Australien

Überblick

Jeder kennt das Opernhaus, den Uluru, Bumerangs und Kängurus. Jeder hat schon gehört, dass die Spinnen auf diesem Kontinent giftig, Koalas schläfrig und Australier irgendwie aufgeschlossen sind. Aber mal ehrlich – wirklich viel wissen wir meist nicht über den großen Roten Kontinent am anderen Ende der Welt.

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Wetter & Klima

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Anreise

18h 20min
Frankfurt am Main
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Das unbekannte Südland

Historisch betrachtet trat Australien ja auch erst vor ganz kurzer Zeit ins Bewusstsein unserer westlichen Zivilisation. Noch bis zur Rückkehr von Captain James Cook von seiner ersten Südseereise 1771 war die „Terra Australis Incognita“ – das unbekannte Südland – nichts als eine Vermutung. Man muss sich das mal vorstellen: In Europa hatte das Maschinenzeitalter begonnen und Astronomen konnten den exakten Abstand zwischen Sonne und Erde berechnen, aber die Existenz der weltgrößten Insel, einer Erdmasse mehr als 35-mal so groß wie Großbritannien, war uns irgendwie durchgegangen. Und was für eine bizarre Welt das doch war: Statt ihrer Blätter warfen hier Bäume ihre Rinde ab. Schwäne waren nicht weiß, sondern schwarz. Die Jahreszeiten waren vertauscht. Die Naturforscher fanden keine Worte für die neu entdeckten Lebewesen. Schon gar nicht ließen sie sich irgendwelchen bestehenden Kategorien zuordnen. „Es ist nicht möglich, es mit einem europäischen Tier zu vergleichen, denn es birgt nicht die geringste Ähnlichkeit mit irgendeinem mir bekannten“, so versuchte es der sonst nicht um Worte ringende Botaniker Joseph Banks mit dem Känguru. Kein Wunder, dass die knappen, phantasieanregenden Beschreibungen für große Aufmerksamkeit sorgten. Und es würden noch viele, viele Jahre vergehen, bis die gröbsten Wissenslücken gestopft waren. Die Faszination ist bis heute geblieben.

Das Land der Traumzeit

Während wir Europäer Australien als junges Land betrachten, ist es für die Ureinwohner alles andere als das. Die Aborigines lebten schon mindestens 60 000 Jahre auf dem Kontinent, als Captain Cook hier vor Anker ging. Damit ist die Aboriginekultur die älteste, fortwährend bestehende Kultur der Menschheit. Aber nicht nur das: In den Grundzügen ist der Glaube, die Lebensweise und die Spiritualität der Aborigines derart beständig, dass heutige Aborigines die in Form von Felsmalereien oder Versen übertragenen Botschaften ihrer Vorfahren mit einer Leichtigkeit zu interpretieren verstehen, als seien sie Kurznachrichten eines zeitgenössischen Cousins. Ihre tiefe Verbundenheit mit ihrem Land sorgte für eine Lebensweise, die über Jahrtausende hinweg im perfekten Einklang mit der Natur stand. In ihrer Mythologie ist jeder Mensch ein direkter Nachfahre eines Ahnenwesens aus der Schöpfungsgeschichte. Diese als dreamtime (Traumzeit) bezeichnete Phase wird in Form von Malereien und Liedern überliefert. Allerdings wird jeder Mensch nur in jenes Wissen eingeweiht, das ihm aufgrund seines Geschlechts, Alters und Rangs zusteht. Als uneingeweihte Außenstehende erhalten wir Nicht-Aborigines also nur Einblicke in einen sehr geringen Teil der indigenen Mythologie.

Zwei Welten prallen aufeinander

Die Aborigines sehen es als ihre Rolle an, ihr Land und alle darauf befindlichen Lebewesen zu hüten und die natürliche Balance zu bewahren. Das Besitzdenken, der weißen Siedler lag den Aborigines so fern wie Ackerbau oder die Errichtung permanenter Siedlungen. Die Weißen wiederum nahmen den Mangel an festen Bauten und Landwirtschaft als Grundlage für eine fatale Annahme: In der Terra-Nullius-Doktrin deklarierten sie Australien zum Niemandsland. Die darauf folgende Landnahme führte zwangsläufig zur Zerstörung des Lebensraums der Aborigines, brutale Auseinandersetzungen zwischen Ureinwohnern und Neuankömmlingen sowie eingeschleppte Krankheiten taten ihr Übriges. In vielen Gebieten waren die Ureinwohner innerhalb kürzester Zeit so gut wie ausgerottet. Die Fiktion der Terra Nullius wurde übrigens erst 1992 aufgehoben. Das Zusammenleben zwischen Ureinwohnern und westlicher Zivilisation bleibt bis heute ein schwieriges Thema mit vielen offenen Wunden. 

