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Wind und Wasser – aus diesen Elementen ist Hamburg gemacht. Kein großartigerer Blick als oben von der Plaza der Elbphilharmonie auf Schiffe, Elbe, den Hafen, kein schönerer Platz an einem Sonnentag als das Ufer der Außenalster: Schwäne, Segelboote und prachtvolle Villen. Keine andere Stadt in Deutschland verzeichnet größere Zuwachszahlen im Tourismus.
Hier lebt man am und auf dem Wasser
Es gibt sie, diese Tage, an denen selbst eingefleischte Hanseaten von ihrer Stadt überrascht werden. An einem Sommerabend hocken sie mit einem Bier am Elbstrand von Övelgönne. Vor sich Containerschiffe, Hafenfähren und Segler.Sie machen einen Spaziergang in Richtung Innenstadt, passieren die Neubauten an der Elbmeile, blicken vom 40 m weit in die Elbe ragenden Bürohaus Dockland über das Wasser und nehmen einen Absacker im Beachclub von St. Pauli. Weiter geht es bis zur Hafencity. Dort findet gerade mal wieder ein Festival statt – Jazz oder Literatur. Man hört noch etwas zu und bestaunt die gewaltige dunkel-gläserne Fassade der Elbphilharmonie, die sich vor einem in die Höhe schraubt. Auch jetzt noch, spät am Abend, spazieren die Besucher hoch oben auf der Plaza einmal rundherum; Handys blitzen. Im Hintergrund sind die Neubauten der Hafencity und die beleuchteten Fassaden der Speicherstadt sichtbar. Spätestens jetzt werden sich diese Hamburger ansehen und sagen: Wow, habt Ihr gewusst, in was für einer tollen Stadt wir leben? Mit dieser Erkenntnis sind die Hanseaten nicht allein. Wie überall gab es in der Coronazeit einen Einbruch bei den Übernachtungszahlen. Doch schon 2023 schnellte die Zahl auf fast 16 Millionen. Neuer Rekord. Und 2024 ging es weiter nach oben. Gefahren des Overtourism? Sehen die Verantwortlichen in der Stadt nicht ... Doch Menschen auf St. Pauli oder in der Schanze haben da eine andere Meinung.
Einer der 100 schönsten Plätze der Welt
Auch die Bevölkerungszahl in Deutschlands zweitgrößter Stadt wächst seit Jahren: Fast 1,9 Mio. Menschen leben schon hier, und der Zuzug bleibt stetig. Das „Hoch im Norden“ gilt als Wirtschaftsmotor für eine ganze Region. Trotz relativ guter Lage für die lokale Wirtschaft leiden auch Hamburger Unternehmen unter dem Fachkräftemangel, Gastronomie und Hotels trifft es besonders hart. Doch dem steigenden internationalen Renommee tut das keinen Abbruch: Mit dem Bau der Elbphilharmonie wurde Hamburg für die „New York Times“ zu einem der „World’s Greatest Places“! Und obwohl auch dies schon länger her ist, kommt der Imagewechsel für viele immer noch überraschend. Hamburg – das ist doch die Stadt der Pfeffersäcke, die nicht mal wissen, wie man Kultur buchstabiert. Die Stadt mit den langweiligen Ziegelbauten, in der es sowieso nur regnet …
Geschichte
810–834
Bau der Hammaburg, 845 durch die Wikinger zerstört
1200–1400
Hamburg wird wichtiges Mitglied der Hanse
1678
Das Opern-Theatrum am Gänsemarkt ist das erste öffentliches Opernhaus in Deutschland
1881
Hamburg wird Teil des Deutschen Reiches, ein Teil des Hafens bleibt zollfrei
1937
Mit dem sogenannten Groß-Hamburg-Gesetz werden u. a. Altona, Wandsbek und Cranz hamburgisch
Juli/August 1943
Bei der „Operation Gomorrha“ sterben durch Luftangriffe schätzungsweise 34 000 Menschen
Mai 1968
Die „American Lancer“, das erste Vollcontainerschiff, läuft in den Hamburger Hafen ein
11.Januar 2017
Eröffnung der Elbphilharmonie
2020/21
In Folge der pandemiebedingten Lockdowns müssen viele Clubs, Restaurants und Geschäfte schließen
2024
Zum Hafengeburtstag im Mai kommen mit 1,5 Mio. Gästen so viele wie noch nie
Die Stadt kehrt ans Wasser zurück
Auf der Suche nach dem Wendepunkt in der Geschichte landet man schnell in den Jahren vor der Wende. Hamburgs Erster Bürgermeister hieß Henning Voscherau und der hatte auf Reisen durch die DDR realisiert: Die Mauer wird fallen. In einem freien Europa könnte Hamburg sich zu einer Drehscheibe des Handels zwischen Ost und West entwickeln. Doch dafür musste die Stadt aus ihrem „selbstzufriedenen“ Dämmerschlaf, so Voscherau im Rückblick, geweckt werden. So wurde die vierte Elbtunnelröhre geplant, der Ausbau des Flughafens, des Airbusgeländes; neue Containerterminals wie in Altenwerder wurden gegen Widerstände durchgepaukt. Und vor allem: In geheimen Verhandlungen begann die Stadt mit dem Aufkauf der Grundstücke im Hafen. Geheim vor allem, um Spekulation zu vermeiden. Im Mai 1997 präsentierte Voscherau der Crème de la Crème der hanseatischen Kaufmannschaft im Überseeclub an der Alster seinen Masterplan für die Hafencity: „Die Rückkehr der Innenstadt an das Wasser kann Realität werden.“
„Elphi“ - wir lieben dich trotzdem!
