Kuba

Überblick

Willkommen auf Kuba!

Kuba hat sich längst als Topziel in der Karibik etabliert. Weit über zwei Millionen Besucher kommen jedes Jahr, und dabei sind längst noch nicht alle schönen Strände und Inseln für den Tourismus erschlossen. Als größtes Land der Karibik bietet Kuba ein schier unerschöpfliches Potenzial für sonnenhungrige und unternehmungslustige Urlauber.

Der Sozialismus hat aus Kuba wahrlich kein wohlhabendes Land gemacht – die Wirtschaftsblockade der USA ist mit ein Grund dafür. Aber wie in der „Dritten Welt“ wird sich auf Kuba niemand fühlen. Kinder als Schuhputzer? Nicht hier. Frauen, die nichts zu sagen haben? Nicht auf Kuba. Bettelnde Kranke und Krüppel? Auch die sind hier die große Ausnahme. Um das wahre Kuba zu erkennen, muss man allerdings schon mal hinter die Fassade des wirtschaftlich unentwegt ums Überleben kämpfenden Landes blicken und seine Menschen kennenlernen. Dazu bieten sich mehrere Möglichkeiten: Rundreisen mit dem Bus, mit dem Mietwagen oder die Teilnahme an Programmen, wie sie Spezialveranstalter anbieten: Wanderungen mit kubanischen Führern oder Salsa-, und Spanischkurse mit kubanischen Lehrern.

Entdecken Sie also Kuba! Ein Muss ist natürlich Havanna. Immer schon pompöser und weltstädtischer als alle anderen Metropolen in der Karibik, präsentiert sich die „Stadt der Säulen“ wie der kubanische Schriftsteller Alejo Carpentier Havanna nannte, heute als Schmuckstück der Nation. Vor allem in Habana Vieja, der Altstadt, drängen sich Touristen aus Europa, Japan, Lateinamerika und den USA, seit dort lebende Exilkubaner uneingeschränkt ihre Verwandten, also Tanten, Onkel, Cousins ersten und zweiten Grades, besuchen dürfen.

Nicht weit von der Metropole entfernt erheben sich sanfte Gebirge, aus denen Quellen sprudeln, blühen Orchideen neben einem Wasserfall, führen Wanderwege durch ein Biosphärenreservat mit üppiger Flora und Fauna. Wenige Kilometer weiter genießen die Gäste der Aussichtshotels von den Terrassen den Blick ins Tal der Mogotes. Morgens umwabern Bodennebel die buckligen Kalkberge – ein Bild von mystischer Schönheit. Das Valle de Viñales gilt als eines der besten Tabakanbaugebiete der Welt. Und daran schließt sich scheinbar das Ende der Welt an: die Halbinsel Guanahacabibes mit dem Taucherziel María La Gorda.

Das alles ist aber erst der Anfang. Nach dem „Kopf“ mit Havanna und Umgebung streckt sich der kubanische Festlandskörper noch fast 1000 km weit nach Osten in Richtung Haiti. Ein Urlaub reicht nicht annähernd, um alles zu entdecken...

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Ab Juni kann es zu tropischen Wirbelstürmen kommen
Juni
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Juli
mittel
31°C
August
mittel
32°C
September
mittel
31°C
Oktober
mittel
29°C
Beginn der Trockenzeit
November
sehr gut
27°C
Dezember
sehr gut
26°C
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Wetter & Klima

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Mehr Wetterinfos

Anreise

11h 25min
Frankfurt am Main
Kuba
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Entdecke Kuba

Vom Spielkasino zur Revolution

Kuba war schon immer „besonders“: Schon Christoph Kolumbus schwärmte von der Schönheit der Insel. Dann machten die spanischen Eroberer ausgerechnet Kuba zu ihrer wichtigsten Anlaufstation für ihre Schatzgaleonen. Kuba wurde größter Zuckerproduzent der Welt. Und als in den USA zu Zeiten der Prohibition Glücksspiel und Alkoholkonsum verboten waren, tobten sich die Genuss- und Spielsüchtigen hier aus: Kuba mutierte zum Sündenbabel der USA. Aber vollends zum Mythos wurde Kuba durch die Revolution, als verwegene junge Männer in Kampfanzügen – allen voran Fidel Castro mit seinem Bruder Raúl, mit Camilo Cienfuegos und dem Argentinier Ernesto „Che“ Guevara – den Diktator Fulgencio Batista von der Insel vertrieben, um eine gerechtere Gesellschaft zu etablieren. Großgrundbesitzer wurden enteignet und ihre Besitztümer „sozialisiert“, Bildung und ärztliche Versorgung kostenlos für jedermann, Sexismus und Rassismus bekämpft. Diese soziale Revolution bewegte die Welt und veränderte nicht nur Kuba, sondern ganz Lateinamerika.

Überlebenskünstler

Wer das erste Mal nach Kuba reist und die bröckelnden Häuser in den Seitengassen Havannas sieht, wenn wieder mal Leitungsrohre krepieren oder der Strom ausfällt, wird von der wirtschaftlichen Rückständigkeit Kubas vielleicht erst mal schockiert sein. Aber dann sicher auch beobachten, wie sich die Kubaner gegenseitig helfen, wie einfallsreich sie Problemen auf den Leib rücken, wie lässig sie improvisieren, ja, aus der Not eine Tugend machen. Land und Leute bilden auf Kuba eine fast spürbare Einheit. Willst du sie kennenlernen, musst du die Rundum-Versorgung deines All-inclusive-Hotels verlassen, ob in Varadero, auf der Cayería del Norte, den Jardines del Rey oder in der Provinz Holguín, und dich auf das Abenteuer Entdecken einlassen. Für kleinere Ausflüge nimmst du die Kutsche, ein Fahrradtaxi oder Taxi. Für längere stehen dir als Verkehrsmittel schnelle Überlandbusse (Viazul) und bei rechtzeitiger Reservierung manchmal schon etwas mitgenommene Mietwagen zu Verfügung.

