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Reiseführer Mecklenburgische Seenplatte

Entdecken Sie die Mecklenburgische Seenplatte!

Fast hinter jedem Hügel glitzert ein See. Mehr als 1000 sollen es sein, die sich in der Wald- und Wiesenlandschaft verbergen. Für Wassersportler ein Eldorado. Baden, segeln und surfen, angeln und tauchen, mit dem Kanu oder mit dem Hausboot über das Wasser gleiten. Störche klappern auf den Wiesen, am Himmel ziehen Fischadler elegante Kreise, in den Schilfgürteln brüten Haubentaucher. Kopfsteingepflasterte Alleen führen Sie in beschauliche Dörfer und zu liebenswerten Kleinstädten mit verwinkelten Gassen, zu Schlössern und Herrenhäusern. Von den Türmen uralter Kirchen schweift der Blick weit über das Land, besonders im Frühjahr bieten sich reizvolle Bilder, wenn die gelben Rapsfelder mit dem blauen Himmel aneinanderzustoßen scheinen. Längst hat es sich herumgesprochen: Hier gibt es noch heile Natur.

Von Schwerin bis Feldberg erstreckt sich die Mecklenburgische Seenplatte. Die größte zusammenhängende, mit Kanälen und Flüssen verbundene und befahrbare Seenplatte Mitteleuropas hat keine exakten Grenzen, der eine zieht sie enger, der andere etwas weiter, die Zahl der Seen schwankt deshalb erheblich. Kein See gleicht dem anderen. Vorspringende Landzungen und Inseln zieren die einen, andere umrahmen Buchten, in denen sich nur das Röhricht im Wind wiegt. In der stillen Abgeschiedenheit blühen Seerosenfelder, und im Schilf am Ufer scheinen große und kleine Vögel Verstecken zu spielen. An und auf anderen Seen tummeln sich Wassersportler, sie segeln und surfen, wie auf der Müritz, Deutschlands größtem Binnensee – lässt man den Bodensee, den sich Deutschland mit der Schweiz und Österreich teilt, mal außen vor. „Morcze“ nannten die Slawen die Müritz: „kleines Meer“.

Zu sehen gibt es überall viel. Bekanntes wie die ältesten Bäume Europas, die Ivenacker Eichen. Der Riese unter ihnen soll 1200 Jahre alt sein, älter als Mecklenburg, das 2013 seinen 1018. Geburtstag beging. Manch anderes dagegen ist noch weitgehend unbekannt wie das Tal der Peene, eines der letzten naturbelassenen Flüsse Europas. Auf ihr im Kanu paddeln, das heißt abtauchen aus dem Alltag, Ruhe und Beschaulichkeit, allein sein mit Reihern, Seeadlern und Bibern.

Mancher Traum geht an den Seen der Region in Erfüllung. Hier darf man wieder Kind sein und auf Entdeckungstour gehen – die schnatternden Enten zählen oder den majestätischen Seeadler beobachten. Möchten Sie es komfortabel, mieten Sie ein Hausboot mit allen Raffinessen. Oder Sie leihen sich ein uriges, naturnahes Holzfloß und lassen sich gemächlich von der Strömung treiben, die Beine im Wasser und in der Hand ein kühles Getränk. Die Seenplatte gilt als Deutschlands größtes führerscheinfreies Wassersportgebiet. Die Ufer der Seen und Kanäle, an denen die Freizeitkapitäne mit Hausbooten und Flößen vorüberziehen, säumen tiefgrüner Wald und bunte Wiesen, einige Meter weiter stehen weiße Ferienhäuser, über die der Turm der alten Dorfkirche schaut. Der Angler auf dem Bootssteg macht kein glückliches Gesicht, sicherlich ein Urlauber, der mit dem Touristenfischereischein sein Glück versucht. Er sollte sich einem Fischer anvertrauen, denn die Profis wissen, wo sich Aal, Zander, Karpfen und Hecht tummeln, wo die Maräne vorkommt, die sauberes, klares Wasser mag und sich deshalb in den Seen der Region wohlfühlt.

Radwanderer schwärmen von dem flachen Land, in dem es sich fast mühelos radeln lässt. Auf schmalen Wald- und Wiesenwegen, meist jedoch auf den vielen neuen Radwegen geht es von Dorf zu Dorf, von See zu See. Unterwegs auf einen der Aussichtstürme steigen, beim Fischer frisch geräucherten Aal genießen, in einer stillen Bucht ins Wasser springen und dem Raunen der Natur lauschen, den Tag bei einem Lagerfeuer beenden. Kann es Schöneres geben?

Die Menschen hier leben im Einklang mit ihrer Umwelt, doch davon können sie ihr Dasein nicht bestreiten. Der Tourismus ist für diese Region wie für das gesamte Bundesland Mecklenburg-Vorpommern existenziell wichtig. Deshalb wurde in den vergangenen Jahren – ohne die Natur aus dem Auge zu verlieren – die Infrastruktur verbessert, etwa mit dem Ausbau zahlreicher Häfen. Allein rund um die Müritz gibt es mehr als 3000 Liegeplätze. Die Hotellerie der Seenplatte gehört zur modernsten in Deutschland. Herausgeputzt haben sich auch die kleinen Städte, wie Sternberg, Plau am See, Malchow, Röbel, und die meisten Dörfer. Sorgsam achtet man darauf, Vorhandenes zu bewahren. In der Gastronomie beäugt man Trends ebenfalls mit etwas Skepsis. Auf die Teller kommt vorwiegend Regionales – weil die Gäste vor allem das wünschen, was sie zu Hause nicht haben, lautet die Erklärung. Gastronomisch ist die Seenplatte aber dennoch keine graue Wüste mehr, wie ein Blick in die namhaften Restaurantführer verrät und wie Sie auch selbst feststellen werden.

Und auch die Kultur hat in der Region ihren festen Platz. Die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, Deutschlands drittgrößtes Musikfestival, sind das beste Beispiel dafür: Parks, Schlösser und Gutshöfe bilden unverwechselbare Kulissen für die Konzerte. Beethoven und Mozart in einer Scheune oder unter dem Blätterdach von Eichen und Kastanien lauschen – Mecklenburg war und ist in vielerlei Hinsicht ein Land der Kontraste. Auch das gehört dazu: Auf der einen Seite stehen eingerahmt von Parks die Herrenhäuser, ihrer Pracht wegen meist als Schloss bezeichnet. In ihrem Schatten ducken sich die aus Feldsteinen gemauerten Katen, in denen einst die Landarbeiter wohnten. Eins dieser Schlösser gelangte über die Landesgrenzen hinaus zu Ruhm, das Residenzschloss in Schwerin. Heute teilen sich der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern und das Museum den Prachtbau. Industrie siedelten die Großherzöge in der dünn besiedelten Region nicht an. Weil es dabei im Wesentlichen blieb, ist die Luft hier reiner als in vielen anderen Gegenden Deutschlands.

