Kanada

Überblick

Entdecken Sie Kanada!

Sympathisch jung ist Kanada und riesengroß. Ein Land wie ein Kontinent, mit reichlich Platz für Träume und für viele Erlebnisse in der oft noch unberührten Natur. Wie wäre es mit Eisbergbeobachtung auf Neufundland? Oder mit einem Ausritt vor der Kulisse der Rocky Mountains? Mit einer Nacht im Leuchtturm in Québec oder einer Tour zu den Bären der Westcoast? Als Sprungbrett ins Hinterland dienen urbane Oasen, deren Vitalität ansteckt. Lebenslustige Metropolen wie Vancouver, Toronto oder Montréal laden ein zu einem Multikulti-Essen, zum stundenlangen Shoppen oder zum Abhängen in coolen Lounges.

Trotz der pulsierenden Großstädte lockt aber die meisten Kanada-Urlauber der Ruf des Abenteuers und der Wildnis, denn außerhalb der ohnehin dünn gestreuten Städte ist Kanada ein urgewaltiges, wildes Land von scheinbar unendlichen Dimensionen. Zusammen mit Alaska nimmt Kanada mehr als die Hälfte des nordamerikanischen Kontinents ein und ist mit fast 10 Mio. km2 Fläche nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Von der Küste am Atlantik bis zur Küste am Pazifik misst es über 5500 km und umspannt sechs Zeitzonen. Fast dreißigmal würde Deutschland in diese Ausmaße hineinpassen. Allein die Festlandküsten Kanadas an drei Meeren - Atlantik, Pazifik und Polarmeer - summieren sich auf rund 58500 km Länge. Die vorgelagerten Inseln und Archipele sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Dort finden sich viele der Bodenschätze (Öl, Erdgas, Nickel, Eisen, Gold), die Kanadas Wirtschaft gut durch die weltweite Wirtschaftskrise brachten und den kanadischen Dollar kräftig steigen ließen.

In diesem riesigen Land wohnen nur rund 35 Mio. Menschen. Dies bedeutet statistisch eine Bevölkerungsdichte von nur drei Einwohnern pro Quadratkilometer - in Mitteleuropa sind es fast hundertmal mehr. Hinzu kommt, dass die Menschen nicht gleichmäßig übers Land verteilt leben: Gut 80 Prozent der Kanadier wohnen in einem nur 300 km schmalen Streifen nördlich der Grenze zu den USA. Die am dichtesten besiedelte Region ist das St.-Lawrence-Tiefland zwischen den Großen Seen und dem Atlantik. Der Norden hingegen ist fast menschenleer.

Kanada ist ein Land der Kontraste: So offenbart sich von Küste zu Küste auch eine ungeheure Vielfalt von ursprünglichen Landschaften und modernen Städtepanoramen. Im Osten steigen die steilen Klippen von Labrador und Neufundland aus dem Atlantik. Die Menschen dort leben in winzigen Fischerdörfern entlang der oft sturmumtosten Klippen. Weitaus milder ist das Klima in den Atlantikprovinzen Nova Scotia und New Brunswick. Kleine, blitzsaubere Hafenstädte liegen an der buchtenreichen, felsigen Küste. Die Bewohner arbeiten im Fischfang und tischen gern leckere Hummer auf. Die dicht bewaldeten Bergzüge im Hinterland gehören zum uralten Appalachengebirge, das die Gletscher der Eiszeiten zum sanften Mittelgebirge abgeschliffen haben. Die kleine, von roten Kartoffeläckern überzogene Inselprovinz Prince Edward Island rühmt sich der schönsten und wärmsten Meeresstrände des Lands.

Nach Westen hin schließt sich das fruchtbare St.-Lawrence-Tiefland an, das von den Ufern des Stroms bis an die Großen Seen reicht. Im Tiefland liegen die wichtigsten Metropolen, und dort schlägt das wirtschaftliche Herz der Industrienation. Québec City, Montréal, Toronto - wie Perlen reihen sich die Städte am St. Lawrence und am Lake Ontario, glänzen mit postmoderner Architektur und buntem Völkergemisch. Nicht zu vergessen die elegante Bundeshauptstadt Ottawa mit ihren spektakulären Museen und gepflegten Parks.

Nördlich der Städte und der sattgrünen Farmen des Tieflands beginnt das stille Reich der Granitkuppen und Wälder des Kanadischen Schilds. Wie ein riesiges Hufeisen legt sich das von den Gletschern rund gehobelte, uralte Gestein um die Hudson Bay. Der Kanadische Schild macht fast die Hälfte der Landfläche Kanadas aus. Eine Region der ungebändigten Flüsse, Seen und tiefen Wälder, die bis weit nach Norden reicht und schließlich in die baumlose Tundra der Arktis übergeht. So ist der Norden Ontarios, Québecs und der Prärieprovinzen ein Dorado für Angler und Kanufahrer.

Ganz anders dagegen der Südteil der Prärien in Manitoba und Saskatchewan: endlose goldene Felder bis zum Horizont. Der "Brotkorb Kanadas" endet erst weit im Westen, am Fuß der gletschergekrönten Rocky Mountains. Dieses noch sehr junge Gebirge gehört zu den Nordamerikanischen Kordilleren, deren Bergzüge auch die fjordreiche Westküste des Lands prägen. Geologisch und geschichtlich ist dies der jüngste Teil Kanadas. Kaum 150 Jahre ist es her, dass die ersten Städte entstanden. Hier sind zudem die ursprünglichen Bewohner des Kontinents, die Indianer, noch am stärksten vertreten. In ihren alten Stammesgebieten leben sie in kleinen Dörfern und vertreten heute mit zunehmend größerem Selbstbewusstsein ihre Rechte.

Kanada ist offiziell ein zweisprachiges Land. Auf jeder Verpackung im Supermarkt steht die Produktbeschreibung auf Englisch wie auf Französisch. Knapp ein Drittel der einheimischen Bevölkerung spricht als Muttersprache Französisch - überwiegend jedoch die Bewohner der Provinz Québec, in der Mehrheit Nachfahren der französischen Siedler des 17. und 18. Jhs. In allen anderen Regionen Kanadas wird fast ausschließlich Englisch gesprochen.