Naturschönheit im Meer

Freu dich auf eine karibische Welt von seltener Weite und stolzer Größe, auf grüne Ebenen, Gebirge, weiße Korallenstrände und vorgelagerte Inseln. Im Westen, in Viñales, leuchtet rote Tabakerde zwischen den berühmten mogotes, den 160 bis 140 Mio. Jahre alten erodierten Riffkalkblöcken. Es sind Riesen aus einer Zeit lange vor der Entstehung der Kleinen Antillen. Als Teil der Sierra de los Órganos, in der die ältesten Gesteine der Karibik gefunden wurden, hoben sie sich im Miozän (vor 24–5 Mio. Jahren) aus dem Meer, zum Teil noch verbunden mit Hispaniola und Jamaika. Seine heutige langgezogene Gestalt besitzt Kuba „erst“ seit 7 Mio. Jahren. Der kubanische Dichter Nicolás Guillén (1902–89) verglich sie mit der eines auf dem Rücken liegenden, lachenden Krokodils. Ein Tier, das auf Kuba in Gestalt des Rautenkrokodils vorkommt. Es ist in der Ciénaga de Zapata beheimatet, dem größten Sumpfgebiet der Karibik, das zu Kubas sieben Nationalparks gehört und als Biosphärenreservat ausgewiesen ist. Du kannst sie mit Führern erkunden, die sich in den Informationszentren anbieten (oder sie vorher bei einem Veranstalter mit Reiseleiter in der Muttersprache buchen). Der artenreichste Nationalpark des Landes wurde nach Alexander von Humboldt genannt. Er breitet sich im äußersten Osten des Landes aus, unweit von Baracoa.

Alte Städte voller Leben

Terrakottadächer, hohe, vergitterte Fenster, hohe Holztüren – die Architektur der frühen Kolonialzeit prägt bis heute viele kubanische Städte, allen voran die sechs ältesten: Baracoa (gegr. 1511), Bayamo (1512), Remedios, Sancti Spíritus und das Unesco-Weltkulturerbe Trinidad (1514), Kubas kolonialer Perle, in der sich heute die ganze Welt trifft. Andere Städte wie Holguín oder Matanzas prunken mit Palästen aus der späteren Kolonialzeit, als spanische Zuckerbarone noch mit Sklaven einen unvorstellbaren Reichtum erwirtschafteten, während der Rest Amerikas längst unabhängig und frei war.

Stolze Metropole

Was aber wäre Kuba ohne Havanna, diese einzigartige karibische Großstadt? Wo das Meer sein Salz wie Würze über die Angler und Verliebten am Malecón versprüht, wo längst wieder eine Prise früherer Verruchtheit spürbar ist, Jazzclubs und Bars aus dem Boden schießen? Du brauchst nur durch die Altstadt zu bummeln und begegnest den verrücktesten Geschichten, z. B. der vom Zuhälter Alberto Yarini y Ponce de Léon, genannt „El Rey“ (der König), der aus einer der besten Familien stammte und mit seinen sechs Frauen in der Calle Paula Nr. 96 wohnte. Oder von berühmten Tänzerinnen wie Josefine Baker, berüchtigten Mafiosi wie Meyer Lansky und natürlich von „Papa“ Ernest Hemingway.

Praktische Hinweise

Anreise

Internationale Linienfluggesellschaften wie Air France oder Iberia steuern meist nur Havanna und Varadero an, Chartergesellschaften wie Condor, LTU oder Martinair im Dienste der großen Pauschalveranstalter auch Cayo Coco und Holguín. Flüge gibt es ab 750 Euro (Last-Minute-Restplätze mit kurzer Aufenthaltsdauer). Urlauber benötigen zur Einreise einen mindestens noch 6 Monate gültigen Reisepass und eine Touristenkarte (zzt. 22 Euro). Individualtouristen erhalten sie bei einem Spezialveranstalter (z. B. in Verbindung mit der Flugbuchung) oder auf dem Postweg bei der kubanischen Botschaft (Scheck plus frankierter Rückumschlag). Für Pauschalreisende ist sie meist im Preis enthalten. Bei der Ausreise werden 25 CUC fällig, und die Kopie der Touristenkarte muss wieder abgegeben werden.

Auskunft
Kubanisches Fremdenverkehrsbüro

Kaiserstraße860311069 288322www.autenticacuba.com.

Busse

Die modernen und klimatisierten Busse der Gesellschaft Viazul verkehren zwischen allen Städten Kubas und sind meist sogar pünktlich. Die Fahrt von Havanna nach Varadero z. B. kostet 10 CUC. Preise und Routen sind unter www.viazul.cu aufgeführt. Adresse und Busbahnhof in Havanna: Ave. 26/Zoológico07 8811108. Bequem ist der Buspass von Sprachcaffe (www.sprachcaffe-kuba.com), der eine Wunschroute zu einem günstigen Festpreis pro Tag inklusive Hotel ermöglicht.

Diplomatische Vertretungen
Botschaften der Republik Kuba

Berlin BotschaftStavangerstraße2010439030 91611811; KonsularabteilungGotlandstraße1510439030 44737023emba.cubaminrex.cu/alemania

WienKaiserstraße84A-107001 8778198emba.cubaminrex.cu/austria

BernGesellschaftstrasse8CH-3012031 3022111emba.cubaminrex.cu/suiza

Deutsche Botschaft

Calle 13No. 652Calle B07 8332569www.havanna.diplo.de

Österreichische Botschaft

Ave. 5ta ANr. 6617Ecke 7007 2042825havanna-ob@bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

5a Avenida2005zw. 20/2207 2042611www.eda.admin.ch/havana

Eisenbahn

Vom Hauptbahnhof in Havanna starten Züge ins ganze Land, darunter tgl. drei Nachtzüge von Havanna nach Santiago de Cuba. Fahrzeit ca. 12 Std., regular 30, mit Klimaanlage ab 50 CUC. Fahrkarten sind rar, man sollte seine Plätze am besten zwei Wochen im Voraus reservieren; die Fahrkarten gibt’s für Touristen im gelben Bahnhofsgebäude La Coubrezw. Hauptbahnhof und Hafen. Infos: FerrocubaArsenal/Egido07 8628021, oder Fahrplanauskunft: 07 621929www.hicuba.com/ferrocarril.htm

