Brüssel

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Brüssel: Täglich werden aus der Hauptstadt neue Nachrichten von EU und Nato gesendet. Den Hintergrund bilden Gebäude im Allerweltsstil, die zu der dürren Sprache der Bürokraten und Militärs passen. Doch das Brüssel der Diplomaten und Verbandsvertreter, Journalisten und Lobbyisten ist nur eine Facette von vielen und im Brüsseler Alltag recht unwichtig. Gewiss gehen die immigrés de luxe, wie die Brüsseler sie mit ihrer zwanzé, der typischen Ironie, nennen, in die Oper und in Museen, leben zahlreiche Luxusboutiquen und Gourmetrestaurants von ihnen. Aber viele wohnen abgesondert in den Villenvororten. Ihre erwachsenen Kinder bevorzugen hingegen die Lofts am Kanal und die Studios um die Trendplätze, schätzen schrägere Weinbars und Bistros, Galerien und Bühnen.

Denn Brüssel ist mehr als cool: bunt und quirlig, voller Brüche und Widersprüche – eine Metropole des 21. Jhs. eben. Hier nimmt die postmoderne Zukunft Gestalt an. Avantgardistische Cross-over-Experimente sind das Credo der rasant wachsenden Kreativwirtschaft. Doch zunächst verwirrt Brüssel. Belgiens Hauptstadt ist offiziell zweisprachig. Zwar spricht die große Mehrheit Französisch, aber, so ein Bonmot, nur zwischen 18 und 8 Uhr. Tagsüber pendeln 200 000 Flamen zur Arbeit in die Stadt. Dann erklingt viel Niederländisch. Unüberhörbar sind aber auch Arabisch und Türkisch, Kongolesisch und Polnisch, das weiche Spanisch der Lateinamerikaner oder die raueren Stimmen der Galizier, Japanisch und ein Englisch, das nicht von Oxford geprägt ist. Über 30 Prozent der Gesamtbevölkerung von rund 1,2 Mio. Menschen sind Zuwanderer, manche illegal, weitere 20 Prozent sind „Neue Belgier“ genannte Immigrantenkinder mit belgischem Pass. Zusammen mit den immigrés de luxe aus EU- und Nato-Kreisen ergibt das ein wahres Völkergemisch.

Manchmal prallen die Gegensätze hart aufeinander. Etwa wenn sich die Polen nach der Sonntagsmesse in der Notre-Dame de la Chapelle mit dem brusseleir schwatzenden Urgestein des Marolles-Viertels mischen. Oder die feierlichen liturgischen Gesänge aus der orthodoxen Kathedrale an der Avenue de Stalingrad den Singsang in den arabischen Teestuben übertönen. Zu Konflikten führt das aber in der Regel nicht.

Nicht weniger babylonisch sieht die Stadt aus. Stile prallen aufeinander. Ständig wird abgerissen, renoviert, neu gebaut – doch das bitte nicht einheitlich. Der Brüsseler Individualismus verlangt, dass man sich vom Nachbarn unterscheidet. Daher steht neu neben alt, hoch neben niedrig und schön neben schäbig. Verwirrung stiftet auch die Teilung in Ober- und Unterstadt. Jede Hälfte hat ihr Zentrum und überdies quartiers, Stadtteile mit jeweils eigener Atmosphäre, eigenem Mikrokosmos. Die Oberstadt ist pariserisch, großbürgerlich mit exotischen Einsprengseln wie dem kongolesischen Matongé-Viertel. Die volkstümlichere Unterstadt erstreckt sich diesseits und jenseits des Kanals. Einst war er, mit den vielen ärmeren Zuwanderern, eine echte Demarkationslinie. Sie weicht zusehends auf. Aus den alten Fabriken und Lagerhäusern werden Galerien, Showrooms, Musikclubs und Lofts, schäbige Wohnkasernen weichen schicken Apartments und Bürokomplexen. Entlang der Betonmauern des Kanals sind angenehme Promenaden angelegt worden, auf dem Wasser schaukeln die Yachten der Reichen und Schönen. Einige gehören Migrantenkindern, denn langsam, aber sicher steigen sie sozial auf. Manch einer ist inzwischen nicht nur Arzt, Anwalt, Studienrat oder Universitätsprofessor, sondern auch Stadtrat, Abgeordneter, Beigeordneter oder Minister. Sogar die manchmal arg snobistischen immigrés de luxe haben das begriffen: Im trotz Königsschlössern volkstümlichen Stadtbezirk Laeken gibt es mittlerweile auch eine Europaschule. Früher lag die Nahtstelle höher, am Rand des schroffen Hügels. Oben residierte der Hochadel. Der prunkvolle Hof, erst der Herzöge von Brabant, dann der Herzöge von Burgund, schließlich der Hof von Kaiser Karl V. und seinen habsburgischen Nachfahren, zog sie an. Und unten prahlten die bürgerlichen Patrizier und Handwerker.

Brassage heißt diese Mischung der Gegensätze heute. Nicht umsonst stammt der Begriff aus dem Brauereiwesen. Denn beim Trinken erkennt man die echten Brüsseler. Bloß kein Pils! Brüsseler schätzen neben dem einheimischen gueuze, das sie wie Champagner schlürfen, die starken Abteibiere. Ein beliebter Aperitif ist auch half-en-half, eine Mischung von Schaumwein und Weißwein – pur ist beides nicht so beliebt. Dafür wird umso mehr Champagner sowie Burgunder getrunken, von Brouilly bis Saint-Amour: Vorlieben aus der Römerzeit mit ihren Handelsrouten.

Die herrliche Grand' Place mit Rathaus und prächtigen Zunfthäusern zeugt von Macht und Reichtum der Stadt und ihrer Bürger. Mit Luxusgütern wie golddurchwirkten Tapisserien oder feinsten Spitzen scheffelten sie einst viel Geld. Enorm selbstbewusst trotzten sie schon früh den Landesherren weitgehende Freiheitsrechte ab. Alle Wege führen zur Grand' Place, und das ist wörtlich zu nehmen. Im Innenhof des Rathauses prangt ein Stern. Von hier aus werden die Entfernungen bis zur Landesgrenze gemessen. Doch auch am Paradeplatz der Hauptstadt finden sich Brüsseler Brüche: Ein paar Straßen hinter dem „schönsten Theater der Welt“ (so der französische Autor Jean Cocteau) warten Spielhöllen, Peepshows und Sexbars auf Kunden. Am Anfang und Ende der Grands Boulevards im Pariser Haussmann-Stil prangt die „Bruxellisation“. So nennen Stadtplaner und Soziologen weltweit den Kahlschlag ganzer Stadtteile durch hemmungslose Immobilienspekulanten und korrupte Politiker. Im Quartier Nord entstand ein kleines Manhattan. Um den Südbahnhof, Haltestelle von TGV, Thalys und Eurostar, türmt sich ein neues Business-Mekka. Allerdings hat die Zeit Wunden geheilt. Das Quartier Nord sieht inzwischen recht ästhetisch aus. Es gibt viel Grün hier, das Berufstätige und Bewohner am Rand der Bürolandschaft erfreut. Und vor allem: Aus den Sünden der Vergangenheit sind Lehren gezogen worden. Nicht zuletzt dank wachsamen, konstruktiven Bürgerinitiativen oder Umweltschutzverbänden wird viel sorgfältiger und zusehends auch nachhaltig geplant.