Reisenden und Urlaubern bietet Kanada eine vorzügliche touristische Infrastruktur mit gut ausgebauten Straßen, sauberen Hotels und Motels in allen Regionen und zahlreichen Fremdenverkehrsbüros, deren Mitarbeiter gern mit vielen Tipps weiterhelfen. Vielseitige Museen, vorzügliche Restaurants und bunte Märkte machen den Aufenthalt in den Städten kurzweilig. Im Hinterland gibt es einsam gelegene lodges, guest ranches und Angelcamps, die den Einstieg in die Wildnis erleichtern. Eine besondere Attraktion sind die National Parks, in denen die spektakulärsten Landschaften und wichtige Ökosysteme unter Schutz gestellt sind. Die schönsten sind sicherlich die Parks der Rocky Mountains, Banff und Jasper, doch auch jeder einzelne der anderen ist einen Aufenthalt wert. Und Gelegenheiten, Abenteuer zu erleben, gibt es viele. Sei es bei einem Ausritt im Ranch Country von Alberta oder einer Fotosafari in den Northwest Territories, bei einer Kanutour im Algonquin Provincial Park oder einer Wanderung im Hochland der Gaspé-Halbinsel. Und auch eine gemütliche Tour mit dem Wohnmobil kann das Gefühl von Freiheit und Weite vermitteln. Wenn dann die Flammen des Lagerfeuers züngeln, im Abendrot ein Elch im Riedgras des flachen Sees äst oder über dem dunklen Wald ein Weißkopfseeadler kreist, wird der Urlaub zum Traumurlaub.

Bilder

Bildergalerie starten

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

Ansicht:
Alle Sehenswürdigkeiten Alle Hotels & Übernachtungsmöglichkeiten Alle Restaurants Alle Aktivitäten

Beliebte Regionen in Kanada

Sortierung:

Beliebte Städte in Kanada

Sortierung:
MARCO POLO Reiseführer
MARCO POLO Kontinentalkarte Kanada 1:4 000 000
MARCO POLO Kontinentalkarte Kanada 1:4 000 000
11,99 €
≫ Jetzt kaufen
MARCO POLO Reiseführer Kanada
MARCO POLO Reiseführer Kanada
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Reiseführer Kanada Ost, Montreal, Toronto, Québec
MARCO POLO Reiseführer Kanada Ost, Montreal, Toronto, Québec
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Reiseführer Kanada West, Rocky Mountains, Vancouver
MARCO POLO Reiseführer Kanada West, Rocky Mountains, Vancouver
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich

Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Montag / 24.02.2020
Vormittags
-30 °C
Nachmittags
-23 °C
Abends
-27 °C
Dienstag / 25.02.2020
Vormittags
-26 °C
Nachmittags
-20 °C
Abends
-25 °C
Mittwoch / 26.02.2020
Vormittags
-29 °C
Nachmittags
-18 °C
Abends
-23 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

8h
Frankfurt am Main
Kanada
Route planen
In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

Praktische Hinweise

Anreise

Air Canada/Lufthansa bieten täglich Flüge ab Frankfurt nach Ost- und Westkanada sowie ab München nach Toronto und Montréal an. Chartergesellschaften wie Air Berlin (LTU), Condor und die kanadische Linie Air Transat verkehren zur Hochsaison im Wochentakt. Direktflüge (nach Toronto ca. 8 Std. Flugdauer, nach Vancouver rund 11 Std.) sind besonders bei Reisen an die Westküste zu empfehlen. Zur Hauptreisezeit Juli/August sollten Sie die Transatlantikstrecke möglichst frühzeitig reservieren.

Die wichtigsten kanadischen Flughäfen für die Einreise von Europa sind Toronto, Montréal und Halifax im Osten sowie Vancouver, Calgary und Whitehorse im Westen. Taxis und Airportbusse in die Innenstadt sind überall verfügbar. Die großen Mietwagenfirmen Hertz, Avis und National/Alamo sind an allen Flughäfen vertreten. Bei einer Wohnmobilreise empfiehlt es sich, die erste Nacht im Hotel zu verbringen. Dort werden Sie am nächsten Morgen vom Vermieter abgeholt - fit und ausgeschlafen für die erste Fahrt mit dem ungewohnten Gefährt.

Auskunft

Das Kanadische Fremdenverkehrsamt informiert unter www.canada.travel sehr ausführlich und deutschsprachig über das Land, Attraktionen und Aktivitäten - mit Videos, Facebookkonto und vielen Links. Weitere Informationen, Broschüren und Karten versenden die deutschen Vertretungen der einzelnen Regionen:

Alberta, British Columbia, Northwest Territories, Yukon, Ontario und Saskatchewan: Tel. (*) 01805526232 | info@infokanada.de | www.travelalberta.com, www.britishcolumbia.travel, www.spectacularnwt.de, www.travelyukon.de, www.sasktourism.com, de.ontariotravel.net

Québec: www.bonjourquebec.com

Nova Scotia: Schwarzbachstr. 32 | 40822 Mettmann | Tel. 02104 797454 | nova scotia@travelmarketing.de

Auto

Der nationale Führerschein ist für Reisen bis zu drei Monaten ausreichend (im Yukon Territory: 1 Monat). In allen Provinzen besteht Anschnallpflicht. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt auf Fernstraßen meist 80 oder 100 km/h, in Orten 50 km/h und auf Autobahnen max. 110 km/h. Die Verkehrsregeln gleichen denen in Europa. Besonderheiten: An Ampeln dürfen Sie auch bei Rot nach rechts abbiegen und auf mehrspurigen Straßen rechts überholen, jedoch dürfen Schulbusse mit eingeschalteter Warnblinkanlage nicht passiert werden - auch nicht aus der Gegenrichtung.

Der kanadische Automobilclub CAA hilft auch Mitgliedern ausländischer Clubs (Notruf 800 2224357).

B & B & Ferienapartments

Blockhütten am Meer oder in den Wäldern, viktorianische Villen als B & B-Frühstückspensionen, City-Apartments und gemütliche Landsitze zum Haustausch: Die Auswahl an Unterkünften jenseits der regulären Hotels ist vielfältig. Sehr leicht und auch kurzfristig sind B & B-Unterkünfte zu bekommen, die oft die Infozentren der Orte vermitteln oder Websites wie www.bbcanada.com oder www.canadianbandbguide.ca. Beliebt sind zudem Ferienhäuser oder Wohnungen für eine Woche oder länger, wie sie vor allem in der Muskoka-Seenregion nördlich von Toronto oder am Meer in den Atlantikprovinzen vermietet werden. Zu finden auf Website wie www.cottagesincanada.com oder www.vrbo.com/vacation-rentals/canada. Und wenn Sie Ihr eigenes Haus in Europa Kanadiern zum Tausch anbieten wollen, werden Sie auf folgenden Seiten fündig: www.homeexchange.com oder www.homelink.org/canada.

