Ist erwähnt in Reiseführer:
- Reiseführer
- Europa
- Dänemark
- Hauptstadtregion
- Kopenhagen
Kann eine Stadt cool und hyggelig zugleich sein, also futuristisch gebaut und kuschelig? Kopenhagen kann! Und das lässig. Die City und einige Viertel sind historisch-hübsch mit viel Kopfsteinpflaster, kupfernen Türmchen und Souterrains bestückt, während Architekten kühne Träume in umgenutzten Rand- und Hafengebieten verwirklichen dürfen. Und mittendrin regiert das Fahrrad.
Kopfsprünge zwischen Kulturbauten
Seit der Jahrtausendwende boomt die urbane Entwicklung, wobei sich die Stadtplaner bisher einig waren: Hochhäuser passen nicht zu Kopenhagen. Das beginnt sich zu ändern, etwa 40 Hochhäuser sind geplant. Am Hafenkanal entstehen im Jahrestakt faszinierende öffentliche Bauten, die zumeist Publikum und Passanten sehr zugewandt sind. Etwa der „Schwarze Diamant“, der die Königliche Bibliothek beherbergt, das Königliche Schauspielhaus mit dem Ofelia Plads sowie am gegenüberliegenden Ufer eine Oper und ganz neu ein nachhaltiges Mischquartier mit Schwimmbad. Du kannst den lieben langen Tag am Innenhafen sitzen, smarte Leute und Gebäude bestaunen und sogar im sauberen Hafenwasser schwimmen gehen – Hafenbäder gibt’s genug.
Bauen für die Zukunft
Viele ultraneue Visionen fürs Wohnen und Lernen werden in Ørestad auf der Insel Amager verwirklicht. Dieser neue Stadtteil wurde rasant auf eine Tabula rasa am Meer konstruiert. Das postmoderne Gegenstück zum historischen Zentrum ist wie ein kühn designter Laufsteg von morgen und hat in kurzer Zeit dem Architektenstar Bjarke Ingels einige Architektur-Oscars beschert. Und Kopenhagen bleibt in Aufbruchstimmung. Noch moderner und auch besser wird der alte Industriehafen Nordhavn zum Stadtteil umgebaut. 40 000 Kopenhagener sollen auf dem Areal wohnen – mit Blick auf Wasser und Kreuzfahrtschiffe. Der innere Hafenkanal bekommt ständig neue bauliche Eskapaden für Freizeit und Kultur. Nebenan hat sich die Freistadt Christiania als Kopenhagens zweitgrößter Besuchermagnet 2023 des Drogenhandels entledigt und ist spannend genug, um sich einer Führung durch diese Parallelgesellschaft anzuschließen. Im Architekturzentrum DAC im kantigen Glaspalast BLOX beim Schwarzen Diamant findet man Inspiration und einen Leitfaden über neues Bauen in der Stadt.
Geschichte
1167
Bischof Absalon gründet Kopenhagen und baut eine Burg zum Schutz des Hafens
1254
Erstes Stadtrecht
1443
Kopenhagen wird Hauptstadt
ca. 1600–1650
Blütezeit unter Christian IV.
1801/1807
Die britische Seeflotte zerstört Kopenhagens Innenstadt
1843
Der Vergnügungspark Tivoli eröffnet
1958
Arne Jacobsen designt die Stühle „Ei“ und „Schwan“
1971
Die Freistadt Christiania wird auf einer Marinebrache ausgerufen und besiedelt
2023
Die Unesco verleiht Kopenhagen den Titel der Weltarchitekturhauptstadt
2024
Königin Margrethe dankt zugunsten ihre Sohns Frederik ab
2025
Das Wasserkulturzentrum auf Papirøen erlaubt Schwimmen drinnen und im Hafenbecken
Alles im grünen Bereich
Im Grünen ist’s hyggelig. Tolle Parks wie Frederiksberg Have laden zum entspannten Sitzen und Picknicken ein. Aber Kopenhagen ist auch ehrgeizig bei Nachhaltigkeit und Verkehr. 2025 ist die Stadt zu 86 Prozent klimaneutral, komplett 2035.Der öffentliche Nahverkehr wird zunehmend auf Elektromotoren umgestellt, 98 Prozent der Haushalte hängen am Fernwärmenetz. Wer sich’s leisten kann, fährt ein E-Auto. Wichtigstes Verkehrsmittel aber ist das Fahrrad. Seit 2016 hat die Anzahl der cykler die der Autos im Pendelverkehr überholt. Auch im Winter, denn Radwege werden noch vor den Straßen geräumt. Das Hafenwasser wird für Radler elegant überbrückt, es gibt Schnelltrassen für Berufspendler. Für Besucher wird es immer cooler, die flache Stadt am Meer auf zwei Rädern zu erkunden. Der populäre, fast 10 km lange Radweg Grønne Sti ist nur eine von 22 Routen.
