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Reiseführer Neuengland

Was für eine Region!

Neuengland! Das klingt anders als das, was man sonst aus Amerika gewohnt ist. Unaufdringlich und leise stellt sich der äußerste Nordosten der USA mit hübschen alten Städtchen, Kunst und Kultur und fortschrittlich gesinnten Menschen vor. Etwa halb so groß wie Deutschland, fasziniert die Region auch durch ihre menschenleere Wildnis in den endlosen Wäldern von Maine oder den rauen White Mountains. Und vor den herrlichen Küsten kreuzen Windjammer und stoßen Wale Atemfontänen aus. Kultur und Natur - Neuengland bringt beides unter einen Hut. Gepflegt und ohne große Umstände. New Englandly eben.

Unter den vielen Gesichtern Amerikas befinden sich nur wenige, bei denen man europäische Kulturtradition spürt. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat sich vollständig von Europa abgenabelt.

Das gilt vor allem für Neuengland, die Region im äußersten Nordosten der USA. Doch gerade dort, wo sich die heutige Supermacht einst zuerst von Europa lossagte, ist das Flair der Gründerzeit nie ganz verschwunden, ist Amerika der Alten Welt am nächsten. Massachusetts, Rhode Island, Connecticut, Vermont, New Hampshire, Maine: Zwischen den Dünenlandschaften von Cape Cod und den Klippen von Maine, den bewaldeten Höhen von Vermont und dem Großstadttrubel von Boston lebt „Good Old England„ auf eine stoische Weise weiter.

Neuengland ist dabei mehr als nur ein fein herausgeputztes Freilichtmuseum. Die Region war der Motor jener 13 Kolonien, die sich 1776 von der britischen Krone lossagten und in einem langen, zähen Krieg Unabhängigkeit und Demokratie erstritten. Und der Geburtshelfer einer Nation, die später zur Supermacht wurde.

Ohne Neuenglands Bildungsindustrie, eine der besten der Welt, und ohne die in Neuengland angestoßene Industrialisierung Amerikas wäre dieser sagenhafte Aufstieg nie möglichgewesen. Es waren Connecticut und Massachusetts, wo Postkutschen und Revolver gebaut wurden, mit denen der Wilde Westen erschlossen wurde. Es war in Hartford und nicht in Detroit, wo die ersten Autos entstanden, die Amerika mobil machen sollten. Es waren Textilfabriken in New Hampshire und Rhode Island, die das Garn spannen, mit dem die Nation eingekleidet wurde. Und es waren Atom-U-Boote aus Connecticut, die im Kalten Krieg das militärische Gleichgewicht mit den Sowjets hielten.

Zwar brummt der Motor Amerikas heute im Sonnengürtel des Landes, doch das Energiezentrum von einst steht mit Erfindungen wie dem Internet und Venture Capital bereits mitten im dritten Jahrtausend. Dabei sieht es auf den ersten Blick so aus, als sei in den putzsauberen Städten und Dörfern die Uhr stehen geblieben. Der Eindruck täuscht. Der Geist der wertkonservativen, strebsamen und sparsamen Puritaner hat das amerikanische Wertesystem grundlegend geprägt. Die von ihnen schon früh mit Colleges und Universitäten gepflegte Kultur des kritischen Denkens mündete später in eine glückliche Ehe von Traditionsbewusstsein und progressiver Umwelt- und Sozialpolitik.

Neuengland ist eine Region mit ausgeprägtem „Wir„-Gefühl. Noch immer bauen die Neuengländer Holzhäuser, und zwar am liebsten im Stil der vergangenen Jahrhunderte. Dabei konservieren sie lieber anstatt abzureißen und kümmern sich um den Erhalt und Ausbau von Museen, Konzerthäusern und Theatern. Als traditionelle Erholungslandschaft reicher Städter aus Boston oder New York (das nicht zu Neuengland gehört) hat diese Region nie ihren ursprünglichen Charakter eingebüßt. Shoppingmeilen und Motelalleen bestätigen eher die Ausnahme von der Regel.

Die Küstenstädte besitzen eine reiche Vergangenheit. Überseehandel, vor allem mit China, und Walfang produzierten hier die ersten Millionäre der USA. Heute pflegt man mit viel Geschmack die alten Piers, Lagerhäuser und Straßenzüge. Das Bild allerdings, das sich spontan bei Neuengland aufdrängt, besteht aus den Dörfern im Landesinneren - mit weißen Holzkirchen, stattlichen Wohnhäusern, dem General Store für die Dinge des täglichen Bedarfs, dem Town Hall genannten Rathaus und dem zentralen Green, einem Rasen mit Schatten spendenden Bäumen in der Mitte. Der Charme dieser Ortschaften wird noch gesteigert, wenn Ahorn, Birken, Eichen und Hickory den sogenannten Indian Summer beginnen. Die Siedler nannten so die kurze Wärmeperiode nach dem ersten Frost, in der sie noch einmal mit Indianerüberfällen rechnen mussten. Heute allerdings steht der Indian Summer nur für einen prachtvollen Farbenrausch: Nirgendwo sonst auf der Welt produziert der Rückgang des Chlorophylls in den Blättern und die Ausbreitung der übrigen Farbpigmente eine solche Farbenpracht wie in Neuengland. Touristisch ist dies die fünfte Jahreszeit: Die Hotels sind trotz verdoppelter Zimmerpreise voll.

Erst vor 10000 Jahren gab die letzte Eiszeit dem Gebiet den letzten Schliff. Die Höhenzüge der White und Green Mountains und der Taconic Range überragen eine Region, die vom 600 km langen Connecticut River von Nord nach Süd halbiert und an der zerlappten Küste von tiefen Buchten und Abertausenden Inseln und Schären zerschnitten wird.

Dort, wo 1614 mit der Namensgebung durch einen britischen Kapitän und 1620 mit der Landung der Mayflower mit ihren Pilgervätern die Neue Welt begann, leben heute mehr als 14 Mio. Menschen. Zu ihnen gehören jene, die sich als die einzig wahren, angestammten Yankees betrachten. Yankees halten die traditionellen Werte Neuenglands hoch: Fleiß, praktische Veranlagung, Bescheidenheit und die Begabung, aus allem das Beste zu machen. Längst verstehen sich auch die Nachkommen katholischer Einwanderer aus Irland, Italien und dem französischsprachigen Teil Kanadas sowie Skandinavier und Juden aus Osteuropa auf diesen Yankeestolz, der in den einzelnen Neuenglandstaaten in unterschiedlichen Nuancen existiert. Zum Beispiel bei den Connecticut Yankees, die sich einst als Handelskaufleute einen Namen machten und heute noch landesweit die meisten Patente pro Kopf der Bevölkerung besitzen. Oder bei den Maine Yankees, denen man nachsagt, dass sie kein Wort zu viel in den Mund nehmen. Oder bei den Massachusetts Yankees, bei denen die Abstammung von der „richtigen„ Familie angeblich noch immer die Türen öffnet.