Bus & Bahn

Greyhound und mehrere regionale Buslinien (z. B. Voyageur) verbinden alle größeren Orte miteinander. Auskünfte bei den Reisebüros und unter www.greyhound.ca. Ein beliebtes Busunternehmen für Backpacker und junge Leute ist Moose Travel Network (www.moosenetwork.com).

Per Zug ist Kanada besonders schön auf der legendären Trans-Kanada-Route von Toronto nach Vancouver mit VIA-Rail sowie mit dem Rocky Mountaineer (www.rockymountaineer.com) von Calgary über Banff bzw. von Jasper aus nach Vancouver (Achtung: mehrere Monate vorab reservieren).

VIA-Rail bietet einen Canrail-Pass für ihr gesamtes Bahnnetz; erhältlich in Deutschland und in der Schweiz bei CRD International (Stadthausbrücke 1-3 | 20355 Hamburg | Tel. 040 30061670 | www.viarail.ca, www.crd.de) sowie in Österreich bei Canadareisen.at (Buchberggasse 34 | 3400 Klosterneuburg | Tel. 02243 25994 | www.canadareisen.at).

Camping

Die öffentlichen Campingplätze sind die schönsten: Sie liegen naturnah an Seen und in den Nationalparks, sind mit Feuerstelle, Holzbänken, Wasserpumpe und Plumpsklo einfach ausgestattet und kosten die Nacht 10-30 $. Private, oft recht luxuriöse Plätze mit heißen Duschen, Pool und Laden finden Sie am Rand der Städte und außerhalb der Parks (15-45 $). Wildes Campen ist nur in den Nationalparks verboten, wird aber in dichter besiedelten Gebieten nicht gern gesehen. Campingplätze in Nationalparks können vorab reserviert werden unter www.pccamping.ca. Und an dieser Stelle nochmals die Warnung vor Bären: Alle Lebensmittel sollten Sie geruchsdicht im Auto verstauen oder - beim Zelten in der Wildnis - mindestens 4 m hoch an einen Baum aufhängen.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

1 Waverley St. | Ottawa | Tel. 613 2321101 | www.ottawa.diplo.de

Österreichische Botschaft

445 Wilbrod St. | Ottawa | Tel. 613 7891444 | www.austro.org

Schweizer Botschaft

5 Marlborough Ave. | Ottawa | Tel. 613 2351837 | www.eda.admin.ch/canada

Bei Passverlust und in Notfällen können Sie sich auch an die Generalkonsulate in Montréal, Toronto oder Vancouver wenden.

Einreise

Für Deutsche, Österreicher und Schweizer genügt ein gültiger Reisepass zur Einreise. Im Flugzeug muss nur eine Zollerklärung ausgefüllt werden. Auch Abstecher in die USA, etwa nach Seattle, Detroit oder auf die amerikanische Seite der Niagarafälle, sind ohne US-Visum möglich. Vorgeschrieben ist dafür aber ein maschinenlesbarer, roter Pass (ab Oktober 2006 ausgestellte Pässe mit Datenchip). Kinder brauchen einen eigenen Reisepass.

Interessant für junge Leute bis 35 Jahre: Auf Antrag gibt es bei der kanadischen Botschaft ein zwölf Monate gültiges Work-&-Travel-Visum mit der Möglichkeit, in Kanada zu arbeiten. Weitere Infos erhalten Sie unter www.canadainternational.gc.ca.

Geld & Devisen

Landeswährung ist der kanadische Dollar (1 kan $ = 100 ¢). Es gibt Banknoten zu 5, 10, 20, 50 und 100 $ sowie Münzen zu 1 ¢ (penny), 5 ¢ (nickel), 10 ¢ (dime), 25 ¢ (quarter) sowie zu 1 $ und 2 $.

Die Banken sind meist Mo-Fr 10-15 Uhr geöffnet. Sie lösen Reiseschecks (ausgestellt auf kan $) ein, wechseln aber keine europäischen Währungen. Die Reisekasse sollten Sie auf mehrere Zahlungsmittel verteilen: ca. 100 $ Bargeld für die Ankunft, eine Kreditkarte für den Großteil der täglichen Ausgaben. Visa- oder Euro-/Mastercard werden in Kanada selbst für kleine Beträge überall akzeptiert. Dazu kommt noch eine EC-Karte, mit der Sie an den meisten Geldautomaten (in Kanada ATM) Bargeld ziehen können.

Zur Sicherheit können Sie noch einige Hundert Dollar in Reiseschecks mitnehmen (sie werden überall in Läden und Restaurants angenommen, und man erhält als Wechselgeld Bares zurück).

Gesundheit

Die ärztliche Versorgung ist sehr gut, aber teuer. Schließen Sie unbedingt eine Auslandskrankenversicherung ab! Medikamente gibt's in der pharmacy und im drugstore.

Inlandsflüge & Fähren

Am besten ist es, Inlandsflüge mit Air Canada bereits mit dem Transatlantik-Ticket zu buchen, denn oft sind kostenlose stopover möglich. Ansonsten sind bei Regionallinien wie Air North oder Westjet die Preise im Internet fast immer die günstigsten.

Auch die längeren Fährstrecken sollten Sie bereits vorab reservieren: z. B. die Inside Passage an der Westküste (www.bcferries.com), die Fahrt von Nova Scotia nach Neufundland (www.marine-atlantic.ca) sowie auch Bootstouren auf dem Lake Huron mit der MS Chi-Cheemaun (www.ontarioferries.com).

Internet/Wlan

Kanada ist exzellent vernetzt. In Hotels kostet der Highspeed-Internetzugang meist 10-15 $ pro Tag; oft gibt es auch einen kostenlos zu nutzenden Computer in der Lobby. In allen öffentlichen Bibliotheken Kanadas und oft auch in den Visitor Centres können Sie kostenlos oder gegen geringe Gebühr im Web surfen und Ihre Mails abrufen.

Für den eigenen Laptop, das Wi-Fi-fähige Smartphone oder iPad finden Sie in vielen Hotels und coffee shops WLAN (wireless network), teils kostenlos, teils erhält man gegen Gebühr das Passwort beim Personal.

Jugendherbergen

Die Häuser der Canadian Hostelling Association kosten pro Nacht ab 15 $, manchmal verfügbare Einzel- und Doppelzimmer ab 40 $. Herbergen in besonders schöner Lage gibt es in den Nationalparks der Rockies. Verzeichnis: www.hihostels.ca. In den Großstädten können Rucksacktraveller auch in den Heimen von YMCA (für Männer) und YWCA (für Frauen) günstig übernachten. In kleineren Orten gibt es manchmal home hostels.

