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Reiseführer
Düsseldorf

MARCO POLO Reiseführer

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Eine lebendige Kunstszene mit zahlreichen Galerien und Museen, eine wunderbar lange Promenade am Rheinufer, eine hohe Dichte an Kneipen, Cafés und Restaurants, quirlige Stadtviertel mit jeweils eigenem Charakter und Einkaufsmöglichkeiten für jeden Geldbeutel: Düsseldorf hat eine Menge zu bieten. Entdecke die spannenden Facetten der wohl schönsten Stadt am Rhein!

Rheinisches Savoir-Vivre

„C’est petit Paris!“, soll Napoleon Bonaparte beim Anblick Düsseldorfs ausgerufen haben. Historisch belegt ist das zwar nicht, aber was macht das schon? Die Düsseldorfer lieben ihre Stadt und zitieren das Bonmot nur zu gern. Kein Wunder: Düsseldorf ist großstädtisch, aber überschaubar, dynamisch, aber nicht hektisch und verweist in Umfragen zur Lebensqualität regelmäßig auch internationale Metropolen auf die hinteren Plätze. Die Qualitäten Düsseldorfs liegen dabei gar nicht so sehr in Prachtgebäuden oder historisch bedeutenden Orten. Es ist vielmehr das Lebensgefühl, das sich überall in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt bemerkbar macht.

Ansteckend fröhlich

Die Atmosphäre ist eindeutig rheinischer Art. Das heißt, man hat es gern locker, nimmt vieles nicht so genau, achtet darauf, es sich gut gehen zu lassen, und ist vor allem von einer Sache absolut überzeugt: Schöner als in dieser Stadt kann es nirgendwo sein. Dieses unzerstörbare Selbstbewusstsein äußert sich gern mal in Angebereien, in einer gewissen großtuerischen Art. Davon sollte man sich nicht beeindrucken lassen. Das ist oft gar nicht so ernst gemeint, bietet aber Gesprächsstoff und erleichtert die Kontaktaufnahme zu den Düsseldorfern. Manche werden das spezielle Savoir-vivre (und ja, auch die Neigung zur Großspurigkeit) mögen, andere mag es auf den ersten Blick eher abschrecken. Doch hinter der nicht selten übertriebenen Selbstdarstellung verbirgt sich meist ein ausgeprägter Sinn für Humor und eine geradezu ansteckende rheinische Fröhlichkeit. Diese warmherzige Lebensfreude schlägt sich im Feiern, Geldausgeben und in großen Auftritten nieder – im „Spaß an der Freud’“ eben, wie der Wahlspruch der Düsseldorfer lautet.

Geschichte

  • 1288

    Verleihung der Stadtrechte

  • 1679–1719

    Kulturelle und wirtschaftliche Blüte unter Jan Wellem (Kurfürst Johann Wilhelm II. von Pfalz-Neuburg)

  • 13.Dez. 1797

    Geburt Heinrich Heines in der Bolkerstraße 53

  • 1802–1804

    Anlegung der heutigen Königsallee

  • 1882

    Düsseldorf wird Großstadt (100 000 Ew.)

  • 1942–1945

    Im Zweiten Weltkrieg wird rund die Hälfte der Stadt zerstört

  • 1946

    Düsseldorf wird Hauptstadt des neu gegründeten Bundeslands Nordrhein-Westfalen

  • 1965

    Die Stadt wird Universitätsstadt

  • 2016

    Eröffnung der Wehrhahn- Linie nach fast zehn Jahren Bauzeit (und 843.Mio Euro Ausgaben)

  • 2021

    Fertigstellung des stadtplanerischen Großprojekts „Kö-Bogen“

  • 2024

    Düsseldorf ist einer der Austragungsorte der Fußball-EM der Männer

Geldausgeben leicht gemacht

Nicht zuletzt die Mode- und Kosmetikbranche profitiert von der Liebe der Düsseldorfer zu den schönen Dingen im Leben. Internationale Marken wie C&A, L’Oréal oder Shiseido haben hier ihren Hauptsitz. In den vielen Showrooms entlang der Kaiserswerther Straße präsentieren Designer und Marken wie Windsor oder Versace ihre exklusiven Kollektionen. Und wer hier nicht fündig wird, kann natürlich auch bei den Luxuslabels auf der Königsallee seine Kreditkarte zücken. So oder so: Düsseldorf ist eine Beauty- und Fashionstadt – auch wegen der mehrmals jährlich stattfindenden Messen.

