Marrakesch

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Entdecke Marrakesch!

„Hast du nur noch einen Tag zu leben, dann verbringe ihn in Marrakesch - so heißt eine marokkanische Redensart. Wenn das mal keine Ansage ist! Für Marokkaner ist die Berbermetropole der Inbegriff des Landes: bunt und verrückt, lebendig und ruhig, orientalisch, europäisch und afrikanisch, traditionell und modern, groß und irgendwie doch klein, übersichtlich, aber nie langweilig! Kurz gesagt: Marrakesch ist eine aufregende, anregende Stadt. Wer als Besucher in die Millionenstadt am Fuß des Hohen Atlas kommt, hat seine eigenen Bilder vom Orient, von Exotik im Kopf. Und wird erleben, dass die Stadt tatsächlich ein wahr gewordener Traum aus 1001 Nacht ist, ein Fest der Sinne, der Farben und Formen, der Düfte und Rhythmen. Marrakesch ist ganz großes Kino! 

Beginnen Sie Ihre Entdeckungstour am besten bei Sonnenuntergang am Djemaa el Fna, dem Zentrum der Stadt. Zur blauen Stunde ist das allabendliche Treiben der Schlangenbeschwörer, Affenbändiger, Gaukler, Trommler, Akrobaten und Märchenerzähler besonders eindrucksvoll. Schlendern Sie an den unzähligen mobilen Garküchen vorbei, deren aufsteigende Rauchschwaden die Szenerie zu einer fast surrealen Kulisse machen. Kosten Sie für ein paar Cent eine Harira, eine leckere marokkanische Gemüsesuppe, und lassen Sie sich einfach treiben. Oder betrachten Sie das knallbunte Spektakel aus sicherer Entfernung: In einem der umliegenden Restaurants mit Dachterrasse können Sie bei einem süßen thé à la menthe, dem Nationalgetränk der Marokkaner, ganz entspannt zuschauen. Doch ganz gleich, ob mittendrin oder als Beobachter am Rand: Am Djemaa el Fna schlägt das Herz von Marrakesch, und wer die Stadt erobern will, der fängt hier an. 

Am besten, Sie kommen am nächsten Morgen wieder, wenn es noch angenehm kühl ist. Jetzt ist der Platz nahezu leer. Stärken Sie sich in einem der Straßencafés mit einem Café au Lait oder einem frisch gepressten Orangensaft für den Besuch eines der größten Basare Afrikas, den Souks von Marrakesch. Ob Gewürz- oder Stoffhändler, Teppich- oder Souvenirverkäufer: Jede Branche hat ihr eigenes Quartier. Je weiter Sie in dieses enge Labyrinth vordringen, desto ursprünglicher und archaischer wird es: Kesselschmiede, Schreiner, Drechsler, Schuhmacher, Färber und Gerber - bei all diesen Handwerken und Kunsthandwerken können Sie hautnah die Herstellung beobachten. Dabei ist dies keine Inszenierung für Touristen, sondern eine über Jahrhunderte gewachsene Tradition. 

Denn die ehemalige marokkanische Hauptstadt war von Anfang an eine Handelsmetropole. Nicht zufällig wurde Marrakesch im 11. Jh. im Zentrum einer Oase inmitten der fruchtbaren Haouz-Ebene an einem strategisch wichtigen Punkt entlang der Karawanenroute zwischen Andalusien und Schwarzafrika gegründet. Hier machten die Karawanen ihre letzte große Rast, bevor sie Richtung Süden über den Hohen Atlas weiterzogen, oder sie ruhten sich auf dem umgekehrten Weg von den Strapazen der Gebirgsüberquerung aus. Egal aus welcher Richtung: Sie mussten die mächtigen Stadttore von Marrakesch passieren. Bis heute kann man im Kasbah-Viertel, aber auch weiter nördlich in der Medina, die Reste dieser Tore erkennen. Und je tiefer Sie in die Altstadt hineintauchen, desto augenfälliger werden auch der Reichtum und die Macht der strategisch so bedeutsamen Stadt. Zweimal wurde sie gar zur marokkanischen Hauptstadt - im 12. und im 16. Jh. - erklärt. Auch wenn sie diesen Titel jeweils wieder abgeben musste, spiegelt sich der Glanz der bedeutenden Handelsmetropole bis heute in prachtvollen Moscheen, Palästen und Koranschulen wider. So ist die vor knapp 900 Jahren erbaute Moschee Koutoubia immer noch das architektonische Vorbild aller Moscheen des Landes - auch wenn sie erst auf den zweiten Blick ihre wahre Pracht entfaltet. 

Die heimliche Hauptstadt von Marokko ist Marrakesch geblieben, obwohl sie lange zur Provinzstadt degradiert wurde. Erst für die französischen Besatzer gewann sie wieder wichtige strategische Bedeutung. In den 1920er-Jahren gründeten sie sogar eigene Viertel außerhalb der Stadtmauern – Guéliz und Hivernage –, die bis heute das moderne Zentrum von Marrakesch bilden. Eine Zeitlang sah es sogar so aus, als würde die Medina verfallen. Denn als 1956 die Franzosen Marokko verließen, zog es die reicheren Einheimischen vor die Stadttore in die modernen Bauten, nur die Armen blieben in der Altstadt zurück, Bürgerhäuser und Paläste verwaisten. 

Dafür entdeckten die Europäer die Medina für sich - Bohemiens und Künstler jeder Couleur, Aussteiger und Hippies machten Marrakesch ab den 1970er-Jahren zu ihrem Sehnsuchtsort. Sie schwärmten von den klaren, kräftigen Farben, der wilden, klangvollen Musik, den lebendigen Menschen. Musiker wie Jimi Hendrix und Crosby, Stills, Nash & Young („Marrakesh Express”), Maler wie Jacques Majorelle oder der Modemacher Yves Saint Laurent entdeckten die verfallenen Paläste und Bürgerhäuser wieder, und schnell sprach sich die Pracht der alten Gemäuer herum. Jugendliche zog es zum südlichsten Punkt, der mit dem Interrail-Ticket erreichbar war, eine Gay-Szene etablierte sich. Sex and Drugs and Marock ‘n‘ Roll war die Devise in den 70er- und 80er-Jahren. Die Häuser in der Medina wurden angemietet, später auch aufgekauft und aufwendig renoviert. 1985 schließlich wurde die Altstadt von Marrakesch mit den angrenzenden Ménaragärten unter den Schutz des Unesco-Welterbes gestellt. Zu Beginn der 1990er-Jahre entstanden in den renovierten Wohnpalästen Riads, kleine Herbergen, deren Zimmer sich um den charakteristischen Innenhof mit seinem plätschernden Brunnen gruppieren. Sie locken bis heute immer mehr Reisende und Touristen ins Zentrum der Medina. Kein Wunder! Nirgendwo sonst kommt man inmitten der Hektik der Altstadt so zur Ruhe wie in den wunderschönen Innenhöfen der alten Paläste, die von außen oft ziemlich unscheinbar wirken. Sie sind alle aus rötlichem Lehm gebaut, weshalb Marrakesch auch die Rote Stadt genannt wird. Insbesondere am Abend leuchten die Paläste im Schein der untergehenden Sonne in warmen Rottönen. Noch heute müssen alle Fassaden rot gestrichen werden, es gibt sogar eine Bauverordnung, die andere Farben als Rottöne (von Ocker bis Lila) verbietet. Eine andere, weniger romantische Erklärung für Marrakeschs farbigen Beinamen: Er rühre von all dem Blut, das in der häufig umkämpften Stadt geflossen sei. 