Geld & Währung

Kubas Wirtschaft funktioniert parallel mit zwei Währungseinheiten: dem kubanischen Peso (CUP oder MN) und dem Peso Convertible (CUC), der kubanischen Devisenwährung, die im Ausland wertlos ist. Bis 2004 war parallel noch der US-Dollar als Devisenzahlungsmittel im Umlauf. Seitdem kann man US-Dollars zwar in Wechselstuben oder Banken in CUC umtauschen, zahlt aber eine zehnprozentige Gebühr! Der Euro wird in einigen wenigen Touristenregionen direkt als Zahlungsmittel akzeptiert. Wechselkurs Anfang 2012: 1 Euro = 1,30 CUC. Das gilt aber nur bei Barumtausch. Wer Kreditkarten einsetzt, ob im Laden oder mit Pass auf einer Bank oder am Geldautomaten (nur mit europäischer Visa-Kreditkarte und PIN), dem werden 11,1124 Prozent „Kreditkartengebühr“ und „Dollarumtausch“ belastet. Am besten reist man also mit Euros in bar – oder mit Euro-Travellerschecks, da bei ihrem Eintausch bislang nur eine Gebühr von 3 Prozent fällig wird. Achtung: Bei Verlust einer Eurocard/MasterCard wird kein Ersatz nach Kuba geschickt. Scheckkarten (EC/Maestro) werden in Kuba nirgends angenommen!

Im Januar 2012 gab es für 1 Peso Convertible (CUC) 22 kubanische Pesos (CUP). Die nationale Währung kann nutzen, wer z. B. auf den Bauernmärkten oder an Imbissständen einkaufen möchte.

Gesundheit

Für die Einreise werden keine Impfungen verlangt, es sei denn, Sie kommen aus einem Land, in dem Cholera oder Gelbfieber vorkommen. Vorsicht ist bei Wasser geboten, um Magen- oder Darmverstimmungen vorzubeugen. Impfempfehlungen und Informationen zu Gesundheitsrisiken finden Sie auf der Website des Tropeninstituts München: www.fit-fortravel.de. Geraten wird zu Impfungen gegen Diphtherie, Hepatitis A und Tetanus. Benötigte Medikamente sollten in ausreichender Menge mitgeführt werden.

In großen Touristenhotels gibt es Erste-Hilfe-Stationen, meist mit Arzt, in den Touristenorten außerdem Internationale Kliniken (www.servimedcuba.com oder wenden Sie sich an Ihre Botschaft). Wer ärztlich behandelt werden muss, zahlt bar in CUC. Für die Einreise zwingend ist seit 2010 auf Kuba der Nachweis einer Auslandskrankenversicherung!

Inlandsflüge

Um für einen Inlandsflug einen Platz zu ergattern, muss man mindestens zwei Wochen im Voraus buchen. Besonders gefragt ist die Strecke Havanna–Santiago de Cuba (800 km Luftlinie); Hin- und Rückflug mit Cubana oder Aerocaribbean ab 180 Euro. Büro der Cubana de AviaciónCalle InfantaHumboldt0053 7334446www.cubana.cu

Internet

Es gibt einige wenige Internetcafés und PC-Terminals in den Etecsa-Büros und auf Postämtern, aber zunehmend wird WIFI den Gästen in den Lobbys der größeren staatlichen Hotels auch kostenlos geboten. Etecsa verkauft Internetkarten ab 6 CUC mit einem Zugangscode für seine leider meist sehr langsamen Computer.

HILFREICHE WEBSITES

Offizielle Tourismusseiten (auf Dt.): www.cubainfo.de; Havanna-Termine (auch Dt.): www.havana-cultura.com; Kuba-TV im Web: www.cubavision.cubaweb.cu und Kuba-Radio: www.radiocubana.cu; Kubaportale (Sp.): www.cubaweb.cu, www.cuba.cu; Workcamps, Solidarität: www.netzwerk-cuba.de

Klima & Reisezeit

Auf Kuba ist das ganze Jahr über Sonnensaison. In den Wintermonaten (der Trockenzeit) sind die Nächte kühler als im Sommer, auch wenige einzelne Tage können kühler sein. Wer hohe Luftfeuchtigkeit scheut, sollte in der Trockenzeit (Mitte Nov. bis April) reisen. Die Regenzeit fällt in die übrigen Monate. In dieser Zeit können Hurrikane über Kuba ziehen, besonders Ende Aug. bis Ende Okt.

Mietwagen

Internationale Leihfirmen sind auf Kuba nicht vertreten. Wer zu günstigen Tarifen buchen will, wende sich an einen Spezialveranstalter. Für 5 Tage muss man mit 56 CUC/Tag rechnen. Vor Ort sind zudem min. 15 CUC/Tag Versicherung zu zahlen. Der Fahrer (min. 21 J.) muss einen nationalen Führerschein vorlegen und einen Kreditkartenabzug über 200 CUC oder mehr als Sicherheit hinterlegen. Prüfen Sie bei Übernahme, ob das Ersatzrad zum Wagen passt (falls nicht, werden Sie evtl. später für ein passendes zur Kasse gebeten). Im Vertrag kann es eine Klausel geben, nach der alle 10 000 km eine Inspektion gemacht werden muss. Achten Sie darauf, dass die nächste fällige im Vertrag vermerkt ist. Sollten Sie die entsprechende Kilometerzahl erreichen, steuern Sie die nächste Verleihstation an, um den Wagen zu tauschen. Wenn Sie das versäumen, müssen Sie evtl. eine Strafe zahlen. Das gilt auch für einen u. U. fälligen Ölwechsel. In den Ferienzentren werden auch Motorroller vermietet; in Varadero z.B. für 12 (2 Std.) bis 24 CUC (24 Std., dann plus 50 Euro Sicherheit).