Aber auch Lebenslust und Offenheit sind Kennzeichen der Brüsseler Bürger. Märkte, vom Antiquitäten- und Flohmarkt bis zu bunten Viktualien- und Biomärkten, verführen viele am Wochenende zum chiner. Sie flanieren, schauen, betasten, kosten und trinken am Rande ihren apéro, kaufen himmlische Törtchen für Mutters Teestunde oder den eigenen Nachtisch. Beim Schlendern offenbaren sich auch die Schätze der Stadt. Zu ihnen zählen die zahlreichen Jugendstilbauten. Nicht nur Patrizierpalais, auch Schulen und Hallenbäder, Lager und Geschäfte. Schließlich wurde der Jugendstil in Brüssel erfunden. Er entsprach dem Temperament der Stadt, in der Freimaurer und Liberale, freigeistige Juden und revolutionäre Exilanten eine Symbiose bildeten. Zur Offenheit kam der Reichtum aus den wallonischen Industriebecken und Brüssels Banken hinzu. Ebenfalls typisch Brüssel: Hinter vielen prächtigen Fassaden wurden während der deutschen Besatzung 1940–44 zahllose Juden, politische Flüchtlinge und Widerständler versteckt und gerettet. Dieses Brüsseler Ethos wirkt noch immer. Kaum zu glauben, aber illegale Einwanderer werden ganz selbstverständlich ärztlich versorgt, für ihre Kinder gilt sogar die Schulpflicht.

Diese Haltung hat ihren Hintergrund in der wenig rühmlichen Kolonialgeschichte Belgiens: Dem Kongo verdankt die Hauptstadt Grandeur und Grün. König Leopold II., der das Reich am Äquator Ende des 19. Jhs. erwarb, weil er sich neue Absatzmärkte, aber auch neue Rohstoffquellen davon erhoffte, steckte die Gewinne aus der Ausbeutung der riesigen Kolonie in die prunkvolle Stadterweiterung von Brüssel: in den Bau des Triumphbogens im Parc du Cinquantenaire oder des schlossähnlichen Afrika-Museums in Tervuren, in prächtige Alleen und weitläufige Parks, in denen Bürger wie Arbeiter sich entspannen sollten. Heute braust über die Avenuen der Großstadtverkehr, locken die Parks die Au-pair-Mädchen der Oberschicht und marokkanische Matronen mit ihrer Kinderschar, Jogger und Fußballspieler.

So richtig zu funkeln beginnt Brüssel beim Einbruch der Dunkelheit. Dann füllen sich die Gaststätten und die Restaurants, die jedem Geschmack etwas bieten, von urig bis huppé („in“), zwischen Exotik und Jeune Cuisine. Doch die echte, explosive Kreativität entfaltet sich in Theatern und Jazzschuppen, „Caf' Conc'“ und Diskos, umfunktionierten Markthallen oder Zuckerfabriken – und sogar in der renommierten, 300-jährigen Oper La Monnaie und dem weltberühmten, großen Art-déco-Konzertsaal im Palais des Beaux-Arts.

Das Völkergemisch brachte neue Tanzformen und poetischen Zirkus, Fusionen von marokkanischer Folklore und Techno, modernem Jazz und südindischen Klängen sowie eine Mischung von ruandischen Rhythmen mit denen der Antillen, irische Songs und galizische Stimmen. Und all das, was von offiziellen bis improvisierten Bühnen auf die Straße schwappt, regt ein Heer von Modeschöpfern, Filmemachern, Installationskünstlern, Malern, Schriftstellern, Fotografen, Designern und Werbeleuten an, lockt die Boheme, die Studenten, die Jugendlichen. Diese Szene zieht wiederum Bewohner an, junge Flamen und Wallonen, Deutsche oder Iren, die nichts mit der EU und der Nato zu tun haben.

Brüssel ist nicht mehr die Stadt, aus der man flieht, sondern in die man zieht. Brüssel, sagen Trendwatcher, hat mittlerweile Berlin und Barcelona den Rang als europäische Szenestadt abgelaufen. Auch Besucher können dieses kosmopolitische Flair erleben – wenn sie sich brüsselerisch geben: convivial, das heißt etwas phlegmatisch, mit leicht ironischer Distanz, aber im Grunde genommen unendlich offen, höchst menschlich und grenzenlos neugierig. Ein bisschen Muße, ein Schuss Initiative, viel Abenteuerlust, et voilà die Metropole mit den faszinierendsten Gesichtern. „Bienvenue! Welkom!“

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Wetter & Klima

kachelmannwetter.com
Sonntag / 13.10.2019
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Anreise

4h 11min
3h 9min
1h
Frankfurt am Main
Brüssel
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Wohin zuerst?

Sehenswertes

Grand' Place: Der Platz ist ein idealer Ausgangspunkt für (Erst-)Besucher. Nur wenige Minuten zu Fuß, und Sie sind in der traditionsreichen Ladenpassage Galeries Saint-Hubert und im angesagten Modeviertel Rue Antoine Dansaert. Ein kleiner Spaziergang durch Parkanlagen führt zur Kathedrale, zu Museen und Cafés. Gut ausgeschilderte Tiefgaragen befinden sich an der Grand' Place und der Oper La Monnaie. Metrohaltestellen: Bourse (3, 4) und Gare Centrale (1, 5), bei den Museen halten Tram 92 und 94 (Royale).

Einkaufen

Modefreaks zieht es vor allem in die Rue Antoine Dansaert mit ihren schicken Boutiquen und in die Avenue Louise. Die besten Antiquitäten und feinsten Pralinen gibt es um die Place du Grand Sablon. Schnäppchenjäger werden im Marolles-Viertel fündig. Galerien und Märkte finden Sie über die ganze Stadt verstreut.

Am Abend

Die Brüsseler amüsieren sich in verschiedenen Vierteln. Um die Modemeile Rue Antoine Dansaert trifft sich alles, was gerade in ist. Stark im Kommen sind die Clubs und Diskos am Kanal. An der Place du Luxembourg und in der Rue Archimède bleiben die Expats weitgehend unter sich, in den Cafés und Winebars um Place Flagey, Place du Châtelain und Place Saint-Boniface mischen sie sich unter Brüsseler Bobos. Die alternativere Szene tummelt sich am Parvis de Saint-Gilles, die Jeunesse dorée – die schöne, reiche Jugend – an der Place Saint-Job.

Praktische Hinweise

Anreise

Anfahrt über die Autobahnen E 40 (Aachen–Lüttich), E 34 (Eindhoven–Antwerpen), E 411 (Luxembourg–Namur). Folgen Sie den Schildern Richtung „Bruxelles Centre/Brüssel Centrum“. In der Unterstadt und in der Oberstadt können Sie Ihr Auto in zahlreichen Parkhäusern bzw. Tiefgaragen abstellen.

Der Thalys Köln–Paris und der ICE Frankfurt–Köln–Brüssel halten nur am Bahnhof Bruxelles-Midi. Dort besteht Anschluss an Metro und Straßenbahn. Die Eurocityzüge aus der Schweiz halten auch an den Bahnhöfen Bruxelles-Luxembourg und Bruxelles-Nord. Fahrkartenkauf unter www.b-rail.be

Linienflüge landen auf dem Flughafen Bruxelles-National Aéroport, 15 km nordöstlich der Stadt. Verbindungen in die Stadt: Zwischen 5.30 und 0.20 Uhr fährt alle 15–20 Minuten der Brussels Airport Express in die Stadt. Haltestellen: Bruxelles-Nord, Bruxelles-Central, Bruxelles-Midi. Fahrtdauer 20–30 Minuten. Preis: einfache Fahrt 2. Klasse 5,10 Euro, 1. Klasse 6,50 Euro. Bei Erwerb der Fahrkarte im Zug müssen Sie 3 Euro Aufpreis zahlen. Beim Rückflug sollten Sie wegen der Sicherheitskontrollen mindestens 2 Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Auskünfte, auch über Verspätungen oder Ausfälle, erhalten Sie bei der Fluggesellschaft unter www.brusselsairport.be.