Andere Länder, andere Massstäbe

Von Sydney an der Ostküste bis nach Perth im Westen sind es auf dem Landweg knapp 4000 km. Und wer von Adelaide im Süden nach Darwin im tropischen Norden unterwegs ist, wird den Kilometerzähler um mindestens 3000 in die Höhe treiben. Auf den insgesamt knapp 7,7 Mio. km2 leben gerade mal rund 25 Mio. Menschen. Diese Maßstäbe muss man bei der Reiseplanung unbedingt im Auge behalten Was lockt dich nach Australien? Die kosmopolitischen Zentren wie Sydney und Melbourne? Die endlosen, menschenleeren Sandstrände oder das Great Barrier Reef? Die perfekte Welle? Oder zieht es dich in die Weite des Outbacks? Für welche Ziele du dich auch entscheidest, lass Luft für spontane Erkundungen, überraschende Begegnungen und Sonnenuntergänge, die noch faszinieren, wenn die glühende Kugel schon längst am Horizont verschwunden ist. Genau dies sind die Erlebnisse, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Gut zu wissen

Anreise

Etwa 20 Stunden beträgt die reine Flugzeit von Mitteleuropa an die Ostküste Australiens. Erträglicher wird die lange Anreise, wenn man einen Stopover einlegt, z. B. in Singapur oder Hongkong (Flugzeit ab Frankfurt/M. ca. 12 Std., weiter bis Sydney 8 Std.). Die Kosten für ein Ticket in der Touristenklasse liegen je nach Saison zwischen 1000 und 1200  Euro. Cathay Pacific hat zusätzlich eine bequeme und preislich attraktive Premium-Economy-Class im Angebot. Nicht vergessen: Beim Vergleich der Flugpreise immer auch die Kosten für Steuern und Gebühren miteinbeziehen. Einige Fluggesellschaften, z. B. Qantas (qantas.com.au) und Cathay Pacific (cathaypacific.com/de), bieten zum internationalen Ticket preiswerte oder gar kostenlose Flüge auf australischen Inlandsstrecken an.

Einreise

Zur Einreise in Australien ist ein kostenloses Touristenvisum nötig, das in der Regel beim Erwerb des Flugtickets ausgestellt oder beantragt werden kann (eVisitor-Visum). Es berechtigt zu einem Aufenthalt von drei Monaten. Die Aufnahme einer bezahlten Tätigkeit ist damit strikt untersagt und wird mit schweren Strafen geahndet. Mit speziellen Working-Holiday-Visa können sich junge Leute zwischen 18 und 31 bis zu zwei Jahre in Australien aufhalten und befristete Jobs annehmen (immi.homeaffairs.gov.au/visas). Auskunft: Australian Embassy (Wallstr. 76– 79 | 10179 Berlin | Tel. 030 8800880 | germany.embassy.gov.au)

Die Einfuhr von Obst, Gemüse oder Fleisch nach Australien ist wegen der Seuchengefahr verboten. Zollfrei einführen darfst du pro Person 50 Zigaretten oder 50 g Tabak und 2,25 l alkoholische Getränke, persönliche Gegenstände sowie Geschenke bis zu einem Wert von 900 A$.

Zeitverschiebung
+ 7/+ 8,5/+ 9 Std. Zeitverschiebung

In Australien gibt es drei Zeitzonen: In Western Australia die Western Standard Time (MEZ +7 Std.), im Northern Territory und in South Australia die Central Standard Time (MEZ +8,5 Std.), in den übrigen Staaten die Eastern Standard Time (MEZ +9 Std.). In den meisten Bundesstaaten (außer Queensland, Northern Territory und Western Australia) gilt zwischen dem ersten Sonntag im Oktober und dem ersten Sonntag im April die Sommerzeit (+ 1 Std.).

Klima & Reisezeit

Den Südosten (New South Wales, Tasmania, Victoria und South Australia) sowie Western Australia unterhalb des südlichen Wendekreises (Tropic of Capricorn) bereist man am besten zwischen Oktober und April  – also im Frühling und Sommer. Queensland, das Northern Territory und den Norden von Western Australia dagegen zwischen April und November, während der Trockenzeit. In der übrigen Zeit ist es im Süden eher kühl, im Norden dagegen (oberhalb des Wendekreises) schwülwarm, und es kann zu teils heftigen Regenfällen kommen. Während der Sommerferien im Dezember und Januar sowie an langen Wochenenden sind die Unterkünfte – vor allem Campingplätze – oft ausgebucht. Zudem verdoppeln oder verdreifachen sich dann die Preise. Die aktuellen Wetteraussichten findest du auf bom.gov.au.

Strom
Adapter Typ I

Die Netzspannung beträgt 240 V Wechselstrom. Europäische Geräte lassen sich unbeschadet betreiben, dazu brauchst du jedoch einen kleinen Adapterstecker, den du u. a. an Flughäfen, in Koffergeschäften oder beim chemist (Drogerie) bekommst.

Mietwagen

Wenn du mehr als die touristischen Highlights entlang der Küsten sehen möchtest, buchst du am besten einen Mietwagen. Kleine Mietautos sind oft preiswerter als in Europa (ab ca 25 A$/ Tag ohne Versicherung), auch Diesel und Benzin sind günstiger (1,20– 1,60  A$/l). Einen Preisvergleich für Mietwagen gibt es bei vroomvroomvroom.com.au.

Wer Geld sparen möchte oder einfach gern im Freien ist, bucht sich am besten einen Campervan (ab ca. 50 A$/ Tag ohne Versicherung). Ob ein Allradfahrzeug (4WD) benötigt wird, hängt von der Reiseroute ab. Vergewissere dich, ob der Vermieter Fahrten auf unbefestigten Straßen (gravel roads oder unsealed roads) erlaubt, und schließ unbedingt eine Versicherung ohne Selbstbeteiligung ab! Achte auf Zuschläge wie One-way- oder Kreditkartengebühren. Achtung: Manche Anbieter verlangen einen Internationalen Führerschein. Die besten Angebote für Wohnmobile erhältst du bei Spezialveranstaltern in Deutschland. Die größten Vermieter sind Maui (maui.com.au), Apollo (apollocamper.com) und Kea (keacampers.com).