Mittlerweile ist diese Realität da. Wer etwas auf sich hält, kauft eine Loftwohnung am Strandkai oder zieht mit seiner Anwaltskanzlei in einen Speicherboden am Alten Wandrahm in die Speicherstadt. Es gibt hier Schulen, Spielplätze, Kindergärten, eine Universität und mit dem Überseequartier das größte innerstädtische Einkaufszentrum in Nordeuropa direkt am Wasser. An lauen Sommerabenden ist auf den Kais und in den Cafés der Teufel los, viele Kulturveranstaltungen zieht es hierher. Es gibt Kinos, Museen, im Lohsepark findet sich die Gedenkstätte für die aus Hamburg verschleppten Juden, und am Baakenhafen entstehen Häuser auf Stelzen im Wasser. Also alles super in der schönen, neuen Hafencity-Welt? Nicht ganz. Architekten und Stadtplaner schimpfen über langweilige Bauten („Würfelhusten“), die durchs Wohnviertel schneidenden Straßen sind manchmal bis zu vierspurige Rennstrecken, und es fehlt an Bäumen und Grünflächen zwischen dem ganzen Beton. Nach dem Bauskandal um die mittlerweile längst heiß geliebte „Elphi“ droht am anderen Ende der Hafencity ein echtes Desaster. Der „Elbtower“ sollte zu einem der höchsten Hochhäuser Deutschlands werden. Dann kam der Baustopp wegen der Benko-Pleite. Ausgang ungewiss.
Hanseaten zeigen Haltung
Freie und Hansestadt Hamburg lautet der offizielle Titel der Stadt. Doch wichtiger als die Hanse war den Hamburgern schon immer die Freiheit. Frei von Königen, Reichskanzlern und Kirchenfürsten. Frei von Bundesländerfusionen und Ministerpräsidenten. Die seit Jahren diskutierte Zusammenführung der norddeutschen Bundesländer bleibt wohl weiter Vision. Zur Heimatverbundenheit kommt das Fernweh. Das Tuten der Schiffe ist noch in Vierteln zu hören, in die das Möwengeschrei nicht vordringt und wo keine Fluten über die Mauern treten. Hamburger sind arrogant, lautet ein Vorurteil. Doch wenn du als Tourist durch die Stadt läufst, wirst du dies nicht bemerken. Die Hamburger sind hilfsbereiter, offener und freundlicher, als man erwartet. Viele sprechen Englisch – die Verbindung zum Handelspartner über den Kanal war schon immer bestens. Ebenfalls in dieser Tradition steht: Der Hamburger ist liberal. Ob lebenslanger Punk in der Hafenstraße oder hipper Werber, jeder darf sein, wie er ist. Eines allerdings wird von jedem gefordert: Haltung. Hier bleibt der Hanseat seiner Mentalität treu – nie die Contenance verlieren und immer Zurückhaltung üben. Politiker von Helmut Schmidt über Ole von Beust bis Olaf Scholz oder Peter Tschentscher waren und sind da ebenso gefordert wie Schauspieler, Medienmenschen, Wirtschaftsbosse und jeder normale Stadtbürger. Bussi-Bussi und Goldkettchen? Das wird an der Waterkant höchst ungern gesehen. Wichtiger als der Glanz nach außen ist dem wahren Hanseaten der tatsächliche Gewinn. In keiner anderen Stadt wohnen mehr Millionäre pro Quadratmeter, die Geschäftstüchtigkeit liegt anscheinend vielen im Blut. Um dieses Ziel zu erreichen, ist man nicht zimperlich. Eines der schönsten Beispiele hierfür ist Hamburgs Umgang mit dem Hafengeburtstag. Am 7.Mai 1189 soll Kaiser Friedrich I. Barbarossa der Stadt einen Freibrief für den Handel auf der Elbe ausgestellt haben. Zwar weiß man seit 1907, dass dieser Freibrief eine Fälschung ist, doch das ist für die Hamburger kein Grund, die Feste nicht zu feiern, wie sie fallen, und dabei mit dem größten Hafenfest der Welt noch satten Gewinn zu machen.
