Yucatán

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Entdecke Yucatan!

Über Florida verliert das Flugzeug an Höhe und beginnt bald darauf den Landeanflug auf Cancún. Palmenhaine und türkis glitzerndes Meer, weiße Strände und kleine Siedlungen rücken ins Blickfeld. Bienvenidos en Yucatán, willkommen in Yucatán! Schon der Name der Halbinsel zwischen dem Golf von Mexiko und dem Karibischen Meer weckt Assoziationen von Exotik und Ferienfreuden. In Cancún, auf einer schmalen Landzunge zwischen der Lagune Nichupté und der Karibik, wird der Traum von einem Leben in steter Sonne und unter Palmen Realität: Die Hotels sind luxuriös, die breiten Strände weiß, feinsandig und von Palmen bestanden, das Meer glitzert in allen Schattierungen zwischen Türkis und Dunkelblau.

Nirgendwo anders ist Mexiko so vielfältig: An der Karibikküste locken phantastische Strände, hell und feinsandig, von Palmen beschattet und mit Hotels und Pensionen jeder Preisklasse. Kleine, romantische Badeorte gibt es ebenso wie Weltklasseresorts in Cancún, kleine Inseln wie Cozumel oder Isla Mujeres und Ziele wie Playa del Carmen, das Familien wie junge Leute aus aller Welt gleichermaßen begeistert. Mit Chichén Itzá besitzt die Halbinsel eine der bedeutendsten Pyramidenstätten Mexikos, und der Besuch von faszinierenden Kolonialstädten wie Mérida oder Campeche ist ein weiterer Höhepunkt jeder Yucatánreise.

Von Cancún bis ins 130 km entfernte Tulum erstreckt sich die Riviera Maya: Badebuchten und -orte reihen sich aneinander, dazu locken zahlreiche Natur- und Nationalparks, in denen Tagesausflügler einen ersten Eindruck von Yucatáns Natur bekommen und zwischen prächtigen Fischschwärmen schnorcheln können. In Xcaret wie Xel-Ha bekommt man Meeresschildkröten zu sehen, Delphine und die großartigen Aras, Papageien, die noch immer die mittelamerikanischen Regenwälder bevölkern.

Viele Hotels greifen die traditionelle, landestypische Architektur auf: Die Gebäude sind selten höher als eine Palme, die Restaurants untergebracht auf offenen, mit Palmblättern gedeckten, hölzernen Terrassen. Mit natürlichen Materialien gebaute und in die Landschaft integrierte Hotels oder im spanischen Stil errichtete Gebäude unter Palmen lösen zunehmend die Betonbauten ab.

In Playa del Carmen fühlen sich junge Individualreisende wie Pauschalurlauber gleichermaßen wohl. In der 5a Avenida pulsiert das touristische Leben bis in die frühen Morgenstunden - hier trifft sich eine internationale Szene. Reggaeklänge ertönen jeden Abend: Unmittelbar am Traumstrand liegen Diskotheken, und wird es drinnen zu voll, weichen die Gäste in den Sand aus und tanzen barfuß unterm Sternenhimmel weiter.

Die nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegende Halbinsel ist geologisch gesehen eine flache Kalksteinscheibe. Obwohl es kaum Quellen und Flüsse gibt, herrscht kein Mangel an Wasser, denn im Karstsockel sammeln sich seit Jahrtausenden Grund- und Regenwasser und bilden unterirdische Ströme, Höhlen und Grotten. An manchen Stellen brach die dünne Kalksteindecke ein - dort wurde das Wasserreservoir für Menschen zugänglich. Cenotes nennt man diese natürlichen Wasserstellen, also Karst- oder Dolinenbrunnen.

Die Halbinsel ist groß: 140000 km2, doppelt soviel wie Bayern. So verwundert es nicht, dass man neben Cancún und der Riviera Maya auch noch ein ursprüngliches Mexiko entdecken können. Ein anderes Yucatán erwartet Besucher schon auf der Isla Mujeres. Statt internationaler Kettenhotels gibt es hier kleine Gästehäuser und Pensionen. Für wenige Dollar kann man wohnen und essen. Abends trifft man sich zu einem Corona-Bier in der Strandbar, und auf die Speisekarte kommt der Fang des Tages.

Und auch jenseits der paradiesischen Strände, der nach europäischen und US-amerikanischen Vorstellungen gestylten Wohnwelten gibt es in Yucatán noch viel zu entdecken: Mexiko. Ein riesiges, fremdes Land voller schwer verständlicher Rituale und bizarrer Bräuche, laut und voller Leben, manchmal schmutzig und anstrengend. In den Städten und Dörfern leben noch heute Maya, die Nachkommen jenes präkolumbischen Volks, das lange vor der Ankunft der Spanier großartige bauliche Leistungen vollbrachte. Ein Volk, das stolz ist auf die prächtigen Hinterlassenschaften seiner Vorfahren und das mit seinen Traditionen lebt. Im Schnitt stellen indígenas, die indianischen Ureinwohner, in Mexiko nur 15-20 Prozent der Bewohner, in Yucatán sind es 30. Und Mestizen, also Nachkommen aus Verbindungen von Weißen und Indianern, bilden das Gros der Bevölkerung. Heute gehören die Maya, einst die Herren des Landes, zu den Armen und Benachteiligten.

Nach wie vor bewirtschaften die Menschen ihre Felder mit denselben Methoden wie ihre Vorfahren. Frühmorgens werden die landwirtschaftlichen Erzeugnisse in die Dörfer gebracht. Auf den Märkten verkaufen Maya ihre Ernteerzeugnisse: vor allem Mangos, Papayas, Zwiebeln und Avocados.

Ein Sprung hinüber nach Campeche am Golf von Mexiko: In der Kolonialstadt an der Westküste der Halbinsel herrscht mexikanischer Alltag statt touristischer Betriebsamkeit. In den Cafés unter den Arkaden serviert man für ein paar Pesos ein üppiges mexikanisches Frühstück. Meterdicke Festungsmauern aus der Piratenepoche umschließen die Altstadt.