Notruf

Der Polizeinotruf in ganz Kuba ist 116; in Havanna außerdem noch 106.

Post

Briefmarken gibt’s meist mit den Postkarten in den Läden, auf Postämtern und in manchen Etecsa(Telefon-)Büros. Eine Luftpostkarte nach Europa kostet 0,50 CUC.

Privatquartiere

Casas particulares (Privathäuser) sind eine günstige Alternative zu den staatlichen Hotels und ermöglichen familiären Kontakt. Adressen und Infos: www.holacuba.de, www.cubacasas.net, www.casaparticularcuba.org. Erkennbar sind casas particulares an einem weißen Schild mit einem dunkelblauen Zeichen in Form eines senkrecht stehenden Ankers, das meist am Türeingang klebt.

Sicherheit

Leider ist Kuba nicht mehr das sicherste Reiseland Lateinamerikas. Es werden zwar drakonische Strafen bei Diebstahl, Raub und Körperverletzung verhängt, aber sie wirken nicht mehr abschreckend, seit die Korruption blüht. Vorsicht ist geraten in einsamen Gegenden und bei Schleppern, die z. B. Privatquartiere empfehlen. Hinweise zur Kriminalität finden Sie auf der Website des Auswärtigen Amts (www.auswaertiges-amt.de) unter den Reisehinweisen für Kuba.

Spezialveranstalter

Kubanischer Herkunft ist der Veranstalter TropicanaBerliner Straße16110715030 8537041www.tropicana-touristik.de. Für seine guten Kuba-Programme prämiert wurde AventouraRehlingstraße17791000761 2116990www.aventoura.de, Büro HavannaEdificio Bacardí Oficinas 001–003Monserrate2610053 78632800www.aventoura-cuba.com. Im gleichen Gebäude bietet Cuba Real Tours (Edificio Barcadí, Oficina 40407 8664251info@cubarealtours.com) Rundreisen u.a.. Sprach- und Tanzkurse bieten u. a. Sprachcaffe StudienreisenGartenstraße660594069 61091256www.sprachcaffe-kuba.com und Danza y movimientoHütten11820355040 340328www.danzaymovimiento.de.

Straßenverkehr

Die Verkehrsregeln entsprechen weitgehend den unsrigen. Weit verbreitet ist das Fahren auf der Überholspur, um den vielen Kutschen, Fahrrädern und Fußgängern auf der rechten Seite der Landstraßen auszuweichen. Die Straßen können bis auf wenige abseitige Routen als gut bezeichnet werden. Auf Landstraßen sind maximal 90, auf der Autobahn (wenn nicht anders angezeigt) 100 km/h erlaubt. Punto de Control heißt Kontrollpunkt; beim Passieren auf die vorgeschriebenen 40 km/h heruntergehen! Beim Parken gilt: Immer gesicherte Plätze (parqueos) oder einen Aufpasser suchen (und bezahlen), sonst fehlt nachher vielleicht das Radio, ein Schaden, den keine kubanische Versicherung deckt.

Bei Unfällen mit Personenschäden muss ein Tourist so lange im Land bleiben, bis die Genesung des Verletzten absehbar ist oder dessen Arzt- oder Krankenhausrechnung beglichen wurde. Das kann bis zu neun Monate dauern; diese Zeit müssen Sie auf eigene Kosten im Land verbringen. Unabhängig von der Schuldfrage wurden bei Unfällen mit schwer verletzten (oder verstorbenen) Kubanern auch schon Haftstrafen von 1–4 Jahren gegen ausländische Unfallfahrer verhängt.

Bei Unfällen (oder Diebstahl) muss alles polizeilich erfasst und protokolliert werden, damit die Versicherung zahlt. Lassen Sie sich auch einen Beleg des Protokolls geben, und notieren Sie dazu den Namen des Polizisten. Große Unfallrisiken bergen Nachtfahrten, denn auf der Straße können unbeleuchtet Personen, Radfahrer, Kutschen, Kühe, Mopeds und auch Autos unterwegs sein. Wer zu schnell gefahren ist, kann eine Strafe (multa) bekommen. Aber die Polizei darf kein Geld kassieren, sie muss die Strafe im Mietwagenvertrag eintragen.

Die modernen „Servi“-Stationen sind Tag und Nacht geöffnet. 2011 kostete der Liter especial (Super) 1,30 CUC. Bezahlt werden muss fast immer bar, auch wenn die Tankstelle mit Kreditkarten-Aufklebern bestückt ist, die sie angeblich akzeptiert. Als Grund wird meist genannt, das Kreditkarten-Abbuchungsgerät sei kaputt oder es gäbe keine Leitung.

Strom

Neuere Hotels sind mit europäischen 220-Volt-Steckdosen, alle anderen mit amerikanischen 110-Volt-Dosen ausgerüstet. Adapter mitbringen!

Taxi

Die Fahrt vom Flughafen Havanna in die Stadt kostet ca. 25 CUC. Die Oldtimer haben kein Taxameter. Der Preis muss verhandelt werden. Alle anderen Taxis müssen das Taxameter benutzen, obwohl viele Fahrer es gern abstellen.

Telefon & Handy

Die staatliche Telefongesellschaft Etecsa betreibt Büros (tgl. 8.30–19.30 Uhr) und öffentliche Kartentelefone, mit denen man nach Übersee telefonieren kann. Die Telefonkarte (tarjeta telefónica prepagada) kostet 5, 10 oder 20 CUC. Zu wählen ist bei Inlandsgesprächen die Ortskennzahl (mit Null), bei Auslandsgesprächen die Vorwahl 119, dann die Landeskennzahl (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), dann die Ortskennzahl ohne Null. Vorwahl Kuba: 0053.

Europäische Handys mit Vertrag schalten automatisch auf den Roamingpartner Cubacel um. Telefonate nach Europa kosten etwa 5,40 CUC/Min. Man kann auf Kuba auch Handys mieten. www.cubacel.cu

Trinkgeld

Nicht die mageren kubanischen Löhne (1 CUC = fast zwei Tageslöhne) sollten der Maßstab sein, sondern internationaler Standard: etwa für den Zimmerservice 5 CUC pro Woche, fürs Koffertragen 2 CUC.

