Niederlande

Überblick

Drei Begriffe sollte man zum Verständnis der Niederlande im Hinterkopf haben: Wasser, Handel, Toleranz. Sie hängen miteinander zusammen, verhalfen den Holländern im 17. Jh. zu einem Goldenen Zeitalter und lassen sie noch heute als kleines Land mit den ganz Großen mitspielen.

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Februar
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März
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9°C
Am Koningsdag wird im ganzen Land der Geburtstag von König Willem-Alexander gefeiert
April
gut
13°C
Mai
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17°C
Juni
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Juli
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November
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Wetter & Klima

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Donnerstag / 22.10.2020
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Freitag / 23.10.2020
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Anreise

4h 38min
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Niederlande
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Der Kampf mit dem Wasser

Fast ein Drittel des Landes liegt unter dem Meeresspiegel und mehr als die Hälfte ist überflutungsgefährdet. Viele Städte wurden auf Pfählen gebaut, die gesamte Provinz Zeeland ist im Grunde nichts anderes als das Flussdelta von Rhein und Maas. Die Niederländer mussten lernen, mit dem Wasser zu leben und ihr Land dem Meer und den Flüssen abzuringen. Das prägt: Keine Landschaft in Europa ist so sehr vom Menschen beeinflusst wie das flache Land hinter den Deichen, das von Kanälen und Windmühlen durchzogen ist. Mit zäher Beharrlichkeit haben die Niederländer Meerbusen eingedeicht und Moraste urbar gemacht. Nach schmerzhaften Erfahrungen mit Sturmfluten haben sie ihr Land mit imposanten Deichund Schleusensystemen vorerst gesichert. Ein besonders schwerer Orkan verursachte 1916 so immense Schäden, dass man sich entschloss, die Zuiderzee mit einem Damm abzuschließen, der die ehemalige Meeresbucht in den Süßwassersee IJsselmeer verwandelte. (Die niederländische zee entspricht dem deutschen Meer, während das niederländische meer einen See meint). Heute stellen die weltweiten Klimaveränderungen das Land vor neue Herausforderungen. Berechnungen zeigen, dass der Meeresspiegel bis Ende dieses Jahrhunderts um bis zu 1,3 m ansteigen könnte. Um die Sicherheit der 17 Mio. Menschen zu gewährleisten, müssen deshalb Milliarden in Küstenverstärkungen und Deicherhöhungen investiert werden. Der Polder – das eingedeichte Gelände – ist immer nur so stark wie sein schwächster Deich: Wenn alle trockene Füße haben wollen, müssen sie sich einig werden. Dieses Konsensmodell hat sich auf die Politik übertragen und gilt als typisch niederländisch. Das Poldermodell erklärt auch eine gewisse Aversion gegen Hierarchien oder Klassenunterschiede und ist so auch ein Ursprung der sprichwörtlichen Toleranz der Niederländer. Sie machte das Land schon früh zu einem sicheren Hafen für Fremde und Andersdenkende. Im Mittelalter waren es portugiesische Juden, die den Diamantenhandel aufbauten, Hugenotten aus Frankreich, Juden aus Deutschland, später Chinesen und Immigranten aus den ehemaligen Kolonien, aber auch Homosexuelle und Transgender. Diese Fremden brachten die Welt in die Städte und beförderten den Handel.

Kolonialhandel und Kaufmannsgeist

Ab dem 17. Jh. durchkreuzten niederländische Handelsschiffe sämtliche Weltmeere, errichteten Handelsposten wie Nieuw Amsterdam – heute New York – oder Kapstadt und waren ein erster Global Player. Das heutige Indonesien war die wichtigste Kolonie, während die karibischen Inseln vor allem Drehkreuze für den Transatlantikhandel mit Sklaven, Zucker, Rum, Silber und Gewürzen waren. Diesen Kaufmannsgeist hat man noch immer im Blut – ihm ist es zu verdanken, dass sich das flächenmäßig kleine Land auf der Weltbühne so nachhaltig behauptet. Rotterdam ist heute der größte Hafen Europas, die Weltkonzerne Unilever, Philips, Akzo Nobel und Shell haben niederländische Wurzeln. Und im Agrarund – Überraschung! – Wasserbausektor gehören die Niederlande zu den drei weltweit wichtigsten Exportnationen. Rhein und Maas trennen die Niederlande in zwei Teile: Boven de grote rivieren, also im Norden „oberhalb der großen Flüsse“, sind die Menschen protestantisch- calvinistisch geprägt, der Süden beneden de grote rivieren ist eher katholisch. Der Protestantismus, der im 16. Jh. am Anfang des niederländischen Freiheitskampfs gegen das katholische Spanien stand, ist auf dem Rückzug: Mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Niederländer konfessionslos und leben rund 1 Mio. Muslime im Land.

Ein weiter Horizont - im doppelten Wortsinn

Der Norden ist polderbedingt flach, erst im südlichsten Zipfel, in der Provinz Limburg, erheben sich sanfte Hügel und der Vaalserberg – mit stolzen 322 m höchster Punkt des Landes. Der weite Horizont, der scheinbar unendliche Himmel mit immer wechselnden Wolkenbildern über Dünen und Flüssen machen den landschaftlichen Charme aus. Der weite Horizont, so behaupten viele, findet auch in der Mentalität seinen Niederschlag: Wer in einem kleinen Land seine Erträge mehren will, muss Neuem gegenüber empfänglich sein und sich anbietende Möglichkeiten unerschrocken nutzen. Bis zum heutigen Tag ist dies in vielen Bereichen zu spüren, es gibt kaum ein Volk, das so schnell auf gesellschaftliche Umwälzungen reagiert und sich so flexibel auf neue Gegebenheiten einzustellen weiß. Viele gesellschaftliche Neuerungen – der liberale Umgang mit weichen Drogen, Homosexualität, Teilzeitarbeit, Sterbehilfe oder ein großes Parteienspektrum – haben die Niederländer aufgeschlossen und frei von Tabus umarmt und sind so in vielen Fragen Vorreiter in Europa. Das ist nicht weiter erstaunlich, schließlich mussten die Niederländer sich immer wieder anpassen, sei es beim Kampf gegen das Wasser, beim Außenhandel, bei den Einwanderern oder in Religionsfragen.

