Jamaika

Überblick

Entdecken Sie Jamaika!

In der Reihe vor der Passkontrolle steht ein Mann mit langen Dreadlocks, grauem Zweireiher und Designeraktentasche. Die Reisetasche hebt dann gemächlich ein hoch gewachsener Kofferträger vom Förderband. Wild umrahmen die langen, verfilzten Haare seinen Kopf. Und vor der Abfertigungshalle sitzt eine Gruppe von Rastafaris. Aus ihrem Ghettoblaster tönt rhythmisch Reggae, ein langer, konisch gedrehter Joint macht die Runde. Willkommen auf Jamaika!

Die Vorstellung von der Rundumbeschallung à la „Get up, stand up“, den Marihuanaqualmwolken über den selten vorhandenen Bürgersteigen, dem easy going unter karibischer Sonne, Rasta, Rum und Reggae – und das 24 Stunden am Tag? Wer dieses Zerrbild am Ende seiner Ferienreise mit nach Hause nimmt, hat vergessen, das Land kennenzulernen, versäumt, die bald 11 000 km2 Berg- und Küstenlandschaft zu durchstreifen, und es nicht geschafft, einen Zugang zu den Jamaikanern zu finden. Der Anlass für ein Gespräch ist schnell gefunden. Jamaikaner sind Fremden gegenüber aufgeschlossen und hilfsbereit, aber auch neugierig. Was Sie machen, woher Sie kommen, wohin Sie gehen, ob Ihnen die Insel gefällt und ob Sie wieder kommen, wollen sie wissen. Der Einfachheit halber werden Touristen wahlweise mit Joe oder Jane angesprochen. Sie brauchen sich also nicht zu wundern, wenn es quer über die Straße schallt: „Hey Jane!“

Am 18. Breitengrad steht die Sonne fast senkrecht und strahlt aus meist blauem Himmel. Hymnisch einschmeichelnd und zuckersüß besingt Harry Belafonte Jamaika als „Island in the Sun“. Das ganze Jahr über herrscht ein tropisches Klima, Sommer und Winter unterscheiden sich nur geringfügig voneinander. Nachts kühlt es zwar etwas ab, doch es bleibt angenehm warm. Sanfte Winde lindern allzu große Schwüle, spielen raschelnd in den Kronen der Palmen. Dabei gibt es auch regionale Unterschiede: Im Süden fallen viel weniger Niederschläge als im Norden, die Vegetation ist spärlicher, die Sonne brennt heißer, und mannshohe Kakteen sind keine Seltenheit.

Das Meer ist weiter draußen tiefblau und trägt weiße Häubchen; an der Küste, in geschützten Buchten, ist es spiegelglatt und schillert in vielen Nuancen, mal hellblau, mal türkis. Transparent wie Zellophan, erlaubt es den Blick auf eine karibisch-bunte Unterwasserwelt. Fische in allen Regenbogenfarben umschwärmen vielfältige Korallenformationen und bewachsene Felsen. Heller Sand polstert Teile des Ufers, daneben trotzen schroffe Klippen dem Ansturm der Fluten. Von Mai bis November können Hurrikans über Jamaika hinwegfegen – ein Wermutstropfen im süßen Tropencocktail.

Eher wild als lieblich-idyllisch ist die Landschaft im Inselinnern. Den Nordwesten beherrscht das Cockpit Country, eine zerklüftete und schwer zugängliche Karstlandschaft, in die sich die Maroons, freigelassene und entflohene Sklaven, einst zurückzogen, um frei zu leben. Im Osten erheben sich die Blue Mountains mit dem Blue Mountain Peak (2256 m). Beide Regionen sind dünn besiedelt, der Anbau von Früchten und Gemüse ist mühsam. Nur Kaffeepflanzen gedeihen gut in den Hochlagen. Der besondere Reiz dieser Berge liegt in ihrer ursprünglichen Wildheit. Bis hoch hinauf gibt es noch an Edelhölzern reiche Wälder, die einst die ganze Insel bedeckten. Die kühle Feuchtigkeit des alles vereinnahmenden Nebels ist spürbar. Von einer zur anderen Sekunde entzieht hier oben die Natur dem Betrachter die gerade noch gewährten Ausblicke. Weder Himmel noch Erde scheinen zu existieren.

Während das Landesinnere oft unerschlossen und unberührt erscheint, zeigen Jamaikas Ufer ein anderes Gesicht. An der Nordküste, in den Orten Montego Bay, Runaway Bay und Ocho Rios, stehen die meisten Hotels. Die Sandstrände strecken sich in mehr oder weniger großen Buchten aus; viele von ihnen sind den Gästen der dort angesiedelten Hotels vorbehalten. Großen Zuspruchs erfreut sich auch Negril an der Westküste, sein 11 km langer Strand ist der längste der Insel. Den Süden hingegen charakterisieren abgelegene Fischerorte, unberührte Strände und eine junge touristische Infrastruktur. Hier fließen die Flüsse träge durch Mangrovendickicht.

Die Ostküste bietet die meiste Feuchtigkeit, die üppigste Vegetation und die verschwiegendsten Strände auf der ganzen Insel. Port Antonio ist ihr Herz. Einst bedeutender Bananenhafen, dann Tropenidyll für Hollywoodstars, steigen heute in den Pensionen und den wenigen größeren Hotels vor allem Individualtouristen ab. Auf der anderen Seite, mit den Blue Mountains im Rücken, liegt die pulsierende Hauptstadt Kingston. Auf den ersten Blick scheint die Stadt nicht mit Touristen gerechnet zu haben: Die Energie dieser Metropole kann man nicht auf einer Stadtrundfahrt spüren – schon eher bei einem Theater- oder Konzertbesuch. Erst während einer durchtanzten Nacht in einem Musikclub, einem Sonntag am Strand von Hellshire oder auf der Insel Lime Cay lernt man, die angenehmen Seiten der Stadt zu schätzen.