Heute hat sich Marrakesch neben einer Touristenhochburg immer mehr auch zum Hotspot des internationalen Jetsets entwickelt, zum Treffpunkt der Schönen und Reichen. Nicole Kidman war eine der ersten, ihr folgten Katie Perry und Fußballstars wie Cristiano Ronaldo, der vor Kurzem sein erstes Hotel in Marrakesch eröffnet hat. Sie alle schätzen hier exotisches Flair und orientalisch-üppigen Komfort als malerische Kulisse und Laufsteg für glamouröse Veranstaltungen wie das Filmfestival, hochdotierte Golf-Events oder die Tourenwagen-Weltmeisterschaft. Bei der Siegesfeier oder Vernissage in einer der schicken Galerien fließt dann Champagner und nicht wie in anderen arabischen Ländern üblich alkoholfreies Rosenwasser. 

Wer nun aber glaubt, ganz Marrakesch sei eine einzige Partymeile, der irrt. Der westliche Lebensstil mit seinen ausschweifenden Poolpartys in angesagten Clubs ist nur eine Seite der Medaille. Denn wenn fünfmal am Tag von den Minaretten der Gebetsruf des Muezzins erschallt und die Gläubigen zum Gebet ruft, folgt ihm die Mehrzahl der Bevölkerung. Schließlich sind die Einheimischen, trotz aller westlichen Einflüsse, muslimisch geprägt. Al Hamdulillah, gepriesen sei Gott, hört man an allen Ecken und Enden. Inscha‘allah, so Gott will, werden alle daran erinnert, dass nichts ihrem freien Willen entspringt. 

Und dennoch wird niemand indoktriniert oder aufgrund seiner Religion abgelehnt. Der Islam in Marokko ist Nicht-Muslimen gegenüber extrem aufgeschlossen. Der König, von seinem Volk liebevoll M6 (von Mohammed VI.) genannt, kann als oberster Befehlshaber aller Gläubigen neben den politischen Geschicken des Landes auch die religiöse Entwicklung lenken. Als einziges muslimisches Staatsoberhaupt überhaupt hat er eine islamische Gelehrtenschule gegründet, die jeder Imam durchlaufen muss, bevor er an einer Moschee lehren und predigen darf. Wer hier durch radikales oder gewaltbereites Gedankengut auffällt, der fliegt. So ist Toleranz eine Staatsangelegenheit. Man lebt in der Stadt nicht unbedingt miteinander, aber man lebt extrem gut nebeneinander. Doch wo viel Glanz, da auch viel Schatten! So schießen die Mieten und Grundstückspreise in schwindelerregende Höhen, die Stadt wächst und wächst und wächst. Dass dies auf Kosten der Umwelt, vor allem der Wasserqualität und letztlich auch der Wasserquantität geht, ist klar. Denn nicht nur die Vorortviertel wachsen – auch Golfplätze, große Hotels und schicke Clubs werden aus dem Boden gestampft. Für den Umweltschutz, erst seit jüngster Zeit überhaupt ein Thema in Marokko, engagiert sich der König höchstpersönlich. Und was der anpackt, geht meistens gut. Direkt nach Ausbruch des Arabischen Frühlings, 2011, erließ Mohammed VI. eine neue Verfassung, die auf alle Belange der Opposition im Land einging, und ließ die ersten freien Wahlen abhalten. So ist Marokko heute eins der ganz wenigen arabischen Länder, die eine nahezu westliche Verfassung haben – mit einem frei gewählten Präsidenten. 

Nur drei Flugstunden entfernt, betreten Sie eine fremde Welt. Aber nicht nur die Stadt ist aufregend, auch die nähere Umgebung, vor allem der Hohe Atlas direkt vor den Toren der Stadt, ist ein hervorragendes Ausflugsziel. Wenn es zu heiß wird, können Sie Ski fahren in den Bergen, rudern und baden in den Stauseen, Wasserfälle und Paradiesgärten bewundern. Seien Sie also willkommen, und lassen Sie sich ein auf die Wunder in dieser einzigartigen Stadt!

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Anreise

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Praktische Hinweise

Anreise

Direktflüge gibt es mit Lufthansa (www.lh.de) und Royal Air Maroc (www.royalairmaroc.com) von diversen deutschen Flughäfen aus (ab 350 Euro retour). Außerdem fliegen Ryan Air (www.ryanair.com) ab Frankfurt-Hahn und Düsseldorf-Weeze mehrmals wöchentlich direkt nach Marrakesch (ab 29 Euro einfach) sowie Easyjet (www. easyjet.com) ab Basel und Berlin (auch ab 29 Euro pro Strecke). Weitere Fluglinien, die Marrakesch direkt anfliegen: Air Berlin (www.airberlin.com), Swiss (www.swiss. com), Transavia (www.transavia.com) und Eurowings (www.eurowings.com). Nach der Landung in Marrakesch kann man sich entweder ein Taxi in die Altstadt nehmen (je nach Verkehr ca. 15–30 Min. | Preis Verhandlungssache, ca. 70 DH) oder in den Bus Nr. 19 direkt vor dem Flughafengebäude steigen (im 30-Min.-Takt 6.30–22.30 Uhr | 30 DH pro Fahrt), der ca. 20 Min. zur Koutoubia braucht. Oder Sie lassen sich von Ihrer Unterkunft abholen: Die meisten bieten einen Flughafenservice für 15 bis 25 Euro pro Fahrt an.

Der Landweg führt über Frankreich und Spanien bis ans Mittelmeer, wo Sie mit der Fähre nach Tanger übersetzen und über Casablanca nach Marrakesch gelangen. Insgesamt dauert das mindestens 60 Stunden.

Direkte Busverbindungen gibt es ab Düsseldorf mit Aziz (www.reise-aziz. com) sowie ab Mulhouse oder Strasbourg mit CTM (www.ctm.ma) und Supratours (www.supratours.ma). Der Bus braucht rund 65 Stunden und kostet ca. 200 Euro für die einfache Strecke.

