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Ob Picknick am Berg, Sundowner am Strand, Kulturtempel oder coole Kneipe, Sightseeing oder Shopping: In Barcelona wird dir garantiert nicht langweilig. Auch wenn jeder ständig etwas vorhat, bleibt immer Zeit für einen Espresso oder Drink – mediterrane Gelassenheit pur. Cafés und Bars gibt es an jeder Ecke, dazu spannende Museen und abgefahrene Locations, die sich manchmal hinter meterdicken mittelalterlichen Mauern verstecken.
Mittelalter trifft Hypermoderne
Beim Landeanflug bekommst du schon mal einen guten Überblick über die Trendmetropole. Was von oben aussieht wie ein aufgelöstes dunkles Riesenknäuel, ist das Gotische Viertel mit seinen verwinkelten Gassen. Dort sind die Straßen so eng, dass oft nur ein schmaler Streifen Licht hineinfällt – wenn überhaupt. Abseits der Touristenströme kannst du noch geheimnisvolle Ecken und Winkel entdecken: Mittelalter pur! Nur Neapel hat eine größere Altstadt. Gleich nebenan das scharf gestochene Straßenraster des Jugendstilviertels Eixample, das an ein Schachbrett erinnert. Zwischendrin schrauben sich hypermoderne Turmbauten in den Himmel.
Schönes Durcheinander
Im Gewusel der Altstadt dringen womöglich klassische Gitarrenklänge oder sanfter Jazz an dein Ohr: Vor allem um die Kathedrale herum postieren sich oft wirklich gute Musiker, egal ob sie nun Klassik oder Pop spielen. Historisches und Aktuelles liegen auch sonst in der Barri Gòtic friedlich nebeneinander: Reste römischer Ruinen neben hippen Concept-Stores, winzige Krimskramsläden neben angesagten Modeshops. Überhaupt, die Katalanen kennen sich aus mit Widersprüchen. Das war schon so, als sich die reichen Bürger Barcelonas eines der prächtigsten Jugendstilviertel der Welt bauen ließen. Die feine Gesellschaft wollte zeigen, was sie hatte, die Häuser konnten nicht schön und verschnörkelt genug sein. Dabei lebten die Reichen hinter ihren Prachtfassaden eher sparsam bis geizig, behaupten böse Zungen. Bis heute erzählen sich die Spanier gern Katalanenwitze. Einer der bekanntesten geht so: „Wie wurde der Draht erfunden? Zwei Katalanen finden einen Cent, und jeder zieht an einem Ende.“ Was auch immer dran ist am Klischee der knausrigen Katalanen – wenn es um das Image ihrer Hauptstadt geht, lassen sie sich nicht lumpen. Ob Architektur, Design und Fashion oder Kunst und Kultur – da wird in Barcelona nicht gekleckert, sondern geklotzt!
Geschichte
10 v. Chr.
Unter Kaiser Augustus entsteht das römische Barcino
ca. 400–800
Die Mauren lösen die Westgoten als Herrscher ab
ab 801
Karl der Große vertreibt die Mauren und richtet die Spanische Mark ein
878
Wilfried der Haarige gründet die Grafschaft Barcelona
1137
Union mit Aragón: Beginn des Goldenen Zeitalters
1347–1700
Bau der Kathedrale von Barcelona
1714
Bourbonenkönig Phillip V. erobert die Stadt
1741
Barcelona wird erste Industriestadt Spaniens
1859
Bau des Schachbrettviertels Eixample beginnt
1888
Mit der Weltausstellung startet der Modernisme
1979
Autonomiestatut für Katalonien
2017
Verfassungskrise infolge des illegalen Unabhängigkeitsreferendums
2026
geplante Fertigstellung des Hauptturms der Sagrada Família
Barcelona erfindet sich neu - immer wieder
An kreativer Energie hat es der Mittelmeermetropole nie gefehlt. Die Stadt erfindet sich ständig neu und nutzt dazu gerne Großereignisse aller Art. Das war schon so mit der Weltausstellung von 1888, die die Stadt aus ihrem Dornröschenschlaf rüttelte und den Aufbruch einläutete in eine neue Zeit im Zeichen des aufblühenden Jugendstils. Für die große Show richtete man das Terrain um den Ciutadella-Park her. 1929 wurde die Stadt im Zuge der zweiten Weltausstellung wieder völlig umgekrempelt – diesmal wurde der Montjuïc erschlossen.