Praktische Hinweise

Anreise
Auto

Wenn Sie aus dem Süden kommen, gelangen Sie über Aachen nach Maastricht. Weitere Autobahnverbindungen führen via Duisburg nach Venlo sowie via Oberhausen und Emmerich nach Arnhem. Aus Nord- und Nordostdeutschland fahren Sie entweder über Osnabrück nach Hengelo oder über Leer nach Groningen. Vor der Abfahrt in die Niederlande lohnt es sich, die Autobahnwebsite www.vananaarbeter.nl zu konsultieren: Hier sind sämtliche aktuellen und zukünftigen Baustellen aufgelistet.

Bahn

Es gibt mehrere, zum Teil direkte Verbindungen mit IC- und EC-Zügen sowie mit City-Nightline-Zügen aus vielen europäischen Städten. Zwischen Amsterdam und Köln verkehren täglich neun EC- bzw. ICE-Züge. Eine weitere Hauptstrecke ist Berlin-Osnabrück-Amsterdam. Außerdem gibt es Verbindungen über Venlo nach Eindhoven sowie zwischen Aachen und Maastricht. Die Fahrzeit von Köln bzw. Osnabrück nach Amsterdam beträgt etwa drei Stunden.

In den niederländischen Zügen können Sie Ihr Rad mitnehmen, müssen es aber selbst in den Fahrradwaggon verladen (achten Sie auf die Aufkleber an den Fenstern). Für einen Tag bezahlen Sie unabhängig von der Strecke 6 Euro. Außer im Juli und August ist die Fahrradmitnahme während der Stoßzeiten (6.30-9 und 16.30-18 Uhr) nicht erlaubt.

Flugzeug

Es gibt täglich mehrere Linienflüge aus der Schweiz, Deutschland und Österreich, die auf dem internationalen Flughafen Schiphol bei Amsterdam landen. Von dort können Sie mit der Bahn weiterreisen. Immer mehr Billigfluggesellschaften weichen auf alternative Flughäfen wie Eindhoven und Maastricht-Aachen im Süden sowie Rotterdam The Hague im Westen aus. Sie verfügen alle über eine Busverbindung zu den jeweiligen Bahnhöfen. Zwischen dem Maastrichter Flughafen und Aachen gibt es einen Shuttleservice.

Auskunft

Vor der Reise wenden Sie sich an das Niederländische Büro für Tourismus NBT (Postfach 270580 | 50511 Köln | Tel. 0221 9257170 | www.niederlande.de). In den Niederlanden gibt es in fast jedem Ort ein Fremdenverkehrsbüro, das Sie entweder in der Nähe des Bahnhofs oder am größten Platz des Orts finden. Wenn Sie kein Schild mit dem Hinweis "Tourist Information" sehen, halten Sie Ausschau nach drei weißen V auf blauem Hintergrund: Die Touristenbüros heißen in Holland VVV (sprich "FehFehFeh"). Sie sind meist montags bis freitags von 9 bis 17 und samstags von 9 bis 13 oder 16 Uhr geöffnet, in touristischen Zentren in der Hochsaison auch am Sonntag.

Touristische Informationen finden Sie auf www.niederlande.de, der Website des NBT. Eine ausführliche Website mit nationalem Veranstaltungskalender, touristischen Tipps und Hinweisen zu Sehenswürdigkeiten - allerdings nur auf Niederländisch - ist www.wattedoenin.nl. Auf www.rijksoverheid.nl finden Sie alles Wissenswerte rund um Gesetze und Institutionen. Wenn Sie die neuesten Fotos der Prinzessinnen sehen möchten, finden Sie die unter www.koninklijkhuis.nl, alles über den Austausch zwischen niederländischen und deutschen Jugendlichen erfahren Sie auf www.uitwisseling.de. Und wenn Sie wissen möchten, was sich in der alternativen Szene tut, surfen Sie auf aktieagenda.nl.

Auto

Auf der Autobahn (snelweg) gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 120 bzw., auf ungefähr der Hälfte aller Abschnitte, von 130 km/h, auf Schnellstraßen (autoweg) sind 100, auf Landstraßen (provinciale weg) 80, innerhalb von Ortschaften 50 km/h, zum Teil nur 30 km/h erlaubt. Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Wer seinen Führerschein weniger als fünf Jahre besitzt oder unter 24 ist, darf nur mit maximal 0,2 Promille ans Steuer bzw. an den Lenker von Moped und Motorrad.

Wenn Sie auf der Autobahn eine Panne haben, können Sie über eine Notrufsäule oder über Tel. 088 2692988 Hilfe anfordern. Informationen über Staus und andere Verkehrsbehinderungen gibt es unter Tel. (*) 0900 9622.

Wo Sie am günstigsten tanken, erfahren Sie auf www.brandstofprijzen.nl. Parken ist teuer: Während eine Stunde in der Provinz 3 bis 4 Euro kostet, bezahlen Sie in Amsterdam 5 bis 6 Euro.

Bahn

Das Netz der Nederlandse Spoorwegen (NS) ist eines der dichtesten in Europa. Intercity- und Schnellzüge (sneltreins) befahren die Hauptstrecken im Halbstundentakt. Nahverkehrs- und Regionalzüge (stoptreins) halten praktisch an jedem Bahnhof.

Daneben betreibt die Gesellschaft Fyra eine Hochgeschwindigkeitsverbindung von Amsterdam via Rotterdam nach Brüssel oder Breda. Diese kostet mehr als die NS, ist aber schneller: Von Amsterdam nach Rotterdam reisen Sie in 36 statt 65 und nach Breda in 57 statt 93 Minuten.

