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Reiseführer Las Vegas

Entdecken Sie Las Vegas!

Las Vegas ist eigentlich keine Stadt, sondern die Verkörperung des amerikanischen Traums vom schnellen Glück, eine neonbunte Fata Morgana in der Wüste. Las Vegas lebt vom Traum und von der Sucht der Menschen nach schnellem Reichtum. Nur deshalb konnte inmitten der öden, glutheißen Steinwüste im Süden Nevadas eine Großstadt aus dem Sand wachsen, die Weltmetropole des Spiels. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr inszeniert sich die Spielerstadt als glitzernde Phantasiewelt, in der für die Besucher der Alltag in unwirkliche Ferne rückt.

Raum und Zeit werden in der Neonoase Las Vegas bedeutungslos. Die Kasinoparadiese in der Downtown und am Las Vegas Boulevard, dem legendären „Strip“, entführen in klimaanlagengekühlte Kunstwelten. Hier finden Sie sich staunend im alten Rom wieder, dort spazieren Sie durch New York, Venedig, Paris, durch eine altägyptisch anmutende Pyramide oder durch mittelalterliche Märchenschlösser. Und selbst zu Zeiten der Rezession werden immer neue und spektakuläre Kasinopaläste gebaut, immer aufwendigere Shows und Illusionen geboten.

Fast 40 Millionen Besucher überfluten jährlich die glitzernde Metropole mitten in der Mojavewüste – allerdings hat die Immobilien- und Finanzkrise der letzten Jahre die Aufenthaltsdauer der Besucher etwas beschnitten, und sie zeigen sich nicht mehr so spendabel an den Spieltischen. Die meisten bleiben heute drei bis vier Nächte – und diese Zeit braucht man auch, will man als Urlauber die Stadt in ihrer ganzen Vielfalt kennenlernen.

Nicht wenige Besucher, vor allem die Amerikaner, kommen regelmäßig wieder, gönnen sich ein paar Tage Auszeit vom normalen Leben, fordern das Glück heraus, zocken, gewinnen, verlieren, besuchen die aufwendigen Shows, verbringen die Nächte in heißen Clubs und wahrhaft coolen Bars. Oder sie entspannen in Pools und Spa-Bädern, gehen gut essen und lassen sich einfach beflimmern von den unzähligen Neonlichtern und LED-Schirmen auf dem Strip und in Downtown.

Las Vegas bietet billig gemachten Nepp ebenso wie niveauvolle Unterhaltung. Die mit modernster Technik auf die Bühne gebrachten Shows, wie sie vor allem der Cirque du Soleil präsentiert, sind ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht. Wilde Achterbahnen und weiße Tiger und Löwen sorgen für Exotik und Action. Eine Reihe von Museen und Galerien, zum Teil in den Kasinos selbst, stellen Werke weltweit bekannter Künstler aus. Und viele der heute vorzüglichen Restaurants der City inspirieren zugleich Augen wie Gaumen.

Las Vegas war lange die am schnellsten wachsende Stadt der USA mit heute gut 2 Mio. Einwohnern. Angelockt von guten Verdienstmöglichkeiten in der Kasinoindustrie entschieden sich in den 1990er-Jahren und bis etwa 2008 jährlich rund 80 000 Menschen, ins Clark County (Las Vegas und unmittelbare Umgebung) zu ziehen. Der amerikanische Traum von Taxifahrern, die Millionen machen, und Hotelportiers, die sich goldene Nasen und große Villen verdienen, wurde hier schon mal Wirklichkeit. Die Rezession von 2008 versetzte der Boomtown einen kräftigen Dämpfer: Häuser- und Grundstückspreise fielen um 50 Prozent, die Arbeitslosenquote stieg auf unerhörte 15 Prozent. Tausende zogen weg – und ließen ihre Häuser und unbezahlten Hypotheken zurück. Doch schon seit 2012 geht es wieder bergauf.

Ironie des Schicksals: Die Stadtgründer der heutigen Glitzerwelt waren Mormonen. Etwa um 1830 entdeckten mexikanische Händler eine kleine Oase mit artesischen Quellen am Fuß der Spring Mountains. Aus ihrer Zeit stammt der Name Las Vegas, „die Auen“. 1855 legten dann Mormonen ein kleines Fort an zum Schutz ihrer Planwagentrecks auf dem Weg zum Pazifik. Erst 1905 wurde jedoch das eigentliche Las Vegas gegründet: Aus einem Arbeitercamp der ersten Bahnlinie in der Region entstand ein Westernstädtchen, in dem entlang der staubigen Fremont Street vor dem Bahnhof Saloons und Spielhöllen florierten – zunächst noch illegal.

1931 sollte zum Schicksalsjahr für Las Vegas werden. Der Staat Nevada legalisierte das Glücksspiel (offiziell, um Steuergelder für Schulen einzunehmen). Zugleich begann die US-Bundesregierung mit dem Bau des Hoover Dam am nahen Colorado River. 5000 Arbeiter lebten bald im Camp vor den Toren der Stadt – und bescherten Las Vegas mitten in der Weltwirtschaftskrise einen ersten Boom. Rasant schossen immer neue Kasinos aus dem Wüstensand, und die Bevölkerung stieg bis 1940 auf 8500 Einwohner. Der Zweite Weltkrieg brachte Soldaten und die Rüstungsindustrie, aber auch Gefahren: Zehn Jahre lang fanden nur knapp 120 km von der Stadt entfernt überirdische Atomtests statt – für die Kasinogäste damals eine Attraktion.

Wie hätte der Mob (die amerikanische Mafia) dieses lukrative Städtchen einfach links liegen lassen können? Um die Kasinoprofite entbrannte ein Bandenkrieg zwischen den Nachfolgern von Al Capone und Lucky Luciano, den Mafiaclans aus Chicago und New York. Der berühmt-berüchtigte Benjamin („Bugsy“) Siegel eröffnete 1946 mit Stargast Frank Sinatra das Flamingo, das erste pompöse Edelkasino auf dem noch fast unbebauten „Strip“, damals die Ausfallstraße nach Los Angeles. Das Flamingo erwies sich zunächst allerdings als totale Pleite, und „Bugsy“ wurde von einem Killer erledigt.