Wer nach Neuengland fährt, mag sich für all das nicht gleich interessieren, besonders nicht, wenn er Einsamkeit, raues Klima, leere Strände, frischen Hummer und das Farbenfurioso des Indian Summer sucht. Aber jeder spürt, dass ohne die Menschen, die hier leben, ohne den guten alten Neuenglandgeist, ohne dieses Bewusstsein, dass Holz schöner ist als Plastik, Zurückhaltung wohltuender als Marktschreierei und langfristige Investitionen besser sind als schnelle Profite, die bloße Natur nichts anderes wäre als ein nördliches Disneyland. Nichts läge Neuengland, dem Landstrich, der von seinen Fans gern das bessere Amerika genannt wird, ferner. Ein Besuch Neuenglands ist eine Reise in eine andere Zeit, die - vielleicht - den USA den Weg in eine bessere Zukunft weist.

Quick Facts

SprachführerEnglisch, Spanisch
Geeignet fürKultur, Shopping, Outdoor, Meer, See, Wintersport

Szene

Vivien Fischer

ist Reiseredakteurin - ihr Spezialgebiet die USA. Ganz klar, dass sie mehrmals im Jahr dort unterwegs ist, um die neuesten Trends aufzuspüren. Ein Stopp in Neuengland ist dabei Pflicht. Ihr Lieblingsort? Boston - wegen der immer neuen Restaurants, hippen Boutiquen und lebendigen Musikszene. Was unseren Szene-Scout an Neuengland so fasziniert? Der interessante Mix aus Tradition und Moderne.

Hybridkonzepte

Die Region setzt auf multifunktionale Shopkonzepte wie das Achilles Project. Tagsüber eine Designer-Boutique, wird es abends zum Restaurant. Die Wände zieren Kunstwerke von lokalen Talenten (283 Summer St. | Boston, MA | www.achilles-project.com). Von außen sieht Aladdins Auto Service aus wie eine normale Werkstatt, innen gibt's neben Hebebühne und Motorenöl auch Metallskulpturen zu bewundern (162 Alewife Pkwy. | Cambridge, MA | www.mrkart.com). In der Galerie-Boutique Magpie shoppt man Wohndeko, Schmuck oder Vogelhäuser. Auf dem Programm stehen auch Kunstevents mit lokalen Künstlern und Kurse in Quiltmaking & Co. (416 Highland Ave. | Somerville, MA | www.magpie-store.com).

Urban Bike Polo

Die urbane Variante des Elitesports Polo erobert die Städte. Statt auf Pferden wird Urban Bike Polo auf dem Fahrrad gespielt. Der Vorteil: Man braucht keine teure Ausrüstung. Neben Helm und Bike sind nur ein Ball und ein Schläger nötig. Gespielt wird fünf gegen fünf auf Basketball- oder Streethockeyfeldern wie dem Porrazzo Rink (165 Coleridge St., Boston, MA) oder auf Parkplätzen (Orange St., New Haven, CT, www.myspace.com/newhavenbikepolo). Infos über Bike Polo und Termine in Boston unter www.bostonbikepolo.bostonbiker.org.

Pommes im Gourmettempel

Viele Restaurants Neuenglands besinnen sich auf typisch amerikanisches Fastfood wie Pommes frites und peppen es mit Gourmet-Zutaten auf wie ausgefallene Frittieröle, Gewürze und Toppings. Chefkoch Jaron Rockwell vom Rockwell Restaurant frittiert seine dünnen, langen Pommes auf die altmodische Art in Schweineschmalz, bevor er sie in Trüffelöl schwenkt. Serviert werden sie mit Knoblauch-Crème-fraîche oder Zitronen-Aioli (353 Main St. | New London, NH | www.newlondoninn.us). Die Pommes im L'Andana werden mit Trüffel und Parmesan verfeinert (86 Cambridge St. | Burlington, MA | www.landanagrill.com). Polenta Fries mit Chili, Parmesan und Salbei sind der Hit im Garden at the Cellar (991 Massachusetts Ave. | Cambridge, MA | www.gardenatthecellar.com).

Grüne Flotte

Dank der Initiative Boston CleanAir Cabs wird die komplette Taxiflotte der Stadt Boston bis 2015 auf Hybrid umgestellt. Die ersten Taxen sind bereits unterwegs und an den grünen Streifen erkennbar. Umweltfreundlich zum Flughafen oder Geschäftstermin geht's mit dem Limoservice Planettran in Boston (www.planettran.com). Stilecht unterwegs ist man in New Jersey mit der komplett grünen Flotte des Greenfleet Car Service, darunter Hybrid-SUVs und Limousinen (www.greenfleetcarservice.com). Auch bei Metro Taxi in West Haven, CT, (www.metrotaxict.com) und bei Schooner Bay Taxi in Rockland, ME, (www.schoonerbaytaxi.com) wurden erste Hybridtaxen eingeführt.

Neuenglands Design

Mit individuellen Ideen schwimmen Neuenglands Designer gegen den Strom. Der Shootingstar ist Sam Mendoza mit seinem Label JeTom Couture. Seine Kleider aus Vintage-Materialien sind feminin und topaktuell (www.getjetom.com). Modefans finden seine Designs in der hippen Boutique Stil, in der Mendoza auch arbeitet (170 Newbury St. | Boston, MA | www.stilinc.com). Designerin Meichi Peng steht für Luxushandtaschen aus Leder mit handgestickten Nähten, die sie in ihrem Studio anfertigt und verkauft (450 Harrison Ave. | Studio 305 | Boston, MA | www.meichipeng.com).

Neue Hotels

Die neue Generation von Budgethotels punktet mit Loft-Feeling, Nachhaltigkeit, Lounge-Areas und modernen Möbeln. So ist das Zentrum des Aloft die Lobby, die als offene Lounge mit bequemen Möbeln und Billardtisch gestaltet ist (727 Marrett Rd.-A | Lexington, MA | www.alofthotels.com). Umweltfreundliches Design in hellen Farben und klaren Linien dominieren im Element Lexington (727 Marret Rd. | Lexington, MA | www.starwoodhotels.com/element). Loft-Ambiente herrscht dank Backsteinwänden auch im NYLO (400 Knight St. | Warwick, RI | www.nylohotels.com/Warwick).

