Dublin

Überblick

Willkommen in Dublin - Fáilte and Welcome to Dublin!

James Joyce schrieb über seine Heimatstadt, sie sei „schöner, als was ich von England, der Schweiz, Frankreich, Italien oder Österreich gesehen habe“. Mit seinem Monumentalroman Ulysses hat er Dublin ein literarisches Denkmal gesetzt, wie es keine andere Stadt für sich beanspruchen kann. Auf Gälisch heißt die irische Hauptstadt Baile Átha Cliath – die „Stadt an der Hürdenfurt“. Auch der anglisierte Name stammt aus dem Gälischen: Dubh-linn bedeutet „schwarzer Pfuhl“ und bezeichnet ein Becken mit dunklem Wasser, das sich am Zusammenfluss der Liffey und des heute unterirdischen Flusses Poddle gebildet hatte, wo der historische Stadtkern wuchs.

Die irische Haupstadt ist reich an Museen und Galerien, an Kirchen und Sportstätten, an Sehenswürdigkeiten, Einkaufsgelegenheiten und Konzertsälen, an Kinos, Theatern, aber vor allem an Pubs. Fast alles ist bequem zu Fuß zu besichtigen. Das Zentrum ist klein, es wird im Norden vom Royal Canal und im Süden vom Grand Canal begrenzt. Im Norden, Süden und Westen dehnen sich die Vororte aus.

Dublin ist eine junge Stadt, fast ein Drittel der Bevölkerung ist unter 25. Die Jungen prägen Atmosphäre und Rhythmus der Stadt. Zu den schönen alten Pubs gesellten sich moderne Bars und Clubs. Temple Bar, wo ursprünglich ein Busbahnhof entstehen sollte, ist zu einem Vergnügungsviertel ausgebaut worden, in dem die Jugend an den Wochenenden bis spät in die Nacht feiert. Die Gastronomie erlebte eine Revolution. Die traditionelle irische Hausmannskost machte kulinarischen Einflüssen aus aller Welt Platz. Kaum eine Stadt in Europa hat sich in den vergangenen 20 Jahren so stark verändert wie Dublin.

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Anreise

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1d 4h 6min
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Dublin
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Auftakt

Entdecke Dublin!

Die Dubliner haben lange Erfahrung mit krassen wirtschaftlichen und politischen Umbrüchen. Sie ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der irischen Hauptstadt. Wikinger gründeten die Siedlung an der Liffey um 841, wurden aber 1014 vom irischen König Brian Boru besiegt und verschmolzen mit der keltischen Bevölkerung. Ab 1170 kam Dublin unter die Herrschaft der englischen Könige und war im Hochmittelalter ein befestigtes Handels- und Regierungszentrum. Von Dublin Castle aus versuchte die englische Krone, ganz Irland zu unterwerfen, was erst nach der Reformation gelang. Damit begann die jahrhundertelange protestantische Herrschaft über das mehrheitlich katholische Land. Nach den Wirren der Reformation und der Kriege um die Mitte des 17. Jhs. kam nach 1690 eine Zeit des Friedens und des Wohlstands für Dublin. Die engen, armen Gassen des Mittelalters wichen breiten Alleen und repräsentativen Stadtplätzen mit eleganten Häuserreihen im typisch georgianischen Stil.

Nach der Auflösung des irischen Parlaments 1801 verlor Dublin seine politische und gesellschaftliche Bedeutung. Im 20. Jh. schließlich fruchteten die Unabhängigkeitsbemühungen irischer Patrioten. Entscheidendes Ereignis war dabei der Osteraufstand 1916. In Dublin tobten heftige Kämpfe, vor allem um die Hauptpost an der O'Connell Street. Erst mit der Gründung des irischen Staats 1921 wurde Dublin Hauptstadt.

Seit den 1990er-Jahren hat die Grüne Insel eine wahre Berg- und Talfahrt durchgemacht: Vom Armenhaus Europas zu einem der reichsten Länder der Welt – und wieder zurück zum Armenhaus. 1987 wurde der Grundstein für einen Aufschwung gelegt, der in Europa beispiellos war. Damals schlossen Gewerkschaften, Arbeitgeber und Staat einen Sozialpakt, in dem sie Steuersenkungen, aber nur geringfügige Lohnerhöhungen vereinbarten. Gleichzeitig lockte man multinationale Konzerne mit niedrigen Steuern und schlüsselfertigen Fabriken nach Irland. Das Durchschnittseinkommen stieg um 60 Prozent, Arbeitslosigkeit wurde fast zum Fremdwort.

Der Wirtschaftsboom und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen waren über Irland rasant hereingebrochen, weshalb man bald nur noch vom „keltischer Tiger“ sprach. Am meisten machte sich der Boom in Dublin bemerkbar. Auf den Brachflächen der Innenstadt entstanden moderne Gebäudekomplexe, etwa in Smithfield, früher das Kleine-Leute-Viertel mit schmalen Gassen und Backsteinhäuschen. Der Platz bekam ein neues Kopfsteinpflaster und moderne Bogenlampen, und auf dem riesigen Gelände einer ehemaligen Whiskeybrennerei entstand eine neue Welt: Smithfield Village mit Luxushotel, Einkaufspassage, Thai-Restaurant, 200 Apartments und dem zum Aussichtsturm umgebauten Schornstein der Brennerei, an dessen Außenseite ein gläserner Fahrstuhl hochsaust. Oder die Liffey: Jahrzehntelang hatte man den Fluss vernachlässigt, wurde er als Müllkippe missbraucht, die Gebäude an den Ufern verkamen, die Menschen zogen weg. Nun legte man eine Uferpromenade an und baute einen hölzernen Walkway über dem Fluss, zum Nationalfeiertag am 17. März wird auf der Liffey ein Feuerwerk abgebrannt. Und im Hafen entstanden im Rahmen des größten Entwicklungsplans in der irischen Geschichte Wohnungen, Hotels, Parks, ein Konferenzkomplex und ein Einkaufszentrum – die Docklands.

Mit dem Boom kamen die Einwanderer. 1996 überstieg die Zahl der Einwanderer zum ersten Mal die der Auswanderer, nach der Jahrtausendwende kamen mehr als 50 000 Immigranten pro Jahr. Die Bevölkerungszahl stieg auf über 4 Mio. an, fast zehn Prozent waren Einwanderer. Die größte Gruppe stellten die Polen. In den Supermärkten gab es Sondertische mit polnischer Ware, und Dublins Abendzeitung, der Evening Herald, legte dem Blatt jeden Freitag eine achtseitige Beilage auf Polnisch mit Tipps für die Einwanderer bei. Daneben kamen vor allem Nigerianer, Balten und Chinesen.

Dublin wurde bunt und kosmopolitisch. Nicht mehr die einheitlichen grauen Ladenzeilen und die blassen Iren prägten das Stadtbild, sondern die Einwanderer und ihre exotischen Läden, vor allem im Viertel um die Parnell Street. Auf wenigen hundert Metern liegen hier ein halbes Dutzend vergleichsweise preiswerte chinesische Restaurants. Außerdem gibt es chinesische und afro-karibische Supermärkte, in denen auch die Einheimischen einkaufen. Dazwischen ist ein alteingesessener Laden übrig geblieben. Er verkauft Papageien.

