Marokko

Überblick

Willkommen in Marokko!

Wer mit dem Schiff von Spanien aus nach Marokko fährt, kann schon von Weitem die in der Sonne leuchtende Silhouette der Altstadt von Tanger sehen – ein Meer von weißen Häusern, malerisch dicht aneinander gebaut auf einem Felsenhügel, der schroff zum Meer abfällt.

„Wer die weiße Stadt einmal gesehen hat“, erzählen die Bewohner von Tanger gern, „wird um sie weinen, wenn er wieder in der Ferne ist.“ Was etwas pathetisch klingen mag, ist Teil des Mythos der Stadt Tanger, die vor der Unabhängigkeit Marokkos internationale Zone war: ein Treffpunkt der Schönen und Reichen, Schmuggler und Künstler, bekannt für kosmopolitischen Charme. Nur 14 km vom spanischen Festland entfernt, auf der anderen Seite der Meerenge von Gibraltar, ist es das „Tor zu Afrika“. Unvergesslich werden Ihnen aber nicht nur die Stadt Tanger, sondern Eindrücke und Erlebnisse aus ganz Marokko bleiben. Dies ist ein Land, das sich durch seine geografische, historische und kulturelle Vielfalt von vielen anderen Regionen der Welt unterscheidet.

Etwa 446 550 km2 umfasst das Staatsgebiet Marokkos. Zum Landschaftsbild gehören schneebedeckte Berge, einsame Wüstenlandschaften, weite, grüne Ebenen und kilometerlange Sandstrände. Im Winter kann man in Oukaimeden, einem idyllischen Wintersportort im Atlasgebirge, Ski fahren oder wandern. An den 1835 km langen Küsten laden menschenleere Strände zum Faulenzen in der Sonne ein. Wer mehr Aktivität möchte, kann südlich von Agadir kleine, verträumte Städte wie Sidi Ifni finden, wo man das ganze Jahr über surft. Erstklassige Golfplätze gibt es in fast allen größeren Städten, wobei die in Marrakech und in Rabat Dar Essalam zu den besten der Welt zählen. Besonders beeindruckend sind Expeditionen in die westliche Sahara, die rund ein Drittel der Gesamtfläche Marokkos ausmacht. Historisch Interessierte finden Spuren und Zeugnisse der frühen Eroberer Marokkos, der Phönizier und Römer. Der ehemalige römische Verwaltungssitz Volubilis bei Meknès ist eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten des Landess und zeugt von der einstigen Größe des römischen Imperiums.

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Wetter & Klima

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Anreise

3h 50min
Frankfurt am Main
Marokko
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Wo Okzident und Orient aufeinandertreffen

Dahinter verbirgt sich eine faszinierende Welt. Ein „Baum, dessen Wurzeln in Afrika liegen und der seine Zweige nach Europa rüberwachsen lässt“ – so hatte König Hassan II. Marokko einmal beschrieben. Genau so ist es. Denn wer hierher reist, findet beides: Afrika und Europa. Dazu kommt ein Hauch Orient – und schon hat man diesen einzigartigen exotischen Mix, der einen in seinen Bann zieht.

Bunte Vielfalt

Diese ganz besondere Mischung setzt sich in allen Bereichen durch: Hier treffen unterschiedlichste Völker aufeinander, und die Natur hat sich in ihrer ganzen Vielfalt ausgetobt: Da gibt es riesige Gebirge mit mehreren 4000ern, Wüstenlandschaften, malerische Oasen, weite, grüne Ebenen und kilometerlange Sandstrände. Dazu kommen aufregende, bunte Städte, pittoreske kleine Dörfer und großartige Berberbauten aus Lehm.

Paradies für Aktivurlauber

Auch Outdoorfans kommen nicht zu kurz: Im Winter kannst du in Oukaimeden, einem angenehmen Wintersportort im Atlasgebirge, Ski fahren und das restliche Jahr über wandern. An den Küsten laden menschenleere Strände zum Faulenzen in der Sonne ein. Rund um Agadir findest du kleine verträumte Strände, und vor allem in Taghazoute und Essaouira warten die Surf-Hotspots auf dich. Wer das Abtenteuer sucht, macht sich auf zu Expeditionen in die Wüste.

Zeugnisse der Vergangenheit

Und wer der Geschichte auf die Spur kommen möchte, findet Zeugnisse der frühen Eroberer Marokkos. Der ehemalige römische Verwaltungssitz Volubilis bei Meknès ist eine der wichtigsten Ausgrabungsstätten des Landes und Beweis für die einstige Größe des römischen Imperiums. Überhaupt ist die frühe Geschichte der Küstenregionen Marokkos eine Geschichte ausländischer Eroberer, die die Kultur des Landes mitprägten, während das Landesinnere, vor allem aber die Berg- und Wüstenregionen, weitgehend unberührt blieben und es bis heute zum Teil noch sind. Die wichtigste Rolle hatten dabei die muslimischen Araber. Sie kamen im 8. Jh. ins Land und brachten nicht nur die verspielte orientalische Architektur mit, die für die Städte Fès und Marrakesch so typisch ist, sondern verbreiteten auch den Islam, der bis heute unüberseh- und unüberhörbar ist.

Muezzins mit Megafon 

Die ersten Nächte wirst du ganz sicher noch senkrecht im Hotelbett sitzen, wenn der Muezzin morgens um fünf das erste Mal am Tag durchs Megafon zum Gebet ruft, aber bald schon hast auch du dich daran gewöhnt und schläfst aus. Während der Islam in vielen muslimischen Ländern sehr konservativ ist, kommt er in Marokko verspielt daher und ist von einem ausgeprägten Heiligen- und Geisterglauben durchdrungen. Das macht die Menschen hier sehr tolerant.