Die Olympischen Spiele von 1992 schließlich bescherten Barcelona noch einmaleine ganz neue Stadt: Die deprimierenden Hinterlassenschaften von 40Jahren Diktatur wurden beseitigt, die runderneuerte Mittelmeermetropolemauserte sich zu einem Mekka für Architekten, Stadtplaner und Touristen. Zuden populärsten Errungenschaften gehört der kilometerlange Sand- und Badestrand.Nicht nur am Wochenende flanieren, joggen, radeln oder skaten dieBarcelonesen über die palmenbestandene Promenade und gönnen sich einePaella mit Meerblick.
Ein Hightechviertel macht von sich reden
Nördlich des Olympischen Dorfs liegt das Viertel Poblenou, das sich mit seinem kleinstädtischen Charme zum Lieblingsspot von hippen Großstädtern und jungen Familien wandelt. Rund um die Plaça Glòries schrauben sich imposante Wolkenkratzer und die schicken Firmensitze von Medienunternehmen empor. Der ehemalige Verkehrsknotenpunkt der Metropole verwandelt sich in einen weitläufigen grünen Park. Blickfang der schönen neuen Bauwelt ist der rot und blau changierende Riesenphallus, der Wolkenkratzer Torre Glòries – ein Entwurf von Jean Nouvel. Vom obersten Stockwerk aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die neue Skyline.
Früher Nationalstolz
Der Hang der Katalanen zur großen Geste hat Geschichte. Bereits im 19.Jh. konnte es dem Besitz- und Bildungsbürgertum nicht prunkvoll genug sein: vor allem mit Blick auf die ungeliebte Zentralmacht in Madrid. Das wirtschaftlich potentere Katalonien wollte es schon damals dem politisch mächtigeren Kastilien zeigen – zumindest in Sachen Kunst und Architektur. Noch größer, noch prächtiger als in der spanischen Hauptstadt sollte alles sein. Daran hat sich bis heute wenig geändert, denn der Stachel sitzt tief: Die Katalanen mussten sich jahrhundertelang gängeln lassen von der zentralspanischen Vormacht. Dabei hatten sie es im Mittelalter zum bedeutenden Handelszentrum gebracht und zur mediterranen Weltmacht. Von dieser Blütezeit Kataloniens, auf die man bis heute mit Stolz zurückblickt, zeugt in Barcelona die architektonische Pracht des Gotischen Viertels mit baulichen Meisterwerken wie der Kathedrale oder der Werft Drassanes.
Den Grundstein zur katalanischen Nation legte im Jahr 878 Graf Wilfried I. „der Behaarte“ (Guifré el Pilós), als er mehrere Grafschaften zu einer Dynastie vereinigte, die im Königspalast an der Plaça del Rei regierten. Der Niedergang begann Ende des 15.Jhs., als sich die Kronen Aragons und Kastiliens vereinigten durch die Heirat der „katholischen Könige“ Ferdinand und Isabella. Katalonien verlor seine Vormachtstellung.
Als sich die Katalanen im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) auf die „falsche“, weil letztlich unterlegene Seite der Habsburger schlugen, büßte Katalonien einen Großteil seiner Sonderrechte ein. Ein Jahr lang belagerten die bourbonischen Truppen Barcelona, am 11.September 1714 kapitulierte die Stadt schließlich – und der rachsüchtige Sieger Phillip V. ließ einen Teil der Altstadt Barcelonas schleifen.