Klima & Reisezeit

Abgesehen von den unmittelbaren Küstenregionen herrscht in Kanada extremes Kontinentalklima, das kalte, schneesichere Winter und trockene, oft überraschend heiße Sommer verspricht. Die beste Reisezeit (und Hochsaison) ist von Mitte Juni bis Ende August. Doch auch der September ist oft schön - besonders der Indian Summer in Ostkanada. Zum Skifahren in den Rockies sind die Monate Januar bis März ideal.

Mietwagen

Das Mindestalter beträgt 21, teils 25 Jahre. Der nationale Führerschein genügt. Auto oder Camper sollten Sie schon einige Monate vorab buchen. Dies ist oft billiger als die Suche vor Ort, da dann Steuern und Versicherungen im Preis inklusive sind. Besonders Wohnmobile sind zudem zur Hochsaison sehr häufig ausgebucht. Geben Sie das Fahrzeug am besten am Ausgangspunkt zurück, da Rückführgebühren extrem hoch sind.

Notruf

Tel. 911 oder operator: Tel. 0

Öffnungszeiten

Läden sind überwiegend Mo-Sa 9.30-18 Uhr geöffnet, die großen Shoppingmalls der Städte 10-21, So 12-17 Uhr, Lebensmittelsupermärkte meist auch abends und an den Wochenenden, in Großstädten sogar rund um die Uhr. Viele Museen bleiben montags geschlossen.

Post

Postämter sind Mo-Fr 9-18 und Sa 8-12 Uhr geöffnet. Das Porto für Luftpostbriefe oder -postkarten beträgt nach Europa 1,80 $. Aus den Großstädten ist eine Karte fünf Tage unterwegs, sonst etwa acht Tage.

Steuern

In ganz Kanada gilt eine Verkaufssteuer (GST) von 5 Prozent; dazu kommen regionale Steuern bis zu 8 Prozent. In Ontario und den Atlantikprovinzen sind alle Steuern zu einer Steuer (HST) von 12 bis 15 Prozent zusammengefasst. Die Steuern werden generell erst beim Kauf hinzugerechnet, sind also z. B. auf der Speisekarte nicht berücksichtigt.

Strom

Netzspannung 110 Volt, 60 Hertz. Ratsam ist, einen Steckdosenadapter für den (umschaltbaren!) Föhn mitzubringen.

Telefon & Handy

Alle Telefonnummern in Kanada sind siebenstellig, dazu kommt für Ferngespräche und innerhalb einiger Großstädte eine dreistellige Vorwahl (area code). Ortsgespräche aus der Telefonzelle kosten 25-35 ¢, bei Ferngesprächen gibt nach dem Wählen eine Computerstimme die Gebühr an. Vorsicht: Im Hotel werden oft horrende Aufschläge berechnet! Bei Telefonproblemen hilft der operator "0" weiter, er vermittelt auch R-Gespräche (collect calls). Über die gebührenfreien Nummern mit der Vorwahl 800, 866, 877 oder 888 kann man z. B. Hotels reservieren.

Vorwahl aus Kanada nach Deutschland 01149 (Österreich 01143, Schweiz 01141), dann die Ortsvorwahl ohne 0 und die Nummer. Vorwahl nach Kanada: 001.

Tri- oder Quadband-Handys aus Europa funktionieren auch in Westkanada - aber meist nur in den Städten und im Süden der Provinzen (Roaming-Aufpreis bis 2 Euro). Günstiger ist für Anrufe von der Zelle und aus dem Hotel der Kauf einer prepaid phone card, vor Ort erhältlich an Tankstellen und kleinen Märkten. Bei einem längeren Aufenthalt kann es sich lohnen, für das (entsperrte!) Handy eine Sim-Karte der kanadischen GSM-Netzanbieter Fido oder Rogers zu kaufen.

Trinkgelder

Im Restaurant ist der Service nicht inklusive und oft ein wesentlicher Bestandteil des Gehalts, man gibt daher ca. 15 Prozent des Rechnungsbetrags als tip. Auch das Zimmermädchen (1-2 $/Nacht), den Kofferträger (1-2 $/Gepäck) und den Service fürs valet parking (1-2 $) nicht vergessen.

Zeitzonen

Sechs Zeitzonen spiegeln Kanadas gewaltige Dimensionen wider. An der Westküste ist bei der Pacific Standard Time der Unterschied zur MEZ mit -9 h am größten. In Alberta sind es noch -8 h, in den Prärieprovinzen -7 h. Ontario und Québec liegen wie New York in der Eastern Standard Time (-6 h). In Nova Scotia sind es -5 h. Neufundland hat eine eigene Zone mit MEZ -41/2 h. Vom zweiten Märzsonntag bis zum ersten Sonntag im November gilt in den meisten Regionen Kanadas die Sommerzeit.

Zoll

Gegenstände für den persönlichen Gebrauch sind zollfrei. Pflanzen und frische Lebensmittel dürfen jedoch nicht eingeführt werden. Erlaubt sind 200 Zigaretten und 50 Zigarren und 400 g Tabak sowie 1,1 l Spirituosen. Dazu Geschenke bis zu einem Wert von 60 $ pro Empfänger.

Bei Rückkehr in die EU darf man zollfrei einführen: 1 l Spirituosen, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 50 g Parfüm oder 250 g Eau de Toilette und andere Artikel (außer Gold) im Gesamtwert von 430 Euro.

Was kostet wie viel?

Kaffee

1,50-3 Euro für eine Tasse

Bier

4-5 Euro für ein Bier im Saloon

Steak

15-25 Euro für ein Steak mit Salat und Folienkartoffel

Tour

70-90 Euro für eine Halbtagstour per Raft oder Bike

Kanu

15-20 Euro für eine Stunde Kanumiete

Benzin

1-1,05 Euro für einen Liter Bleifrei

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Jan.

Neujahr

März/April

Karfreitag, Ostermontag

Montag vor dem 25. Mai

Victoria Day, Jour de la Reine (Sommersaisonbeginn)

24. Juni

Johannistag (Québec)

1. Juli

Canada Day, Fête du Canada

1. Montag im Aug.

Provinzfeiertag (außer Québec und Neufundland)

1. Montag im Sept.

Labour Day, Fête du Travail (Sommersaisonende)

2. Montag im Okt.

Thanksgiving, Action de Grâce

11. Nov.

Remembrance Day

25./26. Dez.