Fähren verkehren ab Genua, Sète oder Barcelona nach Tanger. Von Genua nach Tanger kostet die Fähre für zwei Personen im PKW rund 400 Euro. Von Tanger fährt ein Zug nach Marrakesch in knapp zwölf Stunden (ca. 20 Euro). Oder Sie setzen von Almería nach Nador über, dort geht es nur mit Bussen weiter, die mindestens zwölf Stunden brauchen.

Auskunft
staatliches Marokkanisches Fremdenverkehrsamt

Graf-Adolf-Str. 59 | 40210 Düsseldorf | Tel. 0211 37 05 51 | www.visitmorocco.com/index.php/ger

Office National Marocaine du To urisme (ONMT)

Schiffslände 5 | 8001 Zürich | Tel. 04 42 52 77 52 | info@marokko.ch

ONMT

Broschüren, auch Vermittlung von Stadtführern - doch Vorsicht, diese führen Sie meist eher in Geschäfte als zu wirklich spannenden Plätzen. Av. Mohammed V, Ecke Place Abdel el Moumen Ben Ali | Guéliz | Tel. 05 24 43 61 31

Diplomatische Vertretungen

Weder Deutschland, Österreich noch die Schweiz sind in Marrakesch diplomatisch vertreten. Sie müssen sich daher an die Vertretungen in Rabat wenden.

Deutsche Botschaft

7, Rue Madnine | BP 235 | Rabat | Tel. 05 37 21 86 00 | www.rabat.diplo.de

Österreichische Botschaft

2, Zankat Tiddas | BP 135 | Rabat | Tel. 05 37 76 40 03 | www.bmeia.gv.at/oebrabat

Schweizer Botschaft

Sahat Berkane | BP 169 | Rabat | Tel. 05 37 26 80 30 | www.eda.admin.ch/rabat

Einreise

Marrakesch kann ohne Visum besucht werden. Sie brauchen aber einen Reisepass, der noch mindestens sechs Monate nach dem anvisierten Ausreisedatum gültig ist. Die maximale Aufenthaltsdauer beträgt 90 Tage. Bei der Einreise muss jeder Tourist ein kleines Formular ausfüllen – ebenso bei der Ausreise. Dort wird nach einer Hoteladresse gefragt. Wissen Sie noch nicht, wo Sie wohnen, nennen Sie einfach irgendein Hotel. Kinder benötigen einen eigenen Reisepass.

Geld, Banken & Kreditkarten

Geld in Banken zu wechseln ist kompliziert. Aber überall in der Stadt gibt es Wechselstuben, wo Sie problemlos Cash bekommen – auch am Wochenende. Wer lieber sein Geld am Automaten zieht, kann dies inzwischen auch an fast jeder Bank. Geldautomaten gibt es etwa südlich des Djemaa el Fna sowie entlang der Avenue Mohammed V in Guéliz. Problemlos funktionieren EC-Karten mit dem Maestro-Zeichen, mit Kreditkarten können Sie dort aber kein Geld abheben. Auch zur Zahlung sind Kreditkarten noch nicht üblich, das geht problemlos nur in den großen Hotels so

Gesundheit

Schließen Sie am besten eine Auslandskrankenversicherung vor Ihrer Reise ab, da die deutschen Krankenkassen keine Kosten vor Ort übernehmen. Das Leitungswasser hat zwar angeblich Trinkwasserqualität, doch aufgrund immer wieder auftretender Hepatitis-B-Vorfälle ist es besser, nur Mineralwasser aus Flaschen zu trinken. Auch Obst sollten Sie entweder schälen oder mit Mineralwasser waschen. Falls Sie krank werden und ärztliche Hilfe benötigen: In Marrakesch praktizieren ein paar hervorragende Ärzte sowie eine deutsche Allgemeinmedizinerin, die in Guéliz ihre Praxis hat. Dr. Gertrud Michaelis (7, Rue Ibn Sina | Tel. 05 24 44 83 43) vermittelt auch gerne an Fachärzte weiter. Außerdem können Sie in folgende hervorragende, private Kliniken gehen: Polyclinique du Sud (Rue Yougoslavie | Guéliz | Tel. 05 24 44 79 99), Clinique Ibn Toufail (Quartier de l‘Hopital | Guéliz | Tel. 05 24 43 80 11).

Internetzugang & WLAN

In den meisten Hotels, Riads und Cafés gibt es WLAN (wifi in Marokko genannt). Der Zugang ist meist kostenlos, eventuell müssen Sie nach dem Passwort (mot de passe) fragen. Im Cyber Parc Arsat Moulay Abdeslam zwischen Guéliz und Medina ist WLAN überall kostenlos. Wer einen Drucker braucht oder einen Bildschirm, kann für ein paar Dirham eins der vielen Internetcafés der Innenstadt aufsuchen („Cyber Café“ oder „Espace Internet“).

Klima & Reisezeit

Nach Marrakesch können Sie das ganze Jahr über reisen. Im Sommer (Mitte Juni bis Mitte September) kann es richtig heiß werden. Rechnen Sie mit durchschnittlich 35 Grad. Im Winter hingegen wird es tagsüber selten wärmer als 20 Grad. Frost gibt es nur sehr selten. Hochsaison sind Weihnachten und Neujahr sowie Ostern. Vor allem die Zimmerpreise können dann um 25 Prozent höher sein.

Mieträder

An zwölf Fahrradstationen können Sie Räder ausleihen und wieder abgeben, etwa an der Koutoubia-Moschee, an der Place des Ferblantiers, am Jardin Majorelle sowie in Guéliz und Hivernage. Weitere Haltestellen von Medina Bike sind in Planung. Die ersten 30 Minuten fahren Sie kostenlos, jede angefangene Stunde danach kostet 10 DH, ein Tagespass 50 DH, ein Wochenpass 150 DH. Sie müssen sich vorher registrieren, das geht am einfachsten über www.medinabike.ma. Bezahlt wird mit Kreditkarte.

Notruf

Polizei: Tel. 1 19, Ambulanz: Tel. 05 24 44 37 24 (kann selbst mit Blaulicht manchmal Stunden dauern), 24-Stunden- Notfall-Hotline: Tel. 05 24 40 40 40

Öffentliche Verkehrsmittel & Taxi

Neben Tausenden von Taxis, die alle über ein Taxameter verfügen, das sie anschalten müssen (auch wenn sie es nicht anschalten wollen), gibt es ein gutes Stadtbusliniennetz (www.alsa.ma). Die unbequemen und stets vollen Busse fahren zwar nicht zu festen Zeiten, aber häufig und bis mindestens 22 Uhr (Ticket 3 DH). Vier Buslinien sind für Touristen relevant. Sie starten alle an der Avenue Mohammed V gegenüber der Koutoubia- Moschee: N 1 fährt nach Guéliz, N 8 an den Busbahnhof am Bab Doukkala und von dort zum Bahnhof, N 11 zum Jardin Ménara und N 13 zum Jardin Majorelle.

