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Leicht windschief lehnen sich die schmalen Häuser aneinander. Ein Radler überquert auf seinem quietschenden Fahrrad die Brücke, vor dem Eckcafé sitzen Leute beim Bierchen in der Sonne. In der Ferne hört man die Straßenbahn über den Leidseplein rumpeln. Keine Frage, Amsterdam ist eine schöne Stadt, die mit ihrer Entspanntheit und Lebendigkeit jährlich Millionen Besucher in ihren Bann zieht. Zwischen den alten Grachtenhäusern und hübschen Brücken fühlt man sich einfach sofort wohl.
Westentaschen-Metropole
Teil des Erfolgsgeheimnisses ist, dass Amsterdam als vielleicht kleinstmögliche Metropole der Welt eine unglaublich vielseitige Stadt ist. Alt und neu, ruhig und betriebsam, alternativ und kommerziell, kleinstädtisch und kosmopolitisch, eigenwillig und trendig – keine Beschreibung der Grachtenstadt kommt ohne diese Widersprüche aus. Mit annähernd 8500 denkmalgeschützten Bauten hat die niederländische Hauptstadt die landesweit höchste Dichte an historischen Monumenten zu bieten.
Alte Stadt, junge Bewohner
Dank der kompakten Innenstadt wirst du in Amsterdam, das sich über ganze 90 Inseln erstreckt, mehr oder weniger unvermeidlich zum Spaziergänger. Denn erst wer zu Fuß durch die backsteingepflasterten Gassen entlang der Grachten läuft, wird die Schönheit der schmalen, hohen Bürgerhäuser wahrnehmen, wird den Reiher auf dem Dach des Hausboots bemerken, wird hier und dort auf ein verborgenes hof je oder einen kleinen Designerladen stoßen. Das historische Ensemble des Grachtengürtels ist über die Jahrhunderte hinweg komplett erhalten geblieben. 1999 wurde deshalb die gesamte Innenstadt unter Denkmalschutz gestellt. Dass Amsterdam den noch kein angestaubtes Freilichtmuseum, sondern eine sehr lebendige Stadt ist, liegt einerseits am unbefangenen Umgang der Holländer mit ihren Denkmälern –da wird schon mal eine Neonreklame an einen gotischen Treppengiebel gehängt –, andererseits aber auch an der ungewöhnlich internationalen und ungewöhnlich jugendlichen Bevölkerung. Die Hälfte der Amsterdamer stammt nicht aus den Niederlanden, und 41 Prozent der Einwohner sind jünger als 35 Jahre. Und so ist das Nachtleben rund um Leidse- und Rembrandtplein turbulent, die Shoppingmöglichkeiten sind fast grenzenlos, und die Wahl zwischen den unzähligen Cafés, Bars und Restaurants der Stadt fällt ungeheuer schwer.
Geschichte
1275
Erste schriftliche Erwähnung, als Graf Floris V. Amsterdam Zollfreiheit verleiht
1452
Ein Großfeuer zerstört gut zwei Drittel aller Bauten in Amsterdam. Holzfassaden sind seitdem verboten
1602
Gründung der Ostindischen Handelskompanie VOC. Das Goldene Jahrhundert beginnt
1612
Beginn der Anlage des Grachtengürtels
1876
Die Eröffnung des Nordseekanals läutet die Industrialisierung ein
25./26.Februar 1941
Arbeiterstreik aus Protest gegen die Judenverfolgung
5.Mai 1945
Befreiung von der deutschen Besatzung
1996
Die erste Canal Parade findet statt, damals noch unter dem Namen Amsterdam Gay Pride
2010
Der Grachtengürtel wird Unesco-Weltkulturerbe
2024
Im einstigen Jüdischen Viertel eröffnet das Nationale Holocaustmuseum
2025
Amsterdam feiert seinen 750.Geburtstag
Bei Besuchern beliebt
Amsterdam ist zu jeder Jahreszeit schön – ob im Sommer, wenn die Cafés ihre Tische auf die Straße stellen und sich eine beinahe mediterrane Atmosphäre ausbreitet, oder im Winter, wenn Nebelschleier über den Grachten hängen und die Brücken festlich beleuchtet sind. Das haben auch die Reedereien erkannt und veranstalten jeden Dezember das Amsterdam Light Festival, bei dem spezielle Rundfahrten durch die mit Lichtern und Lichtskulpturen gespickte Altstadt stattfinden. Die drei großen Museen Rijksmuseum, Van Gogh und Stedelijk Museum mit ihren einzigartigen Kunstschätzen will natürlich keiner verpassen, ebenso wenig wie die vielen kleinen Läden im Stadtzentrum, die zum stundenlangen Shoppen einladen. Nicht zuletzt trägt aber auch die offene und unkomplizierte Art der Bewohner dazu bei, dass Amsterdam ein beliebtes Ziel für Besucher aus aller Welt ist. Inzwischen sind es mit etwa 22 Mio. Übernachtungen und knapp 25 Mio. Tagesbesuchern pro Jahr sogar so viele, dass es in manchen Gegenden der Altstadt ganz schön eng werden kann. Um die Ströme in geordnete Bahnen zu lenken, ist Airbnb in der Grachtenstadt streng reguliert, gilt ein Baustopp für Hotels, sind viele Museen und Attraktionen nur noch mit vorab gebuchten Tickets und Timeslots zugänglich.