In der Moore Street, einer Seitenstraße der Parnell Street liegen das alte und das neue Dublin dicht beieinander. Auf der Straße, die für Autos gesperrt ist, verkaufen die Gemüsehändlerinnen mit dem schärfsten Mundwerk Irlands an hölzernen Ständen ihre Ware, wie sie es seit Jahrzehnten tun. Doch die Ladenzeilen sind fest in ausländischer Hand: nigerianische und chinesische Cafés, ein Friseurgeschäft mit Haarteilen für afrikanische Frauen, ein karibischer Supermarkt. Selbst der Fleischer FX Buckley's, der hier sein Geschäft seit hundert Jahren betreibt, bietet Schweinsköpfe und Zungen an, die Iren verschmähen, Chinesen dagegen schätzen.

Deutsche, US-amerikanische, französische, britische und Schweizer Banken hatten Milliarden Euro in die irische Finanzwirtschaft investiert. Die Gelder flossen als Kredite vor allem in einen durch Steuervergünstigungen angefeuerten Bauboom. 2008 kam der Absturz. Die Immobilienblase platzte, die Baufirmen konnten ihre Kredite an die irischen Banken nicht zurückzahlen, und die wiederum konnten ihre Schulden nicht bei den internationalen Banken begleichen. Nun stehen 300 000 Häuser leer, es gibt Hunderte von Geistersiedlungen.

Die irische Regierung musste die Europäische Union und den Internationalen Währungsfonds um Hilfe bitten. Die wurde ihr gewährt, doch die Bedingungen waren knallhart: ein drastisches Sparprogramm und Zinsen von fast sechs Prozent. Die Folgen sind eine Arbeitslosenrate, die wieder auf dem Stand der 1980er-Jahre ist. Jede Woche müssen deshalb 1000 Iren auswandern. Der Wert der Eigenheime ist ins Bodenlose gesunken, 75 000 Menschen können ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Viele Gastarbeiter sind in ihre Heimat zurückgekehrt, sodass die Häuser, die sie in Dublin gemietet hatten, nun ebenfalls leer stehen. So wurde eine Abwärtsspirale in Gang gesetzt, an deren Ende Irland auf einem riesigen Berg unbezahlbarer Schulden sitzen wird. Dem Land droht der Staatsbankrott.

Für Urlauber macht sich das alles kaum bemerkbar. Die Preise in den Restaurants und den Hotels sind zwar etwas gesunken, eine billige Stadt ist Dublin dennoch nicht. Das Herz der krisengeschüttelten Metropole ist und bleibt die Gegend um die 400 Jahre alte Universität, Trinity College, das schicke Einkaufsviertel um die Grafton Street und das Regierungsviertel um Merrion Square und St. Stephen's Green, deren schöne Grünanlagen wie geschaffen sind für eine Verschnaufpause. Noch mehr Platz bietet Phoenix Park, nordwestlich des Zentrums, Europas weitläufigster Stadtpark.

Für Literaturfreunde ist Dublin nach wie vor ein wahres Paradies. In Museen, Theatern und am Bloomsday, jährlicher James-Joyce-Festtag am 16. Juni, feiert Dublin seine Schriftsteller. Die Freude der Iren am Erzählen kommt aber auch in den Pubs zum Ausdruck. Spätestens dort erfahren Sie, dass Pub und Kultur keine Gegensätze sind, sondern sich ergänzen und eine Reise nach Dublin erst richtig abrunden.

Und auch das Wetter ist geblieben, wie es war. Der häufige Regen hat die Insel vor Massentourismus und Hotelhochhäusern bewahrt. Ein Sprichwort besagt, dass die Iren zwei Tage im Jahr besonders genießen: Weihnachten und den Sommer. Das ist natürlich nur ein Vorurteil, Generationen von Urlaubern sind aus Irland sonnengebräunt nach Hause zurückgekehrt – es ist reine Glückssache. Und Dublin hat im Jahresdurchschnitt weniger Niederschlag als Nizza. Ein anderes Sprichwort lautet: „Ein Fremder ist ein Freund, dem man bisher noch nicht begegnet ist.“ Daran halten sich die Dubliner noch immer. Probiere es aus!

Wohin zuerst?

Sehenswertes

O'Connell Bridge: Von hier aus ist die City gut zu übersehen. Nach Norden verläuft die O'Connell Street, Dublins Hauptstraße mit dem Denkmal des Namengebers. Im Osten liegen das alte Zollamt, der Hafen und weiter am Südufer die Glaspaläste der Wirtschaftsboomzeiten. Westlich sehen Sie die gusseiserne Ha'penny Bridge. Ein paar Schritte Richtung Süden und dann rechts in die Fleet Street sind Sie schon im Kultur- und Vergnügungsviertel Temple Bar. BusBurgh Quay/O'Connell BridgeLuasAbbey Street (160 m Fußweg)

Einkaufen

Grafton Street: Das Wichtigste liegt in der Fußgängerzone um diese vornehme Einkaufsstraße und in den angrenzenden Straßen westlich bis South Great George's Street und östlich bis Kildare Street: Mode, Kunst und Schmuck für hohe Ansprüche, Bücher und CDs, Souvenirs und Lebensmittel. LuasSt Stephen's GreenBus90, 92, 93

Am Abend

Temple Bar: Hier herrscht die höchste Dichte an Bars, Pubs, Restaurants und Nachtclubs ganz Irlands. Das Viertel zwischen Liffey und Dame Street mit seinen engen, kopfsteingepflasterten Gassen mag zwar auf Touristen ausgerichtet sein, aber es ist auch bei Dublins jungen Leuten sehr beliebt. LuasJervis Bus alle, auf denen „An Lár“ steht

Praktische Hinweise

Anreise

Der Weg ist weit und lohnt sich nur für eine Irlandrundreise. Direktfähren: Irish Ferrieswww.irishferries.com von Cherbourg und Roscoff in Frankreich nach Rosslare in Südirland (ca. 150 km von Dublin). Über Großbritannien: Mit P & O Ferrieswww.POferries.com oder durch den Kanaltunnel von Calais nach Dover, weiter durch England und Wales, dann von Holyhead im Nordwesten Wales' nach Dublin. Günstige Durchbuchungstarife und aktuelle Fährinformationen bei www.gaeltacht.de

Die Lufthansa fliegt von Frankfurt/Main, Genf und Wien nach Dublin (www.dublinairport.com), die irische Gesellschaft Aer Lingus von Berlin-Schönefeld, Hamburg, Frankfurt, München, Düsseldorf und Stuttgart, von Salzburg und Wien in Österreich sowie von Genf und Zürich in der Schweiz nach Dublin. Ryanair startet von Berlin-Schönefeld, Frankfurt-Hahn und Memmingen, Germanwings von Köln-Bonn nach Dublin.

Die Busse von Aircoachwww.aircoach.ie fahren rund um die Uhr, von 6–20 Uhr sogar alle 10 Min. vom Flughafen in die Stadt. Ca. 40 Min. Fahrtzeit zur Stadtmitte auf zwei Routen: Über O'Connell St., Grafton St., Kildare St., Leeson St. Lower zu den Vororten Sandyford und Leopardstown, und über O'Connell St., Grafton St. und Merrion Square nach Ballsbridge. Einfach 8, hin- und zurück 14 Euro. Dublin Bus fährt von 7–23 Uhr ca. alle 10 Min., einfach 6, hin und zurück 10 Euro, Linie 747 über O'Connell St. zum Busbahnhof (Busáras), 748 auf derselben Strecke und weiter nach Heuston Station. Die Fahrtzeit bis Busaras beträgt ca. 30 Min. Fürs knappe Budget: Linie 41/41C nach Lower Abbey Street, einfache Fahrt 2 Euro, ca. 45 Min.