Öffnungszeiten

In Marokko gibt es keine festen Ladenöffnungszeiten. Dienstags sind die meisten Museen geschlossen, am Freitag haben nur die allerwenigsten Geschäfte der Souks offen. Am Sonntag hingegen haben die Läden in der Neustadt Ruhetag. Und in der Mittagszeit ist es überall wie ausgestorben - denn da hält, wer kann, eine Siesta. Nutzen Sie also die Mittagsstunden zur Besichtigung, denn dann haben Sie fast alle Museen und Paläste für sich.

Polizei

Die Touristenpolizei, die Brigade Touristique, befindet sich südlich der Koutoubia- Moschee in der Rue Sidi Mimoun.

Post

Postämter (Mo–Do 8.30–12 Uhr, Fr 8.30– 11.30 und 15–18 Uhr, im Ramadan kürzer) gibt es etwa am Djemaa el Fna und in Guéliz an der Place du 16 Novembre gegenüber dem Marrakech Plaza. Postkarten und Briefe nach Europa kosten 7 DH und sind ein bis vier Wochen unterwegs.

Sicherheit

Marokko ist das sicherste Land Nordafrikas. Dafür sorgen die marokkanische Polizei und der marokkanische Geheimdienst. Außerdem bemüht sich der König mit seiner volksnahen Politik darum, dass es weniger soziale Missstände im Land gibt als in den meisten Nachbarstaaten – die Hauptursache für Terrorismus und Fundamentalismus. Kleinkriminalität ist in Marokko seltener als z. B. in Südeuropa.

Stadterkundungen & Touren

Wer mit einem offiziellen Führer durch die Stadt laufen möchte, kann dies über die meisten Riads, Hotels oder das Touristenbüro in Guéliz buchen (ab 30 Euro pro Tag). Allerdings wird die erwünschte Besichtigungstour bei den meisten Stadtführern zur Provisions-Einkaufstour. Ganz anders bei Sabina BenChaira und ihrer kleinen Agentur Medina mit Sabina (Tel. 06 61 38 55 63 | www.facebook.com/medinamitsabina/?fref=ts), die Gäste durch ihr persönliches Marrakesch führt. Sie zeigt kleine Wege, unbekannte Ecken und natürlich auch die ganz normalen Sehenswürdigkeiten. Mit der Agentur Marrakesch City Bike Tour (Tel. 06 67 79 70 35 | www.marrakech-city-bike-tour.com) können Sie außergewöhnliche Stadtrundfahrten mit Fahrrädern, privat oder in der Gruppe, unternehmen. Zudem gibt es einen Touristen-City-Bus (www.alsa.ma/fr/bustouristique), einen roten Doppeldecker, der zwei Routen anbietet. Die Tickets sind 24 oder 48 Stunden gültig (145 bzw. 165 DH), und man kann beliebig oft einund aussteigen. Tolle Touren in die Umgebung von Marrakesch, z. B. mit Mittagessen bei Einheimischen, oder eine Geländewagentour im Hohen Atlas veranstaltet außerdem Mohammed Ouaba von yz Marrakech Around Tours (Tel. 06 67 46 14 03 | www.marrakech-aroundtours. com). Er ist günstig und sehr zuverlässig, was man längst nicht von allen Agenturen sagen kann. Einstündige Rundflüge über Marrakesch und den nahen Hohen Atlas im Heißluftballon für ca. 200 Euro pro Person (inkl. Abholung vom Hotel und Einkehr) können Sie bei Ciel Afrique (Tel. 05 24 43 28 43 | www. cielafrique.info) buchen.

Strom

Üblich sind 220 Volt. Adapter sind nicht notwendig.

Telefon & Handy

Die Telefongebühren in Marrakesch und Umgebung sind für ausländische Handys extrem hoch. Es lohnt sich deshalb, eine marokkanische SIM-Karte zu benutzen, zumal es sie kostenlos am Flughafen gibt, z. B. bei INWI, deren Stand direkt bei den Gepäckbändern liegt. Auch Ittisalat al Maghreb (Maroc Telecom) sowie Méditel verschenken marokkanische Handynummern mit 50 DH Startguthaben. So kann man kostenlos angerufen werden und zahlt selbst nur einen Bruchteil, zumindest dann, wenn man nicht nach Deutschland telefoniert. Sogenannte Téléboutiques ersetzen öffentliche Telefonzellen und funktionieren mit Münzgeld, das man sich bei den Angestellten der Boutique wechseln lassen kann. Vorwahl Deutschland: 00 49, Österreich: 00 43, Schweiz 00 41, Marokko 0 02 12. Innerhalb von Marokko muss immer die Ortsnetzkennzahl mitgewählt werden, auch innerhalb derselben Stadt. Die Vorwahl von Marrakesch ist 05 24. Beginnt eine Telefonnummer mit 06, ist es immer ein Handyanschluss.

Toiletten

Kein appetitliches, aber ein wichtiges Thema: Machen Sie sich darauf gefasst, dass öffentliche Toiletten in Marrakesch fast immer dreckig sind. Gehen Sie daher besser in ein Restaurant und lassen ein paar Dirham als Trinkgeld liegen. Toilettenpapier ist in Marokko nur dort üblich, wo auch viele Touristen unterwegs sind. Die Einheimischen wischen sich mit der linken (unreinen) Hand ab. Deshalb isst man in Marokko immer nur mit der rechten Hand und reicht auch nur diese zur Begrüßung. Zum Saubermachen stehen ein Wassereimer sowie ein Wasserhahn zur Verfügung. Sollte es Toilettenpapier geben, werfen Sie es nicht in die Toilette, sondern in den dafür bereitgestellten Abfalleimer. Waschbecken und Seife befinden sich außerhalb der Toilette. Feuchte Tücher, eine (eigene) kleine Seife in einer Box oder Ähnliches gehören aber in jede Handtasche.

Trinkgeld

Marokkaner sind auf Trinkgeld angewiesen – denn in vielen Cafés und Restaurants ist dies ihr einziger Lohn. Üblich sind in Restaurants zehn Prozent des Rechnungsbetrags. Trinkt man nur einen Kaffee oder Tee, rundet man meist einfach auf (z. B. 7 DH + 3 = 10 DH). Bei Taxifahrten können Sie etwas großzügiger sein. Wenn es 18 DH kostet, darf man ruhig 25 DH geben. Kofferträger im Hotel erwarten pro Gepäckstück 5 bis 10 DH – je nachdem, wie schwer es ist, Zimmermädchen rechnen mit rund 10 DH pro Tag pro Zimmer.