Viele Paläste der Kolonialzeit prägen das Gesicht von Mérida, Yucatáns stilvoller Hauptstadt, seit ihrer Gründung im Jahr 1542 das kulturelle Zentrum der Halbinsel. Noch um 1900 verzeichnete die Stadt mehr Dollarmillionäre als Paris oder New York. Reich wurden die Bürger Méridas durch den Anbau und den Handel mit Sisal. In den Boomjahren des sogenannten grünen Goldes von Yucatán entstanden prächtige Alleen und Stadtpaläste, riesige Haciendas vor den Toren Méridas. Mit der Entdeckung der Kunstfaser begann jedoch der Niedergang. Heute beherbergen viele ehemalige Paläste der Sisalbarone Konsulate, Hotels und Museen, und stillgelegte Haciendas wurden zu Luxuswohnanlagen umgebaut.

Um die Halbinsel in all ihrer Vielfalt kennenzulernen, müssen Sie viel unterwegs sein. Die beste Zeit dafür ist der europäische Winter: In diesen Monaten ist das Klima für Europäer gut verträglich, und am Meer sorgt eine stete Brise für Abkühlung.

In den Sommermonaten wird es dagegen unerträglich schwül und heiß, und wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, wird bald kapitulieren. Im Landesinneren, bei den Pyramidenstätten, scheint die Luft zu stehen, und nur am Pool der Hotels und in den klimatisierten Zimmern ist es auszuhalten. Das sollte man berücksichtigen, wenn man eine Reise nach Yucatán plant und sich die lange (und nicht eben billige) Anreise auch lohnen soll.

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Februar
sehr gut
29°C
An Ostern reisen auch viele Nordamerikaner nach Mexiko
März
gut
32°C
An Ostern reisen auch viele Nordamerikaner nach Mexiko
April
gut
33°C
Mai
gut
34°C
Beginn der Regenzeit
Juni
mittel
33°C
Juli
mittel
33°C
Hurrikansaison
August
mittel
33°C
Hurrikansaison
September
mittel
32°C
Oktober
mittel
31°C
November
sehr gut
29°C
An Weihnachten reisen auch viele Nordamerikaner nach Mexiko
Dezember
gut
28°C
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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Samstag / 28.03.2020
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Abends
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Sonntag / 29.03.2020
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Montag / 30.03.2020
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Nachmittags
37 °C
Abends
27 °C
Mehr Wetterinfos

Anreise

14h 59min
Frankfurt am Main
Yucatán
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In Kooperation mit unserem Partner Rome2Rio

Praktische Hinweise

Anreise
Flugzeug

Die deutsche Charterlinie Condor (www.condor.de) fliegt mehrmals in der Woche von Frankfurt nonstop nach Cancún. Air Berlin (www.airberlin.com) steuert von mehreren deutschen Flughäfen (mit meist einem Zwischenstop) sowie von Wien und Zürich ebenfalls Cancún an. Die Flugzeit von Mitteleuropa aus beträgt in der Regel zehn bis elf Stunden. Bei dem Flug über Mexiko-Stadt erfolgt der Weiterflug nach Cancún, Mérida, Chetumal oder auch Campeche mit mexikanischen Fluggesellschaften wie etwa der Aeroméxico (www.aeromexico.com) oder der Aeromar (www.aeromar.com.mx). Ein Retourticket nach Cancún kostet ab 800 Euro.

Archäologische Stätten

Die Bauwerke (Pyramiden, Tempel, Paläste …) der archäologischen Stätten werden von Zeit zu Zeit zwecks Restaurierung oder Reparatur abgesperrt und können dann von Besuchern nicht betreten werden. An den meisten Stätten ist das Besteigen der größeren Pyramiden mittlerweile nicht mehr erlaubt. Der Eintritt liegt je nach Bedeutung der Stätte im Allgemeinen zwischen 3 und 7 Euro.

Auskunft
Mexikanisches Fremdenverkehrsbüro

Tel. 0080011112266 | contacteurope@visitmexico.com | www.visitmexico.com

Baden

Das türkisblaue (azul) Wasser der mexikanischen Karibikküste verführt zum ausgiebigen Schwimmen. Hin und wieder muss jedoch mit höheren Wellen und Unterwasserströmungen gerechnet werden. Wegen der Strömungen bevorzugen Mexikaner die Strände in Buchten und vermeiden jene am offenen Meer. Bei Cancún sollten Sie nicht zu weit hinaus schwimmen und im Bereich der abgrenzenden Bojen bleiben, da es bereits zu Haiangriffen kam. Wegen der teilweise hohen Wellen beachten Sie die Signalflagge der Strände und Hotels.

Banken & Geld

Landeswährung ist der mexikanische Peso, dessen Kürzel Peso ($) nicht mit dem US-$ verwechselt werden darf. Weitere verbreitete Kürzel sind mex. $ und M.N. (moneda nacional). In Touristenorten können Sie auch in Dollar bezahlen. Kreditkarten (v. a. Visa und Mastercard, weniger Amex) sind weit verbreitet. Wechselstuben (cambio de moneda) gibt es in allen größeren Orten. Hier geht es meistens deutlich schneller als in der Bank, doch ist dort der Wechselkurs etwas besser. Die Zahl der Geldautomaten, an denen man mit der Kreditkarte bzw. der (Maestro-)Bankkarte Bargeld erhält, nimmt ständig zu.

Busse

Busreisen sind selbst in der 1. Klasse sehr preiswert (8-12 Euro pro 100 km). Mehrere private Busgesellschaften verkehren von zentralen Busbahnhöfen bzw. von ihren jeweiligen Terminals in der Stadt. In der 1. Klasse gibt es Sitzplatzreservierung, kaufen Sie den Fahrschein (boleto) bereits am Vortag! Den meisten Komfort und Platz bietet die Busgesellschaft ETN.

Camping

Campingplätze sind oft Plätze für Wohnmobile nach US-Muster (trailerparks). Zeltplätze sind selten, diese findet man am ehesten in Naturschutzgebieten (Liste beim Fremdenverkehrsbüro und in den Informationsbüros in Mérida und Cancún). Freies Camping sollten Sie aus Sicherheitsgründen unterlassen.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Konsulat Cancún

Punta Conoco 36 | Tel. 01998 8841598 | cancun@hk-diplo.de

Konsulat der Schweiz Cancún

Edificio Vénus | Av. Cobá 12, local 214 | Tel. 01998 8848446 | www.eda.admin.ch/mexico

Österreichisches Konsulat Cancún

Punta Conoco 36 | Tel. 01998 8841598 | konsul_a@yahoo.com.mx

Einreise

Für die Einreise benötigt man einen noch mindestens sechs Monate gültigen Reisepass. Bei der Einreise muss eine ausgefüllte Touristenkarte (beim Reiseveranstalter oder im Flugzeug erhältlich) vorgelegt werden, die Kopie verbleibt im Pass und muss bei der Ausreise wieder abgegeben werden.