Mitte der 1950er-Jahre begann die Zeit des glamourösen Entertainments, für das Las Vegas so bekannt ist, die Ära von Elvis Presley und dem Rat Pack mit Frank Sinatra, Dean Martin und Sammy Davis jr. Nun kontrollierte auch eine Kommission das Glücksspiel und vergab Lizenzen. Der Staat sagte dem organisierten Verbrechen den Kampf an. Jahrzehntelang ermittelte das FBI gegen die Verbrechersyndikate. In den 1970ern flogen mehrere Hintermänner auf, die verdeckt Zinsen aus Kasinoeinnahmen kassierten. Einige Politiker gerieten in Verdacht, mit dem Mob gemeinsame Sache gemacht zu haben. Und noch in den 1980ern gehen eine Reihe von Morden eindeutig auf das Konto der Mafia.

Downtown, in der Fremont Street, lässt sich noch erahnen, wie es wohl im alten Vegas war, als das Hauptvergnügen im verruchten Glücksspiel bestand, dabei trinken und rauchen, hinterher bezahlter Besuch bei einer Dame. Seither hat Las Vegas seine Unterhaltungspalette erweitert. Zwar kommen noch immer die meisten zum Spielen, wird hier weit mehr getrunken und gepafft, gibt es mehr und offenere (obwohl verbotene) Prostitution als in anderen amerikanischen Städten. Aber auch Urlauber, die diesen Lastern nicht frönen, kommen auf ihre Kosten.

Immer prächtiger, immer phantasievoller wurden die Kasinos. 1973 war das MGM mit 2100 Zimmern das größte Hotel der Welt. 1990 wurde es das Excalibur mit 4032 Zimmern, bis ihm 1994 das MGM Grand mit über 5000 Zimmern den Rang streitig machte. Fast jährlich erweiterte sich seitdem das eine oder andere der Riesenkasinos um einen neuen Turm für tausend weitere Gäste. Mehr als 150 000 Zimmer gibt es heute in der Stadt. Dabei gehören die meisten Hotelriesen zu großen Konsortien, die mehrere solcher Kasinos ihr Eigen nennen.

So manches Bauprojekt wurde allerdings in Zeiten der Rezession erst mal gestoppt. Doch nicht nur die anhaltende Finanzkrise gefährdet die Entwicklung der Stadt. Las Vegas wird – wie der gesamte Südwesten der USA – von einer anhaltenden Dürre bedroht. Am Hoover Dam, der den größten künstlichen See Amerikas, den Lake Mead, staut, stehen die Abflusskanäle leer. Der See selbst ist bereits um die Hälfte reduziert, über 30 Jahre lag der Wasserspiegel nicht so tief wie heute. Mit der Schneeschmelze 2011 brachte der Colorado zwar wieder etwas mehr Wasser aus den Rockies, der seit über zehn Jahren anhaltende Dürretrend ist damit aber noch nicht gestoppt.

Dabei muss der Fluss immer mehr Menschen mit Wasser und Energie versorgen. Nur ein kleiner Prozentsatz wird in das verschwenderische Las Vegas gepumpt, der Löwenanteil des Colorado-Wassers dient der Landwirtschaft zur Fruchtbarmachung trockenen Wüstenbodens in Arizona, Südkalifornien und Nevada. Jetzt läuten die Alarmglocken: Fällt der Wasserstand noch weiter, muss der Hoover Dam seine Turbinen und damit die Stromversorgung abstellen. Eine Katastrophe für alle angrenzenden Bundesstaaten.

In Las Vegas hat mittlerweile ein Umdenken begonnen: Es herrscht „Dürrealarm“ mit strengen Auflagen für die Bewässerung von Rasenflächen, das Waschen von Autos und den Betrieb von Zierbrunnen. Neubauten dürfen nur noch ein begrenztes Maß an Grünflächen aufweisen, der Bau neuer Swimmingpools ist verboten. Noch bleiben die Touristen weitgehend von den Beschränkungen verschont. Auf dem Strip und Downtown wird (mit Ausnahmegenehmigung) weiterhin hemmungslos geprasst, planschen Tausende täglich in dem kostbaren Nass, flimmern die Lichter Tag und Nacht.

Keiner will die Gefahren wahrhaben – oder besser gesagt, hierher kommt man nicht, um apokalyptischen Reden zu lauschen. Und die meisten, die sich der Sin City, der Stadt der Sünden, mit skeptischem Stirnrunzeln nähern, erliegen am Ende doch der Verführungskraft der phantastischen Glitzerwelt. Denn Las Vegas ist einzigartig. Es ist wie ein kitschiger, surrealer Film, in dem der Besucher mitspielen darf – einige Dollars muss er Fortuna dafür aber schon opfern.

Quick Facts

Beste ReisezeitJFMAMJJASOND
SprachführerEnglisch, Spanisch
Geeignet fürShopping, Outdoor, Feiern

Wohin zuerst?

Sehenswertes

Starten Sie Ihren ersten Vegas-Bummel an der Ecke Las Vegas Blvd./Flamingo Road : Gen Norden geht's zum nächtlich hell erleuchteten Caesars Palace, dem legendären Flamingo und zum Venetian mit Markusplatz und Gondeln, gen Süden zum Bellagio mit toller Wassershow und durch das CityCenter weiter bis zur Freiheitsstatue vor dem New York-New York. Große Parkhäuser finden Sie direkt hinter dem Flamingo und dem Quad Casino auf der Ostseite des Strip. Der Stadtbus The Deuce stoppt an allen großen Kasinos.

Am Abend

Zum Auftakt Ihres nächtlichen Streifzugs sollten Sie sich unbedingt einen guten Aussichtspunkt suchen – z. B. die Terrasse des Mon Ami Gabi – und beobachten, wie die Stadt ihre Lichter anzündet und am Horizont die Sonne untergeht. Wenn Sie dann einfach durch ein Kasino schlendern möchten, werden Sie sich im Caesars Palace, im Venetian oder im Paris sicher nicht langweilen.

Im Trend

Zum Reinbeißen
Fast Food

Vom Plastiktablett müssen Sie in den modernen Fast-Food-Palästen nicht essen. In der Le Burger Brasserieim Paris Las VegasLas Vegas Boulevard South3655 kommt bestes Fleisch und knackiger Salat zwischen zwei Brotscheiben. Auf Wunsch auch Koberind und Hummer aus Maine. Auch bei Sammy'sWest Sahara Avenue6500 sind Fast Food und Luxus kein Widerspruch. Probieren Sie die Pizza mit Trüffelöl und importiertem Brie. Bei Stackim Mirage sind Hummertacos mit Mango und Koriander der Renner.

In den Korb
Sportlich

Nicht nur für Basketball brauchen Sie einen Korb. Auch beim Disc-Golf soll die Scheibe im Metallkorb landen. Gespielt wird im Mountain Crest ParkNorth Durango Road und im Sunset ParkEast Sunset Road und das auch abends bei künstlicher Beleuchtung. Wer den Wettstreit sucht, ist beim Las Vegas Disc Golf Clublvdgc.com richtig. Sie organisieren u.a. das monatliche Bag Tag Event.