Die mancherorts fast unberührte Landschaft ist für viele Tierarten eines der letzten deutschen Refugien. Mehr als tausend verschiedene Käferarten krabbeln im Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte, etwa achthundert Schmetterlingsarten flattern umher. Um dieses großartige Insekten- und Vogelparadies für kommende Generationen zu erhalten, stellte man große Teile unter Schutz: Es gibt den Müritz-Nationalpark und vier Naturparks.

Die Menschen in diesem Landstrich wissen um ihre Schätze. Sie gehen alles ruhig und gelassen an, sind eher zurückhaltend. Kommt man mit ihnen jedoch ins Gespräch und auf ihr zauberhaftes Land zu sprechen, auf die schattigen Wälder und ihre Tierwelt, auf die stillen Seen mit den vielen Fischen, auf die herausgeputzten Städte und Dörfer, dann tauen die Menschen auf, und Sie lernen sie als engagierte und hilfsbereite Gastgeber kennen.

Quick Facts

Geeignet fürOutdoor, See

Im Trend

BMX-Flatland
Coole Bike-Artistik

Neubrandenburg ist Hochburg der Bikerszene. Ein Trend ist BMX-Flatland. Wie in einer Choreografie wirbeln die Fahrer zu Musik auf einer Fläche herum. Im Bikeverein Dirt ForceMühlendamm1www.dirtforce.de treffen sich die BMX-Fahrer und Mountainbiker der ganzen Region, Interessierte, auch Neulinge, sind immer willkommen. Im Bikepark des Vereins stehen Tracks für jeden Geschmack bereit. Bei schlechtem Wetter dient die BMX-Halle im Kulturpark NeubrandenburgParkstr.1b den Bikern als Alternative. Bikes, Schutzausrüstung und coole Bikerklamotten der angesagtesten Marken hat der Radshop WehdenGreifswalder Straße14www.radservice-wehden.de im Angebot.

Schelfstadt
Schwerin ist in

Die Schelfstadt in Schwerin mausert sich zum Szenerevier. Das kultige Viertel schließt im Norden an die Altstadt an, rund um die Münz- und Friedrichstraße laden kleine Boutiquen zum Stöbern ein www.friedrichstrasse-schwerin.de. Unbedingt einen Stopp im TextilkombinatFriedrichstraße8www.textil-kombinat.de einlegen und nach Designerstücken aus zweiter Hand kramen. Die Wohn-Kunst-GalerieFriedrichstraße12 präsentiert Bilder, Rahmen und die größte Tapetensammlung zwischen Hamburg und Berlin. In der Bar Zum FreischützZiegenmarkt11 stoßen Szenegänger aufs Leben an und genießen das Kulturprogramm. Wer extravaganten Schmuck liebt, findet Innovatives aus Edelstahl, Feinsilber, Gold und Teflon in Atelier und Werkstatt von Schoop DesignMünzstraße21www.schoop-design.de. Die nostalgischen Möbel im Caffee AntikMünzstraße18 sind zu kaufen – bei einem Glas Rotwein ist genug Zeit und Muße, sich das richtige Stück auszusuchen.

New Energy
Hybridyacht mit Solarzellen

Seit Kurzem befahren Freizeitkapitäne die Seenplatte mit Miet-Hybridjachten, die mit Sonnenkollektoren ausgestattet sind. So sinkt der Kraftstoffverbrauch der Boote um die Hälfte und die Natur freut sich. Auch die Flotte von Le BoatMarina WolfsbruchWolfsbruch3www.leboat.de hat solch ein Hybridboot . Das Solarboot „Kranich“ schippert mit vier Solarmodulen über die Seen. Vermietung in der Marina Wolfsbruchwww.marina-wolfsbruch.de. Wie Solarenergie sinnvoll eingesetzt wird, zeigt das Solarzentrum Mecklenburg-VorpommernWietowHaus Nr. 11www.solarzentrum-mv.de mit einer Solarmobilrallye.

Kugelrund
Boule im Aufwind

An verschiedenen Plätzen Schwerins beweisen sich Zielsichere im Boule. Der Sport erlebt kräftigen Aufwind. Mit Blick auf See und Schloss bietet das BoulodromWerderstr.74 am Stadthafen mehr als 20 Bahnen mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen. Dreimal pro Woche treffen sich die Lokalmatadoren zu Trainings- und Funspielen, Gastspieler sind jederzeit willkommen. Im Alten Garten finden im September die Schweriner Stadtmeisterschaften statt, an der auch die Autonome Pfaffenteich Boule Connexion antritt. Sonntagnachmittags finden sich Einwohner aus Wrodow und Umgebung vor dem Schloss WrodowJoseph-Beuys-Weg1Mai–Okt. ein, um beim Boule ein paar gesellige Stunden zu verbringen. Turniere gibt es regelmäßig im Schlosspark LelkendorfSchlossweg1www.schloss-lelkendorf.de.

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Mecklenburgische Seenplatte - die besten Locations und Angebote

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Aktivitäten & Touren

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Gastronomie

Spezialitäten

Gedünsteter Müritzzander

in Portionen geschnittener Zander, der in einem Sud aus Gewürzen, Wein und Zitronensaft gegart ist. Beilage: Kartoffeln und frisches Gemüse

Gefüllte Entenbrust

die fruchtig gefüllte Brust wird mit Sahne angerichtet und mit Apfelrotkohl und Kartoffelklößen serviert

Gefüllter Schweinerücken

Der Rücken wird mit einer gewürzten Hackfleischmasse gefüllt, unter die klein geschnittene Backpflaumen gemischt sind. In Scheiben geschnitten, wird er mit Kartoffeln, grünen Bohnen oder Apfelrotkohl serviert

Hecht in Petersiliensauce

in Stücke geschnittener, gekochter Hecht in Dillsauce. Beilage: Kartoffeln und Kopfsalat

Klopfschinken

rohe, dünn geklopfte, in mit Muskat gewürzter Milch eingelegte und dann goldbraun gebackene Schinkenscheiben. Dazu: in Butter gebratene Waldpilze, gedünstetes Gemüse oder grüner Salat, Kartoffeln