Christmas/Boxing Day

Feste und Festivals
Februar

Vancouver: Chinesisches Neujahrsfest, Masken, Feuerwerk und große Parade

Québec City: Carnaval d'Hiver, Kostümparade und Bootsrennen auf dem Sankt Lorenz, meist erste Monatshälfte

Ottawa: Winterlude, Schlittschuhfest und Eisskulpturen

Whitehorse: Sourdough Rendezvous, Goldgräberwinterfest zu Beginn oder am Ende des 1600 km langen Schlittenhunderennens Yukon Quest (www.yukonquest.info)

Mai

Victoria: Am Victoria Day Kostümparade, Konzerte und Oldtimerrennen

Ottawa: Canadian Tulip Festival, erste Maihälfte, Frühlingsfest mit Konzerten und Millionen von Tulpen

Juni

Vancouver: Die Chinesen feiern Mitte des Monats das Dragon Boat Festival.

Toronto: Bei der Pride Week (www.pridetoronto.com) Ende Juni treffen sich Schwule und Lesben aus ganz Kanada.

Montréal: Zum International Jazz Festival (www.montrealjazzfest.com) von der letzten Juniwoche bis Anfang Juli kommen mehr als 1000 Musiker.

Juli

Flaggen überall, Picknicks, Paraden, Konzerte und Straßenfeste: Am Canada Day, dem 1. Juli, feiert das ganze Land, in Williams Lake sogar mit Rodeo.

Shediac: Fünf Tage dreht sich Anfang des Monats beim Lobster Festival alles um das leckere Krustentier.

Calgary: Sogar aus Australien reisen in der ersten Monatshälfte die Profi-Cowboys an, um bei der Calgary Stampede (www.calgarystampede.com), dem weltgrößten Rodeo, mitzumachen.

Québec City: Festival d'Été (www.infofestival.com), zwei Wochen lang Theater und Konzerte - das größte französischsprachige Kulturereignis in Nordamerika

Toronto: Karibisches Lebensgefühl bei der Caribana (www.caribanatoronto.com) Mitte Juli mit farbenprächtiger Parade

August

Manitoulin Island: Wikwemikong Indian Powwow (www.wikwemikongheritage.org) mit Musik und Tänzen der Ojibwa und anderer Stämme

Lethbridge: Whoop-up Days, Rodeo und Westernvolksfest in der Monatsmitte

Squamish: Squamish Days, erstes Wochenende Holzfällerfest

Digby: Annual Scallop Days, Festwoche der Jakobsmuscheln

Whistler: Mitte August findet das große Mountainbike-Fest Crankworx (www.crankworx.com) mit internationaler Starbesetzung statt.

Winnipeg: Folklorama (www.folklorama.ca), zwei Wochen mit Musik und Nationalgerichten der Immigranten

Dawson City: Discovery Days, um den 17. August feiert die Stadt den ersten Goldfund im Yukon.

Toronto: Canadian National Exhibition, Kanadas größter Jahrmarkt in der zweiten Monatshälfte

September

Trois-Rivières: am ersten Wochenende traditionelles Kanurennen (193 km)

St. Catharines: Niagara Grape and Wine Festival (www.niagarawinefestival.com), Erntefest, Weinprobe und Parade zur Monatsmitte

Im Trend

Made in Canada
Design

Aus Kanada stammen kreative Köpfe, die das Design auf der ganzen Welt prägen. So wie Alexandre Verdier, der dem VW Bulli eine Auffrischungskur nach Öko-Gesichtspunkten verpasst hat. Nicht alle Entwürfe des Frankokanadiers brauchen eine ganze Garage. Bei Interversion (4273 boul. St-Laurent, Montréal) gibt es z. B. auch seine hölzernen Lautsprecher. Aber auch cooles Wohndesign von Landsmann Gildas Berthelot (www.gildasb.com) und Michel Rouleau (www.michelrouleau.com).

Gut tragbar
Mode

Gutes Design ist nicht nur schön, sondern auch nachhaltig. Das ist das Credo von Kanadas Modeschöpfern. Bei Thieves kommen recycele Stoffe zum Einsatz - der Mode sieht man das nicht an. Kaufen kann man die Stücke in Torontos Thieves Boutique (1146 Queen St. W). Ein paar Häuser weiter liegt Preloved (881 Queen St. W), die ebenfalls auf Vintagestoffe setzen. Not just Pretty (1036 Fort St., Victoria) verkauft Mode von mehr als 50 Labels mit Bio-Zertifikat.

Kreative Unterkunft
Art Hotels

Das Gladstone Hotel (1214 Queen St. W, Toronto) sprüht nur so vor Kreativität. An den Wänden hängen spannende Werke, im Restaurant trifft sich die Kunstszene, und jedes Zimmer hat seinen eigenen Look. Außerdem werden Kunstführungen angeboten, und im Haus liegen drei Galerien und ein Studio. Vancouvers Listel (1300 Robson St.) kooperiert mit wechselnden Museen und Galerien, während das Hotel Gault (449 rue Sainte-Hélène, Montréal) mit einer eigenen Kunstbibliothek aufwartet.

Doppelt gemoppelt
Ausgehen

Wenn Ihnen Entscheidungen schwerfallen, kommt Ihnen Kanadas Nachtleben entgegen. Immer öfter müssen Sie sich hier gar nicht entscheiden. Kunst? Etwas essen? Oder doch lieber ein paar Drinks? Das Le Cercle (228 boul. Sainte-Joseph Est, Montréal) bietet all das. Im The Ballroom (145 John St., Toronto) können Sie nicht nur Konzerte sehen oder mal wieder tanzen, Sie können dort auch eine der Bowlingbahnen nutzen, Sportevents gucken oder einen tollen Burger essen. Eine spannende Mischung bietet auch das Pondok Indonesia (950 W Broadway, Vancouver). Das Restaurant verwandelt sich zu vorgerückter Stunde in eine Karaokebar. Mit Ihren Satéspießchen sollten Sie dann besser fertig sein, denn dann steht Rock 'n' Roll an - gemischt mit der einen oder anderen Asiapop-Perle.

Lieber ungewöhnlich
Museen

Die National Gallery und das Canadian Museum of Civilisation haben Sie schon besucht? Das Land bietet eine ganze Reihe weiterer Museen, teils mit sehr speziellen Themen. So wie das Vulcan Museum (115 Centre St., Vulcan) in Alberta. Dort geht es nicht etwas um Lavaströme, sondern um den Heimatplaneten Spocks. Ein Traum für "Star Trek"-Fans! Am Boden geblieben ist das Kartoffelmuseum in O'Leary auf Prince Edward Island - und das, obwohl es sogar eine Kartoffelruhmeshalle gibt! Nicht nur Modefans zieht das Bata Shoe Museum (327 Bloor St. W, Toronto) magisch an. Hier wird Historisches erzählt, aber auch Promischuhe, wie die von Marilyn Monroe oder Elton John, sind zu sehen.