Eco-Travel in Style
Schöner reisen

Die Monorail bringt Urlauber umweltschonend von Kasinotür zu Kasinotür, aber es gibt noch stylischere und trotzdem nachhaltige Fortbewegungsmittel in der City. Die futuristisch aussehenden Limousinen von Earth Limoswww.earthlimos.com sind nicht die üblichen Benzinschlucker. Die Chauffeure befördern ihre Gäste darin abgasarm und in coolem Ambiente von A nach B. Noch besser ist die Ökobilanz der Propantaxis von Yellow Checker Starwww.ycstrans.com und die der strombetriebenen Segwayswww.lasvegassegway.com.

18b – the Place to be
Kunst

Hinter dem Namen 18b versteckt sich Las Vegas' Künstlerviertel. Im Arts District haben sich reihenweise Ateliers und Galerien angesiedelt. Die ideale Gelegenheit, um sich einen Überblick über das Treiben zu verschaffen, ist, wenn die Kreativen ihre Türen zum First Friday Las Vegasöffnen. Zu dem monatlichen Event reisen Performancekünstler und Musiker an, und Besucher können sich zwanglos in den Studios umsehen. Eine Karte aller teilnehmenden Locations gibt es unter www.firstfridaylasvegas.com. Das Herz des Künstlerviertels ist aber fraglos The Arts FactoryEast Charleston Boulevard107 . Hier wird Kunst zwar nicht im Akkord gefertigt, trotzdem besticht das Zentrum mit seinen vielfältigen Ausstellungen – und einem tollen Bistro.

Rockabilly
Viva Las Vegas

Eine kleine Zeitreise gefällig? Dann besuchen Sie das größte Rockabilly-Event der Welt. Das Viva Las Vegaswww.vivalasvegas.net findet jedes Jahr im Frühjahr in der Stadt statt und sorgt für mächtig Aufsehen. Die Festivalbesucher tauchen stylingtechnisch ganz in die 50er-Jahre ab. Petticoats und Haartollen, so weit das Auge reicht. Damit Sie dort also nicht unnötig auffallen, empfiehlt sich ein Besuch bei Friseurin Lety im Curl Up n DyeSouth Rainbow Boulevard2550. Zur Tolle bzw. den kunstvoll festgesteckten Locken fehlt nun nur noch das passende Outfit. Das gibt es bei Bettie Page Clothingim Planet Hollywoodwww.bettiepageclothing.com. Zu den Fans des Labels zählen auch Prominente wie Sängerin Pink und die Schauspielerinnen Penelope Cruz und Leighton Meester.

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Las Vegas - die besten Locations und Angebote

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Aktivitäten & Touren

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Gastronomie

Spezialitäten

BBQ honey glazed ribs

gegrillte, mit Honig glasierte Rippchen

Bluecorn pancakes with toasted pine nuts and honey butter

Pfannkuchen aus blauem Mais mit gerösteten Pinienkernen und Honigbutter

Butternut squash soup

Suppe aus einer kleinen Kürbisart

Chili con carne

scharfer Bohneneintopf mit Hack und Chilischoten

Corn bread

gelbes Maisbrot, süß oder scharf gewürzt

Crispy fried onion rings

knusprig frittierte Zwiebelringe

Double chocolate fudge brownie

dunkler, süßer und kalorienreicher Schokoladenkuchen

Garlic mashed potatoes

Kartoffelbrei mit Knoblauch

Ginger sweet potatoes

rote Süßkartoffel mit Ingwer gewürzt

Nachos

mit Käse überbackene Maischips, mit Avocadocreme und/oder sourcream serviert

Pan fried lamb chops

in der Pfanne gebratene Lammkoteletts

Prime rib with horseradish

rosa gebratene, dicke Scheibe Rinderbraten mit Meerrettich

Rosemary roasted chicken

mit Rosmarin gebratenes Huhn

Sirloin steak with baked potato

Lendensteak mit gebackener Kartoffel, meist gefüllt mit sourcream

Stuffed portobello

mit Kräutern oder Fleisch gefüllter Riesenpilz (Egerling), überbacken oder gegrillt

Sweet corn

süßer Mais, manchmal als corn on the cob (Maiskolben)

Tortilla chips & guacamole/salsa

Maischips mit Avocadocreme oder scharfer Chili-Tomaten-Soße

Essen & Trinken

Wie ein Magnet zieht die Stadt Chefköche aus aller Welt an. Der gebürtige Österreicher Wolfgang Puck brachte 1992 mit der Eröffnung des Spago die Welle ins Rollen. Puck selbst betreibt inzwischen mehr als ein halbes Dutzend Restaurants in Las Vegas. Ihm folgten renommierte Köche aus aller Welt.

Eine wahrhaftige Tellerwäscherkarriere legte André Rochat hin: 1965 mit leeren Händen aus Frankreich in die USA eingewandert, zählt er heute mit zwei Top-Restaurants (André's im Monte Carlo und Alizé im Palms) zu den etablierten Spitzenköchen von Las Vegas. Mit der Ankunft von preisgekrönten französischen Köchen wie Joël Robuchon und Alain Ducasse festigte Las Vegas seinen Ruf als Gourmetmetropole. Seither haben auch immer mehr amerikanische Starköche aus anderen Metropolen eigene Restaurants in Las Vegas eröffnet: Michael Mina aus San Francisco, Thomas Keller aus dem Napa Valley, Emeril Lagasse aus New Orleans, Charlie Palmer aus New York und viele mehr.

Sei es Foie gras oder ein saftiges Steak, süß-saures Schweinefleisch oder Sushi, Enchiladas, Cannelloni oder Ihnen vielleicht weniger bekannte Gerichte: In Las Vegas finden Sie ethnische Spezialitäten aus aller Welt, wobei viele Restaurants mehrere Geschmacksrichtungen parallel servieren. Und auch Weinkenner kommen auf ihre Kosten. Manche Luxusgastronomie glänzt mit einer ausgezeichneten Weinkarte, die selbst in Frankreich nicht überboten werden kann.

Zudem weiß man in Las Vegas besonders zu beherzigen, dass das Auge mitisst. Die Speisen werden oft kunstvoll drapiert, vielerorts bieten ausgefallene Dekorationen Abwechslung zwischen den Gängen. Dementsprechend bitten die Gourmettempel um angemessene, teils auch elegante Kleidung (kurze Hosen, Jeans und Turnschuhe sind unerwünscht). Für die meisten nicht an Klimaanlagen gewöhnten Europäer gilt: immer etwas zum Überziehen mitnehmen! Denn während Sie draußen bei weit über 30 Grad Celsius brüten, könnten Sie drinnen eine Gänsehaut bekommen.