Hippes Makeover

Nach 25 Jahren ist der Big Dig endlich abgeschlossen. Nachdem die sechsspurige Autobahn, die quer durch die Stadt führte, in den Untergrund verlegt wurde, ist jetzt viel Platz: Nicht nur Parks wie der Rose Kennedy Greenway entstehen (www.rosekennedygreenway.org), auch Museen sind im Bau, und die angrenzenden Gegenden werden zum Anziehungspunkt für die Szene. Kein Wunder, schließlich eröffnen immer mehr stylishe Hotels, Restaurants, Galerien und Shops. Das Resultat? Das puritanische Boston wird hip. Zu den Hotspots zählen die schicke Brasserie Sel de la Terre direkt am Park (255 State St., www.seldelaterre.com) und das Liberty Hotel in einem ehemaligen Gefängnis (215 Charles St., www.libertyhotel.com).

Rock is back

Nach dem Elektro-Hype feiert die Rockmusik ein Revival. Mit ihrer erfrischenden Mischung aus Rock, Blues und Country begeistert die Band Drug Rug aus Cambridge ihre Fans (www.myspace.com/drugrugdude). Heiter wird's bei den Folk-Rock-Sounds von Mean Creek (www.myspace.com/meancreek) aus Boston. Die beste Adresse, um Talente kurz vor dem Durchbruch live auf der Bühne zu sehen, ist das Great Scott (1222 Commonwealth Ave. | Allston, MA | www.greatscottboston.com). Auch T. T. The Bear's Place ist ein heißer Tipp für Live-Gigs (10 Brookline St. | Cambridge, MA | www.ttthebears.com).

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Neuengland - die besten Locations und Angebote

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Aktivitäten & Touren

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Gastronomie

Spezialitäten

Baked Stuffed Maine Lobster

mit Seafood und Fisch gefüllter Hummer, der mit Käse überbacken wird

Bay Scallops

die Kammmuscheln aus der Cape Cod Bay sind eine Delikatesse

Boston Baked Beans

das Rezept für die braunen, langsam in Melasse oder in Ahornsirup und Speck ziehenden Bohnen stammt von den Ureinwohnern

Clam Chowder

dicke, weißliche Suppe aus Zwiebeln, Knoblauch, Mehl, Milch, Kartoffeln, Muscheln oder Fisch

Clams

Venusmuscheln, in Knoblauchsaft zubereitet und mit Weißwein und Pommes frites serviert, sind in der jugendlichen Bistroszene beliebt

Indian Pudding

warmer Nachtisch aus Maismehl, Melasse und Zimt

Lobster Roll

Hummerfleisch mit Butter und Mayonnaise auf frischem Brötchen

Maine Boiled Lobster

das klassische Hummergericht der Küste, erhältlich in allen Hummerimbissen (Lobster Shacks oder Lobster Pounds) an der Straße. Der gepanzerte Rambo kocht in einem Sud aus Wasser, Zitronensaft, Petersilie und Thymian. Serviert mit Butter und Weißwein

New England Boiled Dinner

Schmortopfgericht aus Rindfleisch, Gewürzen und Gemüsen aus Siedlertagen, das traditionell am Montag zubereitet wurde

Pies

gedeckter Mürbteigkuchen, wahlweise mit Zimt und Apfelmus (apple pie), Kirschen (cherry pie), Blaubeeren (blueberry pie) usw. Die berühmte, mit Schokoladenstreusel verzierte Boston Cream Pie ist eine Sünde aus Eiercreme und Vanillesoße

Swordfish, Tuna, Bass, Halibut

die beliebtesten Speisefische aus dem Atlantik kommen fangfrisch auf den Tisch. Gebraten oder gebacken, werden sie höchstens mit etwas Zitrone angemacht

Essen und Trinken

Neuengland ist seiner 400-jährigen Geschichte verpflichtet - auch in der Küche. Angefangen beim Hummer, der bis heute als lobster die Speisekarten entlang der Küste dominiert, bis hin zu den in ungezählten Variationen servierten, gedeckten Kuchen namens pie.

Allerdings - Gourmets seien vorgewarnt - schimmert auch in der neuenglischen Küche das puritanisch-englische Erbe durch. Kein Wunder: Essen war für die kulinarisch anspruchslosen Puritaner mehr Funktion als Genuss, und auch in der Präsentation waren sie nicht zimperlich. Dafür sind noch heute die Mengen ordentlich, und der Geschmack ist deftig - ganz wie es das harte Siedlerdasein vor 300 Jahren erforderte.

Inzwischen hat die gute alte New England Cuisine allerdings vielerorts dem Zeitgeist Tribut gezollt: Was zur Kolonialzeit auf den Tisch kam, gibt es heute nur noch im privaten Kreis und in spezialisierten Restaurants. Vor allem der Hummer hat eine erstaunliche Metamorphose hinter sich. Um 1900 galt er noch als Arme-Leute-Essen und wurde von den Bauern als Dünger verwendet. Heute ist er eine Delikatesse. Für Kreationen wie den Lobster Cocktail oder Baked Stuffed Maine Lobster muss man tief in die Tasche greifen.

Parallel zur New England Cuisine ist auch die sogenannte All American Cuisine weit verbreitet. Für Kalorienbewusste ist sie nichts, doch der Preis stimmt, und Salate, Müsli- und Pastagerichte sind jederzeit bestellbare Alternativen. Zum Frühstück gibt es Eier, und zwar scrambled (Rührei), sunny side up (Spiegelei), over-easy (überbackenes Spiegelei) oder poached (gekochtes Ei). Immer mit dabei: der unvermeidliche Toast, kleine, mit Ahornsirup (maple sirup) gesüßte Pfannkuchen (pancakes), Schinken (ham), Speck (bacon) und Bratkartoffeln (home fries). Der Kaffee wird endlos nachgeschenkt (refill). Zum Lunch gibt es oft nur einen schnellen Imbiss, meist ein Sandwich mit Thunfisch, Hühnchen, Schinken und/oder Käse. Dafür wird zum Dinner umso mehr vertilgt. Stammplätze auf jeder Speisekarte haben Steaks, Burger, Hühnchen, Schweinekoteletts und Würste. Die Beilagen bestehen meist aus Kartoffeln, entweder als Brei (mashed potatoes), Pommes frites (fries) oder gebacken (baked potatoes) serviert, und Gemüse (Karotten, Bohnen, Gurken, Tomaten). Die Bedienung zeichnet sich durch Servicedenken aus. Wie wünscht man seinen Toast, white oder brown? Welches Dressing zum Salat darf es sein? Italian, French oder Blue Cheese (mit Schimmelkäse)? Will man das Steak gut durch (well done), halb durch (medium rare) oder blutig (rare)? Den Nachtisch beherrschen Eisbecher, Kuchen und Puddings.

