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Achtung, Keule: Hier kommt Berlin! Wer Ruhe braucht, ist hier definitiv falsch. Doch für alle, die aus drei Opernhäusern wählen, im Park spontan zu Beats tanzen, vietnamesischen Kaffee auf Englisch bestellen oder mit dem Trabi am Reichstag vorfahren wollen, ist bestens gesorgt. Denn so international und vielfältig wie in seiner Hauptstadt ist Deutschland sonst nirgendwo.
Ob hoch- oder off-, Hauptsache Kultur
Beweise gefällig? Allein die Kulturszene hält 150 Konzerthäuser, Theater und Bühnen, mehr als 180 Museen und Sammlungen und jeden Tag Hunderte von Veranstaltungen für nötig. Mit dabei sind einmalige Schätze wie die Nofretete auf der Museumsinsel, aber auch noch zu entdeckende künstlerisch begabte Zeitgenossen, die in über 400 Galerien ausstellen. Eine Vielfalt übrigens, die Berlin zu einem der bedeutendsten Kunsthandelszentren der Welt macht. Auch in anderen Bereichen ist genug Platz für ein Miteinander von Hochkultur – hallo Philharmonie, Staatsoper, Deutsches Theater! – und ihrer wilden Schwester, der Off-Kultur. Ob Varieté, Kiez-Soap oder äthiopischer Singer-Songwriter – für wenig Geld gibt es Großartiges gleich in der Nachbarschaft. Das Partyvolk zieht es derweil in die über 200 Clubs sowie unzähligen Bars, Cafés und Kneipen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit je nach Bedarf Craftbier, Pfeffi-Schnaps oder eine Techno-Sause servieren.
Die Mauer kann man (fast) vergessen
Über diesem Trubel ist die Erinnerung an die Teilung der einstigen Mauerstadt fast schon komplett verwirbelt. Den ersten Vorgeschmack darauf bekamen die Berliner 1948, als die Russen über Nacht eine Blockade des Westteils der Stadt verhängten. Fast ein Jahr mussten die westlichen Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich diesen aus der Luft versorgen. Zum Gedenken an die Luftbrücke brummt das als „Rosinenbomber“ bekannte Transportflugzeug Douglas DC3 heute noch ab und an über Berlin. Von 1961 bis 1989 teilte dann die Mauer Ost-Berlin als Hauptstadt der DDR unter sowjetischem Einfluss von der Insel West-Berlin. Die politischen Systeme hinterließen auch Spuren im Stadtbild, etwa die nach sowjetischem Vorbild angelegte Prachtstraße Karl-Marx-Allee und den Stadtteil Marzahn im Osten sowie das Hansaviertel und Gropiusstadt im Westen. Doch Sanierungswelle und Neubauboom nach der Wiedervereinigung haben viele Unterschiede geschliffen.
Geschichte
1307
Vereinigung von Cölln und Alt-Berlin zu Berlin
1701
Berlin wird Hauptstadt Preußens
1806–08
Französische Besatzung unter Napoleon
1848
Märzrevolution mit Barrikadenkämpfen
1877
Industrialisierung: Bevölkerungswachstum auf eine Million Einwohner
1871
Berlin wird Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs
1920
Gründung Groß-Berlins in seiner heutigen Dimension
1936
Olympische Spiele als Machtdemonstration der NSDAP
1961
Bau der Mauer
1989
Fall der Mauer
1999
Regierungsumzug von Bonn nach Berlin
2020
Eröffnung des Flughafens BER
2027
Das Museum der Moderne, der teuerste Museumsbau der BRD, soll fertig werden
Wer heute das Leben in der geteilten Stadt nachfühlen will, muss zur Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße fahren oder sich von Zeitzeugen durch das ehemalige Stasigefängnis Hohenschönhausen führen lassen. Im Alltag, am einstigen Grenzübergang Checkpoint Charlie etwa, ist angesichts luxuriöser Geschäftshäuser und Boutiquen im alten Osten und baulicher Tristesse im Westen die Lage längst nicht mehr klar. Auch der während der Teilung im Grenzgebiet brach gefallene Potsdamer Platz, Mitte der 1990er-Jahre Europas größte Baustelle, hat mittlerweile schon die erste Sanierungswelle hinter sich. Nördlich des pünktlich zur Fußball-WM 2006 eröffneten Hauptbahnhofs wächst munter ein neues Wohn- und Geschäftsviertel, das die letzten Freiflächen im Herzen der Stadt schließt. Und auch die City West rund um die Gedächtniskirche erstrahlt in neuem, altem Glanz. Sie war ein wenig ins Abseits geraten, als sich alles nach dem Fall der Mauer Richtung Osten orientierte. Doch mittlerweile wurde manche Nachkriegsarchitektur aussortiert oder – wie das historische Kino Zoo-Palast oder die Ladenzeile Bikini-Haus – grundlegend saniert.
