Schweden

Überblick

Willkommen in Schweden

Schweden in all seinen Facetten kennenlernen heißt, das Land in seiner ganzen Länge zu besuchen, vom Südzipfel - etwa Mankell-Kommissar Kurt Wallanders Heimat Ystad - bis hinauf zu den rentierzüchtenden Sami von Karesuando an der Grenze zu Finnland. Auf einer Fläche von 447420 km2 leben weniger als zehn Mio. Menschen - es ist also viel Platz für unberührte Natur, in der Tiere wie Elche und Rentiere zu Hause sind. Seit 1909 stehen Teile der insgesamt 25 schwedischen Landschaften unter Schutz. So entstanden die ersten Nationalparks Europas. Die meisten sind von Wanderwegen durchzogen, wie der rund 500 km lange Kungsleden, der vom Abisko-Nationalpark bis Südlappland führt.

Es gibt viele Gründe, das Land zu lieben. Manche schätzen insbesondere die Werte der schwedischen Gesellschaft, die an einem Gleichheitsideal festhält, das andere Nationen längst aufgegeben haben. Andere preisen vor allem die landschaftlichen Vorzüge. Besonders Aktivurlauber fühlen sich in Schweden wohl. In den Weiten der nördlichen Fjälle können Naturbegeisterte tagelange Skitouren oder Wanderungen unternehmen, die vielen Flüsse des Landes ziehen Kanufahrer an. Wer es entspannter mag, geht in den dichten Wäldern schön spazieren oder sammelt Pilze und Beeren. Während die weiten Felder des südlichen Schonen (Skåne) an Norddeutschland und Dänemark erinnern, gleichen große Teile Lapplands im äußersten Norden Schwedens einer Steppe. Dazwischen liegt ein knappes Dutzend traumhafter Landschaften, die alle ihren eigenen Reiz haben.

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Wetter & Klima

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Gestern und heute

Dunkle Winter, Schwermut und Melancholie auf der einen, Mitternachtssonne, Offenheit und Lebensfreude auf der anderen Seite. Beides charakterisiert Schweden. Gleichzeitig verbindet das Land das Beste von gestern mit dem Besten von morgen: Intakte Landschaften, gemütliche Kleinstädte, unberührte Gewässer, endlose Wälder treffen auf Hightech, innovative Kulturschaffende, eine erstklassige Infrastruktur und aufgeschlossene Menschen.

Das Prinzip Lagom

Nach wie vor hält die schwedische Gesellschaft an einem Gleichheitsideal fest, das andere Nationen längst aufgegeben haben. Doch parallel dazu erfreut sich die Monarchie, allen voran Kronprinzessin Victoria, erstaunlicher Popularität. Solidarität mit Schlechtergestellten scheint fester Bestandteil der schwedischen DNA zu sein genauso wie ein ausgeprägter Team- und Gruppengeist. Hier gilt das Prinzip des lagom, ein unübersetzbares Wort, das im Grunde genommen besagt, dass es stets die beste Lösung ist, nicht aufzufallen. Schweden scheuen zudem Konfrontationen und mögen es gar nicht, wenn jemand seinen Reichtum zur Schau trägt oder sich für etwas Besseres hält. Auch offener Personenkult ist ihnen fern. Zwar ist man unglaublich stolz auf Landsleute wie die vier Abbas, Fußball-Superstar Zlatan Ibrahimovic oder Schauspielerin Alicia Vikander. Man bemüht sich jedoch, den Promis ein normales Leben zu ermöglichen und dreht sich auf der Straße am besten nicht zu deutlich nach ihnen um.

Moralische Weltmacht

Gutes Selbstbewusstsein hat das Land aber durchaus. Viele Schweden sehen in ihrem Heimatland eine Art moralische Weltmacht. Bis heute darf nur der Staat Alkohol verkaufen, sind weiche Drogen und Prostitution verboten. Schweden war auch das erste Land der Welt, das die Freier mit Strafe belegte und nicht die Prostituierten. Überhaupt: Frauenrechte und Gleichberechtigung sind ein Dauerthema. Dass Frauen Vollzeit arbeiten, ist selbstverständlich. Dass Männer Elternurlaub machen auch. Und so hat Schweden eine der höchsten Geburtenraten in Europa.

Bitte Abstand halten

Bei aller Offenheit gehen die Schweden doch ungern auf Tuchfühlung. Nicht nur am Strand schätzen sie es, genügend Abstand zum Nachbarn zu haben. Auch die stuga – das kleine, zumeist hölzerne Ferienhäuschen – ist in ihren Augen erst dann perfekt gelegen, wenn das Nachbarhaus außer Sicht- und Hörweite ist. Der schwedische Hang zur Distanziertheit zeigt sich auch politisch. Der EU, der das Land 1995 beitrat, steht die Bevölkerung zurückhaltend gegenüber, die Euro- Einführung lehnten die Schweden 2003 in einem Referendum ab. Zwar duzen sich in dem stark sozialdemokratisch geprägten Land alle, die Menschen sind außerdem gastfreundlich und äußerst hilfsbereit. Schnelle Freundschaften wirst du hier jedoch eher nicht schließen.