Es gibt Bahn-Fähr-Verbindungen vom europäischen Festland über London nach Dublin. Verbindungen innerhalb Irlands: Ankunft aus dem Norden Connolly Station, aus dem Süden und Westen Heuston Station westlich der Stadtmitte

Auskunft
Tourism Ireland

DeutschlandGutleutstraße3260329069 66800950www.discoverireland.com/de

Dublin Tourism Centre

Die Tourismuszentrale hat mehrere Filialen: Flughafen DublinAnkunftshalle; Hauptbüro: St Andrew's ChurchSuffolk Street; nördlich der Liffey: 14 O'Connell Street Upper01850 230330

Auto

Auch Dublin hat längst den Verkehrsinfarkt erlitten. Überlegen Sie gut, ob Sie mit dem Auto in die Stadt fahren oder dort eines mieten. Zumal auf irischen Straßen links gefahren wird. Die bekannten internationalen Autovermieter sind am Flughafen vertreten. Ein einheimischer Anbieter am Flughafen ist Irish Car Rentals1850206088www.irishcarrentals.com. Bei einer Panne: Automobile Association01 6179999 oder RAC Motoring Service1800805498

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Trimleston Avenue31Booterstown01 2693011www.dublin.diplo.de

Österreichische Botschaft

Ailesbury Road9301 2694577www.bmeia.gv.at/botschaft/dublin

Schweizer Botschaft

Ailesbury Road601 2186382www.eda.admin.ch/dublin

Dublin Pass

Der Dublin Pass bietet freien Eintritt zu rund 30 Sehenswürdigkeiten, kostenlosen Flughafentransfer mit dem Aircoach sowie diverse Sonderangebote. Es gibt den Pass online (www.dublinpass.ie) und in den Büros von Dublin Tourism, 35 Euro für einen, 55 für zwei, 65 für drei und 95 Euro für sechs Tage. Einige Attraktionen wie die Nationalmuseen sind aber ohnehin kostenlos – der Kauf lohnt nur für emsige Besucher von Sehenswürdigkeiten, die bereits ab Flughafen den Pass für die Fahrt in die Innenstadt nutzen können.

Einreise

Deutsche, Schweizer und Österreicher benötigen einen gültigen Reisepass oder Personalausweis.

Geld & Kreditkarten

Landeswährung ist der Euro. Geldautomaten für EC-Karten gibt es in der Stadtmitte an fast jeder Ecke. Öffnungszeiten der Banken Mo–Fr 10–16 Uhr, Do bis 17 Uhr, einzelne Filialen öffnen auch an Samstagen. Nahezu alle gängigen Kreditkarten werden in den meisten Geschäften, Hotels und Restaurants akzeptiert. Allerdings wird bei Privatunterkünften (Bed and Breakfast) recht häufig Barzahlung erwartet. Fragen Sie beim Einchecken lieber nach!

Gesundheit

Mit der europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) können die Dienste irischer Ärzte und Krankenhäuser direkt in Anspruch genommen werden. Die Abrechnung wird wie im Heimatland über die Karte geregelt. Bürgern aus Nicht-EU-Staaten wird der Abschluss einer privaten Reisekrankenversicherung empfohlen. Eine Apotheke, pharmacy, muss man in Dublin nicht lange suchen. Sie befinden sich oft in Drogerien, z. B. in der stark vertretenen Drogeriekette Boots.

Klima & Reisezeit

Dublin ist ein ganzjähriges Reiseziel mit gemäßigtem, durch den Golfstrom beeinflusstem Klima. Frost und Schnee sind selten, die Regentage relativ gleichmäßig über das Jahr verteilt. Eine gute Reisezeit ist der März, wenn es im milden Irland oft schon recht frühlingshaft ist. Die sonnigsten und regenärmsten Monate sind Mai und Juni mit einer täglichen Sonnenscheindauer von sechs Stunden, aber auch September und Oktober können schön sein. Allerdings steigt die Temperatur selbst im Hochsommer nur selten auf mehr als 25 Grad. Da Sie auch im Sommer stets mit Kälteeinbrüchen, ja mit täglich wechselndem Wetter rechnen müssen, sollten Sie auf jeden Fall immer warme Sachen und Regenkleidung einpacken.

Masse & Gewichte

Mit einer einzigen Ausnahme gilt in Irland wie auf dem Kontinent das metrische System: Die Pubs zapfen Bier in Pints (1 Pint = 0,57 Liter).

Notruf

Polizei (Garda)999. Diese Nummern gelten auch für den Rettungsdienst, die Feuerwehr und die Küstenwache.

Öffentliche Verkehrsmittel

In Dublins kompakter Stadtmitte sind viele Wege ganz bequem zu Fuß machbar. Die Bahnlinien fahren ausschließlich an der Peripherie der Innenstadt. Es gibt zahlreiche Buslinien, aber bei der Vielzahl der verschiedenen Routen braucht man bisweilen Orientierungshilfen.

Busse

Busse halten auf Zuruf. „An Lar“ auf dem Zielschild bezeichnet einen Bus, der durch die Stadtmitte fährt. Unter den verschiedenen Wochentickets und Mehrfahrtenkarten sind vor allem die Rambler Tickets zu empfehlen. Sie erlauben Fahrten auf allen Routen im Stadtgebiet für 6 Euro pro Person oder 10,50 Euro als Familienkarte für einen ganzen Tag. Eine kombinierte Bus-Luas-Karte für einen Tag kostet 7,50 Euro, die Bus-DART-Karte 10,70 Euro.

Sorgen Sie bei Busfahrten dafür, dass Sie immer genug Kleingeld dabeihaben: Die Fahrer geben nämlich kein Wechselgeld. Fahrpläne und Tickets: Dublin Bus OfficeO'Connell Street Upper5901 8734222www.dublinbus.ieMo–Sa 9–17.30 Uhr

DART

Dublin Area Rapid Transport (DART) ist die Bahnstrecke, die nördliche und südliche Vor- und Küstenorte mit der Innenstadt – Connolly Station nördlich der Liffey, Tara Street und Pearse Street südlich davon – verbindet. Für Ausflüge an die Küste und für Dublinbesucher mit einer Unterkunft nahe den DART-Bahnhöfen ist sie nützlich (alle 10–15 Min. von 6–24 Uhr). Die Tageskarte für 7,60 Euro lohnt sich ab vier Fahrten. Für Ausflüge besorgt man sich besser eine Rückfahrkarte am Automat oder Schalter. www.irishrail.ie

Dublin Bikes

Dublin ist nicht gerade fahrradfreundlich, die Radwege bestehen oft nur aus brauner Farbe, die auf die Straße gemalt ist, die Autofahrer sind nicht besonders rücksichtsvoll. Allerdings gehören Fahrräder inzwischen auch zu den öffentlichen Verkehrsmitteln, denn Dublin stellt wie viele andere europäische Städte Leihfahrräder zur Verfügung. 450 robuste Räder sind an 40 Stationen in der Innenstadt erhältlich, die einzelnen Stationen sind höchstens 300 m voneinander entfernt. Um ein Fahrrad auszuleihen, müssen Sie Mitglied werden. Für Touristen bietet sich die 3-Tage-Mitgliedschaft für 2 Euro an. Sie kann an 14 der 40 Stationen mit der Kreditkarte gekauft werden. Der Mitgliedsausweis trägt eine PIN-Nummer, die Sie zum Ausleihen der Räder benötigen. Die ersten 30 Min. sind kostenlos. Danach kostet eine Stunde 50 Cent, zwei Stunden 1,50, drei Stunden 3,50 und vier Stunden 6,50 und jede weitere halbe Stunde 2 Euro. Informationen über die Mietstationen unter www.dublinbikes.ie