Sport, Kultur und Mäzenatentum
Man lebt gerne hier und zeigt das auch. Über 1500 Stiftungen haben ihren Sitz in Hamburg. Damit ist die Hansestadt Spitzenreiter unter allen Bundesländern. Im Hamburger Spendenparlament entscheiden vom Studenten bis zum Millionär alle „Abgeordneten“ mit, was mit ihrem Geld gefördert wird. Hamburgballett oder Lichtblick-Theater, Rock im Uebel & Gefährlich oder Kinderspaß in Planten un Blomen: Kultur gehört zum Alltag, auch wenn es hin und wieder gehörig ruckelt. So haben sich viele Alternativkünstler in den letzten Jahren gen Berlin verabschiedet. Dort sei das Klima eben viel kunstfreundlicher ... Die Realität ist dann doch etwas differenzierter. Neben den großen staatlich subventionierten Häusern gibt es eine große Anzahl von Privattheatern, Kinos und anderen Kultureinrichtungen.Die Corona-Zeit hat besonders die freie Clubszene arg gebeutelt und viele haben sich, trotz staatlicher Zuschüsse, von den Einbrüchen nie erholt und mussten schließen. Ein großer Verlust für das bunte, vielfarbige Hamburg.
Olympische Spiele wird es bis auf Weiteres in Hamburg nicht geben, eine knappe Mehrheit der Befragten sprach sich 2015 in einem Referendum gegen eine Bewerbung aus – doch Sportmuffel sind die Hamburger deswegen noch lange nicht. Viel wichtiger als Zuschauen ist das Dabeisein: laufen, radeln, schwitzen, ob beim Marathon oder Rudern, beim Radrennen oder Skaten. Spektakulärstes Mitmachevent ist der Jedermann-Triathlon im Sommer: Auch Touristen können sich anmelden und gewinnen so einen ganz neuen Blick auf die Stadtsilhouette beim Schwimmwettkampf in der Alster! Unangenehmer Nebeneffekt: Wegen der vielen Großereignisse ist die Innenstadt vor allem an den Sommerwochenenden häufig weiträumig abgesperrt. Und das bedeutet Staus, Staus, Staus! Die Hamburger kennen das. Irgendwo in der Stadt wird schließlich immer gebaut – spektakulär sind die Deckel über die A7, bei Stellingen schon fertig inklusive Park, bei Othmarschen noch im Bau. Doch wer schlau ist, lässt sein Auto stehen.
Parks, Bäume, ein See in der Stadt
Hamburg ist eine der grünsten Städte Deutschlands, mit einem See mittendrin – in heißen Sommern geht‘s hier zu wie am Gardasee. Und auch wenn das Wetter mal wieder so richtig mies ist: Regen und Nebel können den wahren Hanseaten nicht erschüttern. Schließlich gibt es als Entschädigung diese herrlichen Tage, an denen ein frisches Lüftchen weht und die Luft so klar ist, dass man sich bis zum Rande damit vollpumpen möchte. Warum also sollt ihr diese Stadt besuchen? Ganz einfach – weil es hier so schön ist! Elbe und Alster bieten großartige Panoramen, und doch ist alles ganz übersichtlich. Auch an nur einem Wochenende könnt ihr die besten Highlights problemlos „abarbeiten“. Dazu locken die vielen schönen Stadtteile mit ihrem jeweils eigenen Ambiente, ihrer unterschiedlichen Geschichte, mit Restaurants und Kneipen. Und wer mehr Zeit hat, der macht mal einen Spaziergang vom Strand in Övelgönne Richtung City: rechts das Elbwasser, vor sich die Stadt, die Elbphilharmonie, der Hafen – fantastisch!
Inspirierende Reportagen
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