Naturparadies

Schweden in all seinen Facetten kennenlernen heißt, das Land in seiner ganzen Länge – nicht weniger als 1500 km – zu besuchen. Auf einer Fläche von 447 420 km² leben 10 Mio. Menschen – viel Platz also für unberührte Natur, in der Elche und Rentiere zu Hause sind. Besonders Aktivurlauber fühlen sich in Schweden wohl. In den Weiten der nördlichen Fjälle können Naturbegeisterte tagelange Skitouren oder Wanderungen unternehmen, die vielen Flüsse des Landes ziehen Kanufahrer an. Wer es entspannter mag, geht in den dichten Wäldern spazieren oder sammelt Pilze und Beeren. Während die weiten Felder des südlichen Schonen (Skåne) an Norddeutschland und Dänemark erinnern, gleichen große Teile Lapplands im äußersten Norden Schwedens einer Steppe. Dazwischen liegen ein knappes Dutzend traumhafter Landschaften, die alle ihren eigenen Reiz haben, und viel, viel Wald.

Hauptsache draußen

Nicht nur die Landschaften, auch die Bewohner verändern sich auffallend im Wechsel der Jahreszeiten. Die Unterschiede zwischen Sommer und Winter sind in Schweden wegen der nördlichen Lage viel ausgeprägter als in Mitteleuropa. Im Winter sind die Schweden am liebsten zu Hause. Sobald sich aber im Frühjahr die Sonne zeigt, strömt alles in die Parks und Fußgängerzonen. Dort, wo noch Schnee und Eis liegen, schnallen die Menschen Schlittschuhe und Langlaufskier an und begeben sich in die Natur. In den Sommermonaten leben die Schweden ihre Begeisterung für das friluftsliv, das Freiluftleben, aus. Dann verbringen sie möglichst viel Zeit an der frischen Luft. Gleichzeitig sind Stockholm, Göteborg und Malmö prickelnde, multikulturelle Städte, die Trends rasch auffangen oder gar kreieren. Das ist Schweden: ein hochdigitalisiertes Hightech-Land mit Hunderttausenden Elchen und atemberaubender Natur. Välkommen!

Gut zu wissen

Anreise

Aus Deutschland gibt es mehrere Verbindungen mit der Autofähre nach Schweden (die unten genannten Telefonnummern gelten von Deutschland aus). Von Travemünde aus geht es sowohl nach Malmö (Finnlines | 9 Std. | Tel. 04511 50 74 43 | finnlines.com) als auch nach Trelleborg (TT Line | 7 Std. | Tel. (*)0180 6 66 66 00 | ttline. de). TT und Stena Line bedienen auch die Strecke Rostock–Trelleborg (5,5 Std. | Stena Line (*)0180 6 02 01 00 | stenaline.de). Stena verbindet außerdem Kiel mit Göteborg (14,5 Std.) und Sassnitz mit Trelleborg (4 Std.). Scandlines fährt von Puttgarden ins dänische Rødby (45 Min.), von dort aus weiter über Kopenhagen und die Öresundbrücke (Scandlines | Tel. 0381 77 88 77 66 | scandlines.de). Die Überfahrt (60 EUR/Pkw) kann online (oere sund-bruecke.de) gebucht werden. Schweden ist per Bahn über Hamburg– Kopenhagen/Öresundbrücke bzw. Berlin–Stralsund/Eisenbahnfähre erreichbar.

Für alle mit kleinem Portemonnaie und viel Zeit im Gepäck bieten sich die Fernbusverbindungen nach Schweden an. Eurolines (eurolines.de) bringt dich für rund 50 Euro in 9 Std. von Berlin nach Malmö. Mit Flixbus (flixbus.de) fährst du 18 Std. von Hamburg nach Stockholm für ca. 75 Euro. Flüge nach Schweden sind sehr preiswert, wenn du frühzeitig buchst. SAS und Lufthansa bieten die meisten Flüge an, auch die Billigflieger Norwegian Air, Ryan Air, Easy Jet und Eurowings bedienen mehrere Strecken. Aus der Schweiz fliegen Swiss und SAS Stockholm direkt an. Österreicher erreichen den Flughafen Arlanda mit Direktflügen von Wien (Austrian).

Vor allen an den Flughäfen geht die Einreise problemlos und zügig vonstatten. Bei der Einreise über die Öresundbrücke via Dänemark kann es jedoch manchmal zu etwas zeitaufwändigeren Grenzkontrollen kommen.

Auskunft vor Ort

Visit Sweden (visitsweden.se) ist die offizielle Website Schwedens. Die Seite ist übersichtlich gegliedert und sehr informativ. Dort findest du fast alles, was du zur Planung deines Urlaubs brauchst – auch auf Deutsch. Alle Regionen und Städte haben zudem ihr eigenes turistbyrå. Die Websites sind häufig jedoch nur auf Englisch (z. B. visitstockholm.com, goteborg.com, malmotown.com, gotland.com).

