Tokio

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Entdecken Sie Tokio!

Abstoßend, liebenswürdig, ein Moloch, eine Ansammlung von Dörfern, aufregend, provinziell, hässlich, exotisch, steif, vital … Greifen Sie eins dieser Merkmale heraus – oder erweitern Sie die Liste – und setzen Sie davor: „Tokio ist …“. Stimmt, Sie haben soeben eine richtige Aussage über Japans Metropole getroffen. So unendlich viele Facetten hat diese Stadt, dass wohl niemand sie auf einen einzigen Nenner bringen kann. Auf dem größten Fischmarkt der Welt herrschen ab morgens um fünf eigene Gesetze, wenn Hunderte riesengroße Thunfische versteigert werden. Über edle Einkaufsmeilen ziehen ab elf Uhr gut betuchte, markenbewusste Modefans, während Gadget-Fans in den hippen Elektronikläden auf Jagd gehen. In Kabuki- und Noh-Theatern lebt die Tradition des alten Japan ebenso weiter wie im staubigen Ring der Sumo-Arenen.

Spätestens wenn Sie während der Dämmerung, der sogenannten blauen Stunde, von der Aussichtsplattform eines Wolkenkratzers auf die größte Stadt der industrialisierten Welt schauen, diese sich endlos ausdehnende Metropole, hinter der im Westen majestätisch der heilige Fuji-san thront, wird klar: In dieser Stadt kann es einem nie langweilig werden.

Tokio ist ein Abenteuer, eine Reise zwischen Vergangenheit und Zukunft. Aber wie lernt man die Megastadt am besten kennen? Wer einen Kulturschock fürchtet, beginnt am besten auf der Omotesandō in Harajuku. In den Cafés begegnen einem Fremde wie du und ich, die sich offensichtlich prächtig zurechtfinden. Hier, an der „Tokioter Champs-Élysées“, ist die Fernostmetropole am europäischsten.

Danach bietet sich eine Stadtrundfahrt besonderer Art an. Sie dauert exakt 60 Minuten und kostet nur gut 1,20 Euro (132 Yen). Gemeint ist eine Rundfahrt mit der S-Bahn auf der Yamanote-Ringlinie. Dazu lösen Sie nur eine Karte bis zur nächsten Haltestelle, also zum Beispiel ab Harajuku bis Yoyogi. Statt dort auszusteigen, bleiben Sie einfach sitzen. Ob Sie einen Sitzplatz bekommen, hängt freilich davon ab, wann Sie fahren. Zu den Stoßzeiten, also von etwa 8 bis 9.30 Uhr und von 17.30 bis 19 Uhr, sollten Sie öffentliche Verkehrsmittel möglichst meiden, da sie dann teilweise unerträglich voll sind.

Eine Weile grüßen zur Linken noch die hohen Baumwipfel aus dem Parkgelände des Meiji-Schreins herüber, dann bestimmen die avantgardistischen Wolkenkratzer von Shinjuku das Panorama. Der höchste ist das Rathaus, Sitz des Gouverneurs der Riesenmetropole. Die Zahlen sprechen für sich: Rund 26 Mio. Menschen leben im Großraum Tokio-Yokohama auf einer Fläche von 13 500 km2, aufgegliedert in 23 Bezirke (ku). Hinzu kommen 27 eingemeindete Städte, fünf kleinere Ortschaften und acht Dörfer.

Mit der Yamanote-Bahn gelangen Sie bald an die Station Takadanobaba. Zwei der angesehensten Universitäten liegen in dieser Gegend: die Waseda und die Gakushūin. An Letzterer hat Kaiser Akihito studiert, ebenso wie seine beiden Söhne. „Ikebukuro“ verkündet die Lautsprecherstimme. Dieses moderne Viertel der Hauptstadt wird überragt von der 60-stöckigen Sunshine City. Sie steht auf historischem Boden: Hier befand sich einst das Sugamo-Gefängnis, in dem die Kriegsverbrecher der Klasse A inhaftiert und die Hauptangeklagten am 23. Dezember 1948 hingerichtet wurden.

Komagome, meldet der Schaffner, Tabata, Nippori und Uguisudani. Auf Deutsch heißen diese Namen so viel wie Pferdekoppel, Reisfeldrain, Sonnenuntergangsdorf und Nachtigallental – poetische Namen aus vergangener Zeit, die Realität sieht anders aus. Der Zug gleitet heute an monotonen Häuserfronten vorbei. Wäre das Tempo nur ein wenig langsamer, ließen sich Einblicke in die Wohnsituation der Durchschnittsjapaner gewinnen. Zumeist trostlose Einblicke, denn die Wohnungen sind winzig, ohne besonderen Komfort und teuer obendrein. Zurück zur Pferdekoppel und dem Tal der Nachtigallen. Gesetzt den Fall, Sie würden an einer dieser Stationen aussteigen und durch die Gegend streifen: Auch ein Tokio-Neuling würde den Unterschied spüren zu Vierteln wie Shinjuku oder Ihrem Ausgangspunkt, der Omotesandō. Ursprünglicher ist es hier, direkter und ungeschminkter – das Hässliche ebenso wie das Schöne.

Irgendwo in dieser Gegend verläuft eine imaginäre Grenze, die Tokio schon eh und je in zwei Bereiche geteilt hat: in Yamanote, die Oberstadt, und Shitamachi, die Unterstadt der kleinen Leute. Der nächste Bahnhof heißt Ueno. Wenn Sie die Fahrt hier unterbrechen würden, wären Sie im Herzen des ehemaligen Shitamachi. In den angrenzenden Vierteln Yanaka und Nezu kann man bei Streifzügen durch enge Gassen, vorbei an vielen Tempeln und kleinen Geschäften, noch einiges vom alten Tokio entdecken. Ein geeigneter Anlass, einen kurzen Blick auf die bewegte Stadtgeschichte zu werfen. Als Stadtgründer gilt Fürst Ōta Dōkan, der im 15. Jh. auf den Grundmauern einer alten Burganlage eine Festung errichten ließ. Doch als „Stadt“ kann man wohl kaum bezeichnen, was Tokugawa Ieyasu, Herr der acht Kanto-Provinzen, ein gutes Jahrhundert später hier vorgefunden hat: Nicht mehr als insgesamt 100 Häuser zählt die Ansiedlung, die sich Edo – das Tor zum Fluss – nennt. Dennoch beschließt der Kriegsherr, wegen der strategisch günstigen Lage hier sein militärisches Hauptquartier aufzuschlagen.

Noch einmal vergehen zehn Jahre, dann hat sich die Situation schlagartig verändert. 1600, in der Schlacht von Sekigahara, besiegt Ieyasu seine fürstlichen Rivalen und wird 1603 zum Shōgun, zum obersten Militärherrn, ernannt. Der Kaiser – ohne Macht und Einfluss – residiert weiterhin in Kyoto. Politik wird von jetzt an in Edo gemacht. Das Fischerdorf mausert sich zur Metropole. Ab 1634 werden alle Lehnsherren gezwungen, sich jedes zweite Jahr mitsamt Gefolge in Edo einzufinden. Ihre Familien müssen ohnehin in Edo bleiben – als Geiseln.

Im Süden und Westen der Burg liegen ihre Residenzen – in Yamanote. Im Norden und Osten – in Shitamachi – ist der Platz für das einfache Volk. Während die Vornehmen in der Oberstadt ein reglementiertes, tristes Dasein führen, brodelt hier das Leben, blüht die städtische Kultur.