Zwischen 5.30 und 20 Uhr fahren Mo–Fr alle 20–30 Minuten Expressbusse (Linie 12) der Öffentlichen Verkehrsbetriebe (STIB) in die Stadt. Fahrzeit ca. 45 Minuten. Haltestellen: Nato, Germinal, Genève, Diamant (Umstieg auf Tram 23 und 24), Schuman (Umstieg auf Metro 1, 5), Luxembourg, Trône (Umstieg auf Metro 2). Der Einzelfahrschein kostet 3 Euro am Automaten, 5 Euro beim Fahrer. Beim Umsteigen muss ein neuer Fahrschein gekauft werden, Einzelfahrt 1,80 Euro am Automaten, 2 Euro beim Bus- oder Tramfahrer. Von 20–24 Uhr sowie am Samstag, Sonntag und an Feiertagen haben die Busse der Airportlinie die Nummer 21. Sie halten dann an wesentlich mehr Haltestellen.

Auskunft vor der Reise
Belgisches Verkehrsamt

02 21277590www.belgien-tourismus.de

Tourismus Flandern-Brüssel

01 5960660www.belgien-tourismus.net

Auskunft in Brüssel
Brüsseler FremdenverkehrsamtBruxelles International

Vermittlung von Führungen, Reservierung Hotels, Vorverkauf von Konzert- und Theaterkarten etc., Tageskarten Metro/Tram

Mo–Sa 9– 18, So 9–18 Uhr (Sommer), 10–14 Uhr (Winter)02 25138940www.visitbrussels.be

tgl. 8–20 Uhr (Sommer), Mo–Do 8–17 Uhr, Fr 8–20 Uhr, Sa 9–18 Uhr, So 9–14 Uhr (Winter), Infos und Zimmervermittlung

tgl. 8–21 Uhr, Infos und Zimmervermittlung

BIP (Brussels Info Place)

Neben Auskünften, Buchungen für Führungen und Vorverkauf von Konzert- und Theaterkarten bietet das BIP auch wechselnde Fotoausstellungen und eine gut sortierte Buchhandlung mit vielen Büchern über Brüssel. tgl. 10–18 Uhr02 5636399www.biponline.be

Zimmervermittlung

Belgian Tourist Reservations02 5137484www.bruxelles-tourisme.be

Zimmervermittung online finden Sie unter www.brusselshotels.com und auf der Website www.hotels-direct-brussels.com (Hotelbuchungen mit Preisnachlässen!).

Auto

In Brüssel gibt es zahlreiche, gut ausgeschilderte Parkhäuser. Preis pro Stunde 2,30 Euro, pro Tag (24 Stunden) 18 Euro. Gebührenpflichtiges Parken kostet 0,15 Euro für 6 Minuten. Oft ist die Höchstdauer auf 2 Stunden begrenzt. In manchen Stadtbezirken dürfen zwischen 18 und 8 Uhr nur Bewohner mit amtlicher Parkerlaubnis parken. Bei Zuwiderhandlungen gibt es mindestens ein Knöllchen (das, wenn es nicht an Ort und Stelle bezahlt wird, in Deutschland vom Bonner Bundesamt für Justiz eingezogen wird!), schlimmstenfalls wird das Auto abgeschleppt. In der gesamten Innenstadt von Brüssel gilt ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern, an gewissen Stellen wie Schulen, Seniorenheimen oder Krankenhäusern auch in den anderen Stadtbezirken. Radarkameras kontrollieren die Einhaltung. Zuwiderhandlungen und Strafen werden ans Bundesministerium für Justiz weitergeleitet.

Lassen Sie auf keinen Fall Wertgegenstände oder Kleidungsstücke im Auto liegen!

Banken & Geld

Öffnungszeiten 9–16 Uhr, in Außenbezirken gibt es oft eine Mittagspause. EC-Automaten sind weit verbreitet. Kreditkarten werden fast überall akzeptiert.

Brussels Card

Die Karte gewährt freien Eintritt in 30 Museen und kostenlose Benutzung der öffentlichen Verkehrsmittel. Sie erhalten sie bei den Fremdenverkehrsämtern, in Museen und Metrostationen. 24 Stunden kosten 24 Euro, 48 Stunden 34 Euro und 72 Stunden 40 Euro. www.brusselsmuseums.be

Diplomatische Vertretungen

02 7871800Metro1, 5Maelbeekwww.bruessel.diplo.de

02 2890700www.aussenministerium.at/bruessel

02 2854350www.eda.admin.ch/bruxelles

Fahrradverleih

An 180 strategischen Stellen der ganzen Stadt (z. B. Gare Centrale, Place De Brouckère) stehen 2500 Mietfahrräder. Die Grundgebühr beträgt 1,50 Euro, die erste halbe Stunde kostet 0,50 Euro, jede weitere Stunde 2 Euro. Sie zahlen mit Kreditkarte. Info: www.villo.be

Gesundheit

In Belgien wird die Europäische Krankenversichertenkarte (EHIC) akzeptiert. In dringenden Fällen behandelt das Hôpital Saint-PierreRue Haute (urgences), kostenlos. Apotheken (pharmacies) haben ein grünes Neonkreuz. Sie sind meist von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Nacht- und Wochenenddienst (service de garde) stehen in einem Kasten am Eingang. 02 4791818

Klima & Reisezeit

Brüssel liegt nur ca. 100 km vom Ärmelkanal entfernt. Der Golfstrom bringt maritime Milde. Im Winter liegt selten lange Schnee, im Sommer wird es selten lange heiß, in allen Jahreszeiten müssen Sie mit Regen rechnen.

Wettervorhersage: Info-Meteo 090027003www.meteo.be

Notruf

Krankenwagen, Feuerwehr: 100

Polizei: 101

Öffentliche Verkehrsmittel

Metro und Tram – z. T. durch Pré-Métro genannte Tunnel – sind die schnellsten Verkehrsmittel. Metro-Stationen sind durch ein großes, weißes M auf blauem Grund gekennzeichnet. Tram- und Bushaltestellen erkennt man an rot-weißen Schildern. Fahrkarten für die Metro werden am Eingang der Station an sogenannten GO-Automaten erworben (per Bargeld oder EC-Karte) und dort an den Sperren in orangefarbenen Automaten entwertet. Einzelfahrkarten für Tram und Bus können auch beim Fahrer gekauft werden. Sie kosten dann 2 Euro. Bitte halten Sie unbedingt Kleingeld bereit und zahlen Sie nicht mit großen Scheinen! Die Tickets werden im orangefarbenen Automaten in Tram bzw. Bus entwertet und sind eine Stunde gültig. Bitte beachten Sie: Beim Umsteigen müssen sie noch einmal in den orangefarbenen Automaten eingeführt werden, dann erscheint der Vermerk „Transit“. Wer das nicht tut, riskiert bei Kontrollen ein Bußgeld zwischen 8 und 86 Euro.

Metro und Tram fahren zwischen 5.30 und 24 Uhr, Busse zwischen 5.30 und 1 Uhr, Fr und Sa Nachtbusnetz Noctis 0.30–3 Uhr, Einzelfahrschein 3 Euro. Einige Routen und Nummern ändern sich abends.

