Ist erwähnt in Reiseführer:
Es lässt sich drehen und wenden, wie man will, von oben, von unten oder vom Wasser der Donau aus betrachten – Budapest bleibt immer schön. Und das mit all seinen Macken: dem bröckelnden Putz hundertjähriger Gebäude, der umstrittenen Politik, die in seinem Parlament gemacht wird, den eigensinnigen Hauptstadtbewohnern mit ihrer tief verwurzelten Melancholie. Wer sich einmal nachts auf der Fischerbastei von den Lichtern der Stadt hat hypnotisieren lassen oder tags per Straßenbahn über die Freiheitsbrücke gerattert ist, der ist – zack! – schwer verliebt.
Allseits Kontraste
Oft ist es gerade das Unperfekte, das die Stadt so liebenswert macht. Allen voran sind da Buda und Pest, die beiden durch die Donau getrennten Stadthälften. Sie sind wie vollkommene Gegensätze, die sich doch charmant anziehen. Entdecke selbst, wie unterschiedlich Stimmung, Architektur und Geschichte beider Seiten Budapests sind. Sicher ist aber auch: Die Höhen der grünen Budaer Berge und das Retro-Urbane der großbürgerlichen Pester Wohnhäuser gehören einfach ganz zusammen.
Dauerbaustelle Budapest
Budapest ist auch rund 35 Jahre nach der Wende eine Stadt im Um- und Aufbruch. Die zentralen Plätze, darunter der Kossuth Lajos tér vor dem Parlament, wurden in den vergangenen Jahren neu gestaltet, historische Gebäude wie die Pester Redoute und die Liszt-Ferenc-Musikakademie erstrahlen in altem Glanz. Exemplarisch für ein großes, die Stadt bewegendes Bauprojekt ist „Liget Budapest“: Hinter dem Heldenplatz wird das Stadtwäldchen umgestaltet, um eine Art Museumsquartier zu schaffen. Das Haus der Musik und das Ethnografische Museum eröffneten hier 2022.Die Neue Nationalgalerie befindet sich noch in Planung, der Biodom, eine Erweiterung des Zoos, ist bereits begehbar. Sowohl die Fidesz-Regierung als auch die vormalige Stadtverwaltung sind bzw. waren Befürworter des Projekts. Doch viele Budapester sind skeptisch: Bauvorhaben ziehen in Ungarn oft auch Korruption an, während Krankenhäuser und Schulen verfallen. Der 2024 erneut gewählte, linksliberal-grün eingestellte Oberbürgermeister Gergely Karácsony möchte die verbleibenden Liget-Baupläne stoppen, um die grüne Lunge Budapests zu erhalten – viel Aussicht auf Erfolg hat er dabei nicht mehr.
Geschichte
1001
Gründung des Königreichs Ungarn unter Stephan I.
1541
Das Stadtgebiet gerät in türkische Hand: Bau von Moscheen und Bädern in Buda
1848
Das Nationalmuseum wird bei einer Kundgebung am 15.März zu einem Ausgangspunkt der Ungarischen Revolution 1848/49
1867–1918
Österreichisch-Ungarischer Ausgleich, Doppelmonarchie
1873
Budapest entsteht durch die Vereinigung von Buda, Pest und Óbuda
1944
Deutsche Besetzung Ungarns. Ca. 50 000 Juden werden allein aus Budapest deportiert, ca. 70 000 in das Pester Ghetto verschleppt
1945
Schlacht um Budapest, sowjetische Truppen erobern die Stadt
23.Oktober 1956
Volksaufstand gegen die sozialistische Regierung der Volksrepublik
1989
Fall des Eisernen Vorhangs und Ausrufung der Republik Ungarn
2004
Ungarn wird EU-Mitglied
2026
Parlamentswahlen in Ungarn
Gehen oder bleiben?