Auto

In Schweden musst du rund um die Uhr mit Licht fahren. Das Tempolimit in Ortschaften beträgt 50 km/h, außerhalb zwischen 70 und 110 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,2. Strafen bei Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung sind oft drastischer als in Deutschland. Parkplätze sind in den großen Städten rar und teuer, dafür ist der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut. Autofahrer bezahlen in Stockholm (max. 105 SEK/Tag) und Göteborg (max. 60 SEK/Tag) von 6 bis 18.30 Uhr eine City-Maut. Die Gebühr richtet sich nach der Tageszeit. Ausgenommen sind Feiertage, Wochenenden und der Monat Juli. Die Gebühr wird an Verkehrskontrollpunkten automatisch registriert. Die Abrechnung erfolgt via epass24.com.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Skarpögatan 9 | Stockholm | Tel. 08 6 70 15 00 | stockholm.diplo.de

Österreichische Botschaft

Kommendörsgatan 35/V | Stockholm | Tel. 08 6 65 17 70 | bmeia.gv.at/stockholm

Schweizerische Botschaft

Valhallavägen 64 | Stockholm | Tel. 08 6 76 79 00 | eda.admin.ch/stockholm

Einreise

Für die Einreise reicht für Bürger aus EU-Staaten und der Schweiz der Personalausweis.

Geld & Kreditkarten

Schweden ist zwar Mitglied der Europäischen Union, die Landeswährung ist aber weiterhin die Schwedische Krone (SEK). Ums Geldwechseln musst du dich trotzdem nicht kümmern. Bargeld ist out. Viele Restaurants, Läden und Fahrbetriebe akzeptieren es nicht mehr. Mit einer Bankkarte (mit Maestro oder V-pay- Funktion) kommst du überall durch. Falls du dennoch Bargeld möchtest, holst du es am besten am Geldautomaten. Kaum eine Bank in Schweden bietet noch einen Wechselservice an.

Gesundheit

Versicherte werden in Schweden gegen Vorlage der europäischen Versichertenkarte behandelt. Rufe bei Fragen immer erst das nationale Hilfstelefon (vårdguiden) unter der Nummer 1177 (vom ausländischen Handy +46 771 11 77 00) an. Dort geben erfahrene Krankenschwestern Auskunft (auf Englisch), welcher Arzt bzw. welches Krankenhaus helfen kann. Stell dich auf lange Wartezeiten beim Arzt oder im Krankenhaus ein! Nur bei lebensbedrohlichen Situationen gilt der Notruf 112. Vor der Anreise empfiehlt sich eine Impfung gegen Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME), die durch Zecken übertragen wird. Leitungswasser ist in der Regel bedenkenlos trinkbar.

Internet & WLAN

Viele Cafés, Restaurants und Hotels, aber auch die meisten Städte und Gemeinden in Schweden bieten ihren Gästen kostenloses Wifi an. In Zügen und Bussen gehört das Gratis-Internet mittlerweile ebenfalls häufig zum Standardservice.

Klima & Reisezeit

Ein dicker Pullover und eine Regenjacke gehören immer ins Gepäck. An den Küsten herrscht mildes Klima, mit nicht zu heißen Sommern und gemäßigten Wintern. Heiße Sommer und kalte Winter gibt es im Landesinnern. Doch auch in Stockholm fällt das Thermometer manchmal unter minus 10 Grad, und die Sonne lässt sich kaum blicken. Im Sommer scheint sie dafür umso länger: Im Juni ist es fast rund um die Uhr hell. Tipp vor Ort: Wie dasdas Wetter wird, verrät zuverlässig die SMHI-App des Wetterdienstes.

Masse & Gewichte

Wegstrecken werden in Schweden oft in schwedischen Meilen (mil) angegeben. Eine schwedische Meile entspricht 10 km. Bei Rezepten steht als Maßeinheit oft Deziliter statt Gramm.

Mietwagen

Mietwagen sind in Schweden relativ teuer. Wer wenig fährt, kann allerdings schon ab ungefähr 40 Euro (400 SEK) für einen Tag einen kleinen Wagen mieten. Im Sommer gibt es außerdem oft Sonderangebote. Dichte Filialnetze und günstige Preise bieten die Tankstellenketten Circle K (circlek.se) und OKQ8 (.okq8.se).

Notruf

Nationale Notrufnummer ist in Schweden die 112.

Öffentliche Verkehrsmittel

Der öffentliche Verkehr ist gut ausgebaut und wird meist von privaten Firmen im Auftrag der Provinzen und Gemeinden betrieben. Da an den Wochenenden und vor allem im nördlichen Teil des Lands aber täglich nur wenige Verbindungen angeboten werden, ist dort eine sorgfältige Planung der Ausflüge und Reisen notwendig. Auf der Website resplus.se findest du alle Verbindungen in Schweden. In den größeren Städten ist der Kauf einer Mehrfahrtenkarte bzw. eines Tages- oder Mehrtagespasses ein Muss, kostet doch sonst beispielsweise eine kurze Fahrt mit der Stockholmer Metro ab 43 SEK. Infos: sl.se (Stockholm), vasttrafik.se (Göteborg), dalatrafik.se (Provinz Dalarna).

Öffnungszeiten

Viele Geschäfte, vor allem Supermärkte, haben in Schweden bis abends (oft bis 21 Uhr und länger) sowie samstags und sonntags geöffnet. Museen, Sehenswürdigkeiten und Vergnügungsparks haben je nach Saison stark variierende Öffnungszeiten. Von Mitte Juni bis Mitte August, wenn in Schweden Schulferien und die meisten Touristen im Land sind, haben alle Einrichtungen deutlich länger geöffnet als außerhalb der Saison. Beachte bei der Reiseplanung, dass in kleineren Orten Museen und Restaurants außerhalb des Sommers – also auch im Mai und September – nur sehr beschränkt geöffnet sind.

