Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Nur deutsche Ortsnamen verwendenDen meisten wird‘s egal sein, ob du Maribor oder Marburg sagst. Es gibt aber auch Slowenen, die frühere deutsche oder italienische Ortsnamen mit der Fremdherrschaft und einer Zeit verbinden, in der das Slowenische unterdrückt wurde. Versuch‘s daher mit slowenischen Ortsnamen!
Ohne Licht fahrenDie Sonne scheint? Vergiss dennoch nicht, das Abblendlicht einzuschalten. Das ist ganzjährig Pflicht und wurde eingeführt, um die Zahl der Unfälle zu reduzieren. Falls du angehalten wirst, versteht die Polizei keinen Spaß. Und erst recht nicht, wenn du ohne Aufforderung aus dem Auto steigst!
Mit Flip-Flops in die BergeSicher gibt es Slowenen, die in Sandalen auf die höchsten Alpengipfel klettern. Mach es ihnen nicht nach! Nimm viel Trinkwasser, die entsprechende Ausrüstung und auf höheren Gipfeln auch Helm, Karabiner mit Sicherungsleinen und evtl. sogar ein Steigeisen mit. Die Alpen sind schroff und steil, das Wetter launisch.
WildcampenDas Soča-Tal ist so malerisch, dass du gerne mit Blick auf den Fluss aufwachen würdest? Der Nationalpark Triglav – ein Campertraum? Dann leg schon mal passendes Kleingeld parat, denn Wildcampen kostet bis zu 500 Euro Strafe – im Nationalpark sogar mit das Doppelte. Und die Ranger kennen alle guten Stellplätze.
Sich schon im Balkan wähnenFür viele Slowenen beginnt der Balkan in Kroatien, für die Kroaten in Bosnien und Herzegowina. Slowenien gehörte zwar früher zu Jugoslawien, doch als Balkan sieht man sich hier überhaupt nicht: Das Lebensgefühl ist mitteleuropäisch, an der Küste mediterran. Also, pack Slowenien nicht in den „Balkan-Topf“!

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Bus1–2 Euro einfache Fahrt, je nach Stadt
Espressoab 1,60 Euro im Café
Kremšnita6–10 Euro für ein Stück
Weinab 2 Euro für ein Glas (0,1 l)
Hauptgerichtab 10 Euro im Restaurant
Parken1–3 Euro pro Stunde

Feste & Feiertage

1./2. Januar

  • Neujahr

8. Februar

  • Prešeren-Tag (Kulturtag)

Februar/März

  • Fasching (kurenti) (So–Di | Ptuj)

März/April

  • Ostermontag

27. April

  • Tag des Aufstands gegen den Besatzer (Zweiter Weltkrieg)

1./2. Mai

  • Tag der Arbeit

Juni

  • Festival Lent (Maribor)

Juni – Anfang September

  • Ljubljana Festival

25. Juni

  • Nationalfeiertag

15. August

  • Mariä Himmelfahrt

September

  • Festival Stare trte (Maribor)

Mitte September

  • Kuhball (Bohinj)

31. Oktober

  • Reformationstag

1. November

  • Allerheiligen

11. November

  • Weinsegnung mit Musik (versch. Orte)

25. Dezember

  • Weihnachten

26. Dezember

  • Tag der Unabhängigkeit und Einheit Sloweniens

Vorbereitung

Auskunft vor der Reise

Slowenisches Fremdenverkehrsamt

Maximiliansplatz 12 a | 80333 München | Tel. 089 29 16 12 02

Slowenisches Tourismusbüro

Opernring 1/R/4/447 | 1010 Wien | Tel. 01 7 15 40 10

Haustiere

Hunde brauchen bei der Einreise nach Slowenien einen EU-Heimtierausweis mit einer aktuellen Tollwutimpfung und müssen mit Mikrochip gekennzeichnet sein. Erkundige dich vorher beim Hotel oder Zimmervermieter, ob du deinen Hund mitbringen darfst. Einen offiziellen Hundestrand findest du bei der alten Delamaris-Fabrik in Izola. Maulkorbpflicht herscht in der Seilbahn auf die Velika planina. Kotbeutel nicht vergessen, Slowenien ist ein sehr sauberes Land!

Ankommen

Anreise

Von Frankfurt/Main über München kommst du mit dem Zug ohne Umsteigen nach Bled, Kranj und Ljubljana (bahn.de). Ziemlich bequem geht das auch im Schlaf- oder Liegewagen ab Stuttgart (13 1/2 Stunden) oder Zürich (12 1/2 Stunden | oebb.at). Ab Wien via Graz gibt es einen direkten EC nach Triest. Damit kommst du in viele slowenischen Städte.

Schonend für die Urlaubskasse sind Fernbusse (flixbus.de). Ab München bist du in 5 1/2 Stunden in der Innenstadt von Ljubljana.

Wer mit dem Auto anreist, fährt am besten über München–Salzburg–Villach via Bled nach Ljubljana. Von Wien aus führt die Strecke über Graz nach Maribor. Für Österreich und Slowenien braucht man eine Vignette.

Die reine Flugzeit von Frankfurt nach Ljubljana beträgt ca. 1 Std. 20 Min. Der Flughafen befindet sich 26 km nördlich von Ljubljana. Der Airport Shuttlebus bringt dich zum Bus- und Hauptbahnhof in Ljubljana, alternativ nach Bled, Bohinj und Kranj (nomago.si). Buch das Sammeltaxi im Voraus (goopti.com)!