Europa in Marokko

Ähnlich nachhaltig wie der Einfluss der muslimischen Eroberer ist auch der Einfluss der Europäer, die ab 1400 mehr Macht in Marokko bekamen: Trotz der Unabhängigkeit Marokkos 1956 haben die früheren Verhältnisse im Alltagsleben ihre Spuren hinterlassen. So hört man im nördlichen Marokko häufig Spanisch und findet Paella oder Café con leche, während es im Süden eher ein wenig französisch zugeht. Hier verkauft man Baguette, Salade niçoise oder Café au lait. Ein schöner Kontrast! Auch wird in einigen Kreisen – gegen das muslimische Verbot – Wein zum Essen getrunken. Gerade hier kommt der europäische Einfluss stark zur Geltung wie auch in den Nachtclubs. Überhaupt: Wer in Marokko dazugehören möchte, sollte sich hin und wieder ins marokkanische Nachtleben stürzen, vor allem in Marrakesch. Besuch doch einmal die Buddha-Bar in der trendigen Stadt. In dieser von europäischen Einflüssen geprägten Bar zeigt sich: Marokko und Europa gehören zumindest hier eng zusammen.

Sicheres Reisen 

Durch die Toleranz der Marokkaner ist das Reisen im Land sicher. Es gibt nur wenige Fanatiker in Marokko, und die werden streng bekämpft. Dafür sorgt ein moderner König, Mohammed VI. Die meisten Marokkaner schätzen und lieben M6 (sprich: Emm Siss). Er hat die Gleichberechtigung von Mann und Frau gesetzlich verankert sowie die Verfassung nach der ersten Demonstrationswelle des „Arabischen Frühlings“ verändert – und zwar zu Gunsten der Wähler. Das bedeutet natürlich nicht, dass hier alles Friede, Freude, Eierkuchen wäre. Aber im Vergleich zu allen anderen orientalischen Ländern ist Marokko ein Vorzeigestaat. Für dich als Urlauber bedeutet das bedenkenloses, sicheres Reisen in eines der vielfältigsten Länder der Welt! Und das solltest du. Es gibt kaum jemand, der sich dem Zauber, den Marokko ausstrahlt, entziehen kann.

Praktische Hinweise

Anreise

Man braucht etwa drei bis vier Tage und kann sowohl von Almería oder Algeciras als auch von Tarifa nach Marokko übersetzen. Teure, aber sehr angenehme Fährverbindungen gehen vom südfranzösischen Sète bzw. von Genua nach Tanger.

Etwa 50 Stunden trennen Süddeutschland von Marokko per Bahn.

Es geht wunderbar, kostet jedoch mehr als eine Anreise per Flugzeug. Buchen kann man die Strecke nur in ausgesprochen guten Bahnreisebüros.

Die marokkanische Buslinie Supratours (www.supratours.ma) fährt mehrmals wöchentlich zwischen Marokko und vielen Städten Frankreichs hin und her. Die Kosten liegen bei rund 150 Euro pro Fahrt.

Royal Air Maroc (www.royalairmaroc.com) fliegt von Frankfurt/M., Düsseldorf, Zürich und Genf direkt nach Casablanca (350–500 Euro). Auch die Lufthansa (www.lufthansa.de) fliegt direkt und ist meist etwas günstiger. Daneben gibt es noch Billigfluglinien wie Ryan Air (www.ryanair.com), die dreimal wöchentlich ab Frankfurt Hahn und ab Düsseldorf nach Marrakech fliegt (ab 29 Euro pro Strecke) sowie Easy Jet (www.easyjet.com), die dreimal wöchentlich ab Basel fliegt (ab 39 Euro).

Auskunft

0211 370551www.tourismus-in-marokko.de

ONMT (Office National Marocain du Tourisme)

Schiffslände5800101 2527752

Auto

Die Verkehrsregeln entsprechen im Großen und Ganzen denen in Deutschland. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt in Städten 40 km/h, in kleineren Orten 60 km/h, auf Landstraßen 100 km/h, auf Autobahnen 120 km/h; striktes Alkoholverbot. Verstöße gegen Tempolimits und andere Sicherheitsvorkehrungen werden streng geahndet. Wie in fast allen arabischen Städten ist der Verkehr in Marokko etwas chaotisch. Aber zumindest gibt es an Kreuzungen Polizisten, die den Verkehr regeln.

Banken & Geld

In den meisten Banken können Sie Euro bzw. Schweizer Franken in die marokkanische Landeswährung Dirham umtauschen. Viele Geldinstitute haben zudem einen Geldautomaten. Doch Vorsicht: Bisweilen wird Geld abgebucht, das gar nicht ausgezahlt wurde. Also: Quittungen aufheben, daheim Kontoauszüge kontrollieren und ggf. bei der Bank Beschwerde einlegen. Das Geld wird dann zurücküberwiesen! Visa und Euro/Mastercard sind die gängigsten Kreditkarten. Öffnungszeiten: Mo–Fr 8.30–11.30 und 14.30–16.30 Uhr

Camping

Wildes Campen ist in Marokko zumindest im Landesinnern erlaubt und wird auch häufig praktiziert. Campingplätze aller Kategorien (von zweifelhaft bis luxuriös) gibt es im ganzen Land.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Zankat Madnine7BP 23505 37218600www.rabat.diplo.de