Bloss nicht

Die Entfernungen Kanadas unterschätzen

Unterschätzen Sie nicht die Dimensionen Kanadas. Besonders im Norden der Provinzen kann ein Fingerbreit auf der Landkarte eine elend lange Tagestour auf Schotterstraßen bedeuten. Für eine vierwöchige Reise genügt es völlig, sich einen Landesteil vorzunehmen: den Osten oder den Westen. Sonst artet der Urlaub nämlich schnell zur Kilometerfresserei auf dem Highway aus.

Die Regeln der Nationalparks verletzen

Bei jährlich 30 Mio. Besuchern gilt es, sich an die Regeln zu halten: Kein Tier darf gefüttert, kein Zweig abgebrochen werden. Ein Wildblumenstrauß kann Sie bis zu 500 $ Strafe kosten. Jagen ist generell verboten.

Unvorsichtig sein

Kanada ist ein sicheres Reiseland. Trotzdem sollten Sie die übliche Vorsicht nicht außer Acht lassen. Gelegenheit macht auch in Kanada Diebe. Also am Parkplatz keine Kameras offen im Wagen liegen lassen, in den Großstädten nicht nachts allein durch dunkle Seitenstraßen gehen.

Ohne Notiz in die Wildnis wandern

Sei es ein Tag, eine Woche oder ein Monat, den Sie auf einer Wanderung oder Kanutour in der unberührten Wildnis verbringen wollen: Hinterlassen Sie immer eine Notiz über Ihre geplante Route und die voraussichtliche Zeit der Rückkehr - beim Kanuvermieter, beim Buschpiloten, der Sie ins Hinterland fliegt, oder beim warden im Nationalpark. Auch jede Polizeistation (RCMP) nimmt solche Meldungen entgegen. Falls etwas schiefgehen sollte, kann ein Suchtrupp losgeschickt werden.

Vergessen Sie aber nicht, sich zurückzumelden, wenn Sie wieder wohlbehalten angekommen sind.

Die Auslandskrankenversicherung vergessen

Als Ausländer sind Sie beim Arzt oder im Krankenhaus grundsätzlich Privatpatient. Ein Tag im kanadischen Hospital kann leicht 1000 $ und mehr kosten. Eine Jahresversicherung für Urlaubsreisen ist bereits für 10-20 Euro zu bekommen - und Sie reisen wesentlich beruhigter.

Ohne Moskitoschutz reisen

Die winzigen Plagegeister sind auf Wanderungen oft Ihre ständigen Begleiter. Was tun? Locker sitzende Kleidung hilft. Dicke Holzfällerhemden und weite Jeans. Durch eng anliegende Hosen stechen die Biester glatt hindurch. Alle frei liegenden Körperteile - Hals, Hände, Gesicht und auch die nur durch dünne Socken geschützten Fußknöchel - sollten Sie mit einem Mittelchen aus dem Drugstore besprühen. Off, Muskol oder Cutter wirken erfahrungsgemäß gut.

Stichworte

Bären

Von einem abenteuerlichen Erlebnis mit Bären zu erzählen gehört zu jeder Kanadareise, denn gleich drei Spezies sind hier zu Hause: Eisbären, Grizzlys und Schwarzbären. Die bis zu 600 kg schweren Eisbären kommen allerdings nur in der Packeisregion der Arktis vor, die scheuen Grizzlybären nur in abgelegenen Hochtälern der Rockies, entlang der Westküste und in der arktischen Tundra. Ganz anders die Schwarzbären. Neugierig und hungrig schnüffeln sie schon mal abends über den Campingplatz, verjagen verdutzte Wanderer aus ihrem Blaubeerrevier oder kreuzen über den Highway. Doch Vorsicht: Das beliebte Bärenfoto sollten Sie nur aus gebührendem Abstand machen, alle Lebensmittel geruchsdicht im Auto verstauen - und das nach Steak duftende Geschirr sofort spülen. Bären sehen schlecht, deshalb empfiehlt es sich, auf dem Wandertrail laut zu reden, zu singen oder hin und wieder etwas Lärm zu machen - denn einen Bären zu überraschen kann gefährlich sein.

Céline und Co.

Kanada hat keine eigene Popszene, kanadische Stars sind international. Sie spielen in Hollywood, New York oder London. Céline Dion etwa hatte sogar ihre eigene Show in Las Vegas. Aber auch Sänger wie Bryan Adams, Alanis Morissette, Avril Lavigne, Justin Bieber und Bands wie Barenaked Ladies oder Arcade Fire zählen zur Weltelite. Weniger bekannt ist, dass auch Altstars wie Neil Young oder die Band Steppenwolf aus Kanada kamen.

Eishockey

Der offizielle Nationalsport Kanadas ist lacrosse, ein altes indianisches Ballspiel. Beliebter aber ist Eishockey - bei sieben Monaten Winter in vielen Landesteilen kein Wunder. Schon im Kindergarten lernen die Kids in peeweeclubs das Schlittschuhfahren und spielen später in Mannschaften jeder Altersgruppe. Wenn Teams aus Kanada bei den Play-offs für den Stanley Cup mitspielen, gerät das ganze Land in den Hockeyrausch. Die berühmtesten Clubs heißen Montreal Canadiennes, Toronto Maple Leafs, Vancouver Canucks, Edmonton Oilers und Calgary Flames.

Erfindergeist

Wenn es darum geht, die Welt mit neuen Ideen voranzubringen, hat Kanada seinen Beitrag geleistet. Alexander Graham Bell führte 1875 in Ontario das erste Telefongespräch der Welt, Eddie Ezra Butler erfand das Streichholz, der schwedische Immigrant Gideon Sundback den Reißverschluss. Die beiden Mediziner Frederick Banting und Charles Best entwickelten 1929 an der University of Toronto den Wirkstoff Insulin. Und der Eisenbahningenieur Sandford Fleming schlug 1879 eine wahrhaft weltweite Neuerung vor - nämlich die Erde in 24 Zeitzonen einzuteilen. Und natürlich sind da noch mehr grandiose kanadische Erfindungen, ohne die wir heute kaum noch leben könnten, wie etwa die Malerrolle oder die Trockenflocken fürs Kartoffelpüree …

Flora & Fauna

Der größte Teil Kanadas liegt im Bereich des borealen Nadelwalds, der sich wie ein breites grünes Band über 6000 km von der Pazifikküste bis Neufundland zieht. Hier wachsen Weiß- und Schwarztannen, Kiefern und Fichten.