Eintrittspreise

Bei den archäologischen Stätten beträgt der Eintritt je nach Größe, Erhaltungsgrad und Bedeutung 3-7 Euro, in einigen Stätten kommt außerdem eine "Restaurierungsgebühr" hinzu. In bedeutenden Museen und archäologischen Stätten müssen Sie mit 3-7 Euro Eintritt rechnen, in kleineren Stätten und privaten Museen liegt der Eintritt bei 1,50-3 Euro. Bei Einrichtungen, bei denen der Eintritt deutlich über diesen Richtwerten liegt, haben wir ihn in diesem Band jeweils extra genannt.

Fotografieren

Speicherkarten sind in Mexiko preiswerter als zu Hause. Die Verwendung eines Blitzes ist in Kirchen und Museen meist nicht gestattet. In archäologischen Stätten ist Videofilmen kostenpflichtig.

Frauen allein Unterwegs

Im "Macho"-Land Mexiko gibt es für alleinreisende Frauen nicht nur interessierte Blicke, sondern mitunter auch verbale Anmache. In der Regel droht allerdings keine Gefahr, wenn Sie einige Vorsichtsregeln beachten: Spätnachts bzw. am frühen Morgen nach einem Kneipenbummel sollte man es vermeiden, allein unterwegs zu sein; ebenso sollten einsame Strände nur in Begleitung besucht werden.

Offensives Flirten mit Mexikanern, per Anhalter fahren und der Besuch einer pulquería, einer Männerkneipe, verbieten sich von selbst.

Gesundheit

Impfvorschriften bestehen nicht. Tetanus- und Polioschutz sind immer empfehlenswert. Ein gewisses Malariarisiko besteht an der Golfküste. Wer individuell über Land reist, sollte auch an eine Typhus- und Hepatitisvorsorge denken. Leitungswasser ist außerhalb der großen Hotels von Cancún und Mérida nicht trinkbar. Fleisch sollten Sie nur gut durchgebraten essen. Moctezumas Rache erwischt aber trotz aller Vorsichtsmaßnahmen fast jeden Mexikobesucher. Auslöser sind oft Eiswürfel oder Wasser, das ungewohnte scharfe Essen, ungeschälte Früchte und Salat. Viele europäische Medikamente sind in mexikanischen Apotheken ohne Rezept zu erhalten - und viel preiswerter als zu Hause. In Notfällen hilft das Hospital Americano (Viento 15 | Cancún | Tel. 01998 8846133 | www.hospitalamericano.com).

Inlandsflüge

Den Inlandsflugverkehr nach Chetumal, Cozumel, Cancún, Mérida und Campeche betreiben die Fluggesellschaften Aeromar (www.aeromar.com.mx), Volaris (www.volaris.mx), Vivaaerobus (www.vivaaerobus.com), Aeroméxico (www.aeromexico.com) und Interjet (www.interjet.com.mx).

Internetzugang & Wlan

Die Hotels der Drei- bis Fünf-Sterne-Kategorien haben Internetzugang in den Zimmern, gelegentlich auf einen Hotelbereich beschränkt, meist kostenlos. Der Zugangscode wird beim Einchecken mitgeteilt, oft geht es auch ohne Code. Hotels mit einem oder zwei Sternen stellen zunehmend einen Platz oder eine Ecke, wo ein PC den Zugang erlaubt, mit oder ohne Gebühr. Auch viele Restaurants verfügen über einen Internetzugang fürs eigene Laptop, doch ist die Entwicklung in diesem Bereich nicht so zügig, da die Inhaber vermeiden wollen, dass Gäste einen Tisch besetzen und dann drei Stunden an einer Cola nippen.

Zahlreiche Gemeinden bieten ihren Bewohnern und Besuchern WLAN in einem bestimmten Bereich, recht häufig ist das die örtliche Grünanlage, Parque Principal (Zócalo). Internetcafés sind in Städten und touristischen Gebieten weit verbreitet. Eine Übersicht finden Sie auf www.cybercafes.com, kostenlose drahtlose Internetzugänge auf www.hotspot-locations.com.

Jugendherbergen

Zum mexikanischen Jugendherbergsverband International Hostelling Mexico (www.himexico.com) gehören die drei Jugendherbergen in Cancún, Isla Holbox und Cozumel. Außerdem gibt es in Cancún, Mérida, Playa del Carmen und Campeche zahlreiche auf Jugendliche zugeschnittene Pensionen, Hostels und Gästehäuser (albergue, hostal).

Klima & Reisezeit

Mexikos Regenzeit dauert von Mai bis Oktober, von November bis April ist es in der Regel trocken. An der Karibikseite Yucatáns muss jedoch häufiger mit Regen gerechnet werden als im übrigen Land. Ideale Reisezeit ist der europäische Winter von November bis März, jedoch verzeichnet Yucatán zu Weihnachten und um Ostern viele Besucher aus den USA und Europa. Eine zweite Hochsaison liegt im Juli/August, wenn vermehrt europäische Besucher anreisen. Von Mitte März bis Anfang April, in den Collegeferien, feiern 100000 junge US-Amerikaner in Cancún und an der Riviera Maya spring break, dann geht es zu wie am Ballermann 6.

Mietwagen

Wenn Sie Ihren Leihwagen für Yucatán bereits zu Hause buchen, fahren Sie oft um einiges preiswerter als bei der Anmietung vor Ort.

Kleinwagen sind ab 40 US-$ pro Tag zu haben, VW-Golf ab 70 US-$, ohne Kilometerlimit, jedoch zuzüglich zehn Prozent Steuern und Versicherungsgebühren. Vollkasko (ca. 15-18 US-$ pro Tag) ist unbedingt empfehlenswert. Die Rückführungsgebühr bei Einwegmiete ist unverhältnismäßig hoch. Der nationale Führerschein reicht aus, der internationale erleichtert jedoch die Kommunikation mit Polizisten. Mindestmietalter: 25 Jahre. An Vorschriften und Geschwindigkeitsbeschränkungen hält man sich besser sehr genau, um der Polizei keine Handhabe für ein Eingreifen zu geben. Eine zuverlässige Firma ist Buster Rent a Car (www.busterrentacar.com.mx) mit Stationen in Cancún, Playa del Carmen, Cozumel und Tulum.