Am Wochenende lohnt sich das Weekendretour-Ticket, das von Freitagabend 19 Uhr bis Montagmorgen 4 Uhr gültig ist. Eine Tageskarte ohne Kilometerbeschränkung kostet in der zweiten Klasse 47 Euro. Daneben gibt es den Interrail-ein-Land-Pass, der an drei, vier, sechs oder acht frei wählbaren Tagen innerhalb eines Monats gültig ist. Drei Tage kosten in der zweiten Klasse 115 Euro (Jugendliche unter 26 Jahren 75 Euro), acht Tage 235 (155) Euro.

Camping

Campingplätze sind in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen - das Angebot umfasst inzwischen mehr als 3200 Zeltplätze. Es gibt moderne, mit allem Komfort ausgestattete Campings an der ganzen Nordseeküste entlang oder einfachere in der freien Natur. Für viele Bauern stellt ein Campingplatz eine alternative Erwerbsmöglichkeit dar. Manche bieten auch Milch und andere Nahrungsmittel frisch vom Hof an. www.nederland-camping.nl, www.kamperen-bij-de-boer.com

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat

Honthorststraat 36-38 | Amsterdam | Tel. 020 5747700

Österreichische Botschaft

Van Alkemadelaan 342 | Den Haag | Tel. 070 3245470

Schweizerische Botschaft

Lange Voorhout 42 | Den Haag | Tel. 070 3642831

Einreise

Für EU-Bürger genügt der Personalausweis (Schweizer: Identitätskarte), eine Grenzkontrolle findet bei Einreise aus einem anderen Schengen-Staat jedoch normalerweise nicht statt.

Fahrradvermietung

Ein huurfiets gibts in jeder noch so kleinen Ortschaft. Meist finden Sie am oder rund um den Bahnhof einen Verleih und in den Dörfern bei den Fahrradhändlern. Auf dem Land kostet die Wochenmiete etwas mehr als 20 Euro. Um in der Hochsaison sicherzugehen, dass ein Händler noch ein fiets hat, lohnt es sich, ein Rad via Internet zu reservieren.

FKK

Nacktbaden ist in den Niederlanden weit verbreitet. Vielerorts gibt es einen speziell gekennzeichneten Abschnitt (naturistenstrand). In den letzten Jahren entstanden immer mehr bloodcampings, FKK-Zeltplätze. Eine Liste mit Nacktstränden und -campings finden Sie auf www.nfn.nl.

Geld & Kreditkarten

Geldautomaten finden Sie in jedem noch so kleinen Ort. Kreditkarten und die ec-Karte sind weit verbreitet. In den Niederlanden wird das Zahlen mit Karte stark stimuliert. Karten werden als Zahlungsmittel zum Teil selbst auf Märkten akzeptiert, und es ibt bereits Supermärkte, die kein Bargeld akzeptieren. Es ist auch normal, selbst kleinste Beträge bargeldlos zu begleichen.

Gesundheit

Erste Hilfe leisten die Notfallstationen (eerste hulp) der Krankenhäuser. Das Honorar für den Arzt müssen Sie vorstrecken und die Rechnung der heimischen Krankenkasse zur Erstattung vorlegen, sofern nicht Ihre European Health Insurance Card (EHIC) akzeptiert wird.

Internetzugang & Wlan

Es gibt kaum noch Cyberkneipen, weil immer mehr Menschen mit ihren Laptops in Cafés, Coffeeshops, Bibliotheken oder anderen öffentlichen Gebäuden sitzen, wo der Zugang ins Internet gratis ist. Sogar Intercityzüge werden inzwischen damit ausgerüstet. Hotels und Jugendherbergen stellen oft einen oder mehrere Rechner zur Verfügung. Die Telefongesellschaft kpn bietet landesweit ziemlich flächendeckend 1000 WLAN-Hotspots in Restaurants, Cafés, Hotels, Bahnhöfen, Tankstellen und Autobahnraststätten an. Bezahlen können Sie mit Kreditkarte (Tageskarte 15,95 Euro, 50-Minuten-Karte 5,95 Euro) oder mit einer Karte, die es in den kpn-Shops zu den gleichen Preisen zu kaufen gibt (www.kpnhotspots.nl).

Jugendherbergen

Im ganzen Land gibt es 28 Jugendherbergen, die sich Stayokay nennen. Eine Liste mit den Adressen finden Sie auf www.stayokay.com.

Mietwagen

Auf den Flughäfen, in großen Städten sowie vielen Urlaubszentren finden Sie die bekannten Autoverleiher. Je nach Wagentyp und Ausstattung müssen Sie für einen Mietwagen pro Tag zwischen 30 und 125 Euro rechnen.

Museen

Immer mehr Museen und andere Attraktionen verkaufen ihre Eintrittskarten via Internet. Das ist nicht nur günstiger, Sie können so außerdem verhindern, dass Sie lange in der Schlange vor dem Eingang stehen müssen. Manche Museen koppeln die elektronischen Eintrittskarten an ein bestimmtes Zeitfenster.

Wenn Sie oft ins Museum gehen, lohnt sich die Museumjahreskarte, die Sie in den VVV-Büros oder direkt in den Museen kaufen können. Die Karte, mit der Sie landesweit freien Eintritt in rund 400 Museen haben, kostet 42,45 Euro (Jugendliche 22,45 Euro) und ist ein ganzes Kalenderjahr gültig. Sie benötigen dafür ein Passfoto. www.museumjaarkaart.nl

Notruf

Die allgemeine Notrufnummer ist 112.

