Ist erwähnt in Reiseführer:
- Reiseführer
- Karibik
- Jamaika
In der Reihe vor der Passkontrolle steht ein Mann mit langen Dreadlocks, grauem Zweireiher und Designeraktentasche. Die Reisetasche hebt dann gemächlich ein hoch gewachsener Kofferträger vom Förderband. Wild umrahmen die langen, verfilzten Haare seinen Kopf. Und vor der Abfertigungshalle sitzt eine Gruppe von Rastafaris. Aus ihrem Ghettoblaster tönt rhythmisch Reggae, ein langer, konisch gedrehter Joint macht die Runde. Willkommen auf Jamaika!
Die Vorstellung von der Rundumbeschallung à la „Get up, stand up“, den Marihuanaqualmwolken über den selten vorhandenen Bürgersteigen, dem easy going unter karibischer Sonne, Rasta, Rum und Reggae – und das 24 Stunden am Tag? Wer dieses Zerrbild am Ende seiner Ferienreise mit nach Hause nimmt, hat vergessen, das Land kennenzulernen, versäumt, die bald 11 000 km2 Berg- und Küstenlandschaft zu durchstreifen, und es nicht geschafft, einen Zugang zu den Jamaikanern zu finden. Der Anlass für ein Gespräch ist schnell gefunden. Jamaikaner sind Fremden gegenüber aufgeschlossen und hilfsbereit, aber auch neugierig. Was Sie machen, woher Sie kommen, wohin Sie gehen, ob Ihnen die Insel gefällt und ob Sie wieder kommen, wollen sie wissen. Der Einfachheit halber werden Touristen wahlweise mit Joe oder Jane angesprochen. Sie brauchen sich also nicht zu wundern, wenn es quer über die Straße schallt: „Hey Jane!“
Geschichte
ab 650
Einwanderung der Tainos
1494
Christoph Kolumbus landet auf seiner zweiten Reise am 5.Mai an der Nordküste Jamaikas
1510
In der Nähe von St. Ann’s Bay wird die erste Stadt der Insel, Sevilla la Nueva, gebaut
1535
Villa de la Vega, das spätere Spanish Town, löst Sevilla la Nueva als Hauptstadt ab
1655
Britische Truppen besetzen am 10.Mai die spanische Kolonie
1670
Spanien tritt Jamaika im Vertrag von Madrid an England ab
1692
Der Piratenhafen Port Royal versinkt am 7.Juni nach einem Erdbeben im Meer
1739
Nach mehr als 80 Jahren Rebellenkrieg schließen Briten und aufständische Maroons einen Friedensvertrag
1838
Die Abschaffung der Sklaverei wird auch für Jamaika verbindlich
1866
Jamaika wird britische Kronkolonie
1938
Wirtschaftsunruhen im Land führen zur Gründung von Parteien und Gewerkschaften
1962
England entlässt Jamaika am 6.August in die Unabhängigkeit. Sir Alexander Bustamente von der konservativen Arbeiterpartei JLP wird erster Premierminister
1976
Der sozialistische Regierungskurs der Nationalen Volkspartei PNP bringt das Land an den Rand eines Bürgerkriegs
1980
Die JLP gewinnt die Wahl und führt das Land auf einen prowestlichen Kurs zurück
1989
Die inzwischen gemäßigte PNP erhält die erneute Regierungsverantwortung
2006
Portia Simpson-Miller wird als erste Frau Regierungschefin
2007
Nach Jahrzehnten verliert die PNP die Macht wieder an die JLP
2011
Bei vorgezogenen Parlamentswahlen verliert die regierende Arbeiterpartei nach nur vier Jahren ihre absolute Mehrheit an die oppositionelle PNP
Am 18.Breitengrad steht die Sonne fast senkrecht und strahlt aus meist blauem Himmel. Hymnisch einschmeichelnd und zuckersüß besingt Harry Belafonte Jamaika als „Island in the Sun“. Das ganze Jahr über herrscht ein tropisches Klima, Sommer und Winter unterscheiden sich nur geringfügig voneinander. Nachts kühlt es zwar etwas ab, doch es bleibt angenehm warm. Sanfte Winde lindern allzu große Schwüle, spielen raschelnd in den Kronen der Palmen. Dabei gibt es auch regionale Unterschiede: Im Süden fallen viel weniger Niederschläge als im Norden, die Vegetation ist spärlicher, die Sonne brennt heißer, und mannshohe Kakteen sind keine Seltenheit.
Das Meer ist weiter draußen tiefblau und trägt weiße Häubchen; an der Küste, in geschützten Buchten, ist es spiegelglatt und schillert in vielen Nuancen, mal hellblau, mal türkis. Transparent wie Zellophan, erlaubt es den Blick auf eine karibisch-bunte Unterwasserwelt. Fische in allen Regenbogenfarben umschwärmen vielfältige Korallenformationen und bewachsene Felsen. Heller Sand polstert Teile des Ufers, daneben trotzen schroffe Klippen dem Ansturm der Fluten. Von Mai bis November können Hurrikans über Jamaika hinwegfegen – ein Wermutstropfen im süßen Tropencocktail.
Eher wild als lieblich-idyllisch ist die Landschaft im Inselinnern. Den Nordwesten beherrscht das Cockpit Country, eine zerklüftete und schwer zugängliche Karstlandschaft, in die sich die Maroons, freigelassene und entflohene Sklaven, einst zurückzogen, um frei zu leben. Im Osten erheben sich die Blue Mountains mit dem Blue Mountain Peak (2256 m). Beide Regionen sind dünn besiedelt, der Anbau von Früchten und Gemüse ist mühsam. Nur Kaffeepflanzen gedeihen gut in den Hochlagen. Der besondere Reiz dieser Berge liegt in ihrer ursprünglichen Wildheit. Bis hoch hinauf gibt es noch an Edelhölzern reiche Wälder, die einst die ganze Insel bedeckten. Die kühle Feuchtigkeit des alles vereinnahmenden Nebels ist spürbar. Von einer zur anderen Sekunde entzieht hier oben die Natur dem Betrachter die gerade noch gewährten Ausblicke. Weder Himmel noch Erde scheinen zu existieren.