Zeit

Marokko liegt gegenüber Mitteleuropa um eine Stunde zurück. Für die Sommerund Winterzeit gibt es keine festen Daten, aber meist wird die Uhr am 31. März und am 31. Oktober umgestellt. Während des Ramadans werden die Uhren noch einmal umgestellt, damit das Fastenbrechen am Abend schneller möglich ist. Dann sind es zwei Stunden Zeitunterschied zu Deutschland.

Zoll

Alle elektronischen Geräte sowie Autos und Motorräder, die man ins Land einführt, muss man auch wieder ausführen. Verboten ist die Einfuhr von Pornografie und Rauschgift. Zollfrei einführen dürfen Sie 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen und 50 ml Parfum. 1000 marokkanische Dirham dürfen ein- bzw. ausgeführt werden. Bei der Rückkehr in die EU dürfen Sie 200 Zigaretten, 1 Flasche alkoholische Getränke (egal ob Wein oder Spirituosen) und sonstige Waren im Wert von 430 Euro zollfrei mitnehmen. Ausfuhrverbot besteht nur bei Antiquitäten. Wer kunsthandwerkliche Produkte oder Teppiche in großen Mengen ausführt, sodass der Verdacht besteht, dass damit Handel betrieben wird, muss die Ware bei der Einreise nach Europa im Heimatland verzollen.

Was kostet wie viel?

Kaffee

ab 70 Cent für einen Café au Lait

Bier 

ab 2,30 Euro für ein Glas (0,3 l)

Schuhe 

ab 6 Euro für 1 Paar Babouches

Taxi 

ab 1,40 Euro für eine Fahrt von der Medina nach Hivernage

Essen 

ab 4,50 Euro für eine Tajine

Tuch 

ab 1,80 Euro für ein Schasch

Events, Feste & mehr

Veranstaltungen
Januar

Marathon & Semi Marathon International de Marrakech: Ganz Marrakesch ist auf den Beinen. Entweder läuft man selber beim Parcours durch die Neustadt mit oder man feuert die Teilnehmer lautstark an. www.marathon-marrakech.com

Februar

Marrakech Biennale: Die ganze Stadt wird zur Bühne. Schwerpunkte des Festivals, das alle zwei Jahre stattfindet (das nächste Mal 2018), sind zeitgenössische Kunst, Literatur und Film. Neben Kunstausstellungen stehen zahlreiche Konzerte und Lesungen auf dem Programm. www.marrakechbiennale.org

März

Rallye Maroc Classic: Die Oldtimerrallye führt von Marrakesch über 2300 km und in 7 Tagen durch ganz Marokko. www.rallye-maroc-classic.com

April

Festival Jardin d‘Art: Das Gartenkunstfestival wird jedes Jahr von der Zeitschrift „Les jardins du Maroc“ organisiert – unter der Schirmherrschaft von Prinzessin Lalla Hasna, der Schwester des Königs. Gartenanlagen werden nachgebaut, Schautafeln informieren darüber, wie wichtig es ist, Grün in die Stadt zu bringen.

Juni

Marrakech du Rire: Zum großen Lachfestival treten Komiker aus dem gesamten französischsprachigen Raum auf Bühnen in Parks und in den großen Hallen der Stadt auf. www.marrakechdurire.com

Juli

Festival National des Arts Populaires de Marrakesch: großes Folklorefestival, das Musikgruppen aus dem ganzen Land anzieht. Wegen der malerischen Kulisse treten sie gern an Plätzen nahe der Stadtmauer auf.

September

Oasis Fest: Festival der Elektromusik, das 2016 zum ersten Mal im Viertel Zemrane, südlich von Agdal, stattfand. Shuttlebusse fahren von der Innenstadt dorthin. theoasisfest.com

Oktober

Festival du Livre de Marrakech: Event für Französisch sprechende und lesende Literaturfans. www.festivaldulivredemarrakech.com

Dezember

Festival International du Film de Marrakech: Das internationale Filmfestival ist das wichtigste Festival der Stadt. Eine Woche lang herrscht Hollywoodstimmung, Stars und Sternchen inklusive. www.festivalmarrakech.info

Feiertage
1. Jan.

Neujahr

1. Mai

Tag der Arbeit

27. Mai 2017, 16. Mai 2018, 6. Mai 2019

Ramadan Anfang

25. Juni 2017, 15. Juni 2018, 5. Juni 2019

Ramadan Ende (Zuckerfest)

23. Juli

Fest des Grünen Marsches

30. Juli

Thronfest

1. Sept. 2017, 21. Aug. 2018, 11. Aug. 2019

Opferfest

21. Aug.

Fest der Jugend

1. Okt. 2017, 20. Sept. 2018, 9. Sept. 2019

Lichterfest

6. Nov.

Tag der Unabhängigkeit

1. Dez. 2017, 19. Nov. 2018, 8. Nov. 2019

Geburtstag des Propheten

Im Trend

Alles drin
Concept-Stores

Gerade in Marrakesch, der Trendmetropole im Bereich Inneneinrichtung und Dekoration mit ihren hervorragenden Handwerkern, gibt es ganz fantastische Concept-Stores. In dieser Mischung aus Warenhaus und Boutique, die sich nicht auf ein festes Sortiment festlegen lässt, finden Sie ein ungewöhnliches, vielfältiges Angebot – von Accessoires über Klamotten und Haushaltsbedarf bis zu Deko, Kunst und Spielzeug. Einer der ersten und besten Concept-Stores in Marrakesch ist 33 Rue Majorelle (www.facebook. com/33RueMajorelle) (Foto) gegenüber dem gleichnamigen Garten.

Kunstrausch
Galerien

Lange Zeit galt moderne Kunst als zu westlich, zu gotteslästerlich, zu modern. Inzwischen aber sind Galerien wie Dar el Bacha (Rue Dar el Bacha, Bab Doukkala) und Noir sur Blanc (48, Rue Yougouslavie) in Guéliz der neue Hotspot der Marrakschis geworden. Hier trifft sich die High Society und die kreative Szene bei Sekt und Cola, neue Künstler aller Couleur werden gefeiert und etablierte verehrt.

Erste Hilfe
Gutes tun ...

ist in der traditionellen islamischen Gesellschaft Pflicht. In einer individualisierten Gesellschaft - und dazu gehört Marokko immer mehr - ist das aber nicht mehr so. Zum Glück besinnt man sich wieder auf seine Wurzeln und hat aus der ehemaligen Pflicht einen Trend gemacht. Vor allem reiche Upperclass-Marokkaner, aber auch Ausländer in Marokko initiieren tolle Projekte. Sie schließen die Lücken dort, wo staatliche oder private Hilfe nicht mehr hinkommt. Sehr gute Arbeit leistet die Frauenkooperative Reseau Femmes Artisanes (Souk Lakchachbia, nahe dem Souk des Babouches), die vor allem Kissenbezüge, Decken, Schmuck und anderes Kunsthandwerk herstellt. Die Frauen verdienen direkt und haben einen kleinen Verkaufsladen in Bin Lamaassar.