Öffentliche Verkehrsmittel

Im ganzen Land wird in Bussen, Straßenbahnen, in der Metro und immer mehr auch bei der Eisenbahngesellschaft NS mit der OV-Chipkaart bezahlt. Die NS wird die Magnetkarte 2013 definitiv einführen, wobei es für Touristen auf Kurzstrecken nach wie vor Einzeltickets geben wird. Die Plastikkarte können Sie an Automaten auf Bahnhöfen, in Supermärkten oder Tabakläden für 7,50 Euro kaufen. Wählen Sie eine übertragbare (anoniem) OV-Chipkaart und laden auf diese mit Ihrer Bankkarte 10 oder 20 Euro auf. Mit der aufgeladenen Karte können Sie sich danach bei den Scannern an jedem Bahnhofs- oder Metroeingang sowie in den Straßenbahnen und Bussen einloggen. Drücken Sie Ihre OV-Chipkaart an diesen Scanner, bis Sie einen Ton hören, der ein erfolgreiches Einchecken signalisiert. Verlassen Sie das Fahrzeug oder den Bahnhof, müssen Sie die Magnetkarte zum Auschecken erneut an den Scanner drücken, bis der Pieps ertönt. Das gilt - mit Ausnahme von Zügen der NS - auch, wenn Sie bloß umsteigen wollen: Auch dann müssen Sie jedes Mal aus- und im nächsten Fahrzeug wieder einchecken. Der Scanner zeigt jeweils an, was eine Fahrt (oder das Umsteigen) gekostet hat.

Öffnungszeiten

Die meisten Geschäfte sind Mo bis Fr von 9 bis 18 Uhr (Supermärkte bis 22 Uhr) und Sa von 9 bis 17 Uhr geöffnet. In größeren Städten und in touristischen Gebieten gibt es sogenannte avondwinkels (Nachtläden), die bis Mitternacht oder länger geöffnet sind. Donnerstag oder Freitag ist im ganzen Land bis 21 Uhr Abendverkauf (koopavond). In Touristenorten sind die Geschäfte auch am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet, im übrigen Land an zwölf Sonntagen im Jahr.

Post

Das altehrwürdige Postamt gibt es nicht mehr. Postalische Angelegenheiten werden nun im servicepunt erledigt. Diese finden Sie in Supermärkten, Buchläden oder Zigarettengeschäften; halten Sie Ausschau nach dem orangefarbenen Logo mit einer Krone, auf dem postnl steht. Das Porto für Postkarten oder Briefe in die EU und in die Schweiz beträgt 85 Cent.

Reisezeit

Die Monate Mai bis September sind die angenehmsten zum Reisen. Vor allem in den Küstenregionen weht immer ein leichter Wind.

Taxi

In den Niederlanden gibt es unterschiedliche Taxis. Für die klassischen Taxis zahlen Sie einen Starttarif von 2,50 Euro und danach knapp 2 Euro pro Kilometer.Passen Sie auf, wenn Sie in Amsterdam in ein Taxi steigen! Viele der dortigen Chauffeure sind unhöflich und lehnen eine Kurzstrecke kategorisch ab. Wenn Sie nicht ortskundig sind, ist die Gefahr groß, dass der Fahrer einen Umweg fahren wird. Wenn Sie reklamieren, kann es vorkommen, dass er Sie auf halber Strecke aus dem Wagen jagt. Erkundigen Sie sich unbedingt vorher, wie viel die Fahrt kosten wird - will der Fahrer das nicht sagen, steigen Sie in ein anderes Taxi!

In mittelgroßen Städten wie Amersfoort, Maastricht oder Utrecht finden Sie beim Bahnhof die sogenannten NS zonetaxis. Wenn Sie dem Fahrer Ihr Zugticket zeigen, bezahlen Sie für eine Fahrt bis 2 km 6 Euro, bis 4 km 9 Euro und bis 6 km 12 Euro. Steht kein zonetaxi beim Bahnhof, können Sie eines unter der beim Taxistandplatz angegebenen Nummer bestellen.

Auf knapp 30 Bahnhöfen finden Sie blaugelbe Säulen mit der Aufschrift treintaxi. Dieses Taxi teilen Sie mit anderen Fahrgästen. Eine Fahrt kostet 4,80 Euro. Wenn Sie damit von Ihrem Aufenthaltsort zum Bahnhof gefahren werden möchten, können Sie das treintaxi telefonisch bestellen (Tel. (*) 0900 8734682). Auf dem Land gibt es immer mehr regiotaxis. Diese einem Sammeltaxi vergleichbare, nur auf Abruf bestellbare Fahrmöglichkeit ist etwas teurer als der öffentliche Nahverkehr, aber günstiger als ein normales Taxi. Schilder mit den entsprechenden Telefonnummern finden Sie bei Bahnhöfen oder an Bushaltestellen.

Telefon & Handy

Münztelefone sind verschwunden, aber landesweit gibt es nach wie vor ein paar Hundert öffentliche Telefone, die aussehen wie eine Reklamesäule. Sie finden sie in Shoppingmalls, auf größeren Plätzen und auf Bahnhöfen. Bezahlen können Sie mit ihrer ec-Karte.

Vorwahlen: Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Niederlande 0031.

Was das Handy betrifft, so gibt es in den Niederlanden mehrere Gesellschaften, die sich einen heftigen Konkurrenzkampf liefern. Die wichtigsten sind kpn, Vodafone und T-Mobile. Wenn Sie sich in die niederländischen Tarife vertiefen möchten, finden Sie sämtliche Angaben auf der Website www.bellen.com.

Trinkgeld

Es ist üblich, im Restaurant, im Taxi oder beim Friseur ein Trinkgeld von etwa fünf bis zehn Prozent zu geben, wenn Sie zufrieden waren. Die in vielen Restaurants übliche Toilettenfrau erwartet ca. 30 Cent.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren zum persönlichen Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden. Richtwerte hierfür sind u. a. 10 l Spirituosen und 800 Zigaretten. Für Schweizer gelten wesentlich geringere Freimengen.

Was kostet wie viel?

Snack

um 4,50 Euro für ein broodje kaas

Kaffee

um 2,50 Euro für eine Tasse Kaffee

Bier

um 2,50 Euro für ein kleines Glas

Bahnfahrt

32,20 Euro für ein Rückfahrticket Amsterdam-Rotterdam

Benzin

um 1,60 Euro für einen Liter Euro 95

Mitbringsel

um 10 Euro für eine Dose mit Honigsirupwaffeln

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Jan.