Eine Einzelfahrkarte, die auch zum Umsteigen berechtigt, kostet 1,80 Euro. Günstiger sind eine Zehnerkarte (12,50 Euro) oder die Tageskarte (carte jump 1 jour) für beliebig viele Fahrten (4,50 Euro) bzw. die Dreitageskarte für 9,50 Euro. Für längere Aufenthalte empfiehlt sich eine preisgünstigere MOBIB-Karte. Sie muss in einer Verkaufsstelle der öffentlichen Verkehrsbetriebe (gibt's an jeder größeren Metro-Station) beantragt werden, dazu wird ein Passfoto benötigt. Diese Stammkarte kostet 5 Euro und bleibt 5 Jahre gültig. Der Chip kann dann an den GO-Automaten aufgeladen werden. Die MOBIB-Karte wird an den Sperren oder in Tram und Bus an roten Kästen im weißen Kreis entwertet.

Informationen und kostenlose Pläne erhalten Sie in den Stationen Gare du Midi, Gare du Nord, Rogier und Porte de Namur. Infos: www.stib.be

Post

Die Postämter sind Mo–Fr 9–17 Uhr geöffnet, das Postamt im Zentrum (Blvd. Anspach1) auch Sa 10.30–16.30 Uhr. Das Postamt in der Gare du Midi arbeitet Mo–Fr 7–19 und Sa 10.30–16.30 Uhr (Av. Fonsny32). Inlandsbriefe und -karten kosten 0,61 Euro, Briefe und Karten in die EU 0,93 Euro, Briefe und Karten außerhalb der EU 1,10 Euro. www.bpost.be

Stadttouren
Alternative Stadtführungen

Der Verein alternativer Architekten und Stadtplaner ARAUBoulevard Adolphe Max5502 2193345www.arau.org führt mit kritischem Blick durch verschiedene Viertel. ItinérairesRue Hôtel des Monnaies15702 5343000www.itineraires.be wandelt auf den Spuren berühmter Komponisten, Maler oder Schriftsteller, die in Brüssel gelebt haben. Per Fahrrad führt Sie Pro VéloRue de Londres1502 5027355www.provelo.org durch Brüssel.

Stadtrundfahrten

Blaue Busse mit einem gelben Auge fahren zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Mit Führung: Abfahrt tgl. 10 und 14 UhrRue de la Colline8Seitenstraße Grand' PlacePreis 27 Euro. Ohne Führung und mit der Möglichkeit von Unterbrechungen bzw. Zusteigen an gekennzeichneten Haltestellen:Abfahrt alle halbe Stunde von 10–16 Uhr am Haupteingang des Gare CentralePreis 18 Euro. Infos: Deboeck02 5137744www.brussels-city-tours.com

Taxi

Taxis halten auf Handzeichen, wenn auf dem Dach die römische I leuchtet – sind sie besetzt, erscheint die II. Der Grundpreis beträgt 2,40 Euro (Nachtzuschlag 2 Euro), jeder Kilometer 1,50 Euro im Stadtbereich Brüssel (2,70 Euro für Fahrten in die Vororte). Staus können ins Geld gehen: Sobald das Taxi weniger als 20 Stundenkilometer fährt oder stillsteht, schaltet der Tachometer automatisch auf den Wartetarif von 30 Euro pro Stunde! Trinkgeld ist im Preis enthalten, Fahrer dürfen es nicht draufschlagen – aber nehmen es trotzdem gern. 02 268000002 3494949

Telefon & Handy

Vorwahl nach Deutschland 0049, Österreich 0043, Schweiz 0044. Vorwahl vom Ausland nach Brüssel 0032. Die Vorwahl von Brüssel (02) ist Bestandteil der Nummer und muss in Belgien gewählt werden, bei Anrufen aus dem Ausland entfällt die Null. Beim Roaming spart, wer das günstigste Netz wählt. Mit einer Prepaid-Karte des Gastlandes entfallen die Gebühren für eingehende Anrufe. Vor der Reise gekauft werden können günstige Prepaid-Karten bei www.travelsimshop.com. Je nach Anzahl von Anrufen kann eine Simyo-Karte von Base (www.base.de) oder Pay & Go International von Proximus (www.proximus.be) günstiger sein. Bei längeren Aufenthalten empfiehlt sich eine Berechnung durch die Verbraucherzentrale (www.test-achats.be). Immer günstig sind SMS. Hohe Kosten verursacht die Mailbox: noch im Heimatland abschalten! Vorsicht ist bei Nummern geboten, die mit 070, 071 und 090, 091 oder 0900 beginnen: Sie sind gebührenpflichtig und manchmal empfindlich teuer. Die Seriennummern 0800 kennzeichnen kostenlose Auskunftsnummern.

Theater- und Konzertkarten

Konzert-, Theater- und Opernkarten sind beim Fremdenverkehrsamt erhältlich sowie an den Kassen der großen Theater und Konzertsäle. Karten für die Oper sollten Sie am besten im Voraus reservieren (www.lamonnaie.be), auch für Konzerte im Palais des Beaux-Arts (www.bozar.be). Für junge Leute: Flyer mit den heißesten Veranstaltungen liegen im Foyer der Ancienne Belgique (Boulevard Anspach110) aus. Einen guten Service bietet auch die FNACCity 2Rue Neuve090000600www.fnac.beMo–Sa 10–19 Uhr. Vorverkauf im Internet: www.ticketnet.be.

Trinkgeld

In Restaurants und Cafés gelten Inklusivpreise, also einschließlich 17 Prozent service. Kleine Trinkgelder sind nur bei Barzahlung üblich. Platzanweiserinnen in Oper, Konzertsälen und Theatern bekommen nie Trinkgeld, im Kino aber 0,50 Euro.

Veranstaltungskalender

Die Mittwochausgabe der größten Brüsseler Tageszeitung Le Soir bietet den ausführlichsten Veranstaltungskalender (1 Euro). Gute Hinweise gibt auch das englischsprachige Wochenmagazin The Bulletin (What's On), jeden Donnerstag für 3 Euro. Infos im Internet bekommen Sie unter www.agenda.be.

Wlan & Internetcafés

In allen Brüsseler Bahnhöfen gibt es Hotspots für drahtlosen Internetzugang mit tragbaren Computern. Eine Stunde Surfen kostet 7,50 Euro (mit Kreditkarte zu zahlen). Völlig kostenlos WLAN-abgedeckt ist der Campus PlaineBoulevard du TriompheBoulevard de la PlaineMetro5DeltaTram23, 24Deuxième Lanciers der Freien Universität (ULB und VUB). Hotels ohne WLAN-Anschluss sind inzwischen die Ausnahme.

Internetcafés finden Sie in allen großen Metrostationen, z. B. De Brouckère, Rogier und Porte de Namur.

Zoll

Innerhalb der EU dürfen Waren zum persönlichen Gebrauch frei mitgeführt werden. Nur für Tabak (800 Zigaretten pro Erwachsenen), Wein (90 l) und Spirituosen (10 l) gibt es hohe Obergrenzen. Schweizer Bürger unterliegen viel strengeren Vorschriften. Sie dürfen höchstens 200 Zigaretten, 2 l alkoholische Getränke unter 15 Prozent und 1 l Alkohol über 15 Prozent mitnehmen.

Was kostet wie viel?

Kaffee

3,50 Euro für eine Tasse

Oper

10–180 Euro für eine Karte

Bier

Ab 3,50 Euro für ein Glas gueuze

Pommes

2,50 Euro für eine Tüte frites

Kino

12 Euro für ein Ticket

Taxi

9 Euro Gare du Midi – Grand' Place

Low Budg€t

Sehenswertes

Vom Platz vor dem Justizpalast haben Sie einen herrlichen Panoramablick über die Altstadt und den Norden. Ein Fahrstuhl führt kostenlos mitten in die volkstümlichen Marolles.