Mecklenburger Lammkeule

mit in Rotwein eingeweichten Backpflaumen gefüllte Lammkeule. Zu der gebratenen Keule gibt es Stampfkartoffeln sowie Kraut- oder Selleriesalat

Mecklenburger Rippenbraten

leicht gepökelte, gefüllte Schmorrippe vom Schwein. Die Füllung besteht u. a. aus Äpfeln und Backpflaumen. Dazu gibt es Sauce, Kartoffelklöße und Salat

Mecklenburger Sauerfleisch

klein geschnittenes, gekochtes Fleisch aus Kalbs- und Schweinefüßen, das mit Gelatine, Essig und Zucker verfestigt ist. Beilage: Bratkartoffeln und Krautsalat

Rote Grütze

zu Grütze gebundene Beeren, abgeschmeckt mit Zimt; serviert mit Vanillesauce

Schweinekamm mit Pflaumen

geschmorter Schweinenacken in Sauce. Mit Zucker gedünstete und mit Pfefferkuchen abgeschmeckte Backpflaumen werden heiß darübergegeben. Dazu: Stampfkartoffeln oder Klöße, Gurken- und Tomatensalat

Essen & Trinken

Doch die Zeiten haben sich geändert: Vorbei ist die aus der Not geborene Eintönigkeit der DDR-Küche, fleißig haben die Gastronomen in der letzten Zeit in Großmutters Kochbüchern gekramt und viele längst vergessene Rezepte hervorgeholt und kochen sie nach. Immer mehr Restaurantführer verleihen Gastronomen Kochlöffel oder Sterne für kreative Speisen.

In der Vergangenheit konnten sich die Landarbeiter und Fischer nur wenig leisten. „Nicht das Leckere und Zarte, sondern das Schwere und Massenhafte bestimmt den Speisezettel“, so schrieb ein Kulturhistoriker um 1860. Grünkohlsuppe beispielsweise galt als richtig zubereitet, wenn ein Ei darin nicht umfallen konnte. Man wollte gesättigt vom Tisch aufstehen. Gegessen wurde, was die eigene Wirtschaft erzeugte: Kartoffeln, Kohl und Rüben, Rind- und Schweinefleisch, Geflügel und natürlich Fisch.

Der Geschmack der regionalen Hausmannskost dürfte jedoch oftmals ungewohnt sein. Süß-sauer abgeschmeckte Speisen sind typisch, Zucker gehört zu vielen Hauptgerichten ebenso wie Backpflaumen und Rosinen. Manch Mecklenburger mag absolut nicht verstehen, warum sein Gast angesichts von Rindfleisch mit Pflaumen nicht wie einst Fritz Reuter vor Freude in die Hände klatscht. Auch an Linsensuppe mit Backpflaumen und an warme Blutwurst mit Rosinen wird sich nicht jeder Auswärtige ohne Weiteres gewöhnen.

„Frischer Fisch vom Fischer!“ Mit diesem Slogan laden viele Gaststätten an der Seenplatte zu Tisch. Die meisten Gäste möchten angesichts der zahlreichen Gewässer Fisch essen, den viele Köche vorzüglich zubereiten. Zu den Spitzenreitern der lokalen Gastronomie gehören Ich weiß ein Haus am See in Krakow sowie das Schlosshotel Burg Schlitz.

Die köstlichsten Fischsuppen gibt es übrigens nicht an der Ostseeküste, sondern im Seenplattengebiet. Der Grund: Der Süßwasserfisch Hecht eignet sich dafür besonders gut. Zubereitet wird die Suppe meist mit Gemüse und saurer Sahne. Tradition haben die Eintöpfe, die es in vielen Varianten gibt, was die meisten Gastwirte aber hartnäckig ignorieren. Den herzhaften mecklenburgischen Kohlrübeneintopf aus Steckrüben (auch als Wrucken bezeichnet) kann man wohl nur bei Bekannten oder Vermietern probieren.

Manche Restaurants schreiben ihre Angebote in Platt – der Originalität wegen. Deshalb muss aber keiner Plattdeutsch lernen, die Übersetzung ins Hochdeutsche wird stets mitgeliefert: Kak't Boors ist gekochter Barsch, Braden Maischull gebratene Maischolle, Brattüfften mit mangrögt Eiern ein Bauernfrühstück, und Klüten sind Teigklößchen aus Eiern und Mehl. Braden von't wilde Swin ist nichts anderes als Wildschweinbraten. Die Wälder der Region sind wildreich, deshalb wird oft Wild angeboten. Abwechslung in die Dorfspeisekarten bringt das Schlachtfest – probieren Sie, falls möglich, z. B. Grüttwurst (Grützwurst) oder Swartsur von't Swin (Schwarzsauer vom Schwein).

An kühlen Sommertagen sind die Gaststätten mittags gut besucht. Die Urlauber sonnen sich dann nicht, sondern wandern, und das macht hungrig. Mittags sind rasch zubereitete Gerichte gefragt, deshalb steht meist Kartoffelsalat auf der Karte. Ist er mit Hering, gekochten Eiern und sauren Gurken zubereitet, dann kommt er aus der eigenen Küche. Abends sollte man den Spuren der Einheimischen folgen. Sie wissen nicht nur, wo das beste Bier gezapft wird, sondern auch, wo das Essen am günstigsten ist und dennoch schmeckt. Wer sich etwas Besonderes gönnen möchte, wählt mit Äpfeln, Backpflaumen und Rosinen gefüllte Ente. Soll das Essen auch regionaltypisch enden, kommt als Nachspeise nur die rode Grütt (rote Grütze) infrage.

Zwischendurch schmeckt ein Fischbrötchen gut. Neuerdings haben manche Bäcker ein altes mecklenburgisches Rezept ausgegraben: Mecklenburger Speckkuchen (mit geräuchertem, gewürfeltem Speck, Kümmel und Salz bestreut), der warm aus dem Ofen am besten mundet und sich auch sehr gut als Imbiss eignet.

Wer nach dem Winterspaziergang durchgefroren ist, bekommt zum Aufwärmen einen Köm (klarer Kümmelschnaps) oder einen Grog: Auf zwei Stück Zucker wird so viel Rum oder Weinbrand gegossen, bis das Glas zur Hälfte voll ist. Dann wird mit siedend heißem Wasser aufgefüllt. Oft gibt es den Grog auch mit Tee gemischt. Ansonsten trinkt man gern Bier, die Mecklenburger mögen das heimische; an erster Stelle rangiert Lübzer.