Ab Mitte des vorigen Jahrhunderts verfällt die Macht des Tokugawa-Shogunats. In der Bucht vor Edo kreuzen die „Schwarzen Schiffe“ des amerikanischen Kommodore Perry, der Einlass begehrt in das seit über 200 Jahren abgeschottete Land. Mit der Thronbesteigung von Kaiser Mutsuhito 1867 beginnt eine neue Ära: Der letzte Shōgun wird entmachtet, und Edo wird zu Tokio, der „östlichen Hauptstadt“, denn nun siedelt der Kaiser hierher um. Grundlegende Reformen in dessen als „Meiji-Ära“ bekannter Regierungszeit ebnen den Weg zu Japans rascher Industrialisierung.

Zurück zur Yamanote-Rundfahrt: Von Ueno sind es nur wenige Stationen bis Tokyo-eki, dem wuseligen Hauptbahnhof der Metropole. Hier sind Sie dem Geschäftszentrum Marunouchi ganz nahe. Und dennoch dringt an manchen Tagen Meeresluft durch die geöffneten Zugtüren. Wenn der Wind günstig steht, kann das in dieser Gegend durchaus passieren. Zu leicht vergisst man, dass Tokio eine Hafenstadt ist und Wasserstraßen ihre Lebensadern waren. Schon früh begannen die Stadtplaner auch damit, die Hauptstadt hinaus in die Tokio-Bucht auszudehnen. Bauschutt und Müll gibt es ja ausreichend.

Das jüngste Aufschüttungsprojekt war wohl auch das ambitionierteste: Odaiba. Mit einem Budget von rund 25 Milliarden Euro sollte auf 4,5 km2 ein supermoderner Stadtteil entstehen. Doch als Anfang der 1990er-Jahre die Spekulations-Seifenblase platzte und sich die Investoren zurückzogen, mussten die Stadtväter umdenken. Ein Glück! Denn so blieben große Flächen zwischen den utopisch anmutenden Bauwerken frei für Parkanlagen, Promenaden und – tatsächlich! – Sandstrand.

Mit der computergesteuerten Yurikamome-Bahn geht es ab Shimbashi über die 750 Mio. Euro teure Rainbow Bridge hinüber nach Odaiba. Es ist eine Fahrt in ein ganz anderes Tokio – eine anregend-skurrile Mischung aus Freizeitzone und Zukunftsarchitektur.

Zu Beginn dieses Jahrhunderts ist am Bahnhof Shimbashi das neue Wolkenkratzerviertel Shiodome entstanden: mit Wohnungen, Hotels, vielen Restaurants und Geschäften. Drei Stationen weiter auf der Yamanote-Ringlinie wartet gleich noch ein imposanter Bau: der neue Shinagawa-Bahnhof, in dem auch die superschnellen Shinkansen-Züge Station machen. Weiter geht es über Gotanda, dann Meguro und Ebisu. Rund um diese Stationen geht es ziemlich geschäftig zu, die kleinen Läden, Restaurants und Coffeeshops sind immer gut besucht. Dann hält die Yamanote-Bahn in Shibuya, dem Modezentrum der Twens mit seinen grell beleuchteten Geschäftsstraßen und der Kakophonie aus tausendundeinem Lautsprecher. Der Nächste Stopp ist Harajuku.

Sie sind an Ihrem Ausgangspunkt angelangt. Nun können Sie wählen: entweder eine Station weiterfahren in dem Gefühl, soeben die preiswerteste Stadtrundfahrt Ihres Lebens absolviert zu haben – oder aussteigen und brav, wie es sich eigentlich gehört, am Schalter nachzahlen! Sie brauchen weder eine Strafe noch ein böses Wort zu fürchten. Das also ist Tokio? Beileibe nicht: Die Yamanote-Linie umkreist nur einen kleinen Teil des Stadtgebiets. Was glauben Sie, was es sonst noch alles zu entdecken gibt!

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Anreise

11h 5min
Frankfurt am Main
Tokio
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Wohin zuerst?

Sehenswertes

Shibuya Station: In der Riesenstadt Tokio haben Sie beim Ausgangspunkt die Qual der Wahl, da es kein wirkliches Zentrum gibt. Wer Tradition und Moderne auf kleinem Raum erleben will, ist aber in Shibuya gut aufgehoben. Den Einkaufskult der Teens und Twens sowie das immense Gewusel um Shibuya Crossing prägt dieses Viertel ebenso wie das größte Shinto-Heiligtum der Stadt, der Meiji-Schrein. Entweder erreichen Sie Shibuya Station mit der U-Bahn (Z 01, G 01, F 16) oder mit der S-Bahn (Yamanote).

Einkaufen

Je nach Neigung und Geldbeutel können Sie Ihre Shoppingtour beginnen. In Shibuya und Harajuku gibt es junge, flippige Mode. Auf der Ginza geht es in edlen Boutiquen und traditionellen Kaufhäusern gediegen zu. Kunsthandwerk finden Sie in Nihonbashi oder Asakusa. Alle Elektronikfreaks müssen in das blinkende und lärmende Epizentrum des technikverliebten Japan, nach Akihabara .

Am Abend

Tokio hat viele Hotspots, wählen Sie aus: Die lebhafteste Musikszene, unzählige Bars und die meisten Ausländer finden Sie in Roppongi. Twens und Junggebliebene mischen sich unter die Jugendszene in Shibuya. Im keineswegs schmuddeligen Rotlichtdistrikt Kabukichō in Shinjuku reihen sich Stripteasebars aneinander.

Praktische Hinweise

Anreise

Direktflüge von Frankfurt nach Tokio kosten kaum weniger als 800 Euro und dauern rund 11 Stunden. Flüge mit Stop-over in Asien, wie in Bangkok, Kuala Lumpur oder Hongkong, variieren im Preis stark. Japan Airlines (www.jal.co.jp/yokosojapan) bietet Inlandsflüge für Japan-Reisende billiger an (müssen in Deutschland gebucht werden). Bei All Nippon Airways gibt es auch Sonderpässe. Die mit Abstand günstigsten Inlandsflüge bietet die Low-Budget-Fluglinie Skymark (www.skymark.co.jp/en). Zwei Monate vor dem Abflug gehen die Flüge online. Wer zuerst bucht, zahlt am wenigsten.

Der internationale Flughafen Narita liegt rund 60 km östlich des Stadtzentrums. Taxis kosten ca. 210 Euro. Airport-Limousinen-Busseca. 26 EuroU-BahnhofZ 10Suitengumae fahren in 70 Minuten zum City-Terminal in Hakozaki und zu den größeren Hotels. Fahrkarten an den Schaltern in der Ankunftshalle.

Narita Express (NEX): Diese Flughafen-Schnellbahn der Japan Railways fährt zum Bahnhof Tokio (ca. 27 Euro) und von dort weiter nach Shinjuku, Ikebukuro, Shibuya oder Yokohama. Tickets gibt es nur in Kombination mit einer Sitzplatzreservierung. Für Inhaber eines Japan-Rail-Passes (Infos über Verkaufsstellen auf der Website jnto.de – Stichwort Bahn) ist der NEX erste Gelegenheit, den Pass zu benutzen.

Skyliner: Diese private Schnellbahn braucht nur 36 Minuten bis Nippori (ca. 22 Euro), nach Ueno ein paar Minuten mehr. Weiter geht es mit S-Bahn oder U-Bahn. Bei wenig Gepäck empfehlenswert. Billiger, aber langsamer als der Skyliner sind die Schnellzüge der Keisei-Linie (ca. 75 Minuten, um 9 Euro).