Post

Das Porto für Postkarten und Briefe (bis 20 Gramm) weltweit kostet 21 SEK. Die Postfilialen sind in den vergangenen Jahren fast verschwunden, dafür bieten viele Supermärkte und Kioske der Kette Pressbyrån Postdienstleistungen an.

Preise

In den vergangenen Jahren sind die Preise für Urlauber in Schweden überdurchschnittlich gestiegen, was mit der verbesserten Restaurantqualität und mit der positiven Wirtschaftsentwicklung im Land zu tun hat. Buche auf jeden Fall Reisen und Übernachtungen möglichst frühzeitig und im Internet, besuche Restaurants zur Mittagszeit und nutze die weit verbreiteten Rabatte und Preisnachlässe für Kinder, Jugendliche und Studenten. In Restaurants werden z. B. auf Anfrage oft Kinderermäßigungen gewährt, auch wenn sie nicht auf der Speisekarte auftauchen.

Strom

230 Volt Wechselstrom, kein Adapter nötig.

Telefon & Handy

Die Vorwahl für Schweden ist 0046. Vorwahl nach Deutschland: 0049, nach Österreich: 0043, in die Schweiz: 0041.

Das Wegfallen von Roaminggebühren in der EU bedeutet nicht, dass eine Flatrate für das deutsche Netz auch automatisch eine Flatrate für das schwedische Netz ist. Prüfe also die Konditionen deines Vertrags, auch zum mobilen Surfen.

Trinkgeld

Trinkgeld in Cafés, Restaurants oder bei Taxifahrten ist in Schweden nicht so weit verbreitet wie in anderen Ländern. Gerade in Cafés bedient man sich ohnehin oft selbst. Wo aber ordentlich bis gut am Tisch serviert wird, ist es auch in Schweden üblich geworden, um bis zu 10 Prozent des Preises aufzurunden. Und grundsätzlich freut sich jeder, der gute Dienste leistet, über eine kleine Belohnung.

Unterkünfte

Es empfiehlt sich, Unterkünfte vom Campingplatz bis zum Hotel vor allem im Sommer besser im Voraus zu buchen. Vor allem in den schwedischen Sommerferien (Ende Juni-Mitte August) sind sie schnell ausgebucht. Campingplätze: Rund 400 Plätze hat der Schwedische Campingverband registriert. camping.se.

Ferien auf dem Bauernhof: In über 300 Bauernhöfen in ganz Schweden sind Übernachtungsgäste willkommen. Oft wird ihnen neben Bett und Küche auch ein Aktivitätsprogramm geboten (Reiten, Kühe melken, Heuschobernacht etc.). bauernhofurlaub-schweden.de

Ferienhäuser und Feriendörfer: Informationen gibt es bei Visit Sweden (vi sitsweden.de), dem örtlichen turistbyrå und in Reisebüros. Im Internet annoncieren zudem zahlreiche Privatpersonen und Vermittler. An vielen Stellen gibt es auch Feriendörfer (se mesterby). Diese Ansammlungen von preiswerten Hütten haben meist einfacheren Standard, liegen aber oft an schönen Orten, an einem See oder am Meer.

Jugendherbergen: Zum Teil sehr idyllisch gelegene und wirklich komfortable Jugendherbergen findest du beim schwedischen Touristenverein (svenskaturistforeningen.se) und dem Schwedischen Wanderheimverband (vif.se).

Zeit

In Schweden gilt die mitteleuropäische Zeit inklusive Sommerzeit.

Zoll

Für die Ein- und Ausfuhr von Waren nach bzw. von Schweden gelten die Bestimmungen der EU. Als Richtwerte für Ein- und Ausfuhr dienen folgende Mengen: 10 l Spirituosen, 20 l Dessertweine, 90 l Wein oder 110 l Bier. Achtung: Man muss mindestens 20 Jahre alt sein, um Alkohol einführen zu dürfen. Hinzu kommen die generellen Obergrenzen von 800 Zigaretten oder 200 Zigarren. Bis auf Norwegen gehören alle nordischen und baltischen Nachbarländer der EU-Zollunion (tullverket.se) an.

Bus

Bequeme Langstreckenbusse, meistens von regionalen Anbietern, verbinden die meisten Städte. Bei der Planung hilft die Überblicksseite reseplanerare (reseplanerare.resrobot.se).

Taxi

Taxis sind ein bequeme, aber nicht billige Alternative vor allem in den Städten. Es wird immer üblicher, sein Taxi per App zu bestellen.

Zug

Innerhalb Schwedens bieten verschiedene Regionalgesellschaften im Sommer Ticketpässe zu günstigen Konditionen an (z. B. tagkompaniet.se, inlandsbanan.se). Eine Besonderheit ist der schicke Luxus-Gourmet-Zug Blå Tåget (blataget.com) mit Pianobar, der Göteborg mit Stockholm und Uppsala verbindet – da wird schon die Reise zum Urlaub.

Was kostet wie viel?