Neujahr

März/April

Karfreitag/Ostermontag (viele Geschäfte sind geöffnet)

30. April

Koninginnedag (Nationalfeiertag)

5. Mai

Bevrijdingsdag (nationaler Gedenktag zur Befreiung von der deutschen Besatzung - nur alle fünf Jahre ein offizieller Feiertag)

Mai

Christi Himmelfahrt

Mai/Juni

Pfingstmontag (viele Geschäfte sind geöffnet)

25./26. Dez.

Weihnachten

Feste & Veranstaltungen
Januar

Beim Nieuwjaarsduik in Scheveningen geht es zum Neujahrsschwimmen in die eisige Nordsee.

Internationales Filmfestival in Rotterdam

Februar/März

Carnaval in Maastricht und dem Süden

März

In Maastricht findet alljährlich die wichtigste und feinste Kunst- und Antikmesse der Welt statt: The European Fine Art Fair (tefaf)

März-Mai

Blumenausstellung im Keukenhof in Lisse

April

Museumweekend: Mehr als 500 Museen im ganzen Land öffnen ihre Türen ein ganzes Wochenende lang gratis.

Blumenkorso von Noordwijk nach Haarlem

Am 30. April ist Koninginnedag. Das Bier fließt in Strömen, und es wird auf der Straße getanzt. Beim Vrijmarkt verhökern alle Hausrat und Kleidung.

Mai

Dodenherdenking: nationaler Gedenktag für die Opfer des Zweiten Weltkriegs

Bevrijdingsfestival am 5. Mai mit Popmusik an diversen Orten

Nationale Molendag: Viele Windmühlen können am zweiten Maisamstag oder -sonntag besichtigt werden.

Vlaggetjesdag in Scheveningen: Auftakt der Heringssaison

Scheveningen International Sand Sculpture Festival: Europäische Teams bauen bis zu 5 m hohe Sandgebilde.

Juni

Holland Festival in Amsterdam mit zahlreichen kulturellen Veranstaltungen

Dichterfestival Poetry International in Rotterdam

Oerol-Festival Terschelling: Straßentheater auf der Insel

Ronde van Texel: die größte Katamaranregatta der Welt

Gratispopfestival Parkpop am letzten Juniwochenende in Den Haag

Juli

Skûtsjesilen, Segelregatten mit traditionellen Schiffen in Friesland

North Sea Jazz Festival in Rotterdam

August

5 km Bücherstände auf dem Boekenmarkt in Deventer

Gondelvaart: Beleuchtete Gondeln fahren auf den Kanälen in Giethoorn.

Amsterdam Gay Pride: Hunderttausende Feiernde und Schaulustige säumen die Grachten, wenn bunt verzierte Boote mit noch bunter gekleideten Schwulen eine Rundfahrt machen.

September

Open Monumentendag: Landesweit öffnen ca. 3000 denkmalgeschützte Häuser ihre Pforten.

Wereldhavendage in Rotterdam: Show, Spektakel und Feuerwerk im Hafen

Oktober

Festival van Zeeuwsch-Vlaanderen: klassische Musik in und um Terneuzen auf Märkten, in Kirchen und Musiklokalen

November

Pop und Poesie auf dem Crossing Border Festival in Den Haag

Dezember

Zum Sinterklaasfeest am 5. Dezember gehört traditionell eine surprise, ein kleines Nikolauspaket. Es ist möglichst originell verpackt und wird mit einem selbst verfassten, meist witzigen Gedicht vorgetragen.

Im Trend

Delikates Maastricht
Hausgemacht

Die Zeiten, in denen über die niederländische Küche die Nase gerümpft wurde, sind definitiv vorbei. In Maastricht boomen Delikatessengeschäfte, die Wert auf Selbstgemachtes legen. Bei Adriaan de Smaakmaker (St. Pieterstraat 36) fällt die Entscheidung zwischen Konfitüren, Essig und Senf nicht leicht. In der Bäckerei Bisschopsmolen (Stenenbrug 1-3) hat das Brot Zeit zu reifen - und das schmeckt man. In einem Workshop können Sie das Handwerk kennenlernen. Und die besten Pralinen gibt es bei Benoît Nihant (Havenstraat 8).

Hoch hinaus
Klettern

Erklimmen Sie die Kirchen doch nicht über die Treppe, sondern an der Wand hoch. In der Olvoo-Kirche (Jan in 't Veltstraat 94) in Den Helder gibt es dafür eine Kletterwand. Wer beim Klettern im Twentebad (Lage Weide 3) in Hengelo ins Schwitzen kommt, lässt sich fallen: Die Kletterwand liegt direkt am Schwimmbecken. Die höchste frei stehende Kletterwand der Welt im flachen Groningen ist 37 m hoch (Klimcentrum Bjoeks, Sportpark Karinge, Bieskemaar 3).

Im rechten Licht
Digital

Seit Neuestem stechen die Sehenswürdigkeiten des Landes noch mehr ins Auge: Die Lichtinstallation Trajectum Lumen (www.trajectumlumen.nl) führt Besucher in Utrecht auf einer Lichtspur von Punkt zu Punkt. Neuer Medien bedient sich auch das Projekt UPLabs (in der Westergasfabriek, Pazzanistraat 41) in Amsterdam. Es gibt GPS-Touren und Flüstersitzbänke, und was aussieht wie ein normales Fernglas, ist in Wirklichkeit der "Time Viewer". Richten Sie ihn auf ein Bauwerk, und tauchen Sie in die Geschichte des Gebäudes ein!

Willkommen an Bord!
Im Zelt

Ein Zeltplatz allein reicht der Campingnation nicht. In den Niederlanden wird die mobile Unterkunft auch mal in Baumkronen aufgeschlagen. Auf dem Campingplatz De Hertshoorn (Putterweg 68-70, www.hertshoorn.nl) in Garderen können Urlauber vogelgleich in drei Tannen nisten. Von der Luft aufs Wasser: In der Provinz Flevoland können Sie sich samt Zelt auf einem Floß treiben lassen. Den schwimmenden Untersatz gibt es auf dem Campingplatz Waterhout (Archerpad 6, www.waterhout.nl) in Almere. Auch ohne eigenes Zelt müssen Sie auf den Outdoorspaß nicht verzichten: Auf Texel kommen Sie auf dem Campingplatz Loodsmansduin (Rommelpot 19, Den Hoorn) in einer mongolischen Jurte unter - und zwar mit Extrakomfort.