Für Restaurants der gehobenen und der mittleren Kategorien sollten Sie unbedingt reservieren, denn die Nachfrage nach exklusiven Speisen in ansprechender Umgebung ist gewaltig. Die beste Ansammlung gehobener Restaurants haben das Mandalay Bay, das CityCenter und das Bellagio zu bieten – neuester Trend sind stylisch dekorierte Lounge-Restaurants, wie sie vor allem im Aria oder Cosmopolitan zu finden sind –, während Sie im New York-New York und im Caesars Palace Restaurants der mittleren Kategorie erwarten. Viele haben auch günstige Lunch-Menüs. Auf diese Weise wird so mancher Luxusschuppen erschwinglich.

Die Preise sind übrigens immer netto, d. h. ohne Steuer (7,5 Prozent) und Bedienung (15–20 Prozent). Und anders als in Deutschland ist das Trinkgeld (tip) kein Zubrot für die Kellner, sondern die einzige oder hauptsächliche Einnahmequelle. Lassen Sie sich auch nicht beim Studieren der Speisekarten verwirren: Mit entrée (Betonung auf der ersten Silbe) wird hier keineswegs die Vorspeise, sondern das Hauptgericht bezeichnet.

Obwohl Las Vegas damit wirbt, eine schlaflose Stadt zu sein, schließen die meisten Restaurants wie in anderen Städten auch vor Mitternacht (die angegebenen Zeiten bedeuten nicht, dass die Lichter ausgehen, sondern last seating bzw. last order). Aber eben nicht alle. 24-Stunden-Lokale werben häufig mit graveyard specials (wörtlich: Friedhofsangeboten), die nach der Geisterstunde serviert werden.

Café

Nach wie vor sind die zahlreichen Buffets das Markenzeichen von Las Vegas. Trotz großer Preissteigerung finden Sie hier meist immer noch eine großartige Auswahl qualitativ guter Speisen für relativ wenig Geld (15–30 $ im Durchschnitt und nur 5–7 Prozent Trinkgeld für Gedeck und Service, je nach Wochentag und Tageszeit). Für ganz Hungrige gibt es sogar eine Art „All you can eat“-Pass, mit dem man den ganzen Tag ans Buffet zurückkommen kann – manchmal sogar gleich in mehreren Kasinos. Reservierungen akzeptieren die meisten Buffets nicht, und so muss man sich mit den langen Warteschlangen – gerade bei den besten Adressen – abfinden. Kommen Sie entweder sehr früh oder recht spät, wenn der große Ansturm bereits vorbei ist.

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Wetter & Klima

Aktuelles Wetter

kachelmannwetter.com
Dienstag / 24.04.2018
Vormittags
-- °C
Nachmittags
-- °C
Abends
-- °C
Mittwoch / 25.04.2018
Vormittags
-- °C
Nachmittags
-- °C
Abends
-- °C
Freitag / 27.04.2018
Vormittags
-- °C
Nachmittags
-- °C
Abends
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Mehr Wetterinfos

Klima

Tagestemperaturen in °C
  1. Jan 18
  2. Feb 21
  3. März 24
  4. April 29
  5. Mai 34
  6. Juni 39
  7. Juli 41
  8. Aug 39
  9. Sept 37
  10. Okt 31
  11. Nov 24
  12. Dez 20
Nachttemperaturen in °C
  1. Jan 1
  2. Feb 4
  3. März 7
  4. April 10
  5. Mai 14
  6. Juni 19
  7. Juli 24
  8. Aug 23
  9. Sept 20
  10. Okt 12
  11. Nov 5
  12. Dez 3
Sonnenschein Stunden/Tag
  1. Jan 7
  2. Feb 9
  3. März 10
  4. April 12
  5. Mai 12
  6. Juni 14
  7. Juli 11
  8. Aug 12
  9. Sept 11
  10. Okt 10
  11. Nov 9
  12. Dez 7
Niederschlag Tage/Monat
  1. Jan 3
  2. Feb 3
  3. März 2
  4. April 1
  5. Mai 0
  6. Juni 1
  7. Juli 3
  8. Aug 3
  9. Sept 2
  10. Okt 2
  11. Nov 2
  12. Dez 3
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Anreise

Nonstop-Charterflüge von Frankfurt nach Las Vegas bietet Condor (ca. 11 Std., 800–1500 Euro). Ähnlich teuer sind Umsteigeverbindungen, wie sie von Lufthansa/United Airlines angeboten werden. Günstigere Tarife bietet oft British Airways, die täglich nonstop über London nach Las Vegas verkehren – in der Nebensaison schon ab 700 Euro. Der McCarran International Airport (Kürzel: LAS) liegt nur rund 1,5 km vom südlichen Ende des Strip entfernt. Ein Taxi bringt Sie für $ 12–20 pro Fahrt vom Flughafen zum Strip, für $ 18–28 nach Downtown, eine Limousine für ähnliche Preise, allerdings pro Person. Dazu verkehren mehrere Shuttle-Busse (ca. 7–9 $) und auch die Stadtbusse Nr. 108/109 sowie der Express-Bus WAX vom Flughafen zum Strip (Ecke Tropicana Av.) und in die Downtown. Infos: www.mccarran.com

Anreise Las Vegas planen
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Events, Feste & mehr

Offizielle Feiertage
1. Jan.

New Year's Day

4. Juli

Independence Day

4. Donnerstag im Nov.

Thanksgiving

25. Dez.

Christmas

Behörden und Schulen sind geschlossen, Geschäfte und die meisten Museen aber sind geöffnet am:

3. Montag im Jan.

Martin Luther King Day

3. Montag im Feb.

President's Day

letzter Montag im Mai

Memorial Day

1. Montag im Sept.

Labor Day

2. Montag im Okt.

Columbus Day

letzter Freitag im Okt.