In Australien herrscht Linksverkehr. Trotzdem gilt das Prinzip des Rechtsvortritts. Generell ist innerorts eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 oder 60km/h einzuhalten. Außerorts sind es 80km/h, auf Autobahnen 110km/h (Northern Territory 130km/h). Nur in der Nähe der Großstädte gibt es echte Autobahnen. Bei vielen Highways handelt es sich um einspurige Landstraßen mit vereinzelten Überholstreifen. 

Überlandbusse

Mit Ausnahme der Ostküste ist das Busnetz in Australien dünn. Du bist gut beraten, Buspässe für Trips mit Überlandbussen im Voraus zu reservieren. Die Pässe ermöglichen entweder auf einer vorbestimmten Route eine unbegrenzte Zahl von Stopps, sind blockweise nach Kilometern gestaffelt oder reduzieren die Normalpreise um 50 Prozent. Greyhound (greyhound.com.au) dominiert den Markt. Eine Übersicht über Verkehrsverbindungen bietet buslines.com.au.

Fernzüge

Die gewaltigen Dimensionen des Kontinents zu erfassen, das geht nirgends besser als im Fernzug Indian Pacific (Schlafkabine ab 2100 A$), der von Sydney über Adelaide und durch die Nullarbor-Ebene bis Perth fährt. Die gesamte Reise dauert drei Tage und startet mittwochs in Sydney, sonntags in Perth. Weitere Fernzüge fahren von Adelaide durch das Red Centre bis Darwin (The Ghan) sowie zwischen Melbourne und Adelaide (The Overland). Bahntrips solltest du wegen der begrenzten Sitzplätze so frühzeitig wie möglich klarmachen. Auskunft und Buchung: Great Southern Rail (Tel. 08 82134401 | greatsouthernrail.com.au).

Inlandsflüge

Die Konkurrenz der Billigflieger Jetstar (jetstar.com), Virgin Australia (virginaustralia.com) und Tiger Air (tigerair.com.au) ist groß. Die Preise für Inlandsstrecken schwanken stark, je früher du buchst, desto günstiger ist das Ticket. Regional Express (rex.com.au) fliegt auch in abgelegene Regionen.

Auskunft vor Ort

Tourism Australia (australia.com/de-de); Tourism New South Wales (visitnsw.com); Tourism Queensland (queensland.com); Tourism Northern Territory (tourismnt.com.au); Tourism Western Australia (westernaustralia.com); Tourism South Australia (southaustralia.com); Tourism Tasmania (tourismtasmania.com.au)

Bring your own

Steht Bring your own oder BYO an der Eingangstür eines Restaurants, dann bedeutet das, dass hier kein Wein ausgeschenkt wird, du aber deinen eigenen mitbringen kannst. Den kaufst du im nächsten bottleshop, der oft einem Pub angeschlossen ist. Das Restaurant öffnet und kühlt die Flaschen und berechnet dafür eine Gebühr, die corcage (ca. 5–8 A$ pro Flasche).

Geld

Bei den Banken in Großstädten oder Touristenzentren (geöffnet meist Mo–Fr 9–16 Uhr) kann man ohne größere Probleme Geld wechseln, Geld mit Kredit- bzw. Maestrokarten aus Automaten ziehen oder Travellerschecks einlösen. Kreditkarten (vor allem Visa und Mastercard) werden fast überall und auch bei kleinen Beträgen akzeptiert. Nur im Outback kann man mal auf Bargeld angewiesen sein.

Internet & WLAN

Australien ist vor allem in den Städten stark vernetzt. Nahezu jedes Lokal bietet kostenlosen WLAN-Zugang. In den Unterkünften wird teilweise eine Gebühr von 3–10  A$/Tag erhoben, aber meist ist die WLAN-Nutzung im Übernachtungspreis inbegriffen. Zudem gibt es in den Städten zahlreiche Hotspots (short.travel/aus31), an denen du kostenlos ins Netz kannst. Die örtlichen libraries (Büchereien) haben nicht nur Internetzugang, sondern oft auch Computer, die du für eine begrenzte Zeit nutzen darfst. 

Öffnungszeiten

In den Großstädten sind Restaurants, Pubs, Lebensmittelgeschäfte und Informationsbüros im Allgemeinen täglich geöffnet. Supermärkte haben in den Großstädten von etwa 7 bis 22 Uhr auf, am Wochenende gelten teilweise kürzere Öffnungszeiten. Die Läden in den Shoppingmalls sind meist von 9 bis 17 Uhr geöffnet, Do bis 20 oder 21 Uhr. Auf dem Land haben am Wochenende oft sowohl Läden als auch Restaurants geschlossen. Und im Outback machen Tankstellen, Motels und kleine Restaurants oft schon am frühen Abend zu.

Post

Eine Postkarte oder ein Brief nach Mitteleuropa kostet 3 A$ und ist ca. zwei Wochen unterwegs. Weitere Infos unter auspost.com.au.