Die All American Cuisine dominiert vor allem das preiswerte Segment der Fastfoodimbisse, Pubs, Diner und Family Restaurants. Als Alternative bieten sich die oft hervorragenden ethnischen Spezialitätenrestaurants an. Die bis heute anhaltende Gesundheits- und Fitnesswelle und die Entdeckung organisch angebauter Produkte aus der eigenen Region taten ein Übriges, um die anspruchslose Esskultur der Amerikaner auf ein höheres Niveau zu bringen. So wurden während der letzten 20 Jahre vor allem in Boston, Newport, Providence, den White Mountains und in den Berkshire Hills Restaurants eröffnet, die sich der Fusion verschiedenster Küchentraditionen verschrieben haben.

Die immer häufiger regional cuisine genannte neue Küche kennt nur zwei Gesetze: Was auf den Teller kommt, muss appetitanregend aussehen und gut schmecken. Dabei kombinieren ideenreiche Küchenchefs asiatische Gewürze mit der kalifornischen Vorliebe für Zitrusfrüchte und Anleihen aus der französischen Nouvelle cuisine. Und verfeinern damit Wildbret, Fisch, Hummer, Obst und Gemüse aus der Region. Das New England Culinary Institute bei Burlington (Vermont) unterstützt mit der Ausbildung der besten amerikanischen Nachwuchsköche diese Entwicklung. Auch beim Alkohol hat sich viel getan. Die Dünnbierzeiten sind vorbei. Viele Kleinbrauereien (micro breweries) haben den Megabrauereien Marktanteile abgejagt. Fragen Sie im Restaurant nach dem local brew. Das legale drinking age beginnt mit 21 Jahren. Es wird kontrolliert! Manche Restaurants sind Byobs (Bring your own bottle) - Wein muss der Gast selbst mitbringen. Please wait to be seated heißt das Zauberwort beim Eintreten in ein Restaurant. Anstatt gleich auf einen Tisch loszustürmen, lässt man sich von der hostess führen.

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Wetter & Klima

Aktuelles Wetter

kachelmannwetter.com
Sonntag / 21.10.2018
Vormittags
-- °C
Nachmittags
-- °C
Abends
-- °C
Montag / 22.10.2018
Vormittags
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Nachmittags
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Abends
-- °C
Mittwoch / 24.10.2018
Vormittags
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Nachmittags
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Abends
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Mehr Wetterinfos
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Anreise

Lufthansa fliegt täglich von Frankfurt, Düsseldorf und München nonstop nach New York und von Frankfurt nach Boston. Dazu kommt ein großes Angebot anderer internationaler Fluggesellschaften. Die Flugzeit beträgt 8 bis 10 Stunden.

Die meisten Auslandsflüge landen auf dem John-F.-Kennedy-Flughafen in Queens, etliche auch auf dem Flughafen von Newark/New Jersey. Der kürzeste Weg nach Neuengland führt über die Autobahn I-95. Wer in Boston landet und dort ein paar Tage bleiben möchte, sollte seinen Mietwagen erst bei Fahrtbeginn buchen: Parkplätze sind hier knapp und teuer.

Anreisezeit

8h 20min
Frankfurt am Main
Neuengland
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio
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Feste und Events

Offizielle Feiertage
1. Januar

New Years Day (Neujahr)

15. Januar

Martin Luther King Jr's Birthday

Dritter Montag im Februar

President's Day

März/April

Easter Monday (Ostermontag)

Letzter Montag im Mai

Memorial Day (Heldengedenktag, Beginn der Sommersaison)

4. Juli

Independence Day (Unabhängigkeitstag)

Erster Montag im September

Labor Day (Tag der Arbeit, Ende der Sommersaison)

Zweiter Montag im Oktober

Columbus Day (Entdeckung Amerikas)

11. November

Veterans' Day (Tag der Kriegsveteranen)

Vierter Donnerstag im November

Thanksgiving (Erntedankfest)

25. Dezember

Christmas Day (Weihnachten)

12. Februar

Abraham Lincoln's Birthday (Vermont, Maine)

Erster Dienstag im März

Town Meeting Day (Vermont)

Letzter Montag im April

Fast Day (Katholischer Fastentag in New Hampshire, Maine)

Am Montag, der dem 19. April am nächsten liegt

Patriot's Day (Massachusetts, Maine)

20. Mai

Lafayette Day (Gedenktag zu Ehren des französischen Generals, Massachusetts)

Zweiter Montag im August

Victory Day (Rhode Island)

16. August

Bennington Battle Day (Vermont)

Feste und Veranstaltungen
Januar/Februar

Winterkarneval in Jackson (New Hampshire, www.jacksonnh.com) und Stowe (Vermont, www.stowecarnival.com) mit Eisskulptur- und Skiwettbewerben

April

Am dritten Montag des Monats treffen sich in Boston Hunderttausende aus aller Welt zum berühmten Boston Marathon (www.bostonmarathon.org).

Mai/Juni

Bis Mitte Juni zieht es in Maine die Elche aus den Wäldern auf die Straßen. Greenville feiert Moose Mania mit Elchbeobachtungstouren und Spaßwettbewerben auf dem Lake Moosehead.

Juni

Ende Juni in Boothbay Harbor (Maine): Windjammer Days mit einer Parade herrlicher alter Segelschiffe

Bis Ende August: Berkshire Theatre Festival in Stockbridge (Massachusetts)

Juli

Hummer, Livemusik und die schönsten historischen Segelschiffe der Ostküste: Am zweiten Wochenende feiert Rockland (Maine) die Schooner Days.

Ende Juli bis Anfang August: Die Bostoner Sinfoniker spielen in Lenox (Massachusetts) beim Tanglewood Music Festival, einem der berühmtesten Musikevents der USA (www.tanglewood.org).

August

Das Maine Lobster Festival zieht am ersten Wochenende Zehntausende hungriger Besucher nach Rockland (Maine). In Haddam feiern die Ureinwohner Connecticuts während der dritten Woche mit dem Native American Festival ihr Kulturerbe.

September

An das Vermont aus Omas Zeiten erinnert am zweiten Wochenende nach dem Labor Day mit Schafscherwettbewerben und manueller Käseherstellung die Tunbridge World Fair in Tunbridge.

Oktober

Halloween verhext ganz Salem (Massachusetts). Bei den Haunted Happenings werden Ende des Monats u.a. Führungen durch Spukhäuser angeboten.

