Coffee Shop in Amsterdam
© jarino47, iStock

Amsterdam: Neue Gesetze für Touristen

Amsterdam kämpft seit einiger Zeit schon mit einem Zuviel an Touristen – Stichwort Overtourism – und stellt fest, dass es außerdem die falschen sind. Rotlichtmilieu und Coffee Shops ziehen Menschen an, die man nun nicht mehr, zumindest nicht in der Anzahl, in der Stadt haben möchte. Das hat neue Regelungen und Gesetze erfordert. Was genau also ist den Touristen noch erlaubt? Wir liefern Antworten.

MARCO POLO Redaktion, basierend auf einem Text von Solveig Michelsen. 12.04.2024

Amsterdam: Neue Gesetze für Touristen

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Amsterdam kämpft seit einiger Zeit schon mit einem Zuviel an Touristen – Stichwort Overtourism – und stellt fest, dass es außerdem die falschen sind. Rotlichtmilieu und Coffee Shops ziehen Menschen an, die man nun nicht mehr, zumindest nicht in der Anzahl, in der Stadt haben möchte. Das hat neue Regelungen und Gesetze erfordert. Was genau also ist den Touristen noch erlaubt? Wir liefern Antworten.

MARCO POLO Redaktion, basierend auf einem Text von Solveig Michelsen. 12.04.2024

Erstmeldung (10. März 2022):

Der Besuch eines Coffee Shops und damit der Erwerb von Cannabis ist für eine große Anzahl von Amsterdam-Besuchern ein handfester Reisegrund. Nicht immer der einzige, aber dennoch ein unbestrittenes Highlight. Aus diesem Grund kämpfte die Bürgermeisterin Femke Halsema schon lange für eine Beschränkung der Cannabis-Verkaufsstellen. Obwohl sie der leichten Droge grundsätzlich offen gegenüber steht, wollte sie Touristen aus anderen Gründen in die Stadt locken: "Amsterdam ist eine internationale Stadt und natürlich wollen wir Touristen anziehen, aber wir möchten, dass sie wegen der Vielfalt, der Schönheit und der kulturellen Einrichtungen kommen“, betonte sie.

Deshalb wurde Anfang 2021 angekündigt, den Verkauf von Hasch oder Marihuana nur noch an Einwohner der Niederlande zu ermöglichen. Ein spezieller Pass sollte diesen den Zugang zu den Coffee Shops gewähren, von denen Touristen dann ausgeschlossen wären. Außerdem sollte die Anzahl der Verkaufsstellen reduziert werden. In den übrigen Niederlanden galt diese Regelung bereits: Cannabis wurde nur an Einwohner abgegeben. Amsterdam hatte bis dahin von einer Ausnahmeregelung profitiert, damit aber verstärkt den Drogentourismus angekurbelt.

Das Gesetz in seiner angedachten Form konnte aber nicht durchgesetzt werden. Stattdessen entschied man, ab Mitte Mai 2023 das Kiffen im alten Zentrum Amsterdams zu verbieten: Auf Straßen, Plätzen und Grachten rund um das Rotlichtviertel darf seitdem kein Cannabis mehr geraucht werden. Eine Maßnahmen gegen die Folgen des Massentourismus, mit denen vor allem das Rotlichtviertel für die Bewohner sicherer und lebenswerter gemacht werden soll. Wer sich dem Verbot widersetzt, muss mit 100€ Strafe rechnen.

Neben dem Kiff-Verbot werden auch im Rotlichtviertel, den sogenannten "Wallen", verschiedene Maßnahmen durchgesetzt: statt wie üblich um sechs Uhr morgens, ist seit einiger Zeit schon um drei Uhr nachts Schluss. Das passt den Inhabern der einschlägigen Etablissements natürlich gar nicht in den Kram, schließlich, so klagen sie, liefe genau in diesen drei Stunden das Sex-Geschäft auf Hochtouren. Zu guter Letzt ist der Verkauf von Alkohol Donnerstags bis Sonntags außerhalb von Gaststätten ab 16 Uhr verboten. Ebenso müssen Kneipen und Bars im Rotlichtviertel früher schließen, genau wie die Prostitutionsbetriebe. Ein Amsterdam-Besuch lohnt sich aber weiterhin, garantiert.