Die fünfte Jahreszeit

Eines der wichtigsten Events ist in Düsseldorf natürlich der Karneval: Ende Februar/ Anfang März steht die Stadt für ein langes Wochenende Kopf. Von Altweiberfastnacht (Karnevalsdonnerstag) bis zum nächsten Dienstag werden Unmengen von Altbier getrunken, und die Jecken feiern und tanzen auf den Straßen sowie in den Kneipen – in (mehr oder weniger) originellen Kostümen, mit Luftschlangen und Konfetti. Höhepunkt ist der Rosenmontag mit dem großen Karnevalszug durch die Innenstadt. Neben Bützen und Bier geht es hier auch ganz schön bissig zu: Die satirischen Mottowagen des Düsseldorfer Künstlers Jacques Tilly greifen auf bitterböse Art aktuelle politische und gesellschaftliche Themen auf und werden jedes Jahr mit Spannung erwartet. Derb, direkt und doch immer mit einem Augenzwinkern – typisch rheinisch eben.

Frischluftfans

Die Rheinländer zieht es generell ins Freie, und die Düsseldorfer bilden da keine Ausnahme. Da gibt es an jedem Wochenende das Schaulaufen der Inlineskater am Rhein (wo sich im Übrigen alle zeigen, die gesehen werden möchten). Frankreichfest, Jazz-Rally und Düsseldorf Festival bringen Zigtausende auf die Beine. Und im Juli verwandeln die Bierzelte und Hightechkarussells der größten Kirmes am Rhein die Oberkasseler Uferwiesen in einen einzigen Vergnügungspark. Was die Düsseldorfer eigentlich ja gar nicht brauchen, schließlich drängen sich in der Altstadt unzählige Kneipen und Bars auf relativ kleinem Raum und bieten für jeden Geschmack etwas. Traditionelle Brauhäuser neben Studentenkneipen und Cocktailbars, Hähnchengrills, Pizzerien und Diskotheken, Irish Pubs und Intellektuellentreffs – willkommen an der „längsten Theke der Welt“!

Vom Dorf zur Großstadt 

Fast so schmerzhaft wie das Kopfweh am Tag nach einer Kneipentour ist das Verhältnis zur Nachbarstadt Köln, der ewigen Konkurrentin. Auch dass Düsseldorf im Jahr 1288 eine Stadt wurde, hängt mit Köln zusammen: Weil die Düsseldorfer wacker in der Schlacht bei Köln-Worringen mitgekämpft hatten, erhob der Graf von Berg zum Dank den günstig zwischen dem Rhein und der Ost-West-Handelsstraße gelegenen Ort zur Stadt. Das änderte aber nichts, Düsseldorf blieb ein winziges, verschlafenes Dorf. Bis der sogenannte zweite Stadtgründer, Herzog Wilhelm von Berg, Ende des 14.Jhs. für das Nest einen großen Reliquienschatz anschaffte und Düsseldorf so einen Platz im Kreis der sieben wichtigsten Wallfahrtsorte des Rheinlands sicherte. Neben der Ehre bedeutete das auch eine sprudelnde Einkommensquelle für Gastwirte, Herbergsleute und manch anderes Gewerbe.

Eine kontinuierliche Entwicklung als fürstliche Hauptstadt war Düsseldorf dennoch nicht beschieden: Es blieb klein und eher unbedeutend. Als die Preußen an den Rhein kamen, lebten in Düsseldorf gerade einmal 20 000 Menschen, Handel und Gewerbe waren alles andere als blühend. Für das Selbstbewusstsein der Bürger ist darum auch Düsseldorfs heutige Rolle als Hauptstadt des Landes Nordrhein- Westfalen nicht zu unterschätzen. Im Alltag wird zwar wenig Aufhebens darum gemacht – ein Fingerzeig auf das Landtagsgebäude am Rhein ist aber gerade im ewigen Vergleich mit der Nachbarstadt Köln ein gern ausgespielter Trumpf.