Vom Fischerdorf zur Handelsstadt
Und doch waren es vor allem Toleranz und Weltoffenheit, die die Geschichte der niederländischen Hauptstadt geprägt haben. Ihre Ursprünge liegen in einem sumpfigen Fischerdorf an der Mündung des Flusses Amstel in das IJsselmeer, das heute ein See ist, damals jedoch noch ein Arm der Nordsee war. Nachdem dem Dorf Amstelledamme 1275 Zollfreiheit gewährt worden war, erhielt es im Jahr 1300 die Stadtrechte und kontrollierte dank seiner Lage fortan den Warenverkehr zwischen der Nordsee und dem holländischen Hinterland. Ihr Geschäftssinn ließ die Amsterdamer jedoch stets nach mehr streben: Bald trieben sie Handel mit sämtlichen Ländern des Ost- und Nordseeraums. Um sich vor den Gezeiten zu schützen, begannen die Bewohner mit dem Bau einer Befestigungsanlage, den wallen. Im ältesten Stadtviertel zwischen Oudezijds und Nieuwezijds Achterburgwal liegen heute die Chinatown und das Rotlichtviertel.
Das goldene Zeitalter
Gegen Ende des 16.Jhs. lösten sich die nördlichen Niederlande im 80-jährigen Krieg von der spanischen Herrschaft. Das sprach sich schnell herum – und zog bald viele protestantische und jüdische Flüchtlinge etwa aus Antwerpen und Lissabon an, die noch immer spanisch besetzt waren. Diese Einwanderungswellen brachten Geld und internationale Kontakte und läuteten das sogenannte Goldene Zeitalter ein. 1602 wurde die Verenigde Oostindische Compagnie (VOC) gegründet, die nach traditioneller Geschichtsdeutung Handel mit Ostasien betrieb, die aber vor allem die Länder ausgeplündert hat. 1621 kam die Westindische Compagnie hinzu, die für Amerika und die Westküste Afrikas zuständig und massiv am Sklavenhandel beteiligt war. In den folgenden 150 Jahren entwickelten sich die Niederlande zu einer der bedeutendsten See- und Handelsmächte Europas, und Amsterdam wurde zu einer wichtigen und reichen Hafenstadt, deren Lager mit Zimt, Seide, Kaffee und Porzellan gefüllt waren. Binnen Kurzem stieg die Einwohnerzahl um das Fünffache.
Grachtenhäuser voller Kunstschätze
Als die Stadt aus allen Nähten zu platzen drohte, begann man Anfang des 17.Jhs. den Grachtengürtel anzulegen: Reiche Kaufleute ließen sich außerhalb der alten wallen prächtige Wohnhäuser mit angeschlossenen Lagerräumen an der Heren-, Keizers- oder Prinsengracht bauen und statteten sie mit schönen Dingen aus. So kommt es, dass auch die Kunst eine Blütezeit erlebte. Die berühmtesten Meisterwerke des Goldenen Zeitalters wie Rembrandts „Nachtwache“ oder Vermeers „Milchmagd“ sind heute im Rijksmuseum zu bewundern. Um 1700 zählte Amsterdametwa 220 000 Einwohner, war damit die drittgrößte Stadt in Europa und hatteden Höhepunkt seines Ruhms erreicht. Aber nur etwa 50 Jahre später begann derStern der Niederlande wieder zu sinken und andere Länder übernahmen die Herrschaftüber die Meere. Erst Mitte des 19.Jhs. erholte sich die Wirtschaft wieder durchden Beginn der Industrialisierung und den Bau des Nordseekanals, der endlicheine direkte Verbindung zwischen Amsterdam und der Nordsee schuf.