Müll-Abfuhr
Recyclage Maroc

Kein Witz! Obwohl Marokko weltweit an zweiter Stelle steht, was die Verwendung von Plastiktüten betrifft, sind dort Plastiktüten verboten. Die Bewegung Recyclage Maroc setzt sich schon seit ein paar Jahren für die Wiederverwertung von Müll ein und zeigt eindrucksvoll, wie man Körbe und Taschen, Stühle und Matten, Teppiche und sogar Schuhe aus altem Plastik herstellen kann. Die Recyclingprodukte aus Plastik sind richtig stylish und voll im Trend. Im südlichen Teil der Rue Riad Zitoun el Kdim haben sich zum Beispiel Läden angesiedelt, die aus alten Autoreifen tolle Möbel und Dekogegenstände herstellen und verkaufen.

Auf der Mauer
Wandbilder

Erst war es nur eine Wand, dann zwei, dann drei, und mittlerweile gibt es in der ganzen Stadt vollgesprühte Häuserwände – aber nicht mit einfachen Graffiti, sondern mit fantastischen Bildern. Überlebensgroß, ganz häufig Porträts, immer wieder auch mit kritischem Tenor. Zu finden sind die Kunstwerke vor allem an Fassaden in der Medina, aber auch in der Neustadt. Häufig ändern sich die Plätze, denn die gesprühte Kunst ist nicht für die Ewigkeit gedacht und entsteht an vielen Ecken immer wieder neu. Schauen Sie mal hinter die Medersa Ben Youssef. Dort ist eine Mauer, an der gern gesprüht wird.

Bloß nicht

Falsch gekleidet sein

Wer als Frau leicht bekleidet in Hotpants und Bikinioberteil oder in T-Shirt mit Spaghettiträgern durch die Souks läuft, wird von den Einheimischen nicht ernst genommen. In ihren Augen ist diese offenherzige Kleidung allein Prostituierten vorbehalten. Männer in Shorts und Träger-T-Shirts gelten als respektlos: Denn sie laufen in Unterwäsche durch die Stadt. Touristen, die sich derart kleiden, outen sich sofort als Greenhorns, die man locker über den Tisch ziehen kann.

Menschen ungefragt fotografieren

Wenn Sie einfach so drauflosknipsen, kann das a) ganz schnell ganz schön ins Geld gehen und b) zu Handgreiflichkeiten führen. Marokkaner lassen sich nicht gerne fotografieren, oder wenn, dann nur gegen Bares. Vor allem die Schlangenbeschwörer und Wasserverkäufer, die mobilen Zahnärzte und Feuerschlucker verlangen feste Gebühren fürs Foto, das kann alles zwischen 10 und 50 DH sein. Außerdem: Wer aus religiösen Gründen nicht fotografiert werden möchte, kann den Fotografen leicht verfluchen, und wer will schon dieses Risiko eingehen?

Offen knutschen

Offene Zärtlichkeitsbekundungen zwischen Mann und Frau sind in Marokko tabu. Männer können mit Männern Hand in Hand gehen, Frauen mit Frauen. Aber Frauen mit Männern? Das geht gar nicht. Wer gar knutscht oder fummelt, kann von der Sittenpolizei aufgegriffen werden.

Ohne Kleingeld zahlen

Okay, wenn Sie etwas kaufen, das mehr als 100 DH kostet, dann dürfen Sie schon mit großen Scheinen bezahlen – aber wehe, es kostet nur ein paar Dirham. Stellen Sie sich darauf ein, dass Marokkaner niemals Münzgeld haben. Wer kleine Summen mit einem großen Schein bezahlt, muss warten, bis der Verkäufer in einen anderen Laden gelaufen ist und Wechselgeld geholt hat. Das kann dauern ... Im Taxi kann es vorkommen, dass der Fahrer gar kein Kleingeld hat. Dann müssen Sie die Summe zahlen, auf die er herausgeben kann.

Sich von Stadtführern in Läden schleifen lassen

Ganz gleich, ob sie diplomierte Guides sind oder als falsche Guides, also faux guides, auftreten, die meisten Stadtführer haben vor allem eins im Sinn: den Touristen in einen Laden zu bringen, der dort etwas kaufen soll, damit der Führer seine Provisionen kassieren kann. Angeblich sind es Cousins oder Brüder, die eine tolle Berberapotheke, ein Schmuckgeschäft mit Schätzen der Touareg aus der Sahara oder einen Teppichladen betreiben. Und angeblich sind ihre Preise garantiert günstig, allerdings exklusiv nur für den netten Gast des Bruders/Cousins. Das Ende vom Lied: Sie bezahlen doppelt, und zwar den Preis plus die Provision.

Stichworte

Berbercity

Marrakesch gilt als die Hauptstadt der Berber, da hier ein Großteil der Einwohner berberischen Ursprungs ist. Wer aber sind die Berber, die Marrakesch zu ihrer Hauptstadt auserkoren haben? Tatsächlich ist ihre Herkunft nicht genau geklärt. Sicher weiß man nur, dass Berber der Sammelname für all jene ist, die die Römer vorfanden, als sie im 2. Jh. v. Chr. versuchten, Nordafrika zu erobern. Der Begriff Berber stammt vom lateinischen Wort für „stammeln“ ab und bezeichnete im alten Rom all diejenigen, die kein Latein sprachen. Also eine wenig schmeichelhafte Bezeichnung, weshalb sich die Berber lieber Amazirin, also „freie Menschen“, nennen. Da sich mit der Zeit Berber und Araber immer mehr durchmischt haben, ist es heute gar nicht einfach, beide Volksgruppen voneinander zu unterscheiden. Sozial sind die Berber den Arabern gleichgestellt, sodass es außer der Sprache kaum noch Unterscheidungsmerkmale gibt.

Der Löwe des Atlas

Er gilt als der berüchtigtste, brutalste und mächtigste Berberfürst, der je in Marrakesch regiert hat. Über Jahrzehnte versuchten die Marokkaner, Mohammed el Glaoui (1870–1956), den „ Löwen des Atlas“, aus ihrem kollektiven Gedächtnis zu eliminieren, doch letzten Endes ließen sich seine Hinterlassenschaften nicht ignorieren. Allein in Marrakesch stehen zahlreiche Paläste – wie das Musée de Marrakech –, die er in seiner mehr als drei Jahrzehnte währenden Amtszeit erbauen oder restaurieren ließ, und sie alle abzureißen, das wäre ein Verrat an der marokkanischen Architektur gewesen. Also akzeptierte man el Glaoui als einen Teil der Geschichte, nicht aber, ohne immer wieder darauf hinzuweisen, dass er ein Verräter war, der Anfang des 20. Jhs. mit den Franzosen kooperiert und somit gegen den Unabhängigkeitskampf seiner Landsleute agiert hatte. Die Europäer jedoch liebten ihn. Denn er richtete für sie rauschende Feste aus. Nichts schien ihm unmöglich – er organisierte auf den Partys Haschisch und pium, heuerte minderjährige Sexsklaven an und beschenkte seine Gäste mit Diamanten und Gold – so zumindest steht es in zeitgenössischen Schriften. Das Geld stahl er den Armen und dem Sultan, er kontrollierte die Handelswege nach Süden und baute sich so ein Imperium auf, das ihn lange Zeit zum wichtigsten Mann Marokkos machte. Mit der Unabhängigkeit 1956 war Schluss damit: Der Pascha wurde verbannt. Er zog nach Frankreich, sein Besitz wurde verstaatlicht, und kurze Zeit später starb er. 