Österreichische Botschaft

Zankat Tiddas2BP 13505 37762698www.bmeia.gv.at/botschaft/rabat.htm

Schweizer Botschaft

Sahat BerkaneBP 16905 37268030

Gesundheit

Es gibt für Marokko keine Pflichtimpfungen. Dennoch kann es für diejenigen, die längere Zeit in Marokko sind, sinnvoll sein, sich zumindest gegen Hepatitis A und B zu impfen. Polio-, Tetanus- und Diphtherie-Impfungen sind jedem zu empfehlen. Die HIV-Rate ist in Marokko vergleichsweise niedrig, was nicht gleichbedeutend mit einem Freifahrschein ist. Malaria ist in Marokko bis auf ganz wenige Gebiete nicht existent. Durchfälle und Infektionskrankheiten können durch sorgsamen Umgang mit Wasser vermieden werden. Das bedeutet: immer nur Mineralwasser aus Flaschen trinken. Salate, wenn sie frisch zubereitet sind, können in Ausnahmefällen gegessen werden, Obst sollte man schälen. Wegen Bilharziose-Gefahr sollten Sie keinesfalls in stehenden Gewässern baden. Mückenschutz ist in den Oasen und an Fluss- und Seeufern angebracht. Die medizinische Versorgung in Marokko ist zwar mit der europäischen nicht zu vergleichen, dennoch nicht allzu schlecht – vor allem in den Städten. Viele Ärzte haben in Europa studiert. Auf dem Land kann zumindest die apparative Versorgung problematisch werden.

Internet

Folgende Links sind informativ und hilfreich: www.marokko.com, das größte und beste deutschsprachige Internetforum zu Marokko; www.tourismus-in-marokko.de, die offizielle Seite des marokkanischen Fremdenverkehrsamts, gibt eine gute Übersicht über all das, was Marokko zu bieten hat; www.fesfestival.com sowie www.festival-gnaoua.net informieren über Termine und Hintergründe der beiden wichtigsten Festivals in Marokko. Maßgeschneiderte Reisen sowie Hintergrundwissen und Literaturtipps finden Sie bei Tour Serail unter www.tourserail.com.

Internetcafés & Wlan

Trotz der hohen Dichte an Internetanschlüssen gibt es eher wenige Orte in Marokko, die über WLAN verfügen. Ausnahmen sind alle Flughäfen sowie viele der gehobenen Riads. Eine stets aktualisierte Liste findet sich unter www.caryl.fr/hotspots-marrakech oder auch www.caryl.fr/hotspots-agadir. Man kann hier jeden Städtenamen einsetzen und bekommt die Hotspots der gewählten Städte. Internetcafés hingegen, sogenannte Cybercafés oder Espace Internet, findet man an jeder Ecke.

Klima & Reisezeit

Marokko kann das ganze Jahr bereist werden – jedoch nicht überall. In den Bergen muss man ab Oktober mit Schnee rechnen. Auch in den Städten kann es im Dezember kalt werden, und nicht alle Hotels haben eine Heizung. Die Sommermonate sind ungeeignet für Wüstentouren. Die ideale Reisezeit für Badeferien ist Mai bis September am Atlantik und April bis Oktober am Mittelmeer.

Mietwagen

Internationale Autoverleiher wie Hertz, Europcar und Avis haben Niederlassungen an den Flughäfen und in den großen Städten. Sie haben den Vorteil, dass man Autos bereits von Deutschland aus buchen kann, aber dies ist vergleichsweise teuer (ab 400 Euro/Woche). Marokkanische Firmen bieten die gleichen Autos oft zum halben Preis an. Achten Sie auf den Versicherungsschutz sowie eine Unfallklausel, die den Verleiher dazu verpflichtet, bei Schaden oder Unfall das Auto kostenfrei auszutauschen.

Notruf

Polizei19; Krankenwagen15

Öffentliche Verkehrsmittel
Bahnen

Die ONCF, die staatliche marokkanische Eisenbahngesellschaft, hat nördlich des Atlas ein ausgezeichnetes Schienennetz. So wird in der Nord-Süd-Achse Tanger mit Marrakech via Rabat und Casablanca verbunden und in der West-Ost-Achse Sidi Kacem mit Oujda via Meknès, Fès und Taza. Auskunft über Fahrplan und Preise: www.oncf.ma

Busse

Der Bus ist das gebräuchlichste Verkehrsmittel in Marokko. Das größte Busunternehmen ist die staatliche Linie CTM, die alle größeren Städte anfährt. Die Busse der CMT sind in aller Regel neu und gut. Zu empfehlen ist auch die Bahnbusgesellschaft Supratours, die ihre Linienbusse überall dort einsetzt, wo die Schienen aufhören. Supratours gilt als schnellste und sicherste Buslinie im Land, ist aber nur in den größeren Städten zu finden. Mit privaten Busgesellschaften der unterschiedlichsten Qualität oder Sammeltaxis kommt man auch in die hintersten Winkel des Landes.

Post

Postämter gibt es im ganzen Land. Sie sind größtenteils zu unregelmäßigen Zeiten zwischen Montag und Freitag geöffnet. Ein Brief nach Europa kostet 6,50 Dirham und ist etwa zehn Tage unterwegs.

Preise & Währung

Die offizielle Währung in Marokko ist der Dirham (DH). Er ist in 100 Centimes unterteilt. Es gibt Scheine zu 10, 20, 50, 100 und 200 DH sowie Münzen zu 1, 2, 5 und 10 DH. Die Lebenshaltungskosten in Marokko liegen weit unter dem mitteleuropäischen Durchschnitt.