Überhaupt sind Sonntage auf Jamaika heiter und leicht. Damen in pinkfarbenen oder hellblauen Kostümen mit netzbehangenen Hüten eilen zur Messe. Die Straßen rund um die Gotteshäuser sind mit preisenden Gesängen und Danksagungen erfüllt. Nach dem Kirchgang besucht man Familie und Freunde, oder man unternimmt zusammen einen Ausflug. Selbst die Jugend gönnt sich einen Ruhetag, denn die Freitag– und Samstagabende dauern häufig bis zum Morgengrauen.

Die Touristenzentren liegen meist in der Nähe der interessanten Ausflugsziele. Einige der ehemaligen Herrenhäuser der Plantagenbesitzer, Great Houses genannt, wurden aufwendig renoviert und zu Museen umfunktioniert. In ihnen lernen Sie auch etwas über die Geschichte des Landes. Die Reichtümer der tropischen Natur werden auf Musterplantagen und in botanischen Gärten erklärt. In jedem größeren Ort gibt es farbenprächtige Märkte. Oder Sie mieten einen Wagen und fahren hinauf in die Hügel. Streifen durch Dörfer mit phantasievoll bemalten Hütten. Mit Respekt, Freundlichkeit und nicht übermäßig zur Schau gestelltem Reichtum geben solche Ausflüge gerade dem Urlaub auf Jamaika die Würze. Feel the vibe: Die Einladung an die ausländischen Besucher ist ausgesprochen, man muss sie nur aufgreifen, sich auf die Schwingungen einlassen, auf Entdeckungsreise gehen.

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Wetter & Klima

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Sonntag / 07.06.2020
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Montag / 08.06.2020
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Dienstag / 09.06.2020
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Anreise

11h 15min
Frankfurt am Main
Jamaika
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

Praktische Hinweise

Anreise

Condor (www.condor.de) fliegt ab Frankfurt Main (FRA) im Sommer einmal (mittwochs) ab 800 Euro, im Winter zweimal (mittwochs und sonntags) für rund 900 Euro nach Montego Bay. Air Berlin (www.airberlin.com) von Düsseldorf mit Zwischenlandung im Sommer freitags für rund 1300 Euro, im Winter mittwochs für 1050 Euro, JetAirFly (www.jetairfly.com) zweimal wöchentlich (mittwochs und samstags) von Brüssel nach Montego Bay für rund 600 Euro, Arke Fly (www.arkefly.nl) einmal in der Woche von Amsterdam aus (ab 800 Euro). Über London fliegt British Airways nach Montego Bay und Kingston, Abflugzeiten unter www.airportsauthorityjamaica.aero.

Auskunft
Jamaica Tourist Board

Schwarzbachstraße324082202104 832974www.visitjamaica.com

Auto

Es herrscht wie in England Linksverkehr. Gewöhnungsbedürftig sind die Verkehrskreisel in großen Städten. Vorsicht bei der Einfahrt, wer sich im Kreisverkehr befindet, hat Vorfahrt. Die Hauptstraße rund um die Insel ist überwiegend von sehr guter Qualität, ebenso die Straßen in den Städten. Im Landesinnern muss dagegen mit katastrophalen Verhältnissen gerechnet werden. Nachtfahrten sollten Sie vermeiden, Straßenbeleuchtung oder Markierungen gibt es selten, viele Fahrzeuge fahren zudem ohne Licht, und es muss mit unvorhersehbaren Hindernissen gerechnet werden. Höchstgeschwindigkeit: in Ortschaften 50 km/h (30 mph), außerhalb 80 km/h (50 mph). Nur wichtige Straßen verfügen über eine hinreichende Ausschilderung. Ortsschilder fehlen im Land fast gänzlich. Allerdings findet man an Schulen und Kirchen den entsprechenden Ortsnamen.

Banken & Geldwechsel

Zweigstellen von Banken gibt es auf der ganzen Insel. Geschäftszeiten: Mo–Do 9–14, Fr 9–16 Uhr. In Ferienorten tauschen auch autorisierte Wechselstuben (Cambio) zu guten Kursen. Hotels wechseln ebenfalls. Schwarz tauschen ist verboten. Zum Rücktausch (z.B. am Flughafen in Montego Bay in der Abflughalle nach der Sicherheitskontrolle) muss eine Tauschquittung vorliegen. Am besten nehmen Sie Reiseschecks (nicht zu große Stückelung) in US-Dollar mit. In den größeren Orten sind die gängigen Kreditkarten in Hotels, Restaurants und größeren Geschäften gebräuchlich. Geldautomaten sind in den größeren Städten und Ortschaften sowie in einigen Großhotels vorhanden.

Busse

Mehrmals täglich fahren zwischen Kingston und Ocho Rios sowie Montego Bay klimatisierte „Knutsford Express“-Reisebusse (www.knutsfordexpress.com) – wochentags vier Mal täglich, am Wochenende drei Verbindungen (Kingston – Montego Bay rund 19 Euro). Ansonsten verkehren auf den Fernstraßen und in den größeren Städten private, meistens überfüllte Busse in unregelmäßigen Abständen. Über den Fahrpreis sollten Sie sich vor dem Einsteigen erkundigen (www.jutatoursjamaica.com). Kingston und Umgebung verfügt inzwischen über einen gut ausgebautes öffentliches Nahverkehrsnetz. Die Mehrzahl der gelben Busse startet im Half Way Tree Transportation Center. Über die Routen und Haltestellen können Sie sich auch im Internet (www.jutc.com) informieren. Der Preis beträgt innerstädtisch J$ 80 pro Busstrecke.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Waterloo Road10Kingston 100876 9266728www.kingston.diplo.de

Österreichisches Generalkonsulat

Round Hill Hotel and VillasJohn Pringle Drive0876 9402404josef@roundhilljamaica.com

Honorarkonsulat der Schweiz

c/o Swiss Sores Ltd.Habour Street1070876 9489656kingston@honorarvertretung.ch

Ein- & Ausreise

Westeuropäer benötigen einen gültigen Reisepass und ein Flugticket für den Weiter- oder Rückflug. Bei der Ausreise per Flugzeug wird eine Flughafengebühr in Höhe von 1800 J$ erhoben. Der Betrag ist im Flugpreise bereits inbegriffen. Auch die Ausreisesteuer in Höhe von US$ 20 wurde mit dem Flugticket bezahlt.