Ein Monat Enthaltsamkeit

Wer nach Marrakesch reist, sollte sich ernsthaft überlegen, ob er dies wirklich im Fastenmonat Ramadan macht. Denn der neunte islamische Monat, der sich Jahr um Jahr um zehn Tage nach vorne verschiebt, ist eine Zeit der Rückbesinnung und des Verzichts. Gläubige Marokkaner fasten dann von Sonnenaufbis Sonnenuntergang. Das kann gerade in den Sommermonaten eine sehr lange Zeit sein.

Fasten bedeutet im Islam nicht einfach nur den Verzicht auf Essen, sondern auch auf Trinken, Sex und Rauchen. Dementsprechend sind die meisten Restaurants und Cafés während des Ramadans tagsüber geschlossen, viele Museen und Paläste haben stark reduzierte Öffnungszeiten, und die Stimmung im Land ist deutlich angespannter als im restlichen Jahr. Machen Sie sich darauf gefasst, dass Ihnen Einheimische dann auch mal ungeduldig und gereizt begegnen. Wer also kann, sollte seine Reise auf die restlichen elf Monate verlegen.

Frauenpower

Schon immer hatten Marokkos Frauen innerhalb der muslimischen Welt einen Sonderstatus – denn in kaum einem anderen muslimischen Land gab es so viele einflussreiche Frauen wie hier. Bis heute ist Marokko auch eins der ganz wenigen arabischen Länder, in denen Frauen zumindest vor dem Gesetz die exakt gleichen Rechte haben wie Männer. Dass Marrakesch als Trendmetropole auch hier die Nase vorn hat, beweist Fatima-Zahra Mansouri, die 2009 mit nur 33 Jahren Bürgermeisterin von Marrakesch wurde. Die Rechtsanwältin aus gutbürgerlicher Familie war damit die erste Frau des Landes, die eine so große und wichtige Stadt regierte. Sie tat es mit großem Erfolg: Während ihrer sechsjährigen Amtszeit stiegen die Einnahmen der Stadt um 40 Prozent. Sie flossen ausnahmslos in die Infrastruktur der Stadt sowie in die Schaffung von Arbeitsplätzen - und nicht in ihre privaten Taschen, wie bei so manch einem ihrer Vorgänger!

Gaukler & Geister

Tänzern und Sängern, Gauklern und Feuerspuckern zuzusehen ist ein großer, farbenfroher Spaß. Wer ihre Künste bewundert, ahnt wohl nicht, dass sie viel mehr als nur der Unterhaltung dienen, sondern für Marokkaner eine tiefe Bedeutung haben. Mit ihrer Kunst versuchen sie Geister zu beruhigen oder abzulenken, sodass von Geistern Besessene sich wieder befreien und durchatmen können. In Marokko existieren einige große sowie zahlreiche kleinere mystische Bruderschaften. Fast alle präsentieren sich der Öffentlichkeit als Künstler und Artisten. Mitglieder der Gnaoua zum Beispiel, einer Sufi-Bruderschaft, tragen auf dem Kopf einen Fes mit Bommel, den sie im Kreis drehen und dazu Geisterbeschwörungslieder singen. Auch die Hamandscha singen und tanzen, beten dabei und sammeln danach Geld ein. Als Tourist kann man das einfach nur pittoresk finden – wir glauben ja auch nicht an Geister, oder doch? 

Gedreht in ...

Spätestens seit dem Film „Marrakech“ (1999) mit Kate Winslet ist klar: Die Berbermetropole gibt eine hervorragende Filmkulisse ab. Sie ist exotisch, hat unglaublich schöne Plätze und Paläste, das Wetter ist fast immer gut, das Licht vor allem in den Wintermonaten großartig, die Menschen sind offen und freundlich, die Behörden sind kooperativ, und außerdem verfügt die Stadt über die notwendige Infrastruktur, die eine Filmcrew braucht, sprich: Luxushotels für die Stars und Sternchen und jede Menge toller Komparsen. Schon 1930 wurde hier „Morocco“ gedreht - mit Gary Cooper und Marlene Dietrich in den Hauptrollen. Die Liebesgeschichte um die junge Nachtclubsängerin Amy Jolly, die in Marrakesch lebt und arbeitet, führt durch ganz Marokko. Ein handfester Krimi ist dagegen Alfred Hitchcocks Filmklassiker „Der Mann, der zu viel wusste“ (1955) mit Doris Day und James Stewart in den Hauptrollen. Auch „Sex and the City II“ (2010) – laut Drehbuch spielt die Serie aber in Abu Dhabi – und Oliver Stones Monumentalfilm „Alexander“ (2004) mit Angelina Jolie in der weiblichen Hauptrolle wurden zum Großteil in Marrakesch gedreht. 

Liebling der Stars

Hollywoodgrößen wie Tom Cruise, Nicole Kidman und Angelina Jolie lieben Marrakesch. Aber nicht nur sie. Fußballstar Cristiano Ronaldo baut gerade sein eigenes Hotel in der roten Stadt, und andere Superstars verbringen hier immer mal wieder ein Wochenende in einem der großen Clubs. Mediamarkt-Gründer Walter Gunz lebt seit Jahren in der Berbermetropole, und auch der französische Modemacher Yves Saint Laurent hat hier seine letzten Lebensjahre verbracht. Marrakesch ist seit einigen Jahren die In-Metropole Afrikas und weltweit eine der beliebtesten Destinationen der ganz Großen. Während sich die Oberen Zehntausend in ihren Heimatländern meist verstecken und ihre Villen abriegeln, kann man in Marrakesch mit etwas Glück schon mal den ein oder anderen Blick auf einen internationalen Star erhaschen, z. B. im Strandclub Plage Rouge, im Luxusresort Amanjena oder an der Bar des Hotel La Mamounia. 