© Michael Rosebrock, shutterstock

Gut zu wissen

Discover New England

Die deutsche Repräsentanz der Interessenvertretung der sechs Neuenglandstaaten hilft mit Broschüren, Landkarten und Hotelverzeichnissen bei der Reiseplanung. c/o Buss Consulting, Postfach 1213, 82302 Starnberg | Tel. 08151/739774 | Fax 739785 | www.discovernewengland.org.

Auskunft vor Ort
Discover New England

1250 Waterbury Rd., Stowe, VT 05672 | Tel. 802/253-2500 | Fax 2539064 | www.discovernewengland.org

Connecticut Commission on Culture & Tourism

One Financial Plaza, 755 Main St., Hartford | CT 06103 | Tel. 1/860-256-2800 | www.ctvisit.com

Maine Office of Tourism

State House Station 59, Augusta, ME 04333-0059 | Tel. 207/287-5711 | www.visitmaine.com

Massachusetts Office of Travel and Tourism

10 Park Plaza, Suite 4510, Boston, MA 02116 | Tel. 617/973-8500 | Fax 973/8525 | www.usamass.com

NH Department of Resources and Economic Development

172 Pembroke Rd., Concord, NH 03302-1856 | Tel. 603/271-2666 | Fax 271/6870 | www.visitnh.gov

Rhode Island Tourism Division

315 Iron Horse Way, Suite 101, Providence, RI 02908 | Tel. 1/800-250-7384 | Fax 401/273-8270 | www.visitrhodeisland.com

Vermont Department of Tourism & Marketing

National Life Bldg., 6th Floor, Montpelier, VT 05620-0501 | Tel. 802/828-3237 | www.travel-vermont.com

Auto

Amerikas Straßen sind klassifiziert (County Routes, State Highways, US Highways, Interstates). Die Höchstgeschwindigkeit in New Hampshire, Maine und Vermont beträgt 65 Meilen/h (104 km/h) auf Interstates, 50 Meilen/h (80 km/h) auf Highways; in Connecticut, Massachusetts, Rhode Island und New York (Long Island) auf den meisten Straßen 55 Meilen/h (88 km/h). Der 3-way- oder 4-way-stop, eine Kreuzung mit Stoppzeichen aus allen Richtungen, regelt die Vorfahrt nach dem Prinzip: Wer zuerst kommt, fährt zuerst.

Banken, Geld & Kreditkarten

US-Banken (meist Mo-Do 10-15, Fr 10-17) arbeiten nicht als Wechselstuben. Sie lösen Reiseschecks ein und zahlen Bargeld an Kreditkarteninhaber aus. Populärstes Zahlungsmittel sind Kreditkarten. Travellerschecks werden akzeptiert. An den meisten Geldautomaten können Sie mit ec-Karte abheben, was viel billiger ist als mit Kreditkarte.

Diplomatische Vertretungen
Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

3 Copley Place, Suite 500, Boston | Tel. 617/369-4934

Konsulat der Republik Österreich

15 School St., 3rd Floor, Boston | Tel. 617/227-3131

Schweizer Generalkonsulat

633 Third Ave., 30th Floor, New York | Tel. 212/599-5700

Einreise

Die visumfreie Einreise (Visa Waiver Program) ist nur bei Aufenthalten bis zu 90 Tagen möglich. Folgende Bedingungen müssen zudem erfüllt werden: Der Reisepass muss bei der Einreise noch mindestens für die Dauer des geplanten Aufenthaltes gültig sein. Der Reisepass muss außerdem maschinenlesbar sein. Jedes Familienmitglied, auch Kleinkinder und Babys, benötigen einen eigenen Reisepass. Seit 2005 müssen die Pässe mit digitalen Fotos versehen sein (biometrische Pässe). Davor ausgestellte Pässe werden akzeptiert, solange sie maschinenlesbar sind. Seit Januar 2009 ist darüber hinaus für alle USA-Reisenden die Online-Registrierung ESTA zwingend erforderlich. Sie muss bis spätestens 72 Stunden vor Reiseantritt online beantragt werden. Eine deutsche Version des ESTA-Genehmigungsverfahrens finden Sie unter http://esta.usa.de. Weitere Informationen gibt es unter http://german.germany.usembassy.gov/germany-ger/visa/esta-faqs.html. Viele Besucher müssen sich zudem per Fingerabdruck und Digitalfoto am Einreiseflughafen in das US-VISIT-System eintragen. Diese Prozedur dauert nur 15 Sekunden und wird während der Sichtung der Reisedokumente vorgenommen. Aktuelle Infos auch unter www.us-botschaft.de.

FKK

Amerika ist prüde, öffentliches Nacktbaden verboten. Es gibt FKK-Strände - abgeteilt und im Besitz privater Vereinigungen.

Internet

www.yankeemagazine.com Reportagen, Berichte und Hotel- und Restaurantgeschichten aus Neuengland

www.thephoenix.com Online-Präsenz der Bostoner Stadtzeitung „The Boston Phoenix„ mit aktuellen Informationen aus allen öffentlichen Bereichen - weit über Boston hinaus

www.outdoors.com Website des Appalachian Mountain Club - neben praktischen Hiking-Infos jede Menge Updates und Links zu den Umweltschutzaktivitäten des Klubs

www.gorp.com Detaillierte Informationen zu Outdoor-Aktivitäten in Neuengland

Internetcafés & Wlan

Hotels, Cafés, Bahnhöfe, Flughäfen und Shopping Malls bieten häufig einen kostenlosen oder preiswerten Wireless Service an. In der Regel macht ein kleines Schild im Schaufenster oder in der Tür darauf aufmerksam. Internetcafés für low tech-Touristen halten sich jedoch erstaunlich wacker. Verschiedene Websites listen mit Onlineterminals ausgerüstete Cafés und Hotels in den sechs Neuenglandstaaten auf, wie z.B. www.cybercafés.com und www.travelpost.com. Onlinezugänge bieten auch die öffentlichen Büchereien (libraries) und Kopierläden. In dringenden Fällen gestatten Betreiber von Inns und B & Bs dem Gast die Nutzung ihres Internetanschlusses.

Klima

Ein alter Wahlspruch lautet: Wenn dir das Wetter in Neuengland nicht gefällt, warte fünf Minuten, es ändert sich bestimmt. Die Temperaturen reichen von Minusgraden im Januar und Februar bis zu über 30 Grad im Sommer. Der Winter ist schneereich, der Frühling beginnt eher spät. Die Sommer in den Küstenlandstrichen sind schwül, im höher liegenden Hinterland angenehm warm. Der Herbst bietet warme Tage (bis Oktober um die 20 Grad), aber kalte Nächte.