Die Gastronomen der Region lassen sich einiges einfallen, um Gästen die Vielfalt der heimischen Produkte und Spezialitäten näher zu bringen. Siebenmal im Jahr heißt es „Plau kocht auf“: Sieben Restaurants und Hotels haben sich zusammengeschlossen und jedes von ihnen lädt einmal im Jahr zu einem Mehr-Gänge-Menü. Dabei können die Gäste den Köchen auf die Finger schauen, beim Showkochen im Restaurant, aber auch per Kamera-Live-Schaltungen in die Küche. Dagegen ist „Güstrow kocht auf“ Ende August ein Gourmetspektakel auf dem Marktplatz der Barlachstadt. Köche aus Restaurants und Hotels der Stadt stellen sich einer Publikumsjury. Neben den Wertungsgerichten bieten die Köche noch andere an. Ende September, Anfang Oktober steht bei den Müritz-Fischtagen (www.mueritz-fischtage.de) Fisch aus der Region im Mittelpunkt – er kommt in den an der Aktion teilnehmenden Restaurants in vielen Variationen auf den Tisch. Der Auftakt erfolgt traditionell in Plau am See mit dem Plauer Fischzug und einem großen Familienfest. Fischer landen den Fang im Plauer Hafen an und bringen den frischen Fisch in einem Festumzug zum Schaukochen am Marktplatz.

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Wetter & Klima

Aktuelles Wetter

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Sonntag / 21.10.2018
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Mehr Wetterinfos

Klima

Tagestemperaturen in °C
  1. Jan 2
  2. Feb 2
  3. März 6
  4. April 10
  5. Mai 16
  6. Juni 20
  7. Juli 21
  8. Aug 21
  9. Sept 18
  10. Okt 13
  11. Nov 7
  12. Dez 3
Nachttemperaturen in °C
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  2. Feb -3
  3. März 1
  4. April 3
  5. Mai 7
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  7. Juli 13
  8. Aug 13
  9. Sept 10
  10. Okt 6
  11. Nov 1
  12. Dez -1
Sonnenschein Stunden/Tag
  1. Jan 2
  2. Feb 2
  3. März 4
  4. April 6
  5. Mai 8
  6. Juni 9
  7. Juli 8
  8. Aug 7
  9. Sept 6
  10. Okt 4
  11. Nov 2
  12. Dez 1
Niederschlag Tage/Monat
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  2. Feb 8
  3. März 8
  4. April 8
  5. Mai 9
  6. Juni 9
  7. Juli 10
  8. Aug 9
  9. Sept 9
  10. Okt 9
  11. Nov 9
  12. Dez 10
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Anreise

Von Hamburg auf der Küstenautobahn A 20, die nördlich der Seenplatte verläuft, oder auf der A 24, die südwestlich an der Seenplatte vorbeiführt. Von Berlin aus sind Schwerin und die Mecklenburgische Großseenlandschaft auf der A 24/A 19 zu erreichen. Aus dem Süden führt der Weg in der Regel an Berlin vorbei in die Seenplatte.

Aus Richtung Westen bis Rostock, aus Richtung Süden bis Berlin, von dort mit der Regionalbahn durch die Mecklenburgische Großseenplatte. Autozüge verkehren von München nach Berlin. Nach Hamburg kann man von München, Lörrach und Villach fahren. Von beiden Städten ist es nicht weit bis zur Seenplatte (www.dbautozug.de). Täglich verkehren Nachtreisezüge City-Night-Linewww.citynightline.ch von Zürich über Süddeutschland mit Zustiegen in Freiburg, Heidelberg, Frankfurt nach Berlin sowie von München bis Berlin. Weiter geht es mit Regionalzügen bis Waren oder Neustrelitz.

Die nächsten internationalen Flughäfen sind Hamburg und Berlin. Flüge zum Flughafen Rostock-Laage01805 007737www.rostock-airport.de sollten Sie aktuell erfragen.

Sogar mit dem eigenen Boot können Sie die Mecklenburgische Seenplatte erreichen: von der Elbe über die Müritz-Elde-Wasserstraße. Von Hamburg bis Waren sind es 182 km, 15 Schleusen sind zu passieren, von Berlin bis Waren 282 km und 17 Schleusen.

Anreisezeit

7h 34min
7h 13min
1h 10min
Frankfurt am Main
Mecklenburgische Seenplatte
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio
© PeaPink , shutterstock

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Karfreitag, Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag

3. Oktober

Tag der Deutschen Einheit

31. Oktober

Reformationstag

25./26. Dezember

1. und 2. Weihnachtsfeiertag

Veranstaltungen
März

Neubrandenburger Jazzfrühlingwww.jazzfruehling-nb.deeine Woche in der zweiten Monatshälfte: Jedes Jahr im Frühling begeistern über 100 Musiker aus vielen Ländern mit Dixieland und Swing, Blues und Freejazz ihr Publikum.

Mai

Mecklenburger Motorradtreffenwww.motorradtreffen-malchin.de: Hunderte von Bikern versammeln sich Anfang des Monats mit Tausenden von Gästen zur „größten Party Mecklenburgs“. Vier Tage geht es in Malchin bis zum frühen Morgen heiß her, im Festzelt und auf mehreren Bühnen.

Müritz-Sailwww.mueritzsail.netMitte des Monats: Die kleine Schwester der bekannten Hanse-Sail in Rostock zieht mit Regatten, Drachenbootrennen, Mitsegelmöglichkeiten und zahlreichen anderen Attraktionen viele Besucher nach Waren. Der Höhepunkt ist die Flottenparade.

Pfingsten

Internationales Bergringrennen Teterowwww.bergring-teterow.de: Mit 1877 m Länge, mit Steigungen bis zu 22 Prozent, mit Sprungschanzen und schwierigen Kurven gilt die Strecke als Europas schönste Grasrennbahn. Seit über 80 Jahren steht das Rennen in jedem Motorsportkalender.

Kunst:offenwww.kunst-offen.com: Kunst und Kunsthandwerk am Ort des Entstehens erleben. Künstler öffnen ihre Ateliers, zeigen ihre Arbeiten, kommen mit den Gästen ins Gespräch.

Juni

Fritz-Reuter-FestspieleMitte des Monats: Theateraufführungen, Lesungen, Lieder auf Plattdeutsch in Stavenhagen, dem Geburtsort des bekannten niederdeutschen Dichters.