Sicherheit

Trotz immer häufigerer weltweiter Terrorwarnungen und den Anschlägen in Marrakech im April 2011 gilt Marokko nach wie vor als sicheres Reiseland. Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl und ähnliche Delikte gibt es zwar, sie ist aber in Marokko weitaus seltener anzutreffen als zum Beispiel in Südeuropa. Terroranschläge sind in Marokko nicht häufiger als in anderen Ländern auch.

Strom

Üblich sind 220 Volt. Im Normalfall wird kein Adapter benötigt. Wenn Sie in sehr einsame Regionen reisen, sollten Sie einen Steckeradapter für Südeuropa mitnehmen.

Taxi

Innerhalb der Städte fahren die Petit Taxis. (2 Dirham/km, Grundpreis: 1,40 Dirham). Kürzere Überlandstrecken fährt man mit Sammeltaxis. Diese sind unbequem, es sei denn, man kauft zwei Plätze. Dafür sind sie schnell und flexibel. Sammeltaxis haben eigene Bahnhöfe. Eine Strecke von 50 km kostet etwa 2,50 Euro.

Telefon & Handy

Sogenannte Téléboutiques ersetzen die öffentlichen Telefonzellen. Man kann mit 1-, 2- und 5-, manchmal auch mit 10-Dirham-Münzen telefonieren. Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041, Marokko 00 212. Das Handynetz ist in Marokko sehr gut ausgebaut. Es kann aus den deutschen Netzen telefoniert werden. Wer längere Zeit in Marokko unterwegs ist, kann sich überlegen, eine marokkanische Prepaid-Karte (Carte Jawal) für das eigene Handy (le portable) zu kaufen, was fast überall möglich ist. Kosten: 30 DH plus Telefonguthaben.

Trinkgeld

Im Restaurant gibt man normalerweise 10 Prozent Trinkgeld, im Café 1 Dirham pro Getränk. Kofferträger erhalten je nach Hotel 5–15 Dirham pro Gepäckstück. Es ist üblich, auch Taxifahrern ein wenig mehr zu geben, als das Taxameter anzeigt; etwa 2–5 Dirham, je nach Fahrpreis.

Unterkunft

Sehr einfache Unterkünfte sind häufig ohne frische Bettwäsche, Bad, Handtuch, Seife etc. Ab zwei Sternen kann man ein eigenes Bad, Handtücher und Seife erwarten. Ab drei Sternen sind die Zimmer geräumiger, ab vier Sternen wird der Service international. Bei fünf Sternen kann man in Luxus schwelgen. Eine marokkanische Besonderheit sind die seit wenigen Jahren immer häufiger vorkommenden Riads, kleinere und größere Gästehäuser, die in Stadtpalais der Altstädte untergebracht sind.

Zeit

Marokko liegt gegenüber der Mitteleuropäischen Sommerzeit (MEZ) um eine Stunde zurück (12 Uhr MEZ entspricht 11 Uhr marokkanischer Zeit), während der europäischen Sommerzeit (MESZ) um zwei Stunden (12 Uhr MESZ entspricht 10 Uhr in Marokko).

Zoll

Elektronische Geräte, Autos und Motorräder müssen bei der Einfuhr deklariert und auch wieder ausgeführt werden. Verboten ist die Ein- und Ausfuhr von marokkanischem Geld, pornografischen Druckerzeugnissen und Filmen sowie Rauschgift. Zollfrei sind 200 Zigaretten, eine Flasche Spirituosen sowie Parfüm, Filme etc. für den privaten Gebrauch. Bei der Rückreise in die EU zollfrei einführen dürfen Sie u. a. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen, 50 g Parfüm und sonstige Waren im Wert von 430 Euro.

Was kostet wie viel?

Souvenir

10-20 Euro für einfache Lederbabouches

Kaffee

0,70– 1,50 Euro für ein Glas Kaffee

Mietwagen

ab 200 Euro pro Woche für einen Kleinwagen

Zugfahrt

8 Euro für 200 km in der 2. Klasse

Benzin

ab 1 Euro für einen Liter Super

Hammam

ab 40 DH ohne Massage u.a.

Events, Feste & mehr

Nationalfeiertage
1. Januar

Neujahr

1. Mai

Aid asch-Schughl (Tag der Arbeit): In Rabat finden Demonstrationen statt

31. Juli

Aid al-Arasch (Thronfest): An diesem Tag werden der König und das Königshaus mit bunten Paraden, Folkloredarstellungen und zahlreichen Fantasias gefeiert.

21. August

Aid al-Schabab (Fest der Jugend)

6. November

Aid al-Masira (Tag des Grünen Marsches): Man feiert die Besetzung der Westsahara.

18. November

Aid al-Istiqlal (Tag der Unabhängigkeit)

Religiöse Feiertage
26. Juni 2017, 15. Juni 2018

Aid al-Fitr, das Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan

31. Sept. 2017, 21. Aug. 2018

Aid al-Adha, das Opferfest. An diesem wird dem Opfer gedacht, das Ibrahim (Abraham) zu bringen bereit war, als er seinen Sohn für Gott opfern sollte.

Allgemein

Die anderen islamischen Feiertage werden in Marokko so gut wie nicht gefeiert.

Moussems
Februar

Mandelblütenfest in Tafraoute: Unter rosafarbenen Blüten wird ein großes Fest gefeiert.

Mai

Rosenfest in El-Kelaat M’Gouna: Zur Rosenernte kommen Berber von überallher. Es gibt einen riesigen Markt, und eine Rosenkönigin wird gewählt.