Landstraßen heißen in Mexiko oft libre im Gegensatz zu cuota, den gebührenpflichtigen Autobahnen (100 km ca. 100 Pesos). Vor Ortschaften liegen auf der Straße topes (Schwellen), die nicht immer angekündigt werden. Bei Pannen leisten die Ángeles Verdes (Tel. 01999 9831184) mit ihren grünweißen Fahrzeugen Hilfe.

Notruf

Allg. Notruf: Tel. 066; Polizei, Feuer: Tel. 060; Rotes Kreuz (Ambulanz): Tel. 065

Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten variieren stark, aber überall gilt die Mittagspause von etwa 13-16 Uhr. Die Geschäfte haben in Touristenorten abends oft lange auf, Museen sind montags gewöhnlich geschlossen.

Post

Die Post (Mo-Fr 9-18 Uhr) heißt in Mexiko correo, eine Postkarte nach Europa kostet mit Luftpost (poravión) 14 Pesos Porto und ist in die Heimat rund zwei Wochen unterwegs.

Privatunterkünfte

An der Riviera Maya kaufen US-Amerikaner und Kanadier zunehmend Eigentumswohnungen, die auch an Touristen vermietet werden; Hochburg dieser Entwicklung ist Akumal. Auch von einheimischen Unternehmen werden Ferienwohnungen vermehrt angeboten, u. a. von Riviera Maya Suites (Playa del Carmen | Calle 34 Norte, zw. 1 a u. 5 a Av. | Tel. 01984 8034657 | www.rivieramayasuites.com). Das Hotel Jungla Caribe in Playa del Carmen (s. S. 52) bietet in bester Innenstadtlage edel-komfortable und dabei preiswerte Ferienwohnungen.

Sicherheit

Yucatán ist ein sicheres Reisegebiet. Lediglich die Nachtbusverbindung von Mérida nach Palenque war lange Zeit berüchtigt für Raub, Diebstahl und Überfälle. Inzwischen sind die Vorfälle seltener geworden. Man muss jedoch weiterhin aufpassen und nimmt lieber den 1.-Klasse-Bus tagsüber statt den 2.-Klasse-Bus in der Nacht. Taschendiebstähle erfolgen meist im Gedränge, also an der Bushaltestelle, beim Einsteigen und im vollen Bus, auf Märkten und Plätzen sowie bei Veranstaltungen mit vielen Besuchern. Auch abgelegene, sehr einsame Strände sollten Sie besser meiden. Straßenraub ist äußerst selten und passiert allenfalls in Chetumal. Diebstähle werden vornehmlich von den Stränden in und um Playa del Carmen und südlich von Tulum gemeldet.

Strom

Die Netzspannung beträgt 110-125 Volt, US-Flachstecker; Adapter sind erforderlich.

Taxi

Viele Taxis haben kein Taxameter oder es ist (angeblich) kaputt; in diesem Fall ist der Fahrpreis vorher auszuhandeln, falls es keine Tafel mit den Einheitspreisen gibt. Vom Flughafen in die Stadt nehmen Sie am besten die gelbweißen Flughafentaxis (transporte terrestre). Taxis sind außer in Cancún preiswert, wenn man nach einheimischem Tarif bezahlt. Man fragt daher im Hotel nach dem ungefähren Fahrpreis.

Telefon & Handy

Mexiko hat die Vorwahl 0052, dann folgt die Ortsvorwahl ohne die 01. Man telefoniert mit Telefonkarten (30, 50, 100 Pesos) von Telefonzellen, auch ins Ausland (Vorwahl Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0041). Eine Minute kostet 20 Pesos, Abbuchung erfolgt in 20-Peso-Schritten. Bei Telefonaten vom Hotel kommt zu den hohen Gebühren noch eine Luxussteuer hinzu.

Nutzen Sie Ihr Mobiltelefon, lohnt sich eine Prepaidkarte aus Mexiko. Damit entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe, z. B. mit einem mexikanischen chip von Telcel, den man am Flughafen und in Telcel-Läden ab 180 Pesos bekommt (inkl. 10 Euro Guthaben).

Trinkgeld

Bedienstete rechnen mit zehn bis 15 Prozent Trinkgeld (propina), ihre Entlohnung ist entsprechend niedrig. Es werden aber zur Restaurantrechnung in der Regel bereits 15 Prozent propina addiert. Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld, man rundet jedoch geringfügig auf. Für den Transport des Gepäcks gibt man im Flughafen und Hotel 5 Pesos pro Stück. Das Zimmermädchen erhält 5 Pesos pro Nacht.

Zeit

MEZ minus sieben Stunden. Mexikos Sommerzeit dauert vom ersten Aprilsonntag bis zum letzten Oktobersonntag.

Zoll

Bei der Einreise sind u. a. 400 Zigaretten und 3 l Spirituosen zollfrei, bei der Rückkehr in die EU u. a. 1 l Spirituosen, 200 Zigaretten und sonstige Waren bis zu einem Wert von 430 Euro.

Was kostet wie viel?

Snack

1-2 Euro für einen Taco am Stand

Bier

1,70-2,50 Euro für eine Flasche cerveza

Kaffee

1-1,50 Euro für einen café americano

Souvenir

ab 25 Euro für eine Hängematte

Busfahrt

8-12 Euro für 100 km in der 1. Klasse

Benzin

um 0,59 Euro für einen Liter Super

Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Jan.

Año Nuevo

5. Feb.

Día de la Constitución (Tag der Verfassung)

21. März

Natalicio de Benito Juárez (Geburtstag B. Juárez)

1. Mai

Día del Trabajo

5. Mai

Día de la Batalla de Puebla (Jahrestag der Schlacht von Puebla 1862)

1. Sept.

Informe Presidencial (Präsidentenbericht)

16. Sept.

Día de la Independencia (Unabhängigkeitstag)

12. Okt.

Día de la Raza (Kolumbustag, auch "Tag der Rasse")

20. Nov.

Día de la Revolución

25. Dez.

Navidad

Religiöse Feste
6. Jan.

Día de los Reyes Magos

2. Feb.

Día de la Candelaria (Kerzenfest)

April

Ostern (Semana Santa): Prozessionen, Passionsspiele

15. Aug.

Nuestra Señora de Izamal (Mariä Himmelfahrt)

1./2. Nov.

