunftrollen wird „Martzapaen“ erstmals im Jahr 1530 erwähnt. Lübecks Ruf als „Marzipanstadt“ wurde aber erst nach 1800 begründet. An über 130 Haustüren der Stadt soll das Naschwerk im frühen 19. Jh. verkauft worden sein. Heute gibt es noch etwa ein halbes Dutzend Hersteller. Der älteste und bekannteste Produzent von Lübecker Marzipan ist die Firma Niederegger, gegründet 1806 und mittlerweile in siebter Generation von der Familie geführt. Das Café Niederegger am Rathaus ist eine Lübecker Institution und ein Touristenmagnet.

Mühlen

Es gibt sie in Bock-, Turm- oder Erdholländerausführung: die Windmühle. Sie mahlte für den Bauern alles, was sie so zwischen die Mühlsteine bekam, meistens waren das natürlich Korn und Schrot. Das stürmische Schleswig-Holstein war ein Land der Windmühlen, Wassermühlen wurden nur selten gebaut. Im 19. Jh. gab es eine Mühle auf etwa 1000 Einwohner und rund 1000 Mühlen im ganzen Land. Etliche von ihnen wurden in den vergangenen Jahrzehnten wieder frisch aufgetakelt und funktionsfähig gemacht. Andere dienen als Hotel, Gaststätte oder Wohnung. Gleich eine ganze „Sammlung“ verschiedener Mühlen kann man im Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel bewundern.

Nord-Ostsee-Kanal

Der 1895 fertiggestellte, rund 100 km lange Nord-Ostsee-Kanal ist das größte und bekannteste Wahrzeichen Schleswig-Holsteins. Als „Kiel Canal“ ist er den Seeleuten in aller Welt bekannt. Rund 40 000 Schiffe passieren die Wasserstraße zwischen Brunsbüttel und Kiel-Holtenau jährlich. Wegen der zehn Hochbrücken (die aufgrund ihrer Stahlkonstruktion berühmteste, die Eisenbahnhochbrücke, befindet sich in Rendsburg) dürfen ihre Mastspitzen die Wasseroberfläche nicht mehr als 40 m überragen. Die beiden Schleusenanlagen am Anfang und Ende des Kanals zählen zu den größten der Welt. Dem Zuschauer bietet sich am Nord-Ostsee-Kanal ein faszinierendes Schauspiel: Passagierschiffe, riesige Tanker und Frachter schieben sich scheinbar mitten durch grüne Wiesen, auf denen Tiere weiden.

Platt

In vielen Teilen Schleswig-Holsteins und vor allem im ländlichen Bereich wird bis heute „Platt geschnackt“. Unterschiedliche Dialekte lassen sich dabei in den verschiedenen Regionen erkennen. Zur Blütezeit der Hanse (13.–16. Jh.) war Platt Weltsprache. Heute ist das Platt- oder Niederdeutsche eine anerkannte Regionalsprache und gleichgestellt, aber nicht sprachverwandt mit dem an der Nordseeküste gesprochenen Friesisch.

Zunehmend vom Hochdeutschen verdrängt, ist Platt noch in ländlichen Gebieten Alltagssprache – vornehmlich der älteren Generation. Doch inzwischen wird Platt auch wieder zunehmend Stadtkindern nahegebracht, z. B. im Kindergarten. Lebendig gehalten wird die Sprache zudem durch die zahlreichen niederdeutschen Bühnen sowie plattdeutsche Veröffentlichungen in den regionalen Zeitungen, TV- und Hörfunkprogrammen.

Auswärtigen wird es schwerfallen, einem auf Plattdeutsch geführten Gespräch zu folgen. Eine Liste der wichtigsten plattdüütschen Ausdrücke mit hochdeutscher Übersetzung finden Sie im Internet unter www.sh-geheimnis.de.

Raps

Im Mai/Juni sorgen besonders in Ostholstein und auf Fehmarn Rapsfelder für leuchtend goldgelbe Farbtupfer in der sanfthügeligen Landschaft. Raps ist eine zu den Kohlgewächsen gehörende Pflanze, aus deren Samen Öl gewonnen wird. Zwischen Nord- und Ostsee liegt das größte geschlossene Rapsanbaugebiet Deutschlands, weil hier optimale Voraussetzungen gegeben sind: nährstoffreiche, feuchte Böden, hohe Luftfeuchtigkeit und geringe Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.

Umweltschutz

Auch das ökologische System im Lebensraum der Ostsee ist stark bedroht, wenn es nicht möglichst schnell gelingt, schädliche Einflüsse weiter zu reduzieren. Wegen des geringen Wasseraustauschs mit dem offenen Meer reagiert die Ostsee besonders empfindlich auf Verschmutzungen. Ein großes Problem ist die Überdüngung (Eutrophierung), verursacht durch die konventionelle Landwirtschaft und die Einleitung ungeklärter Abwässer von Schiffen. Die Landesregierung bemüht sich u. a. mit dem Projekt „Nachhaltigkeitsstrategie Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein“ um Lösungsansätze zu umweltrelevanten Themen wie dem Klimawandel. Auch Umweltinitiativen sind aktiv. In einem Pilotprojekt nehmen Fischer aus Heiligenhafen und Fehmarn Plastikmüll, den sie aus der Ostsee ziehen, zur Entsorgung mit in die Häfen. Die Stadt Lübeck ist Vorreiterin in Sachen Landstrom für Schiffe: An einem ihrer Hafenkais können die „Pötte“ ihre Dieselmotoren abstellen, sodass die Belastung durch Schadstoffe und Lärm deutlich vermindert ist. Bei der Nutzung der regenerativen Windenergie hat Schleswig-Holstein sogar eine Vorreiterrolle. Schon knapp die Hälfte seines rechnerischen Stromverbrauchs kann das Land über Windenergieanlagen decken. Der Anteil soll weiter gesteigert werden.