Währung

Währungseinheit ist der Australische Dollar (A$). Es gibt Banknoten zu 5, 10, 20, 50 und 100 A$, Münzen zu 1 und 2 A$, 5, 10, 20 und 50 Cent. Die Preise für viele Waren und Dienstleistungen sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Lebensmittel sind etwas teurer. Den aktuellen Wechselkurs findest du auf finanzen.net/waehrungsrechner.

Telefon & Handy

Die Vorwahlnummer für Australien ist 61, gefolgt von der regionalen Vorwahlnummer ohne 0, also 2 für Sydney (02). Die Vorwahlnummer von Australien für Deutschland ist +49, für die Schweiz +41 und für Österreich +43. Gebührenfreie Nummern beginnen mit 1800, sechsstellige Nummern, die mit 1300 anfangen, kosten überall den Ortstarif.

Prepaidkarten für das Mobiltelefon können schon in Deutschland bestellt werden (z. B. www.holidayphone.de: 60 Euro für unbegrenztes Telefonieren innerhalb Australiens, 1000 Freiminuten ins Ausland, 22 GB Datenvolumen und 30 Tage Gültigkeit). Wer sich länger in Australien aufhält, besorgt sich am besten eine australische Sim-Karte, z. B. bei Optus, Vodafone oder Telstra. Das beste Netz in Australien, auch zum Surfen und für die Datenübertragung, bietet Telstra (telstra.com.au).

Im Outback ist die Verwendung von Satellitentelefonen eine Option, diese kann man auch mieten, z.T. mit Prepaidguthaben (z. B. trtelecom.com).

Unterkunft/Camping

Stadthotels sind meist teuer (140– 280 A$, drei bis vier Sterne), Apartments oft die bessere Alternative. Sie sind größer, besser ausgestattet und etwas preiswerter. Auch die Zahl der Ferienhäuser ist groß (stayz.com.au, airbnb.com.au). Außerhalb der Städte bieten sich zahlreiche Motels (90– 150 A$) an. Campingplätze (goseeaustralia.com.au  | campsaustraliawide.com, auch mit kostenlosen Stellplätzen) vermieten ebenfalls cabins und Motelzimmer (70–140 A$). B & B ist populär (australianbedandbreakfast.com.au), ebenso Aufenthalte auf stations, wie die Farmen in Australien genannt werden (farmstaycampingaustralia.com.au). Kurzfristig gute Übernachtungsangebote erhält man unter wotif.com.au und ozbargain.com.au. Zahlreiche Jugendherbergen oder backpacker hostels runden das Angebot ab und bieten auch preiswerte Doppelzimmer. Zimmer oder auch Häuser von Privatleuten vermitteln airbnb.com, homestayweb.com und couchsurfing.org.

Websites von Campingorganisationen (auch Tipps für Campingplätze): NSW: caravan-camping.com.au; WA: caravanwa.com.au; QLD: aravanqld.com. au; SA: sa-parks.com.au; VIC: vicparks. com.au; NT: ntcaravanpark.com.au

Zoll

Bei Einkäufen über 300 A$ in einem Geschäft bekommst du am Flughafen 10  Prozent Mehrwertsteuer erstattet; neben der Rechnung musst du allerdings die Waren beim Zoll vorzeigen (customs.gov.au). Bei Wiedereinreise in die EU sind pro Person 200 Zigaretten oder 50 Zigarren oder 250 g Tabak, 1 l Spirituosen oder 4 l Wein, 250 g Kaffee sowie andere Waren im Wert von bis zu 430 Euro zollfrei.

Notruf

Notfallnummer: 000. Der Anrufer muss angeben, ob er die Polizei, die Feuerwehr oder die Rettungsambulanz benötigt.

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft 

119 Empire Circuit | Yarralumla | Canberra | Tel. 02 62701911 | australia.diplo.de

Österreichische Botschaft 

12 Talbot Street | Forrest | Canberra | Tel. 02 62951533 | bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

7 Melbourne Av. | Forrest | Canberra | Tel. 02 61628400 | eda.admin.ch/australia

Gesundheit

Die meisten australischen Krankenhäuser und Arztpraxen erkennen deutsche Krankenversicherungen nicht an. Wenn du ärztliche Hilfe brauchst, musst du in der Regel sofort bezahlen und die Rechnung zu Hause bei deiner Versicherung einreichen. Der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ist deshalb empfehlenswert. Die meisten Krankenhäuser haben einen Dolmetscherservice für ausländische Kranke oder Unfallopfer.

Alkohol

Alkoholkonsum ist erst ab 18 Jahren erlaubt. Viele Städte weisen dry zones aus, Parks und Strandabschnitte, wo kein Alkohol getrunken werden darf. Es ist übrigens auch verboten, Alkohol in Aboriginegebiete zu bringen, selbst wenn man darum gebeten wird.  

Rauchen

In oder in der Nähe einer Außengastronomie darf nicht geraucht werden. Auch viele Strände und die meisten Fußgängerzonen sind rauchfrei. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen.

Was kostet wie viel?