Inlandflüge sowie einige internationale Flüge landen auf dem stadtnahen Flughafen Haneda. Von dort mit der Einschienenbahn (Monorail) bis Hamamatsucho, wo Sie mit der Yamanote-Ringlinie alle großen, zentralen Bahnhöfe ansteuern können. Taxis ins Zentrum sind teuer. Staugefahr! Auch bei den Flughafenbussen, die in alle Stadtteile (ca. 7 Euro) und nach Narita (ca. 26 Euro) fahren.

Die drei Superexpress-(Shinkansen-)Linien enden alle im Bahnhof Tokio. Endbahnhof für andere Züge aus Richtung Norden ist Ueno, aus Richtung Westen Shinjuku, ansonsten Tokio. Überall hat man U- und S-Bahn-Anschluss.

Auskunft vor der Reise
Japanische FremdenverkehrszentraleJapan National Tourist Organization, Jnto

Versendet auch Broschüren, darunter ein Prospekt der preiswerten Welcome Inns (WI). Kaiserstraße1160311069 20353jnto.de

Auskunft in Tokio
Tokyo Tourist Information Center

Infostelle der Stadt Tokio im Rathaus (Zweigstellen auf dem Haneda-Flughafen und im Keisei-Ueno-Bahnhof). Beratung, Prospekte, Karten.Nishi-Shinjuku2-8-1No 1 Bldg.03 53213077U-BahnE 28Tochōmae

Tourist Information Center (Narita Airport)

Infocenter gibt es in beiden Terminals im Flughafen Narita.

Tourist Information Center (TIC)

Broschüren, Stadt- und U-Bahn-Pläne, Hilfe für die Weiterreise, Vermittlung von Fremdenführern, Welcome-Inn-Service. Die TIC-Telefonnummer sollte man stets bei sich haben. Es gibt sonst kaum Infostellen. Shin Tokyo Bldg.Marunouchi3-3-103 32013331U-BahnH 07, C 09HibiyaS-BahnYamanoteYūrakuchō

Banken & Geldwechsel

Öffnungszeiten der Banken: Mo–Fr 9–15 Uhr. Geld wechseln oder Reiseschecks einlösen geht am problemlosesten in den Citibank-Filialen. Dort gibt es auch Bares aus dem Geldautomaten mit EC-Karte. Citibank-ZweigstelleDōgenzaka Kabuto Bldg.Dōgenzaka2-25-12 in Shibuya, weitere Zweigstellen finden Sie unter www.citibank.co.jp/en. Cash mit weltweit gültiger Kreditkarte (AMEX, VISA, Master, Maestro) bekommen Sie auch in allen Postämtern. Kreditkarten werden meist nur von großen Kaufhäusern, teuren Restaurants und Hotels angenommen.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Minami Azabu4-5-1057917700U-BahnH 03Hiro-o

Österreichische Botschaft

Moto Azabu1-1-2034518281U-BahnN 04, E 22Azabu-jūban

Schweizer Botschaft

Botschaft: Minami Azabu5-9-1254498400U-BahnH 03Hiro-o

Einreise

Sie brauchen einen gültigen Reisepass und erhalten bei der Einreise eine Aufenthaltsgenehmigung von drei Monaten.

Gesundheit

Die medizinische Versorgung in Tokio ist gut, aber teuer. Arztpraxen, kleinere Kliniken sowie Drogerien und Apotheken gibt es in jedem Stadtviertel. Oft wird jedoch die Sprache zum Problem. Vorsichtsmaßnahmen: Erstens sollten Sie immer die Nummer vom Tokyo Medical Information Center52858181Mo–Fr 9–20 Uhr dabeihaben; es kann Ihnen (auf Englisch) Krankenhäuser und Fachärzte nennen. Zweitens empfiehlt es sich, beim Tourist Information Center die Liste der englischsprachigen Ärzte und Krankenhäuser mitzunehmen. Verschreibungspflichtige Medikamente bringen Sie besser von zu Hause mit.

Klima & Reisezeit

Besonders reizvoll sind das Frühjahr mit der Kirschbaumblüte (April) und der Herbst (November), wenn die Ahorn- und Ginkgobäume ein Feuerwerk der Farben zünden. Meiden sollten Sie die Monate Juli und August, Tokio brütet dann unter einer unerträglich schwülen Hitzeglocke. Die Wintermonate sind oft bis in den Dezember erfreulich mild und sonnig. Im Januar/Februar regnet es dann häufiger bei Temperaturen unter zehn Grad.

Das staatliche Wetteramt (www.jma.go.jp/en/yoho) informiert über Sturmwarnungen, Tsunami- und Erdbebenaktivitäten.

Notruf

Polizei110; Krankenwagen und Feuerwehr119

Mit Englisch kommt man oft nicht weiter. Bitten Sie Japaner um Hilfe.

Öffentliche Verkehrsmittel

Betriebsruhe herrscht von ca. 1 Uhr nachts bis 5 Uhr morgens. Es gibt private und öffentliche S- und U-Bahnen, die jeweils eigene Ticketschalter und -gates haben. Damit Sie beim Umsteigen nicht ständig neue Tickets kaufen müssen, lohnt es sich, Kombikarten zu kaufen. An vielen Automaten gibt es z. B. die Pasnet-Karte (für 1000, 3000 und 5000 Yen), die für alle U-Bahnen und fast alle privaten S-Bahnen gilt. Sie wird allerdings nicht in Zügen von JR (Yamanote etc) anerkannt.

Die elektronischen Tickets Suica und Pasmo können Sie dagegen auf allen wichtigen U- und S-Bahn-Linien inklusive Zügen der JR benutzen. Beim Kauf (lassen Sie sich am Bahnhof dabei helfen!) wird ein Pfand von 500 Yen abgebucht, das man bei Rückgabe der Karte zurückbekommt. Im Unterschied zu den Pasnet-Karten sind Suica und Pasmo aufladbar, d. h., man kann die gleiche Karte am Automaten wieder mit Geld füllen, wenn das Konto leer ist. Vorteil: Bei Rückgabe gibt es im Gegensatz zu Pasnet-Karten Restgeld zurück (abzüglich 210 Yen Bearbeitungsgebühr).

Achtung: Viele Züge verkehren als Express und halten daher nicht an allen Stationen. Außerdem sind Busse ohne Kenntnisse der japanischen Sprache nicht zu empfehlen.

Post

Luftpostkarten nach Europa kosten 70 Yen Porto, Luftpostbriefe bis 10 Gramm 110 Yen.

Preise & Währung

Tokio zählt zu den teuersten Städten der Welt. Vorsicht: Der Yen-Euro-Wechselkurs schwankt stark!

Stadtrundfahrten
Free Guided Tours for Foreign Tourists

Zehn Routen haben die freiwilligen Stadtführer im Rathaus in Shinjuku im Angebot. Kleine Gruppen und viele Informationen. Da die Führer ihren Job umsonst machen, fallen lediglich Kosten für Eintrittspreise und Fahrt an. www.tourism.metro.tokyo.jp/english/tourists/guideservice/guideservice/index.html

Skybus Tokyo

Im offenen Doppeldeckerbus: vier Routen mit mehrsprachigen Erklärungen. www.skybus.jp/explains/index/00033

Strom

Die Stromspannung beträgt in Japan nur 100 Volt. Die Netzgeräte der meisten Handys, Laptops und Kameras sind von 100 bis 240 Volt ausgelegt, aber überprüfen Sie das, bevor Sie Ihr Gerät in Japan ans Netz anschließen. Dafür brauchen Sie zudem einen Adapter für die Flachsteckdosen in Japan. Achtung: Wenn Sie ein elektronisches Gerät in Japan kaufen, stellen Sie sicher, dass es die in Deutschland üblichen 220 Volt verkraftet!