Kleine, feine Metropole
Einem Vergleich mit großen Millionenstädten kann die Hauptstadt des kleinen Königreichs nicht standhalten. Kopenhagen passt zehnmal auf die Grundfläche Berlins. Kopenhagen ist die Kleine unter den Großen. In keiner anderen Hauptstadt findest du dich so leicht zurecht. Ein Blick auf den Stadtplan zeigt: Das innere Straßennetz zeugt noch immer von der Form einer Festung. Haben in vergangenen Jahrhunderten Schutzwälle die Stadt im Westen begrenzt und die Kopenhagener vor Feinden geschützt, sind es heute vielspurige Boulevards, die sich um das Herz der Stadt legen. Dazwischen ist es in der Innenstadt eng wie einst. Zwischen Rathaus und dem idyllischen Nyhavn spazierst du auf Europas erster Fußgängerzone.
Keimzelle der Kaufmannsstadt
Bischof Absalon von Roskilde hatte den richtigen Riecher: Er wusste, wo er den feindlichen Piraten zeigen konnte, wer Herr der Insel ist. Es galt, Havn (Hafen) auf der Insel Strandholmen – heute Slotsholmen – zu schützen. So baute er 1167 an der Stelle, wo heute das dänische Parlament über Wohl und Werde Dänemarks entscheidet, eine Burg – die Keimzelle Kopenhagens. Havn wurde vom unbedeutenden Hafen an der Ostküste der Insel Seeland zum Knotenpunkt der Seehandelswege. Dem Namen Havn stellten die Bewohner ein Købmand (Kaufmann) voran, und zur Hansezeit bekam die Stadt ihren endgültigen Namen: København.
Glückliche Dänen
Bummel einfach durch altertümliche Gassen, an pastellfarbenen Fassaden entlang, aber spar dir bitte den Blick ins zu Private, auch, wenn’s sich anbietet. Gönn dir viele Pausen, und beobachte eine fast südländische Herzlichkeit auf einem der vielen Plätze, etwa dem schnuckeligen Gråbrødretorv. Alle sind beim Du. Die Gelassenheit steckt an, selbst beim Shopping. Dazu ist die Fußgängermeile Strøget (auf Deutsch: Strich) bestens geeignet. Besonders das Stück vom Amagertorv zum edlen Platz Kongens Nytorv bietet Schaufensterdekor zum Niederknien – gerade zur Adventszeit. Apropos Gelassenheit – die Dänen sollen ja sehr glücklich sein. Die Gründe fürs Glücksgefühl – sagen wir besser Zufriedenheit – sind ein gewollt egalitäres, sozial möglichst ausgewogenes Gesellschaftsdesign, die niedrige Arbeitslosenquote und weniger Zukunftsängste als andere Völker; man hat gelernt zu teilen. Familie geht über alles. Ausdruck des verwurzelten National- oder sogar Stammesgefühls ist jedoch auch eine im Vielparteienparlament seit 2000 stark vertretene Dänemark-den-Dänen-Politik. Kopenhagener mit ausländischem Ehepartner flüchten deshalb gern über die Øresundbrücke ins schwedische Malmö, wo die Liberalität aktuell jedoch auch eingeschränkt wird.
Cityvororte mit Szenetouch
Die Kopenhagener waren von jeher gezwungen zusammenzurücken. Zu Lebzeiten des Dichters Hans Christian Andersen – er kam 1819 nach Kopenhagen – war die Stadt innerhalb der Wälle übervölkert. Auf einer Fläche von 2 km2 lebten damals 120 000 Menschen. Heute sind es nur noch 30 000.Mit der Industrialisierung im 19.Jh. zog es die Landbevölkerung in die Hauptstadt. Von 1850 bis 1900 stieg die Einwohnerzahl auf 400 000.Um Platz zu schaffen, wurden die Befestigungsanlagen geschleift. Vor der Stadt entstanden die Arbeiterquartiere Nørrebro und Vesterbro. Willst du hinter die Kulissen gucken, musst du raus aus dem heute romantischen Zentrum. Jenseits der Wallstraßen Vester Voldgade, Nørre Voldgade und Øster Voldgade findet das alltägliche Leben statt – und genau das ist reizvoll. Zwar ist die Stadt dort auch mal weniger kuschelig. Doch haben sich in den vergangenen Jahren die sanierten Wohnviertel Nørrebro, Vesterbro und Østerbro mit zahlreichen Restaurants und Lädchen zu boomenden Szenevierteln entwickelt. Kopenhagens Sound ist übrigens der öffentlich, auch in Schulen, geförderte Jazz.
Mann kann mit Kindern umgehen
In jedem Viertel Kopenhagens wirst du einen Platz mit Cafés oder Bars finden. Dort werden sich manche womöglich fragen: Bin ich zu alt für diese Stadt? Denn Kopenhagen hat nicht nur ein junges Image, auch die Bewohner sind überwiegend jung. Überall ist man auf Kinder eingestellt. Im Restaurant steht der Hochstuhl, bei Bank und Post gibt es eine Legoecke. Wo kein Platz ist, wird er geschaffen, wird der Buggy zwischen die Bistrotische geschoben – ohne Prenzlauer-Berg-Attitüde. Auch Männer wickeln Knirpse auf der Café-Toilette, während die Oma kerzengerade auf ihrem Fahrrad zur Familie stößt. Apropos Familie und Rad: In Christiania wird das gleichnamige Lastenrad hergestellt, mit dem dir ständig ganze Rasselbanden entgegenkommen.