Día de los Muertos - bizarrer Totenkult

12. Dez.

Virgen de Guadalupe - Prozessionen zu Ehren der Schutzheiligen

Veranstaltungen
6.-10. Januar

Fiesta de los Santos Reyes: Heilige Drei Könige, in Tizimín mit Prozessionen und Feuerwerk

Februar

Karneval mit viel Musik, Tanz und Alkohol; berühmt ist der karibisch geprägte Karneval in Mérida.

21. März

Equinoccio: Licht-und-Schatten-Spiel zur Tagundnachtgleiche in Chichén Itzá, Illuminationseffekt in Dzibilchaltún (ca. 5.30 Uhr)

1.-3. Mai

Fiesta de Santa Cruz (Feria de Cedral): Feier der ersten katholischen Messe in Mexiko in El Cedral auf Cozumel

Zweite Maihälfte

Travesia Sagrada Maya: Das dreitägige Fest in Xcaret, Playa del Carmen und Cozumel erinnert an die Kanufahrten der Maya vom Festland nach Cozumel. 300 Maya legen mit traditionellen Kanus die 50 km lange Strecke zurück (www.travesiasagradamaya.com).

1. Juni

Día de la Marina: Der Tag der Seefahrt wird groß gefeiert, mit Paraden, Feuerwerk sowie Segel- und Angelwettbewerben; in Yucatán vor allem in Chetumal und Campeche.

24. Juni

Festividad de San Juan in Campeche: Bootsparade mit dem Bild des Heiligen entlang dem Malecón (Uferpromenade)

25. Juli

Fiesta de Santiago Apóstol in Río Lagartos mit Jahrmarkt, Musik, Prozessionen, Musik und Feuerwerk

September

Einen Monat lang feiert Cancún das Viva-México!-Festival mit Folklore, Tanz und Musikshows sowie einem Filmfestival und Kunsthandwerksausstellungen.

7.-21. September

Fiesta de San Román in Campeche mit Jahrmarkt, Tänzen und Feuerwerk

17.-27. September

Fiesta del Cristo de las Ampollas (der Brandblasen): großes religiöses Fest in Mérida mit Prozessionen, Musik, Jahrmarkt und Tanzdarbietungen

22. September

Equinoccio: Licht-und-Schatten-Spiel zur Tagundnachtgleiche in Chichén Itzá

24.-29. September

Fiesta de San Miguel Arcángel: Fest des Schutzpatrons von Cozumel mit Prozession und Tänzen

29. November-10. Dezember

Fiesta de la Virgen de Izamal: Patronatsfest mit Prozessionen und großem Jahrmarkt in Izamal

8. Dezember

Fiesta de la Purísima Concepción in Celestún mit viel Musik und Tanz

16.-24. Dezember

Neun Tage lang feiert man in Mexiko Weihnachten, in dem Familien als Pilger (peregrinos) von Haus zu Haus ziehen und Maria und Josef symbolisieren. Das Fest endet mit der Noche Buena am 24. Dezember.

Im Trend

Hotspot Mérida
Kunst

In Mérida weht ein kreativer Wind. Die Künstlerin Rosario Guillermo zeigt ihre Werke dort nicht nur in Galerien, sondern beispielsweise auch an der Universität. In der Casa de los Artistas (Calle 60 405) stellen Kreative aus der gesamten Region ihre Arbeiten aus. In einem Showroom in Cholul erwarten Besucher dekorative Objekte aus Keramik. Geschaffen hat sie Katrin Schikora (Calle 24 96, www.katrin-schikora.com). Die Deutsche gestaltet auch Hingucker für die großen Hotels in Playa del Carmen und Co.

Rückkehr
Kulinarisch

Die Chefköche der Region entdecken die Kochtradition der Region aufs Neue. Im Los Almendros (Paseo de Montejo, Mérida) gibt es Cochinita pibil, im Bananenblatt gegartes Schweinefleisch mit Orange und Annattosamen. In der Destileria (Boulevard Kukulkán, km 12, Cancún) werden die alten Rezepte mit Tequila abgeschmeckt und im El Último Maya an der Küstenstraße Akumals wird gekocht wie zu Zeiten der Mayas.

Schöne Schokolade
Wellness

Die Kakaobohne sorgt im Maya Tulum Wellness Retreat & Spa (Tulum, www.mayatulum.com) für zarte Haut, Entspannung und Glücksgefühle bei Schokoladenfans. Vor allem die Kakaobutter ist eine begehrte Wellnesszutat. Sie darf natürlich auch beim Cocoa Ritual im Spa-Resort Ceiba del Mar (Puerto Morelos, www.ceibadelmar.com) nicht fehlen. Fest eingewickelt in Bananenblätter lassen Gäste des Maya Spa Wellness Center (Tulum, www.maya-spa.com) den Kakao seine straffende Wirkung entfalten.

Auf großer Fahrt
Aktiver Umweltschutz

Nicht nur ein paar Stunden tauchen die Gäste von Adventure Tours (Calle 28 345, Mérida) in die Landschaft ein. Die Übernachtung in einem Zelt gehört bei der geführten Kajaktour in die wilde Landschaft um Progreso dazu. Denn erst, wenn man die Zivilisation für eine Weile hinter sich lässt, kann man sich tatsächlich auf die Natur einlassen, so das Credo der Kajakguides. Ähnlich sieht das auch Cesiak (cesiak.org), die ihre Gäste durch das Reservat Sian Ka'an führt. Rund um Campeche lockt das Reservat Ría Celestún Kajaker an. Hier kann man ungestört Vögel vom Wasser aus beobachten. Prominentester Bewohner des Reservats ist der Flamingo. Ecoturismo Balamka'Ax (Campeche, www.ecoturismobalamkaax.com) verleiht Kajaks.

Äußerst anziehend
Mode

Farbenfroh und engagiert: So lässt sich die Arbeit von Pineda Covalin (5. Avenida, Playa del Carmen) am Besten beschreiben. Die Modedesignerin nutzt alte Schnitt-, Web- und Färbetechniken, um moderne Kleidung zu schneidern - und unterstützt mit ihren Aufträgen soziale Projekte. Méridas Kokoshitoba (www.kokoshitoba.com) und Alejandra Quesada (www.alejandraquesada.com) lassen sich bei ihrer Mode von Maya-Stickereien inspirieren. Das Estudio Creativo Cancún (www.facebook.com/estudiocreativocancun) macht seinem Namen alle Ehre. Nicht nur wird avantgardistische Mode geschaffen, sondern alles, was das Künstlerteam anspricht. Da werden Capes geschneidert, aus alten Jeans Hausschuhe gefertigt oder Aufbewahrungssammelsurien zum An-die-Wand-hängen.