Ecocabs

In modernen, überdachten Dreirädern bringen Sie kräftige Menschen kostenlos zu jedem Punkt in der Dubliner Innenstadt, also in einem Radius von ca. 2 km rund um die O'Connell Bridge. Sie verkehren zwischen 10 und 19 Uhr und haben bestimmte Haltepunkte, können aber auch herangewunken werden. Da sie von Firmen gesponsert werden, müssen Sie nichts bezahlen, aber ein Trinkgeld wird gerne genommen. Die Ecocabs bitte nicht verwechseln mit den kostenpflichtigen Rikschas und Fahrradtaxis! www.ecocabs.ie

Luas

Die schnellen modernen Straßenbahnen Luas verkehren auf zwei Strecken. Die rote Linie fährt von der Connolly Station parallel zur Liffey am Nordufer fast bis Phoenix Park, überquert den Fluss zur Heuston Station und den südwestlichen Vororten. Die grüne Linie wiederum verbindet die südlichen Vororte Dublins mit St. Stephen's Green (alle 10 Min. oder häufiger von 5.30–0.30 Uhr, Sa ab 6.30, So ab 7 Uhrwww.luas.ie). Karten gibt es an Automaten und in Geschäften in der Nähe der Haltestellen.

Öffnungszeiten

Geschäftsstunden in Dublin sind grundsätzlich Mo–Sa 9–18 Uhr mit einem uneinheitlichen Trend zur längeren Öffnung am Abend. Viele Läden haben auch sonntags ab Mittag geöffnet. In der Innenstadt schließen die meisten Geschäfte donnerstags nicht vor 20 Uhr.

Post

Die Dubliner Postämter haben Mo–Fr von 9.30–18 Uhr geöffnet, das Hauptpostamt General Post Office an der O'Connell Street von Mo–Sa 8–20, So 10.30–18.30 Uhr.

Stadtführungen

Zu Fuß können sich Dublinbesucher sehr gut leiten lassen. Besonders beliebt ist der Literary Pub CrawlDuke Street01 6705602www.dublinpubcrawl.comApril–Okt. tgl., Nov.–März Do–Sa 19.30 Uhr, Beginn im Pub The Duke. Zwei Schauspieler führen durch die Kneipen und geben dabei Unterhaltsames von Samuel Beckett, Oscar Wilde und Co. zum Besten. Mit der Broschüre Rock 'n' Stroll Trail (im Tourist Office) finden Musikfreunde die Wirkungsstätten von U2 und anderen Stars. Auch von der Liffey aus lässt sich Dublin anschauen: Bootsfahrten von Bachelors Walk01 4734082www.liffeyvoyage.ieMärz–Nov. vier- bis sechsmal tgl. ca. 45 Min. für 13 Euro starten am Nordufer nahe Ha'penny Bridge.

Sie können Dublin auch buchstäblich probieren: Beim Dublin Tasting Trail01 4971245www.fabfoodtrails.com/dublin-tasting-trail45 Euro kommen die Sehenswürdigkeiten zwar nicht zu kurz, aber der Schwerpunkt liegt auf kulinarischen Genüssen. Die 2,5-Std.-Tour führt zu Märkten, Fischläden, Bäckereien, Fleischereien und Käsegeschäften, von denen manche bereits seit vier, fünf Generationen im Familienbesitz sind. Und das Beste: Bei jedem der vielen Stopps gibt es eine Kostprobe. Die Tour startet freitags und samstags um 10 Uhr je nach Route an verschiedenen Punkten im Zentrum.

Strom

Spannung: 220 Volt. Irische Steckdosen sind für Dreipolstecker konzipiert. Adapter für deutsche Zweipolstecker sind am Flughafen und im Handel in Dublin erhältlich.

Taxi

Seit die irische Regierung die Vergabe von Taxi-Lizenzen gelockert hat, ist es selbst am Wochenende kein Problem mehr, ein Taxi zu bekommen. Standplätze gibt es in der Innenstadt am College Green, am Aston Quay und in der O'Connell Street. Die Grundgebühr beträgt 3,80 Euro tagsüber und 4,10 Euro nachts für den ersten Kilometer. Jeder weitere Kilometer kostet 0,95–1,63 Euro je nach Entfernung. Für die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt müssen Sie mit 25–30 Euro rechnen. Es gibt zwar genügend Taxis, aber wenn es darauf ankommt, pünktlich am Flughafen zu sein, sollten Sie ein Taxi vorbestellen, z. B.: A to B Cabs01 6772222, Castle Cabs01 8319000, Checkers Cabs01 8343434, Pony Cabs01 6612233.

Telefon & Handy

Die Nutzung von Handys mit GMS-Standard und Roamingservice ist in Irland problemlos, aber teuer. Wenn es nicht das eigene Handy sein muss und Ihr Gespräch länger dauern soll, sparen Sie viel Geld an bestimmten gekennzeichneten öffentlichen Telefonen, wo Auslandsgespräche nur 0,25 Euro pro Minute kosten. Noch günstiger sind Telefonate von Callshops, von denen es im Zentrum etliche gibt. Telefonkarten für 10, 15 und 20 Euro gibt es bei der Post. Telefonauskunft: 11850. Die Vorwahl für Irland ist 00353, für Dublin 01 bzw. 003531 aus dem Ausland. Für Deutschland gilt die Vorwahl 0049, für Österreich 0043 und für die Schweiz 0041.

Trinkgeld

10–15 Prozent Trinkgeld ist für Restaurantbedienungen üblich, wenn kein Betrag als „service charge“ auf der Rechnung steht, 10 Prozent vom Fahrpreis gilt für Taxifahrer. In Pubs wird in der Regel kein Trinkgeld gegeben, wenn man sich das Getränk am Tresen selbst holt. Lässt man sich am Tisch bedienen, sollte man jedoch Trinkgeld geben.

Zeit

Die Zeitverschiebung beträgt ganzjährig minus 1 Stunde zur mitteleuropäischen Zeit: 15 Uhr MEZ = 14 Uhr in Dublin.

Zeitungen

Wichtigste Tageszeitungen in Dublin sind die seriöse, liberal orientierte Irish Times sowie der etwas leichtere, konservative Irish Independent und der Examiner. Der Evening Herald ist eine Abendzeitung. In den meisten Geschäften sind auch englische Zeitungen erhältlich, von denen manche irische Ausgaben herausbringen.

Zoll

Für EU-Bürger gelten für Waren des persönlichen Gebrauchs keine Ein- und Ausfuhrbeschränkungen. In der Praxis werden zollfrei akzeptiert: 800 Zigaretten oder 200 Zigarren, 110 l Bier, 90 l Wein oder 10 l Spirituosen. Für Bürger aus der Schweiz gelten geringere Freimengen.

Was kostet wie viel?

Guinness

4–6 Euro für ein pint

Kaffee

2,50 Euro für eine Tasse

Fish & Chips

7 Euro für eine Portion

Busticket

1,50–2 Euro für eine einfache Fahrt

Musik-CD

15 Euro für eine CD mit irischer Folkmusik

Theater

Ab 20 Euro für eine Eintrittskarte

Low Budg€t

Sehenswertes

Diese herausragenden Dubliner Sammlungen gewähren stets freien Eintritt: Das National Museum – Archaeology, das National Museum – Decorative Arts And History, die National Gallery of Ireland, das Natural History Museum, die Chester Beatty Library, das Irish Museum of Modern Art und die Hugh Lane Gallery.