Zeit

Zur europäischen Sommerzeit wie auch im Winter müssen Sie die Uhr auf Kuba um 6 Std. zurückstellen.

Zoll

Einführen darf man nach Kuba Gegenstände für den persönlichen Bedarf, aber keine elektrischen Haushaltsgeräte. Für Radios, Satellitentelefone, auch für GPS-Geräte benötigt man eine Einfuhrgenehmigung. Nicht ausgeführt werden dürfen Bücher, die vor über 50 Jahren in Kuba erschienen, Langusten, mehr als 50 Zigarren oder Kunst – es sei denn, es liegen Ausfuhrgenehmigungen mit Stempel vor. Info: www.aduana.co.cu. Aus Kuba in ein EU-Land einreisend, darf man einführen: 200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak; 1 l Spirituosen; oder 2 l Alkohol und Getränke mit einem Alkoholgehalt von max. 22 % vol.; außerdem Waren im Wert bis 430 Euro.

Was kostet wie viel?

Taxi

4,30 Euro (ca. 10 km) in Varadero

Kaffee

0,70–1,10 Euro für eine Tasse Café cubano

Liegestuhl

ca. 1,80 Euro 

Bocadillo

1,80 Euro mit Spanferkel

Benzin

1 Euro für 1 Liter Especial

Mojito

ab 2,60-4,40 Euro

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Día de la Liberación (Befreiungstag)

8. März

Internationaler Frauentag

1. Mai

Tag der Arbeit

26. Juli

Día de la Rebeldía Nacional (Tag des Sturms auf die Moncada-Kaserne)

10. Oktober

Aniversario del comienzo de la primera Guerra de Independencia (Jahrestag des Beginns des ersten Unabhängigkeitskrieges)

25. Dezember

Navidad (Weihnachten)

Veranstaltungen
Dezember/Januar

Feria Internacional de Artesanía in Havanna: große Kunsthandwerksmesse mit Ausstellern aus aller Welt, vor allem aber aus Lateinamerika und der Karibik

Februar

Fiesta de las Toronjas: Grapefruiternte auf der Isla de La Juventud, bei der viel guachi (Grapefruitschnaps) fließt

März

Musikfestival Benny Moré (wechselnde Termine) in Cienfuegos

April

Semana de la Cultura: Kulturwoche in Baracoa mit Kinderkarneval

Mai

Torneo Internacional de la Pesca de la Aguja „Ernest Hemingway“: Angelwettbewerb in der Marina Hemingway in Havanna (23.–28.); rpublicas@prto.mh.cyt.cu

Juli

Festival del Caribe: Musik- und Tanzgruppen heizen Santiago de Cuba ein; Ende des Monats dann der Höhepunkt mit dem Karneval in Santiago, dem heißesten der Insel

Juli/August

Karneval in Havanna: Maskeraden, Umzüge, Straßen- und Kinderfeste, Livemusik, Tribünen auf dem Malecón

August

Festival de Teatro de la Habana: ab Ende Aug.; www.fth.cult.cu

September

Torneo Internacional de la Pesca del Castero „Blue Marlin“: Angelwettbewerb in der Marina Hemingway in Havanna (19.–24.); rpublicas@prto.mh.cyt.cu

Oktober

Fiesta de la Cultura Iberoamericana: Lesungen, Ausstellungen etc. in Holguín

Internationales Ballettfestival in Havanna (letzte Woche im Oktober)

November

Copa Varadero: Segelregatta vor Varadero

Dezember

Festival Internacional del Nuevo Cine Latinoamericano: Internationales Festival des lateinamerikanischen Films in Havanna; www.habanafilmfestival.com

Parrandas: karnevalartige Umzüge in Remedios (16. und 24.)

Regatta Felíz Navidad: Die Weihnachtsregatta von der Marina Hemingway zur Festung El Morro ist der prachtvolle Abschluss des Jahres in der Hauptstadt

Im Trend

Hüftschwung
El Perreo

Tanzen ist eine der großen Leidenschaften der Kubaner. Angesagt ist der Perreo – jung, wild und ganz schön sexy. Die ersten Moves lernen Sie in der Academia de Baile Ritmo Cubanowww.sprachcaffe-kuba.comInfos bei Sprachcaffe Kuba,, um das Gelernte dann im In-Club El ChévereParque AlmendaresHavanna anzuwenden. Vorab kommt der Sound via Onlineradio nach Hause perreoradio.radio.de

Cuba by Bike
Reisen wie die Einheimischen

Entdecken Sie das Land, wie es auch die Kubaner tun: gemächlich und hoch auf dem Drahtesel. Bicycles Crossing Bordersim Metropolitano-Gebäudewww.bikestocuba.org schickt ungenützte Räder von Kanada nach Kuba, um die dortige Bevölkerung zu unterstützen. Wer hier ein Rad mietet, unterstützt auch das Projekt. Eine Tour inklusive Rad, Führer und Unterkünften können Sie bei Gap Adventureswww.gapadventures.com oder Cubamarwww.cubamarviajes.cu buchen.

So klingt Kuba
Von Alamar in die Welt

Vor allem im Untergrund ist der kubanische Rap zu hören – kein Wunder: In ihren Texten nehmen die Sänger kein Blatt vor den Mund. Ihren Ursprung hat die Musik in Havannas Trabantenstadt Alamar. Eine der stimmgewaltigsten Vertreterinnen der Szene ist www.myspace.com/telmary. Das Duo www.myspace.com/oggueremusic und Rapper www.myspace.com/kumarmate sind Beispiele für den Rap Cubano. In der Barbaram Pepito's BarAvenida 26Havanna hat man die besten Chancen, den rappenden Nachwuchs auch live zu sehen.