September

Moussem des Moulay Idris in Fès: Moulay Idris gilt als Staatsgründer und ist der Heiligste des Landes. Man sagt, wer sieben Mal nach Moulay Idris gepilgert ist, braucht nicht mehr nach Mekka.

Hochzeitsmarkt von Imilchil: Der Stamm der Ait Haddidou feiert Hochzeit. Frauen suchen sich ihre Männer aus, geheiratet wird direkt vor Ort.

Oktober

Dattelfest in Erfoud: Es gibt Musik, einen großen Markt und die Wahl zur Miss Dattel.

Musikfestivals
Mai

Wüstenmusik-Festival in Er-Rachidia: Das Festival zieht Gruppen aus der ganzen arabischen Welt an. www.festivaldudesert.ma

Juni

Festival de la Musique Sacré in Fès: Das internationale Musikfestival ist fest in den Händen europäischer Plattenfirmen. www.fesfestival.com

Gnaoua-Festival in Essaouira: Als Gnaoua werden die schwarzen Mystiker bezeichnet, die vor allem in Essaouira und Marrakech leben. Das Festival ist eines der größten und spannendsten in Marokko. www.festival-gnaoua.co.ma

Juli

Folklorefestival in Agadir: eher klein im Vergleich zu den beiden anderen Festivals, aber durchaus interessant; mit vielen Folkloregruppen vor allem aus Südmarokko

August

Kulturfestival in Asilah: Künstler aller Sparten kommen in der schönen Stadt am Atlantik zusammen.

FTANJAzz: Internationales Jazz-Festival in Tanger

Im Trend

Bio marocaine
Food

Im Earth CaféDerb ZawakRiad Zitoun Kedim2 kommt auf den Tisch was auf dem Hof des Besitzers wächst – ausschließlich vegane Bio-Kost. Zu 100 Prozent bio sind auch die Gerichte im La TriskallaRue Touahen58Essaouira. Die Bilder an den Wänden sind von lokalen Künstlern. Biozutaten sind auch das Geheimnis des Restaurants im Hotel Riad La Perle de la MédinaDerb Bennis16Fès.

Kunstvoll
Mode

Detaillierte Stickereien, leuchtende Farben und üppige Stoffe. Marokkos Designer machen keine halben Sachen. Designerin Najia Abadi interpretiert traditionelle Kleidung für ihr Label Ryma CoutureBoulevard Bir Anzarane154Résidence Les Jardinswww.najia-abadi.com neu. Dem Kaftan hat sich auch Meryem BoussikoukMarjana26Sidi Maaroufwww.meryemboussikouk.com angenommen. In eine andere Richtung geht www.majidakhattari.com bei der Mode und Kunst verschmelzen. Oftmals mit provokantem Ergebnis.

Pistengaudi
Sportlich

Nur etwa 65 km von Marrakech können Sie Ihren Abwärtsschwung trainieren. Im Hohen Atlas gibt es Dutzende Pistenkilometer und Lifts. Ausflüge zum 4167 Meter hohen Toubakal organisiert Creative ToursMarrakechwww.creativetours-morocco.com. Adrar AdventuresMarrakechwww.morocco-travel-adventure.com bietet mehrtägige Trips an, bei denen Sie beinahe die gesamte Gebirgskette durchkreuzen. Teils werden dafür Lifts benutzt, teils geht es mit Tourenski durch einsame Berghänge nach oben.

Sehen & gesehen werden
In-Treff

Nicht ins Café oder in den neuen Club strömen die trendbewussten Marokkaner, sondern in die Galerien. Vor allem in Casablancas Kunstszene brodelt es derzeit gewaltig. Ständig öffnen neue Kreativlocations, die spannende, zeitgenössische Künstler und Künstlerinnen zeigen. Zu den besten Adressen der Stadt gehört das L'Atelier 21Rue Abou Mahassine Arrouyani21 und die Matisse Art GalleryRue du 6 Octobre2, die einen weiteren Ableger in Marrakech hat. Dass Kunst wieder gefragt ist, zeigt auch die Rückkehr der legendären Galerie ShartRue el Jihani12, die schon einmal ihre Türen schließen musste. Die Schwestern Yasmine und Myriem Berrada führen gemeinsam die angesagte Loft Art GalleryRue Al Kaïssi13.

Ein- und Abtauchen
Eco-Adventures

Nicht nur die Marokkaner besinnen sich auf ihre Geschichte. Tauchen Sie in die Traditionen des Landes ein. Nur eine halbe Stunde Fahrt von Marrakech liegt der Park Terres d'Amaran der Straße Marrakech-Asni, Kilometer 38www.terresdamanar.com. In Workshops erfahren Sie hier mehr über die alte Brotbackkunst, die Herstellung von Tanginen oder Holzschnitzerei. Wanderungen oder Ausritte werden ebenso angeboten wie Übernachtungen im luxuriös ausgestatteten Zelt oder der Eco-Lodge. In der Ecolodge Atlas KasbahTighanimine el BazAgadirwww.atlaskasbah.com bekommen Sie einen Einblick in das Leben der Berber. Die Umweltpioniere und Lodge-Besitzer Hassan und Hélène teilen ihr Wissen über Flora und Fauna, Bräuche und Handwerk mit ihren Gästen – von der Arganölmassage bis zum Berber-Sprachunterricht.