Diese gewaltigen Wälder, die sich in Nord-Süd-Richtung auf über 1000 km Breite dehnen, sind Lebensraum für Bären, Elche, Hirsche, Luchse, Stachelschweine, Biber und kleinere Nager. Nach Norden hin gehen die Wälder in Taiga und schließlich baumlose Tundra über. Nur noch Karibus (Rentiere), Schneehasen und Moschusochsen können hier von den spärlich wachsenden Flechten und Moosen leben. Doch die großen Süßwasserflächen ernähren im Sommer zahllose Wasservögel.

Im Süden von Ontario und Québec wächst Mischwald, dessen Ahorn- und Eichenarten im Herbst die spektakuläre rote Färbung des Indian Summer liefern. An den Westhängen der Coast Mountains und auf Vancouver Island wuchert üppiger Regenwald mit bis zu 80 m hohen und 600 Jahre alten Douglasien, Sitkatannen und riesigen Zedern.

Frankokanada

Die Nachfahren der französischen Siedler machen heute knapp 30 Prozent der Bevölkerung Kanadas aus. Im 19. Jh. beuteten anglokanadische und US-amerikanische Firmen die reichen Rohstoffe der Provinz aus, die schlecht ausgebildete, überwiegend arme Bevölkerung wurde politisch und sozial unterdrückt.

Erst bei der "stillen Revolution" der 1960er-Jahre lehnten sich die Québecer gegen die wirtschaftliche Ausbeutung und gegen die geistige Vormachtstellung der katholischen Kirche auf. Der nationalistische Parti Québécois forderte damals gar die völlige Loslösung von Kanada; es kam zu terroristischen Anschlägen von Separatisten. Zweimal hielt man dazu bisher Volksabstimmungen ab: 1980 und 1995. Beide Male sprach sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen die Ablösung aus. Seit 2003 die Separatisten abgewählt wurden, scheint das Thema in den Hintergrund zu treten.

Hudson's Bay Company

Dem Biber und der europäischen Hutmode verdanken wir die Erschließung Kanadas. Aus dem wolligen Unterpelz der Nager wurde der in Europa stark gefragte Hutfilz hergestellt. 1670 übergab der englische König Charles II. seinem Vetter Prince Rupert und 17 Londoner Investoren die Gründungsurkunde der Hudson's Bay Company, einer Gesellschaft, die zu einem der größten Handelsimperien der Geschichte werden sollte.

Ihr Territorium, Rupert's Land, umfasste vom 49. bis zum 65. Breitengrad eine Fläche von fast 4 Mio. km2, ihr Handelsgebiet schließlich ein Zwölftel der Erdoberfläche. Aus den Forts der Pelzhändler wurden später Städte, aus ihren Handelswegen Highways. 1869 trat die Hudson's Bay Company ihr Land für 300000 englische Pfund an das neu gegründete Kanada ab. Doch bis heute ist der Name The Bay als der einer großen Kaufhauskette vertreten.

Indianer & Inuit

Die Vorfahren der Indianer kamen während der Eiszeit über die Beringstraße nach Nordamerika. Sie breiteten sich im Lauf der Jahrtausende über den Kontinent aus, entwickelten sich zu eigenständigen Kulturgruppen: Halbnomadische Jägerstämme lebten im Norden, die Irokesen und Huronen der Waldlandkultur waren dagegen fest im Osten ansässig und bauten Mais, Bohnen und Tabak an. Die Stämme der Plains in den Prärien des Westens folgten den großen Büffelherden, während das reiche Nahrungsangebot an der Westküste den Kwakiutl und Haida genügend Muße ließ, zu kunstfertigen Holzschnitzern zu werden.

Die Pelzhändler waren auf die Mitarbeit der Indianer angewiesen und griffen nur begrenzt in deren Lebensweise ein. Allerdings dezimierten eingeschleppte Krankheiten die Stämme. Erst mit der Besiedlung des Westens im 19. Jh. wurden sie in Reservate abgedrängt. Heute leben von den First Nations - wie die Kanadier die Ureinwohner nennen - rund 700000 Indianer und 50000 Inuit in Kanada. In der Verfassung von 1982 wurden ihre Rechte als ursprüngliche Besitzer des Lands anerkannt.

Seither fordern viele Stämme im Norden und Westen Landrückgabe und Selbstverwaltung. Am erfolgreichsten waren die Inuit: Sie erhielten 1999 im hohen Norden Kanadas ein eigenes Territorium.

Moderne Architektur

Kanada ist eher für seine spektakuläre Natur bekannt, doch haben auch Architekten der Postmoderne Highlights im Land geschaffen. Der Montréaler Moshe Safdie setzte schon 1967 mit dem in innovativer Zellstruktur angelegten Wohnprojekt "Habitat" erste Akzente. Des Weiteren bekannt sind der Westküstenarchitekt Arthur Erikson und der deutschstämmige Ed Zeidler. Sogar ein Architekt indianischer Herkunft zählt zur ersten Riege: Douglas Cardinal. Er schuf das hervorragende Museum of Civilization in Ottawa. In den letzten Jahren hat vor allem Toronto neue Architektur hervorgebracht: das wie ein Malkasten auf dünnen Buntstiftbeinen stehende Sharp Centre for Design von Will Alsop etwa oder den vierstöckigen, wie ein Kristall gestalteten Anbau des Royal Ontario Museum von Daniel Libeskind.

Nationalparks

"… zum Wohle, Vorteil und Vergnügen der Bevölkerung Kanadas" wurde 1885 der Vorläufer des heutigen Banff National Park gegründet. Er war der erste in einer langen Reihe von Parks, in denen die schönsten und ursprünglichsten Regionen Kanadas geschützt werden. Gerade unter ökologischen Gesichtspunkten gilt das dem Umweltministerium unterstellte Parksystem als weltweit bahnbrechend. 44 Nationalparks gibt es heute, mit einer Gesamtfläche von fast 250000 km2 - dreimal die Größe Österreichs! Zehn weitere Parks sind bereits geplant. Für Infos: www.parkscanada.ca

Rohstoffe & Industrie

Kanada ist ungeheuer reich an Rohstoffen: Im harten Gestein des Kanadischen Schilds lagern große Eisen-, Zink-, Nickel- und Goldvorkommen, am Fuß der Rocky Mountains findet man Öl, Erdgas und Ölschiefer. Die großen Flüsse liefern schier unbegrenzte Energie, und in den Prärien werden alljährlich über 20 Mio. Tonnen Weizen eingefahren. Dennoch versucht das Land seit dem Zweiten Weltkrieg, von seiner traditionellen Rolle als Rohstofflieferant für die Weltwirtschaft wegzukommen.