M6

Die Marokkaner lieben ihren König, den sie M6 (von Mohammed VI.) nennen. Und der König liebt Marrakesch. Auch wenn der offizielle Regierungssitz in Rabat liegt, so ist Marrakesch doch die heimliche Hauptstadt des Landes. Der König ist in jeder freien Minute hier, und ihm folgen sie alle.Seit der Unabhängigkeit 1956 ist die Monarchie fest in Marokko etabliert. Und auch wenn der Regierung vorgeworfen wird, dass sie korrupt sei, zu wenig gegen die hohe Arbeitslosigkeit unternehme und in Giftmüllskandale verwickelt sei, wird es wohl kaum einen Marokkaner geben, der die Monarchie an sich in Zweifel zieht. Denn der 1963 geborene und seit 1999 regierende König gilt als Wohltäter des Landes. Seit Mohammed VI. sich mehr und mehr auch um die Belange der armen Bevölkerung kümmert und politische Verantwortlichkeiten abgibt, verstummen auch die Königskritiker immer mehr.

Marock ‘n‘ Roll

Claude Challe? Nie gehört. Vielleicht kennen Sie seinen Namen nicht, aber bestimmt kennen Sie seine Musik. Denn der 1945 geborene Tunesier mit französischem Pass ist der wohl bekannteste DJ für Oriental-Modern-Mix. Auf ihn geht die Musik der Buddha-Bars weltweit zurück. Zig Alben hat er auf den Markt gebracht, in zahlreichen Lounges auf der ganzen Welt wird seiner Musik gelauscht. Was das mit Marrakesch zu tun hat? Ganz einfach: Claude Challe hat hier seine eigene Bar eröffnet, die Djellabar. Sie steht für marokkanische Popkultur wie keine zweite Bar in Marrakesch und hat damit einen bis heute anhaltenden Trend gesetzt, der die Musikszene Marrakeschs nachhaltig prägt.

Raschwa

Korruption ist ein marokkoweites Phänomen, das vor allem in Marrakesch sein Unwesen treibt. Der Kampf gegen Raschwa – so das marokkanische Wort für Korruption – scheint einer gegen Windmühlen zu sein, denn solange die Oberen Zehntausend von diesem System profitieren, kann es selbst ein König nicht abschaffen – auch wenn dies erklärtes Ziel von Mohammed VI. ist. Hier ein paar Dirham, und man darf über eine rote Ampel fahren, dort ein paar Tausend Dirham, und man bekommt seine Konzession für ein Riad, das gar keins sein darf. So einfach ist das. Dabei wären Schmiergelder gar nicht notwendig, denn Marrakesch geht es wirtschaftlich gesehen weit besser als den meisten anderen Städten Marokkos. Die immensen Einnahmen aus dem Tourismus werden geschickt in die Stadtentwicklung gesteckt, um erst gar keine Slums entstehen zu lassen, wie es sie etwa in Casablanca gibt. So sollen vom Tourismus unabhängige Arbeitsplätze für die Einheimischen entstehen. Denn wie unsicher diese Einnahmen sind, zeigte sich, als 2011 eine Bombe auf dem Djemaa el Fna in die Luft ging. Der Terroranschlag forderte nicht nur 17 Menschenleben, von einem Tag auf den anderen verloren auch Tausende Menschen ihren Arbeitsplatz.

Sounds of Marrakesch

Wer lärmempfindlich ist, wird es in Marrakesch nicht wirklich leicht haben – zumindest nicht in der Medina. Denn die Fenstergläser sind meist sehr dünn, die Wände hellhörig, und gerade wer in einem Riad wohnt, wird von der Akustik der Innenhöfe beeindruckt sein, zumindest dann, wenn viele Gäste da sind. Hinzu kommt, dass der Muezzin schon früh am Morgen die Gläubigen zum Gebet ruft, und wer danach endlich wieder eingeschlafen ist und ein Fenster zur Gasse hinaus hat, wird die Müllsammler hören, die mit Eseln und Maultieren durch die Medina laufen und die Abfälle einsammeln. Wenn Sie aber glauben, Lärm gäbe es nur am Morgen und in der Nacht, irren Sie. Auch tagsüber ist immer überall Krach. Mopeds knattern rechts und links der Passanten vorbei, Autos hupen wild, und Lastenträger mit Eselskarren rufen jedem, der ihnen in die Quere kommt, ein lautes Ballak – „Aus dem Weg!“ – zu. Wer also Ruhe haben will, muss sie gezielt suchen. Er findet sie tagsüber in den Innenhöfen der Riads, wenn die Gäste ausgeflogen sind, in manchen Cafés und in vielen Gärten und Parks der Stadt. An solchen Orten kann die Ruhe überwältigend sein. Und bald schon stellt sich eine Sehnsucht ein nach Lärm und Krach und Hektik. Denn schließlich ist man ja nicht nach Marrakesch gekommen, um sich auszuruhen und die Stille zu genießen.

Tattoos

Überall in Marrakesch, vor allem aber in der Medina rund um den Platz Djemaa el Fna, sitzen sogenannte Hinnaya, Hennamalerinnen, die filigrane Muster auf Frauenhände und -füße malen. Dafür werden die Blätter der Hennapflanze getrocknet, zermahlen und mit Zitronensaft und Zucker vermischt. Der grüne Brei wird häufig mit Einwegspritzen auf die Haut aufgetragen und soll die Frauen nicht nur zieren, sondern ihnen auch überirdische Kräfte, sogenannte Baraka, verleihen. Schließlich war Henna die Lieblingspflanze des Propheten Mohammed. Ist die Paste getrocknet, wird sie abgebröselt, die Malereien darunter halten aber mehrere Wochen auf der Haut.

Special Bücher & Filme

Der glücklichste Mensch der Welt

Tahir Shah erzählt märchenhaft-poetisch von seiner Reise nach Marrakesch, bei der er „die Geschichte seines Herzens” finden will (2011) 

Die Stimmen von Marrakesch

Elias Canettis ungewöhnlicher Reisebericht aus den 1950er-Jahren über seine Begegnungen mit Menschen in Marrakesch. Unglaublich lebendig erzählt!

The Taste of Marrakesh

Kochbuch mit vielen tollen Rezepten aus Marrakesch, zusammengetragen von der Autorin dieses Bandes, Muriel Brunswig-Ibrahim, und Fotos von Lutz Jäkel (2016)

Marrakesh

Der gleichnamige Roman von Esther Freud wurde mit Kate Winslet in der Hauptrolle verfilmt (1998). Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die mit ihren beiden kleinen Töchtern von London nach Marrakesch reist. Anfangs scheint alles wie ein exotischer Traum, doch bald schon holt sie die Realität ein

Exit Marrakesh

In Charlotte Links Film (2013) geht es um eine schwierige Vater-Sohn-Beziehung. Obwohl Marrakesch und die Wüste eher nur als Kulisse dienen, vermittelt der Film viele echte und eindrucksvolle Bilder von der Stadt und ihrer Umgebung

Fakten

Einwohner
928.850
Fläche
230 km²
Strom
127, 220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
21:57 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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