Kaffee

3 Euro für einen Cappuccino

Bier

5 Euro für ein Pint im Pub

Fastfood

6 Euro für ein Meal mit Softdrink

Benzin

0,85 Euro für einen Liter Normal

Kino

12 Euro für ein Ticket

Surfbrett 

16 Euro Leihgebühr für 2 Std.

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

26. Januar

Australia Day (Nationalfeiertag)

10. April 2020, 2. April 2021

Karfreitag

13. April 2020, 5. April 2021

Ostermontag

25. April

Anzac Day; (Geburtstag der englischen Königin)

2. Montag im Juni

Queens Birthday (Geburtstag der englischen Königin)

25./26 Dezember

Weihnachten

Veranstaltungen
Januar

Sydney Festival, sydneyfestival.org.au

Mona Foma (Hobart), mofo.net.au: Tasmaniens größtes Kulturfest 

Februar

Gay and Lesbian Mardi Gras (Sydney), mardigras.org.au

Perth International Arts Festival perthfestival.com.au

White Night Melbourne, whitenight melbourne.com.au: Künstlerische Lichtkonzepte beleuchten die Stadt. 

März/April

Rip Curl Pro (Torquay), ripcurl.com.au: internationaler Surfwettbewerb 

Juni

Dark Mofo (Hobart), darkmofo.net.au: Musik und Kunst zur Wintersonnwende 

Juli

Mowanjum Festival (Derby), mowan jumarts.com/festival Aboriginalkünstler präsentieren ihre Werke.

Lion’s Camel Cup (Alice Springs), camelcup.com.au

August

Henley on Todd Regatta (Alice Springs), henleyontodd.com.au: die wohl skurrilste Bootsregatta der Welt

Festival of Darwin, darwinfestival.org.au

September

Football Grand Finale (Melbourne), afl.com.au

Shinju Matsuri (Broome), shinjumatsuri.com.au: Fest rund um die Perlen  

Oktober

Melbourne Festival, festival.melbourne

November

Melbourne Cup, flemington.com.au: das Rennen, das den ganzen Kontinent zum Stillstand bringt

Dezember

Sydney to Hobart Yacht Race (Hobart), rolexsydneyhobart.com

Im Trend

Hingucker
Highlight Nightlife

Australiens Nachtleben ist wirklich äußerst sehenswert. Jede Location präsentiert sich in einem eigenen Licht: Im pompösen Ruby RabbitOxford Street231Sydney fühlen Sie sich fast royal und in der Cocoon BarSwanston Street195Melbourne geht es kuschelig zu. Ganz anders im The Croft InstituteCroft Alley21Melbourne: Dort warten vergittere Fenster und ein nüchternes Inneres.

Selfmade Surf
Holz und Bambus

Immer mehr Surfer fertigen ihre Bretter selbst. Mittlerweile gibt es dafür sogar schon Treffen, wie den Wooden Surfboard DayCurrumbin Alley an der Gold Coast. Zu deren Stammgästen gehört Hollow Wooden SurfboardsMount Eliza, die glücklicherweise ihre Bretter auch verkaufen. In regelmäßigen „Tree2Sea“-Workshops lernen auch Sie, wie man ein Öko-Board herstellt www.treetosea.org. Auf der Internetseite des Riley Surf Teamswww.balsasurfboardsriley.com.au , die die Wellen auf Brettern aus Balsaholz bezwingen, gibt es sogar eine Anleitung zum Boardbau für Zuhause.

Scheibe trifft Korb
Discgolf

Die Regeln sind schnell erklärt. Die Frisbee muss im Korb landen. Und ab geht es in Perth zum Rob Hancock Memorial Disc Golf CourseMulligan DriveGreenwood oder dem Maze Disc Golf CourseNeaves Road1635Bullsbrook. Dort lässt der Perth Disc Golf Clubwww.perthdiscgolf.com die Scheiben fliegen. Wer sich mit Sydneysmessen will, besucht das Spielfeld im Olympiapark www.sydneydiscgolfclub.com In Tasmanien spielt es sich malerisch auf dem Poimena-Reserve-FeldWakehurst Road in Austins Ferry.

Melbournes Docklands
Up & coming

Melbournes Hafen hat sich in kürzester Zeit vom Brachland zur schicken Meile gewandelt. Allein 7 km misst die Promenade mit Cafés, Bars, Kunstlocations und Architekturperlen – und noch ist das Projekt nicht abgeschlossen. Erkunden Sie das Viertel mit einem Art Walk auf eigene Faust. Wegbeschreibungen gibt es unter www.docklands.com. Der Spaziergang lässt sich perfekt mit ein wenig Shopping verbinden. Die größte Auswahl gibt es in der riesigen Harbour Town MallStudio Lane122. Da vergeht die Zeit wie im Flug! Aber auch nach Einbruch der Dunkelheit wird es in den Docklands nicht ruhig. Wie wäre es mit fluoreszierendem Minigolf bei Black Light Mini GolfStar Crescent mit Blick auf die Skyline? Oder bevorzugen Sie einen Tagesabschluss im LivebaitNewquay Promenade55b ?

New Media Art
Kunst

John Tonkin ist einer der führenden New-Media-Künstler Australiens. Für Projekte wie „Strange Weather“ sammelt er online Daten, die er entpersonalisiert und visuell darstellt. Die meisten seiner Arbeiten können als Installation gezeigt werden, funktionieren aber auch online www.johnt.org. Stelarcwww.stelarc.org ist ein Performancekünstler, der seinen eigenen Körper zum Thema macht. Seine und weitere zeitgenössische Werke sind in den Scott Livesey GalleriesHigh Street909aArmadale in Melbourne zu sehen. Eine weitere Anlaufstelle ist die Art Gallery NSWArt Gallery RoadSydney , die einen Video- und New-Media-Preis stiftet, der zuletzt an David Haynes und Joyce Hinterding ging.