Juni–August

Festspiele im Schlossgarten03981 23930www.festspiele-im-schlossgarten.de: Neustrelitz als Stadt der Operette: Ob „Gräfin Mariza“, „Die lustige Witwe“ oder „Die Fledermaus“ – die Open-Air-Inszenierungen und Gastspiele im romantischen Schlossgarten sind ein Genuss.

Müritz-Saga01805 288244www.freiluftspiele.de: Der eigens für die Freiluftspiele Waren geschaffene Zyklus über die Geschichte Mecklenburgs wird immer mittwochs bis sonntags auf der Freilichtbühne im Bürgerpark Mühlenberg gespielt.

Schlossfestspiele Schwerin0385 5300123www.theater-schwerin.de: Im Alten Garten in Schwerin, vor der historischen Kulisse von Schloss, Theater und Kunstmuseum verzaubern die Opern-Freiluftaufführungen. Jedes Jahr wird eine andere Oper inszeniert.

Juni–September

Festspiele Mecklenburg-VorpommernFestspielbüro: Lindenstr. 1Schwerin0385 5918585www.festspiele-mv.de: Von großer Sinfonik bis hin zu Dixieland reicht das Programmspektrum des drittgrößten Musikfestivals Deutschlands. Orchester, Chöre und Sänger von Weltrang erfüllen Schlösser, Gutshäuser, Scheunen und Parks mit Musik der Extraklasse. Ein Forum für nationale und internationale Nachwuchskünstler ist die Kammermusikreihe „Junge Elite“.

Juli

Badewannenrallyewww.badewannenrallye.deFr–So, Mitte bis Ende des Monats: Die feuchtfröhliche Gaudi zieht seit Jahren Tausende von Gästen nach Plau am See. Teilnahmeberechtigt sind eigene Konstruktionen, die oftmals von abenteuerlicher Art sind.

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Gut zu wissen

Auskunft

Material über einzelne Städte und spezielle Reiseziele verteilen die Tourist-Informationen der Städte. Allgemeine Infos und Prospekte erhalten Sie bei folgenden Adressen:

Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte e. V.

17207Röbel (Müritz)039931 5380www.mecklenburgische-seenplatte.de

Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e. V.

19288Ludwigslust03874 666922www.mecklenburg-schwerin.de

Badewasserqualität

Die Wasserqualität an den Badestellen der Mecklenburgischen Seenplatte ist seit Jahren konstant überwiegend gut bis sehr gut. Vom 1. Mai bis zum 10. September werden alle vier Wochen durch die zuständigen Gesundheitsämter in den Badebereichen bei einem Meter Wassertiefe 30 cm unter der Wasseroberfläche Proben entnommen. Das Ministerium für Soziales und Gesundheit (www.sozial-mv.de) veröffentlicht jedes Jahr eine interaktive Badegewässerkarte. Auf ihr sind Beschreibungen der Badegewässer, die Qualität sowie aktuelle Nachrichten und Warnungen veröffentlicht.

Gesundheit

Wo sich der nächste Arzt oder das nächste Krankenhaus befindet, weiß man in den Tourist-Informationen. Die Rezeptionen der Hotels oder Campingplätze helfen ebenfalls mit entsprechenden Informationen weiter. Die lokalen Zeitungen veröffentlichen die Adressen von Ärzten, die außerhalb der üblichen Sprechstunden dienstbereit sind. Apotheken sind in fast allen Kleinstädten vorhanden.

Hunde

Wohlerzogene Hunde sind in den meisten Hotels gern gesehene Gäste, in den Restaurants dagegen weniger. Wenn es heißt, „kleine Hunde“ sind im Quartier erlaubt, sollte man sich vorher besser erkundigen, was die Gastgeber darunter verstehen. Im National- und in den Naturparks gehören Hunde unbedingt an die Leine.

Kirchen

Evangelische Kirchen, und das sind die meisten in diesem Land, haben fast immer nur zu den Gottesdiensten geöffnet. In touristisch geprägten Orten wie in Schwerin, Güstrow, Waren oder Röbel – vor allem dort, wo Sie gegen eine geringe Gebühr auf den Turm der Gotteshäuser steigen können – stehen die Türen in den Sommermonaten offen. Auf dem Land ist man im Pfarramt fast immer bereit, die Kirche für eine Besichtigung aufzuschließen.

Kurtaxe

Viele Ferienorte verlangen eine Kurtaxe. Kassiert wird sie fast immer bei der Anmeldung in der Unterkunft. Die Höhe der Kurtaxe ist jahreszeitlich unterschiedlich, in Waren beträgt sie von Mai–Sept. 1,50 Euro, sonst 1 Euro, in Krakow am See oder Plau am See 1 Euro, Kinder zahlen nichts. Die Kurkarte berechtigt oft zu Preisermäßigungen in Museen und bei Veranstaltungen.

Nationalpark-Ticket

Mit dem Müritz-Nationalparkticketwww.nationalparkticket.de kommen Sie – wahlweise mit dem Bus oder mit Bus und Schiff – bequem durch den Nationalpark. Die Verkehrsmittel können den ganzen Tag genutzt werden, Sie können beliebig oft ein- und umsteigen. Die Busse haben Anhänger, die kostenlos Fahrräder befördern, mitfahrende Nationalpark-Ranger geben Erläuterungen. Auf den Schiffen werden Räder ebenfalls kostenlos transportiert. Es gibt zudem 3- und 7-Tagestickets, die innerhalb von 14 Tagen gelten.

Notrufe

Feuerwehr/Notarzt: 112

Polizei: 110

Pannendienst ADAC: 01802 222222

Öffnungszeiten

Wer bei Restaurants sichergehen möchte, ob geöffnet ist, sollte vor dem Besuch anrufen. Sind keine Gäste mehr da, wird oft vorzeitig geschlossen. Viele kleinere Gaststätten haben einen, im Winterhalbjahr oft sogar zwei Ruhetage.

Geschäfte haben häufig eine Mittagspause, die jedoch nicht einheitlich ist. Die Ladenöffnungszeiten sind Mo–Fr freigegeben, Sa darf bis 22 Uhr geöffnet sein. Bei den Geschäften in den Ferienorten gilt die Bäderregelung: Vom letzten Sonntag im März an bis Ende Oktober darf sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet sein; ausgenommen von dieser Regelung sind die gesetzlichen Feiertage.