Bloss nicht

Alles fotografieren

Die Menschen Marokkos sind – nicht selten zu ihrem Leidwesen – bei vielen Touristen beliebte Fotomotive. Grundsätzlich sollten Sie jeden vorher fragen, ob Sie ihn (oder sie) fotografieren dürfen. Die meisten Frauen lehnen dies ab, sehr viele Gläubige auch, denn im Islam herrscht ein Bilderverbot. Andere wiederum verlangen Geld dafür. Es ist verboten, militärische Anlagen zu fotografieren.

Auf falsche Führer hereinfallen

Die sogenannten Faux Guides, die falschen Führer, tummeln sich überall. Sie bieten – oft als Studenten der deutschen Sprache getarnt – ahnungslosen Touristen Geleitschutz und Erklärungen der Basare, Burgen und Altstädte an. Sie sagen, sie wollen kein Geld dafür, hoffen aber auf ein kleines Geschenk oder ein kleines Geschäft. Oftmals hängen sie wie Kletten an ihren Opfern und versuchen alles, die Reisenden in ein Geschäft zu lotsen, um dann, nach erfolgtem Kauf, eine ansehnliche Provision zu kassieren. Falls es dort jedoch nicht zum von ihnen gewünschten Ergebnis kommt, werden die Urlauber im schlimmsten Fall beschimpft.

Rauschgift annehmen

Marokko gehört zu den wichtigsten Haschischexporteuren der Welt. Das Rif-Gebirge ist voller Hanffelder. Die Droge wird in aller Öffentlichkeit geraucht, und so scheint es, als sei sie legal. Das ist sie nicht, auch wenn man den Stoff überall im Land offen angeboten bekommt. Die Polizei ahndet Rauschgiftdelikte (dazu gehört auch der Besitz von Haschisch) streng. Je nach politischer Stimmung kann dies mit einer Gefängnisstrafe enden – da kann auch die Deutsche Botschaft nicht mehr allzu viel machen.

Allzu luftig gekleidet sein

Trotz der zur Schau gestellten Moderne ist Marokko ein traditionelles Land mit konservativen Moralvorstellungen. Diesen zufolge gelten Frauen, die sehr freizügig gekleidet sind, als Prostituierte oder mannstoll. Entsprechend werden sie behandelt. Aber auch Männer sollten sich bei ihrer Kleiderwahl ein wenig nach den Landessitten richten, sonst lacht man sie (zumindest außerhalb von Agadir) aus: Träger-T-Shirts gelten als Unterhemden, Shorts als Unterhosen. Weite Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt, ist angemessen – und für die Temperaturen geradezu ideal.

Hetzen

In Marokko herrschen andere Zeitvorstellungen als bei uns. Man sagt hier: Die Europäer haben die Uhren – wir haben die Zeit. Diese Philosophie müssen Sie sich zu Eigen machen, denn wer nach europäischem Usus hetzt, kann vieles nicht sehen und erleben.

Stichworte

Alkohol

In Marokko werden zwar Wein und Bier produziert, aber alkoholische Getränke kann man nicht, wie es in Europa und allen westlichen Gesellschaften nahezu überall üblich ist, in jedem Supermarkt kaufen. Dafür gibt es speziell lizenzierte Läden, von denen in jeder größeren Stadt mindestens einer zu finden ist. Außer in den großen Hotels sowie in einigen Restaurants der gehobenen Klasse gibt es Alkohol auch in den meisten Diskotheken. Während des Fastenmonats Ramadan und an religiösen Feiertagen sind die Alkoholläden jedoch geschlossen, und der Alkoholausschank für nichtmuslimische Ausländer ist dann auf eine oder zwei Bars in jeder Stadt beschränkt.

Berber

Die Amazirin, wie sie sich selbst bezeichnen, stellen die autochthone Bevölkerung Marokkos dar. Sie sind kein einheitliches Volk, sondern bestehen aus vielen Stämmen und Gruppierungen, die man unter dem Namen „Berber“ zusammenfasst.

Berber leben in allen Teilen des Landes – teils als Bauern, teils als Nomaden, teils aber auch als Städter. Rein äußerlich sind sie von den Arabern nicht zu unterscheiden. Nach Schätzungen sprechen rund 40 Prozent der marokkanischen Bevölkerung eine der drei offiziellen Berbersprachen. Anders als in Algerien werden die Berber in Marokko als eigene Volksgruppe anerkannt. Unter Mohammed VI. wurde ein Berberinstitut gegründet, das Sprache, Tradition und Geschichte dokumentiert.

Familie

Die Großfamilie ist ein Grundpfeiler der marokkanischen Gesellschaft. Trotz wirtschaftlicher Veränderungen leben Kinder, Eltern und Großeltern noch unter einem Dach zusammen. Bei einem Mindesteinkommen von 180 Euro im Monat ist die Familie für viele Marokkaner die einzige Sicherheit. Hinzu kommt die Tradition, nach der es üblich ist, die Söhne und Töchter erst nach einer Heirat aus dem elterlichen Haus zu entlassen. Jugendliche, die an der Universität einer anderen Stadt studieren, fahren jedes Wochenende nach Hause, um die Familie zu besuchen.

Hammam

In jedem marokkanischen Dorf gibt es ein öffentliches Bad, das mit Holz beheizt wird. Als es noch kein fließendes Wasser gab, ging man einmal in der Woche zur Reinigung ins Badehaus. Noch heute wird dieser Ritus von vielen beibehalten, obwohl sie zu Hause eine Dusche haben. Hammams, die es seit dem 3. Jh. gibt, dienen heute weniger der Reinigung als vielmehr der Entspannung. Früher waren sie für die Frauen ein Ort, um außerhalb des Hauses zusammenzukommen. Das Badehaus galt als ideale Ergänzung zur Moschee. Vor jedem der fünf täglichen Gebete ist den Gläubigen eine rituelle Waschung vorgeschrieben.