Taxis

Taxis gibt es viele, aber sie sind teuer. Der Startpreis für die ersten zwei Kilometer beträgt 710 Yen (ca. 6,80 Euro). Nach 23 Uhr kommen noch einmal 30 Prozent Aufschlag dazu. Dafür sind die Autos blitzsauber, die Fahrer tragen weiße Handschuhe, und die hintere Tür öffnet und schließt sich automatisch (also bitte nicht von außen zuschlagen!). Anhalten kann man Taxis überall – ein rotes Leuchtschild hinter der Windschutzscheibe zeigt an, dass sie leer sind, grün bedeutet besetzt.

Telefon & Handy

Öffentliche Fernsprecher akzeptieren oft nur noch Telefonkarten. Grundgebühr für ein Ortsgespräch: 10 Yen, Überseegespräche sind nur möglich an Apparaten, die mit International Call gekennzeichnet sind. Telefonkarten (telefon-kado) zu 500 und 1000 Yen sind erhältlich in Automaten, Hotels und Bahnhofskiosken. Für Auslandsgespräche sind Prepaid-Karten (puripaido-kado) zu empfehlen. Es gibt sie in Convenience Stores, z. B. Lawson oder Seven/Eleven. Eine Gesprächsminute nach Deutschland kostet werktags tagsüber etwa 2,20 Euro.

Vorwahl nach Deutschland: +49, Österreich: +43, Schweiz: +41, Tokio aus dem Ausland: +813. Bei Prepaid-Karten folgen Sie den Anweisungen auf der Karte. Bei Festnetztelefonaten und Anrufen mit Telefonkarten: Vorwahl eines Netzanbieters, z. B. NTT Comm.: 0033 oder KDDI: 001, plus 010 plus Ländercode.

Nur UMTS-fähige Mobiltelefone funktionieren in Japan. Der deutsche Netzbetreiber muss Vertragspartner von NTT II, DoCoMo oder Softbank Mobile sein (bitte vorher mit Netzbetreiber klären). Man kann sich auch eins mieten, Preise variieren je nach Anbieter. Infos vorab erhalten Sie bei Softbank (www.softbank-rental.jp/en) oder bei der Firma Renta Fone Japan (www.rentafonejapan.com). Unbedingt die Freischaltung für Auslandsgespräche und die Betreibervorwahl abklären!

Trinkgeld

In Japan gilt: kein Trinkgeld!

Veranstaltungskalender

Kostenlose englischsprachige Stadtmagazine wie „Metropolis“ liegen u. a. in Hotels aus.

Verständigung

Zunächst die gute Nachricht: In Tokio ist die Beschilderung in den Bahnhöfen und öffentlichen Verkehrsmitteln auch für Ausländer verständlich. Denn die Stationsnamen werden sowohl in japanischen Schriftzeichen als auch mit lateinischen Buchstaben geschrieben. In den meisten Zügen erfolgen zudem die Durchsagen auf Japanisch und Englisch. Nun die etwas schlechtere Nachricht: Selbst in der Hauptstadt spricht kaum ein Einheimischer Englisch oder gar Deutsch. Das ist manchen Japanern so unangenehm, dass sie stur an Ihnen vorbeilaufen, wenn Sie etwa nach einer Adresse fragen. In der Regel wird Fremden aber gerne geholfen. Nicht selten wird geduldig so lange von einem Einheimischen herumgefragt, bis sich endlich ein Landsmann mit Fremdsprachenkenntnissen gefunden hat, der Ihnen schließlich weiterhelfen kann.

Zeit

Japan ist Mitteleuropa um acht Stunden voraus, bei Sommerzeit um sieben Stunden.

Wlan

Leider hat Tokio noch kein flächendeckendes WLAN-Netz. Allerdings bieten einige Restaurants, Hotels und manche Bahnhöfe sogar kostenlosen WLAN-Zugang an (z. B. Wired Cafe Shibuya QFront6F QFrontUdagawachō21-610–22 Uhr. Eine Liste mit kostenlosen WLAN-Spots finden Sie unter www.freespot.com/users/map_e.html. Außerdem bietet NTT Communications für 500 Yen (Prepaid Card in Convenience Stores und Automaten erhältlich) pro Tag Zugang zu seinem Hotspot-Netz (Spots in fast allen U-Bahnhöfen). www.hotspot.ne.jp/en/servicemenu/1day

Kostenlosen Internetzugang bekommen Sie im Foyer der Shinsei-Bank am Hibiya-Park im Yahoo-CaféShinsei Bank Bldg 1FUchisaiwaichō2-1-8Mo–Fr 9–20 UhrU-BahnC 08, M 15Kasumigaseki. Nach Anmeldung (Pass vorlegen) wird eine Mitgliedskarte ausgestellt. Yahoo-Cafés gibt es auch auf den Flughäfen Narita und Haneda.

Zoll

Eine Zollerklärung müssen alle Reisende ausfüllen (Formulare im Flugzeug). Neben dem normalen Gepäck dürfen Sie wahlweise 400 Zigaretten, 100 Zigarren oder 500 g Tabak einführen, sowie 75 ml Parfüm und 3 Flaschen Alkohol zu je 0,76 l (über 18-Jährige). Zollfrei können außerdem Gegenstände eingeführt werden, deren ausländischer Marktwert insgesamt unter 200 000 Yen liegt (ca. 1750 Euro). Bei der Heimkehr sind eingekaufte Waren bis zu einem Wert von 430 Euro zollfrei. Sonstige Freimengen: 200 Zigaretten, 50 ml Parfüm, zwei Flaschen Wein oder zwei Flaschen Schnaps. Weitere Infos: www.zoll.de.

Was kostet wie viel?

Kaffee

ab 2 Euro für eine Tasse

Kimono

um 30 Euro für einen Baumwoll-Yukata

U-Bahn

ca. 10 Euro für eine Tageskarte

Nudelsuppe

ca. 3,80 Euro im Stehimbiss

Sushi

um 1 Euro für 2 Stück vom Fließband

Kino

ca. 17 Euro für ein Ticket

Low Budg€t

Sehenswertes

Freien und/oder verbilligten Zugang zu 45 Sehenswürdigkeiten (hauptsächlich Museen, aber auch Zoos) bietet der GRUTT-Pass für 2000 Yen. Er gilt zwei Monate und ist in Touristenbüros, Lawson-24-Stunden-Läden und einigen Hotels erhältlich.

Ausreißcoupons für ermäßigten Eintritt in einige Museen finden Sie in der Karte und dem Führer vom Tokyo Metropolitan Government, die Sie u. a. im Touristenbüro im Rathaus bekommen. Dort werden auch sehr preiswerte, geführte Stadtteil- oder Thementouren und Spaziergänge angeboten (auch auf Deutsch). Mo–Fr (außer an Feiertagen und Neujahr)Start: 13 Uhrmindestens drei Tage vorher anmelden

Kostenlose Fahrradtour um den Kaiserpalast: 250 Räder werden sonntags ab 10 Uhr neben der Babasakimon-Polizeibox umsonst verliehen. Nicht bei Regen und Ende Dezember bis Ende Januar! Wer zuerst kommt… U-BahnC 10Nijubashimae

Essen & Trinken

Zwischen 11.30 und 14 Uhr isst man sehr preiswert. Selbst teurere Etablissements bieten Mittagsmenüs.