Bei Museen wird der letzte Besucher meist 30 Minuten vor Schluss eingelassen, im Winterhalbjahr haben einige Museen gar nicht geöffnet. Die Kirchen in den Städten sind im Sommer meist nur stundenweise geöffnet.

Parken

Die Ferienorte sind zu einer Zeit entstanden, als die wenigsten mit dem Pkw kamen. Deshalb sieht es mit Parkmöglichkeiten oft ungünstig aus. Parkhäuser sind in den kleinen Städten nicht vorhanden. Die Hotels verfügen fast alle über eigene Parkplätze. Unbedingt sollte man Hinweisschilder respektieren, denn mit dem Geld von Parksündern versuchen Städte und Gemeinden, ihre klammen Kassen aufzufüllen.

Preise

Achten Sie auf günstige Angebote, beispielsweise bei Museen auf Familienkarten. Von Ende Oktober bis vor Weihnachten und von Januar bis Ende März sparen Sie in ausgewählten Drei- und Viersternehotels im Vergleich zum Hauptsaisonpreis bis zu 50 Prozent. Das Doppelzimmer mit Frühstück kostet einheitlich nur 55 Euro im Drei-Sterne-Hotel und 66 Euro im Vier-Sterne-Hotel. Adressen dieser Hotels finden Sie auf der Website des Landestourismusverbandeswww.auf-nach-mv.de.

Reisezeit

Wer im Mai und Juni den Raps blühen sieht und die roten Farbtupfer der Mohnblumen an den Wegrändern, wird vom Frühling schwärmen. Doch wie fast überall sind die Sommerferien die gefragteste Reisezeit. Dann empfiehlt es sich vorzubuchen. Ebenfalls reizvoll ist der Herbst in der Region, wenn die Laubbäume ihr schönstes Kleid anlegen und Tausende von Vögeln auf ihrer Reise in den Süden Zwischenstation an den Seen machen. Märchenhaft erscheint die mit Raureif überzogene Landschaft mit zugefrorenen Seen im Winter. Vor allem zu Weihnachten und Silvester sind die Hotels und Pensionen gut gebucht.

Telefon & Handy

In den seltenen öffentlichen Telefonzellen gibt es meist Kartentelefone, fast alle Hotelzimmer haben Telefon. Handybesitzer sollten sich darauf einstellen, dass sie in abgelegenen Ortschaften der Seenplatte oder auf dem Wasser oft keinen Empfang haben.

Zeitungen

Im westlichen Teil der Seenplatte liest man die Schweriner Volkszeitung (www.schweriner-volkszeitung.de), im nördlichen die Ostseezeitung (www.ostsee-zeitung.de) und im mittleren und östlichen Teil den Nordkurier (www.nordkurier.de), die alle Mo–Sa erscheinen. Der monatliche Kulturkalender – Unterwegs in Mecklenburg-Vorpommern (www.kulturkalender-mv.de) – liefert aktuelle Kulturtipps.

Stichworte

Alleen

Ein Alleebaum leistet Beachtliches: Er produziert täglich den Sauerstoff, den zehn Menschen benötigen, und er filtert bis zu einer Tonne Staub aus der Luft. Auch die Tierwelt freut sich über die grünen Tunnel, denn sie bieten vielen Lebewesen im auf weiten Strecken waldarmen Seenplattengebiet Lebensraum. Im gesamten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern gibt es exakt 4374 Kilometer Alleen und mit einseitigen Baumreihen bestandene Straßen. Linden, Kastanien, Buchen sowie Obstbäume säumen die Autopisten, die letzten großen Pflanzaktionen fanden in den 1920er- und 1930er-Jahren statt. Ein Alleebaum wird maximal 200 Jahre alt, viele Bäume sind altersschwach und müssen gefällt werden. Das „Alleenentwicklungsprogramm“ der Landesregierung will die baumbestandenen Straßen als eins der Identitätszeichen des Bundeslandes nicht nur erhalten, sondern sogar erweitern.

Als man die ersten Bäume vor reichlich 200 Jahren pflanzte, ging es nicht um Öko, Umwelt und Klimawandel. Damals markierten die Bäume die unbefestigten Wege bei Dunkelheit und im Winter bei Schnee, im Sommer spendeten sie mit ihren belaubten Kronen Schatten und verbargen marschierende Soldaten.

Backstein

Mächtig ragen die Türme der monumentalen Backsteinkirchen auf, sie wetteifern mit Stadttoren und Rathäusern um den schönsten Glanz. Das leuchtende Rot prägt bis heute die Region. Natürliche Steinvorkommen gab es wenige, Lehm aber war reichlich vorhanden, und so entstand der gebackene Stein, der Backstein. Rasch machte er Furore. Mit primitiven Hilfsmitteln türmten ihn unsere Vorfahren zu beeindruckenden Bauten auf. Vor mehr als 800 Jahren begann man, den Lehm in fleißiger Handarbeit zu kneten, zu Ziegeln zu formen und zu brennen, um ihn witterungsbeständig zu machen. Wer den Anstoß für den gebackenen Stein gab, liegt bis heute im Dunklen. Die einen behaupten, der Backstein sei aus Oberitalien in diese Region gekommen, andere meinen, die Dänen seien es gewesen, denn die haben nach der Eroberung Rügens 1168 mit dem Bau von Backsteinkirchen begonnen. Im späten Mittelalter, mit dem Übergang der Gotik zur Renaissance, kam der Backstein aus der Mode. Die roten Steine wurden oft unter Putz verborgen. Wer sich heutzutage ein Backsteinhaus hinstellen lässt, zu dem meint man anerkennend, er habe Sinn für traditionelle Schönheit.

Draisinen

Drei Draisinenstrecken sind auf stillgelegten Eisenbahngleisen entstanden: Man strampelt von Karow nach Borkow, entlang des Kummerower Sees von Dargun bis Salem sowie von Waren (Müritz) nach Schwinkendorf. Die muskelbetriebenen Schienenfahrzeuge dienten den Eisenbahnern einst zur Streckenkontrolle. Der Name geht auf den 1785 geborenen Karl Freiherr Drais von Sauerbronn zurück, der das zweirädrige Laufrad erfunden hat. Auf dem bewegte man sich sitzend und mit den Füßen vom Boden abstoßend vorwärts. Heute bieten Touren auf Draisinen fernab vom Straßenverkehr Naturerlebnisse für die ganze Familie. Rastplätze entlang der Strecken laden zum Verweilen ein. Nach Absprache kann man sich Räder oder auch Kutschen bereitstellen lassen und so die Draisinentour noch abwechslungsreicher gestalten. Durch geringe Höhenunterschiede eignen sich die Fahrten für alle Altersgruppen. Manche der pedalbetriebenen Schienenfahrzeuge haben sogar Gangschaltung.