Während das Landesinnere oft unerschlossen und unberührt erscheint, zeigen Jamaikas Ufer ein anderes Gesicht. An der Nordküste, in den Orten Montego Bay, Runaway Bay und Ocho Rios, stehen die meisten Hotels. Die Sandstrände strecken sich in mehr oder weniger großen Buchten aus; viele von ihnen sind den Gästen der dort angesiedelten Hotels vorbehalten. Großen Zuspruchs erfreut sich auch Negril an der Westküste, sein 11 km langer Strand ist der längste der Insel. Den Süden hingegen charakterisieren abgelegene Fischerorte, unberührte Strände und eine junge touristische Infrastruktur. Hier fließen die Flüsse träge durch Mangrovendickicht.
Die Ostküste bietet die meiste Feuchtigkeit, die üppigste Vegetation und die verschwiegendsten Strände auf der ganzen Insel. Port Antonio ist ihr Herz. Einst bedeutender Bananenhafen, dann Tropenidyll für Hollywoodstars, steigen heute in den Pensionen und den wenigen größeren Hotels vor allem Individualtouristen ab. Auf der anderen Seite, mit den Blue Mountains im Rücken, liegt die pulsierende Hauptstadt Kingston. Auf den ersten Blick scheint die Stadt nicht mit Touristen gerechnet zu haben: Die Energie dieser Metropole kann man nicht auf einer Stadtrundfahrt spüren – schon eher bei einem Theater- oder Konzertbesuch. Erst während einer durchtanzten Nacht in einem Musikclub, einem Sonntag am Strand von Hellshire oder auf der Insel Lime Cay lernt man, die angenehmen Seiten der Stadt zu schätzen.
Überhaupt sind Sonntage auf Jamaika heiter und leicht. Damen in pinkfarbenen oder hellblauen Kostümen mit netzbehangenen Hüten eilen zur Messe. Die Straßen rund um die Gotteshäuser sind mit preisenden Gesängen und Danksagungen erfüllt. Nach dem Kirchgang besucht man Familie und Freunde, oder man unternimmt zusammen einen Ausflug. Selbst die Jugend gönnt sich einen Ruhetag, denn die Freitag– und Samstagabende dauern häufig bis zum Morgengrauen.
Die Touristenzentren liegen meist in der Nähe der interessanten Ausflugsziele. Einige der ehemaligen Herrenhäuser der Plantagenbesitzer, Great Houses genannt, wurden aufwendig renoviert und zu Museen umfunktioniert. In ihnen lernen Sie auch etwas über die Geschichte des Landes. Die Reichtümer der tropischen Natur werden auf Musterplantagen und in botanischen Gärten erklärt. In jedem größeren Ort gibt es farbenprächtige Märkte. Oder Sie mieten einen Wagen und fahren hinauf in die Hügel. Streifen durch Dörfer mit phantasievoll bemalten Hütten. Mit Respekt, Freundlichkeit und nicht übermäßig zur Schau gestelltem Reichtum geben solche Ausflüge gerade dem Urlaub auf Jamaika die Würze. Feel the vibe: Die Einladung an die ausländischen Besucher ist ausgesprochen, man muss sie nur aufgreifen, sich auf die Schwingungen einlassen, auf Entdeckungsreise gehen.
Inspirierende Reportagen
Jamaika Highlights
Aktuelles Wetter
Wissenswertes
Aktuelles Wetter
Wissenswertes
MARCO POLO Reiseführer
Jamaika
Buch, 11. Auflage · 12.99 €Kompakte Informationen, Insider-Tipps, Erlebnistouren und digitale Extras:
Entdecken Sie mit MARCO POLO die Karibikinsel von den Sandstränden der Nordküste bis zu den Wasserfällen im grünen Landesinneren - mit dem MARCO POLO Reiseführer kommen Sie sofort auf Jamaika an. Erfahren Sie, welche Highlights Sie neben einer Fahrt durch die Blue Mountains und dem Klettern über die Dunn’s River Falls nicht verpassen dürfen, wo Sie ungestört chillen können und dass Sie in Barney’s Hummingbird Garden scheue Kolibris aus der Nähe beobachten können.
Die Insider-Tipps des Autors lassen Sie Jamaika individuell und authentisch erleben und mit den Low-Budget-Tipps sparen Sie bares Geld. Erkunden Sie Jamaika in all seinen Facetten mit den maßgeschneiderten MARCO POLO Erlebnistouren. Das speziell dafür entwickelte Design sorgt - schon beim Lesen und umso mehr vor Ort - für größtmögliche Orientierung.
Die kostenlose Touren-App führt Sie digital (und ohne Roaminggebühren) auf den besonderen Wegen der Erlebnistouren. Und Events&News mit aktuellen Veranstaltungen (Ausstellungen, Konzerten, Festivals, Sportevents...) für die nächsten 3 Monate, brandaktuellen Informationen zu den Printinhalten und zusätzlichen Insider-Tipps hält Sie immer auf dem neuesten Stand. In jedem Band gibt es einen übersichtlichen Reiseatlas und eine herausnehmbare Faltkarte - in beide sind natürlich die Erlebnistouren eingetragen.

Jamaika in Buch & Film