Haschisch

In einem Bericht aus dem Jahr 2004 wurde zum ersten Mal offiziell eingeräumt, dass mehr als 800 000 Marokkaner vom Hanfanbau leben. Zuvor hatte dies die Regierung immer geleugnet, obwohl es ein offenes Geheimnis war, dass Marokko der größte Haschischexporteur der Welt ist. Cannabis wird auf einer Fläche von 1340 km2 besonders im Norden des Landes angebaut und ist eines der wichtigsten Erzeugnisse der Landwirtschaft. Konsum und Handel mit Cannabis sind aber nach wie vor unter Strafe gestellt.

Islam

Nach den Terroranschlägen in Casablanca 2003 und in Marrakech 2011 rückte Marokko als ein Land der radikalen Islamisten ins Rampenlicht. Tatsächlich wird aber, im Gegensatz etwa zu Saudi-Arabien, von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung ein moderater Islam praktiziert. Die Religion bestimmt zwar das Alltagsleben, ist aber weit weniger ideologisch gefärbt. Marokko geriet nie unter die Herrschaft der Osmanen, die im Mittleren Osten einen puritanischen Islam einführten. Im Maghreb sind bis heute noch viele Traditionen aus vorislamischer Zeit vorhanden, die anderswo als heidnisch bezeichnet werden würden und den Islam offener und leichter machen.

Landessprache

Hocharabisch ist in Marokko offizielle Amtssprache. Im täglichen Leben wird aber Darija, ein arabischer Dialekt, gesprochen, der sich sehr vom Hocharabischen unterscheidet und in den Ländern des Mittleren Ostens nur schwer verstanden wird. Daneben gibt es als weitere Landessprachen Tachelhit, Tamazight und Tarifit – die drei Berbersprachen. Französisch ist weit verbreitet und gilt als zweite Amtssprache. In Agadir kommt man mittlerweile auch mit Deutsch relativ weit. Im Norden des Landes wird häufig Spanisch gesprochen.

Magie

Die Magie ist ein fester Bestandteil der marokkanischen Gesellschaft, auch wenn niemand gern darüber spricht. Überall gibt es in der Nachbarschaft eine Frau oder einen Mann, die sich auf magische Rituale verstehen. Vom Talisman mit Koranversen bis zu Zaubermitteln für die eifersüchtige Ehefrau oder den Ehemann mit Mätresse ist alles zu bekommen – nur gegen Barzahlung, versteht sich. In jeder Stadt finden Sie Läden, die eine große Palette von magischen Utensilien verkaufen: Schutz gegen den bösen Blick, Pulver gegen Migräne oder ein Aphrodisiakum. Ob Humbug oder nicht: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Medina

Medina bedeutet auf Arabisch Stadt, bezeichnet aber im heutigen Sprachgebrauch das Altstadtviertel. Hinter unscheinbaren Türen verbergen sich oft Paläste mit großen Gärten und mehreren Dachterrassen – früher vom Sultan, seinen Haremsdamen oder hohen Verwaltungsbeamten bewohnt. Bescheidenere Häuser haben einen kleinen Innenhof, der Aufenthaltsort und Lichtschacht zugleich ist. Diese sogenannten Riads sind besonders bei Europäern beliebt. In Marrakech wurde ein Großteil der Medina von Ausländern aufgekauft, die die Gebäude restauriert haben. Die Medina ist auch ein Geschäftszentrum, in dem den unterschiedlichen Handwerkszünften bestimmte Gassen vorbehalten sind. So gibt es etwa ein Viertel der Goldschmiede, ein anderes für die Textilbranche oder die Gewürzhändler.

Mellah

Nach der christlichen Verfolgung in Spanien im 14. Jh. fanden jüdische Flüchtlinge eine neue Heimat in Marokko. Sie standen unter dem besonderen Schutz des Sultans. Jahrhundertelang wohnten sie in der Mellah, einem ihnen speziell zugewiesenen Viertel in der Medina. Da den Muslimen Geldgeschäfte verboten sind, übernahmen hebräische Geschäftsleute den Geldverleih. In Fès, wo Synagoge und Friedhof noch heute zu besichtigen sind, lebte die größte jüdische Gemeinde. Von den einstmals rund 1 Mio. Juden sind heute noch etwa 8000 in Marokko ansässig.

Migration

Vom afrikanischen Kontinent reisen jährlich Tausende von Menschen nach Tanger, um auf einem Boot (patera) nach Spanien überzusetzen. Jedes Jahr sterben bei der Überquerung der Meerenge von Gibraltar rund 3000 Menschen, darunter auch Marokkaner, die sich in Europa ein besseres Leben versprechen. Vorbild sind die etwa 3 Mio. Auslandsmarokkaner, die vorwiegend in Frankreich, Spanien und Italien leben und im Sommer mit voll bepackten Autos auf Heimaturlaub kommen. Die Auslandsmarokkaner, die fast 10 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, sind ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaft. Jährlich überweisen sie rund 3,4 Mrd. Euro an ihre Familien.