Maße und Gewichte

Längenmaße: 1 mile = 1,6 km, 1 yard = 0,9 m, 1 foot = 30 cm, 1 inch = 2,5 cm; Flüssigkeiten: 1 cup = 0,24 l, 1 pint = 0,47 l, 1 quart = 0,95 l, 1 gallon = 3,8 l; Gewichte: 1 ounce (oz) = 28,35 g, 1 pound (lb) = 0,453 kg

Die Temperatur wird in Fahrenheit angegeben. In Celsius wird nach folgender Formel umgerechnet: Fahrenheit minus 32 mal 5 geteilt durch 9. Also sind beispielsweise 68 Grad Fahrenheit 20 Grad Celsius.

Kleidergrößen: Bei Damen entspricht US-Größe 4 der deutschen 34, 6 = 36, 8 = 38, 10 = 40, 12 = 42, 14 = 44. Bei den Herren ist US-Größe 36 = 46, 38 = 48, 40 = 50, 42 = 52, 44 = 54 usw.

Mietwagen

Rental Cars sind am preisgünstigsten, wenn sie von Deutschland aus reserviert werden. Geben Sie den Wagen nicht am Ausgangspunkt ab, berechnen einige Firmen horrende Rückführungsgebühren. Gebührenfreie telefonische Reservierungen: Avis (Tel. 1/800-331-1212), Budget (Tel. 1/800-527-0700), Dollar (Tel. 1/800-421-6868), Hertz (Tel. 1/800-654-3131), National (Tel. 1/800-328-4567).

Die Mietwagengesellschaften haben zwar Schalter in den Ankunftshallen der Flughäfen in Boston und New York, die Abholstellen befinden sich jedoch außerhalb der Flughafengebäude und werden von dort aus von mit den Namen der Mietwagengesellschaften deutlich ausgezeichneten Shuttlebussen angefahren.

Notruf & Notarzt

Die Notrufnummer 911 (Polizei und Notarzt) kann von Münzfernsprechern kostenlos angewählt werden. Die Notaufnahmen der Krankenhäuser (emergency rooms) müssen Patienten behandeln, auch wenn sie nicht in den USA krankenversichert sind. Das Personal verlangt vor der Behandlung eine Kreditkarte. Am besten schließen Sie eine Reisekrankenversicherung ab.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Eisenbahngesellschaft Amtrak verbindet New York und Boston. Auskunft - auch über die Bahnpässe, mit denen man günstiger reisen kann - bei den Vertretungen von Amtrak: Jetair in Deutschland, Austria Reiseservice in Wien sowie Kuoni und SSR-Reisen in Zürich. Greyhound verbindet viele Städte mit Überlandbuslinien (Auskunft in Reisebüros).

Post

Postämter sind Mo-Fr 9-17, manche auch Sa 9-12 Uhr geöffnet. Briefmarken gibt es auch in Apotheken (pharmacy). Postkarten und Luftpostbriefe nach Europa kosten 80 Cent.

Preise und Währung

Der amerikanische Dollar hat 100 Cent. Scheine (bills) gibt es in den Stückelungen 1, 2, 5, 10, 20, 100 Dollar, Münzen (coins) in den Stückelungen 1, 5, 10, 25, 50 Cent.

Die Preisspannen in Restaurants und Hotels sind oft größer als in Europa. So können Veranstaltungen, Feiertage und Saisonwechsel die Übernachtungspreise verdoppeln. Auch innerhalb der Saison bieten Hotels oft Zimmer verschiedenster Preisklassen an. Fragen Sie also selbst im Fünf-Sterne-Hotel nach dem best price! Fürs Essen sollten Sie 30 bis 50 Dollar pro Tag (ohne Alkohol und Steuern) veranschlagen.

Strom

Netzspannung: 110 Volt/60 Hertz. Kleingeräte (Föhn, Rasierapparat) funktionieren auch mit dieser Spannung. Für diese Geräte brauchen Sie Adapter für US-Steckdosen (aus Deutschland mitbringen).

Telefon & Handy

Alle Telefonnummern in den USA sind 7-stellig. Bei Ortsgesprächen wählen Sie nur die Nummer. Davor kommen für Ferngespräche zunächst eine 1 und anschließend eine 3-stellige Vorwahl, der area code.

Ortsgespräche aus der Telefonzelle kosten 25-30 Cent, bei Ferngesprächen gibt nach dem Wählen eine Computerstimme die Gebühr an. Vorsicht: In Hotels horrende Aufschläge, auch für Faxe! Preiswerter telefonieren Sie mit einer Telefonkarte, die es für 5, 10, 20 $ usw. an Kiosken und in Gemischtwarenläden (z.B. in den delis) zu kaufen gibt.

Achtung: Nur Triband- bzw. Mehrbandhandys funktionieren in den USA. Fragen Sie Ihren Provider in Deutschland, ob Ihr Handy die in den USA verwendete 1900-MHz-Frequenz unterstützt - und falls ja, ob damit auch die gebührenfreien Nummern mit der Vorwahl 1-800 angewählt werden können. Telefonkarten fürs Handy (prepaid phone cards) - das in den USA cell phone oder mobile phone heißt - gibt es im Supermarkt zu kaufen. Vorwahl nach Deutschland: 011-49; nach Österreich: 011-43; in die Schweiz: 011-41; Vorwahl in die USA: 001.

Trinkgeld

Restaurantpreise sind ohne Bedienungsgeld. Daher 15 Prozent tip!

Zeit

Eastern Standard Time: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) - 6 h. Sommerzeit (+ 1 h): 1. Sonntag im April bis letzter Sonntag im Oktober.

Zoll

Pflanzen und frische Lebensmittel dürfen nicht eingeführt werden. Erlaubt sind pro Erwachsenen 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 2 kg Tabak sowie 1 l Spirituosen und Geschenke für 100 $. In EU-Länder zollfrei eingeführt werden dürfen: 1 l Alkohol über 22 Prozent, 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 50 g Parfüm oder 250 ml Eau de Toilette und andere Artikel (außer Gold) im Gesamtwert von 430 Euro. Weitere Infos: www.zoll.de

Stichworte

Architektur

Endlose Kiefernwälder haben Neuengland stets im Überfluss mit Holz als Baumaterial versorgt. Bis 1700 dominierten einfache Häuser mit steilen Dächern und kleinen Fenstern, die sogenannten saltboxes. Sie erinnern an die Form damaliger Salzbehälter. Mit zunehmendem Wohlstand wurden sie von größeren Residenzen mit Säulenvorbauten abgelöst, dem Georgian Style. Es folgte der Federal Style mit detailverliebter Formensprache und balustradengesäumten Flachdächern, bis um 1830 das antike Griechenland modern wurde: Strahlend weiße Häuser mit Säulenfronten lösten die vorherrschenden Rot- und Gelbtöne ab.

