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Reiseführer
Dublin

MARCO POLO Reiseführer

Dublin

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James Joyce bezeichnete Dublin einmal als „die Sau, die ihre Ferkel frisst“. Dem Schriftsteller war seine Heimatstadt zu eng, zu katholisch, sodass er wegzog, zuerst nach Paris, später nach Zürich, wo er auch begraben ist. Mit seinem monumentalen Roman Ulysses hat er Dublin dennoch ein literarisches Denkmal gesetzt, wie es keine andere Stadt für sich beanspruchen kann.

Ihr Geheimnis: Authentizität

Dublin ist ein Phänomen: Die Stadt ist laut, sie ist hektisch und gezeichnet von langen Staus und zäh fließendem Verkehr. Dublin ist auch einer der besten Orte für ausgelassene Feiern und hemmungslose Junggesellenabschiede. Und zugleich waren hier einige der größten Dichter und Denker zu Haus, die zumindest zum Teil ein deutlich beschaulicheres Leben gelebt haben. Wohl niemals würde irgendjemand behaupten, Dublin sei sauber – Passanten müssen oft genug genau hinschauen, wohin sie treten. Die Menschen, die hier leben, bestechen nicht unbedingt auf den ersten Blick durch Herzlichkeit, dafür oft genug durch etwas typisch Knorriges. Warum nur mag trotzdem jeder diese Stadt? Wohl, weil sie so authentisch ist. Authentischer als es andere Hauptstädte je sein könnten. Ihr Name geht zurück auf das gälische Dubh-linn: „schwarzer Pfuhl“ und bezeichnet ein Becken mit dunklem Wasser, das sich am Zusammenfluss der Liffey und des heute unterirdischen Flusses Poddle gebildet hatte, wo der historische Stadtkern wuchs.

Perfekt für Fussgänger

Die dunklen Zeiten, die viele Schriftsteller und Künstler ins Ausland vertrieben haben, sind längst vorbei. Heute ist die irische Haupstadt, in der gut 550 000 Menschen leben, mit dem näheren Umland sogar gut eine Million, eine weltoffene, moderne Metropole, die Einheimischen, Einwanderern und Besuchern viel zu bieten hat.

Geschichte

  • 841

    Die Wikinger gründen mit Dyflin das heutige Dublin

  • 1592

    Elisabeth I. lässt das Trinity College bauen

  • 1778

    Arthur Guinness braut in Dublin sein erstes Bier

  • 1916

    Der Osteraufstand wird blutig niedergeschlagen

  • 1921

    Nach zwei Jahren Bürgerkrieg wird Irland Unabhängigkeit eingeräumt. Nordirland bleibt unter britischer Herrschaft

  • 1922

    James Joyces Meisterwerk „Ulysses“ erscheint

  • 1949

    Irland wird zur vollständig unabhängigen Republik

  • 1976

    Der 14-jährige Larry Mullen gründet in einem Dubliner Vorort eine Band: U2

  • 1990

    Auftakt zum keltischen Wirtschaftswunder, in dessen Folge Dublins Infrastruktur erneuert wird

  • 2008

    Finanzkrise – aus dem keltischen Tiger wird ein Fall für den Rettungsfonds der EU

  • 2024

    Dublin ist Austragungsort für das Endspiel der UEFA Europa League

Dublin ist so kompakt, dass Besucher kein Auto benötigen – erst recht nicht, seitdem vor Jahren eine neue Straßenbahn gebaut wurde. Fast alles lässt sich bequem zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln erkunden: das Trinity College und seine überwältigende Bibliothek mit dem Book of Kells; das Nationalmuseum mit dem „Gold der Kelten“; die georgianischen Plätze im vornehmen Süden; die wuchtigen Gemäuer der Zentralbank und des Schlosses; die Hauptpost in der O’Connell Street, Dublins Prachtstraße, wo die Rebellen 1916 die Republik ausriefen; die St Patrick’s Cathedral, wo Jonathan Swift Dekan war, dieser bissige irische Satiriker, der zu Unrecht den allermeisten nur für seinen Gulliver bekannt ist.

Eine junge Stadt mit Biergeruch

Wer das andere Dublin kennenlernen will, muss in die Liberties gehen. In dem ältesten Arbeiterviertel Dublins gibt es viele Antiquitätenläden und kleine Geschäfte, in denen aller möglicher Krimskrams verkauft wird. Über den kleinen Straßen in den Liberties, deren Häuser viele Freiheitskämpfer beherbergt haben, hängt der Geruch von Guinness, der von der nahe gelegenen Brauerei herübergeweht wird. Dublin ist eine junge Stadt, fast ein Drittel der Bevölkerung ist unter 25 Jahren. Das macht sich in der Atmosphäre und im Rhythmus der Stadt bemerkbar. Neben den alten Pubs gibt es moderne Bars und Clubs, vor allem im Vergnügungsviertel Temple Bar, wo die Nacht schillert, bis der Morgen graut. Das alte Viertel zwischen Liffey und Dame Street mit seinen engen, kopfsteingepflasterten Gassen sollte eigentlich einem Busbahnhof weichen, doch dann wurde viel Geld investiert, die heruntergekommenen Häuser wurden renoviert, die Brachflächen bebaut.