Schmeckt wie daheim
Huiskamer-Restaurants

Ein Trend erobert das ganze Land: Hobbyköche öffnen ihre Küchen für zahlende Gäste. Auf den Tisch kommen saisonale Menüs, mal exotisch, mal ganz bodenständig. Besonders verführerisch kommt das Menü von Anja und Pedro Klooster (Kerkdijk 2, www.dehuiskamer.com) in Ansen in der Provinz Drenthe daher - es nennt sich "Sieben Sünden". Angst, dass die Wohnzimmerrestaurants nicht nach dem eigenen Geschmack sind? Bei der Reservierung im Het Huiskamerrestaurant (Waterhoen 1, www.het-huiskamerrestaurant.nl) in Oud Beijerland bei Rotterdam wird vorab über die kulinarischen Vorlieben und Abneigungen gesprochen. Dutzende weitere huiskamer restaurants im ganzen Land finden Sie unter huiskamerrestaurant.startpagina.nl.

Bloss nicht

Erster Kontakt gleich auf Deutsch

In den Niederlanden wird Niederländisch gesprochen. Niemand erwartet aber von Ihnen, dass Sie dieser Sprache mächtig sind. Versuchen Sie, erste Kontakte auf Englisch zu knüpfen. In Holland spricht fast jede und jeder Englisch - oder versteht es zumindest.

Strandburgen graben

Die an der deutschen Nord- und Ostseeküste so beliebten Strandburgen sind an den hiesigen Stränden verpönt. Die Niederländer empfinden dieses "Territoriumabstecken" als deutsches Machtgehabe. Das niederländische Credo lautet: Der Strand ist für alle da.

Kippen wegwerfen

In immer mehr Städten bekommen Sie eine saftige Buße, wenn Sie einen Zigarettenstummel auf den Boden werfen.

Fotos von Prostituierten machen

Machen Sie keine Fotos von Prostituierten. Die leicht bekleideten Damen hinter den Fenstern werden Sie zurechtweisen, wenn sie merken, dass Sie eine Aufnahme machen wollen. Schlagen Sie eine solche Warnung in den Wind, kann es durchaus passieren, dass die Frau (oder ihr Zuhälter) Sie verfolgt und versucht, Ihnen die Kamera zu entwenden. Und wundern Sie sich nicht, wenn auch die ganze Nachbarschaft zuguckt und den Vorfall lautstark beklatscht!

Radfahrer ignorieren

Achten Sie immer und überall auf Fahrräder! Wenn Sie als Fußgänger unterwegs sind, benützen Sie immer den Gehsteig - sich zu Fuß auf den Radweg zu begeben, kann besonders in Großstädten gefährlich werden. Reagieren Sie in so einem Fall unbedingt auf Fahrradklingeln und gehen zur Seite.

Hundekot liegen lassen

Vielerorts werden Hundebesitzer zur Kasse gebeten, wenn sie die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners nicht beseitigen. Nehmen Sie also immer eine Plastiktüte mit, wenn Sie Ihren Hund Gassi führen.

Den Blick in den Rückspiegel vergessen

Bevor Sie zum Aussteigen die Autotür öffnen - auch auf dem Beifahrersitz oder dem Rücksitz! -, müssen Sie sich zunächst immer vergewissern, ob kein Fahrrad vorbeikommt. Ein Fahrschüler fällt in den Niederlanden automatisch durch, wenn er die zwei obligatorischen Kontrollblicke in den Rück- und den Seitenspiegel vergisst.

Sich in Drogengeschäfte ziehen lassen

In den großen Städten werden Ihnen auf der Straße immer wieder Drogen angeboten. Gehen Sie nicht darauf ein! Sie machen sich strafbar, und zudem sind Straßenhändler für ihre Verschnitte berüchtigt.

Stichworte

Bakfiets

Das fiets, das Fahrrad, ist das beliebteste Verkehrsmittel der Niederlande. Früher dominierten die schwarzen Hollandräder mit Rücktrittbremse das Straßenbild. Doch seit ein paar Jahren feiert das bakfiets eine Renaissance. Dabei handelt es sich um lange Räder mit vorne angebrachten Behältern, in denen Kinder oder Waren befördert werden. Bis in die Dreißigerjahre des 20. Jhs. trugen Bäcker damit ihre Brote aus, Bauarbeiter transportierten Ziegelsteine, und Fischhändler boten darauf ihre Ware feil - bis die Transporträder durch Autos ersetzt wurden. In den Achtzigerjahren war dann vor allem die Hausbesetzerszene auf solchen Rädern unterwegs. Seit Autos die Städte immer mehr verstopfen, erfanden ein paar Tüftler das antike schwarze bakfiets neu. Herausgekommen sind bunte, poppige Modelle aus hochwertigen Materialien, die auf Wunsch mit eingebauten Kindersitzen samt Gurten und Plexiglashauben zu kaufen sind.

Chokoladeletter

Zum Nikolausabend am 5. Dezember schenken sich die Niederländer Schokobuchstaben. Die typische, etwa 130 g schwere Süßigkeit gibt es aus schwarzer oder aus Milchschokolade, manchmal mit Nougat- oder Nussgeschmack, und oft als Fair-Trade-Produkt. Der Brauch stammt aus dem Mittelalter, als Klosterschüler mit Buchstaben aus Brot lesen und schreiben lernten. Heute werden jährlich zwischen 12 und 14 Mio. chocoladeletters produziert. Supermärkte und Bäckereien halten meist das ganze Alphabet vorrätig, doch am meisten wird das M verkauft: Mit diesem Buchstaben beginnen viele niederländische Vornamen - und das Wort Mama.