Bloss nicht

Sich Aufregen

Bleiben Sie stets ruhig und gelassen; selbst bei kleineren Betrügereien - etwa, wenn die Rechnung falsch addiert wurde - bewahrt man Haltung. Wenige Worte in Spanisch helfen übrigens wesentlich eher weiter als ein englischer Wortschwall.

Badeverbot missachten

Unbedingt respektieren sollten Sie Tafeln, die auf gefährliche Strömungen hinweisen. In Cancún zeigen Flaggen an, ob die Karibik zu unruhig zum Schwimmen ist: Bei Rot darf man unter keinen Umständen ins Wasser gehen.

Pyramiden in der Mittagshitze

Urlauber tun gut daran, ihre Aktivitäten zur heißesten Tageszeit zurückzuschrauben. Wenn Sie sich auf einem Ausflug befinden: viel Trinken und einen Sonnenhut tragen! Es ist besser, auf Pyramiden am Morgen oder späten Nachmittag zu klettern. Die Bauwerke sind ungewöhnlich steil, und beim Hinabsteigen wird einem schnell schwindelig.

Kindern Geld geben

Immer wieder trifft man auf Kinder, die Kaugummis und Zeitungen verkaufen, Freundschaftsbändchen flechten und Schuhe putzen wollen. Lehnen Sie die Angebote freundlich, aber unmissverständlich ab: Haben die Kinder nämlich Erfolg und verkaufen etwas, gehen sie schon bald nicht mehr zur Schule, sondern treiben sich den ganzen Tag in den Touristenzentren herum.

Nachts allein am Strand

Die Sterne funkeln, die Wellen plätschern verführerisch - doch halt: Ein im Mondschein liegender Strand ist zwar romantisch, aber nicht ungefährlich. Denn am menschenleeren, dunklen Strand steigt die Gefahr, überfallen zu werden. Sind hingegen mehrere Personen beisammen oder sorgt das Hotel für eine nächtliche Überwachung des Strands, spricht natürlich nichts gegen eine improvisierte Beachparty.

Ohne Preisabsprache

Ob im Restaurant oder bei einer Taxifahrt, beim Flechten von Rastazöpfchen oder einem Drink in Playa del Carmen: Um unangenehme Überraschungen zu vermeiden, ist es besser, vorher nach dem Preis zu fragen. Denn selbst wenn man ungefähr weiß, wieviel ein Drink oder eine Taxifahrt kosten darf, wird man als Tourist gelegentlich mit weit überhöhten Preisen konfrontiert.

September/Oktober an der Karibikküste

Wer es einmal mitgemacht hat, fährt beim zweiten Mal lieber vor oder nach der Hurrikansaison nach Yucatán. Denn im Herbst besteht immer ein Risiko, und eine Evakuierung aus dem Hotel und die vorzeitige Heimreise mit Tausenden anderen Gästen ist lästig und beschwerlich.

Stichworte

Bevölkerung

Mexiko hat rund 113 Mio. Ew., von denen fast vier Fünftel Mestizen sind, also Nachkommen aus Verbindungen von Europäern mit der indigenen Bevölkerung. Die Nachfahren der präkolumbischen Volksgruppen - Maya, Azteken, Zapoteken, Mixteken, Tolteken und andere - umfassen heute etwa 15-20 Prozent der Bevölkerung, die restlichen fünf Prozent sind Weiße. Die auf der Halbinsel Yucatán (3,6 Mio. Ew.) lebende indigene Bevölkerung, die hier einen höheren Anteil als im Rest Mexikos stellt (30 Prozent), gehört dem Volk der Maya an. An der Riviera Maya findet man zudem zahlreiche Auswanderer aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden, die dort Hotels betreiben oder anderweitig im Tourismus tätig sind. Fast die gesamte Bevölkerung Mexikos ist römisch-katholischen Glaubens.

Cenote

Die flache, aus Korallenkalk gebildete Halbinsel Yucatán war vor zwei Jahrtausenden reiches Ackerland, von Maya besiedelt, die in Hunderten von Dörfern und Städten wohnten. Wie war das möglich, da es doch im Norden der Halbinsel keine Flüsse gibt? Nur auf den ersten Blick ein Wunder: Mit Wasser versorgten sich die Maya nämlich durch unterirdische Reservoire. Cenotes (Dolinen), in der Mayasprache dzonot, heißen diese natürlichen Brunnen. Entstanden sind sie durch Einbrüche der dünnen Kalksteindecke, die Zugang zu den dicht unter der Oberfläche liegenden Wassergrotten schufen. Rund 2000 dieser Süßwasserhöhlen und -brunnen sind in Yucatán bisher entdeckt worden; viele davon inzwischen beliebte Schwimm- und Tauchreviere. Die Maya gründeten ihre frühen Siedlungen in der Nähe von cenotes und bewässerten ihre Felder durch ein ausgeklügeltes System von Kanälen.

Drogenkrieg

Die Besucherzahlen sind auf der Halbinsel Yucatán deutlich zurückgegangen. Zum überwiegenden Teil liegt dies am sogenannten Drogenkrieg, den bewaffneten Konflikten zwischen Militär bzw. Polizei und den im Drogenhandel tätigen Organisationen (Drogenkartellen) sowie der Kartelle untereinander. Auf 300000 Personen inklusive Familien schätzt man die Mitglieder der verschiedenen Gruppen. Seit 2006 (Amtsantritt von Präsident Felipe Calderón) haben die blutigen Auseinandersetzungen mehr als 50000 Menschen das Leben gekostet; Zivilisten sind kaum darunter, aber einige Journalisten. Die meisten Vorfälle ereigneten sich in den Grenzstädten zu den USA sowie in den Bundesstaaten Guerrero und Michoacán. Die Halbinsel Yucatán blieb bisher vom Drogenkrieg weitgehend verschont.