Fernsehen & Radio

Television Jamaika (TVJ) strahlt ein inselweites Fernseh- und Radioprogramm aus. Der zweite Privatsender ist CVM Television. Eine Reihe von US-Fernsehprogrammen und die Deutsche Welle sind über Satellit zu empfangen. Großer Beliebtheit erfreut sich der Radiosender IRIE FM (107.9) aus Ocho Rios, der ausschließlich Reggae spielt.

FKK & Oben ohne

An Touristenstränden in den Ferienzentren Jamaikas wird topless toleriert. Einige Hotelanlagen Superclubswww.hedonismresorts.com in Negril und Couples Resortswww.couples.com bieten auch separate Nacktbadebereiche für ihre Gäste an. Das N-Resortwww.n-resort.com in Falmouth ist eine sogenannte „Nude“-Hotelanlage.

Gesundheit

Wer durchs Land reist, sollte sich vor allem in der regenreichen Jahreszeit mit Insektenschutzmitteln und Moskitonetzen schützen. Aktuelle medizinische Auskünfte erhalten Sie vom Reisemedizinischen Zentrum des Tropeninstituts in Hamburg unter www.gesundes-reisen.de oder www.dtg.org oder über die kostenpflichtige Hotline des Tropeninstituts (0900 1234999Mo–Fr 8–19, Sa 10–18 Uhr).

Für Ihren Urlaubsaufenthalt in Jamaika ist eine Auslandskrankenversicherung inklusive Rückholversicherung mit uneingeschränkter Kostenübernahme empfehlenswert. (Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf www.reiseversicherung.com). Grundsätzlich müssen in Jamaika Arztbesuche oder Krankenhausaufenthalte bar bezahlt werden. Wenn Sie versichert sind, erhalten Sie die Auslagen gegen Beleg erstattet. Prophylaxeimpfungen werden nicht empfohlen.

In Kingston, Mandeville, Montego Bay, Ocho Rios und Port Antonio gibt es Krankenhäuser. In allen anderen größeren Städten finden Sie sowohl Apotheken als auch niedergelassene Ärzte mit Privatpraxen. Die Mehrheit der Hotels verfügt über einen medizinischen Bereitschaftsdienst und ärztliche Betreuung. Wenden Sie sich im Krankheitsfall an die Rezeption.

Heiraten

Nach einem Mindestaufenthalt von 24 Stunden kann das Aufgebot bestellt werden (Gebühr: 45–50 Euro). Mitzubringen sind: beglaubigte Kopien der Geburtsurkunde, gegebenenfalls der Scheidungsurkunde sowie die schriftliche Einwilligung der Eltern bei Heiratskandidaten unter 21 Jahren; Anträge an The Permanent Secretary, Ministry of JusticeMutual Life TowersKensington Crescent20876 9064908www.jamador.de. Zahlreiche Hotels haben sich auf Hochzeiten spezialisiert und erledigen die Formalitäten. Die Ausstellung der Heiratsurkunde kann etwas länger dauern. Sie wird gegebenenfalls nachgeschickt.

Inlandflüge

Skylan Airways0876 9327102www.skylanjamaica.com fliegt montags, mittwochs und freitags jeweils zweimal für US$ 60 zwischen Kingston und Montego Bay; Jamaica Air Shuttle0876 9230371www.jamaicaairshuttle.com. Air Jamaika fliegt zwischen Kingston und Montego Bay einmal täglich für derzeit US$ 125. Charterflüge führt Timairwww.timair.com durch.

Internet

Den Internetauftritt der Deutsch-Jamaikanischen Gesellschaft finden Sie unter www.deutsch-jamaikanische-gesellschaft.de. Hintergründig mit Leserforum informiert www.jamaika-online.de. Insidertipps für Individualreisende bietet www.carilat.de/index2.htm. Telefon- und Adressverzeichnis: www.jamaicayp.com.

Klima & Reisezeit

Das ganze Jahr über herrschen an der Küste Temperaturen von 29 bis 32 Grad. Passatwinde sorgen für eine angenehme Brise. Im Nordosten öffnet der Himmel seine Pforten nicht nur während der Regenzeit (August bis November) zu kräftigen Güssen von kurzer Dauer. Im Süden ist das Klima sehr viel trockener, die Vegetation ist entsprechend karger. In den Bergen können die Temperaturen bis auf 4 Grad sinken.

Als Hochsaison gilt die Zeit zwischen Weihnachten und Ostern. Dann sind die Preise für Unterkünfte erheblich höher als in der übrigen Zeit des Jahres. Im September und Oktober fällt am meisten Niederschlag, und die Gefahr von Hurrikans ist dann am größten.

Maßeinheiten

Nach wie vor sind englische Maßeinheiten auf Jamaika weit verbreitet. Eine Meile entspricht 1,609 km, eine Gallone entspricht 3,79 l, ein Pound 453,59 g.

Mietwagen

Die meisten Vertretungen internationaler Verleihfirmen unterhalten Büros an den Flughäfen in Montego Bay und Kingston. Ohne Kreditkarte wird bei den großen Autovermietungen ein Bardepot verlangt. Island Car Rentalswww.islandcarrentals.com ist ebenfalls zu empfehlen. Ein Wagen der kleinsten Klasse kostet ab etwa 28 US$ pro Tag. Dazu kommt jedoch noch eine obligatorische Teil- (US$ 12 pro Tag) oder Vollkaskoversicherung (US$ 25). Deutsche, österreichische und Schweizer Führerscheine werden anerkannt, wenn sie mindestens ein Jahr alt sind, ebenso der internationale Führerschein. Das Mindestalter, um Fahrzeuge mieten zu können, beträgt 21 Jahre.