Teishoku sind preisgünstige Tablettgedecke ab ca. 6 Euro mit einem Hauptgericht, wie Fisch, Fleisch oder Tempura, sowie Misosuppe, Reis, eingelegtem Gemüse und manchmal einem kleinen Nachtisch. Dazu gibt es grünen Tee. Zum Beispiel im ShoyaYūrakuchō Denki Bldg. BYūraku-cho11-7-103 32113035Sa, So, feiertags geschl.S-BahnYamanoteYūrakuchōU-BahnC 09, H 07Hibiya

Tachigui heißt „im Stehen essen“. Stehimbisse in Großbahnhöfen wie zum Beispiel Shinjuku (Südeingang, Minami-guchi, hinter der Sperre links) bieten extrem preiswerte Nudelgerichte an: Soba, Udon oder Ramen gibt es dort ab ca. 3,50 Euro.

Für den kleinen Appetit reicht ein Ausflug in eine Lebensmittelabteilung der großen Kaufhäuser, wie etwa ins Isetan (Shinjuku3-14-1U-BahnM 09Shinjuku-sanchōme). Dort liegen so manche köstliche Probierhäppchen gratis aus.

Einkaufen

Kaum zu glauben: Die von Markennamen besessenen Japaner haben den Billigladen entdeckt! Die Preisknüller der 100-Yen-Shops liegen voll im Trend. Auch für Touristen ein Schnäppchendorado, nicht nur für skurrile Japan-Mitbringsel. DaisoVillage 107 Bldg.Jingūmae1-19-2410–21 UhrU-BahnC 03MeijijungūmaeS-BahnYamanoteHarajuku; Can-doKabukicho1-30-1Seibu-Shinjuku Pepe 8F11–22 UhrU-BahnS 01, E 27ShinjukuS-BahnYamanoteShinjuku

Ausverkäufe von Edelkimonos zu Spottpreisen finden immer Anfang Januar und Mitte August im Kaufhaus Takashimaya (Nihonbashi2-4-1U-BahnG 11, T 10, A 13Nihonbashi) statt. Ein dritter Termin ist flexibel. Am besten lassen Sie die genauen Zeiten auf Japanisch erfragen (03 32114111).

Am Abend

In manchen Diskos und Clubs bekommen Frauen verbilligten Eintritt (z. B. in der Disko NewLex Edo), Montag und Donnerstag auch oft ganz umsonst. Die „Happy Hour“ wird vor allem in Bars und Hangouts angeboten, die von Ausländern frequentiert werden, etwa dem GeronimoYamamuro Bldg. 2FRoppongi7-14-10U-BahnH 04, E 23Roppongi.

Wenn Sie zwischen Mai und Oktober in Tokio sind, gibt es kein preiswerteres Abendprogramm als dieses: Abhängen am Kunststrand in Odaiba. Am besten kaufen Sie Verpflegung und Getränke im Supermarkt Maruetsudirekt vor dem Yurikamome-Bahnhof Odaiba-Kaihin-Koen.

In der Wall Street Bar 1Marina Bldg. 3FRoppongi3-10-15U-BahnH 04, E 23Roppongi gibt es jeden Donnerstag gratis ein Special-Getränk für alle Gäste, ob männlich oder weiblich.

Übernachten

Der Pionier unter den Backpackerhotels ist das empfehlenswerte Hotel New KoyoNihon-zutsumi2-26-303 38730343www.newkoyo.jpab 22 Euro66 RäumeU-BahnH 19Minowa. Mit Fahrradverleih.

Sehr touristenfreundlich sind Welcome Inns (WI): kleinere Ryokan, Pensionen und Hotels mit günstigen Übernachtungen (www.japaneseinngroup.com).

Über Hotelanbieter im Internet bekommen Sie oft bessere Angebote als auf den Websites der Hotels, z. B. bei www.asiarooms.com/japan/index.html oder bei www.japanican.com/hotels.

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

2. Montag im Januar

Tag der Volljährigkeit

11. Februar

Staatsgründungstag

21. März

Frühlingsanfang

29. April

Showa-Tag

3. Mai

Verfassungstag

4. Mai

Tag des Grüns

5. Mai

Kindertag

3. Montag im Juli

Tag des Meeres

3. Montag im September

Tag der Alten

23. September

Herbstanfang

2. Montag im Oktober

Tag des Sports

3. November

Tag der Kultur

23. November

Tag des Arbeitsdankes

23. Dezember

Kaisers Geburtstag. Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, so ist der folgende Montag arbeitsfrei.

Feste & Veranstaltungen
Januar

Kurz vor Jahreswechsel vertreiben 108 Glockenschläge in heiligen Stätten die menschlichen Gelüste, z. B. im Zōjōji. In Schreinen und Tempeln erfleht man in den ersten Neujahrstagen den Segen der Götter, etwa am Meiji-Schrein und in Asakusa.

2. Jan.: 9.30–15 Uhr: Im Palast zeigt sich die Kaiserfamilie dem Volk.

6. Jan.: Auf der Insel Harumi: Akrobatik auf hohen Bambusleitern.

Februar/März

Pflaumenblütenschau vom 7. Feb.–7. März am Yushima-tenjin-Schrein

Tokyo International Anime Fair: Größte Anime-Messe der Welt im Tokyo Big Sight, Ende März

April/Mai

Sakura, die Zeit der Kirschblüten: feuchtfröhliche Gelage in Parks und Gärten, z. B. im Shinjuku Gyoen, im Ueno-Park oder auf dem Aoyama-Friedhof.

Frühlingsfest: Mit Bunraku- und Noh-Darbietungen sowie Bogenschießen am Meiji-Schrein, 29. April–3. Mai.

Sanja-Matsuri: Prozession in Asakusa mit über 100 Trageschreinen am 3. Wochenende im Mai.

Juli

Feuerwerk am Sumida-Fluss, am letzten Samstag.

August

Yoshida no Himatsuri: Mit dem Feuerfest in Fujiyoshida endet am 26. die offizielle Fuji-Bergsteiger-Saison.

September

Tsurugaoka Hachimangū Reitaisai in Kamakura. Am 15. ab Mittag Trageschrein-Prozession, am 16. ab 13 Uhr Bogenschießen vom Pferd.

Oktober/November

Ningyo-Kanshasai: Am ersten Sonntag heißt es am Meiji-Schrein Abschied nehmen von Zehntausenden Puppen und Kuscheltieren, die ihre besten Tage hinter sich haben.

Herbstfest am Meiji-Schrein: Höfische Tänze und Bogenschießen zu Pferde vom 30. Okt.–3. Nov.

Chrysanthemenfest: Wunderschöne Ausstellung der Nationalblume im Shinjuku-Gyoen-Park von Ende Oktober bis Mitte November.

Shichi-go-san: Drei- und siebenjährige Mädchen sowie drei- und fünfjährige Jungen besuchen mit ihren Eltern am 15. Nov. den Schrein; die Kinder tragen festliche Kimonos – sehr fotogen am Meiji-Schrein.

Design Festa: Kreatives Feuerwerk im Messekomplex Tokyo Big Sight. Bei einem der größten Kulturfestivals Asiens darf Mitte November jeder seine Kreationen zeigen. Auch im Mai.

Internationales Filmfestival: Ende November in mehreren Kinos im Stadtteil Shibuya.

Im Trend

Mixologie
Cocktails

Zu schade zum Trinken sind die ausgefallenen Drinks von Cocktailmeister Dave Arnold. Bei seinem Workshop in der New York BarPark Hyatt hat er Standards gesetzt. Dabei arbeitet in der City schon Mix-Weltmeister Manabu Ohtake im BellovistoSakuragaoka-cho26-1. Wem die Bloody Mary mit Mozzarellaschaum in der Mixx BarAkasaka1-12-33 zu abgefahren ist, besucht das FuglenTomigaya1-16-11 für einen Ingwer-Martini.