Dublin Bus bietet verschiedene günstige Pässe, z. B. das 3-Tage Rambler Ticket für alle Linien inkl. Flughafenbusse 747 und 748 (13,30 Euro); das 3-Tage Freedom Ticket (26 Euro) umfasst auch die Rundfahrten mit Kommentar. Erhältlich am Flughafen und 59 Upper O'Connell Street.

Essen & Trinken

Preiswerte chinesische Restaurants finden Sie in Dublins entstehender Chinatown auf der Parnell Street im Abschnitt östlich von Parnell Square und auf der Chapel Street.

Selbstversorger kaufen in den Supermärkten im Jervis Centre und ILAC Centre oder den kleinen SPAR-Läden ein und genießen ihr Picknick in einem der schönen Dubliner Parks.

Viele Pubs bieten ab Mittag bis in den frühen Abend Mahlzeiten an, die von einfacher Suppe bis zum Rinderbraten mit Beilagen reichen. Die Portionen sind reichhaltig, die Preise für Dubliner Verhältnisse erschwinglich. Besonders empfehlenswert ist The Brian BoruProspect Road9www.thebrianboru.ieBus4, 13, 19, 19aHart's Corner nahe dem Glasnevin-Friedhof.

Einkaufen

Wer Geld sparen will, kauft nördlich der Liffey ein. Kaufhäuser wie Dunne's in der Henry Street bieten preiswerte Kleidung; der benachbarte Markt in der Moore Street ist eine gute Anlaufstelle für Lebensmittel.

Secondhand-Bücher, -CDs, -Kleidung und mehr aus zweiter Hand gibt es in den „Charity Shops“, deren Einnahmen wohltätigen Vereinen zugutekommen. Einige davon sind in und um die Capel Street zu finden. Bücher, auch in Deutsch, gibt es bei Oxfam BooksParliament Street25.

Auf dem Wochenendmarkt Wochenendmarkt im Vorort BlackrockMain StreetSa 11–17.30, So 10–17.30 UhrDARTBlackrock an der Küste südlich der City ist nicht alles preiswert, aber wer sucht, findet Schnäppchen: Kleidung, Accessoires, Wohnungseinrichtung, Esoterisches.

Am Abend

Das Bier ist außerhalb des Zentrums zwar billiger, aber in so manchen Pubs in der Innenstadt wird Livemusik gespielt, ohne dass Sie Eintritt zahlen müssen. Gute Adressen: The Brazen Head (Lower Bridge Street20), Oliver St John GogartyFleet Street58-59 und v. a. Hughes' Bar (Chancery Street20LuasFour Courts), wo Sie oft auch Dudelsackmusik hören können.

Im Juli und August gibt es jeden Samstag ab 21.30 Uhr Freilichtkino auf dem Meeting House Square in Temple Bar. Gezeigt werden meist Klassiker, die Tickets sind kostenlos. Karten: Temple Bar Information CentreEast Essex Street12www.templebar.ie

Übernachten

Wer feiern und dann sicher und direkt ins Bett fallen will, ist in der Backpacker-Herberge BarnaclesCecilia Street101 6716277www.barnacles.ie mitten im unruhigen Viertel Temple Bar am richtigen Platz. Das Haus ist sauber und sicher, die Zimmer hell und relativ geräumig. Doppelzimmer kosten ab 30 Euro, im Mehrbettzimmer zahlen Sie ab 10 Euro pro Nacht.

Eigentlich eine Studentenunterkunft vermietet Mercer CourtLower Mercer Street01 4780328LuasSt Stephen's Green in den Semesterferien zwischen Ende Juni und Sept. 100 Zimmer mit Bad an Dublinbesucher – billiger als im Trinity College und teilweise mit besserem Standard. Zentral gelegen nahe St. Stephen's Green, Einzelzimmer ab 60, Doppelzimmer ab 90 Euro. Buchung über www.visitdublin.com unter „Accomodation“ und weiter „Campus Accomodation“.

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

17. März

St Patrick's Day (Nationalfeiertag)

März/April

Ostermontag

jeweils 1. Mo im Mai, Juni, August und letzter Mo im Oktober

Bank Holiday

25./26. Dezember

Weihnachten.

Karfreitag ist kein offizieller Feiertag, aber die Pubs sind geschlossen.

Veranstaltungen
Februar

Dublin International Film Festival: Eine Woche lang irische Filme und Weltkino; 01 6624260www.dubliniff.com

März

St Patrick's Day: Fünf Tage Karnevalsstimmung um den 17. März mit Kirmes, Märkten, irischer Musik, Tanz und anderen Veranstaltungen ganz im Zeichen des irischen Nationalheiligen. Höhepunkt am 17. ist die große Innenstadt-Parade. www.stpatricksday.ie

April

Messias – 13. April: Open-Air-Aufführung des Oratoriums von Georg Friedrich Händel in der Fishamble Street

Mai

Africa Day – 25. Mai: Musik, Essen und lauter Veranstaltungen rund um afrikanische Kultur; www.africaday.ie

Juni

Bloomsday – 16. Juni: An diesem Tag im Jahr 1904 spielt James Joyces Dublinroman Ulysses. Geführte Spaziergänge und Events an den Orten des Geschehens sind teils Hommage ans Werk, teils Anlass für feuchtfröhliches Zusammensein. Auskunft: The James Joyce Centre01 8788547www.jamesjoyce.ie

Dublin Writers Festival: Lesungen und Vorträge international bekannter Schriftsteller; Mitte Juni, einige Tage um Bloomsday01 2225455www.dublinwritersfestival.com

Juni–August

Summer in Dublin: Eine Reihe von Open-Air-Veranstaltungen, z. B. kostenlose Mittagskonzerte auf dem Merrion Square und in anderen Parks u. v. m.; Ende Juni–Mitte Aug.www.dublincity.ie

August

Dublin Horse Show auf dem Gelände der Royal Dublin Society (RDS) im Stadtteil Ballsbridge. Die Iren sind Pferdenarren, aber hier geht es um mehr als einen international bedeutenden Wettbewerb im Springreiten. Ladies' Day08 183002074www.dublinhorseshow.comMi–Sa der 1. Augustwoche ist ein gesellschaftliches Ereignis, bei dem ausgefallene Hüte getragen werden. Um die Hauptrennbahn herum findet ein großer Jahrmarkt statt.

September

Liffey Swim: Seit 1920 nehmen Mutige Anfang September am Schwimmwettbewerb im Fluss Liffey teil. Wer die 2,5 km lange Strecke flussabwärts zum Custom House heil übersteht, wird am Ziel mit einem Volksfest gefeiert.

Dublin Fringe Festival: Theater, Tanz, Comedy und allerlei Kleinkunst belegen die unerschöpfliche Kreativität der Iren. Zwei Wochen Mitte Sept.01 8171677www.fringefest.com

Culture Night: Die große Nacht der kostenlosen Kultur – von A bis Z, auf dem ganzen Stadtgebiet. www.culturenight.ie

September/Oktober

Dublin Theatre Festival: Aufführungen moderner Theaterstücke aus verschiedenen Ländern auf den Bühnen der Stadt. Ende Sept.–Mitte Okt.01 6778899www.dublintheatrefestival.com

Oktober

Samhain/Halloween – 31. Oktober: Samhain ist der keltische Name für Halloween, das Tausende kostümierte Dubliner mit einer Parade vom Parnell Square nach Temple Bar begehen.