Etwa 1,7 Mio. Menschen leben in der Hauptstadt. Budapest wird auch der „Wasserkopf“ Ungarns genannt, denn im Verhältnis zu den 9,8 Mio. Bewohnern Ungarns staut sich hier ein beachtlicher Teil der Bevölkerung. Zum Studium und auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensverhältnissen zieht es viele Ungarn von der Provinz ins stattliche Budapest – oder nach Deutschland oder Österreich, wo der Euro lockt. Die Trends der vergangenen Jahre zeigen, dass deutlich mehr Ungarn, vor allem unverheiratete unter 40 Jahren, ihre Heimat verlassen, um im Ausland zu arbeiten. Manche kommen aus Heimweh zurück, so wie Ági: Die 28-jährige Budapesterin arbeitet mittlerweile wie viele junge Ungarn in einem multinationalen Unternehmen, als Teamleiterin verdient sie mit 300 000 Forint netto überdurchschnittlich gut. Gerade hat sie sich mithilfe eines Bankkredits und Erspartem ihre erste Eigentumswohnung gekauft – und kann endlich auf die überteuerten Hauptstadtmieten pfeifen.
Immer was los
Nirgendwo sonst im Land wird so gut verdient wie in Budapest. Vielen Arbeitnehmern eröffnet ihre Arbeit aber kaum Chancen auf Wohlstand – bei Lebenshaltungskosten, die weitgehend auf westeuropäischem Niveau liegen, ermöglichen die Löhne nur ein bescheidenes Dasein. Der Alltag ist für die meisten Budapester hart, und dennoch sind sie die größten Fans ihrer Stadt. Denn hier spielt die Musik. Die großen Bands treten nur in der Hauptstadt auf, nur hier finden die großen Sportereignisse und Festivals statt, und auch das Verreisen geht von Budapest aus am geschicktesten. Im Sommer ist Budapest ein einziges Open-Air-Eldorado. Donauufer, Stadtwäldchen und Parks: Budapester machen die Stadt in jeder freien Minute zu ihrem Tummelplatz. Sie gehen raus – und sie gehen aus. Das gilt auch für Familien: Die Ü30er Szilvi und Tomi wohnen mit ihren zwei Kindern in einem Plattenbauhochhaus auf der Budaer Seite. Das Budget ist knapp, aber am Freizeitvergnügen wird nicht gespart. Zoo, Kindereisenbahn, Ausflüge in die Budaer Berge, Skaten auf der Margareteninsel – die Familie hat sich in Budapest einen bunten Erlebnisraum abgesteckt. Mach doch mit, pack auch du deine Skates ein!
Typisch Hauptstadt
Eine Vertreterin der älteren Generation ist Márta: Sie wurde in Budapest geboren und ist der Stadt ihr Leben lang treu geblieben. Die Rentnerin trifft man meistens im Kaffeehaus. Dort tratscht sie bei einem Stück Dobos-torta mit ihren Freundinnen – und das, sagt Márta, muss sein, auch wenn die 80 000 Forint Rente das eigentlich nicht erlauben. Eine weitere Freude sind die Besuche in den Thermalbädern: Vor allem für ältere Menschen sind sie mehr als nur Heilbäder, sie sind Kontaktbörse und Unterhaltung. Beides solltest du nicht verpassen: die Kaffeehäuser und die Thermalbäder, denn sie gehören einfach zu Budapest. Aus allem das Beste machen, darin sind alle Budapester geübt. Vor allem aber verbindet sie eines: Budapester sind – Budapester. Gesegnet mit dem unerschütterlichen Selbstbewusstsein, tempo- und tonangebend zu sein. Wochentags bevölkern sie ihren städtischen Kosmos, freitags beginnt im Sommer der Exodus. Bevorzugte Ausflugsziele sind der nahe gelegene Velence-See, der Balaton (Plattensee) und das Donauknie. Zu den Stadtflüchtern gehören Budapester, die sich in den sozialistischen Jahren ein Ferienhäuschen zulegen konnten oder die Freunde und Verwandte besuchen.