Das Armeemuseum (Musée Royal de l'Armée et d'Histoire Militaire)Di–So 9–16.30 Uhr im Parc du Cinquantenaire – mit einer hervorragenden Waffensammlung – kostet keinen Eintritt. Sie können von dort auch auf den Triumphbogen steigen und die Aussicht genießen.

Fast alle Metrostationen sind mit monumentalen Werken prominenter belgischer Künstler geschmückt, u. a. von Pierre Alechinsky (Anneessens), Paul Delvaux (Bourse) und Hergé (Stockel) – ein echtes Museum. In den Metrostationen Porte de Namur und De Brouckère sowie bei den Fremdenverkehrsämtern gibt es einen Führer dazu (5 Euro).

Essen & Trinken

Das cool gestylte Café NationalBoulevard Jacqmain111-115im Théâtre NationalMo–Fr 12–14 Uhr serviert mittags ein orientalisches Büffet für 10 Euro. Vor den Vorstellungen, ab 17.30 Uhr, kostet der Spaß 12 Euro.

Beliebt ist die Fisch-Imbissstube De NoordzeeRue Sainte Catherine45Mo–Do 10–18 Uhr, Fr–So 10–21 Uhr mit preiswerten, frischen Köstlichkeiten.

Die Kantine der Königlichen Bibliothek (Mo–Fr 9–15.15 UhrBibliothèque Royale (Niveau +5) | Mont des Arts) ist für jedermann frei zugänglich. Preiswerte Tagesgerichte und Sandwiches. Die schöne Aussicht bekommen Sie gratis.

Ein preiswerter Trend in Brüssel sind Suppenbars, die auch belegte Brote servieren. Eine Schale Suppe kostet zwischen 3 und 6 Euro, z. B. in der Bio LoungeRue de l'Enseignement116-120Mo–Fr 12–16 Uhr und bei OupsRue Lesbroussart13Mo–Fr 9–17 Uhr.

Einkaufen

Im Mai/Juni und September/Oktober packt die Brüsseler das Aufräumfieber. Bei stimmungsvollen Braderies verkaufen sie ihren Krimskrams – darunter so manches Schnäppchen. Orte und Daten in der Beilage MAD der Tageszeitung Le Soir.

Exklusive Markenkleidung der vorigen Saison bietet DOD, besonders günstig im Schlussverkauf (soldes) im Juli und Januar: DOD HommeRue du Bailli81-85, DOD FemmeRue du Bailli64, DOD KidsRue du Bailli8.

Preiswertes Geschirr, Raumdeko, Geschenke führt die Dishes FactoryQuai-aux-Briques58. Originell pro Kilo Gewicht berechnet La vaisselle au kiloRue Haute124-126.

Eine tolle Auswahl an gebrauchten CDs, Spezialität Worldmusic, Jazz und Pop, finden Sie bei Arlequin (Rue de Chêne7www.arlequin.net).

Am Abend

Arsène50 verkauft Eintrittskarten von über 100 Theatern und Veranstaltern zum halben Preis für Vorstellungen am selben Tag (Di–Sa 12.30–17.30 Uhr Cinéma Arenberg, Galerie de la Reine26 und Flagey (Place Sainte Croix).

Die Grand' Place ist insbesondere im Sommer und im Dezember Kulisse für kostenlose Chanson-, Jazz-, Pop- und Rockkonzerte. Zudem werden auf riesigen Leinwänden Aufführungen übertragen. visitbrussels.be

Übernachten

Das moderne Hostel Sleep WellRue du Damier2302 2185050www.sleepwell.beab 30 Euro42 ZweibettzimmerMetroRogier in der Stadtmitte kennt keine Altersgrenze oder Sperrstunde. Bar und regelmäßige Hauskonzerte.

Bei Taxi StopRue Thérésienne7 a/cB-1000070222292www.taxistop.be können Mutige auch einen Haustausch (échange de maison) mit einem belgischen Eigentümer vereinbaren.

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

Mai/Juni

Himmelfahrtstag, Pfingstmontag

21. Juli

Belgischer Nationalfeiertag

15. August

Mariä Himmelfahrt

1. November

Allerheiligen

11. November

Waffenstillstand 1918

25./26. Dezember

1. und 2. Weihnachtstag

Veranstaltungen
Januar

Antiquitätenmesse der Königlichen Kammer mit Spitzenqualität, Tour et Taxis

Februar

Foire internationale du Livre. Buchmesse mit vielen Lesungen, Tour et Taxis

März

Eurantica. Populäre Antiquitätenmesse, Heysel

Pistes de lancement. Großes Zirkusfestival neuer Gruppen (in geraden Jahren)

April

Art Brussels. Messe für zeitgenössische Kunst, Heysel

Mai

Kunsten FESTIVAL des Arts. Internationale Theater- und Tanz-Avantgarde, Beursschouwburg

Les Nuits Botanique. Internationales Chanson- und Popfestival. Kulturzentrum Le Botanique

Internationaler Musikwettbewerb Königin Elisabeth. Traditionsreicher Wettbewerb mit Spitzenniveau. Königliches Musikkonservatorium/Palais des Beaux-Arts

Jazz-Marathon. Drei Tage und drei Nächte lang Jazzkonzerte auf Plätzen und in Nachtcafés. Günstiger Pass für alle Spielstätten

Zinneke Parade. Alle geraden Jahre findet ein phantasievoller, multikultureller Umzug im Zentrum statt

Juni

Bruneaf. Tage der offenen Tür bei 70 Galerien für außereuropäische Kunst, die renommierte ausländische Händler einladen. Place du Grand Sablon

Couleur-Café. Festival der Weltmusik. Letztes Wochenende, Tour et Taxis

Juli

Ommegang. Farbenprächtiger Umzug und alte Spiele auf der Grand' Place. Monatsanfang

Cinédécouvertes. Alte und neue Filmklassiker, Cinemathek

Conservatoire Royal de Musique. Bis Ende August werden jeden Mittag Konzerte in der barocken Eglise des Minimes aufgeführt

Bruxelles les Bains. Ein großer Sandstrand wird an der Place Sainctelette am Kanal aufgeschüttet, mit Sport, Musik und Spezialitäten (bis 2. Augusthälfte)

21. Juli (Nationalfeiertag). Volksfest und Feuerwerk um den Palais du Roi

August

Blumenteppich (alle geraden Jahre). Grand' Place

Festival Bellone-Brigittines. Avantgardetanz und -musik in der Chapelle des Brigittines

Fiesta latina. Heiße Rhythmen um die Place du Châtelain

Memorial Ivo van Damme. Leichtathletiktreffen im Stade Roi Baudouin

September

Europalia. Europäisches Kulturfestival von je einem Land, Palais des Beaux-Arts

Journées du Patrimoine. Am dritten Wochenende stehen 100 Baudenkmäler (zum Teil einmalig) offen

Oktober

Modo brussels. Kreationen junger Modeschöpfer aus Brüssel an wechselnden Orten

November

Les Nocturnes du Sablon. Tage der offenen Tür bei Antiquitätenhändlern an der Place du Grand Sablon

Dezember

Plaisirs d'hiver. Winterlicher Markt mit Spezialitätenständen und Eisbahn, zwischen der Grand' Place und Fischmarkt

Im Trend

Lustkauf
Loveshops

Sie sind geschmackvoll und doch ein bisschen sündig. In Brüssels luxuriösen Loveshops werden Frauen auf der Suche nach edlen Dessous und exklusiven Pflegeserien fündig. Beispielsweise bei Lady PanameRue des Grands Carmes5, deren Shop mehr Boudoir als Boutique ist. Bei Eva LunaRue du Bailli41 liegen Samt und Seide nicht nur in den Regalen. Der gesamte Laden ist damit ausgestattet. Bella DonnaBoulevard Adolphe Max125 hat sich ebenfalls auf die sinnlichen Wünsche seiner Kunden eingestellt.