Neues Schloss, neue Skyline, neue Berliner
Und die Veränderungen gehen weiter. Wo einst der Palast der Republik am Ende des Prachtboulevards Unter den Linden das Repräsentationsbedürfnis des sozialistischen Staates erfüllte, entstand der Nachbau des historischen Stadtschlosses als neuer kultureller Magnet. Das darin untergebrachte Humboldt-Forum mit dem Ethnologischen Museum, dem Museum für Asiatische Kunst sowie einer Ausstellung zur Geschichte Berlins, mit Wissenschaftseinrichtungen und Bibliotheken ist als Ergänzung zur Museumsinsel gedacht. Zudem sollen rund um den Alexanderplatz bald Hochhäuser in den Himmel ragen und das durch Bauvorschriften bedingte Fehlen einer Skyline vergessen machen.
Gebaut werden auch Wohnungen, denn die fehlen in der nach einer Pandemiepause wieder wachsenden Stadt. Fast 3,9 Mio. Menschen leben hier, die Hälfte davon zugezogen, wobei es die Mehrzahl aus Hamburg und nicht etwa aus Stuttgart an die Spree verschlug. Für den Multikulti-Ruf sorgen die Berliner mit ausländischen Wurzeln in über 190 Nationen – die meisten von ihnen aus der Türkei. Sie haben sich vor allem in Kreuzberg, Neukölln und Wedding eingerichtet. Ein Trip auf einen der Wochenmärkte, auf denen Großfamilien kistenweise Auberginen und Weintrauben kaufen und um Gewürzpreise feilschen, gleicht einem kulturellen Kurzurlaub. Dazu kommen viele Osteuropäer, vor allem Polen, aber auch Russen, von denen einige jüdischen Glaubens sind. Gemeinsam mit den ebenfalls nach Berlin drängenden Israelis bringen sie jüdische Alltagskultur zurück in die Stadt, aus der die Shoa ihre Vorfahren einst vertrieb.
Herkunft? Nebensache!
Für noch mehr Vielfalt sorgen Flüchtlinge aus Kriegsgebieten. Über 230 000 Ukrainer suchten in den ersten Monaten des Krieges 2022 in Berlin Zuflucht, so wie es sieben Jahre zuvor 100 000 Syrer getan hatten. Viele blieben dauerhaft und zeigen heute bei Führungen ihre neue Heimat (querstadtein.org). Ihre Integration unterstützen viele Berliner ehrenamtlich. Den Willen zum friedlichen Miteinander hat auch das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 nicht gebrochen, im Gegenteil. Berliner ist, wer in der Stadt lebt. Woher er einst kam und woran er glaubt, ist egal. Das hat Tradition. Schon im 17.Jh. zog es die protestantischen Hugenotten als Glaubensflüchtlinge aus Frankreich an die Spree, denn die Herrscher Preußens waren bekannt für ihre religiöse Toleranz. Mit dem Französischen Dom am Gendarmenmarkt erhielten sie 1701 unter Friedrich I. eine eigene Kirche, der Mitte des 18.Jhs. die St.-Hedwigs-Kathedrale als katholisches Gotteshaus für die zuwandernden Schlesier folgte. 1866 kam in der Oranienburger Straße Europas größte Synagoge mit 3200 Sitzplätzen hinzu. Letztere wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nur teilweise wieder aufgebaut. So bereicherten die Hinzugekommenen Kultur, Wirtschaft und nicht zuletzt den Speiseplan. Bouletten (bzw. Buletten) etwa, die französische Bezeichnung für Fleischküchlein, sind eine Berliner Spezialität geworden, und auch Bagel und Döner kamen aus der Welt auf die Teller der Stadt.