Wikinger

Zwischen 800 und 1100 n. Chr. fuhren die aus Skandinavien kommenden Wikinger über die Meere und lebten von Überfällen sowie waghalsigen Handelsfahrten. Im 9. und 10. Jh. wurden sie sesshaft und gründeten an der Schlei Haithabu, das größte Handelszentrum des Nordens. Rund 1000 Menschen lebten hier. Sie waren Seefahrer und Piraten, Händler, Kaufleute, Schmiede, Kunsthandwerker, Bootsbauer und Tischler, die in Häusern aus Schilf und Holz wohnten. Heute können Sie in Haithabu bei Schleswig der alten Wikingerkultur in einem Museum nachspüren, zu dem auch einige rekonstruierte Dorfhäuser gehören.

Wirtschaft

Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige Schleswig-Holsteins. Daneben gehören die Gesundheitswirtschaft, die Landwirtschaft und der Schiffbau traditionell zu den tragenden Wirtschaftssäulen. In neuen Technologiezentren entstehen Hightechprodukte, beispielsweise der Biotechnologie oder Informationstechnik. Auch die Logistikbranche spielt eine Rolle. Der Fischfang dagegen hat an der Ostseeküste nur noch geringe wirtschaftliche Bedeutung, doch die malerischen Fischkutter stehen bei Touristen hoch im Kurs.

Bloss nicht

Nur mit T-Shirts anreisen

Auch im Hochsommer kann an der Küste gelegentlich eine kühle Brise wehen oder ein Schauer vom Himmel regnen. Meist verziehen sich die Wolken schnell wieder, und Luft und Natur sind danach ein noch größerer Genuss. Lassen Sie sich die Urlaubslaune nicht verderben, indem Sie ohne Regenjacke oder feste Schuhe anreisen. Wer sich schon vorab ein Bild vom Wetter am Ferienort machen möchte, kann das über Webcams auf den Websites der Touristinfos oder auf www.city-webcams.de.

Ohne Parkschein parken

Gebührenfreie Parkplätze in Strandnähe gibt es in den Ostseebädern leider kaum. Die kostenlosen Parkplätze liegen oft einen längeren Fußmarsch entfernt. Wer’s bequemer mag, muss tief in die Tasche greifen. Gebühren von bis zu 2,50 Euro pro Stunde sind keine Seltenheit. Und wehe, man überzieht auch nur geringfügig die auf den Parkzetteln ausgedruckte Zeit, das wird teuer. Die ständig patrouillierenden Ordnungshüter kennen keine Gnade.

Ruhe in der Hochsaison erwarten

Am betriebsamsten ist es an der Ostsee im Juli und August während der Schulferien. Da gibt es schon mal Tage, an denen man in den beliebten Bädern kein ruhiges Plätzchen mehr erwischt. Wer es einrichten kann, sollte daher während der Vor- oder der Nachsaison reisen, dann zeigt sich die Ostsee von ihrer schönsten Seite. Die letzten Strandkörbe werden erst Ende Oktober in den Winterschlaf geschickt.

Nur nach Bernstein suchen

Natürlich freut sich jeder, der ein Stück Bernstein am Strand findet. Leider kommt das fossile Harz an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins nicht eben häufig vor. Viele andere interessante Steine sind jedoch ebenso gut als Erinnerungsstücke geeignet. Zum Beispiel „Hühnergötter“ mit natürlich ausgewaschenen Löchern oder „Donnerkeile“, fossile Reste von Tintenfischen. Sachkundig erläutern lassen können Sie sich Ihre Funde bei geführten geologischen Strandspaziergängen, z. B. auf Fehmarn (04371 506654).

Panisch auf Quallen reagieren

Wenn an der Ostseeküste Quallen auftreten, handelt es sich meist um harmlose Ohrenquallen. Ihr sehr schwaches Gift ruft nur bei hochgradig empfindlichen Menschen Reaktionen hervor. Selten, bei Kontakt aber äußerst unangenehm sind Nesselquallen, auch Feuerquallen genannt. Sollten Sie mit den Fangfäden in Berührung kommen, unbedingt Ruhe bewahren! Die Haut nicht reiben, verbliebene Fäden nicht mit bloßen Händen berühren, kein Süßwasser oder Alkohol darüberschütten! Sand auf die betroffenen Stellen streuen, nach einer Weile vorsichtig abschaben und die Haut kühlen.

Reiseadapter

In Ostseeküste - Schleswig-Holstein sind unten abgebildete Steckertypen im Einsatz, für die gegebenenfalls enstprechende Reiseadapter für eigene Geräte benötigt werden.

Spannung 230 Volt und Frequenz 50 Hertz vor Ort sind analog zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz, somit wird kein spezieller Transformator zusätzlicher zum Adapter benötigt.

Mehr Infos zu Reisestecker & Netzspannung
Stecker-Typ C
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© CalinStan, iStock

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