Dublin Marathon: Hochkarätige internationale Athleten nehmen teil. Letzter Mo im Okt.www.dublincitymarathon.ie

Im Trend

Ab an die Bar
Pasta basta

Die Mutter aller Noodle Bars ist WagamamaSouth King Street. Hier drehen, schlürfen und schneiden Sie Nudeln aus Reis oder Weizen, Udon-, Soba- oder Ramennudeln. hat den Weg bereitet für weitere coole Nudellokale: Die Diep Noodle BarHatch Street Upper hat sich auf vietnamesische und Thai-Aromen spezialisiert. Im Café MaoChatham Row2-3 ist allein die Beilage aus gedämpften Nudeln mit Ingwer, Sojasoße und Koriander ein Gedicht. Dazu: Chili-Lime-Beef.

Bring your own
Ade Weinkarte

Immer mehr Restaurants sparen sich die Ausschanklizenz. So können Gäste ihren eigenen Wein mitbringen. Das SeagrassSouth Richmond Street30 verzichtet sogar auf die Corkage-Fee und serviert internationale Küche. Seine Heimatküche bringt Moustafa Keshk im Keshk CaféUpper Leeson Street129 auf den Tisch. Zu den orientalischen Speisen wählen Sie den Wein vorher aus. Beispielsweise in der Weinboutique Louis AlbrouzeUpper Leeson Street127. Dort können Sie den passenden Tropfen vorbestellen, sodass der Weiße schon gut gekühlt und der Rote dekantiert ist.

Grüne Insel
Eco

Düsen Sie abgasfrei und gratis durch Dublin mit einem der pedalbetriebenen Ecocabswww.ecocabs.ie. Ihr Weg sollte Sie auch zu Leaf LivingWhitefriar Street führen, wo es vom Ökowaschmittel bis zur Vogelgezwitscher-Uhr alles gibt, was das grüne Herz begehrt. Nächstes Must: EdunBrown Thomas & CoGrafton Street88-95. Das Label von U2-Sänger Bono und Ali Hewson stellt nachhaltige Fairtrade-Mode her, die den Träger einfach gut aussehen lässt.

Auf ein Wort
Die Stadt der Literatur

Die Ernennung zur Literaturstadt durch die Unesco hat das Schreibfeuer unter den Nachwuchsautoren Dublins noch weiter angefacht. Lesungen der jungen Wilden finden in ganz entspannter Atmosphäre statt. Beispielsweise in der Cassidy's BarWestmoreland Street27 oder dem Indie-Buchladen ChaptersParnell Street. Einen Überblick über den schreibenden Nachwuchs bekommen Sie auf dem Dublin Book Festivalwww.dublinbookfestival.com. Eine, die es schon geschafft hat, ist Roslyn Fuller. Die Wahl-Dublinerin konnte mir ihrem Debüt „ISAK“ bereits die Bestsellerlisten erobern www.irishwritersexchange.com. Wer sein Herz an irische Literatur verschenkt hat, ist bei Cathach BooksDuke Street10 richtig. Der Laden hat sich auf irische Raritäten und weniger bekannte Autoren spezialisiert.

Pop-Up-Spaces
Kunst

Leerstehende Fabrikhallen oder Läden werden zur Heimat der Kreativen. Eli McBett hat sich einer alten Werkstatt angenommen. Statt Ölwechsel gibt es dort nun höchstens Öl auf Leinwand. Die Ausstellungen im SHE-DGardiner Lane43www.mcbett.net wechseln ständig und sind immer sehenswert. Freie Flächen Kreativen zur Verfügung zu stellen, ist auch das Ziel von TransColonia. Die Künstlerinitiative stellt so immer wieder spannende Projekte auf die Beine http://sites.google.com/site/recycledspace Eine feste Adresse hat dagegen der Workmans ClubWellington Quay10. Hier bekommen Künstler eine Chance auf den Durchbruch. Neben Konzerten finden dort auch Ausstellungen und Performances statt.

Bloss nicht

Keine Runde bestellen

In Irland herrscht in den Pubs noch immer das Rundensystem. Wenn Sie also mit Iren Bekanntschaft geschlossen haben und mit ihnen in den Pub gehen, werden Sie mit Sicherheit zur ersten Runde eingeladen. Das bedeutet, dass Sie bei der nächsten Runde dran sind. Warten Sie nicht, bis Sie Ihr eigenes Glas leer getrunken haben: Die Geschwindigkeit der Bestellungen hängt vom schnellsten Trinker ab. Selbstverständlich können Sie auch eine Runde aussetzen.

Sich unpassend anziehen

Wenn Sie vorhaben, in einem besseren Restaurant zu essen, in einer stilvollen Bar Cocktails zu trinken oder in einem exklusiven Club zu tanzen, dann stecken Sie etwas Feineres als Turnschuhe und Jeans ins Gepäck. Zu lässig gekleidet, werden Sie sich entweder unwohl fühlen oder der Türsteher lässt Sie gar nicht erst rein.

In öffentlichen Räumen rauchen

In Dublin herrscht in allen Pubs, Restaurants, Verkehrsmitteln und anderen öffentlichen Räumen absolutes Rauchverbot. Viele Gaststätten richteten daher Raucherzonen im Freien, auf Terrassen oder vor dem Eingang ein. Diese Regelung wird streng eingehalten und hat oft auch nette Folgen: Es kann vorkommen, dass die Luft in der Kneipe besser ist als vor der Tür. Und der Tresen verlängert sich als Platz für Gespräche und neue Bekanntschaften nach draußen.

Über Land und Leute schimpfen

Iren schimpfen gerne über Preise, den Verkehr und andere Misslichkeiten in ihrem Land. Das dürfen sie. Aber Sie als Gast sollten nicht ins Anprangern von Ärgernissen einstimmen, sei es über den Müll auf den Straßen, sei es über das mangelnde Brotangebot beim Bäcker. Damit machen Sie sich keine Freunde, auch wenn man Ihnen aus Höflichkeit anscheinend recht gibt.

In die falsche Richtung schauen

Die Iren fahren links. Und die stressfreien Tage sind für Autofahrer und Fußgänger auch in Dublin längst vorbei. Ein Blick in die falsche Richtung kann lebensgefährlich sein, denn Busse, PKW und Lastwagen donnern von früh bis spät durch die Straßen.

Im Restaurant getrennte Rechnungen verlangen

Wenn Sie mit einer Gruppe im Restaurant gegessen haben, verlangen Sie danach auf keinen Fall getrennte Rechnungen. Das ist in Irland unüblich. Sie können ja später selbst ausrechnen, wie viel jeder zu bezahlen hat. Und lassen Sie den Kellner nicht warten, während Sie mühsam das Geld zusammen suchen, um möglichst passend zu zahlen. Das ist unhöflich.