Coffeeshops

Noch pflegen die Niederlande einen liberalen Umgang mit weichen Drogen. Der Staat duldet den Besitz einer kleinen Menge sowie den Verkauf und Konsum von Haschisch und Marihuana in speziellen Kneipen, den Coffeeshops. Neben der Getränkekarte gibt es hier auch eine für die Rauchwaren. Die zahlreichen illegalen Anbauflächen auf Dachböden und in Gewächshäusern, auf die die Polizei bei Razzien immer wieder stößt, sind Anlass für mehr und mehr Rufe nach härterem Durchgreifen. Derzeit werden im Eigenanbau bis zu fünf Pflanzen toleriert. Aber die Regierung will die Shops in geschlossene Clubs umfunktionieren, die nur noch für Mitglieder zugänglich sind, um so den Zugang wenigstens für ausländische Kunden einzudämmen. Viele Bürgermeister sind aber dagegen - denn die Drogentouristen geben ihr Geld auch in anderen Branchen aus. Bei Redaktionsschluss war noch nicht abzusehen, wohin der Weg führen würde.

Deiche

Schon die ersten Siedler bauten Deiche, um ihre Häuser in dem vielfach unter dem Meeresspiegel liegenden Land vor dem Wasser zu schützen. Die meterhohen Wälle bestehen noch heute im Kern aus Sand, der mit einer dicken Tonschicht bedeckt wird. Im Poldermuseum in Lelystad wird anschaulich der Querschnitt eines Deichs gezeigt. Beim großen Hochwasser 1995 mussten 250000 Menschen evakuiert werden. Seither sind die Deiche vielerorts saniert und erhöht worden.

Erasmus von Rotterdam

Der bedeutende Humanist Erasmus Desiderius wurde 1466 oder 1469 in Rotterdam geboren und starb 1536 in Basel. Sein "Lob der Torheit", ein satirisches Werk über gesellschaftliche und kirchliche Missstände, verhalf ihm zu großem Ruhm. Mit seinen philosophischen Arbeiten übte Erasmus einen großen Einfluss auf die Reformation aus - von der er sich allerdings später distanzierte.

Heringe

Zeitungsinserate mit dem simplen Text Hollandse nieuwe - junge Heringe, die noch nicht gelaicht haben - läuten jedes Jahr im Juni die neue Heringssaison ein. Es ist die Zeit, in der die ganze Nation vor den rot-weiß-blauen haringkarren Schlange steht. Der berühmteste, den auch Minister und Parlamentarier gerne frequentieren, steht vor dem Regierungsgebäude beim Binnenhof in Den Haag. Der Verzehr dieser Matjesheringe erfolgt nach einem ganz bestimmten Prozedere: In der linken Hand hält man einen kleinen, rechteckigen Pappteller. Darauf liegen der Hering, eine Papierserviette und ein paar Zwiebelstückchen. Dann ergreift man mit Daumen und Zeigefinger der rechten Hand die Schwanzflosse der zartrosa Delikatesse, hebt den Arm in die Höhe und führt den Fisch von oben senkrecht in den geöffneten, gen Himmel gerichteten Mund.

Integration

Der von einem radikalen Niederländer marokkanischer Abstammung verübte Mord am Filmemacher Theo van Gogh 2004 hat auf schmerzliche Weise offenbart, wie schlecht es um die Integration der rund 1 Mio. Muslime in den Niederlanden bestellt ist. Seitdem wurden zahlreiche Projekte auf die Beine gestellt mit dem Ziel, den Dialog zwischen den Bevölkerungsgruppen zu fördern. Gleichzeitig sorgt jedoch die im Aufwind befindliche "Partei für die Freiheit" des rechts-populistischen Islamkritikers Geert Wilders für große Verunsicherung.

Klimawandel

"Mit dem Wasser leben und nicht mehr dagegen kämpfen" lautet die neue Devise der Niederlande. Die Deichnation wird stark unter dem veränderten Klima - insbesondere unter dem Anstieg des Meeresspiegels - zu leiden haben. Experten der niederländischen Deltakommission rieten der Regierung, die Küstenstreifen massiv mit Sand aufzuschütten und in die Nordsee hinaus zu verlängern. Tausende von Deichkilometern müssen verstärkt und erhöht werden. Vielerorts haben die milliardenschweren Arbeiten inzwischen begonnen, auch an der Nordseeküste, wo man die Deichbauer an mehreren Stellen beobachten kann, wie sie mit gigantischen Bulldozern bis zu 10 m hohe Dünen auftürmen. Dank dem neuen Credo bauen niederländische Architekten immer öfter schwimmende Häuser, die sich dem Wasserstand anpassen.

Königshaus

Die Niederlande sind eine konstitutionelle Erbmonarchie mit parlamentarischem System, wobei Kabinett und Krone gemeinsam die Regierung bilden. Die Königin trägt jedoch keine politische Verantwortung, kann aber Einfluss nehmen, etwa bei der Koalitionsbildung nach Parlamentswahlen. Neben zahlreichen Repräsentationspflichten gehört es zu ihren Aufgaben, am dritten Dienstag im September, dem prinsjesdag, die Thronrede vorzulesen. Dabei handelt es sich um das vom Kabinett verfasste Regierungsprogramm des kommenden Jahrs. Kronprinz Willem-Alexander ist mit der Argentinierin Máxima Zorreguieta verheiratet. Das Paar hat drei Töchter. Die Älteste, Catharina-Amalia Beatrix Carmen Victoria, Prinzessin der Niederlande und Prinzessin von Oranien-Nassau, wird nach Willem-Alexander den Thron besteigen.

Literatur

Die Niederländer haben viele wichtige Autoren hervorgebracht, obwohl das Sprachgebiet mit 20 Mio. Holländischsprachigen in den Niederlanden und im flämischen Teil Belgiens eher bescheiden ist. Baruch Spinoza verschaffte sich im 17. Jh. mit seinen philosophischen Abhandlungen weltweite Anerkennung. Viel Beachtung fand im 19. Jh. Multatuli mit seinem Roman "Max Havelaar", einer Anklage gegen die Kolonialherrschaft in Niederländisch-Indien, dem heutigen Indonesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherrschten vor allem Werke von Willem Frederik Hermans, Harry Mulisch und Gerard Reve die literarische Szene. Im deutschsprachigen Raum sind heute vor allem Cees Nooteboom, Geert Mak, Connie Palmen und Arnon Grunberg ein Begriff.