Domino-Effekt
Klacki-di-klack

Auf Kubas Straßen hört man dieses Geräusch überall. Es ist das Klappern der Dominosteine. Gespielt wird fast zu jeder Zeit. Die besten Chancen, zu einer Partie eingeladen zu werden, haben Sie auf Havannas Plaza de Armas. In zweifacher Hinsicht aussichtsreich ist ein Spiel in der Calle Padre Pico. Von der Treppenstraße, die die Ober- und Unterstadt von Santiago de Cuba verbindet, sieht man bis zu den Bergen. Wer vom Dominofieber gepackt ist, nimmt ein Set von Havannas Kunsthandwerksmarkt Fería de ArtesaníaCalle Tacón12 mit nach Hause. Aber Vorsicht, denn auch nach dem Tod endet die Dominoliebe nicht. Auf dem Cementerio ColónEingang: Zapata und C/ 12Havanna befindet sich das Grab der „Domino-Toten“. Sie starb beim Spiel an einem Herzinfarkt. Die Spielsteinfolge ihrer letzten Partie ist auf dem Grab verewigt. Heute besuchen Spieler ihr Grab für ein wenig Extra-Glück.

Kunst aus dem Nichts
Recycling

Aus der Not eine Tugend machen. So stellt Lucía Fernández Skulpturen aus Abfall her. Mit großem Erfolg: Ihre Werke schafften es sogar auf den Laufsteg der Art and Style Fashion in Havanna, die im Rahmen von Artecortewww.artecorte.net stattfand. Aus alter Kleidung kreiert die Gruppe Guerra de la Pazwww.guerradelapaz.com eindrucksvolle Skulpturen. Mit ihren Werken in Bonsai- oder Schlangenform hat sie international Erfolg. Bei Angel Ramírez kommen die alten Materialien auch als zweidimensionales Gemälde an die Wand www.amramirez.com Die Galerie ServandoCalle 23Havanna unterstützt die einheimischen Künstler.

Bloss nicht

Zu viel Geld mitführen

Im Vergleich zu anderen Fernreisezielen ist der Tourismus auf Kuba immer noch sicher. In letzter Zeit aber wurden Touristen häufiger als bisher Opfer von Betrügern und Dieben, in Einzelfällen sogar von Raubüberfällen, denen jetzt mit verstärktem Polizeieinsatz vorgebeugt werden soll. Deshalb: Niemals das gesamte Bargeld mit sich führen, und das, was man mitnimmt, nicht zur Schau stellen, sondern auf mehrere Stellen am Körper verteilen. Der Rest gehört in den Hotelsafe, ebenso der Pass – führen Sie aber immer eine Kopie mit sich.

Über die Stränge schlagen

Kuba ist nicht typisch Lateinamerika, dem man ja nachsagt, da würden die Gesetze nach Lust und Laune ausgelegt – auch von den Gesetzeshütern selbst. Nicht so auf Kuba. Ein ganzes Volk pariert aus Angst vor Sanktionen. Da tut auch der Besucher gut daran, sich an Vorschriften zu halten, z. B. nicht ohne Papiere zu fahren oder Kubaner nicht zu kompromittieren, z. B. durch öffentliches Bekunden inniger Verbundenheit. Das könnte für die kubanische Seite in einem unangenehmen Verhör enden.

Oben ohne Sonnenbaden

In den Augen vieler Kubaner ist „Oben ohne“ ein Zeichen für den Sittenverfall Europas. Das sollte wissen, wer auf nahtlose Bräune erpicht ist. Zwar wird „Oben ohne“ an den Stränden der All-Inclusive-Resorts geduldet. Aber dort sollen sich Kubaner ja auch nicht aufhalten. Merke: Ein bisschen Rücksicht könnte die Spannungen weiter abbauen, die sich durch die „Apartheids“-Politik des Staates zwischen Reisenden und Bereisten aufgebaut hat.

Drogen andrehen lassen

Die einzigen staatlich anerkannten Drogen sind Musik, Alkohol und Arbeit für das Gemeinwohl. Die Revolutionäre veränderten die Welt nicht im Marihuanarausch, sondern unter hohem Blutzoll mit der Waffe. Obwohl Kuba zeitweise – mit dem Alibi, den USA zu schaden – den Drogenhandel Kolumbiens gewinnbringend unterstützte, ist der Konsum von Kokain, Haschisch oder Marihuana streng verboten. Wer mit Drogen erwischt wird, macht Bekanntschaft mit einem kubanischen Gefängnis.

Kindern Geld geben

Betteln ist Kindern auf Kuba verboten: Erstens leidet (nach staatlicher Einschätzung) keines Hunger, und zweitens verdirbt Betteln im Erfolgsfall die Arbeitsmoral. Trotzdem halten viele Knirpse gern die Hände auf, wenn sie Touristen sehen. Vermeiden Sie es vor allem, Geld zu geben. Besser sind kleine, nützliche Dinge wie z. B. Kugelschreiber. Für bettelnde Kinder werden auf Kuba übrigens die Eltern bestraft.

Stichworte

Architektur

Viele Häuser von Habana vieja stammen noch aus der Zeit des Neobarock, der sich mit dem Zuckerboom des 18. Jhs. in repräsentativen Portalen, Marmorböden und -säulen manifestierte. Zum Schutz gegen Feuchtigkeit wurden die Wände gekachelt und für Decken und Treppengeländer Mahagoniholz verwendet. Die älteren Balkone sind aus Holz; später ging man zu Steinbalkonen mit schmiedeeisernen Ziergittern (rejas) über. Mehrfarbiges, mit Blei verbundenes Glas wurde bald Mode als Lichtfang über Türen, hinter denen sich Patios mit luftigen Galerien öffnen, die zu den hohen Räumen führen. Zu diesen alten Prachtpalästen kamen Anfang des 20. Jhs. aufwendige Jugendstil-, Art-déco- und Bauhausbauten hinzu. Das älteste Haus Kubas (1522) ist die Casa de Velázquez in Santiago. Hier ist sehr schön die kolonialspanische Bauweise der mit Lüftungsgittern verkleideten patio-Galerie zu erkennen. Die bohíos, aus Lehm und Holzstäben erbaute indianische Hütten, haben als Architektur für Touristenrestaurants und Bungalows überlebt.