Kaffee

ca. 3 Euro für eine Tasse Kaffee

Bier

ca. 5 Euro für 0,4 Liter

Fahrrad

27 Euro für einen Tag in Stockholm

Club

ca. 12 Euro für den Eintritt

Benzin

1,50 Euro für einen Liter Normal

Eis

5 Euro für drei Kugeln in der Waffel

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Nyårsdagen (Neujahrstag)

6. Januar

Heilige Drei Könige

März/April

Påsk Karfreitag und Ostermontag

1. Mai

Majdagen

Mai

Kristi himmelsfärd (Christi Himmelfahrt)

6. Juni

Nationalfeiertag

Freitag nach dem 21.6.

Midsommarafton

Samstag nach dem 21.6.

Midsommardagen

1. November

Alla helgons dag (Allerheiligen)

25. Dezember

Juldagen (Weihnachten)

26. Dezember

Annandag jul (Stefanstag)

31. Dezember

Nyårsafton (Silvester)

Veranstaltungen
Januar

Snöfestival (Kiruna): Schnee- und Eisskultpurenfestival, snofestivalen.se

Göteborg Filmfestival (Göteborg): Größtes Filmfest Nordeuropas, giff.se

Februar

Jokkmokk Marknad (Jokkmok): Traditioneller Wintermarkt der Samen, jokkmokksmarknad.se

März

Vasaloppet (Sälen, Mora): Ältestes und größtes Skilanglaufrennen (90 km) der Welt, vasaloppet.se

30. April/1. Mai

Valborg (ganz Schweden): Riesige Feuer zur Begrüßung des Frühlings

Juni

Midsommar (ganz Schweden): Feier der Sommersonnenwende mit Tanz um die Mittsommerstange (majstång), visitsweden.de/mittsommer-midsommar/)

Summerburst (Göteborg und Stockholm) Elektronische Tanzmusik, summerburst.se

Juli

Musik vid Siljan (Leksand, Rättvi, Mora): Volks- und World-Musik für die ganze Familie, musikvidsiljan.se

Storsjöyran (Östersund): Schwedens ältestes Musikfestival, yran.se

Stockholm Pride (Stockholm): Stockholms Christopher Street Day, stockholmpride.org

August

Mittelalterfestivals (Visby, Arboga): medeltidsveckan.se, arbogamedeltid.se

Kräftskiva (ganz Schweden): Flusskrebsessen mit Liedern, Papphütchen und Schnaps

Dezember

Luciafest (ganz Schweden): Mit vielen Kerzen auf dem Kopf bringt Santa Lucia am 13. Dezember Licht ins Dunkel

Im Trend

Malmö modern
Kehrtwende

Die einstige Industriestadt ist mit dem Västra Hamnen nun Schwedens Vorzeigeort. Das Viertel setzt auf erneuerbare Energien und bezeichnet sich selbst als "City of Tomorrow". Auch im Kleinen schreiben die Malmöer Nachhaltigkeit groß. So essen sie bio und vegan im Café des Glassfabriken (Kristianstadsgatan 16, www.glassfabriken.net) und kleiden sich lässig, aber nachhaltig mit den handgefertigten Designs von Swedish Hasbeens (Tjallamalla, Davidhallsgatan 15).

Ursprünglich
Gastro

Die Küchenchefs setzen verstärkt auf Klassiker aus Schwedens Wäldern und Wiesen - ohne dabei Hausmannskost zuzubereiten. Lassen Sie sich das Moltebeerendessert im Edsbacka Bistro (Sollentunavägen 220, Sollentuna) nicht entgehen oder probieren Sie sich durch Wild und Heringe, Pilze und Beeren im Salt&Sill (Klädesholmen, Tjörn, www.saltsill.se)! Noch mehr Köche der New Swedish Cuisine kennt der White Guide (www.whiteguide.se).

Klein, aber mein
Mini-Hotels

Unpersönliche Hotelketten waren gestern! Steigen Sie doch im Utter Inn von Mikael Genberg (www.mikaelgenberg.com) ab. Die winzige Hütte liegt im Mälaren-See - im wahrsten Sinne: Ein Teil des Hotels liegt unter der Wasseroberfläche (Sästerås). Bei seinem zweiten Projekt hat sich der Künstler dagegen in luftige Höhen gewagt. Das Hotel Hackspett (April bis Oktober, im Vasaparken, Västerås) steht in einer alten Eiche. Das Frühstück kommt per Flaschenzug, komfortable Betten, Bad und Küche gibt es auch. Buchungen für beide Hotels über www.vasterasmalarstaden.se.

New Yorker Export
South of Folkungagatan

Soho in New York kennt jeder, SoFo ist noch ein Geheimtipp. Das Viertel South of Folkungagatan (sofo-stockholm.se) ist die Heimat von Stockholms Kreativen. Galerien, Agenturen, coole Cafés und Shops reihen sich hier aneinander. Starten Sie im Retroambiente des Café String (Nytorgsgatan 38) mit einem Tee in den Tag. Falls Ihnen die Tasse gefällt, können Sie sie auch kaufen. Das Portemonnaie brauchen Sie auch bei Sivletto (Malmgårdsvägen 16-18), wenn nicht für Mode und schönen Krimskrams, dann um sich dort einen Haarschnitt verpassen zu lassen. Grandpa (Södermannagatan 21) klingt nicht gerade trendy? Überzeugen Sie sich in dem coolen Store vom Gegenteil. Hier gibt es fast alles. Aufstrebende Künstler lernen Sie in der Talent Gallery (Kocksgatan 23) kennen.