Nur fünf Tage Krieg
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Niederlande nach nur fünf Tagen von Deutschland besetzt. Aufgrund der raschen Kapitulation fielen in Amsterdam nicht viele Bomben – ein Grund, weshalb die Altstadt weitgehend erhalten ist. In den folgenden Jahren gab es zwar einen organisierten Widerstand gegen die deutsche Besatzung, aber die jüdische Gemeinde wurde dennoch beinahe vollständig ausgelöscht – darunter auch Anne Frank als bekanntestes Opfer.
Es war einmal ein Hippie-Paradise
In den 1970er-Jahren wurde es wieder bunt und lustig in der Grachtenstadt, als Amsterdam zur populären Anlaufstelle für Hippies, Hausbesetzer und Aussteiger aus aller Welt wurde. Liberale Politiker bewirkten die Legalisierung sanfter Drogen. Für seine Toleranz ist Amsterdam auch heute noch bekannt: Nicht nur Tulpen und Grachten, sondern auch Coffeeshops und Rotlichtviertel prägen das Image. Seit einigen Jahren ändert sich die Mentalität jedoch, werden die Niederländer spürbar konservativer. Das Hausbesetzen ist seit 2010 illegal. Doch wenn etwas illegal ist, bedeutet dies in Amsterdam nicht, dass es wie ein Verbot durchgesetzt wird. So ist der Konsum von Cannabis nur in Coffeeshops und privaten Räumen gestattet. Doch Einheimische und Touristen rauchen trotz der 2023 ausgesprochenen Ankündigung, das Verbot stärker durchzusetzen, weiterhin munter im öffentlichen Raum ihre Joints. Anzahl der verhängten Bußgelder: null. Ähnlich sieht es bei anderen Ärgernissen wie rasenden Fatbikes aus.
Bauwut am IJ
Was man unterdessen immer mehr sieht, sind Kräne und Baustellen. Vor allem am IJ-Ufer hat sich zuletzt viel getan. Während im ehemaligen Hafengebiet östlich vom Hauptbahnhof bereits komplette neue Stadtviertel entstanden sind, ist die Entwicklung am Nordufer und im alten Holzhafen im Westen der Innenstadt noch in vollem Gang. Stillstand liegt den Amsterdamern nicht, und so rückt das Stadtleben weiter in die ehemaligen Wohn- und Hafenviertel jenseits des Zentrums vor. Die Wohnungsnot in Amsterdam ist enorm – und so entstehen in den abseits der Innenstadt gelegenen Vierteln immer neue Hochhäuser. Vor allem im Finanzdistrikt Zuidas und am IJ-Ufer ist dies unübersehbar. Von der NDSMWerft über die Houthavens bis hin zu den östlichen Hafeninseln entsteht überall neuer Wohnraum, der die Sozialstruktur konservieren soll und dessen Architektur betont experimentell und unsentimental ist. Dabei ist und bleibt Amsterdam eine überschaubare, ungewöhnlich entspannte, manchmal aber auch etwas chaotische Weltstadt mit über 921 000 Einwohnern. Die sich am liebsten noch immer ökologisch korrekt mit ihrem fiets fortbewegen.
Amsterdam zieht jeden in seinen Bann
Amsterdam ist so vielseitig, dass es ganz unterschiedliche Besuchertypen anzieht. Wenn sich aber die Ulmen im Wasser der Grachten spiegeln und im Hintergrund das Glockenspiel der Westerkerk erklingt, sind sie alle gleichermaßen fasziniert.
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Amsterdam
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„Gezellig“ ist der Amsterdamer. Das zeigt sich beim Chillen im quirlig-vollen Vandelpark genauso wie am Koningsdag Ende April, wenn die ganze Stadt bei Bier und Oranjebitter-Likör eine einzige große Freiluftparty wird. Feilsche doch mal in den IJ-Hallen auf dem größten Flohmarkt Europas oder mische dich im historischen Café Hoppe unter die Einheimischen!
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Über die Region:
Amsterdam beeindruckt mit seiner Mischung aus historischer Architektur, lebendiger Kulturszene und internationalem Flair. Die Stadt bietet zahlreiche Museen, Grachten und urbane Erlebnisse. Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen das Rijksmuseum mit Werken von Rembrandt sowie der Vondelpark als grüne Oase mitten in der Stadt.

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