Fauna

Die Mecklenburgische Seenplatte ist wildreich: Reh, Wildschwein, Rot-, Dam- und Muffelwild leben hier. In Ivenack gibt es ein Damwildgehege, in dem über sechzig Tiere unter Bedingungen gehalten werden, die der freien Wildbahn weitgehend entsprechen. Auf der Halbinsel Damerower Werder können Sie sich ein Wisentgehege anschauen.

Der Müritz-Nationalpark bietet seltenen Greifvögeln Lebensraum, darunter dem Fischadler. Jährlich brüten rund 20 Paare im Park, die mehr als zwei Dutzend Junge großziehen. Charakteristischer Vogel der Seen ist der Höckerschwan; der Weißstorch kann sogar auf den Dächern der Kleinstädte beobachtet werden. Im Herzen der Seenplatte leben die vom Aussterben bedrohten Fischotter. Schilder fordern mit dem Hinweis „Otterwechsel 20–7 Uhr“ zur Rücksichtnahme auf.

In den Seen tummeln sich u. a. Zander, Barsch, Aal, Hecht, Blei (Brasse) und Plötze. Auch die Artenvielfalt kleiner Krabbeltiere und Insekten beeindruckt: So wurden 400 Spinnenarten und doppelt so viele Schmetterlingsarten registriert.

Flora

Von Menschenhand angelegte Kiefernforste beherrschen die Landschaft. Die angestammten Buchenwälder sind kaum noch anzutreffen, deshalb wurde der letzte schöne Bestand bei Serrahn östlich von Neustrelitz von der Unesco mit dem Welterbetitel geadelt. Typisch für die Seenlandschaft sind schöne Baumgruppen oder Einzelbäume. So stehen nördlich von Groß Gievitz (am Waldweg nach Hungerstorf) vier mächtige Eichen mit einem Stammumfang von je 8 m. Berühmt sind die Eichen von Ivenack, die als die ältesten Europas gelten. Die gewaltigste von ihnen hat ein vermutetes Alter von 1200 Jahren und einen Kronendurchmesser von 29 m.

Fritz Reuter

Die Werke des 1810 in Stavenhagen geborenen Mecklenburger Nationaldichters wurden in fast alle europäischen Sprachen und sogar ins Japanische übersetzt. Als sein Hauptwerk gilt der niederdeutsche Gesellschaftsroman „Ut mine Stromtid“, der auf Hochdeutsch unter dem Titel „Das Leben auf dem Lande“ erschien. Die „Urgeschicht von Meckelnborg“ ist eine kritische Darstellung der sozialen Verhältnisse in Mecklenburg zu Reuters Zeiten. Viel zitiert ist heute immer noch Reuters sarkastischer Vorschlag für die Landesverfassung, der die Zustände im Land charakterisierte: „Paragraf 1: Allens bliwwt bi'n Ollen. Paragraf 2: Nix war'ännert“.

Nach dem Tod Reuters 1874 gab der Verleger Dethloff Carl Hinstorff eine Volksausgabe der Reuter-Werke heraus: Die Gesamtauflage betrug über 1 Mio. Exemplare – kein anderer Autor des 19. Jhs. konnte eine nur annähernd so hohe Auflage erzielen. In Neubrandenburg und Stavenhagen stehen künstlerisch gestaltete Reuter-Denkmale – das entfernteste befindet sich in Chicago in den USA; deutsche Auswanderer hatten es dort 1893 errichten lassen. Begraben liegt Reuter im thüringischen Eisenach. Dorthin war er 1863 übergesiedelt.

Herrenhäuser

Herrenhäuser bildeten den Mittelpunkt eines Guts. Besonders groß und prachtvoll errichtete Bauten werden umgangssprachlich als Schloss bezeichnet. Kunsthistorisch steht diese Bezeichnung jedoch nur den landesherrschaftlichen Residenzen zu. Die Gutsbesitzer wurden 1945 im Rahmen der Bodenreform, die unter der Führung der Sowjets stattfand, durchweg enteignet. Zu DDR-Zeiten dienten die Herrenhäuser als Schulen, Seniorenheime, Ferienhäuser oder Internate. Viele bekamen nach der Einheit neue Besitzer, wurden wunderschön restauriert und oft zu Hotels umgebaut, wie in Klink, Groß Plasten und Teschow.

Katen

Katen heißen die kleinen, ärmlichen Häuser, in denen seit der zweiten Hälfte des 19. Jhs. die damaligen Tagelöhner und landarmen Bauern mit ihren Familien wohnten. Der Fußboden bestand aus gestampftem Lehm oder war mit Ziegelsteinen ausgelegt. Meistens befand sich in den Katen auch ein Stall für eine Kuh, mehrere Ziegen oder Schweine, denn die Landarbeiter waren auf die Tierhaltung angewiesen. Futter lagerte auf dem Dachboden.

Noch heute sind die stets eingeschossigen, meist aus behauenen Feldsteinen errichteten Reihenhäuser in vielen Dörfern zu sehen. Die meisten von ihnen wurden umgebaut, modernisiert und sind bewohnt.

Plattdeutsch

Bis zum 14. Jh. war Plattdeutsch, auch Niederdeutsch genannt, die Verkehrssprache in Norddeutschland. Im Laufe des 16. Jhs. setzte sich Hochdeutsch beim Bürgertum in den großen Städten und beim Adel auf dem Lande durch. Plattdeutsch blieb die Sprache der einfachen Menschen. Es gibt verschiedene Dialekte, die sich in Mecklenburg und Vorpommern aber kaum unterscheiden. Einheimische hören jedoch heraus, ob es sich um einen Mecklenburger von der Müritz oder einen Vorpommern von der Insel Rügen handelt. Die jüngere Generation hat heutzutage vielfach Schwierigkeiten, Plattdeutsch zu sprechen, verstehen kann es aber fast jeder. Binnenländern gelingt es hingegen nur selten, einem auf Plattdeutsch geführten Gespräch zu folgen.