Notruf

Feuerwehr, Ambulanz110; Polizei119. Hilfe und Informationen im Notfall erhalten sie unter der Tel. 991 9999.

Post

Poststationen existieren fast in jedem Ort (geöffnet Mo–Fr 9–17 Uhr), Briefkästen dagegen sind selten. Die Hotels übernehmen die Besorgung der Post und organisieren meist auch Briefmarken (Postkarte J$ 50, Brief J$ 70). Die Zustellung nach Übersee kann mehrere Wochen dauern.

Preise & Währung

Die offizielle Landeswährung ist der Jamaika-Dollar (J$ oder JMD), der nicht unbeschränkt ein- und ausgeführt werden darf. 1 J$ hat 100 Cent. Es gibt 10- und 25-Cent- sowie 1-, 5-, 10- und 20-J$-Münzen sowie 50-, 100-, 500- und – völlig unüblich im normalen Geschäftsverkehr – 5000-J$-Scheine. In touristischen Gegenden werden die Preise meist in US-Dollar angegeben. Einkäufe per Kreditkarte werden immer in US-Dollar umgerechnet. Für kleinere Ausgaben und Besuche in lokalen Restaurants empfiehlt es sich, Jamaika-Dollar mitzunehmen.

Strom

Die Spannung beträgt 110 Volt/50 Hertz, in wenigen Hotels 220 Volt; Geräte zum Umschalten auf 110 Volt sind also zu empfehlen. Außerdem sollten Sie einen flachpoligen Adapterstecker für amerikanische Steckdosen mitnehmen.

Taxi

Die Juta ist ein konzessionierter Zusammenschluss von Transportunternehmen. Die Taxis dieser Organisation haben Fixpreise in US-Dollar und sind an Flughäfen und in großen Hotels präsent. Eine Fahrt vom Flughafen Montego Bay nach Negril kostet etwa 80 US$, nach Ocho Rios rund 100 US$. Darüber hinaus gibt es aber noch eine große Zahl an PKWs, die eine Lizenz zur Personenbeförderung besitzen. Man erkennt sie am roten Nummernschild mit dem P-Schild. Bevor Sie die Fahrt antreten, sollten Sie unbedingt den Preis aushandeln.

Telefon & Handy

Die Vorwahlnummer von Jamaika ist 876. Für Telefonate nach Deutschland lautet die Vorwahlnummer 01149, nach Österreich 01143, in die Schweiz 01141. Wer sich teure Hotelzuschläge ersparen will, kann bei den zahlreichen Cable & Wireless-Filialen eine sogenannte Worldtalk-Telefonkarte erwerben, Preis pro Minute rund 0,25 Euro.

Alle europäischen Provider bieten Roaming an, der Preis pro Minute liegt bei etwa 1,80 Euro. Preiswerter für Vieltelefonierer ist es, sich zum Beispiel bei Digicel am Flughafen von Kingston oder Montego Bay eine neue SIM-Karte mit landeseigener Nummer zu kaufen (rund 16 Euro). Mit einer Flex-Karte (J$ 100, 200, 300 und 500) kann man dann für etwa 0,17 Euro/Min. mit Europa telefonieren.

Trinkgeld

Wenn der Service nicht extra ausgewiesen ist, sollten Sie ein Trinkgeld von 10 bis 15 Prozent geben.

Trinkwasser

Die Jamaikaner sind auf die hervorragende Qualität ihres Trinkwassers stolz. In den meisten Orten können Sie das Leitungswasser daher ohne Bedenken trinken. Ausnahmen von dieser Regel sind durch Anschläge der nationalen Wasserkommission gekennzeichnet.

Zeit

Der Unterschied gegenüber der Mitteleuropäischen Zeit beträgt im Sommer (während der Mitteleuropäischen Sommerzeit) minus sieben, im Winter (MEZ) minus sechs Stunden.

Zoll

In die Europäische Union eingeführt werden dürfen pro Person Souvenirs im Wert bis zu 430 Euro, 1 l Spirituosen, 4 l Wein, 16 l Bier, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak sowie 500 g Röstkaffee. Die Einfuhr von allem, was dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterliegt, ist verboten. Nach Jamaika für den persönlichen Gebrauch mitbringen dürfen Sie 200 Zigaretten oder 50 Zigarren, 170 ml Parfüm, 340 ml Eau de Toilette, 1 l Spirituosen.

Was kostet wie viel?

Kaffee

ab 13 Euro für ein 453-g-Paket Blue Mountain Coffee

Jerk Food

ab 2,70 Euro für eine Portion

Rum

8,25 Euro für eine Flasche V/X

Bootstour

40 Euro für eine Katamarantour zum Sunset in Negril

Benzin

0,70 Euro für 1 l Normalbenzin

Busfahrt

0,75 Euro in Kingston

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

New Year's Day(Neujahr)

23. Mai

Labour Day (Tag der Arbeit)

1. August

Emancipation Day (Emanzipationstag)

6. August

Independence Day (Unabhängigkeitstag)

3. Montag im Oktober

National Heroes Day (Tag der Nationalhelden)

25. Dezember

Christmas Day (Weihnachten)

26. Dezember

Boxing Day (2. Weihnachtstag)

Feste & Veranstaltungen
Januar

Am 6. Januar wird mit dem Maroon Festival in Accompong die Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen der Regierung Jamaikas und den Maroons gefeiert. Nach den Zeremonien gibt es ein großes Straßenfest.

Einwöchiges Jazz und Bluesfestival mit namhaften internationalen Künstlern in den Touristenzentren. www.jamaicajazzandblues.com

Februar

Am 6. Februar, dem Geburtstag Bob Marleys, wird in verschiedenen Orten zu seinen Ehren der Bob Marley Birthday Bash gefeiert.

Beim Fi Wi Sinting in Hope Bay, Portland, dreht sich alles um das afrikanische Kulturerbe Jamaikas. www.fiwisinting.com

April/Mai

Beim Jamaica Cricket Festival treffen die besten Teams der Welt aufeinander; inselweite Konzerte begleiten das Event.