Stichworte

Bloomsday

Am Morgen des 16. Juni 1904 zog der 38-jährige Anzeigenakquisiteur Leopold Bloom die Tür seines Hauses in der Eccles Street Nr. 7 hinter sich zu. Er ging an Larry O'Rourkes Kneipe vorbei und kaufte in Dlugaczs Metzgerei eine Niere. Auf dem Weg kam ihm in den Sinn, dass es „ein ganz schönes Geduldspiel wäre, quer durch Dublin, ohne an einer Kneipe vorbei“. Seit 1954 probieren es die Joyce-Anhänger Jahr für Jahr, immer am 16. Juni, aus: Blooms achtzehn Meilen lange Odyssee durch die irische Hauptstadt, die James Joyce in seinem Jahrhundertwerk Ulysses beschrieben hat. Manche kommen zum Dubliner Bloomsday gar in edwardianischer Kleidung. Viele Stationen auf Blooms Weg durch Dublin sind noch erhalten, z. B. der Wehrturm von Sandycove. Joyce hatte dort fünf Tage lang mit dem Schriftsteller Oliver St. John Gogarty und dem Engländer Samuel Trench gelebt. Auch Sweny's Chemist Shop, wo Bloom ein Stück Zitronenseife kaufte, gibt es noch. „Drogisten ziehen selten um“, weissagte Bloom korrekt. Das gilt auch für die Toten auf dem Friedhof von Glasnevin, wohin der Romanheld mit drei anderen Trauergästen in einer Kutsche fährt. Außer den Straßen und Plätzen, die Bloom zwischen acht Uhr morgens und zwei Uhr nachts durchstreifte, existieren noch viele Läden und Wirtshäuser, die von den Joyce-Pilgern wie die Stationen eines Kreuzwegs aufgesucht werden können. Im Davy Byrne's nahm Bloom ein Gorgonzola-Sandwich und einen Burgunder zu sich. Dieses Gericht wird im Davy Byrne's noch immer serviert, aber eben nur am Bloomsday.

Craic

In Irland steht der Pub im Mittelpunkt des Lebens. Er ist viel mehr als nur ein Ort, an dem Bier getrunken wird. Denn hier pflegen die Iren zwei wichtige Elemente ihrer Kultur: Musik und Gespräche. Die Bedeutung der traditionellen Musik, die in Kneipen immer noch am besten gedeiht, ist bekannt. Fast noch wichtiger aber ist den Iren eine gute Unterhaltung, denn sie sind ein redegewandtes, witziges Volk. Ihr wortgewaltiges Talent heimst nicht nur Nobelpreise für Literatur ein – allabendlich kommt es auch am Tresen zur Geltung. Wo gelacht und geredet wird, dort fällt das Wort „craic“, das nur unzureichend mit „Spaß“ zu übersetzen ist. „What's the craic?“ bedeutet „Was ist los?“, „Was gibt's heute für Tratsch?“. Die Frage ist eine Aufforderung, etwas Unterhaltsames zu erzählen. Nach einem gelungenen Abend im Pub heißt es dann: „It was great craic!“ – „Wir hatten viel Spaß!“

Gaelic Football

Die traditionelle irische Sportart erinnert entfernt an Fußball. Auch hier geht es darum, das Leder im Netz unterzubringen, was drei Punkte einbringt. Dazu dürfen aber auch die Hände benutzt werden. Geht der Ball zwischen den verlängerten Pfosten über die Querlatte, zählt es einen Punkt. Torrichter in langen, weißen Kitteln wachen über die Flugbahn und signalisieren einen Punktgewinn mit Fähnchen. Für die Behandlung der Gegenspieler gibt es strenge Vorschriften, was unbedarfte Zuschauer kaum für möglich halten. Die gälischen Sportarten – neben Football gibt es Hurling, entfernter Verwandter des Hockey, jedoch wesentlich kampfbetonter – sind Ende des 19. Jhs. von der Gaelic Athletic Association (GAA) wiederbelebt worden, nachdem sie von den englischen Besatzern jahrhundertelang unterdrückt worden waren. Sport und Rebellion gehörten daher von Anfang an zusammen. Polizisten, Gefängniswärter und Soldaten durften nicht der GAA beitreten. GAA-Mitgliedern andererseits war es bis in die 1950er-Jahre verboten, sich „barbarische englische Sportarten“ wie Rugby, Fußball oder Kricket anzusehen, geschweige denn daran teilzunehmen. Heutzutage ist der Verband eine Säule der Gesellschaft, viele Spieler gehen nach Beendigung ihrer Laufbahn in die Politik. Jack Lynch, Hurling-Star aus Cork, hat es sogar bis zum Premierminister gebracht.

Der Besuch eines Gaelic-Football- oder Hurling-Matchs ist garantiert ein unvergessliches Erlebnis. Bis September spielen die Amateure der GAA-Liga oft im Stadion Croke Park im Dubliner Vorort Drumcondra.

Gälisch

Touristen in Dublin wundern sich oft, wie viele Busse nach „An Lár“ fahren. Dennoch spricht kein Mensch von diesem Ort – er ist nicht einmal auf dem Stadtplan verzeichnet. „An Lár“ ist das gälische bzw. irische – genau genommen ist Gälisch der Überbegriff für Irisch und Schottisch, wird aber landläufig als Synonym für Irisch gebraucht – Wort für „Stadtzentrum“. Und Irisch ist laut Verfassung von 1937 erste Landessprache – Englisch ist erst die zweite offizielle Sprache. Die Realität steht allerdings in krassem Gegensatz zu diesem Wunschdenken. Irisch gehört zu den keltischen Sprachen. Bis zum 16. Jh. konnte sie sich relativ ungehindert entwickeln. Erst Heinrich VIII. und seine Nachfolger versuchten, ihre aufsässigen irischen Untertanen zu befrieden, indem sie ihnen englische Gesetze und die englische Sprache aufzwangen. Nach der großen Hungersnot Mitte des 19. Jhs. war es verboten, in der Schule das irische Gälisch zu sprechen. Die Kinder mussten einen Holzstock um den Hals tragen, in den für jedes irische Wort, das sie sagten, eine Kerbe eingeritzt wurde. War am Ende der Woche eine bestimmte Anzahl Kerben überschritten, wurden die Eltern des Kindes mit Lohnabzügen bestraft. Erst im Zuge der Unabhängigkeitsbewegung Ende des 19. Jhs. begannen zaghafte Wiederbelebungsversuche. Nach der Gründung des irischen Freistaats 1922 nahm sich die neue Regierung der Förderung der Sprache an. Gälisch wurde in den Schulen unterrichtet und es wurden „Gaeltachts“ – Gemeinden mit Irisch als Umgangssprache – gegründet. Steuererleichterungen und Zuschüsse beim Hausbau sollten die Ansiedlung dort schmackhaft machen. Sogar in Dublin wurden Häuserkomplexe für irisch sprechende Bewohner eingerichtet. Dennoch ist das irische Gälisch vom Aussterben bedroht. Übrigbleiben werden wohl die Toilettenschilder, die Touristen oft vor Probleme stellen: Wer nämlich unter Zeitdruck blitzschnell kombiniert, dass „Fir“ Frau und „Mná“ Mann heißt, geht unweigerlich durch die falsche Tür.

Georgian

„Georgian“ bezeichnet die Epoche von 1714–1830, in der vier aufeinander folgende britische Könige – allesamt aus dem deutschen Fürstenhaus von Hannover – Georg hießen. Als zweitwichtigste Stadt nach London im aufstrebenden britischen Handelsimperium blühte Dublin in dieser Zeit. Die Bevölkerung wuchs von 60 000 auf 224 000 Einwohner, und für die Wohlhabenden entstanden neue Stadtteile mit breiten Straßen, repräsentativen Plätzen und Wohnhäusern in einem eigenen klassizistischen Stil. Augenfälligstes Element jener georgianischen Architektur sind stets die Türen, die berühmten „Georgian Doorways“. Sie sind der dekorative Kontrast zu den schlichten Backsteinfassaden, die in der Regel nur durch kleine gusseiserne Balkone in Höhe der ersten Etage verziert sind. Die Türen dagegen verwöhnen das Auge mit vielen Details. Einfache oder doppelte Säulen rahmen sie. Über dem Türsturz gewähren halbrunde Fenster mit fächerförmiger Verzierung, die so genannten fan-lights, einen Blick auf die dahinter liegenden Stuckdecken. Die Türen selbst werden außen in allen kräftigen Farben lackiert, so dass man selten zwei gleiche auf einen Blick sieht. Auf Hochglanz polierte Messingelemente – Klopfer, Knäufe, Briefschlitze, Namensschilder und Beschläge – runden das edle Gesamtbild der Dublin Doors ab.