Nevada Day

11. Nov.

Veteran's Day

Feste und Festivals
Februar

Chinese New Year: Löwen und Drachen, Tanz, Akrobatik und asiatisches Essen. Chinatown PlazaSpring Mountain Road4255www.lvchinatown.com

Mardi Gras: Am Faschingswochenende Parade und Straßenfest in der Fremont Street und eine große Party im Orleans Casino

März

St. Patrick's Day: Parade und Blockparty am 17. März, dem Namenstag des irischen Schutzheiligen St. Patrick; grüne Kleidung – wenigstens ein grüner Hut –, und schon gehören Sie dazu. www.vegasexperience.com

April

City of Lights Festival: großes Jazzfestival mit Blick auf den erleuchteten Strip. Hills Parkwww.yourjazz.com

Mai

Helldorado Days: Las Vegas feiert Mitte Mai seine Wildwest-Geschichte mit Rodeo, großer Parade und Schießereien. www.elkshelldorado.com

Frühling und Herbst

NHRA Nationals: Das ultimative Erlebnis für Autofans – Drag-Rennen, Hotrods und Stockcars auf dem Las Vegas Speedway. www.lvms.com

Mai/Juni

Jazz in the Park: kostenlose Jazzkonzerte im Clark County AmphitheatreS Grand Central Parkway500www.clarkcountynv.gov/depts/parks

Juni

Reggae in the Desert: karibische Rhythmen, Getränke und Essen. www.reggaeinthedesert.com

World Series of Poker Wo sonst als in Las Vegas sollte die Weltmeisterschaft im Pokerspielen stattfinden: stets Juni bis Oktober im Rio Casino. www.wsop.com

Electric Daisy Carnival: Drei Tage lang wird Mitte des Monats das riesige Areal des Las Vegas Motor Speedway zur Festivalbühne der elektronischen Musik – mit Feuerwerk, Kunstinstallationen und 200000 Fans. Las Vegas Boulevard North7000electricdaisycarnival.com

Juli

Independence Day: Am 4. Juli gibt sich die City ganz patriotisch. Flaggen überall, dazu mehrere Feuerwerke und Paraden in Boulder City und Summerlin.

September

Barrett Jackson Car Auction: Die schönsten Oldtimer Amerikas werden alljährlich im Mandalay Bay präsentiert, wo sie unter den Hammer kommen. www.barrett-jackson.com

Oktober

Halloween: Spukhäuser und Gespensterpartys – in Las Vegas immer etwas Besonderes. Eine der besten Kostümpartys steigt traditionell im Hard Rock Hotel. www.hardrockhotel.com

PGA Tournament: jährlicher Golfwettbewerb. www.pgatour.com

Shakespeare in the Park: Open-Air-Shakespeare-Stücke. Henderson Pavillonwww.hendersonlive.com

November

Der Rock 'n' Roll Marathon Mitte des Monats lockt nicht nur Sportler an: Es gibt Rockkonzerte, Läufer im Elvis-Kostüm und Pasta-Partys. runrocknroll.competitor.com/las-vegas

Dezember

National Finals Rodeo: Zehn Tage lang wird Las Vegas zur Cowboystadt. www.nfrexperience.com

New Years Eve: Silvesterfeier mit Pauken, Trompeten und Feuerwerk

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Gut zu wissen

Auskunft

www.visitlasvegas.de: offizielle deutsche Website, sehr gut gemacht und mit vielen Details für die Reiseplanung.

Las Vegas Convention & Visitors Authority

Deutsche Vertretung: c/o Aviareps Tourism GmbHJosephspitalstr.1580331089 552533822www.visitlasvegas.de

Las Vegas Visitor Centers

Vor Ort hilft das große Info-Büro gegenüber dem Convention Center weiter (South Paradise Road31501 702 8927575www.lasvegas.com). Alle Fragen zu Attraktionen, Shows etc. beantworten auch die Hotel-Concierges. Bei Anreisende per Auto gibt es Info-Büros an der I-15 in Primm und Mesquite sowie an der US 93 in Boulder City.

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Honorarkonsulat

W. Russell Road48151 702 8736717las-vegas@hk-diplo.de

Österreichisches Generalkonsulat

Wilshire Boulevard118591 310 4449310los-angeles-gk@bmeia.gv.at

Schweizer Konsulat

Casa De Elegante Ct.1861Las Vegas1 702 8857947lasvegas@honrep.ch

Einreise

Eu-Bürger und Schweizer brauchen für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen einen gültigen, maschinenlesbaren Reisepass (auch Kinder) und müssen sich vor Einreise online registrieren: esta.cbp.dhs.gov (14 $). Alle Einreiseformalitäten werden am ersten US-Flughafen erledigt.

Geld & Kreditkarten

Die amerikanischen Geldscheine – 1, 5, 10, 20, 50 oder 100 Dollar – sehen sich sehr ähnlich. 1 Dollar (oft buck genannt) sind gleich 100 Cent.

Visa und Mastercard werden fast überall akzeptiert, selbst bei kleinen Summen; American Express seltener. Mit der EC-Karte können Sie an vielen Bankautomaten (ATM machines) Bargeld ziehen, aber fast nie bezahlen. Achtung: Geldautomaten in Hotels und Geschäften erheben oft hohe Gebühren. Bargeld brauchen Sie nur in kleineren Mengen, etwa als Trinkgeld sowie zum Bus- und Taxifahren.

Gesundheit

Schließen Sie auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung ab, Behandlungen in den USA sind teuer. Die Kosten für eine Notbehandlung müssen Sie trotzdem gleich bezahlen – am besten per Kreditkarte. Medikamente bekommen sie in der pharmacy, einfache Schmerzmittel etc. auch im drugstore. In Notfällen nennt Ihnen die Hotel-Concierge die nächste day-clinic oder ruft den Notarzt (paramedics).

Internet & WLAN

Alle Hotels stellen Internetanschluss zur Verfügung, teils gegen Gebühr. Gratis-Onlinezugang bieten Coffeeshops wie Starbucks – einfach an der Kasse fragen.

Größen & Maße

Damen: 10 = 38, 12 = 40, 14 = 42; Schuhe: 8 = 38 ½, 8 ½ = 39, 9 = 40, 10 = 41; Herren: 28 = 48, 30 = 50, 41 = 52, 43 = 54; Kragenweite: 39 = 16, 41 = 17; Schuhe: 9 ½ = 43, 10 = 44, 10 ½ = 45

Maßeinheiten: mile (1,6 km), foot (30 cm), inch (2,5 cm), gallon (3,78 l), quart (0,94 l), pound = lb (0,454 kg), ounce = oz (28,3 g)

Mietwagen (Rental Cars)

Es ist meist günstiger, Mietwagen von Europa aus zu mieten, dann sind die vor Ort teuren Versicherungen, Steuern und Gebühren bereits inklusive. Zur Anmietung genügt der nationale Führerschein. Im Falle einer Panne rufen Sie zunächst die Mietwagenfirma an.

Fast alle Hotels verfügen über kostenlose Parkplätze, praktisch ist der valet service. Sie fahren vor, übergeben Ihren Autoschlüssel an die freundlichen Jungs und nehmen ein Ticket entgegen. Bei der Abfahrt ist dann ein Trinkgeld von 2–3 $ fällig, bei Hilfe mit Gepäck 5 $.