Der Bacchanal Jamaica findet meistens Ende April/Anfang Mai statt. Mehrere Tage lang spielen dann Calypso- und Soca-Bands, farbenprächtig kostümierte Musiker und Tänzer paradieren durch Kingston, Montego Bay, Negril und Ocho Rios. www.bacchanaljamaica.com

Mai

Das Treasury Beach Bread Basket Festival bietet künstlerische, gastronomische, musikalische und literarische Aktivitäten. www.treasurebeach.net/BreadBasketFestival

Juni

Beim Ocho Rios Jazz Festival jazzen Künstler aus aller Welt eine Woche lang von morgens bis abends: Jazz total. www.ochoriosjazz.com

An der Wiege des Jerk, am Boston Beach, stellen Jerk-Food-Köche aus ganz Jamaika ihre Würz- und Grillfertigkeiten unter Beweis. www.portlandjerkfestival.com

Juli/August

Das Reggae Sumfest in Montego Bay ist eine Institution im Festkalender. Auf dem fünf Tage und Nächte dauernden Sum(mer)fest treten die meisten der derzeitigen Reggae-Stars auf. www.reggaesumfest.com

Independence Day6. Aug.: Die Unabhängigkeit wird mit einer aufwendigen Parade in der Hauptstadt Kingston offiziell gefeiert.

Oktober

Echt deutsche Weißwürste und Leberkäse gibt es auf dem Oktoberfest, veranstaltet von der Jamaica German Society.

Dezember

Seit 2000 findet am ersten Samstag des Monats der Reggae Marathon in Negril statt. Gestartet wird – auch über die halbe Distanz – bereits in den frühen Morgenstunden. Anmeldung und Informationen unter www.reggaemarathon.com.

Im Trend

Bowling anno dazumal
Skittles

Auf der Straße spielen Kinder den Bowling-Vorgänger auch mit leeren Plastikflaschen. Das Original-Skittles ist jedoch kein Kinderspiel. Der Sport mit zehn Kegeln und einer Holzkugel hat viele Fans und wird auch im TV übertragen. Die Mystix Sports BarHagley Park Road78 3/4Kingston und Cuddy'zim New Kingston Shopping CenterKingston zeigen die Matchs. Vorbereitung ist Pflicht! Infos über Spiele, Ligen und die Teams der gibt es auf www.sportsjamaica.com.

Im Himmel
Ziplining

Mit Gurt und Karabiner gesichert, geht es durch das Blättermeer. Beim Ziplining entdecken Sie Jamaika aus der Vogelperspektive. Jamaica Zipline Adventure ToursLethe EstatesHanover bietet den Spaß im Westen der Insel an, Jamaica Cruise Excursionswww.jamaicacruiseexcursions.com veranstaltet Touren in Ocho Rios. In Montego Bay hat Chukka Zipline Canopywww.chukkacaribbean.com seinen Sitz.

Natur-Schönheit
Im Spa

Zum Anbeißen sind die Treatments der Insel-Spas. Piment, Ingwer und Orange sind im Fern Tree Spaim Half Moon HotelRose Hall Road die wohlriechenden Entspannungshelfer, im Spa des SandalsMontego Bay setzen die Beautyprofis auf grüne Kaffeebohnen, Ingwer, Zitrusfrüchte und Bambus als Schönmacher. Hochprozentig ist der Wrap mit Jamaika Rum, der im Rockhouse SpaWest End RoadNegril für Bestmaße sorgen soll. Im Soothe Spaim Hilton Rose HallRose Hall Road kommen zusätzlich noch tropische Blumen in den straffenden Wickel.

Jamaika trifft die Welt
Fusion Cooking

Wenn Jerk und Ackee auf Wontons und Chutney treffen, ist der Fusiontrend perfekt. Jamaikas Küchenchefs lassen sich von Rezepten aus der ganzen Welt inspirieren. Das Mangoesim Ritz-CarltonRose Hall Road lässt Asien und die Karibik aufeinandertreffen. Probieren Sie die Frühlingsrolle mit Jerkhühnchen. Im Restaurant des Round HillMontego Bay kommt nur auf den Tisch, was im eigenen Garten wächst. Auf fremdländische Einflüsse verzichtet Küchenchef Martin Maginley deshalb aber keineswegs. Im Café Mantraim Barbican Business CentreKingston von Laura Marley kommen nordafrikanische Kichererbsen mit jamaikanischer Würze zusammen. Wollen Sie die gekonnte Vermischung der verschiedenen Stile lernen? Das können Sie in einem der besten Hotels Jamaikas. Was viele nicht wissen: das Mocking Bird HotelPort Antonio bietet Kochworkshops an.

Kunst in Dorf & Stadt
Creative Kingston

Das kulturelle Erbe Jamaikas ist den Einheimischen ein Anliegen. Auch deshalb sollen in den kommenden Jahren Künstlerdörfer in Montego Bay, Falmouth, Port Antonio, Negril und Ocho Rios entstehen. Dort sollen Besucher die Gelegenheit haben Traditionen, Musik und Kunsthandwerk kennenzulernen. Ideale Bedingungen für eine florierende kreative Szene. Doch auch schon jetzt hat die Insel viel Kunst zu bieten – und zwar in der Inselhauptstadt: In Kingston öffnen immer mehr spannende Kunstlocations, wie die Frame Centre GalleryTangerine Place10 die Mutual Life GalleryOxford Road2 und Bolivar Bookshop & GalleryGrove Road1d.

Bloss nicht

Unhöflich sein

„Soon come“ ist der Lieblingsausspruch der Jamaikaner und drückt ihre Lebenseinstellung aus. Nicht immer funktioniert alles mit der Präzision, wie wir es von daheim gewohnt sind. Kein Grund, unwirsch zu reagieren. Mit einem Lächeln und einem Scherz gibt man seinem Gegenüber die Chance, die oft auch für ihn unangenehme Situation zu klären, ohne dass er sein Gesicht verliert. Jamaikaner sind kontaktfreudig und beinahe immer zu einer Plauderei aufgelegt, vor allem die Händler. Wer mal keinen Führer will und an keinem Kauf interessiert ist, klärt am besten mit einem unmissverständlichen „No, thank you“ die Situation – bestimmt, aber freundlich.