Bloss nicht!

Schlecht über Kricket reden

Auf Uneingeweihte wirkt Kricket meist – äh, nun ja – vielleicht etwas undynamisch. Doch die Aussies lieben ihren Sommersport, ob nun mit stomps, bat and ball am Strand oder mit Bier in der Hand vor dem Fernseher.

In die Augen schauen

Viele Aborigines empfinden es als unangenehm, wenn man ihnen im Gespräch in die Augen schaut. Meide auch möglicherweise peinliche Themen – z.B. Armut, Hygiene, Sex.

Giftige Quallen berühren

Box jellyfish oder sea wasp wird die gefährliche Quallenart genannt, deren Berührung tödlich sein kann. Zum Glück kommen die Biester nur zwischen Oktober und Mai an der tropischen Küste vor. Während dieser Zeit brauchst du unbedingt einen wetsuit bzw. suchst nur Strände auf, die durch Netze geschützt sind.

Alles besser wissen

Sich in den Vordergrund stellen, angeben – das kommt in Australien überhaupt nicht an. Das heißt aber nicht, dass du bei Diskussionen nicht deine Position klarmachen darfst. Eine klare Stellungnahme ist durchaus geschätzt, solange sie nicht wichtigtuerisch vorgebracht wird. 

Einen Apfel mitbringen

Dank der geografischen Isolation ist Australien bisher von verschiedenen landwirtschaftlichen Krankheiten verschont geblieben. Damit dies so bleibt, ist das Mitbringen von Früchten und Fleischwaren absolut tabu, andere Artikel (etwa Schokolade) werden toleriert, solange sie auf dem Zollformular deklariert sind.

Australien verstehen

Buladjang oder die Rache des Urans

Im tropischen Norden Australiens liegt ein Gebiet, das bei den örtlichen Ureinwohnern seit Jahrtausenden tabu ist. Buladjang – übersetzt: Land der Krankheit – nennen die Eingeborenen diese mystische Region an der Grenze zum Kakadu National Park. Der überlieferten Schöpfungsgeschichte nach jagte das Ahnenwesen Bula über das Land und schuf alles, was sich darauf befindet: Sümpfe, Savannenwald und Felsen. Nach getaner Arbeit legte sich Bula unter der Erde nieder, wo er in seiner Ruhe nicht gestört werden darf, sonst drohen entsetzliche Naturkatastrophen. Seit vielen Jahrtausenden wissen die Ureinwohner, dass das Wasser hier giftig und die Nahrung krank machend ist. Den weißen Prospektoren, die zu Beginn des 20.Jhs. ins Land platzten und die hier lebenden Leistenkrokodile als Alligatoren und die Ureinwohner als primitiv bezeichneten, kam das natürlich verdächtig vor. Ohne sich lange mit völkerrechtlichen Grundregeln oder allgemeinem Respekt aufzuhalten, drangen sie in die verbotene Zone vor   und stießen auf die reichhaltigsten Uranerzvorkommen der Erde.

Und was hat diese Geschichte mit dem heutigen Australien zu tun, willst du jetzt wissen. Ganz einfach: Sie ist ein kennzeichnendes, oft wiederholtes Beispiel für den krassen Clash zweier Weltsichten, die unterschiedlicher nicht sein könnten und dessen Kollateralschäden sich bis in die Gegenwart ziehen.

Dass ausgerechnet ein uralter Volksstamm, dessen Lebensweise in Zigtausenden von Jahren nur geringfüge Spuren auf Mutter Erde hinterlassen hat, Hüter eines Minerals ist, das in der westlichen Welt nicht nur eine neue industrielle Revolution entfachte, sondern auch zur Entwicklung von verheerenden Kriegswaffen führte, zählt wohl zu einer der unglücklichsten Ironien der Menschheitsgeschichte. Der Umgang mit Aborgines und das Nebeneinander der Kulturen bleibt bis heute äußerst schwierig.

Graue Nomaden

Die Aussies sind begeisterte Camper. Das hat Tradition: Schon die Pioniere zogen mit einem swag, einem voluminösen Schlafsack, durchs Land. Auch heute noch packen die Australier am Wochenende Kind und Kegel ein, um sich irgendwo in der Wildnis ein kurzfristiges Zuhause aus Leinen und Zeltstangen aufzubauen. In den Schulferien musst du damit rechnen, mit Heerscharen von australischen Familien um den Campingplatz zu konkurrieren. Ach, und dann wären da noch die grey nomads, bei denen Camping nicht nur Freizeitspaß, sondern Lebensphilosophie ist. Die reiselustigen Rentner tauschen nicht selten ihr Eigenheim gegen Caravan oder Wohnmobil, um den Kontinent im Jahreszeitenrhythmus zu umrunden. Psst … die fortgeschrittenen Globetrotter sind eine unerschöpfliche Quelle an Insidertipps für Traveller.