Hoch hinaus
Himmelsgleich

Der Raumfahrttourismus nimmt immer mehr Form an: Spaceport Sweden (www.spaceportsweden.com) entwickelt derzeit konkrete Pläne, um die Stadt Kiruna zum Raumfahrthafen für Touristen zu machen. 118 Meter reichen Ihnen schon? Dann ist das Hotel Scandic Victoria Tower (Arne Beurlingstorg 3a, Stockholm) einen Besuch wert. In luftiger Höhe und umgeben von coolem Design genießen Sie in der Sky Bar einen Drink und "Swapas", schwedische Tapas. Die Hauptstadt liegt Ihnen auch vom Sky-View zu Füßen. An der Außenwand der Veranstaltungsarena Ericsson Globe (Globentorget 2) sorgen zwei gläserne Gondeln für Herzklopfen - und das bei "läppischen" 85 Metern Höhe!

Bloss nicht!

Quengeln

Schweden sind von ausgesuchter Höflichkeit. Ärgerst du dich über schlechten Service oder den verspäteten Bus, dann am besten nicht lauthals. Probiere es mit unerschütterlicher Freundlichkeit! Das hilft. Garantiert.

Rasen

Auf Autobahnen und Landstraßen gelten Tempolimits. Den Schweden ist’s recht. Also lieber entspannen und auch nicht die Lichthupe bedienen, wenn vor dir jemand – was oft passiert – die Mittelspur blockiert.

Die Wohnung mit Schuhen betreten

Der Dreck bleibt draußen. Schweden ziehen sich ganz reflexmäßig beim Betreten einer Wohnung die Schuhe aus und stellen sie neben die Eingangstür. Die feinen (und sauberen) Schuhe für drinnen haben sie in einer Plastiktüte dabei. Im Sommer barfuß in der Wohnung herumzulaufen ist natürlich vollkommen o.k.!

Drängeln

Wer glaubt, die Briten seien Weltmeister im Schlangestehen, der war noch nie in Schweden. Hier wird nicht gedrängelt und geschubst. Man stellt sich brav in die Schlange – möglichst mit gehörigem Abstand zu Vordermann oder -frau.

Elchschilder abmontieren

Ein Zusammenstoß von Elch und Auto endet nämlich oft tödlich – nicht nur für den Elch! Elchschilder mögen zwar ein cooles Souvenir sein, doch sie können auch Leben retten. Daher: Lieber ein Elchschild im Souvenirladen kaufen!

Schweden verstehen

Die Sache mit dem Elch

Die Schweden selbst stehen mitunter etwas ratlos vor dem Hype, den Elche bei ausländischen Besuchern auslösen. Viele Einheimische mögen Elche vor allem vor der Flinte und auf dem Teller. In Schweden, so heißt es, gibt es vier große Feiertage: Weihnachten, Ostern, Mittsommer und Elchjagd. Gut ein Viertel der insgesamt 350 000 Elche lassen bei der alljährlichen Jagdsaison ihr Leben. Dennoch – oder gerade deswegen – muss man sich um ihren Fortbestand keine Sorgen machen. Die Elchpopulation in Schweden ist gesund. Das große Problem für touristende Elchfanatiker ist, dass sich die Tiere in freier Wildbahn nur selten zeigen. Doch wozu gibt es 30 Elchparks? Ein Besuch lohnt sich. Der „König des Waldes“ ist tatsächlich etwas ganz Besonderes (Liste der Elchparks, natürlich auch auf Deutsch: short.travel/swe24).

No Cash

Schweden ist auf dem Weg zur bargeldlosen Gesellschaft. Kaugummi im Supermarkt, Coffee to go – selbst Kleinstbeträge bezahlen die Schweden und Schwedinnen mit Karte. Viele Restaurants, Läden und Hotels haben sich zu bargeldlosen Zonen erklärt. Auch „Swish“ ist in. Mithilfe dieser Bezahl- App lässt sich Geld per Smartphone schnell und kostenlos überweisen. Selbst die Kollekte in der Kirche lässt sich mittlerweile „swishen“. Bedenken in Sachen gläserner Bürger oder Überwachungsstaat sind den Schweden fremd.

Gleich, Gleicher, Schweden

Gleichheit ist einer der Grundpfeiler der schwedischen Gesellschaft – bei Geschlecht, Religion und Herkunft. Pride, der Kampfbegriff der Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgenderpersonen, schaffte in Schweden früh seinen Durchbruch. Das jährliche Pride-Festival in Stockholm gehört zu den größten seiner Art. Was die Religion anbelangt, so sind – zumindest auf dem Papier – mehr als zwei Drittel der Schweden Protestanten. Im Alltag spielt der Glaube jedoch eine geringe Rolle, Schweden gilt als eines der am wenigsten religiösen Länder der Welt. Ein Vorreiter war und ist das Land hingegen in Sachen Gleichberechtigung von Mann und Frau. Schweden hat eine der höchsten Frauenerwerbstätigkeitsquoten der Welt. In der Regel arbeiten Frauen Vollzeit. Großzügiger Elternurlaub, eine Krippenplatzgarantie, Ganztagskindergärten und -schulen sorgen gleichzeitig für eine der höchsten Geburtenraten in der EU.