Gedankenlos fotografieren

Bevor Sie auf den Auslöser drücken, um eine pittoreske Marktszene oder ein interessantes Gesicht abzulichten, bitten Sie um das Einverständnis der „Fotomodelle“. Es kann passieren, dass es verweigert wird, respektieren Sie dies. Wer ungefragt Personen fotografiert handelt sich schnell manchmal in Aggressivität umschlagende Ablehnung ein. Viel leichter ist es, Jamaikaner vor die Kamera zu bekommen, wenn sie, quasi als Gegenleistung, ein Bild in den eigenen Händen halten können. Wer eine Polaroidkamera mitführt, kann sich viele Freunde machen. Dann hat keiner etwas gegen einen zweiten Schuss mit der „richtigen“ Kamera.

Drogen

Ganja, Marihuana, Indischer Hanf – die berauschenden Blätter der Cannabispflanze haben verschiedene Namen. Für die Rastafaris ist ihr Genuss heilig, als Naturheilmittel seit Jahrhunderten bekannt. Doch auf Jamaika ist sowohl der Anbau als auch der Besitz von Ganja verboten. Wer erwischt wird, wandert ins Gefängnis. Ausländische Besucher können nicht auf Milde hoffen.

In die Ghettos von Kingston

Obwohl bei Portmore Trabantensiedlungen aus dem Boden gestampft werden, ist die Wohnungsnot groß, und die Ghettos in West-Kingston sind nach wie vor existent. Hier haben Touristen nichts verloren. Nicht ganz Kingston ist so gefährlich. Allerdings sollte man nach Einbruch der Dunkelheit am besten nirgendwo mehr zu Fuß unterwegs sein. Es gibt ja schließlich Taxis. In downtown empfiehlt es sich, auch am Tag wachsam zu sein, selbst die einfachste Armbanduhr im Hotel zu lassen und menschenleere Ecken zu meiden.

Coming out

Homosexuellenorganisationen warnen davor, sein Schwulsein in Jamaika offen zu zeigen. Händchen halten und Küssen von gleichgeschlechtlichen Paaren kann zu aggressiven Reaktionen führen, gerade auch nach Konzerten auf Dancehall-Bühnen, wo Interpreten in ihren Songtexten gern zu Gewalttaten aufrufen.

Stichworte

Bevölkerung

„Out of many, one people“, aus vielen ein Volk, beschwört als Motto die nationale Einheit. Die rund 2,8 Mio. zumeist dunkelhäutigen Jamaikaner haben viele ethnische und kulturelle Wurzeln. Nach der Ausrottung der Urbewohner, der Tainos, leben heute überwiegend Nachfahren der aus Westafrika verschleppten Sklaven auf der Insel. Sie vermischten sich mit Einwanderern aus Europa, Ostindien, China und Vorderasien.

Cricket

Im 16. Jh. in England entstanden, ist Cricket neben dem Fußball das Lieblingsballspiel der Jamaikaner. Zu Beginn des 20. Jhs. bot dieser Sport die einzige Möglichkeit für einen farbigen Jamaikaner, Anerkennung in der Kolonialgesellschaft zu erlangen und Geld zu verdienen. Das Spiel erinnert entfernt an Baseball.

Es wird von zwei Mannschaften gespielt (je elf Spieler). Die Schlagpartei besteht aus neun Spielern und zwei Schlägern. Die Schlagpartei übernimmt die Verteidigung der beiden Tore (wickets), die 20,11 m voneinander entfernt stehen. Der Schlagmann (batsman) versucht, den Ball weit ins Feld zu schlagen, um mit dem anderen Schlagmann am anderen Tor möglichst oft den Platz zu tauschen, denn dieser run gibt Punkte. Der Werfer (bowler) der Fangpartei, zu der außer ihm noch ein Torwächter und neun Spieler zählen, darf sechs Würfe auf das gegnerische Tor werfen, dann wird er abgelöst. Der Fänger hinter dem Tor und die neun Feldspieler versuchen, durch Würfe auf das Tor die Schläger der Gegenpartei auszuschlagen. Eine Runde ist beendet, wenn zehn batsmen ausgeschlagen sind, dann wechseln die Parteien.

Die Spiele finden von Januar bis August am Wochenende statt und dauern mehrere Stunden.

Dancehall

Dancehall entstand in den Diskos der Insel. Talker oder Chatter sprachen während der Musik übers Mikrofon. In dem rhythmischen Sprechgesang sehen viele Jamaikaner einen Vorläufer des Rap. Der Mic Chatter oder Deejay – nicht zu verwechseln mit dem Plattenaufleger – hatte die Aufgabe, mit Hilfe seines Mikrofons einen Dance aufzubauen. Dancehall thematisiert den Alltag in den Ghettos, Sexualität, Gewalt und die kleinen und großen Lieben des Lebens.

Fauna

Fledermäuse sind weit verbreitet, die Vogelwelt ist vielfältig inklusive einer Reihe von endemischen, also nur hier vorkommenden Arten. Der Nationalvogel Doctor Bird (Trochilus polytmus) gehört zu den Schwalbenschwanzkolibris und bekam seinen Namen angeblich, weil er mit dem Schnabel Nektar aus Blumen zieht und an einen Arzt erinnert, der mit einer Pipette hantiert. Und der große Truthahnbussard wurde John Crow getauft. Seine Schwanzfedern sollen den Rockschößen der Soutane eines gleichnamigen Pfarrers geähnelt haben. Tagsüber flattern Schmetterlinge umher, nachts leuchten die fireflies, Glühwürmchen. Im Süden sind einige manatis (Seekühe) und Krokodile zu Hause – heute streng geschützt.