Tragbare Kunst
Mode

Innovative Designer schaffen Kunstwerke, wie Tsumori ChisatoMinami-Ayoma4-21-25 mit ihren Applikationen oder Mint Designs1. Shibuya parco part 1 mit grafischen Mustern und coolen Hüten. Individuell sind die Kreationen von Tannakayawww.facebook.com/Tannakaya , der alte Kimonos zu neuen Stoffen recycelt und daraus schneidert. Kaufen kann man sie auf dem Oedo-MarktMarunouchi3-5-1.

Umgesattelt
Rad

Immer mehr Tokioter steigen aufs Rad um. So wird das Radeln auch für Urlauber sicherer. Sie leihen ihr Rad bei Tokyo Rent-a-BikeNakameguro3-5-11 oder machen eine von drei geführten Radtouren durch die Stadt mit Tokyo CyclingShinkawa1-3-2. Wie wäre es mit einem Abstecher zum Radpolo im Yoyogi-Park? Dort spielt ein Tokioter Team an jedem ersten Samstag – Anfänger und alle Radtypen sind willkommen. Tokyo Bikewww.tokyobike.com stellt durchdesignte Bikes her – oft gemeinsam mit Künstlern.

Auf Wiedersehen
Recycelkunst

Aus Altglas werden Lampen, aus Metallresten Möbelstücke. Tokios Künstler schonen Ressourcen und gestalten spannende Kunstwerke aus Weggeworfenem. Recycelkünstler Shoichi Sakuraiwww.shoichi-sakurai.com nutzt rostige Metallrohre oder Papiertüten und erschafft daraus etwas Neues. Der ökologische Aspekt der Recycelkunst ist auch für Gift Labwww.giftlab.jp eine treibende Kraft, ebenso wie bei Asyl Artwww.asyl.co.jp die ebenfalls diziplinenübergreifend aktiv sind und so beispielsweise auch Videokunst machen. Jedes Jahr im Herbst gibt es wieder neue Denkanstöße. Dann findet die DesignTidewww.designtide.jp in verschiedenen Locations in der ganzen Stadt statt – und gibt den Recycelkünstlern die Chance, sich auszutauschen.

Am Straßenrand
Street Food

Einige Stunden kann ein traditionelles japanisches Essen dauern. Gerade die Jugend will sich dafür die Zeit nicht mehr nehmen. Streetfood und Snacks sind angesagt. Insider lassen sich ein paar Spieße im hippen BuriEbisu Nishi1-14-1 schmecken, oder sie besuchen den Fischmarkt Tsukiji und bestellen Chirashi. Das ist Fischverschnitt, der zu Sushi verarbeitet wird – taufrisch und günstig. Eine gute Adresse ist Sushi Dai in Gebäude sechs. Eine Suppe mit Ramennudeln gemeinsam mit den Arbeitern gibt es im InoueShin Ohashi Dori4-9-16. Die Shinjuku Omoide im westlichen Shinjuku ist die perfekte Anlaufstelle für den schnellen Happen. Hier reiht sich ein Minilokal an das nächste. Daher auch der Spitzname Yakitori-Straße.

Bloss nicht

Regeln missachten

Auch wenn Japaner meist höflich über die Patzer unwissender Touristen hinwegsehen, können Sie punkten, wenn Sie einige Regeln beherzigen. Hierzu zählen: Treten Sie nicht mit Straßenschuhen auf die Tatami-Matten – die Schuhe bleiben am Eingang! Gehen Sie auch nicht mit Hauspantoffeln aufs WC – dort stehen besondere WC-Pantoffeln! Und wenn Sie das Örtchen verlassen, vergessen Sie nicht, die WC-Pantoffeln mit der Hacke zur Tür wieder abzustellen. Nehmen Sie keine Seife in die heißen Wasserbecken im Onsen mit. Sie sind Ruhebecken, die man nur sorgfältig gereinigt besteigt! Stecken Sie nicht die Essstäbchen in die Reisschale – das macht man nur bei Beerdigungen! Werden Sie nicht lautstark – damit erreicht man selten die angestrebte Wirkung!

Ein Ja falsch deuten

Wenn Japaner hai sagen, heißt das zwar ja und klingt nach Zustimmung, es kann aber auch das Gegenteil bedeuten. Gemeint ist oft nur: „Reden Sie nur weiter, ich höre!“ Ein ablehnendes Nein (iie) wird selten direkt geäußert: Es könnte verletzend wirken.

Zur falschen Zeit reisen

Um Neujahr, in der „Goldenen Woche“ (29.4. und 6.5.) sowie an den Tagen um das buddhistische Allerseelenfest Mitte August ist halb Japan auf Achse. Alle Ausflugsorte sind dann entsprechend überlaufen.

Gastgeschenk vergessen

Kein Besuch ohne ein Gastgeschenk! Am besten kommen hübsche Mitbringsel aus der Heimat an. Falls Sie ein Geschenk in Tokio selbst kaufen wollen, so tun Sie dies in einem renommierten Kaufhaus. Lassen Sie es dort verpacken, und überreichen Sie es so als Zeichen seiner exklusiven Herkunft.

Bei Erdbeben in Panik geraten

Über tausendmal pro Jahr bebt in Japan spürbar die Erde, doch richtig zu rütteln beginnt es erst ab Stärke 3 auf der siebenteiligen japanischen Skala. Wichtig ist: keine Panik, Übersicht bewahren. Löschen Sie gegebenenfalls sofort offenes Feuer, drehen Sie den Gashahn zu, und öffnen Sie Fenster und Türen. Stürzen Sie nicht ins Freie! Bei einem ernsthaften Beben finden Sie am besten unter dem Stahlrahmen einer Tür Schutz, und achten Sie auf Rundfunk- und Fernsehdurchsagen (erfolgen auch auf Englisch). In Tokio gibt es überall Sammelplätze für Bewohner nach starken Beben, bis die Behörden Entwarnung wegen Nachbeben geben. Folgen Sie den Einheimischen dorthin.

Drogen einführen

Wer Rauschgift oder Stimulanzien einführt oder bei Razzien erwischt wird, wandert sofort ins Gefängnis. Man sollte auch nie fremden Mitreisenden aus Hilfsbereitschaft beim Gepäcktragen im Flughafen helfen und so unversehens Schmuggelgut transportieren.

Stichworte

Drängelkodex

Wer als Tokio-Neuling zum ersten Mal versucht, in den Stoßzeiten mit der Bahn zu fahren, dem bleibt mit ziemlicher Sicherheit die Luft weg. Nicht nur, weil er hilflos eingepfercht kaum noch durchatmen kann, sondern auch angesichts der Rücksichtslosigkeit, deren fassungsloser Zeuge er wird.

Die japanische Höflichkeit ist zwar sprichwörtlich, aber wenn Millionen Pendler aus den Außenbezirken in oder aus Tokios Zentrum unterwegs sind, gelten andere Regeln. Zwar stellen sich am Bahnsteig noch alle brav in der Warteschlange an. Doch beim Einsteigen in bereist berstend volle Züge gibt es kein Pardon. Mit starrem Blick schiebt und schubst sich die Masse wortlos in die Abteile, oft helfen Bahnangestellte von außen nach, damit sich die Türen endlich schließen können.

Auf manchen Linien sind Abteile während der Stoßzeiten für Frauen reserviert, um diesen die bedrohliche Enge zu ersparen. Unwissende Ausländer, die sich in die mit pinkfarbenen Aufklebern gekennzeichneten Wagons verirren, werden stillschweigend geduldet.