Schön & langsam
Slow Food

In der Heimat der Fritte feiert Slow Food www.karikol.be seinen großen Durchbruch. So wird in den Restaurants Le MaxAvenue Emile Max87www.lemax.beLe ZinnekePlace de la Patrie26www.lezinneke.be und Orphyse ChaussetteRue Charles Hanssens5 nur Slow Food serviert. Zudem beteiligen sich die Lokale mit Verkostungen und Vorträgen an dem jährlichen Slow-Food-Meeting.

Retro trifft Zukunft
E-Solex schlägt E-Bike

Das Kultgefährt gab es bislang nur in Kombination mit einem schlechten Gewissen. Jetzt sind die Fahrräder mit Hilfsmotor zurück – und zwar mit umweltschonendem Elektromotor. Bei Vélo-CitéPlace Colignon13–15www.velocite.be und Cycles DevosAv. de la Couronne500www.cyclesdevos.com können Sie ein E-Solex leihen. Wer die coolen Retrogefährte am liebsten bis nach Hause fahren würde, schaut bei EurobikeChaussée D'Helmet150www.eurobike.be vorbei. Dort werden die Elektroräder, die trotzdem auf Muskelkraft angewiesen sind, auch verkauft.

Designerträume
Günstig schlafen

Brüssel ist reich an schicken und teuren Boutiquehotels. Dabei müssen stilsichere Besucher den Bankberater nicht erzürnen, wenn sie in der Stadt Urlaub machen. Bed-and-Breakfasts wie das La ConciergieRue du Fossé-aux-Loups32www.laconciergerie.be bedienen selbst die höchsten Designansprüche, ohne die Welt zu kosten – sogar eine Nespressomaschine ist im Preis mitinbegriffen. Einen Hauch Orient verströmt das superschicke und zentral gelegene La Casa BXLRue Marché au Charbon116www.lacasabxl.com. Für ein paar Euro mehr öffnen sich die Türen des Phileas FoggRue Van Bemmel6www.phileasfogg.be. Das kann teuer werden, denn ausziehen wollen Sie hier wahrscheinlich nie mehr. Und wenn das Budget ganz klein ist, bietet auch das schicke Hostel 2Go4Boulevard Jacqmain99www.2go4.be ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wein statt Bier
Für Weinliebhaber

In der Stadt des Bieres steht Wein seit neuestem hoch im Kurs. Weinbars erfreuen sich größter Beliebtheit. Kein Wunder, denn das Angebot ist sensationell: Rund 300 Weine und dazu noch gutes Essen bietet Les Dames TartineChaussée de Haecht58. Die Atmosphäre der Oeno TKRue Africaine31www.oenotk.be ist perfekt für ein intimes Dinner, der Service ausgezeichnet und das Essen ein Volltreffer. Etwas lauter geht es im A Bout de SoufreRue Tasson-Snel11www.aboutdesoufre.com zu. Die Weinbar ist voll gut gelaunter Besucher, die die Neuzugänge auf der Weinkarte testen und sich die Speisen von Koch Arnold Dossou-Yovo schmecken lassen.

Bloss nicht

Im Viertel Il0t Sacré essen

Immer noch fallen Besucher auf die opulenten Auslagen von Fisch und Schalentieren, die einladenden Interieurs, die netten Terrassen und die insistierenden Kellner herein. Meistens isst man schlecht und wird bei der Abrechnung kräftig übers Ohr gehauen.

Ohne Reservierung ins Restaurant

Ob Gourmettempel, Brasserie oder Szenetreff: Die Brüsseler gehen gerne und oft auswärts essen. Deshalb müssen Sie unbedingt vorher reservieren, fürs Wochenende am besten mehrere Tage im Voraus. Allerdings ist es unüblich, einen bestimmten Tisch zu reservieren.

Beim Autofahren das Handy benutzen

Wer keine Freisprecheinrichtung hat, telefoniert während der Fahrt besser nicht mit dem Handy. Das gilt als schwere Verkehrswidrigkeit. Wer erwischt wird, zahlt 100 Euro Strafe, wenn sofort bezahlt wird, und bis zu 1375 Euro bei Einschaltung des Gerichts.

Falsch parken

Auch wenn Einheimische aufs Geratewohl auf Zebrastreifen und Bürgersteigen parken, Nachahmung wird nicht empfohlen. Insbesondere am Wochenende lässt die Polizei die Autos gnadenlos abschleppen. Das bedeutet endloses Palaver auf der Wache, mindestens 140 Euro Bußgeld, die Abschleppkosten (ab 140 Euro) und eine Taxifahrt zu einem der Abstellplätze weit draußen.

Auf Vorfahrt vertrauen

Auch wenn größere Straßen deutlich als Vorfahrtsstraßen ausgeschildert sind, haben Brüsseler die unangenehme Neigung, aus Seitenstraßen herauszuschießen, selbst wenn sie keine Vorfahrt haben und diese Missachtung der Vorfahrtsregeln 275 Euro Strafe kostet.

In ein Taxi ohne Lizenz steigen

Insbesondere am Flughafen stehen Taxis, die keine Lizenz der Brüsseler Regionalregierung haben. Das bedeutet: kein blau-gelbes Nummernschild am Kühler, keine gelbe Leuchte auf dem Dach – und empfindlich höhere Preise.

Softdrugs konsumieren

Belgiens liberales Drogengesetz wurde vom Obersten Gerichtshof rückgängig gemacht. Obwohl es auf Brüssels Straßen oft nach Marihuana duftet: Kiffen ist verboten, der Handel ebenfalls.

Im Restaurant rauchen

Überall dort, wo Essen serviert wird, darf nicht geraucht werden. Viele Restaurants haben deshalb separate Rauchsalons eingerichtet. Bars und Kneipen, in denen nur Getränke ausgeschenkt werden, müssen einen Nichtraucher- und einen Raucherteil haben.

Stichworte

Bier

In Brüssel ist Bier nicht einfach nur Bier. Der besondere Hefetyp dekkera bruxelliensis (in der Fachliteratur auch als brettanomyces bruxelliensis oder brettanomyces lambicus bekannt) kommt nur im Wasser der Senne und in der Luft in Brüssel und Umgebung vor – und löst eine spontane Gärung aus. Am besten gelingt sie mit einer Mischung von Gersten- und Weizen-Malz und altem Hopfen, in flachen Becken auf Dachböden, in den kühlen Monaten November bis April. So entsteht säuerliches, trübes Lambic. In alten Eichenfässern reift es bis zu drei Jahre. Verschiedene Jahrgänge werden verschnitten und in bauchigen Flaschen zum zweiten Mal vergoren. Das Resultat ist das fein perlende, frische Gueuze, das wegen seiner Herstellung von den Brüsselern auch liebevoll-spöttisch „unser Champagner“ genannt wird. Manchmal werden ganze Kirschen mit Lambic zu Kriek vergoren, einem Lieblingsgetränk der Brüsseler an heißen Tagen. Inzwischen gibt es auch Spezialitäten mit Himbeeren, Pfirsichen oder Weintrauben. In Brüssel stellt nur noch das Familienunternehmen Cantillon Gueuze her, im westlich angrenzenden Pajottenland brauen rund ein Dutzend Kleinbetriebe. Ein echter Geheimtipp sind die feinen Spezialbiere, die junge Nachfahren traditioneller Brüsseler Brauerdynastien in den letzten Jahren gegründet haben: Ekla Super Pils von L'Imprimerie und La Saison, Stouterik und Zinnebir der Brasseries de la Senne.