Danach kamen und gingen die Baustile von der französischen Gotik über den Queen Ann Style bis zum Second Empire, bis im 20. Jh. die Erfindung des Stahlgerüsts neue Horizonte eröffnete. In den 1920er-Jahren wurden in Boston die ersten Hochhäuser gebaut. In anderen Großstädten Neuenglands wie Hartford oder Providence zog man erst dann Bürotürme hoch, als die Postmoderne mit verspielten Formen und Zitaten klassischer Stilelemente aufkam. Ein Blick auf Boston zeigt die Architektur der Zukunft. Das neue Institute of Contemporary Art in Boston ist ein dekorloser, funktionaler Glaskasten im Stil des Neomodernismus.

Greens

Greens sind typisch für Neuengland. Viele Orte haben im Zentrum diesen meist rechteckigen, fein säuberlich begrünten Platz, der von Kirche, Meeting House und Häusern im Kolonialstil gesäumt wird. Oft ziert diese Grünfläche ein Denkmal oder ein Pavillon für Konzerte oder andere öffentliche Veranstaltungen. Allerdings war der Green nicht immer grün. Sein zweiter Name common weist deutlicher auf seinen Ursprung hin. Denn die frühen englischen Siedler bauten ihre Dörfer in der Neuen Welt nach ihrer Erinnerung an das alte England. Dort wurde der sandige Platz von der Allgemeinheit als Viehweide und Versammlungsort benutzt. In Neuengland kam ein weiterer Aspekt hinzu: Ein Dorf, das sich um einen Common gruppierte, war bei Indianerangriffen leichter zu verteidigen. Erst nach 1800 begannen die Stadtväter, den zertrampelten, oft schlammigen Platz zu verschönern und zu einem Markenzeichen Neuenglands zu machen.

Hummer und Heidelbeeren

Neuenglands Tier- und Pflanzenwelt ist Teil jener Vegetationszone, die sich als riesiger Waldgürtel ursprünglich quer über den gesamten nordamerikanischen Kontinent ausgebreitet hat. Darin leben Elche und Schwarzbären, Biber und Stinktiere, Weißwedelhirsche und Waschbären. Im kalten Wasser des Atlantiks findet man neben den begehrten Krustentieren wie Hummer vor allem Seehunde sowie verschiedene Delphin- und Walarten. Über Neuengland führt eine der amerikanischen Vogelfluglinien, weshalb im Frühling und Herbst mehr als 400 Arten, darunter die Kanadagänse, die Landschaft überfliegen. 2000 Blumen- und Farnarten sind in der Region heimisch. Wild blühen Rhododendron, Hartriegel und Kalmie. Heidelbeeren (in Maine) und Preiselbeeren (in Massachusetts) haben sich gar zu einem Wirtschaftsfaktor entwickelt.

Indianer

Die Ureinwohner Neuenglands gehörten überwiegend zur Algonquin-Sprachfamilie und siedelten als halbsesshafte Bauern vor allem im Süden der Region. Heutzutage sieht man so gut wie nichts mehr von den einstigen Herren des Landes. Hauptgrund: der Landhunger der weißen Siedler. Der Anfang vom Ende der Indianer Neuenglands war der Pequotkrieg (1634-37), der ein ganzes Volk eliminierte, während der von beiden Seiten grausam geführte King Philip's War (1675/76) weite Teile Neuenglands verwüstete und mit der kompletten Enteignung und Entrechtung der wenigen überlebenden Ureinwohner endete. Im 19. Jh. erklärte die US-Regierung alle Indianer der Region je nach ihrer Hauttönung für weiß oder schwarz und beendete damit offiziell auch die Existenz der neuenglischen Indianer.

Wie viele Indianer heute noch in Neuengland leben, ist eine Frage der Definition. Neben einigen Tausend offiziell anerkannten Indianern, die in Reservaten leben, gibt es mehrere Zehntausend Menschen, die um ihre staatliche Anerkennung kämpfen. Seit Mitte der 1980er-Jahre die Wampanoag als Stamm anerkannt wurden, Land erhielten und die Genehmigung, das Foxwoods Casino Resort darauf zu bauen, erleben die Indianer Neuenglands eine wunderbare Wiedergeburt. Bis dahin als ausgestorben geltende Stämme tauchen plötzlich wieder auf, Menschen, die eindeutig weiß, schwarz oder hispanisch aussehen, veranstalten Pow Wows und Regentänze. Das Gute: Die tragische Geschichte der Indianer Neuenglands, oft beschönigt und unter den Tisch gekehrt, wird derzeit völlig neu geschrieben.

Indian Summer

Neuengland ist für seine Laubbäume berühmt, deren Blätter sich im September und Oktober von Nord nach Süd verfärben - ein Farbspektakel aus Ahorn, Birke, Eiche, Buche und Hickory, durchmischt mit Kiefern und anderen Nadelhölzern. Inzwischen ist der Indian Summer zum Synonym für Neuengland geworden. Die Gegenden, in denen das Naturschauspiel am schönsten ausfällt, sind die Berkshires in Westmassachusetts und Nordwestconnecticut sowie die Berglandschaften von New Hampshire (White Mountains) und Vermont (Green Mountains). Über den Stand der Blätterfärbung und die besten Stellen können Sie sich ab dem Spätsommer informieren (z.B. beim www.yankeemagazine.com).

Ivy League

An den 250 Colleges und Universitäten Neuenglands sind etwa 800000 Hochschüler eingeschrieben. Nicht nur die Eliteunis der Ivy League (Efeuliga), darunter die traditionsreichen Colleges Harvard, Yale und Dartmouth, locken Lernwillige aus allen Teilen der USA an. Manche Kleinstadt lebt von den Bildungseinrichtungen, die meist privat sind und horrende Studiengebühren verlangen. Allein im Großraum Boston werden die Einnahmen in diesem Bereich auf etwa 2 Mrd. Dollar pro Jahr geschätzt.