Seeadler

Mit einer Flügelspannweite von über 2 m ist der Seeadler der größte Greifvogel, der in Deutschland vorkommt. Im Gebiet der Mecklenburgischen Seenplatte sind mehrere Paare und Jungvögel zu Hause. Der Seeadler, das deutsche Wappentier, ernährt sich zum Großteil von Fischen; die Jagd erfolgt meist aus dem Flug heraus. Der auf hohen Bäumen errichtete Horst der Greifvögel ist so groß, dass ein Mensch darin liegen könnte.

Im März legen Seeadler, die während der Brutzeit ihr Revier gegen Artgenossen verteidigen, zwei bis drei weiße Eier in den mit getrocknetem Gras gepolsterten Horst. Nach etwa vierzig Tagen schlüpfen die Küken, nach zehn bis zwölf Wochen sind sie flügge. Der König der Lüfte bleibt das ganze Jahr über in seinem Revier, das eine Größe von 10–50 km2 hat. Seeadler sind äußerst menschenscheu und sehr misstrauisch; im Müritz-Nationalpark brüten jedes Jahr zwischen 11 und 16 Paare, deren Horste streng bewacht werden.

Waldaktie

Für 10 Euro Aktionär werden! Mit der Aktie (www.waldaktie.de) erwerben Sie symbolisch einen Baum, den Sie selbst pflanzen dürfen, im „Klimawald Fleesensee“ bei Malchow. Mit dem „Aktienkapital“ entsteht neuer Mischwald, 10 Euro kosten die Aufforstung und Pflege von 10 m2 Wald. Touristen leisten mit dem Kauf einer Waldaktie einen persönlichen Beitrag zum Klimaschutz. Die Norddeutsche Stiftung für Umwelt und Entwicklung (NUE) verwaltet die Einnahmen und bezahlt davon den Kauf, die Pflanzung und die Pflege der Bäume, die dann zum Klimawald heranwachsen können. Die pro Waldaktie eingenommenen 10 Euro sind ausschließlich für Aufforstungen vorgesehen. Kleingedrucktes gibt es nicht, denn es handelt sich nicht um eine Aktie im Sinne des Aktionärsrechts. Versprochen wird eine gesicherte, wachsende Dividende und hundert Jahre lang eine tägliche Ausschüttung: Der Baum wächst täglich, und das hundert Jahre lang. Dann ist er altersschwach und muss gefällt werden.

Wiekhaus

Wiekhäuser sind kleine Kampfhäuser, die in die Stadtmauer eingefügt waren und diese überragten. Entwickelt wurden sie aus halbrunden Nischen für Armbrustschützen. Die Wiekhäuser wurden meist im Abstand von etwa 30 m gebaut und besaßen Schießscharten zum Wall und seitlich zur Mauer. Neubrandenburg besaß im 16. Jh. 53 Wiekhäuser. Nach dem Dreißigjährigen Krieg hatten sie ihren Verteidigungswert verloren und wurden zu Wohnungen ausgebaut oder verkamen. In den letzten Jahren hat man die erhalten gebliebenen Häuschen saniert, andere rekonstruiert. 25 gibt es heute wieder, sie werden als Restaurant, Büro oder Ferienwohnung genutzt. Wiek ist im Norddeutschen die Bezeichnung für eine kleine Meeresbucht. Vermutlich leitet sich der Name für die aus der Mauer ragenden Häuser davon ab.

Bloss nicht

Im Eiltempo fahren

Die Alleen fordern viele Verkehrsopfer. Beachten Sie, dass sie häufig unbefestigte Bankette haben und es nach Regen wegen des oft stundenlang von den Bäumen tropfenden Wassers höchste Rutschgefahr gibt. Wegen der schlechten Lichtverhältnisse sollten Sie auch tagsüber mit Licht fahren; als Höchstgeschwindigkeit empfiehlt der ADAC weniger als 80 km/h.

Leichtsinnig auf den Seen sein

Bei starkem Wind können sich die Müritz, der Schweriner und der Plauer See in gefährliche Gewässer verwandeln. Nicht wenige Segler oder Paddler haben die plötzlich aufkommenden Wellen schon in Lebensgefahr gebracht. Wenn sich Schlechtwetter ankündigt, sollten Sie das Wasser verlassen.

Mückenschutz vergessen

Die Stechmücke kann an Seeufern und Kanälen zur Plage werden. Mückenschutzmittel sollten Sie vorsichtshalber mitnehmen.

Einfach drauflos schippern

Zu Schilfgürteln ist ein ausreichender Abstand einzuhalten, zu Vogelansammlungen auf dem Wasser sollte er möglichst mehr als 100 m betragen. Innerhalb des Müritz-Nationalparks dürfen Sie mit Ihrem Boot nur an ausgewiesenen Stellen anlegen.

Den Naturschutz missachten

Im Müritz-Nationalpark sowie in den drei Naturparks ist der Mensch Gast in der Natur. Nationalparkranger achten streng darauf, dass die Schutzvorschriften eingehalten werden: Kraftfahrzeuge nur auf den beschilderten Parkplätzen abstellen, nicht lärmen, keine Pflanzen pflücken oder beschädigen, Tiere nicht beunruhigen! Wege und Straßen dürfen Sie in den Kernzonen nicht verlassen.

Wild berühren

Sollten Sie Jungwild finden, berühren Sie es auf keinen Fall, weil es danach vom Muttertier oft nicht mehr angenommen wird. Schwarzwild kann zudem gefährlich werden, wenn es seine Jungtiere bedroht sieht. Also: Hände weg von niedlichen Frischlingen!

Ohne Schein angeln

Freier Fischfang ist nicht gestattet. Wer ohne Fischereischein angelt, hat ein Bußgeld zu zahlen. Fehlt gar die Angelerlaubnis, gilt das als Fischwilderei und wird als Straftat geahndet.

Beim Radeln träumen

Viele Wege in den Naturparks sind nicht befestigt. Sie sind steinig, sandig, und bei Regen können sich Pfützen bilden. Im Wald sollten Sie die Augen offenhalten, denn es besteht die Gefahr, dass herabgefallene Äste oder umgestürzte Bäume den Weg versperren.

Reiseadapter

In Mecklenburgische Seenplatte sind unten abgebildete Steckertypen im Einsatz, für die gegebenenfalls enstprechende Reiseadapter für eigene Geräte benötigt werden.

Spannung 230 Volt und Frequenz 50 Hertz vor Ort sind analog zu Deutschland, Österreich oder der Schweiz, somit wird kein spezieller Transformator zusätzlicher zum Adapter benötigt.

Mehr Infos zu Reisestecker & Netzspannung
Stecker-Typ C
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Stecker-Typ F
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© CalinStan, iStock

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