Fauna & Flora

Yucatán ist von einer 1500 km langen Küste umgeben, deren Lagunen, Buchten, Riffe und Flussmündungen Heimat für ein vielfältiges Unterwasserleben sind. Zahlreiche Arten tropischer Fische und unterschiedliche Schaltiere sowie Meeresschildkröten ziehen Taucher aus aller Welt an. Pelikane und Reiher tummeln sich entlang der Küsten, Kormorane und Flamingos sind ebenfalls häufig zu entdecken. Die selten gewordenen Seekühe (manatís) leben in der Bucht von Chetumal und im Reservat von Sian Ka'an. In Yucatáns Reservaten freut man sich über erste Zuchterfolge der bereits vom Aussterben bedrohten riesigen Säugetiere. Auch dem Schutz der Meeresschildkröten widmet man sich auf der Halbinsel. In Vollmondnächten suchen die Tiere einsame Strände zur Eiablage. Die Sonne brütet die Eier aus, und sofort nach dem Schlüpfen versuchen die jungen Schildkröten, ins Meer zu gelangen.Besonders artenreich ist im Regenwald die Welt der Schmetterlinge, Reptilien und Vögel.

Entlang der Strände ziehen sich Palmen. Während der Norden der Halbinsel trocken und von niedrigem Buschwerk bedeckt ist, schließen sich südlich das Sumpfland von Campeche und der Regenwald (selva) von Belize und Guatemala an, eine weithin unzugängliche, wegelose Gegend. Wertvoll für die Menschen sind seit jeher der Gummibaum (zapote, zapodilla), aus dessen hartem Holz bereits die Maya ihre Türstürze fertigten, sowie der Brotfruchtbaum (ramón), der ein beliebtes Nahrungsmittel liefert. Im Süden gedeiht auch der eindrucksvolle Kapokbaum (ceiba), der heilige Baum der Maya.

Haciendas

Mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Yucatáns im 19. Jh., ausgelöst durch den Anbau von Sisalagaven (henequén), entstanden überall im Norden der Halbinsel Yucatán herrliche Haciendas. Um 1860 begann im Nordwesten der Halbinsel der Siegeszug des "grünen Goldes"; 1927 waren insgesamt 658 Haciendas in Betrieb.

Eine Agavenart, die in Yucatán besonders gut gedeiht, lieferte die Hartfaser für Garne und Seile. Zwischen 1880 und 1920 wurden enorme Mengen des begehrten Materials produziert, sodass die Eigner der Haciendas sich prunkvolle Landsitze und Herrenhäuser erbauten. 1960 beendete die synthetische Faser den Boom. Haciendas spiegeln noch heute den Lebensstil der mexikanischen Oberschicht wider. Einige der Anwesen öffneten inzwischen als Hotels und Restaurants ihre Tore für zahlende Besucher, andere wurden hergerichtet als Museen und bieten Gelegenheit, die Vergangenheit Yucatáns anschaulich kennenzulernen. Einige der schönsten Haciendahotels findet man auf www.thehaciendas.com.

Hurrikan

Der präkolumbische karibische Gott Huracán gab den Wirbelstürmen seinen Namen. Jedes Jahr im Herbst ist es so weit, wenn über der Karibik Luftmassen mit unterschiedlicher Temperatur und Feuchtigkeit aufeinander treffen. Dann brausen die Stürme mit bis zu 200 km/h über das Meer und die Inseln auf die Küsten zu. Zum Glück kann man Hurrikans heute weitgehend vorhersagen, sodass Menschen normalerweise nicht zu Schaden kommen.

Kreuzfahrtschiffe

Die Riviera Maya und Costa Maya an der yucatekischen Karibikküste gehören zu den klassischen Kreuzfahrtdestinationen - Sie werden dies spätestens dann feststellen, wenn Ihnen unterwegs große Gruppen von Kreuzfahrtpassagieren auf Landgang begegnen. Zu den beliebtesten Anlaufhäfen der Reedereien zählen Cozumel und Progreso sowie der erst vor einigen Jahren fertig gestellte Hafen von Mahahual (im Süden der Costa Maya). Der bislang eher unbedeutende Badeort, durch den nur eine Durchgangsstraße führt, wurde ausgestattet mit einer tiefen Wasserrinne, sodass gewaltige Kreuzfahrtschiffe nun bis nahe an den Strand fahren können und Passagiere anschließend über Holzstege an Land gelangen.

Vor Ort hat man sich auf die Kreuzfahrer eingestellt, so locken in Cozumel ungezählte Juwelier- und Souvenirläden, in Playa del Carmen muss man sich gewöhnen an die durch die Fifth Avenue, Hauptflaniermeile der Stadt, schlendernden US-Amerikaner (Hauptklientel des boomenden Karibikkreuzfahrtmarkts), die, ausgestattet mit großen Plastikbechern voll Margarita, sich des kurzen Landurlaubs erfreuen.

Mariachi

Inbegriff mexikanischer Musik sind die mariachi-Kapellen aus honorig auftretenden Herren in stolzem Habitus, gekleidet in schwarze Anzüge mit gold- oder silberglänzenden Knöpfen und breiten Sombreros. Bis zu zehn Musiker spielen Bass, Gitarre, Geige, Trompete, dazu wird inbrünstig gesungen. Treten die mariachis in Restaurants auf, dann schuldet man ihnen eine propina (Trinkgeld), sofern man ein bestimmtes Lied wünscht. Bieten sie ihre Dienste auf Plätzen an, dann vereinbart man vorher eine angemessene Gage (ca. 7-8 US-$ pro Lied).

Maya

Rund 3000 Jahre ist die hohe Kultur der Maya alt, während der Blütezeit vom 6. bis zum 9. Jh. entstanden in Mexikos Süden sowie auf dem Gebiet des heutigen Guatemala, Belize und Honduras die prächtigsten Stadtstaaten mit beeindruckenden Pyramiden, Tempeln und Palästen. Die Maya dekorierten ihre Gebäude mit Stuck, Reliefs, Skulpturen und aufwendigen Wandmalereien. Eine Besonderheit bilden die sogenannten Kraggewölbe: Die Steine zweier gegenüberliegender Mauern wurden nach oben hin so aufgetürmt und miteinander verkragt, dass in der Mitte schließlich ein einziger Stein genügt, um das Gewölbe zu stützen.