Flora

Flamboyant (seine Blüten erinnern an ein Flammenmeer), Bougainvillea und Hibiskus setzen dem üppigen Grün der Vegetation leuchtende Farbtupfer auf. Ursprünglich bedeckte Wald fast die ganze Insel. Die Tainos nannten die Insel Xaymaca, Land des Waldes und des Wassers. Heute sind weniger als 25 Prozent Jamaikas bewaldet.

Zum Schutz des Baumbestands wurde 1992 der Blue Mountain National Park eingerichtet. Mit weit ausladenden Ästen spendet der Baumwollbaum (ceiba) Schatten. Er kann bis zu 300 Jahre alt werden. Am Pimentbaum wächst der Jamaikapfeffer, auch Nelkenpfeffer genannt, der zugleich nach Zimt, Muskatnuss und Pfeffer schmeckt. Der Ackee tree trägt das ganze Jahr über rote Früchte, die erst geschält und gekocht genießbar werden und Nationalspeise sind.

Die Nationalblume Jamaikas ist Lignum Vitae, die fünfblättrige violett changierende Blüte des Guajak-Baums (Guaiacum), der zur Familie der Jochblattgewächse gehört. Dem Holz und den Blättern des Baums werden heilmedizinische Wirkung nachgesagt. Der Nationalbaum ist der Blue Mahoe (Hibiscus elatus), eine Art hochwachsender Hibiscusbaum.

Geografie

Jamaika bildet zusammen mit Kuba, Hispaniola und Puerto Rico die Großen Antillen. Mit einer Fläche von 10 990 km2 ist Jamaika, die drittgrößte Karibikinsel, etwa halb so groß wie Hessen. Die nächstgelegenen Nachbarinseln Kuba und Haiti befinden sich ungefähr 150 km nördlich bzw. östlich. Die höchste Erhebung des Landes ist mit 2256 m der Blue Mountain Peak, der zur östlichen, etwa 50 km langen Gebirgskette der Blue Mountains gehört.

Die Ost-West-Ausdehnung Jamaikas beträgt etwa 235 km, die Nord-Süd-Ausdehnung zwischen 35 und 80 km, die Küstenlinie 1022 km. Auf vulkanischem Faltengebirge breiten sich tropische Wälder und zerklüftetes Karstgebirge, Wiesen und fruchtbare Felder aus. Unzählige Flüsse, Wasserfälle, Tropfsteinhöhlen und eine abwechslungsreiche Küste machen Jamaika zu einer der schönsten Inseln der Karibik.

Kolonialzeit

Nachdem Christoph Kolumbus im Jahr 1494 Jamaika entdeckt hatte, gründeten erste spanische Siedler 1510 Sevilla la Nueva an der Nordküste. 1655 landete im Hafen von Kingston eine englische Flotte und eroberte die Insel. Der spanische Versuch, Jamaika den Engländern wieder abzujagen, scheiterte 1658 blutig. Das schon von den Spaniern eingeführte Zuckerrohr begründete den Reichtum der britischen Kolonialherren. Ende des 17. Jhs. war Jamaika ein zentraler Umschlagplatz für den Menschenhandel. Zwar wurde dieser am 25. März 1807 in den britischen Kolonien offiziell beendet. Aber es bedurfte noch eines von Sam Sharpe angeführten Aufstands, bis 1838 die Sklaverei endgültig abgeschafft wurde.

Kunst & Kultur

Wachsendes Nationalgefühl in den 1930er- und 1940er-Jahren beeinflusste nachhaltig die einheimischen Künstler. Sie ließen sich von der Farbenpracht und der darstellerischen Tradition der vor allem afrikanischstämmigen Bevölkerung inspirieren. Edna Manley, eine von den Briten anerkannte und privilegierte Malerin, unterstützte die neue Kunstbewegung.

Bob Marley

Geboren wurde Robert Nesta Marley am 6. 2. 1945 in Nine Mile, St. Ann. Sein Vater war ein britischer Kolonialhauptmann, seine Mutter Cedella Marley Booker eine einheimische Kolonialwarenhändlerin und Sängerin. Mit seiner Mutter zog Marley später nach Trenchtown, einem Vorstadtghetto von Kingston. Eine Lehre als Schweißer brach er ab, er wollte Musik machen. 1961 nahm er seinen ersten Song auf. Zwei Jahre später gründete er mit Peter Tosh und Bunny Wailer die Wailers. Songs wie „Stir it up“, „I shot the Sheriff“ und „Get up, stand up“ machten ihn und den Reggae weltweit berühmt.

Nachdem er sich mit dem Produzenten Chris Blackwell zusammengetan hatte, gelang Marley 1974 der internationale Durchbruch mit der Veröffentlichung der Schallplatte „Natty Dread“ in Blackwells Plattenfirma Island Records. Das aus diesem Jahr stammende Stück „No Woman No Cry“ ist das wohl bekannteste seiner Lieder. Der Rastafari prangerte in seinen Liedern die sozialen Missstände auf Jamaika an und trat für die Rechte der Schwarzen und Unterdrückten ein. Er starb am 11. Mai 1981 in Miami an Krebs und wurde in Nine Mile in einem Mausoleum beigesetzt.

Migration

Wer kann, haut ab: vom Dorf in die Armutsslums der Großstädte – und dann gen Norden. Wer Verwandte in Großbritannien hat, versucht, eine Einladung zu ergattern – und „vergisst“ dann, heimzukehren. Auch die glitzernden Neonversprechungen in New York ziehen jamaikanische Youngsters magisch an. Mehr als 1,5 Mio. leben im „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ – viele von ihnen illegal. Etwa 2 Mrd. US-Dollar werden jährlich an die zurückgebliebene Verwandtschaft als Unterstützung überwiesen.