Die industrielle Produktion, deren Zentrum in Südontario liegt, macht heute drei Viertel des Bruttoinlandsprodukts aus. Noch immer hängt aber jeder zehnte Arbeitsplatz in Kanada von der Holzindustrie ab. Jedes Jahr werden rund 10000 km2 Wald geschlagen. Der größte Teil endet als Zeitungspapier auf Frühstückstischen in aller Welt.

Staatssystem

Kanada ist eine bundesstaatlich geordnete parlamentarische Monarchie im British Commonwealth. Offizielles Staatsoberhaupt ist daher die englische Monarchin Queen Elizabeth II., die aber lediglich zeremonielle Aufgaben zu erfüllen hat. Die zehn Provinzen besitzen weitreichende Selbstverwaltung, z. B. im Schulwesen, in der Kulturpolitik, im Gesundheitswesen und in der Nutzung der Bodenschätze.

Dagegen werden die drei nur sehr dünn besiedelten Nordterritorien noch weitgehend von der Bundeshauptstadt Ottawa aus regiert und finanziert.

Totempfahl

Totempfähle liegen im Trend. Kunstvoll geschnitzt und oft mit Fratzen und mythischen Tierfiguren versehen, stehen sie heute vor vielen Regierungsgebäuden und Museen Kanadas. Kitschige Nachbildungen aus Plastik zieren die Souvenirläden. Ursprünglich gab es diese hoch entwickelte Schnitzkunst jedoch nur im Kulturkreis der Nordwestküsten-Indianer am Pazifik. Die totem poles waren Prestigesymbole, mit denen eine Sippe oder ein Häuptling Macht und Reichtum zeigte. Nachdem das "heidnische Schnitzwerk" lange von Regierung und Missionaren verboten war, ist seit der Renaissance der indianischen Kultur in den 1960er-Jahren wieder ein Aufleben der Kunst zu beobachten. Die schönsten Pfähle können Sie in Vancouver, Ottawa und Victoria sehen.

Umweltschutz

Nachhaltigkeit, sustainability, ist das magische Wort der kanadischen Ökobewegung. Auch wenn die konservative, wirtschaftsorientierte Zentralregierung in Ottawa Ende 2011 aus dem Kyoto-Protokoll zum Klimaschutz ausstieg - viele Kanadier sehen sich durchaus als umweltbewusst. Müll wird vielerorts getrennt und recycelt, Naturparks werden geschaffen, Umweltorganisationen aktiv unterstützt. Oft gibt es auf örtlicher Ebene auch Aufräumaktionen oder große Kampagnen im ganzen Land wie etwa gegen die umstrittene Ausbeutung der gewaltigen Ölsandvorkommen im Norden Albertas.

Westkanada ist nicht von ungefähr der Geburtsort mächtiger Schutzorganisationen: die David Suzuki Foundation etwa oder die Living Oceans Society. Sogar Greenpeace wurde einst in Vancouver gegründet. Allerdings ist das Land im weltweiten Vergleich noch immer einer der größten Verschwender. Kein Wunder, denn die Kanadier konnten immer aus dem Vollen schöpfen. Bodenschätze, Energie und Wasser sind überreichlich vorhanden - und das Umdenken dauert. Infos über grüne Themen: thegreenpages.ca

Wellness

Der weltweite Trend zum Wohlfühlurlaub hat längst auch Kanada erreicht. Alle größeren Resorthotels, manchmal sogar Ranches oder Angelcamps haben heute ein Spa mit Fitnessraum, Sauna, Pool, Massagen, Yogastunden und teils recht innovativen Anwendungen. Einzigartig ist bestimmt das schwimmende Bota Bota Spa (www.botabota.ca) auf einem renovierten alten Fährschiff im Hafen von Montréal. Auf der Echo Valley Ranch (www.evranch.com) in British Columbia können Sie sich in einem thailändischen Tempelbau nach dem Ausritt fernöstlich massieren lassen. Oder Sie entspannen in einer der großen Badelandschaften der Scandinave Spa-Kette (www.scandinave.com). Weitere Infos unter: www.leadingspasofcanada.com, www.traveltowellness.com

Bücher & Filme

Payback - Schulden und die Schattenseiten des Wohlstands

Kluge Abhandlung über das Schuldbewusstsein der Menschen von Kanadas berühmtester Autorin, Margaret Atwood (2008)

Von dieser Erde

Rudy Wiebe erzählt in dieser großartigen Familiensaga von seiner mennonitischen Kindheit in den Urwäldern Kanadas (2008)

My Big Fat Greek Wedding

Die herzerfrischende Geschichte einer griechisch-kanadischen Liebe in Winnipeg war 2003 für den Oscar nominiert

Kanada

Opulenter Bildband mit Schuber vom Fotografen Karl-Heinz Raach und dem Autor dieses Reiseführers, Karl Teuschl (2003)

Der Schwarm

Für seinen 1000 Seiten starken Ökothriller mit Tiefseethema hat Frank Schätzing an der Pazifikküste Kanadas recherchiert - und sie auch vielfach in sein Buch eingebunden (2004)

Atanarjuat - Die Legende vom schnellen Läufer

Ein Inuitmythos, poetisch erzählt und doch packend. Der erste kanadische Film, der von Ureinwohnern in ihrer Sprache gedreht wurde (2001)

Schiffsmeldungen

Ein Fischerhafen in Neufundland ist Kulisse für diesen Film (2001) von Lasse Hallström über das verkorkste Leben des Dan Quoyle. Auch das zugehörige Buch von E. Annie Proulx ist lesenswert

Fakten

Einwohner
36.708.083
Fläche
9.984.670 km²
Sprache
Englisch
Währung
kanadischer Dollar
Strom
120 V, 60 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Monarchie
Hauptstadt
Ottawa
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
01:58 Uhr
Zeitverschiebung
-7 h (zu MEZ)
MARCO POLO Produkte
MARCO POLO Kontinentalkarte Kanada 1:4 000 000
MARCO POLO Kontinentalkarte Kanada 1:4 000 000
11,99 €
≫ Jetzt kaufen
MARCO POLO Reiseführer Kanada
MARCO POLO Reiseführer Kanada
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Reiseführer Kanada Ost, Montreal, Toronto, Québec
MARCO POLO Reiseführer Kanada Ost, Montreal, Toronto, Québec
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich
MARCO POLO Reiseführer Kanada West, Rocky Mountains, Vancouver
MARCO POLO Reiseführer Kanada West, Rocky Mountains, Vancouver
12,99 €
≫ Jetzt kaufen
Auch als E-Book erhältlich

News

Keine Nachrichten verfügbar.

Reportagen

Nach oben