Moxie

Was meint der Fernsehkommentator bloß, wenn er sagt, Venus Williams habe auf dem Tennisplatz moxie gezeigt? Neuengländer wissen es: Courage, Optimismus, kurz: Stehaufmännchenqualitäten. Amerikas erste landesweit verkaufte Limonade hieß nicht Coca-Cola, sondern Moxie. Erfunden wurde der braune Sprudel 1884 in Lowell (Massachusetts), zeitweilig ging er häufiger über den Ladentisch als Coca-Cola. Mit kreativen Werbekampagnen bereitete Moxie der modernen PR den Weg. Heute wird es nach langer Talfahrt wieder in den General Stores verkauft. Wer es trinkt, muss tatsächlich moxie haben: Das Zeug schmeckt wie Hustensaft mit Meerrettich.

Politik

In den Neuenglandstaaten wird traditionell demokratisch gewählt. Einige sind besonders liberal: Vermont betrieb als erster US-Bundesstaat eine grüne Umweltpolitik, Connecticut erlaubt die Abtreibung. 2004 durften in Massachusetts die ersten gleich geschlechtlichen Paare heiraten. Eine Spezialität Neuenglands sind die town meetings: Dort entscheiden die Bürger wie vor 200 Jahren selbst über kommunale Angelegenheiten.

Puritanismus

Da die Puritaner in England wegen ihrer Kritik an der Church of England unterdrückt wurden, zog die Aussicht auf unbesiedeltes Land viele von ihnen nach Amerika, wo sie ihre eigene dogmatische Wertewelt aus Gottesfurcht und bußfertiger Moral aufbauen konnten. Staat und Kirche bildeten eine Einheit, Bildungseifer und ein gottgefälliges Streben nach Reichtum gehörten zu den Grundprinzipien. So wichtig die eigene Glaubensfreiheit den Puritanern war, so radikal war ihre Intoleranz gegenüber Andersgläubigen: Quäkern, Katholiken oder Juden. Sie reichte bis zu Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung. Die Grundwerte puritanischer Lebensweise - der Glaube an die göttliche Vorsehung und Auserwähltheit sowie der Glaube, dass jeder seines Glückes Schmied sei - haben sich bis heute gehalten, besonders innerhalb der alten Oberschicht, der WASPs (White Anglo-Saxon Protestants). Die Einwanderung katholischer Immigranten seit den 1840er-Jahren beendete die politische und kulturelle Vorherrschaft der WASPs. Heute sind mehr als die Hälfte der Einwohner Neuenglands katholisch.

Wirtschaft

Der Tourismus blüht nicht nur im Indian Summer, im Sommer kommen Wasserfreunde, Wanderer, Radfahrer und Kanuten, selbst im Winter zieht Neuengland Gäste in die schneesicheren Skigebiete von Vermont und New Hampshire. Dagegen sind Landwirtschaft und Fischerei, Neuenglands traditionelle Erwerbszweige, rückläufig. Nur Vermont verfügt noch über eine leistungsfähige Milchindustrie, während Maine mit dem Hummerfang gute Umsätze macht. Die Industrie lebte viele Jahre von großen Rüstungsaufträgen - auch ein rückläufiger Posten. Zugleich hatten sich Großbanken und Versicherungsunternehmen im jahrelang boomenden Immobilienmarkt verspekuliert.

Bloß nicht

Sentimental werden

Lassen Sie sich bei Städtenamen wie Berlin (in Connecticut und New Hampshire) oder Dresden (Maine) nicht von allzu großer Neugier und Sentimentalität leiten. In amerikanischen Städten mit deutschen Namen ist nichts vom historischen Hintergrund zu spüren. Deutsche Einwanderer haben sich sogar stärker assimiliert als die meisten anderen Nationalitäten.

Sich wortlos zu Fremden setzen

Früher oder später werden Sie in Neuengland auch in einem typischen B & B absteigen. Am nächsten Morgen kommen Sie möglicherweise nicht umhin, sich einen Tisch mit anderen, Ihnen fremden Gästen zu teilen. In dieser Situation gehört es in den USA zum guten Ton, sich kurz mit Vornamen vorzustellen und zu sagen, woher man kommt. Sich wortlos dazu zu setzen, wird als rude, als unhöflich, wahrgenommen. Eine Unterhaltung kommt danach automatisch in Gang.

Schnelle Wetterwechsel unterschätzen

Die White Mountains, aber auch die Green Mountains sind berüchtigt für ihre schnellen Wetterumschwünge. Wer dort bereits müde und verschwitzt in ein Unwetter bei rasch sinkenden Temperaturen gerät, sollte auf den rapiden Verlust von Körperwärme bzw. Unterkühlung vorbereitet sein. Bei den ersten Anzeichen (Müdigkeit, verlangsamtes Denken) sollten Sie sofort etwas Warmes überziehen.

Leichtsinnig sein

In Neuenglands Großstädten wie Boston, Hartford, New Haven, Bridgeport oder Providence sollten Sie nachts nicht durch fremde Stadtteile fahren. Mag auch auf dem Land Neuenglands gepflegter Eindruck zu einer gewissen Sorglosigkeit verleiten - in den Metropolen ist die Kriminalitätsrate wie fast überall in den USA ziemlich hoch. Und Touristen sind nun einmal die bevorzugten Opfer von Überfällen.

Die Gefahren des Waldes unterschätzen

So sehr der Wald in Neuengland europäischen Forstpflanzungen ähnelt, so wenig ist er damit zu vergleichen. Zecken, die die heimtückische Lymekrankheit übertragen können (mögliche Folge: Hirnhautentzündung), gehören zu den auch in Deutschland bekannten Gefahren beim Spaziergang durch den Wald. Tollwütige Waschbären sowie giftiger Efeu (poison ivy) bilden da schon unbekanntere Herausforderungen. Eine ständige Plage sind bei warmem Wetter Stechmücken. Spezielle Cremes und Lotionen lindern zumindest deren Attacken. Gegen die anderen Unannehmlichkeiten können Sie sich - wenn überhaupt - vor allem mit einer Kopfbedeckung und fester Kleidung schützen.

Reiseadapter

In Neuengland sind unten abgebildete Steckertypen im Einsatz, für die gegebenenfalls enstprechende Reiseadapter für eigene Geräte benötigt werden.

Bei der Benutzung von mitgebrachten Geräten ist die vor Ort vorherrschende Spannung von 120 Volt und die Frequenz von 60 Hertz zu beachten.

Ältere Geräte haben oftmals noch keine Universalnetzteile mit Weitbereichseingang. In diesen Fällen sollte ein Reisestecker mit Transformator genutzt werden. Herkömmliche Adapter setzen nämlich keine Spannug um.

Mehr Infos zu Reisestecker & Netzspannung
Stecker-Typ A
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Stecker-Typ B
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© Elena_Suvorova , shutterstock

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