Notruf

911 ist die kostenlose Notrufnummer. Der operator 0 leitet weiter zu Polizei, Feuerwehr oder Notarzt.

Öffentliche Verkehrsmittel

Bus: Der Doppeldecker The Deuce (24 Std.) und die schicken, klimaanlagengekühlten RTC-Busse des Strip & Downtown Express (9–24 Uhr) bringen Sie den Strip rauf und runter und bis zur Downtown. Eine Fahrt kostet 6 $ (bitte passend, kein Wechselgeld!), die Tageskarte 8 $ für das ganze RTC-Busnetz, der 3-Tages-Pass 20 $. Weitere Infos: www.rtcsnv.com

Monorail: Die umweltfreundliche elektrische Hochbahn verbindet die Kasinos auf der Ostseite des Strip und führt zum Convention Center. Fahrt $ 5, Tageskarte $ 12www.lvmonorail.com Außerdem verkehren zwei kostenlose Monorails auf der Strecke Mandalay Bay–Luxor–Excalibur und Mirage–TI.

Steuern

Preise sind immer als Nettopreise ausgezeichnet. Steuern werden erst beim Bezahlen addiert, für Hotelzimmer in Las Vegas 12 Prozent, für Waren 8,1 Prozent.

Strom

Netzspannung 110 Volt/60 Hertz. Steckdosenadapter vor der Reise besorgen!

Telefon & Handy

Ortsgespräche vom Münztelefon kosten 25–50 Cent. Die Nummern 1 800, 1 866, 1 877 und 1 888 sind innerhalb der USA gebührenfrei. Die meisten können (gegen Gebühr!) auch von Deutschland aus angewählt werden. Hotels erheben auch für die Wahl dieser Nummern häufig 1–2 $ Gebühren. Am besten fahren Sie mit einer prepaid phone card, die man sowohl in Telefonzellen als auch vom Hotel aus benutzen kann. Sie erhalten sie an Automaten sowie in Drogerien wie Walgreens oder 7-Eleven.

Die Vorwahl nach Deutschland ist 01149 (Österreich 01143, Schweiz 01141), danach Ortsvorwahl ohne 0, dann die Rufnummer. Die Vorwahl in die USA ist 001, dann area code – für Las Vegas 702 oder 725 – sowie die 7-stellige Rufnummer. Innerhalb der USA wählen Sie vor dem area code noch eine 1. Der operator 0 hilft bei allen Telefonproblemen und vermittelt R-Gespräche (collect calls).

Europäische Tri- und Quadband-Handys funktionieren auch in Las Vegas, allerdings mit 1–2 $ Roaming-Aufschlag pro Minute. Handy heißt in den USA übrigens cell phone oder mobile phone.

Trinkgeld (Tip)

In den Restaurantpreisen ist das Geld für Bedienung nicht enthalten. Der tip (oft die Haupteinnahmequelle der Kellner) beträgt 15–20 Prozent der Nettosumme (ohne Steuer). Barkeeper und Kellnerinnen in Kasinos bekommen 1–2 $ pro Drink, Gepäckträger 1–2 $ pro Gepäckstück, Zimmermädchen 1–2 $ pro Tag. Sollten Sie beim Spielen gewinnen, denken Sie an ein Trinkgeld für den dealer.

Zeitzone

In Las Vegas gilt die Pacific Standard Time, wie in Kalifornien. Es ist also 9 Stunden früher als in Mitteleuropa. Sommerzeit gilt vom zweiten Märzsonntag bis zum ersten Novembersonntag.

Zoll

Zollfrei einführen können Sie alle Gegenstände für den persönlichen Gebrauch sowie 200 Zigaretten, 1,1 l Spirituosen und Geschenke für 100 $. Die Einfuhr frischer Lebensmittel sowie von Pflanzen und Samen ist verboten. Bei der Rückkehr in die EU dürfen Sie 200 Zigaretten oder 50 Zigarren einführen, 50 ml Parfüm und andere Artikel im Gesamtwert von 430 Euro. Weitere Infos: www.zoll.de.

Stichworte

Architektur

Aus den Frühtagen blieben in Las Vegas nur entlang der Fremont und der Main Street noch einige Motels und Geschäftsgebäude erhalten. Bereits 1966 eröffnete jedoch am Strip das erste der Themenhotels, für die Las Vegas später berühmt werden sollte: das Caesars Palace, das damals unglaubliche 25 Mio. Dollar kostete und eine römische Phantasiewelt erschuf. Das nächste große Fantasy-Hotel war 1989 das Mirage, dem in den 1990er-Jahren ein Dutzend weiterer folgten mit Themen, die sich von Städten wie Paris oder Venedig inspirierten, aber auch vom Mittelalter (Excalibur) oder vom pharaonischen Ägypten (Luxor). Neu war damals auch Jon Jerdes Konzept, eine ganze Straße mit einem Baldachin zu überdachen und darauf Lichtshows (Fremont Street Experience) zu zeigen. Die Kasinoresorts des neuen Millenniums setzen auf Ultraluxus wie das Wynn oder auf stylisches Design wie das Aria oder das 4 Mrd. Dollar teure Cosmopolitan.

Las Vegas kann aber auch spannende Architektur abseits der Kasinos bieten: etwa das 2010 von Frank Gehry erbaute Lou Ruvo Center for Brain Health etwa, ein Hirnforschungszentrum, das in typischem Gehry-Design eine explodierende Fassade zeigt – der Vergleich zu außergewöhnlichen Hirnstrukturen scheint da gar nicht so abwegig. Oder gleich nebenan das klotzige World Market Center und das scheinbar in den Wüstenboden versinkende Clark County Government Center. Viele der neuen Gebäude sind zudem LEED certified, also bereits im Design ökologisch nachhaltig und für das Klima in der Wüste gebaut.

Energie & Wasser

Das schöne Wetter ist der einzige Vorteil, den Las Vegas von seiner Lage in der Wüste hat. Für die Umweltbilanz sind 40 Grad im Sommer und opulente Poollagunen ein Albtraum. Dank der ständig surrenden Klimaanlagen verbraucht ein Haushalt oder Hotelzimmer hier doppelt so viel Strom wie der Durchschnitt in den USA. Volle 20 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Großstadt werden von den Kasinos benötigt, von denen viele jeweils so viel Strom verbrauchen wie eine ganze Kleinstadt – weshalb sie oft eigene Kraftwerke im Keller haben.