Das große Krabbeln

Von all den eigenartigen, putzig bis haarsträubenden Geschöpfen des australischen Tierreichs schenken Besucher keinem so große Aufmerksamkeit wie der Spinne. Wie gefährlich ist sie also wirklich? Tatsächlich gibt es einige Vertreter der Krabbelwelt, dessen Gift auch für Menschen tödlich sein kann. Zu diesen gehören die um Sydney angesiedelte Trichterspinne (funnel-web spider) und die in ganz Australien anzutreffende, harmlos aussehende Rotrückenspinne (redback spider). Die gute Nachricht: Mit der Einführung von Gegengiften in den frühen 1980er-Jahren sank die Zahl der Todesfälle durch Spinnenbiss auf null. Wichtig ist, rasch ärztliche Hilfe aufzusuchen. Bei Buschwanderungen solltest du besonders aufmerksam sein. Mit dem Gesicht vorweg in ein zielscheibengroßes, fadendickes Spinnennetz zu laufen ist in etwa so gruselig, wie überraschend einen Fallschirm übergeworfen zu bekommen – nur unangenehmer. Medizinisch gesehen bist du auf der sicheren Seite, aber die Würde bewahren musst du schon selbst!

Bloß nicht zu sehr anpassen!

Fast die Hälfte der Australier ist entweder selbst eingewandert oder hat mindestens einen Elternteil, der in einem anderen Land geboren ist. In europäischen Köpfen gehen bei solchen Zahlen schon mal die Alarmglocken an. In Australien aber ist multikulti kein Hype, sondern offizielles Glaubensbekenntnis der Regierung. Diese fordert Einwanderer explizit dazu auf, ihre kulturellen und sprachlichen Eigenheiten zu bewahren, denn dies sei der Kern der nationalen Identität. Neuankömmlingen wird keine fremde Kultur übergestülpt, sondern sie werden gefragt, was sie mitbringen, um Australien zu bereichern. Kann das funktionieren, fragen wir Europäer da vorsichtig. Mach dir im multikulturellen Melbourne dein eigenes Bild davon.

Bis 2050 will Australien seine Einwohnerzahl von derzeit 25 Mio. übrigens durch Einwanderung verdoppeln. Allerdings gehen die Behörden bei der Auswahl von Einwanderern äußerst selektiv vor, und die Einwanderungskriterien wurden 2017 deutlich verschärft. Wie sich diese politische Neuorientierung in Sachen Einwanderungspolitik auf die Gesellschaft auswirken wird, bleibt abzuwarten. 

Tierisch kurios

Bären, die in Astgabeln den Tag verschlafen. Beuteltiere, die wie auf Sprungfedern durch die Landschaft hüpfen. Münzgroße Insekten, deren giftiger Biss ein Pferd zu Fall bringen kann. Der Schöpfer muss in alberner Stimmung gewesen sein, als er sich der australischen Tierwelt zuwandte. Kannst du dir vorstellen, wie das alles auf die frühen Siedler gewirkt haben muss? Hier nur ein Beispiel:

Das Schnabeltier (platypus) gab den ersten Naturforschern down under besonders knifflige Rätsel auf. So verdutzt blickten sie auf das seltsame Geschöpf im Wasser, dass manche es sogar für eine Fälschung – einen Scherz eines geschickten Präparators – hielten. Es glich grob einem platt gedrückten Biber mit Entenschnabel. Weitaus mysteriöser als sein Äußeres aber war sein Fortpflanzungsverhalten. 90 Jahre vergingen, bis ein schottischer Biologe endlich ein unglückliches Weibchen erlegte, in dessen Gebärmutter sich ein ungelegtes Ei befand. Zum ersten Mal war die Existenz eierlegender Säugetiere – auch etwas unglücklich als Kloakentiere bezeichnet – nachgewiesen. Und Australien hatte die geordnete Welt der Europäer mal wieder gewaltig auf den Kopf gestellt.

Heute macht der Klimawandel den australischen Tieren zu schaffen. Die Bramble-Cay-Mosaikschwanzratte, die nur auf der gleichnamigen kleinen Insel im Norden des Great Barrier Reef vorkam, wird als erstes Säugetier geführt, das der Klimawandel zum Aussterben gebracht hat.

Grüne Bewegungen auf dem roten Kontinent

In Sachen Umweltschutz stehen sich in Australien mindestens so starke Kontraste gegenüber wie in der Umwelt selbst. Die ersten Siedler kannten wenig Zurückhaltung im Umgang mit der Natur. Man kann es ihnen nachsehen: Die meisten von ihnen waren als Sträflinge unfreiwillig hier. Ihr einziges Ziel war es, sich in dieser unerbittlichen Landschaft eine erträgliche Lebensgrundlage zu schaffen. Aber selbst als schiere Überlebensnot längst in Wohlstand übergegangen war, fielen die Bäume weiter. Bis heute rattern die Bagger auch in Schutzgebieten auf der Suche nach ertragreichen Bodenschätzen. Daran konnten auch die ersten Umweltaktivisten, die sich hier früher politisch organisierten als irgendwo sonst auf der Welt, nichts ändern.

Die Folgen des Klimawandels bekommen die Australier mit voller Wucht zu spüren: Wirbelstürme und anhaltende Unwetter verwüsten und überfluten immer wieder Regionen in Queensland, weiter südlich fürchtet man verheerende Buschbrände während der langen, heißen Dürreperioden. Und spätestens seit das Great Barrier Reef die schlimmste Korallenbleiche seiner Geschichte erlebte, setzt auch in der breiteren Gesellschaft ein Umdenken ein.