Nächster Halt: Kunst und Kultur

Mit mehr als 20 Museen und über 100 Galerien besitzt Düsseldorf eine lebendige und international renommierte Kulturszene. Klar, dass die Kunst auch im Stadtbild überall präsent ist. Joseph Beuys allerdings – 1961 bis 1972 Professor an der Kunstakademie – wurde noch bis heute kein Denkmal gesetzt. Nur sein berühmter Filzhut ist im Stadterhebungsmonument verewigt. Ein absoluter Hingucker (und Hinhörer) sind die 2016 eröffneten sechs U-Bahnhöfe, die Düsseldorfs Ruf als Kunststadt alle Ehre machen. Jeder Bahnhof ist eine Attraktion für sich, gestaltet von namhaften Künstlern, die alle an der Kunstakademie studierten. Da lohnt sich eine Fahrt mit Ausstieg an jeder Haltestelle.

Grüße aus Japan

Besucher aus der ganzen Welt kommen aber nicht nur wegen der Kunst, sondern vor allem auch wegen der Messen, die zu Düsseldorf gehören wie zu anderen Städten ein Dom. Dutzende Messen mit bis zu 1 Mio. Besuchern pro Jahr spülen ordentlich Geld in die Stadtkasse, sind allerdings für die Einheimischen nicht immer ganz einfach zu verkraften. Seine Hauptrolle spielt Düsseldorf heute als bedeutendes internationales Handelszentrum und wichtiger Außenhandelsplatz der Bundesrepublik. Auch deshalb ist hier die mit über 400 Firmen nach London und Paris drittgrößte japanische Gemeinde in Europa heimisch geworden.

Da ein gutes Image für die vielen Unternehmen und Institutionen lebenswichtig ist, herrschen hier auch beste Bedingungen für die Werbebranche. Am Rand des Industriehafens ist (nicht nur) für die kreativen Marketinggurus ein Viertel entstanden, in dem namhafte Architekten einander mit ihren avantgardistischen Bauwerken überbieten: das Medienviertel. Fernsehsender, Filmfirmen und Galerien teilen sich den Kiez mit angesagten Bars und einigen der besten Restaurants der Stadt.

Heimathafen

Die hin und wieder von den Straßenlaternen kreischenden Möwen erinnern einen daran, dass Düsseldorf nicht zuletzt auch eine Hafenstadt ist: Die Neuss-Düsseldorfer Häfen bilden tatsächlich den drittgrößten Binnenhafen Deutschlands und damit einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor. Der Rhein spielt auch für das Heimatgefühl der Düsseldorfer eine herausragende Rolle, die Rheinuferpromenade ist einer ihrer Lieblingsplätze. Entweder setzt man sich in eines der vielen Cafés oder in eine der Kneipen, die in die ehemaligen Kasematten eingezogen sind, schaut sich an, wer so alles vorbeikommt, und staunt über die großen Containerschiffe, die Richtung Schweiz oder Holland ziehen. Oder man bummelt bis zum Medienhafen und lässt sich auf der Living Bridge nieder, die die Promenade am Handelshafen mit der ersten Landzunge der Speditionsstraße verbindet. Wieder andere genießen den Blick vom „Balkon am Wasser“, der auf der ehemaligen Kranbahn an der Speditionsstraße entstanden ist. Denn genau darin liegt der große Charme der Stadt: In Düsseldorf genießt man das Hier und Jetzt in vollen Zügen und ist immer offen für Neues und für Fremde – die hier meist nicht lange Fremde bleiben.

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MARCO POLO Reiseführer
Düsseldorf

Buch, 15. Auflage · 15.95 €

Urlaub in der schönsten Stadt am Rhein mit dem MARCO POLO Reiseführer Düsseldorf „C’est petit Paris!“, soll Napoleon einst beim Anblick Düsseldorfs ausgerufen haben. Historisch belegt ist das zwar nicht, aber die Düsseldorfer lieben ihre Stadt und zitieren das Bonmot nur allzu gern. Kein Wunder: Düsseldorf ist großstädtisch, aber überschaubar, dynamisch, ohne hektisch zu sein, und versprüht ein Lebensgefühl, wie es wohl nur die Rheinländer können. Lass dich davon begeistern und entdecke die Stadt mit dem MARCO POLO Reiseführer Düsseldorf!

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