Hinzu kommt der ständig zunehmende Wassermangel. Nevada stehen nur 4 Prozent des Wassers aus dem Unterlauf des Colorado River zu, der Rest geht nach Kalifornien und Arizona. In trockenen Zeiten wie seit dem Jahr 2000 wird das eng. Dazu verbraucht Las Vegas allein 850 Mio. Kilowattstunden Elektrizität, um dieses Wasser vom Lake Mead herzupumpen. Energie, die vor allem aus Kohlekraftwerken bezogen wird – sehr schlecht für die Umweltbilanz.

In den letzten Jahren hat – auch aus wirtschaftlichen Erwägungen – ein Umdenken begonnen. Längst sind die Duschköpfe in den meisten der 150 000 Hotelzimmer auf wassersparende Varianten umgerüstet. Alle neuen Gebäude und Kasinos müssen strikte Auflagen einhalten und sind sogar wie etwa das Aria als „grüne“ Gebäude zertifiziert. Und selbst in den berühmten Glitzerreklamen von Las Vegas blinken heute immer mehr energiesparende LED-Leuchten.

Investoren & Spekulanten

Howard Hughes, einer der ersten großen nichtmafiosen Geschäftsmänner, ebnete mit den Weg, dass auch Aktiengesellschaften Kasinos betreiben dürfen, ohne dass jeder Aktionär eine Lizenz vorweisen muss. Er galt als ein eigenwilliger, exzentrischer Typ mit tausend Krankheiten, der sich mit seinem Gefolge in den Luxussuiten des alten Desert Inn einquartierte und dieses kurzerhand aufkaufte, als der Besitzer ihn als Gast loswerden wollte. 1970 verließ er die Stadt, wie er gekommen war: auf einer Krankenbahre.

Kirk Kerkorian, der Sohn armenischer Einwanderer – heute einer der reichsten Männer Amerikas –, absolvierte eine unglaubliche Tellerwäscherkarriere: Nach der achten Klasse verließ er die Schule, übernahm Gelegenheitsjobs, lernte fliegen, meisterte gefährlichste Flüge für die britische Royal Air Force und machte sich in Las Vegas ab 1945 einen Namen als high roller (Spieler mit hohen Einsätzen). Offensichtlich nicht vom Pech verfolgt, blieb ihm genug Kapital, um mehrere Hotels in Las Vegas wie das MGM Grand zu bauen. Seine Firma ist auch am neuen CityCenter beteiligt.

Steve Wynn, der frühere Besitzer des Golden Nugget, ließ auf dem Strip das Mirage, Treasure Island und das Bellagio errichten. Seine bisher teuersten Luxuskasinos, das Wynn Las Vegas und das Encore, wurden 2005 und 2008 eröffnet. Er selbst kam niemals mit dem Gesetz in Konflikt, aber mehrere seiner ursprünglichen Mitarbeiter hatten Verbindungen zur amerikanischen Mafia, und seine Methoden waren nicht unbedingt die feinsten.

Kellner & Croupiers

Es gibt zwar einige Telekom-Firmen und Versicherungen in Las Vegas, die Arbeitsplätze schaffen. Doch die meisten der rund 2 Mio. Menschen im Großraum der Stadt sind von der Glücksspielindustrie abhängig: direkt als dealer in den Kasinos, als Angestellte in Hotels oder Restaurants oder indirekt als Angehörige, als Bauarbeiter oder als Lehrerin für die Kinder der Croupiers. Für sie findet das Leben in Las Vegas abseits des Strip statt wie in einem normalen Vorort irgendwo in Amerika. Die Sorgen der Spielerstadt aber müssen sie mittragen: die hohe Kriminalitätsrate ebenso wie die Anfälligkeit bei Wirtschaftskrisen, wenn die Gäste ausbleiben und Bauprojekte gestoppt werden. So geschehen in der Krise von 2008, von der sich die Stadt noch immer nicht erholt hat.

Paiute-Indianer

Bevor weiße Siedler das Land, auf dem später Las Vegas entstehen sollte, in Besitz nahmen, wurde es von den Paiute bevölkert, einem nomadischen Indianerstamm. Innerhalb weniger Jahrzehnte wurden die Paiute zu Ende des 19. Jhs. von den einwandernden Weißen vertrieben, durch Krankheit und Elend in rasantem Tempo dezimiert. Die verbliebenen Paiute leben heute im Wesentlichen vom Verkauf von Zigaretten und Zigarren, selbst geflochtenen Körben, Schmuck und anderen kunsthandwerklichen Artikeln, zu kaufen im Las Vegas Paiute Tribal Smoke Shop (1225 N Main Street). 1995 wurde Snow Mountain (10325 Nu-Wav Kaiv Blvd.), das erste Golfresort auf Paiute-Land, eröffnet.

Politik

Nevada ist politisch wie die anderen 49 US-Bundesstaaten aufgebaut: mit einem Gouverneur und der aus zwei Kammern bestehende Nevada Legislature, die in der Hauptstadt Carson City ganz im Norden Nevadas sitzen. Die Metropole Las Vegas ist etwas komplizierter, denn die eigentliche Stadt umfasst nur den alten Bezirk um die Fremont Street und nordwestlich davon. Der größte Teil des Strip mit seinen Kasinos gehört dagegen eigentlich zum Ort Paradise, der wie Las Vegas im Regierungsbezirk Clark County liegt. So gibt es noch viele weitere kleine Orte, die die Metropole ausmachen. Um diesem Verwirrspiel zu entgehen, wurden viele städtische Einrichtungen wie Polizei oder auch das Marriage Licence Office dem Bezirk Clark County zugeordnet und zentral verwaltet.

Prostitution

Auch wenn Las Vegas ein ganz anderer Ruf vorauseilt: Prostitution ist hier verboten. Natürlich heißt das keineswegs, dass es keine Prostituierten gibt. Im Gegenteil: Sie können kaum den Strip rauf- und runtergehen, ohne dass Ihnen nicht mehrmals eine Gruppe (meist illegal eingewanderter) Latinos Visitenkarten mit nackten Mädchen und ihren Telefonnummern in die Hand drückt. Zwar sollen die Karten den Eindruck einer ganz persönlichen Kontaktaufnahme machen, doch handelt es sich vielmehr um organisierte Zuhälterei.

Vorbei sind jedoch die Zeiten, wo der Portier Damen und Drogen vermittelte und dafür Prozente kassierte. Mitte der 1980er-Jahre hoben Polizei und Staatsanwaltschaft dieses Kuppelsystem aus den Angeln. Seither herrschen die Regeln des freien (verdeckten) Markts. Bordelle aus dem Umkreis versuchen, die Marktlücke zu füllen, und schicken Limousinen in die Stadt, um ihre Kundschaft abzuholen. Denn außerhalb von Clark County ist Prostitution nicht verboten.