Tausendjährige Geschichte
Hunderttausende Budapester sind am wichtigsten Nationalfeiertag, dem Sankt-Stephans-Tag am 20.August, auf den Straßen, Plätzen und Brücken unterwegs. Geschichte ist in Budapest und in den Köpfen der Budapester allgegenwärtig. Die Geschichtsschreibung Ungarns beginnt 896 mit der „Landnahme“ der sieben Magyarenstämme unter der Führung des Fürsten Árpád. Eine herausragende Stellung nimmt der erste ungarische König Stephan ein, der im Jahr 1000 gekrönt wurde. An ihn erinnert auch die Stephanskrone im Budapester Parlament. Nachdem die Mongolen 1241/ 42 das Land überrannt hatten, baute König Béla IV. auf dem Burgberg eine erste Burg. König Matthias (1458–90) ließ sie im Renaissancestil ausbauen. Dieser goldenen Ära folgte die knapp 145 Jahre anhaltende Besetzung durch die Türken (1541–1686). Als der Kampf gegen die Besatzer erfolgreich endete, waren Buda und Pest vollkommen zerstört.
Einschneidende historische Kapitel
1941 trat Ungarn an der Seite Deutschlands in den Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion ein. Während der von den ungarischen Pfeilkreuzlern unterstützten Terrorherrschaft der Nazis wurde das Budapester jüdische Viertel zum Ghetto und für Tausende zum Grab. Am Ende des Kriegs lagen weite Teile der Stadt in Trümmern. 1947 kam die Kommunistische Partei an die Macht. Proteste von Budapester Studierende gaben 1956 den Anstoß zum Widerstand gegen das Regime; der Aufstand der „Konterrevolutionäre“ wurde blutig niedergeschlagen. Jahrzehnte später, in der Nacht zum 11.September 1989, öffnete Ungarn seine Grenze und ermöglichte rund 100 000 DDR-Bürgern – darunter vielen, die in einem Budapester Lager untergebracht waren –, die Flucht. Am 23.Oktober, dem 33.Jahrestag des Aufstands von 1956, wurde von einem Fenster des Budapester Parlaments aus die Republik Ungarn ausgerufen. Damit war die sozialistische Volksrepublik Geschichte.
Stadtentwicklung um jeden Preis
In den letzten Jahrzehnten waren die Scheinwerfer in Budapest vor allem auf die blühenden Stadtlandschaften gerichtet: auf die wunderbar restaurierten Glanzlichter des historischen Budapest, auf die gewaltigen internationalen Investitionen in Shoppingcenter und Luxusimmobilien, auf Großprojekte wie das Millenniumsviertel an der Rákóczi-Brücke. Ausgeblendet blieben die Schattenseiten des Fortschritts. Schon die Finanzkrise ab 2007 verschärfte die Not der öffentlichen Haushalte und die sozialen Spannungen, zuletzt sorgte die Inflation für massive wirtschaftliche Probleme im Land. So steckt auch hinter dem Wort „international“ für viele Budapester eher ein notwendiges Übel. Einerseits sind internationale Konzerne in der ungarischen Hauptstadt wichtige Investoren und Arbeitgeber, andererseits stehen sie für die Banken, bei denen viele Wohnungseigentümer in der Kreide stehen – bedroht von der Gefahr, das Dach über dem Kopf zu verlieren. Als wirtschaftliches und politisches Zentrum des Landes ist Budapest eine Art Brennglas, das alle Probleme bündelt.
Blick nach vorn und zurück
In der Hauptstadt wird Bilanz gezogen. Die wichtigste Frage lautet: Was haben die vergangenen 35 Jahre den Ungarn gebracht? Budapest besinnt sich mehr denn je auf die schwierigen Lebensbedingungen der meisten Menschen und auf die ureigene ungarische Identität der Stadt. Das Budapest von morgen soll ein anderes sein. Wie es aussehen soll? Die Antwort steht noch aus. Die Schönheit der Stadt ist von alledem unberührt. Sie bahnt sich weiterhin ihren Weg durch die Ritzen mitgenommener Häuserwände und die Wellen des sonnengeplagten Asphalts. Sie ist sichtbar in zauberhaften Pester Innenhöfen und runderneuerten Budaer Metrostationen und in den charmanten Gesten der humorvollen Ungarn. Na, hast du dich schon verliebt?
Budapest Highlights
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