Patois

Patois ist neben der offiziellen Landessprache Englisch die Sprache der Einheimischen, ein rhythmisches Gemisch aus afrikanischen Dialekten, versetzt mit portugiesischen, spanischen und englischen Ausdrücken. Britische Begriffe aus dem 17. Jh. haben sich halten können, und weil Patois noch eine lebendige Sprache ist, bringt sie ständig neue Wortschöpfungen hervor. Ein Ausdruck, mit dem man sich auf Jamaika sofort Freunde schafft, heißt: „Jeh mon!“, das bedeutet: „Natürlich, klar, okay“. Mit der Rastafari-Religion entstanden neue Worte wie „I-tal“ (natürlich, im Sinn von Leben spendend) und „I-rie“ (alles in Ordnung).

Politik

Jamaika ist seit der Unabhängigkeit im Jahr 1962 Mitglied des Commonwealth, die Königin von England somit nominelles Staatsoberhaupt. Sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten, der den Senat und den Premierminister ernennt. Die Gesetzgebung liegt in den Händen des Repräsentantenhauses. Es besteht aus 60 Mitgliedern und wird für eine Dauer von fünf Jahren gewählt. Zwar gibt es in Jamaika kleinere rechte und linke Parteien, aber nur zwei von ihnen haben jemals den Einzug ins Parlament geschafft: die konservative Jamaica Labour Party (Arbeitspartei Jamaika – JLP) und die sozialdemokratische People’s National Party (National Volkspartei PNP).

Rastafari-Bewegung

Zurück zu den afrikanischen Wurzeln, auf seine schwarze Hautfarbe stolz sein und nicht mehr den Weißen dienen: Mit diesem Credo zog in den 1920er-Jahren der jamaikanische Sozialreformer Marcus Garvey (1887–1940) durchs Land. Als seine Prophezeiung eines schwarzen Königs 1930 mit der Krönung von Haile Selassie Ras Tafari zum Kaiser von Äthiopien tatsächlich eintrat, war die Rasta-Bewegung geboren. Die Rastafaris sehen in Haile Selassie den direkten Nachfahren von König Salomon. Er trägt den Beinamen „siegreicher Löwe vom Stamm Juda“. Die Löwenmähne aus ungekämmten und ungeschnittenen Haaren, dreadlocks genannt, ist äußeres Erkennungsmerkmal der Rastafaris. Wahre Rastafaris leben zurückgezogen, ernähren sich weitgehend vegetarisch und trinken keinen Alkohol. Ganja (Marihuana) ist für sie das Kraut des Heils und, obwohl es verboten ist und Konsum oder Besitz strafrechtlich verfolgt werden, für die Meditation unverzichtbar.

Reggae

Soziale, politische und spirituelle Inhalte bestimmten die Texte der in den Ghettos von Kingston geborenen Musik. Rap- und Hip-Hop-Elemente kamen hinzu. Das Ergebnis wird Raggamuffin genannt. Eine Art Sprechgesang wird zur Musik mit dröhnenden Bässen sozusagen „verbacken“. Daneben erlebt der klassische Roots-Reggae eine Renaissance. Zu den Stars der Szene gehören Luciano, Beres Hammond, Buju Banton, Morgan Heritage, Gregory Isaacs und andere.

Wirtschaft

Wichtigster Devisenbringer Jamaikas ist der Tourismus, gefolgt von Erträgen des Bauxitabbaus, der Zuckerrohrverarbeitung und den Überweisungen der Überseejamaikaner. Wichtige Grundstoffe müssen importiert werden, die Auslandsschulden steigen, und der Jamaika-Dollar verliert im Vergleich zum US-Dollar ständig an Wert. Die Arbeitslosenquote beträgt offiziell um die 13,5 Prozent. Vor allem Jugendliche, die nahezu die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, sind betroffen. Über 30 Prozent von ihnen sind arbeitslos. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung lebt am Rand oder unter der international gesetzten Armutsgrenze von durchschnittlich US$ 2 pro Tag.

Bücher & Filme

Kein Telefon zum Himmel

Michelle Cliff erzählt in den als Collage montierten Rückblenden von der Rebellion einer jungen Jamaikanerin, die im Ausland aufgewachsen ist und mit einer bewaffneten Gruppierung in die Berge zieht, um das Land zu verändern

Der schöne Mann, Im Todestrakt, Kampfhähne u. a.

Der im Januar 2011 auf Jamaika verstorbene deutsche Schriftsteller Peter-Paul Zahl hat eine Reihe von Jamaikakrimis publiziert, die ein sozialkritisches Schlaglicht auf Politik und Gesellschaft werfen, aber auch ein sich auf Mythen des Landes beziehendes Kinderbuch geschrieben: Ananzi ist schuld

Herr der Fliegen

Die Gemeinschaft der nach einem Flugzeugabsturz auf einer kleinen Insel gestrandeten Kindergruppe verwandelt sich bald in ein Terrorregime. Die Außeneinstellungen für die Verfilmung (Regie: Harry Hook) des gleichnamigen Buchs von William Golding wurden auf Jamaika, rund um Port Antonio und an der Frenchman’s Cove, gedreht

Das lange Lied eines Lebens

Andrea Levy lässt „Miss July“, eine ehemalige Sklavin, ihrem Sohn die Geschichte ihres Lebens, ihren Weg in die Freiheit und dessen Preis erzählen

Almost Heaven

Das Roadmovie aus dem Jahr 2005 (Regie: Ed Herzog) mit Heike Makatsch in der Hauptrolle erzählt die Geschichte einer krebskranken jungen Frau, die sich ihren Lebenstraum als Sängerin erfüllen will, nach Jamaika kommt und zusammen mit einer einheimischen Sängerin das Land erkundet

Gold – Pirate Latitudes

Der posthum veröffentlichte Historienroman von Michael Crichton spielt im Jamaika unter britischer Kolonialherrschaft. Der Freibeuter Charles Hunter plant den verlegensten Raubzug in der Karibik

Fakten

Einwohner
2.890.299
Fläche
10.991 km²
Sprache
Englisch
Strom
110 V, 50 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Monarchie im Commonwealth
Hauptstadt
Kingston
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
04:29 Uhr
Zeitverschiebung
-7 h (zu MESZ)
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