Erinnerungsorte mit dunkler Geschichte
Dennoch katapultierte sich Berlin mehrfach ausgerechnet mit Nationalismus und Rassismus ins Zentrum der Weltgeschichte. Museen und Gedenkorte wie die Topographie des Terrors, das Haus der Wannseekonferenz oder das Jüdische Museum erinnern an Nazidiktatur, Judenverfolgung und die schrecklichen Folgen des Zweiten Weltkriegs. Dieser hat auch einen Großteil der Bausubstanz vernichtet bzw. beschädigt, die jahrzehntelang wieder aufgebaut werden musste, damit es heute wieder so aussieht wie vor 200 Jahren. Im historischen Zentrum sind die Staatsoper Unter den Linden und der Berliner Dom, das Schauspielhaus, der Deutsche und der Französische Dom am Gendarmenmarkt Beispiele dafür. Im alten Reichstag hat sich der politische Betrieb ebenfalls längst wieder eingerichtet. Dass Bonn bei der Wahl zur Hauptstadt des wiedervereinten Deutschlands überhaupt zur Wahl stand – in Berlin erinnert sich daran keiner mehr. Das Regierungsviertel mit Bundeskanzleramt und all seinen Abgeordnetenbüros ist organischer Teil der Stadt; sein Personal lässt sich auf der Promenade am Spreeufer oder in den anliegenden Cafés auch mal jenseits der „Tagesschau“ besichtigen. Großer Bahnhof wird um die Prominenten jedoch nicht gemacht. Das Motto „Leben und leben lassen“ ist für die Stadt seit jeher zentral, und um Autogramme und Selfies zu bitten, entspricht nicht dem Selbstverständnis der Berliner. Sie selbst möchten gerne als Individuen wahrgenommen werden, und das gestehen sie auch anderen zu.
"Arm, aber sexy" war einmal
Nur mit dem Florieren der Wirtschaft hat sich die Industriemetropole des 19.Jahrhunderts Zeit gelassen. Während der Teilung vom finanziellen Tropf zweier gegensätzlicher politischer Systeme abhängig, musste die Stadt eine leistungsfähige Wirtschaft danach erst wieder aufbauen. Doch mittlerweile wächst das Bruttoinlandsprodukt sogar stärker als der deutsche Durchschnitt, und auch die Arbeitslosenzahlen haben sich mittlerweile stabilisiert. Ob alternative Bezahlsysteme, Babysitter-Buchung per App oder mobiler Hemden-Bügelservice: Die Start-up-Branche sprudelt vor neuen Ideen und macht nebenher ganz Berlin zum Versuchskaninchen. Unzählige Universitäten, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sind mit rund 200 000 Arbeitsplätzen ein weiterer Jobgarant.
Auch modisch geht am Austragungsort der Fashion Week einiges. Was heute in Hinterhofateliers geschneidert wird, erobert schon morgen die ganze Welt – oder zumindest den Teil, der sich Extravaganz traut. Denn Avantgarde muss es in Berlin schon sein. Das zeigt auch der tägliche Gang durch die Stadt: 50-jährige Rollerfahrer? Studenten mit Honecker-Gedächtnisbrillen? Babys mit wilhelminischen Vornamen? Hier ist alles möglich – ein Versprechen an Bewohner wie Besucher.
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