Hereinspaziert!

Prinzipiell darf sich in Schweden jeder frei in der Natur bewegen, auch auf Privatgrundstücken. Das regelt das sogenannte allemansrätten (Jedermannsrecht). Gerade wegen dieser Freiheit ist es wichtig, sich an die wenigen Einschränkungen zu halten, um die Natur zu bewahren. Lagerfeuer etwa sind im Wald (Brandgefahr) und auf Felsen (Bruchgefahr) verboten. Das Pflücken geschützter Pflanzen ist ebenso untersagt wie das Fällen von Bäumen. Schilder mit dem Hinweis „Betreten verboten“ sind selten, sollten aber unbedingt beachtet werden. Es empfiehlt sich, das Jedermannsrecht zu studieren (short.travel/swe13), bevor es in die Natur geht. Dort steht nämlich nicht nur, was erlaubt ist und was nicht, die Bestimmungen sind auch ein Stück Kulturerbe, das viel über das Selbstverständnis der Schweden aussagt.

Bei Königs

Erstaunlicherweise erfreut sich im Land der Gleichheit die Monarchie großer Beliebtheit. Weitestgehend skandalfrei (auch wenn über mögliche Affären Carl Gustafs so einiges gemunkelt wurde) leben die Bernadottes vor sich hin und repräsentieren Schweden erfolgreich im Ausland. Politische Macht hat der König als staatliches Oberhaupt nicht mehr, doch der PR-Effekt der königlichen Familie ist enorm.

Außerdem gelingt es Silvia und Co. erfolgreich, altmodischen Prunk und Volksnähe zu vereinen. Geschickt vermischen sie auch Tradition und Moderne und führten z. B. die weibliche Thronfolge ein. So wird die überaus beliebte Victoria einmal ihren Vater beerben.

Skål!

Schnell mal ein Bier oder einen Wein im Supermarkt kaufen, das kannst du in Schweden vergessen. Nach wie vor hat der schwedische Staat ein Alkoholmonopol. Das Recht auf ein solches Monopol hatte man sich beim Eintritt in die EU 1995 ausdrücklich genehmigen lassen. „Richtiges“ Bier, Wein und andere Spirituosen gibt es lediglich in einer der mehr als 430 staatlichen Systembolaget-Filialen zu kaufen. Dort sind die Öffnungszeiten für schwedische Verhältnisse sehr beschränkt und sonntags geht gar nichts. Die Altersgrenze liegt bei 20 Jahren und die Getränke sind teuer, weil hoch besteuert. All das ist Absicht. Alkohol soll schwer zugänglich sein und viel kosten, um Alkoholismusprobleme besser in den Griff zu bekommen. Die Forschung gibt der Regierung recht: Im Durchschnitt trinken die Schweden deutlich weniger als z. B. Deutsche, Österreicher und Schweizer.

Astrid

Heute vergisst man gern, wie revolutionär Astrid Lindgren einst war. Nirgendwo in der Kinderliteratur gab es vor ihr Figuren wie Pippi Langstrumpf. Frech, stark und kämpferisch, zudem noch weiblichen Geschlechts. Lindgren hat Kinder ernst genommen. Das war ihr großes Geheimnis. Einerseits schilderte sie die Idylle im ländlichen Bullerbü. Andererseits schrieb sie über große Fragen wie den Tod, etwa in „Die Brüder Löwenherz“. Die weltberühmte Schriftstellerin, deren eigenes Leben keineswegs immer idyllisch war, engagierte sich gesellschaftspolitisch, kämpfte gegen hohe Steuern und Atomkraft, für Kinder- und Tierrechte. „Ich bin die Beichtmutter der Nation“, sagte sie einmal und war darüber nicht nur glücklich.

Weltklasse-Trendsetter

Irgendwie gelingt es Schweden immer wieder, Revolutionäres auf den Markt zu bringen. Denk mal nur an Ikea, H&M und Tetrapak oder im digitalen Zeitalter an Skype, Spotify und Candy Crush. Bei Mode und Design mischen die Schweden mit COS, Filippa K, Acne und Whyred auch ganz vorne mit. Und dann natürlich die Musik! Abba machte den Anfang. Danach kamen u.a. Roxette, Swedish House Mafia, Avicii und Zara Larsson. Was ist das Geheimnis dieses Erfolgs? Ein gutes Bildungssystem, soziale Absicherung und der Mut zu Unkonventionellem – so lautet eine Standarderklärung. Wir sagen einfach: Hut ab!

Samen

Die Samen gehören zu den wenigen noch existierenden indigenen Völkern in Europa. Ab dem 17. Jh. wurden die rentierzüchtenden Nomaden von den skandinavischen Regierungen verfolgt und unterdrückt. Erst der erfolgreiche Kampf gegen Staudammprojekte in ihrem Lebensraum brachte nach 1980 die Wende. Heute verfügen die gut 90 000 über Nordskandinavien verteilten Samen (früher abschätzig Lappen genannt) über umfassende Minderheitenrechte, eigene Parlamente – das der 30 000 schwedischen Samen hat seinen Sitz in Kiruna –, Medien und Hochschulen. Auch samische Kultur erlebt eine Renaissance. Junge Samen zeigen Selbstbewusstsein und kombinieren z. B. den traditionellen Gesang jojk mit Hiphop oder Popmusik. Der Film „Das Mädchen aus dem Norden“ thematisiert den schwedischen Rassismus der 1930er-Jahre.