Teure Krone
Wie viel Euro sind …? Ob im Hotel, Restaurant oder Kaufhaus, du musst ständig umrechnen. Denn die Dänen votierten 2000 gegen die Einführung der gesamteuropäischen Währung. Es wird mit der Krone bezahlt, deren Wechselkurs zum Euro aber stabil bleibt. Dem Kopfrechnen vor Schaufenstern und Speisekarten folgt immer der Schreck: Mein Gott, ist das teuer! Kopenhagen gehört zu den teuersten Städten Europas. Allerdings werben Cafés und Restaurants mit Preisnachlässen für Frühesser oder Paartrinker. Achtung: Bargeld ist verpönt.
Sogar die Royals sind geerdet
Mit dem Bau der Øresundbrücke, der festen Anbindung Schwedens an Europa, ist die dänische Hauptstadt zur Drehscheibe Nordeuropas geworden. Und mit der geplanten Fehmarnbelt-Querung – dem 17,6 km langen Tunnel zwischen Puttgarden und Rødby – wird Kopenhagen noch weiter boomen. Nach Malmö ist’s nur ein Katzensprung – manche witzeln, es sei ein Vorort. Trotz des Booms halten die Kopenhagener es lieber mit dem Understatement. Sie geben nicht an, sondern sind eher bescheiden, lieber leise statt laut, entspannt statt hektisch. In den Straßen leuchten verchromte Halogenlampen neben schmiedeeisernen Kandelabern, moderne Architektur grenzt an altes Fachwerk, ein Pferdegespann der Leibwache Ihrer Majestät trabt vorbei an coolen Metrostationen. Und das Volk jubelt, wenn die gar nicht abgehobenen Royals vom Balkon ihres Schlosses winken. Manchmal sieht man sie sogar radeln!
Kopenhagen Highlights
HighlightsHighlights Ausgehen Kopenhagen
HighlightsTop Sehenswürdigkeiten Kopenhagen
- Highlights
Cafés und Restaurants Kopenhagen
HighlightsMust Sees Kopenhagen
HighlightsFreizeit und Sport Kopenhagen
HighlightsÜbernachtungen/Hotels Kopenhagen
- in Kooperation mit
Kopenhagen Erlebnisangebote
HighlightsTop Shopping Tipps Kopenhagen
Aktuelles Wetter
Wissenswertes
Aktuelles Wetter
Wissenswertes
MARCO POLO Reiseführer
Kopenhagen
Buch, 17. Auflage · 17.95 €Von hip bis hygge: Mit dem MARCO POLO Reiseführer nach Kopenhagen Willkommen in der Hygge-Hauptstadt! Kopenhagen, das sind historisch-hübsche Viertel mit viel Kopfsteinpflaster und kupfernen Türmchen, entspannte Picknicks im Park und ansteckende Gelassenheit. Und: der gute alte Drahtesel.
Entdecke die Hauptstadt des Understatements mit den MARCO POLO Insider-Tipps
In Kopenhagen kannst du durch kleine Gässchen und angesagte Szeneviertel flanieren, angesagtes Interior im Scandi-Chic shoppen und ein Selfie mit der kleinen Meerjungfrau machen. Kurz: Die Kopenhagener haben so ziemlich alles. Trotzdem sind sie sehr entspannt und vor allem bescheiden. Wundere dich also nicht, wenn du mit den Einheimischen ganz schnell per du bist oder die dänischen Royals an dir vorbeiradeln.
Dein MARCO POLO Reiseführer Kopenhagen begleitet dich überall hin, gibt dir die besten Insider-Tipps und sorgt mit Metroplan und Übersichtskarten für leichte Orientierung. So verlierst du auf den Boulevards von Kopenhagen nie den Überblick und verbringst deinen Urlaub genau so, wie es dir gefällt!
ERLEBE LOS!

MARCO POLO Cityplan
Kopenhagen
Karte, 4. Auflage · 8.50 €Der Marco Polo Cityplan Kopenhagen im Maßstab 1:12.000 ist der ideale Begleiter für deinen nächsten Städtetrip. Eine Erlebnistour durch die Stadt? Eine Sehenswürdigkeit? Ein Restaurant? Mit den Marco Polo Empfehlungen findest du genau das, was du suchst. Diese detaillierte Karte enthält die wichtigsten Highlights und Sehenswürdigkeiten für die Stadterkundung: Eine kleine Karte für den großen Überblick.
Und das bietet die Karte im Detail:
Über die Region:
Kopenhagen verbindet Geschichte, Design und urbanes Leben auf engem Raum. Die Stadt bietet zahlreiche Möglichkeiten für Entdeckungen – vom historischen Vergnügungspark Tivoli mit seinen Fahrgeschäften und Konzerten bis zum Königlichen Schloss Amalienborg, das Einblicke in die dänische Monarchie ermöglicht.

Kopenhagen in Buch & Film