Typisch Aussie

Eine sehr liebenswerte Eigenschaft aus den Pioniertagen konnte in die Neuzeit hinübergerettet werden: Schier grenzenlos ist die Hilfsbereitschaft der Australier, ganz gleich, ob bei einer Reifenpanne im Outback oder Orientierungsverlust in Sydney oder Melbourne. Da werden Termine verschoben, um schnell den Pneu montieren zu können, da werden Karten organisiert, Routen erklärt, und das alles mit einer Geduld und Freundlichkeit, über die Europäer nur staunen können. In solchen Momenten erfährt man, wie groß der Zusammenhalt noch immer ist und dass Solidarität zumindest innerhalb des weißen Australiens zu den Grundwerten gehört.

Auf Arroganz und Anmaßung reagieren Australier dagegen empfindlich. Tall poppy syndrome nennen sie es, wenn Prominente zu viel Wirbel um die eigene Person machen – sei es durch eine aufgeregte Schar von Leibwächtern, sei es, etwa in der Politik, durch zu große Distanz vom Volk. Abgehobene Großkopferte, also tall poppies, muss man nach Meinung vieler wieder auf den Boden der Tatsachen zurückbringen.

God save the Queen

Höchstes australisches Staatsoberhaupt ist bis heute die englische Königin Elizabeth II. Diese ernennt auf Vorschlag der australischen Regierung einen Generalgouverneur als ihren Vertreter vor Ort. Und der gibt dann den Ministern den Segen, die ihm vom Premierminister vorgeschlagen werden. Ganz schön kompliziert und veraltet, denkst du? Eine Volksabstimmung 1999 ergab überraschend, dass die Australier lieber der Krone treu bleiben, als eine eigene Republik zu werden. Nichtsdestotrotz lodern immer wieder republikanische Bestrebungen auf, und es ist nicht ausgeschlossen, dass Australien seine Position zur britischen Krone in naher Zukunft mit einem neuen Referendum hinterfragen wird.

Ein Rennen legt die Nation lahm

Wenn du am ersten Dienstag im November um kurz vor 15 Uhr ahnungslos im Bus durch Australien zuckelst, solltest du dich nicht wundern, wenn der Fahrer plötzlich links ranfährt, die Handbremse zieht und wortlos in der Kneipe an der Straßenecke verschwindet. Oder wenn die Kasse im Minimarkt nebenan minutenlang unbesetzt bleibt. Die Straße ist auf einmal wie leer gefegt – wo sind denn bloß die Menschen hin? Es ist Melbourne Cup Day! Und das prestigeträchtigste Pferderennen Australiens beschreibt sich nicht umsonst als „the race that stops the nation“.

Kein anderer Tag vereint die australische Nation wie dieser: der Tag, an dem das Land innehält – um kollektiv den Wettzettel auszufüllen. Etwa 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Australiens setzen ihr Geld dann auf mindestens ein Pferd, womit der Cup längst über die Grenzen wahrer Rennsport-Gurus hinausgewachsen ist. Es gehört geradezu zum Charme des Events, dass so manch ein ambitionierter Spekulant, der Leistung und Form der Pferde über Monate hinweg studiert hat, verärgert seinen Wettbeleg zerreißt, während sich die beschwipste Dame daneben darüber amüsiert, dass sie den Gewinner nur deshalb getippt hat, weil sie seinen Namen auch nach zwei Flaschen Champagner noch aussprechen konnte. Im Bundesstaat Victoria ist der Melbourne Cup sogar offizieller Feiertag.

Fliegende Ärzte

Der weltweit erste ärztliche Notfalldienst aus der Luft begann 1928 als Australian Aerial Medical Service in der kleinen Stadt Cloncurry in Queensland, nachdem der Presbyterianerpriester John Flynn das Elend der Outbackbewohner gesehen hatte. Weit von ärztlicher Hilfe entfernt starben Menschen an den Folgen von Verletzungen und Krankheiten, die in den Städten leicht zu behandeln gewesen wären. Heute verfügt der Royal Flying Doctor Service (RFDS) über 21 Basisstationen, von denen aus ein Gebiet von 7,3 Mio. km2 versorgt wird, eine Fläche etwa 21-mal so groß wie Deutschland.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Frühstück mit Kängurus 

Lautes Auflachen ist beim Lesen dieser Reiseerfahrung garantiert. Aber der amerikanische Journalist Bill Bryson taucht auch immer wieder tief in die Geschichte ein. (engl.: Down Under, 2001)

Spuren 

Die Australierin Robyn Davidson sorgte Ende der 70er-Jahre weltweit für Aufsehen, als sie sich allein mit einem Hund und vier Kamelen auf den 2700 km langen Weg von Alice Springs zur Westküste machte. (engl.: Tracks, 1980) 

Filme
Long Walk Home 

Ein ergreifender Einblick in die traurige Geschichte der stolen generation: Nach der Zwangstrennung von ihren Eltern wagen drei Mädchen die Flucht aus dem Erziehungsheim und machen sich auf den langen, ungewissen Weg nach Hause. (engl.: Rabbit-Proof Fence, 2002)  

The Castle 

DER australische Klassiker schlechthin. Auch ohne großen Plot schafft es der Film, seine Zuschauer im Bann zu halten und vor allem zum Lachen zu bringen. (1997) 

Fakten

Einwohner
25.671.900
Fläche
7.692.024 km²
Sprache
Englisch
Währung
Australischer Dollar
Strom
230 V, 50 Hz
Regierungssystem
Parlamentarische Monarchie
Hauptstadt
Canberra
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
17:36 Uhr
Zeitverschiebung
7 ½ h (zu MESZ)
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