Bobos

Yuppies sind out. Ihr hemmungslos zur Schau gestellter Konsum passt nicht mehr zum Zeitgeist. Die Bobos – Bourgeois-bohémiens, bürgerliche Bohemiens, besitzen ebenso viele Diplome und Ideen, verdienen ebenso gut wie die Yuppies. Aber sie geben sich diskreter. Keine aufgemotzten Luxusautos, auffallende Markenkleidung und home cinemas in sündhaft teuren Appartements, sondern hübsch renovierte Häuser in Saint-Gilles oder Ixelles, Möbel und Mode von jungen Brüsseler stylistes, Lebensmittel von Biomärkten, Teilnahme am hochkarätigen und schrägen Kulturleben, Bildungsreisen – durch und durch classe.

Chansons

Brüssel ist eine Hochburg des Chansons, auch wenn das nicht allzu bekannt ist. Der berühmte Chansonsänger Jacques Brel (1929–78) war ein waschechtes ketje (wie die Brüsseler ihre Kids nennen). Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er auf Tahiti, doch er behielt bis zu seinem Tod den ersten Wohnsitz in seiner Heimatstadt. Bekannt ist sein Hit Bruxelles, in dem er eine Stadt besingt, die zerstört worden ist. In Madeleine kommen die leckeren Fritten zur Sprache, Les bonbons verherrlicht Grand' Place und Pralinen. Zeitgleich mit Brel und in denselben Brüsseler Clubs debütierte auch Barbara, eine enge Freundin von Brel. Heutzutage inspiriert die kosmopolitische Mischung von Brüssel Chansonniers wie die Belgier Arno, Maurane und Marie Warnant. Ganz heiße Tipps: Marie Daulne und ihre girls von Zap Mama und Baloji, Kongo-Belgier, die dem Brüsseler Viertel Matongé ein Denkmal setzen.

Comics

Brüssel ist eine Hochburg der Comics. 1929 veröffentlichte Hergé die erste Folge einer Geschichte von Tintin (Tim) und Milou (Struppi). Sein ligne claire (sparsamer Strich) genannter Zeichenstil wurde prägend, Hergés Geburtsstadt Brüssel mit seinen vielen Zeitungsredaktionen und Verlagen zum Mekka der Schöpfer der „9. Kunst“. Im Nu eroberten auch andere Brüsseler Comiczeichner die Welt: André Franquin mit dem Fabeltier Marsupilami, Edgar P. Jacobs mit Blake und Mortimer. Am erfolgreichsten wurden die Schlümpfe von Peyo. In den 1980er-Jahren machten Philippe Geluck, der Erfinder der altklugen Katze, François Schuiten („Die geheimnisvollen Städte“) und Yslaire („Der XX. Himmel“) Furore. Zu den wichtigsten Zeichnern der jüngsten Generation zählen Dominique Goblet, Midam und Thierry van Hasselt. Einen hervorragenden Überblick bietet das Centre Belge de la Bande Dessinée. An 35 Fassaden mit monumentalen Arbeiten führt ein Comic-Spaziergang vorbei (Führer beim Fremdenverkehrsamt erhältlich). Es gibt Dutzende von Spezialläden, auch für Originalseiten und antiquarische Ausgaben – und seit 1976 eine Masterausbildung an der Kunsthochschule Saint-Luc.

Demos

Belgier und Brüsseler insbesondere sind geborene rouspeteurs, Meckerer und Stänkerer. Kein Wunder, dass sie gerne diskutieren und demonstrieren. Kaum eine Woche vergeht ohne Protestmarsch. Tierschützer und Weltverbesserer, Piloten und Polizisten tragen ihre Anliegen mit Spanntüchern und Megafonen auf Boulevards und Sit-ins vor. Nur vor Parlament und Palast des Königs dürfen sie sich nicht versammeln. Noch mehr Farbe und Getöse beschert die EU. Vor Kommission und Ministerrat protestieren immer wieder Gruppen von Lappland bis Gibraltar für oder gegen einen anstehenden Beschluss.

Freimaurer

Mit einer einzigartigen Symbiose von Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und Kunst haben die Freimaurer Brüssel geprägt. 1834 gründeten die Logen die Université Libre de Bruxelles (ULB) als Gegengewicht zur Katholischen Universität Löwen. Dort waren Forschung und Lehre den strengen päpstlichen Dogmen unterworfen. Die ULB hingegen wählte die Devise „Scientia vincere tenebras“ (Die Wissenschaft siegt über den Okkultismus) und praktizierte die Freiheit von Forschung und Lehre. Dadurch wurden in der Medizin große Fortschritte erzielt und neue Disziplinen wie Soziologie oder Handelswissenschaft eingeführt.

Freimaurer, die an der ULB studiert hatten – insbesondere Jura –, gründeten 1846 die Liberale Partei. Ihre Doktrin wurde in den Logen ausgearbeitet, die gesamte Elite an der ULB ausgebildet. Bis 1983 stellte die Liberale Partei ununterbrochen die Brüsseler Bürgermeister. Dann zog erstmals ein Sozialist ins Rathaus an der Grand' Place ein – der wiederum Freimaurer war. Schließlich waren es progressive Logenbrüder, die 1885 die Belgische Arbeiterpartei gründeten.

Aber nicht nur Politik und Wissenschaft, auch die Kunst wurde in Brüssel maßgeblich von Freimaurern beeinflusst. Victor Horta (1861–1947), der Schöpfer des Jugendstils, war Freimaurer. Seine ersten Palais entwarf er für Professoren der ULB. Die revolutionären zentralen Treppenhäuser mit Absätzen, die nahtlos in die Räume übergehen, und mit Licht spendenden Glaskuppeln sind eine Umsetzung des freimaurerischen Wegs zur Erkenntnis. Die Verflechtung der Logen mit der Politik führte dazu, dass Victor Horta und seine Assistenten auch öffentliche Aufträge bekamen: Viele Schulen und Schwimmbäder, Sozialwohnungen und Krankenhäuser, der Palais des Beaux-Arts und der Zentralbahnhof sind allesamt wichtige Jugendstil-Sehenswürdigkeiten. Nicht sichtbar, aber weiterhin ausgeprägt ist der Einfluss der Logen an der Freien Universität Brüssel.

Kongo

Bereits als junger Mann hatte der spätere König Leopold II. eine klare Zielvorstellung: Belgien braucht eine Kolonie! Für die zweite Wirtschaftsmacht Europas wünschte er sich grandeur, aber auch neue Absatzmärkte, etwa für die Eisenbahnbauer, und neue Rohstoffquellen. Die Berliner Konferenz, die 1884/85 die Aufteilung Afrikas unter den Kolonialmächten regelte, sprach dem Belgier das „Herz“ des Kontinents zu. Es wurde zum persönlichen Privatbesitz des Regenten erklärt. Die Erschließung des riesigen Kongo-Freistaates verschlang Unsummen. Der Monarch musste bei der Regierung Geld leihen und den Kongo verpfänden. 1908 ging er in belgischen Staatsbesitz über. Eine ausgedehnte, private Krondomäne warf jedoch stattliche Gewinne ab. Dort wurde Gummi gewonnen, der Grundstoff für die boomende Reifenindustrie. Die Erntearbeiter wurden brutal behandelt, viele kamen ums Leben. Leopold II. wurde dafür international scharf verurteilt. Er steckte in einem Dilemma: Zwar war er gegen die Misshandlung der kongolesischen Arbeitskräfte, gleichzeitig jedoch auf die Einkünfte erpicht.