Nobel

Alfred Nobel (1833–1896) ist sicherlich einer der berühmtesten Schweden. Zu Lebzeiten kam der gebürtige Stockholmer als Erfinder und Industrieller zu Vermögen und Ansehen. Seine bekannteste Erfindung ist das Dynamit. Weltweit berühmt wurde er als Stifter der nach ihm benannten Nobelpreise. Seit 1901 werden alljährlich die „größten Leistungen für die Menschheit“ auf den Gebieten der Literatur, der Medizin/Physiologie, der Biologie, der Chemie und der Friedenssicherung mit je 10 Mio. Schwedischen Kronen (ca. 1,1 Mio. Euro) bedacht. Nur der Friedensnobelpreis wird nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen – zu Nobels Zeiten gehörte Norwegen noch zur schwedischen Krone und Nobel wollte die Norweger ebenfalls teilhaben lassen.

Koffeinsucht

Die Schweden sind Vize-Weltmeister im Kaffeetrinken, nur die Finnen konsumieren mehr. Kaffee geht immer – morgens, mittags, abends, aber auch spät nachts. Und die Kaffeepause hat ihren eigenen Namen: fika – mit langem i! Am liebsten trinken die Schweden Filterkaffee, und den gern stark. Nach Espresso oder Cappuccino suchst du auf dem Land oft vergeblich. In den Städten hingegen boomen Kaffeebars. Trendsetter war die 1996 gegründete schwedische Kette Espresso House (espressohouse.com) – inzwischen in deutschen Händen.

Dicke Lippe

Zigaretten sind in Schweden selten zu sehen. Nirgendwo sonst in Europa rauchen so wenig Menschen wie in Schweden. Dafür ist snusen weit verbreitet. Snus ist ein Lutschtabak, der zwischen Lippe und Zahnfleisch geklemmt wird. Dort verbreitet er Geschmack und Wirkung – und nach Ansicht einiger Experten auch Krebs. Snus ist in keinem anderen Land der EU erlaubt. Schweden bekam wegen der langen Tradition des Snusens eine Ausnahmegenehmigung. Siehst du einen Schweden mit dicker Oberlippe, dann weißt du: Er genießt gerade seine prilla, seine Portion Lutschtabak.

(Eis)Wein

Dank gestiegener Durchschnittstemperaturen und computergesteuerter Anbaumethoden haben viele südschwedische Bauern auf den Weinbau umgesattelt. Der Erfolg blieb nicht aus. In den staatlichen Monopolgeschäften systembolaget sind mittlerweile auch einheimische Produkte wie „Domaine Sånana“ in den Regalen zu finden – und in der Provinz Skåne laden Produzenten zu Degustationsreisen entlang des über 100 km langen Vinvägen (Weinstraße) ein. Der Direktverkauf im Weingut ist aber verboten. Wer nicht den Umweg über ein systembolaget (s. S. 19) machen will, kann die schwedischen Lieblingstropfen einfach im Internet bestellen.

Phänomen Greta

Im August 2018 setzte sich die 15-jährige Stockholmerin Greta Thunberg zum ersten Mal mit einem Schild „Ich streike fürs Klima“ vor dem schwedischen Parlament auf den Boden. Kaum jemand beachtete sie. Zwei Jahre später streiken Hunderttausende von Menschen weltweit jeden Freitag fürs Klima, und alle wissen, wer Greta ist. Dank sozialer Medien und ungewöhnlich deutlicher Sprache wurde Thunberg zum Sprachrohr der Klimabewegung. Sie hat das Asperger-Syndrom, bezeichnet es selbst aber nicht als Krankheit, sondern als ihre „Superpower“. Übrigens: Gretas Mutter ist die bekannte Opernsängerin Marlena Ernmann, die Schweden 2009 im Eurovision Song Contest vertrat.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Astrid Lindgren, ihr Leben

In dieser Biografie von Jens Andersen lernst du die weltberühmte Kinderbuchautorin näher kennen. Überraschungen garantiert! (2015)

Die Eishexe

Die neue Queen der Schwedenkrimis Camilla Läckberg schickt ganz Fjällbacka und Hauptkommissar Hedström auf die Suche nach einem vermissten Mädchen. (2018)

Filme
Midnight sun

Eine Pariser Polizistin und ein schwedischer Staatsanwalt suchen in der atemberaubend schönen Landschaft Nordschwedens nach einem Mörder. Thriller-Serie in ungewohnter Umgebung. (2016)

Das Mädchen aus dem Norden

Einfühlsam schildert der Film am Beispiel der 14-jährigen Elle Marja die Unterdrückung der samischen Bevölkerung und die Suche nach einer eigenen Identität. (2016)

Fakten

Einwohner
10.343.403
Fläche
450.295 km²
Sprache
Schwedisch
Währung
schwedische Krone
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Konstitutionelle Monarchie
Hauptstadt
Stockholm
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
20:41 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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