Musik

Musik ist in Marokko allgegenwärtig. Ob im Bus oder Taxi, der Kassettenrecorder mit arabischer Musik läuft immer. Oft wird auch einfach gesungen und im Rhythmus dazu geklatscht, um sich die Zeit zu vertreiben. In allen Orten ziehen Musikanten von Haus zu Haus, spielen ein Ständchen und bekommen dafür einige Dirham oder etwas zu essen. Ob Hochzeit, Beschneidungszeremonie oder Beerdigung, traditionelle Musik gehört immer dazu. Beliebt sind die Stile Gnaoua und Jajouka, die manche Zuhörer in Trance verfallen lassen. Im Norden ist andalusische Musik populär, eine Mischung aus spanischen und arabischen Klängen.

Rolle der Frau

Die Rolle der Frau ist eine Mischung aus Tradition und Moderne. Im Straßenbild finden sich Kopftuch und Minirock gleichermaßen. Das neue Familiengesetz, das von Mohammed VI. initiiert wurde, bestärkt die Emanzipation der Frauen in einer Männerwelt. Ein neues Familiengesetzbuch garantiert den Frauen in der Ehe gleiche Rechte und gestattet amtliche Scheidungen. Beispielhaft für ein neues Frauenbild ist Salma Bennani, die als erste Königsbraut in der marokkanischen Geschichte ohne Schleier auftrat und ihren Mann bei offiziellen Anlässen begleitet. In einem arabisch-islamischen Land kommt dies einer kleinen Revolution gleich.

Tourismus

In Marokko ist jeder Gast willkommen – denn er kommt von Gott. Gastfreundschaft ist in diesem nordafrikanischen Land sprichwörtlich und vielerorts anzutreffen. So willkommen Touristen als Gäste sind, so dringend werden sie für die Ökonomie benötigt. Der Tourismus ist mit fast 10 Prozent einer der wichtigsten Devisenbringer des Landes und spielt so eine große Rolle für die marokkanische Wirtschaft.

Der plan azur, der zu Beginn des Jahrtausends ins Leben gerufen wurde, ist dementsprechend ambitioniert. Ersah vor, innerhalb eines Jahrzehnts 10 Mio. Touristen ins Land zu bringen. Dieses Ziel sollte in erster Linie mit neuen Stranddestinationen, neuen Ferienresorts und klassischem Pauschaltourismus erreicht werden.

Bis zum Jahr 2008 lief alles wie gewünscht, und es sah so aus, als könne das Vorhaben gelingen: Die Tourismuszahlen stiegen, die Stranddestinationen wurden ausgebaut und angenommen. Doch dann kam die Wirtschaftskrise, und es musste umdisponiert werden. Die sich zu der Zeit im Bau befindlichen neuen Feriendomizile an der Mittelmeer- und Atlantikküste wurden zwar fertiggestellt, doch statt nun weitere Massenunterkünfte entlang der Küste zu erstellen, wurde neu geplant. Öko- und Luxustourismus sollen nun stärker in den Vordergrund rücken.

Die Altstadtsanierung, seit Ende der 1990er-Jahre langsam vorangetrieben, ist so mittlerweile zu einem der Hauptanliegen der Tourismusplaner geworden, aber auch die Erhaltung der alten Lehmburgen und der Ausbau kleiner, aber feiner Stranddestinationen erhielt einen höheren Stellenwert. Dem Land tut es gut – und der Wirtschaft auch. Vor allem ist es aber für die Besucher Marokkos eine Wohltat.

Westsahara

Nach dem Abzug der spanischen Besatzungstruppen annektierte Hassan II. 1975 das Grenzland zwischen Algerien, Marokko und Mauretanien. In den folgenden Jahren kämpfte die Guerillaorganisation Polisario mit Unterstützung Algeriens für die Unabhängigkeit des Gebiets. Im Jahr 1991 kam es zu einem Waffenstillstand zwischen Marokko und der Polisario. Ein geplantes Selbstbestimmungsreferendum konnte jedoch bis heute nicht durchgeführt werden. Es scheiterte nicht zuletzt am Veto Marokkos, das die phosphatreiche Westsahara als einen unverzichtbaren Teil seines Staatsgebiets betrachtet und die Westsahara als Provinz „Sahara“ auf allen Landkarten als Teil des Landes hat eintragen lassen.

Bücher & Filme

Sohn ihres Vaters

sensibles Porträt einer marokkanischen Familie, die versucht, ihre Tochter als Jungen aufwachsen zu lassen, um das Erbrecht zu umgehen, von Tahar Ben Jelloun.

Ein Leben voller Fallgruben

Driss Charhadi beschreibt in seinem Roman die erschütternde Geschichte eines kleinen Jungen, der seinen Weg allein finden muss.

Das schlafende Kind / Die große Reise

Marokkanische Spielfilme findet man in Deutschland nur mit deutschen Untertiteln, diese sind zwei der besten. In den sehr sensibel erzählten Filmen, die mit gigantischen Bildern bestechen, geht es um Emigrantenschicksale. „Das schlafende Kind“ (2005) ist die Geschichte einer im Land gebliebenen Frau und ihrem Leben allein in Marokko. „Die große Reise“ (2004) erzählt von der Begegnung eines Vaters mit seinem Sohn und dem Graben, der durch ihre Emigrantensituation entstanden ist.

Himmel über der Wüste

Bowles und Bertoluccis (1990) Meisterwerk von erzählt zwar von einem amerikanischen Beziehungsdrama und ist voller Klischees, aber wegen der atemberaubenden marokkanischen Kulisse dennoch sehenswert.

Fakten

Einwohner
36.029.138
Fläche
710.850 km²
Sprache
Arabisch
Währung
Marokkanischer Dirham
Strom
127, 220 V, 50 Hz
Regierungssystem
Konstitutionelle Monarchie
Hauptstadt
Rabat
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
01:05 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MEZ)
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