The Rat Pack

Sie waren Männer in ihren 30er- und 40er-Jahren und benahmen sich wie wild gewordene Teenager, machten die Nächte durch mit Alkohol und immer anderen Frauen. Doch stets sahen die Jungs – Frank Sinatra, Sammy Davis jr., Dean Martin, Peters Lawford und Joey Bishop – dabei aus wie aus dem Ei gepellt: gestärkte weiße Kragen, maßgeschneiderte Anzüge, feinstes Eau de Cologne und nicht zu vergessen: die Hüte.

Im Sands, das für den Bau des Venetian abgerissen wurde, begeisterte das Rat Pack ab 1959 allabendlich das Publikum – bis 1967 ein Streit zwischen Sinatra und dem Kasinoboss die Ära beendete. Die Musiker waren sogar John F. Kennedy eng verbunden. In einer Zeit der sozialen Erstarrung und des politischen Konservativismus brachten sie Leben in die Bude und wurden so zu einer Legende – so sehr, dass heute Nostalgieshows in Las Vegas ihre Ära nacherzählen.

Schwarzes Vegas

Musiker wie Louis Armstrong, Nat King Cole und Sammy Davis jr. gehörten in den 1940er- und 1950er-Jahren zu den beliebtesten Entertainern in Las Vegas. Die Showbühnen mussten sie jedoch durch die Hintertür betreten – weil sie schwarz waren. Sie bekamen Pappbecher statt richtiger Gläser, durften sich in den Kasinos und Restaurants nicht frei bewegen oder gar in den Hotels auf dem Strip übernachten. 1955 eröffnete das Moulin Rouge, das erste vorwiegend schwarze Hotelkasino. Es war sofort ein voller Erfolg, seine Shows waren bestens besucht. Und trotzdem stellte es nach nur fünf Monaten den Betrieb ein. Warum ist bis heute nicht geklärt. Vermutet wird, dass Kasinobetreiber vom Strip und aus Downtown mit Druck und Verlockungen nachgeholfen haben. Trotz des frühen Endes trugen das Moulin Rouge und seine Stargäste zur Emanzipation der Schwarzen in Las Vegas bei und wurden ein Teil der damals aufkeimenden Bürgerrechtsbewegung in den USA.

Sicherheit

Spätestens seit den Filmen der Serie Ocean's Eleven weiß die Welt, dass viel Geld in Las Vegas lagert und dort große Dinger gedreht werden. Aber die Realität ist anders, zumindest für die Besucher. Dank des vielen herumliegenden Gelds sind auch die Sicherheitsvorkehrungen in den Kasinos sehr hoch und ausgefeilt. Überall hängen deshalb Kameras und stehen security officers, die auf dem Gelände der Kasinos das Hausrecht haben. Hier darf man sich sicher fühlen. Dennoch, Las Vegas zählt zu den US-Metropolen mit den höchsten Verbrechensraten – rund 10000 Gewaltverbrechen werden in der Stadt alljährlich begangen. Verbreiteter Alkoholismus, Spielsucht, Prostitution und Drogenkonsum sind die Faktoren, die die Kriminalstatistik nach oben treiben.

Als Besucher werden Sie hoffentlich mit diesen dunklen Seiten von Las Vegas nicht in Berührung kommen – solange Sie die Regeln beachten. In den belebten Touristenvierteln am Strip und in Downtown halten sich die Gefahren in Grenzen. Die größten Probleme stellen hier nicht Morde oder Raubüberfälle dar, sondern Autodiebstähle und Drogenkriminalität. Also: Lassen Sie nichts im Auto liegen, laufen Sie nicht spätnachts durch dunkle Seitenstraßen, und halten Sie sich fern von Drogen und käuflichen Damen.

Bloss nicht

Die Stadt verlassen, ohne gespielt zu haben

Sie müssen ja nicht gleich zum high roller werden, aber in Las Vegas durch die Kasinos zu gehen und nicht zu spielen, macht nur halb so viel Spaß. Und: Wenn das alle tun würden, gäbe es Las Vegas nicht.

Einen Tisch erobern

Stürmen Sie im Restaurant nicht gleich auf den nächstbesten Tisch zu. Warten Sie am Eingang auf die Hostess, die Ihnen einen Platz zuweisen wird. Aber fragen Sie ruhig, wenn Sie lieber woanders sitzen würden.

Ohne Pullover reisen

Man glaubt es nicht, aber gerade im Hochsommer dürfen Sie zum Bummeln Pullover oder Jacke nicht vergessen. In den Riesenkasinos wie etwa dem Venetian herrschen dann polare Temperaturen – und nach zwei Tagen haben Sie eine Erkältung.

Das Handy einschalten

Spieler-Etikette: Absolut tabu ist es, das Handy am Spieltisch klingeln zu lassen – oder sogar noch zu antworten.

Den Ausweis vergessen

Alkohol trinken und spielen ist erst ab 21 erlaubt. Kinder und Jugendliche unter 18 dürfen sich nicht einmal im Kasino aufhalten. Wer noch nicht 18 ist, muss nach 21 Uhr auf dem Strip in Begleitung eines Erwachsenen sein (abseits vom Strip nach 22 Uhr). Manche Bars verlangen grundsätzlich einen Ausweis.

Leichtsinnig sein

Auf dem Strip und in der Fremont Street Experience haben Sie nichts zu befürchten. Aber lustwandeln Sie nicht nachts allein durch abgelegene Straßen. Gehen Sie zu zweit oder in Gruppen, wenn Sie die belebten Gegenden verlassen, oder nehmen Sie ein Taxi.

Profis stören

Dealer sind sehr hilfsbereit und weihen Unwissende gern in die Regeln und Geheimnisse des Spielens ein. Aber stellen Sie lieber keine Anfängerfragen an einem mit angespannt schwitzenden high rollers bepackten Spieltisch.

Verdursten

Nehmen Sie unbedingt ausreichend Trinkwasser mit, wenn Sie einen Ausflug in die Umgebung machen. Besonders im Sommer wird es so heiß, dass man sehr schnell ohne ausreichende Flüssigkeitszufuhr dehydriert.

Alkohol auf der Straße trinken

Trinken auf der Straße ist in Amerika strikt verboten – Alkohol muss immer verpackt sein (meist in einer braunen Papiertüte). Ausnahme ist Las Vegas: Am Strip und in Downtown darf man ganz offen ein kaltes Bier zischen.

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