Als Faustregel fürs Fortkommen in überfüllten Bahnhöfen oder hektischen Fußgängerkreuzungen wie Shibuya Crossing gilt: Laufen Sie mit gesenktem Kopf oder besser noch mit auf die Ferne eingestelltem Tunnelblick einfach geradeaus. Alle machen es so, und eigenartigerweise senkt dieses Verhalten die Kollisionsgefahr merklich.

Fukushima

Als am Nachmittag des 11. März 2011 (auch 3/11 oder „Three Eleven“ genannt) das stärkste bisher gemessene Erdbeben Japan erschütterte, ahnte noch niemand, welch verheerende Folgen dies haben würde. Das Tōhuku-Erdbeben mit der Stärke 9,0 auf der Richterskala löste einen gewaltigen Tsunami aus. Die Wasserwalze raste über die Nordostküste der Hauptinsel Honshu hinweg und kostete nahezu 20 000 Menschen das Leben. Sie zerstörte Häuser, Straßen, Felder und nahezu die gesamte Fischereiflotte Japans. In der Provinz Fukushima wurde ein Kernkraftwerk überflutet, die Folgen waren katastrophal. Die Stromversorgung der Reaktoren brach komplett zusammen, es kam zur Kernschmelze, Radioaktivität wurde in großem Ausmaß freigesetzt.

Was bedeutete nun diese Dreifach-Katastrophe für die Hauptstadt? Das Atomkraftwerk Fukushima liegt etwa 250 km nordöstlich von Tokio. Beim Erdbeben, das in der Hauptstadt mit einer Stärke von 7,9 gemessen wurde, stürzte kein Gebäude ein. Der Tsunami erreichte die Tokyo Bay nicht. Allerdings wurde in den ersten Tagen und Wochen in der Luft und an einem Tag im Leitungswasser Radioaktivität nachgewiesen. Bereits wenige Monate nach dem Unglück lief das Leben in der Metropole trotz Einschränkungen bei der Stromnutzung oberflächlich wieder normal. Dass sich die Natur nicht beherrschen lässt, weiß das seit jeher von Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis geplagte Inselvolk. Pro Jahr erschüttern Dutzende Erdbeben das Land, die Architektur ist daher perfekt angepasst, und die Notfallpläne werden regelmäßig geübt.

Fukushima aber setzte eine Zäsur: Schwer zu verkraften war für viele Japaner neben den offensichtlichen Folgen – wie der Verlust von Hab und Gut bei Hunderttausenden Landsleuten sowie wirtschaftliche Probleme – auch das Gefühl, nicht mehr die Nation zu sein, die jede Technik beherrscht.

Manieren

In Japan gibt es für nahezu alle Situationen bestimmte Verhaltens- und Umgangsformen. Viele dieser Regeln stammen noch aus Zeiten, als die Gesellschaft streng hierarchisch gegliedert war. Zum Teil spiegelt sich das heute noch in der Arbeitswelt wider, wo Uni-Absolventen ganz unten im firmeninternen Ranking stehen und eine Beförderung in erster Linie vom Alter und weniger von der Leistung abhängt.

Die japanische Etikette ist für Ausländer natürlich ein Buch mit sieben Siegeln. Wer sich wann vor wem und wie tief verbeugen muss – das ist für Nicht-Japaner kaum zu lernen. Die gute Nachricht ist: Sie müssen es nicht wissen und keine übertriebene Furcht vor Blamage haben. Japaner sind gaijin (Fremden) gegenüber sehr duldsam und sehen höflich über die vielen Patzer hinweg, die jedem Besucher unweigerlich unterlaufen. Ein paar Verhaltensregeln sollten sie dennoch beherzigen: Essen, Trinken und Telefonieren ist im öffentlichen Nahverkehr verpönt. Lautes Naseputzen ist Japanern ein Graus. In Restaurants sollten Handys ausgestellt werden. Lautes Schlürfen von Nudelsuppen ist hingegen ein Zeichen, dass es gut schmeckt.

Noh und Co.

In Tokio haben Sie Gelegenheit, alle klassischen Theaterformen kennenzulernen: Noh, Bunraku und Kabuki. Das Noh-Theater entstand im 13. Jh. und war zunächst dem Adel vorbehalten. Alle Figuren, auch die Frauenrollen, werden von Männern dargestellt. Maske, Gestik und Bewegung sind bis zur Abstraktion stilisiert. Die mehrere Stunden dauernde Abfolge von Stücken wird durch Kyōgen, burleske Einlagen, aufgelockert, in denen Volkes Stimme zu Worte kommt.

Bunraku ist ein Puppentheater mit fast lebensgroßen Marionetten. Den Gang der Handlung erläutern – wie im Noh-Theater – ein Orchester und ein oder mehrere Erzähler. Das volkstümliche, effektvolle Kabuki schließlich stammt aus dem 17. Jh. Es beinhaltet Gesang, Pantomime und Tanz. Die ebenfalls nur männlichen Darsteller sind oft ausdrucksstark geschminkt. Hauptinstrument ist die Shamisen, eine Art Banjo.

Pachinko

Unbeschreiblich ist der Lärm, der aus den poppigbunten Hallen quillt. Doch es sind nicht emsige Fließbandarbeiter die, artig aufgereiht, Knöpfe an merkwürdigen Automaten betätigen, sondern Hausfrauen, Angestellte, Studenten oder gar Firmenchefs, die hier „Entspannung“ suchen. Die Apparate ähneln aufrecht stehenden Flipperkästen. Durch ihr Nägellabyrinth schnellen Stahlkugeln hoch und runter. Die Wartezeit bis zum Gewinn verkündenden Scheppern lässt sich mit einem Blick auf den Minifernseher über dem Spielkasten verkürzen. Geldgewinne sind verboten, stattdessen winken Schokolade oder Zigarettenstangen, die man dann freilich irgendwo in der Nähe gegen Bares eintauschen kann.

Politik

Japans Politik wurde jahrzehntelang von der Liberaldemokratischen Partei (LDP) bestimmt. Im Jahr 2009 konnte die Demokratische Partei Japans (DPJ) diese Vorherrschaft brechen. Vor allem im Ausland wurde diese „historische Wahl“ sehr beachtet, die sich indes als wenig aufregend entpuppte. Kein Wunder, ist die japanische Politik doch weniger von Parteiprogrammen denn von Personen bestimmt. So unterscheiden sich Liberale und Demokraten nicht grundlegend, die LDP ist allenfalls etwas konservativer als die Mitte-Links-orientierte DPJ. Im Mittelpunkt der wirtschaftsnahen LDP-Agenda standen immer die Interessen japanischer Konzerne.

Die verheerenden Folgen dieser zu engen Verquickung von Wirtschaft und Politik zeigten sich fatal am Beispiel Fukushima. Die Atomlobby hatte immer beste Beziehungen zu den staatlichen Behörden gepflegt. Pannen und Patzer, etwa des Fukushima-Betreibers Tepco, wurden offenbar stillschweigend geduldet.

Dass Japan nahezu im Jahrestakt einen neuen Ministerpräsidenten an seiner Spitze hat (der Vorgänger scheitert meist an innerparteilichen Ränkespielen oder offensichtlichen Skandalen), fördert weder die Stabilität noch den Fortschritt des Landes. Frauen sind übrigens seit jeher in der japanischen Politik unterrepräsentiert.