Einwanderer aus der ganzen Welt

Dublin ist kosmopolitisch geworden. Die Einwanderer und ihre exotischen Läden prägen das Stadtbild, vor allem im Viertel um die Parnell Street. Auf wenigen hundert Metern gibt es hier ein Dutzend vergleichsweise preiswerte chinesische Restaurants. In der Moore Street, einer Seitenstraße der Parnell Street, liegen das alte und das neue Dublin ganz dicht beieinander. Auf der Straße, die für Autos gesperrt ist, verkaufen die Gemüsehändlerinnen mit dem schärfsten Mundwerk Irlands an hölzernen Ständen ihre Ware, wie sie es schon seit Jahrzehnten tun. Doch die Ladenzeilen sind fest in ausländischer Hand: Es gibt nigerianische und chinesische Cafés, ein Friseurgeschäft mit Haarteilen für afrikanische Frauen, einen karibischen Supermarkt. Viele Einwanderer blieben auch nach dem wirtschaftlichen Absturz, der dazu führte, dass Irland 2008 die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds um Hilfe bitten und im Gegenzug drastische Sparmaßnahmen ergreifen musste. Fünf Jahre später ging es wieder aufwärts. Irlands Boom hat vor allem in Dublin seine Spuren hinterlassen. Auf den Brachflächen der Innenstadt entstanden moderne Gebäudekomplexe, etwa in Smithfield, früher das Kleine-Leute-Viertel mit schmalen Gassen und Backsteinhäuschen. Der Platz bekam ein neues Kopfsteinpflaster und moderne Bogenlampen, und auf dem riesigen Gelände einer ehemaligen Whiskey-Brennerei entstand eine neue Welt: Smithfield Village mit Luxushotel, Einkaufspassage, Thai-Restaurant und 200 Apartments. Oder die Liffey: Jahrzehntelang hatte man den Fluss vernachlässigt, wurde er als Müllkippe missbraucht, die Gebäude an den Ufern verkamen, die Menschen zogen weg. Nun legte man eine Uferpromenade an und baute einen hölzernen Walkway über den Fluss, zum Nationalfeiertag am 17.März wird auf der Liffey ein Feuerwerk abgebrannt. Und im Hafen entstanden im Rahmen des größten Entwicklungsplans in der irischen Geschichte Wohnungen, Hotels, Parks, ein Konferenzkomplex und ein Einkaufszentrum – die Docklands.

Der höchste Obelisk Europas

Herz der Metropole ist und bleibt die Gegend um die mehr als 400 Jahre alte Universität, Trinity College, das schicke Einkaufsviertel um die Grafton Street und das Regierungsviertel um Merrion Square und St Stephen’s Green, deren schöne Grünanlagen wie geschaffen sind für eine Verschnaufpause. Noch mehr Platz bietet der Phoenix Park, nordwestlich des Zentrums, Europas weitläufigster Stadtpark. Neben dem Haupteingang steht der höchste Obelisk Europas, er ist 62 m hoch und wurde 1817 zu Ehren des Herzogs von Wellington errichtet, der zwei Jahre zuvor Napoleon besiegt hatte. Fertiggestellt wurde der Obelisk allerdings erst über vierzig Jahre später, da war Wellington längst tot. Den Bauherren war das Geld ausgegangen, sie sollen 1820 deshalb im Sockel des Obelisken ein opulentes Dinner für zahlungskräftige Wellington-Fans ausgerichtet haben. Nach dem Mahl wurde das Gewölbe wieder zugemauert. Man soll erst Wochen später bemerkt haben, dass ein armer betrunkener Butler seit dem Dinner verschwunden war ... Geschichten wie diese mögen die Dubliner, sie machen z. B. langweilige Obelisken etwas interessanter. Wer sich für Geschichten im Allgemeinen und Literatur im Besonderen interessiert, dem wird Dublin wie ein Paradies vorkommen. In Museen, Theatern und am Bloomsday, dem jährlichen James-Joyce-Festtag am 16.Juni, der längst zu einer Festwoche ausgedehnt worden ist, feiert Dublin seine Schriftsteller, von denen immerhin drei den Literaturnobelpreis gewonnen haben: William Butler Yeats, George Bernard Shaw und Samuel Beckett. Ein vierter, Seamus Heaney, hatte Dublin zu seiner Wahlheimat gemacht. Man hat den Schriftstellern mit dem Writers Museum ein Denkmal gesetzt. Die Freude der Iren am Erzählen kommt aber auch in den Pubs zum Ausdruck. Spätestens dort erfährst du, dass Pub und Kultur keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen und eine Reise nach Dublin erst richtig abrunden.