Die Gewinne flossen u. a. in repräsentative Gebäude und den Ausbau der belgischen Hauptstadt. Das Palais du Roi bekam imperiale Allüre, die Privatresidenz Château de Laeken stattliche Seitenflügel und die traumhaften Gewächshäuser. In den Parc du Cinquantenaire kamen Skulpturen der besten Bildhauer und der Triumphbogen. Bei der Stadterweiterung drängte der König auf eindrucksvolle, lange Achsen. Über Strohmänner kaufte er in den neuen Bezirken ausgedehnte Grundflächen auf, um Landschaftsparks anzulegen. Sie machen Brüssel heute noch lebenswert – auch für Kongolesen und andere Afrikaner, die nach dem Ende des Kolonialzeitalters vor ethnischen Konflikten und wirtschaftlichem Elend in den neuen Diktaturen in die belgische Hauptstadt emigrierten.

Mode

Dank der Modeabteilungen an den Hochschulen für Gestaltung La Cambre und Saint-Luc und vor allem dank der PR durch die Modenschau Modo brussels und deren Preise erobern Brüsseler Stars die Welt: José Enrique Oña Selfa entwirft die Haute Couture von Loewe, Jean-Paul Knott gibt nicht nur im eigenen Brüsseler Haus, sondern auch bei Cerruti den Ton an, sein langjähriger Assistent Cédric Charlier tut das bei Cacharel. Olivier Theyskens wechselte von der Spitze von Rochas über Nina Ricci zur New Yorker Kultmarke Theory. Laetitia Crahay leitet die Accessoireabteilung von Chanel. Xavier Delcour ist der Darling von Pop und Rock, von Mick Jagger bis Placebo. Daniele Controversio stylt bei den Kultmarken Diesel, La Maison Margiela und Vivienne Westwood. Cathy Pill und Gérald Wathelet haben mit eigenen Haute-Couture-Häusern in Paris Erfolg, während Christophe Coppens mit avantgardistischen Accessoires weltweit vertreten ist. Jede Saison wird ein neues Talent entdeckt: Matthieu Blazy und die Designerduos Girls from Omsk, L&A Mäthger, Own sowie Sandrina Fasoli und Simon-Pierre Toussaint sind derzeit top und hot.

Ökologie

1980 wurde im frankophonen Belgien die grüne Partei Ecolo gegründet. Seitdem ist ihr Einfluss stetig gewachsen: 1995–2006 stellten sie im Bezirk Brüssel-Stadt den Beigeordneten für Stadt- und Raumplanung, seit 2004 ist eine Grüne Umweltministerin in der Brüsseler Regionalregierung. Bei den Regionalwahlen 2009 bekam Ecolo satte 20 Prozent. Die anderen Parteien haben nach und nach das grüne Gedankengut aufgegriffen – zum Nutzen der Bewohner. Fahrradfahren und die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel werden gefördert, an Straßen werden vermehrt Bäume gepflanzt. Neue Parks lockern das Büroviertel an der Gare du Nord auf und machen bisher trostlose Gegenden attraktiv.

Teile der großen Grünflächen stehen unter Naturschutz und sichern so die Biodiversität. Immer mehr Stadtbezirke stellen auch Grundstücke für Bio-Gemüsegärten zur Verfügung. Wenn Planungsverfahren zu lange dauern, pflanzt die Green Guerilla bei Nacht und Nebel Blumen und Sträucher – gesetzlich verboten, aber mit typisch Brüsseler Gelassenheit geduldet. Das hört allerdings auf, wenn grüne Aktivisten die Luft aus den Reifen von spritfressenden Geländewagen lassen. Einhellig positiv steht die Bevölkerung zur LED-Beleuchtung öffentlicher Gebäude. Die sehen damit viel schöner aus, und das zum Spartarif.

Stadtsucht

Wie alle Großstädte litt Brüssel unter der Stadtflucht der besser situierten Familien ins Grüne. Seit Mitte der 1990er-Jahre nimmt die Zahl der Einwohner jedoch wieder zu. Hoch qualifizierte, gut verdienende junge Leute, selbst mit Kindern, weisen gar Symptome einer regelrechten Stadtsucht auf. Lautlos verdrängen sie in Bezirken mit dem Charme der Belle Époque sozial schwächere Gruppen. Lofts in alten Fabriken und Lagerhallen, am liebsten am Kanal, den sie mit Seine oder Themse vergleichen, finden reißenden Absatz. Der letzte Schrei sind Apartments in Hochhäusern, je höher, desto besser. Von unten nicht schön, aber mit herrlicher Aussicht!

Zirkus

Über den EU-Zirkus wird oft gespottet, insbesondere über den Wanderzirkus des Europaparlaments zwischen Brüssel, Luxemburg und Straßburg. Brüssel ist allerdings im wörtlichen Sinne eine Hochburg des Zirkus. Als arts circassiens werden die neuen, poetischen Ausdrucksformen umschrieben, die auch Anleihen bei Film, Performance, Tanz und Theater machen. Hunderte von Kindern und Jugendlichen kommen damit in der Ecole de cirque de Bruxelles in Kontakt. Besondere Programme hat diese Grundschule übrigens für geistig Behinderte entwickelt. Aus aller Welt kommen die hochbegabten Studenten und brillanten Dozenten der Ecole supérieure des arts du cirque (ESAC), zusammen mit vergleichbaren Fachhochschulen in Frankreich und Kanada die beste Ausbildungsstätte der Welt. Sie verzichtet auf Tierdressur und Clowns und stellt dafür Akrobatik und Ausdruckstanz in den Mittelpunkt. Ihre Künste zeigen die Studenten regelmäßig im wunderbaren Jugendstilsaal der Hochschule, in den Halles de Schaerbeek oder im Espace Catastrophe, zusammen mit dem Maison du Cirque das wichtigste Sprungbrett der Artisten in die Karriere. Alles über den Brüsseler Zirkus unter www.lamaisonducirque.be.

Bücher & Filme

Ein Fahrrad, ein Königreich und der Rest der Welt

(1996) Pierre Mertens' tragikomischer Roman dreht sich um König Leopold III., dessen Sohn Baudouin und die Helden des Radsports.

Von verschwiegenem Unrecht

(1999) Krimi von Xavier Hanotte. Ein Inspektor bei der Brüsseler Kripo deckt die Ermordung eines revisionistischen Historikers aus Heidelberg auf.

Böses Mädchen

(2003) Über eine komplizierte Frauenfreundschaft an Brüssels Freier Universität schreibt die belgische Kultautorin Amélie Nothomb.

Das Kind von Noah

(2004) Frankreichs Starautor Eric-Emmanuel Schmitt setzt dem belgischen Widerstand ein Denkmal.

Der Start

(„Le Départ“, 1967) Ein Friseurlehrling nimmt mit dem Porsche seines Chefs an einer Rallye teil. Jerzy Skolimowskis Film wurde mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Far West

(1973) Jacques Brel, der hier auch Regie führt, begibt sich als Cowboy auf einen Streifzug durch seine Heimatstadt.

Demain on déménage

(2004) Die belgische Regisseurin Chantal Akerman schildert eine Mutter-Tochter-Beziehung vor dem Hintergrund des Holocausts.

Nue propriété

(2006) Der zweite Film des belgischen Regisseurs Joachim Lafosse spielt im Trendviertel Place Georges Brugmann, wo zwei Brüder ihre Jugend verbringen.

Fakten

Einwohner
1.198.726
Fläche
161 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
23:34 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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