Bevölkerung

Das Volk der Kubaner zählt 11,4 Mio. Menschen. 65 Prozent von ihnen bezeichneten sich während der letzten Volkszählung als weiß, inklusive der Minderheit von Chinesen, 24,8 Prozent als Mulatten und nur 0,2 Prozent als schwarz. Der niedrige Prozentsatz lässt vermuten, dass schwarze Hautfarbe wieder als Makel empfunden wird – obwohl die Revolution Rassismus verurteilte. Dank der Revolution gibt es heute in allen Schichten der Bevölkerung das Bewusstsein dafür, gleiche Rechte zu besitzen. Das äußert sich in einem relativ respektvollen Miteinander und hat auch den sonst in Lateinamerika weit verbreiteten machismo in Grenzen gehalten.

Che Guevara

Er war Argentinier. Und in die Nähe seines Heimatlandes zog es ihn zuletzt zurück, rastlos von der Idee getrieben, die Welt zu revolutionieren. Am 8. Oktober 1967 wurde Ernesto „Che“ Guevara im bolivianischen Oriente gefangen genommen und am nächsten Tag auf Regierungsbefehl in der Schule des Dorfs La Higuera exekutiert. Seine sterblichen Überreste fand man erst 1997, verscharrt unter einer Landebahn. Noch im gleichen Jahr holte Fidel Castro sie nach Santa Clara, wo Che Guevara mit seinem Sieg über die Batista-Truppen auch den Sieg der Revolution besiegelt hatte. Für die 68er-Generation in aller Welt wurde Che durch seine Idee vom „neuen Menschen“, der materiellen Werten abschwört, zum Idol und sein millionenfach reproduziertes Foto zur Ikone. 2008 setzte Steven Soderbergh ihm mit dem Filmepos „Che – Revolución“ ein Denkmal.

Fauna

Vor allem Vogelkundler kommen auf Kuba ins Schwärmen: 350 Arten sind gelistet, darunter 300 Zugvögel und 25 endemische Arten wie der Tocororo, der wegen seines blau-rot-weißen Gefieders zum Nationalvogel Kubas erkoren wurde. Säugetiere sind mit 54 Arten vertreten, darunter das in den Gebirgswäldern lebende große Nagetier Jutía conga. Zu den 42 Reptilienarten gehört die ungiftige Santa María-Schlange, die bis zu 2 m lang wird. Bemerkenswert unter den 1400 Weichtieren sind die für die Provinz Camagüey typischen Schnecken der Gattung Polymita mit ihren bunt marmorierten Häusern. Den schönsten Anblick bieten die Flamingos auf den Lagunen von Cayo Coco oder Playa Santa Lucía, den seltensten die in den Buchten der Ciénaga de Zapata grasenden Seekühe und lauernden Krokodile. In diesem Biosphärenreservat der Unesco hat auch eine prähistorische Fischart überlebt: der auf 150 Mio. Jahre geschätzte Manjuarí. Taucher können sich auf über 900 Fischarten freuen.

Flora

Typisch für Kuba ist die palma real, die Königspalme, die bis zu 40 m hoch wird. Anstelle von Nüssen besitzt sie in dichten Trauben wachsende Fruchtkerne, aus denen Öl gewonnen wird. An vielen Stränden wächst der kräftige Strandweinbaum mit harten, herzförmigen Blättern. Unter dem Laub des dickleibigen Ceibabaumes sollen sich schon vor der Ankunft der Spanier die Indios zu Beratungen getroffen haben. Zu bizarren Formen bringt es der jagüey-Baum, der Wirtsbäume erdrosselt, um sich mit seinen Luftwurzeln auszubreiten. In den höheren Lagen wachsen Kiefern, und mit dem Eukalyptusbaum wurden viele Regionen zum Schutz vor Erosion aufgeforstet. Zu den endemischen Pflanzen gehören die Korkpalme, die Bauchpalme und die kubanische Kiefer. Die Nationalblume Kubas ist die weiße, stark duftende mariposa (Schmetterlingsjasmin).

Libreta

Dass man immer weniger von der Libreta hört, liegt daran, dass Konsumgüter längst interessanter geworden sind als die Sorge um die Grundversorgung mit Reis, Bohnen, Zucker, Milch, Eiern oder Kartoffeln zu vom Staat subventionierten Billigpreisen. Die nämlich sichert Kuba jedem Kubaner mit der Libreta de Abastecimiento, kurz der Libreta, dem „Bezugsbüchlein“. Was wer bekommt, macht der Staat von Alter und Geschlecht abhängig. Kinder unter 7 Jahren erhalten z.B. einen Liter Milch pro Tag – sofern da nicht gerade Knappheit besteht.

Literatur

Die bedeutendsten kubanischen Schriftsteller sind José Martí (1853–95), José Lezama Lima (1910–76), Alejo Carpentier (1904–80) und der Lyriker Nicolás Guillén (1902–89). Der berühmteste unter ihnen, zumindest in Lateinamerika, ist José Martí. Er hatte früh unter politischer Repression zu leiden. Er reiste viel und hinterließ ein umfangreiches Werk an Briefen, Reden, Essays und Gedichtbänden, als er im Freiheitskampf für Kuba jung starb. Zu den bekanntesten zeitgenössischen Schriftstellern des Landes zählt Miguel Barnet (geb. 1940), der 1966 den „Cimarrón“ veröffentlichte und mit dieser Geschichte eines entlaufenen Sklaven einen Zyklus über die kubanische Identität eröffnete, darunter „Ein Kubaner in New York“ und „Alle träumten von Kuba“. Guillermo Cabrera Infante (1929–2005) wurde mit den Romanen „Drei traurige Tiger“ und „Ansicht der Tropen im Morgengrauen“ bekannt.