Wikinger, Kelten & englische Könige 

Die Dubliner haben lange Erfahrungen mit wirtschaftlichen und politischen Umbrüchen. Ohne die Wikinger gäbe es Dublin nicht. Die gründeten um 841 die Siedlung an der Liffey, wurden 1014 vom irischen Hochkönig Brian Boru besiegt und verschmolzen mit der keltischen Bevölkerung. Ab Ende des 12.Jhs. versuchten die englischen Könige von Dublin Castle aus, ganz Irland zu unterwerfen, was aber erst nach der Reformation gelang. Damit begann die jahrhundertelange protestantische Herrschaft über das mehrheitlich katholische Land.

Geschichtsstunde in Kilmainham Gaol 

Ende des 17.Jhs. wichen die engen, armen Gassen breiten Alleen und repräsentativen Plätzen mit eleganten Häuserreihen im georgianischen Stil, wie zum Beispiel am Merrion Square, dessen bunte Haustüren typisch für diese Epoche sind. Für Dublin brach eine Zeit des Friedens und Wohlstands an. Doch nach der Auflösung des irischen Parlaments 1801 verlor Dublin seine politische und gesellschaftliche Bedeutung. Eine Rebellion nach der anderen wurde von den Engländern blutig niedergeschlagen. Auch der Osteraufstand von 1916 scheiterte nach fünf Tagen, die Rebellen, die sich im Hauptpostamt auf der O’Connell Street verschanzt hatten, gaben auf. Doch nach den brutalen Hinrichtungen der Anführer schlug die Stimmung um. Der folgende zweijährige Unabhängigkeitskrieg endete mit der Teilung der Insel. Dublin wurde mit der Gründung des irischen Freistaats 1921 Hauptstadt und Regierungssitz. Einen Schnellkursus in irischer Geschichte bietet das Kilmainham Gaol, wo die Osteraufständischen hingerichtet wurden. 1960 begannen Freiwillige, das verfallene Gemäuer zu restaurieren. Heute ist es ein Nationaldenkmal.

Und das Wetter

Ein Sprichwort besagt, dass die Iren zwei Tage im Jahr besonders genießen: Weihnachten und den Sommer. Das ist natürlich nur ein Vorurteil, Generationen von Urlaubern sind aus Irland sonnengebräunt nach Hause zurückgekehrt – es ist reine Glückssache.

Aktuelles Wetter

4h/Tag (März)
51Sonnenstd. Jahr
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10°C
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Juni
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Wetter in Dublin

Wissenswertes

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MARCO POLO Reiseführer
Dublin

Buch, 8. Auflage · 15.95 €

Von Whiskey bis St. Patricks Day: Mit dem MARCO POLO Reiseführer durch Dublin Dublin ist der beste Ort für ausgelassene Feiern und feuchtfröhliche Partynächte. Gleichzeitig waren hier einige der größten Dichter und Denker zuhause und die Altstadt atmet förmlich Geschichte. Erkunde das Herz Irlands mit dem MARCO POLO Reiseführer Dublin und hol dir die besten Tipps für deinen Traumurlaub!

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  • Auf alles vorbereitet mit den MARCO POLO Best-of-Tipps für trübe Tage, Urlaub mit Kindern und Low-Budget-Unternehmungen
  • Alle Highlight-Karten und Stadtpläne komplett überarbeitet

Auf den Spuren von Leopold Bloom mit den MARCO POLO Insider-Tipps

James Joyce hat seiner Heimatstadt ein literarisches Denkmal gesetzt: Begib dich auf die Spuren des Protagonisten Leopold Bloom und entdecke die Schauplätze des Romanklassikers „Ulysses“: Besuche den Wehrturm von Sandycove, geh dir in Sweny’s Pharmacy ein Stück Zitronenseife kaufen und stärke dich zwischendurch mit Gorgonzola-Sandwich und Burgunder im Davy Byrne’s. Blooms Haus in der Eccles Street kannst du zwar nicht mehr fotografieren, aber an seine Tür im Joyce-Centre klopfen. Egal ob am Bloomsday oder zu jeder anderen Zeit im Jahr: Lass dich vom Trubel der irischen Metropole anstecken und erlebe einen unvergesslichen Urlaub mit dem MARCO POLO Reiseführer Dublin!

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Dublin in Buch & Film

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Die CommitmentsKlassiker der irischen Musikszene nach dem Roman von Roddy Doyle: Ein junger Arbeitsloser versucht, eine Soulband in Dublin aufzubauen und erlebt dabei allerlei Tiefschläge. Starker Soundtrack und viele Filmlocations in Dublin. (1991)
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