Der 11.September wurde für die Katalanen ein Datum nationaler Demütigung – und bis heute nationaler Gedenktag. Zuletzt wollte Spaniens Diktator General Franco mit der rebellischen Bastion im Norden aufräumen – und jedes nur erdenkliche Zeichen ihrer Identität zunichtemachen, angefangen mit der katalanischen Sprache, die aus dem öffentlichen Leben verbannt wurde. Zwar endete die Franco-Diktatur 1975, doch ihre Folgen beschäftigen die Katalanen noch immer. Inzwischen können rund 75 Prozent der Bevölkerung Katalanisch sprechen, aber gut die Hälfte der Einheimischen zieht im Alltag die spanische Sprache vor.
In Dauer-Opposition zu Madrid
Misstrauen und Vorurteile der Katalanen gegenüber der Zentralregierung in Madrid – und natürlich umgekehrt – sind nur allmählich zu überwinden und führten immer wieder zu Verwerfungen – zuletzt im „heißen Herbst“ 2017, als Spanien nach dem illegalen katalanischen Unabhängigkeitsreferendum in eine tiefe Verfassungskrise schlitterte. Aber auch den Alltag prägen Spannungen. Wer den spontanen Menschenauflauf und den frenetischen Jubel auf der Rambla erlebt hat nach einem Sieg des F. C. Barcelona über den Erzrivalen Real Madrid, der weiß, dass es da um viel mehr geht als nur um Fußball. Dazu kommt der Blick nach Europa. Die Katalanen fühlten sich immer schon dem Norden näher als der Iberischen Halbinsel.
Als nördlichste Metropole des Südens wird Barcelona gern bezeichnet oder als südlichste Stadt des Nordens – beides zu Recht. Was aber nicht bedeutet, dass sich manche Gegensätze immer in Wohlgefallen auflösen. Mitunter prallen sie sogar recht krass aufeinander. Im Altstadtviertel Raval, im unteren Teil, dem legendären Barri Xino, dem Hafen- und Rotlichtviertel Barcelonas, findet man noch sichtbare Spuren jener halbseidenen Welt der Huren, Gauner und Ganoven, die den französischen Schriftsteller Jean Genet zu seinem „Tagebuch eines Diebes“ inspiriert hat. Nur ein paar Schritte weiter haben die hippe Kultur- und Kneipenmeile rund um das Museum für Zeitgenössische Kunst und der Boulevard Rambla del Raval das Bild völlig verändert.
Klagen über Massentourismus
Keineswegs nur zum Guten. Seitdem Tausende von Wohnungen über Airbnb und Co. lukrativ an Urlauber vermietet werden, sind die Mietpreise kräftig gestiegen. Mit restriktiver Lizenzvergabe und saftigen Geldstrafen versuchte die Stadt dagegenzusteuern – vergeblich. Auch dass die Metropole inzwischen zu den beliebtesten Kongressstädten der Welt gehört, hat kräftig an der Preisschraube gedreht. Trotzdem: Zur gleichförmigen Hochglanzcity ist Barcelona deshalb noch lange nicht geworden. Zum Glück. An vielen Ecken gibt es Läden und Kneipen, die das Designfieber überstanden haben. Und es leben hier immer noch junge Kreative mit genügend subversiver Phantasie, um das Markenzeichen disseny barceloní gegen den Strich zu bürsten.
Erleb also einen Ort spannender Kontraste, immer in Bewegung – und immer gut für eine Überraschung. Gräm dich nicht, wenn du nicht alles gesehen hast, sondern sag einfach: „Beim nächsten Mal“ Denn wer aus Barcelona abreist, tut das meist mit einem festen Vorsatz: wiederzukommen.
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Mittelalter trifft Hypermoderne: Barcelona, Stadt der Kontraste
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Über die Region:
Barcelona verbindet urbanes Leben mit reicher Geschichte und vielfältiger Architektur. Die Stadt bietet Zugang zu Stränden, Museen und Bauwerken aus verschiedenen Epochen. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten zählen die Sagrada Família als unvollendetes Wahrzeichen sowie der Park Güell mit seinen weitläufigen Anlagen und Mosaiken.

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