Malerei

Rembrandt van Rijn, Frans Hals und Jan Vermeer van Delft waren schon im "goldenen" 17. Jh. weltberühmt. Im Amsterdamer Reichsmuseum, dem größten des Landes, findet man eine außergewöhnlich reichhaltige Sammlung mit allen alten Meistern. Im 19. Jh. folgte Vincent van Gogh - einen Großteil seiner Werke finden Sie im gleichnamigen Museum, ebenfalls in Amsterdam. Die herausragenden Maler des 20. Jhs. sind Piet Mondrian, Karel Appel und Corneille als Vertreter der Cobra-Gruppe (Kopenhagen, Brüssel, Amsterdam).

Muisjes

Kommt in den Niederlanden ein Kind zur Welt, essen die Erwachsenen runden Zwieback (beschuit) mit rosaroten oder hellblauen Zuckerstreuseln (muisjes). Und zwar nicht nur Freunde und Verwandte, die den Säugling besuchen kommen - der Vater serviert diese Neugeborenenspezialität auch seinen Kollegen am Arbeitsplatz! Die Streusel sind mit farbigem Zucker umhüllte Anissamen, die von werdenden Müttern schon immer zur Stimulation der Muttermilchproduktion gegessen wurden. Der heutige Brauch geht auf die zweite Hälfte des 19. Jhs. zurück, als die Niederländer anfingen, die Samen mit farbigem Zucker zu überziehen und sie zusammen mit dem runden Zwieback zu essen.

Oranjefieber

Wenn im Fußball eine Europa- oder eine Weltmeisterschaft ins Haus steht, dann breitet sich in den Niederlanden ein orangefarbiger Flächenbrand aus. Oranje ist nicht nur die Farbe des Königshauses, sondern ziert auch die Trikots der niederländischen Nationalspieler. Deshalb hüllen sich die Untertanen von Königin Beatrix während eines Turniers in orangefarbene Gewänder und schmücken ihre Fenster und Autos mit gleichfarbigen Wimpeln. Käse, Kontaktlinsen und Kreditkarten sind plötzlich orange, genauso wie die Pommes in den Snackbars oder der Gips ums gebrochene Bein. In den Regalen der Supermärkte steht orangefarbener Pudding neben orangefarbenem Toilettenpapier.

Tulpen

Die Tulpen stammen ursprünglich aus Zentralasien. Ende des 16. Jhs. pflanzte Carolus Clusius die erste Zwiebel dieses Liliengewächses im botanischen Garten in Leiden. Im 17. Jh. galt die edle Blume als Statussymbol: Damals kosteten drei Tulpenzwiebeln so viel wie ein Amsterdamer Grachtenhaus. Jeder Kauf musste denn auch vom Notar beglaubigt werden! Heute bestreiten die Niederlande 86 Prozent des weltweiten Tulpenhandels. Die gut 2000 Gartenbetriebe produzieren jährlich mehr als 4 Mrd. Tulpenzwiebeln. Hauptanbaugebiet ist die bollenstreek, der "Tulpengürtel" zwischen Leiden und Den Haag.

Windmühlen

Früher waren es Zehntausende, heute gibt es noch etwa 1000 der typischen alten Windmühlen mit vier Flügeln. Die meisten stehen unter Denkmalschutz und werden nur an speziellen Tagen - etwa dem nationalen Mühlentag am zweiten Maisamstag - betrieben. Bei Kinderdijk südöstlich von Rotterdam steht mit 19 Windmühlen aus dem 18. Jh. das größte Mühlenensemble der Welt. Eine größere Ansammlung authentischer Mühlen finden Sie auch im Freilichtmuseum Zaanse Schans. Jahrhundertelang haben die Schöpfräder der Mühlen das sumpfige Gebiet der Niederlande entwässert. Vielerorts, etwa auf dem Flevopolder, treffen Sie auf ganze Windmühlenparks zur Gewinnung von Windenergie - zeitgenössische Turbinen mit Rotor, die die historischen Mühlen abgelöst haben.

Bücher & Filme

Tirza

unnachahmlicher Stil, überraschender Plot: Arnon Grünbergs psychologische Geschichte über eine Vater-Tochter-Beziehung spielt größtenteils in Amsterdam

Angerichtet

In dem preisgekrönten Roman von Herman Koch treffen sich zwei Paare in einem Amsterdamer Nobelrestaurant. Zwischen Aperitif und Digestif kommt die entsetzliche Wahrheit über ihre Kinder häppchenweise ans Licht

Hochzeit am Meer

literarische Höchstleistung von Abdelkader Benali mit viel fröhlicher Ironie über eine marokkanische Familie zu Hause und in den Niederlanden

Schwarzbuch

In Paul Verhoevens preisgekröntem Film von 2006 versucht eine jüdische Frau im Zweiten Weltkrieg zu überleben. Sie schließt sich dem Widerstand an und wird die Geliebte eines SS-Mannes

Shouf Shouf Habibi! - Schau ins Leben

Eine marokkanische Familie versucht, ihren Weg in den Niederlanden zu finden, und stößt dabei auf Hindernisse wie im echten Leben. Albert ter Heerdts empfehlenswerte Multikultikomödie von 2005 gibt es auch als DVD

Simon

Schwulenehe, Sterbehilfe, weiche Drogen: Alle diese "typisch niederländischen" Themen kommen in Eddy Terstalls wunderbarer Tragikomödie von 2004 zur Sprache. Im Zentrum des Films steht die Freundschaft zwischen dem todkranken Coffeeshopbesitzer Simon und dem homosexuellen Zahnarzt Camiel

Fakten

Einwohner
17.100.715
Fläche
42.201 km²
Sprache
Niederländisch
Währung
US-Dollar
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Konstitutionelle Monarchie
Hauptstadt
Amsterdam
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
20:04 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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