In Yucatán bildeten die Maya unterschiedliche Baustile heraus: In der Puuc-Region südlich von Mérida legte man Wert auf eine reiche Ausschmückung der Pyramiden und Tempel. Säulen und Friese, die aus Hunderten von Göttermasken und geometrischen Motiven gebildet sind, schmücken die Fassaden. In der Chenes-Region südlich von Campeche wiederum weiteten sich die Tempel zu überreich geschmückten Palästen aus, die Masken nahmen gewaltige Ausmaße an. Den Río-Bec-Stil im Westen von Chetumal kennzeichnen hohe Zwillingstürme mit Treppen, die so steil und abgerundet sind, dass man sie nicht begehen kann.

In der Mathematik und Astronomie besaßen die Maya Kenntnisse, die sie zur Entwicklung eines exakten Kalenders befähigten. In der Mathematik führten sie die Null ein. Darüber hinaus entwickelten sie eine Hieroglyphenschrift, mit der sie auf Stein, Pergament und Baumrinden Aufzeichnungen vornahmen.

Politik

Die Vereinigten Staaten von Mexiko bilden eine Föderation aus 31 Bundesstaaten und dem Bundesdistrikt Mexiko-Stadt. Drei Staaten teilen sich die Halbinsel Yucatán: Campeche im Westen, Yucatán im Norden und Quintana Roo im Osten. Der für sechs Jahre gewählte Staatspräsident wurde seit 1929 71 Jahre lang ununterbrochen von der "Partei der Institutionalisierten Revolution" (PRI) gestellt. Bei der Präsidentschaftswahl 2000 siegte erstmals die katholisch-konservative PAN. Seit Dezember 2012 regiert Präsident Enrique Peña Nieto von der PRI das Land.

Totenkult

In den Geschäften von Playa del Carmen sind sie allgegenwärtig: Skelette aus Pappmaché, mal über 2 m groß, mal im Miniaturformat, und aus Zuckerguss geformte und mit Liebesperlen dekorierte Totenschädel. In kleinen Glaskästen werden Gruppen von tanzenden und lachenden Skeletten zum Kauf angeboten, gekleidet in Mariachi-Trachten, Skelette, die sich als Braut und Bräutigam an den Händen fassen, eine Skelett-Mutter, die liebevoll ihr Skelett-Baby in der Wiege schaukelt, ganze Schulklassen aus Skeletten gar, die artig zum Skelett-Lehrer schauen. Das Ganze ist weit mehr als nur Touristenkitsch. Tatsächlich sind die Figuren Ausdruck einer in ganz Mexiko verbreiteten Einstellung zum Tod. Wie Literaturnobelpreisträger Octavio Paz in seinem Labyrinth der Einsamkeit beschreibt: "Der Tod ist immer bei uns: auf unseren Fiestas, beim Glücksspiel, in unserem Liebesleben … Der Kult des Todes ist, wenn er tiefgründig und vollkommen ist, auch ein Kult des Lebens." Gerade Westeuropäer, die einer den Tod aus dem Bewusstsein verdrängenden Kultur entstammen, fühlen sich mitunter seltsam berührt angesichts dieser mexikanischen Haltung.

Voladores

Vor den großen archäologischen Stätten wird oft ein artistisch anmutendes Schauspiel vorgeführt, die danza de los voladores, das auf präkolumbische Traditionen zurückgeht. Auf der Spitze eines 10 bis 30 m hohen Pfahls ist ein quadratischer Holzrahmen befestigt. Unterhalb dieser kleinen, drehbaren Plattform sind vier lange Seile um den Mast gewickelt. Fünf Indios, gekleidet in phantasievolle Kostüme, klettern geschickt nach oben. Vier der Männer setzen sich an die Seiten der Plattform und binden sich ein Seilende um die Hüfte. Der Fünfte thront in der Mitte, spielt Flöte und tanzt dazu. Auf ein Kommando lassen sich die vier voladores kopfüber vom Rahmen fallen, der sich zu drehen beginnt. Die "Flieger" schweben mit dem Kopf voran und ausgebreiteten Armen zu Boden. Dabei drehen sie sich um den Mast, von dem sich die Seile abwickeln. Sie machen 13 Umdrehungen und wenden sich kurz vor dem Auftreffen auf dem Boden, um auf den Füßen zu landen.

Die Vorführung hat eine symbolische Bedeutung: Vier voladores mal 13 Umdrehungen ergibt 52 - eine magische Zahl des Mayakalenders. Während der Vorstellung wird von den Zuschauern Geld eingesammelt.

Wirtschaft

Mexiko ist traditionell ein Agrarland. Auf der Halbinsel Yucatán werden Mais, Bohnen, Chilis, Kartoffeln, Reis und Zuckerrohr sowie Avocados, Papayas, Mangos, Zitrusfrüchte und Bananen angebaut. Auch Kautschuk wird immer noch gewonnen. Mexiko besitzt zudem sehr große Erdölvorräte. In Yucatán ist der Tourismus die Einkommensquelle Nummer eins. Rund 500 Menschen verlassen hier täglich für immer ihre Hütte auf dem Land und ziehen in die Badeorte, um sich als Kellner, Fahrer, Putzfrau oder Wächter zu verdingen.

Bücher & Filme

Yucatan

Mit diesem Bildband schuf der Fotograf Michael Friedel ein Kaleidoskop des yucatekischen Lebens zwischen Alltag und Tourismus; die Texte stammen von Marion Friedel

Mexikanische Feste - die Fiestas der Frida Kahlo

Eine Hommage an die Künstlerin von deren Tochter Guadalupe Rivera und Marie-Pierre Colle; mit Originalrezepten

Apocalypto

Regisseur Mel Gibson drehte 2006 in den Staaten Yucatán und Veracruz diese Geschichte von einem Überfall kriegerischer Maya vor der Ankunft der Spanier

Bericht aus Yucatán

Diese Schilderung der Lebenswelt der Indianer im 16. Jh. von Diegode Landa ist wieder erhältlich

Labyrinth der Einsamkeit

1990 erhielt Octavio Paz den Nobelpreis für Literatur. In seinem berühmten Essay sucht er die mexikanische Seele zwischen indianischem Erbe und Moderne, beschreibt eindrucksvoll, wie Mexiko "auf der Suche nach sich selbst" ist

Fakten

Einwohner
2.097.175
Fläche
39.612 km²
Strom
127 V, 60 Hz
Hauptstadt
Mérida
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
08:34 Uhr
Zeitverschiebung
-7 h (zu MEZ)
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