Musik

Kubas Rhythmen, afrospanisch und teilweise auch französisch beeinflusst, genossen dank Havannas Schlüsselposition als Brückenkopf zwischen Europa und der Neuen Welt früh große Popularität in Europa, später auch in den USA. Um 1900 entstand daraus der elegante und üppig mit Instrumenten besetzte Danzón. Die Kubaner auf dem Land liebten ihn leichter und afrikanischer; sie wandelten ihn später in den Son um. Seit Wim Wenders’ Film „Buena Vista Social Club“ ist er wieder das Markenzeichen Kubas. Trova sind liebessehnsüchtige Troubadour-Gesänge zur Gitarre und Nueva Trova deren revolutionäre Politvariante. Als größter Sonero aller Zeiten gilt der mit 43 Jahren verstorbene Benny Moré. Seine Kompositionen beeinflussten die Entwicklung der Salsa. Das wohl berühmteste kubanische Lied ist „Guantanamera“, dessen poetischer Text von José Martí stammt.

Naturschutz

Zielstrebig setzte der Staat in den letzten Jahren Versprechungen zum Naturschutz in die Tat um und stellte immer mehr seiner zahlreichen intakten tropischen Ökosysteme unter Naturschutz. Insgesamt 263 Schutzgebiete gibt es heute, darunter im Osten die Nationalparks Alejandro de Humboldt und Desembarco del Granma, in der Mitte bei Camagüey Limones-Tuabaquey, vor der Südküste Jardines de la Reina (mit über 4000 Inseln), im Westen das Valle de Viñales und im Südwesten die Peninsula Guanahacabibes. Die Unesco ernannte sechs Kulturlandschaften zu Biosphärenreservaten. Zum Teil gleichen oder überschneiden sie sich mit den nationalen Nationalparks, so auf der Halbinsel Guanahacabibes. Insgesamt steht fast ein Viertel Kubas unter Naturschutz. Mehr Infos: www.turnatcuba.com

Particular

Wenn etwas particular ist auf Kuba, z.B. ein Taxi, ein Verkaufsstand oder ein Zimmer zum Vermieten, dann heißt das meist: Hier handelt es sich um Privatunternehmer. Profite schöpft der Staat mit extrem hohen Steuern ab – schließlich ist Kuba (noch) kommunistisch.

Strände

Ca. 300 Strände nehmen über 588 km der 5700 km langen Küste ein: die meisten weiß und feinsandig wie die berühmten Playas Varadero und Guardalavaca im Norden oder auf den Inseln Cayos Las Brujas, Ensenachos und Santa María oder Cayos Coco und Guillermo. Die schönsten Strände des Südens sind die Playa Ancón bei Trinidad, die Playa Bacanao vor Santiago de Cuba und die von Cayo Largo.

Tabak

In Kubas Westprovinz Pinar del Río wächst aufgrund der günstigen Bodenverhältnisse der weltweit beste Tabak. Nach einer Wachstumsperiode von drei Monaten werden die Blätter geerntet, sortiert und getrocknet. Regelmäßiges Befeuchten gewährleistet eine gleichmäßige Fermentierung. Es gibt 15 Güteklassen. Die besten sind die dunklen Blätter (hojas negras). Zigarren werden in Handarbeit hergestellt, was bei einem Besuch in einer Zigarrenfabrik zu sehen ist.

Wirtschaft

Raúl Castro hält weiter an der sozialistischen Planwirtschaft fest. Tragende Säulen sind seit dem Verlust des Handelspartners Sowjetunion der Tourismus mit 2010 gut 2,5 Mio. Besuchern sowie der Export medizinischer Leistungen (Ärzte, Fachpersonal). Außerdem wurden neue Einnahmequellen geschaffen: z. B. mit dem Anbau von Ananas und Zitrusfrüchten, dem Export von Fruchtsäften und der Garnelenzucht. Dank der Handelsabkommen mit EU-Ländern, Kanada und einigen Staaten Lateinamerikas stabilisierten sich auch die Absatzmärkte für Zucker – der einstige Exportschlager macht nur noch 25 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion aus –, Tabak, Kakao und Kaffee. Außerdem ist Kuba der weltweit viertgrößte Lieferant von Nickel. Die USA haben ihr Handelsembargoaus den 1960er-Jahren bisher nicht gelockert.

Das von Kolumbus eingeführte Zuckerrohr wird auf Kuba erst seit dem späten 18. Jh. in großem Umfang kultiviert. Um am Zuckerboom teilhaben zu können, wurden weite Teile des Landes gerodet. 1791 war Kuba der Welt größter Zuckerproduzent, zu Beginn des 20. Jhs. Hauptlieferant der USA. Nach der Revolution versorgte Kuba die Sowjetunion mit Zucker. Heute wird er als Tauschgut Russland, China und neuen Handelspartnern in Europa und Kanada angeboten. Die Ernte (zafra) findet Ende November und Mai (Beginn und Ende der Trockenzeit) statt. Sie ist größtenteils Handarbeit.

Bücher & Filme

Nebel von gestern

Krimi des Kubaners Leonardo Padura, der ein mitreißendes Drama aus der Zeitenwende Kubas aufspürt

Herr der Hörner

Spannender Roman von Matthias Politycki über eine folgenreiche Affäre in Santiago de Cuba

Dein ist das Reich

Der Roman des kubanischen Autors Abilio Estévez schildert Kuba als einen Ort des Paradiesischen und der Katastrophe zugleich

Buena Vista Social Club

Filmischer Welterfolg (1999) von Wim Wenders und Ry Cooder mit den legendären Altstars des kubanischen Son

Erdbeer und Schokolade

Wunderbarer Spielfilm des kubanischen Starregisseurs Tomás Gutiérrez Alea über Freundschaft und Toleranz (1993)

Comandante

Drei Tage plauderte Oliver Stone 2009 mit Fidel Castro – ein sehens- und hörenswertes Porträt

Fakten

Einwohner
11.484.636
Fläche
109.884 km²
Sprache
Spanisch
Strom
110 V, 60 Hz
Regierungssystem
Sozialistische Republik
Hauptstadt
Havanna
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
10:33 Uhr
Zeitverschiebung
-5 h (zu MEZ)
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