Guinness

Der Pub ist das verlängerte Wohnzimmer der Iren, und aus Wohnzimmern hat er sich auch entwickelt. Im Mittelalter brauten die meisten irischen Familien ihr eigenes Bier. Es sprach sich schnell herum, wer das beste Bier in der Nachbarschaft produzierte, und die Familien machten ein Geschäft daraus. Ein William Petty stellte 1682 fest, dass von den 6025 Häusern in Dublin mehr als 1200 Verkaufsstellen für Alkohol waren. Daraus entwickelte sich so manche Brauerei. Eine davon, ziemlich heruntergekommen und schlecht in Schuss, kaufte Arthur Guinness am 31. Dezember 1759. Der 34-jährige Protestant aus Kildare zahlte hundert Pfund und pachtete die Brauerei in einem Anflug von Optimismus für 9000 Jahre zum Preis von 45 Pfund jährlich. Seine Familie hielt ihn für verrückt. Das Gelände war gerade mal 1,5 ha groß, heute sind es 24 ha, die sich beiderseits der Thomas Street erstrecken. Anfangs braute Arthur Guinness helles Bier und englisches Ale, erst später stieg er auf das berühmte dunkle Porter um. 1914 war Guinness die größte Brauerei der Welt. Heute gibt's das große Schwarze in mehr als 150 Ländern. Im Dubliner Stammhaus werden täglich 4 Mio. Pints hergestellt. Viele Dichter haben sich mit Guinness beschäftigt, sowohl in den Pubs als auch in ihren Werken. Benjamin Disraeli, Graham Greene und Charles Dickens haben darüber geschrieben. Kurz und prägnant fasste es die Krimischriftstellerin Dorothy L. Sayers. „Guinness is good for you“, schrieb sie, und das war 1929 auch der erste Werbeslogan.

Das Guinness Buch der Rekorde, das seit 1955 erscheint, ist nach der Bibel und dem Koran das meistverkaufte Buch der Welt. Entstanden ist es aus einem Streit, den der Guinness-Geschäftsführers Hugh Beaver mit einem Jagdfreund hatte. Es ging dabei um die Frage, welcher der schnellste Vogel der Welt ist. Ursprünglich war das Rekordbuch lediglich als Werbegag geplant, doch schon bald wurde es ein derart kommerzieller Erfolg, dass heute 50 Menschen in der Redaktion des Rekordbuchs arbeiten, das Buch in fast 40 Sprachen erscheint.

Harfe und Shamrock

Zwei Nationalsymbole sind in Dublin allgegenwärtig. Die zwölfsaitige Harfe steht für den Barden und damit zugleich für Musik und Literatur. Wenn im Phoenix Park die Fahne mit der gelben Harfe auf blauem Grund weht, dann ist das Staatsoberhaupt zu Hause, in seiner Residenz mitten auf dem grünen Parkgelände. Die Harfe schmückt steinerne Wappen an den Fassaden repräsentativer Gebäude, am häufigsten aber ist sie als Logo der Firma Guinness zu sehen – dann allerdings spiegelverkehrt, denn auch in Irland wäre es anmaßend, die Staatsharfe auf einem Bierglas abzubilden.

Ein weiteres Symbol der Iren ist das Kleeblatt: Für Botaniker trifolium dubium, im Volksmund einfach shamrock. Am Nationalfeiertag St. Patrick's Day (17. März) haben die Gärtnereien Hochkonjunktur, jeder Dubliner trägt das patriotische Grün im Knopfloch. Der Legende nach nahm Patrick bei der Missionierung Irlands im 5. Jh. den dreiblättrigen Klee zur Hand, um die Lehre der Dreifaltigkeit zu erklären. Wann immer es darum geht, für das Land Flagge zu zeigen, am Trikot der irischen Fußball- und Rugbymannschaften oder im Logo der Tourismusbehörde, erscheinen die drei Blätter der Shamrock-Pflanze.

Whiskey

Der Name des hochprozentigen Getränks stammt von einem alten gälischen Wort ab: Uisce Beatha, „Lebenswasser“. Weil die Soldaten des englischen Königs Heinrich II., die Irland im 12. Jh. besetzten, das Wort nicht aussprechen konnten, verballhornten sie es zu Whiskey. Irischen Whiskey – früher wurde er bisweilen wie der schottische Whisky ohne „e“ geschrieben – gibt es seit mehr als tausend Jahren. Die Iren sind stolz darauf, dass sie ihn erfunden haben, wenn auch die Schotten diese kulturelle Leistung für sich beanspruchen. Als Beweis führen sie an, dass es wesentlich mehr schottische Marken als irische gebe, doch die Iren antworten darauf: „Ihr übt eben noch.“ Bis zur Prohibition war irischer Whiskey in den Vereinigten Staaten marktbeherrschend. Doch während des Alkoholverbots 1920–1933 brannten viele Amerikaner Whiskey schwarz und gaben ihm wohlklingende irische Namen. Dadurch wurde der Ruf des irischen Whiskeys ruiniert, weil die Qualität des illegalen Gebräus erbärmlich war. Nach Aufhebung der Prohibition eroberte Scotch Whisky den US-Markt.

Bücher & Filme

Dubliners

James Joyces Porträt der Stadt vor 100 Jahren – leichter zu lesen als die späteren Werke des Autors wie etwa Ulysses. Letzteres prägte die gesamte Literatur des 20. Jhs. und verewigte Dublin als spannende Kulisse. Anspruchsvoll, aber wer es gelesen hat, sieht die Stadt – und vielleicht auch das Leben – mit anderen Augen

Gescheckte Menschen

Hugo Hamiltons Mutter war Deutsche, sein Vater ein irischer Nationalist, dessen Kinder Deutsch oder Irisch, aber nicht Englisch sprechen durften. Hamilton beschreibt seine Dubliner Kindheit, in der er irische Wollpullover und deutsche Lederhosen tragen musste (2004)

Dublin – ein Reisebegleiter

Literatur zur Literatur: Das Buch von Hans-Christian Oeser nimmt Sie an die Hand und spaziert mit Ihnen quer durchs literarische Dublin (2005)

Die Barrytown-Trilogie

Ob als Kinofilm oder Buch, Roddy Doyles Trilogie ist ein nachdenklich stimmendes, aber höchst unterhaltsames Vergnügen. Die Commitments, Fish & Chips und The Snapper spielen in einer armen Trabantensiedlung Dublins. Humorvoll und einfühlsam schildert der ehemalige Lehrer Doyle Triumphe und Misserfolge seiner Landsleute in ihrem täglichen Überlebenskampf. Die Verfilmung der Commitments (1991) von Alan Parker hat mittlerweile Kultstatus

Nichts gegen Iren

MARCO-POLO-Autor Ralf Sotscheck (sotscheck.net) wirft in seinem Buch von 2009 einen satirischen Blick auf Dubliner und andere Iren

Fakten

Einwohner
553.165
Fläche
114 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
22:49 Uhr
Zeitverschiebung
-1 h (zu MESZ)
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Reportagen

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