Silbermarkt

Der Begriff „Silbermarkt“ umschreibt den wachsenden Anteil, den Japans alternde Gesellschaft am Konsum hat. Es gibt mittlerweile ganze Industriezweige, die sich speziell auf die Bedürfnisse der vielen Millionen Japaner im Rentenalter eingestellt haben – ein durchaus lukrativer Markt. Der Anteil der über 65-Jährigen an der Bevölkerung wächst schneller, als es gut für die Gesellschaft wäre. Während die Geburtenrate von nicht einmal 8 pro 1000 Einwohnern im Jahr die geringste unter den Industrienationen ist, werden immer mehr Japaner immer älter. Obgleich bereits lange über die Überalterung der Gesellschaft lamentiert wird, hat die Politik bisher nur wenig Anreize in Form von Kinderbetreuung oder finanzieller Unterstützung geschaffen, um die Geburtenrate zu erhöhen. Stattdessen kosten bereits renommierte Kindergärten – und damit beginnt die stringente Karriere eines Japaners – und die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfungen in angesehenen Schulen ein kleines Vermögen.

Sumo

Nicht nur die modernen Baseballheroen bringen die Tokioter in Emotionswallungen, auch Gladiatoren einer 2000 Jahre alten Sportart lösen dreimal im Jahr bei den zweiwöchigen Grand Sumo Tournaments Begeisterung aus. Sumo ist Japans Nationalsport. Noch muss man sagen, denn zum einen findet der Konkurrent Baseball unter der jungen Generation mehr Anhänger und begeisterten Nachwuchs. Zum anderen wurde der Sumosport im Jahr 2010 von einem Bestechungsskandal erschüttert, der zur Suspendierung einiger Topkämpfer führte. Auch im Alkoholrausch randalierende Sumoringer und angebliche Verbindungen zur Yakuza, der japanischen Mafia, haben das Image der Zunft arg ramponiert. Für japanische Sumofans schwer zu ertragen ist zudem, dass die Spitzenringer seit Jahren aus der Mongolei, Bulgarien oder Estland und nicht aus dem Mutterland des Sports kommen.Dennoch ist der Besuch eines der großen Turniere ein Erlebnis, das viel Atmosphäre und grandiose Fotos garantiert. Nutzen Sie die Chance unbedingt!

Schauplatz der Giganten-Ringkämpfe im Januar, Mai und September (Beginn: zweiter Sonntag) ist die Kokugikan-Halle im Viertel Ryogoku. An Karten für die guten Plätze ganz vorn ist schwer zu kommen, aber auch von den billigeren Rängen (ab ca. 19 Euro) aus lässt sich das Geschehen recht gut verfolgen (www.sumo.or.jp/eng/index.html). Denn die massigen Ringer, die bis zu 2 m groß sind und um die 160 kg wiegen, wirken auch aus einer gewissen Entfernung beeindruckend.

Die Chancen beim Kartenkauf sind am Wochenanfang (Montag bis Mittwoch) am größten. Erhältlich sind die Tageskarten an den Schaltern vorm Haupteingang. Wer sich gegen 10 Uhr eine sichert, kann die Zeit bis zum Turnierbeginn nebenan im Edo-Tokyo Museum oder im Sumo-Museum in der Halle überbrücken. Je später am Nachmittag, desto besser die Kämpfe. Wenn die besten Sumoringer ihre gewaltigen Oberschenkel spreizen und sich in Positur bringen, bevor sie mit Urgewalt gegen ihren Kontrahenten krachen, ist die Spannung in der Halle auf dem Höhepunkt.

Noch ein Tipp: In der Eingangshalle kann man Audiogeräte mieten, die die englischen Kommentare eines fachkundigen Moderators übertragen. Für Sumoneulinge ist das sehr hilfreich!

Trendsetter

Der Tokioter Nachwuchs – allen voran die joshi kōsei, die Oberschülerinnen – kreiert und diktiert so ziemlich alle Jugendtrends und Modeerscheinungen in Japan. Beispiele gibt es massenhaft, die wenigsten sind allerdings von Dauer. Doch eine Art Leitthema dominiert die Szene schon seit Langem: Hauptsache kawaii, also niedlich. Kawaii ist das Maß aller Dinge für Japans jugendliche Trendsetter. Das bedeutet: Alles, was niedlich ist, ist auch in.

Die ältere Generation reagiert überrascht bis schockiert, und manche zweifeln gar am Fortbestand der Nation. Die Kids hätten ihre japanische Identität verloren, seien „amerikanisiert“, wird lamentiert. Doch davon kann nicht die Rede sein. Es ist einfach wie überall: Spaß ist angesagt. In Japan, einer Gesellschaft, die traditionell Gruppen über das Individuum stellt, fällt es nur stärker auf, wenn der Nachwuchs sich Freiräume erobert und tradierte Verhaltensweisen neu definiert. Auswüchse wie enkō, oft über Online-Dating-Portale vermittelte Schülerinnenprostitution, die vom extremen Materialismus der Trendsetter gespeist werden, bieten aber Anlass zur Besorgnis.

Zartgrünes Tokio

Ja, es gibt sie, die Anhänger von Ökokost und Biokosmetik. Vor allem in Shibuya und Minato haben sich Läden und Restaurants auf grün denkende Kunden eingestellt. Die müssen für Ökowaren bisher sehr tief in die Tasche greifen. Noch ist das Marktsegment sehr klein, doch das zarte Pflänzchen gedeiht zusehends. Produkte aus Deutschland sind im markenbewussten Tokio trotz horrender Preise sehr beliebt. Besonders biologische Kosmetika verkaufen sich gut. Auch junge Männer greifen zunehmend zu Biocremes mit deutschen Gütesiegeln. Fairtrade-Waren hingegen führen generell noch ein Mauerblümchendasein.

Bücher & Filme

Die rote Bande von Asakusa

Literaturnobelpreisträger Yasunari Kawabata versetzt uns in seinem historischen Roman ins Tokio der 1930er-Jahre.

Tokyo Tango

Ein lebendiges Japankaleidoskop: persönliche Beobachtungen aus den 1990er-Jahren von Uwe Schmitt, Exkorrespondent der Frankfurter Allgemeinen.

Tokio

Der spannende Krimi von Mo Hayder (2005 aus dem Englischen übersetzt) hat zwei Erzählebenen: Nanking in China 1937 und die Gräueltaten der japanischen Armee sowie das damit verwobene Tokio-Abenteuer der englischen Studentin Grey, die als Bar-Hostess ihren Lebensunterhalt verdient.

Du lebst nur zweimal

James Bond reitet den Tiger (1967). Sean Connery trifft in Tokio nicht nur auf exotische Schönheiten, sondern auch auf den Geheimdienstchef „Tiger“ Tanaka. Das internationale Kinodebüt der japanischen Metropole.

Tokyo ga

Tokio-Essay von Wim Wenders und Hommage an den von ihm verehrten japanischen Regisseur Yasujiro Ozu (1985).

Lost in Translation

Zwei einsame Amerikaner treffen sich in Tokio: Seit dem oscargekrönten Film von Sofia Coppola (2003) ist Shibuya Crossing die am meisten fotografierte und gefilmte Kreuzung der Welt.

Kirschblüten – Hanami – In Doris Dörries Filmdrama (2008) trauert Elmar Wepper in Tokio um seine plötzlich verstorbene Frau (Hannelore Elsner), deren Sehnsüchte um Butoh-Tanz und Fuji-Berg kreisten.

Fakten

Einwohner
13.929.286
Fläche
2.187 km²
Strom
100 V, 50, 60 Hz
Hauptstadt
Shinjuku
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
14:13 Uhr
Zeitverschiebung
7 h (zu MESZ)
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Reportagen

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