Einreise & Zoll

Trotz EU-Freizügigkeit: Personalausweis nicht vergessen! Auch Kinder allen Alters brauchen einen eigenen Ausweis (s. auswaertiges-amt.de). Als EU-Bürger darfst du so viele Waren nach/aus Slowenien ein- und ausführen, wie du möchtest; Abstriche musst du bei hartem Alkohol (10 l) und Zigaretten (800 Stück pro Erw.) machen. Der Zoll informiert über die aktuell geltenden Zollbestimmungen (zoll.de). Für Schweizer gelten andere Mengen.

Klima & Reisezeit

Frühjahr und Herbst sind perfekt für Städtetrips, Wanderungen und schweißtreibende Radtouren. Ende April/Anfang Mai haben die Slowenen drei Feiertage, dann ist überall viel los. 

Der Sommer, von Juni bis September, gehört den Wasserratten – dann wird an der Adriaküste und in den Alpenseen gebadet. Im Juli und August ist Hauptsaison, was man nicht nur an den Übernachtungspreisen merkt: Dann ist an der Küste, aber auch in Bled, Bovec und der Höhle von Postojna ziemlich viel los. 

Die Thermalbäder im Osten Sloweniens haben ganzjährig Saison, im Sommer öffnen auch die Außenpools mit ihren Rutschen. Der Winter gehört in den Julischen Alpen und ihren Ausläufern den Skifahrern. Ljubljana und andere Städte glitzern in der Adventszeit wunderbar romantisch, und in der Höhle von Postojna findest du in der Weihnachtszeit sogar eine „lebendige Krippe“!

Weiterkommen

Auto & Mietwagen

Am Flughafen und in größeren Städten kannst du problemlos ein Auto mieten. Dazu benötigst du eine Kreditkarte, die mit einer Kaution belastet wird (keine EC-Karte). Für jüngere Fahrer wird in der Regel ein Aufpreis fällig. Schau auf billiger-mietwagen.de nach, dort kannst du Preise vergleichen.

Auf slowenischen Autobahnen darf man 130 km/h fahren, auf Schnellstraßen gelten 100 km/h. Auf Landstraßen sind 90 km/h erlaubt, innerhalb von Ortschaften 50 km/h. Für die Fahrt auf der Autobahn (grüne Schilder) und der Schnellstraße (blaue Schilder) in Istrien brauchst du eine elektronische Vignette, die du zu Hause online (evinjeta.dars.si/selfcare/de) bekommst. Wirst du ohne erwischt, kann es teuer werden! Schalte das Abblendlicht an, ganzjährig! Die Promillegrenze liegt bei 0,5.

Öffentliche Verkehrsmittel

Mit den Überlandbussen kommt man in Slowenien gut voran. Das ist vor allem im Sommer eine gute Alternative zur Parkplatzsuche mit dem Auto (arriva.si oder nomago.si). In Ljubljana nutzt du die wiederaufladbare Buskarte Urbana (erhältlich beim TIC, einmalig 2 Euro, Einzelfahrt ab 1,30 Euro). Ab Ljubljana kommst du mit dem Zug günstig in viele slowenische Städte. Nach Kranj musst du 30 Min. einplanen, nach Koper gut 2 1/2 Stunden (potniski.sz.si). In Wanderregionen gibt es im Juli/Aug. Hop-on-Hop-off-Busse, z. B. in Kranjska Gora, Bled oder Kamnik.

Fahrräder & E-Roller

In vielen Städten kannst du dir Fahrräder, E-Bikes oder Elektrotretroller auf der Straße leihen. Ljubljana hat das prima Bike-Sharing-System BicikeLJ (bicikelj.si), bei dem die erste Stunde kostenlos ist (aber fünf Minuten nach der Rückgabe kannst du erneut ein Rad leihen). Die Fahrräder gibt es an rund 70 Stationen in der ganzen Stadt. Melde dich online mit Kreditkarte an, pro Jahr zahlst du 3 Euro. Ein E-Bike macht in Alpenstädtchen Sinn, etwa in Bled, um nicht gleich aus der Puste zu kommen. Falls du mit Kindern unterwegs bist: Unter 15 Jahren besteht Helmpflicht! 

Beim Slowenischen Tourist Information Center (STIC) (Krekov trg 10 | visitljubljana.com) bekommst du in der Hauptstadt für 8 Euro/Tag ein Fahrrad.

Elektromobil

Das winzige Elektrovehikel Kavalir fährt dich kostenlos durch die Altstadt von Ljubljana (Tel. 031 66 63 31). Auch in Maribor, Ptuj und Kranj gibt es solche Caddies. Einfach stoppen oder anrufen!

Vor Ort

Auskunft vor Ort

Slovenski Turist Info Centar (STIC) 

Krekov trg 10 | 1000 Ljubljana | Tel. 01 5 89 85 50 | visitljubljana.com, slovenia.info

Geld & Währung

In Slowenien zahlst du mit dem Euro. Kartenzahlung ist weit verbreitet, in manchen Restaurants oder Privatunterkünften kann es aber immer noch sein, dass du bar zahlen musst. Geld abheben geht problemlos mit der ECoder Kreditkarte. Die Höhe der Gebühren hängt von deiner Hausbank ab. Falls du deine Geldkarten verloren hast, lass sie telefonisch sperren (Tel. 0049 116 116).

Internet

Einen Kaffee schlürfen und dabei surfen? Das geht meist problemlos dank WLAN, das die meisten Cafés anbieten. Auch in Unterkünften gehört WLAN längst zum Standard. In Ljubljanas Innenstadt ist eine Stunde pro Tag kostenlos. Einfach anmelden: wifreeljubljana.si.

Sprache

In Slowenien wird Slowenisch gesprochen. Das ist eine südslawische Sprache, die Bosnisch/Kroatisch/Serbisch recht ähnlich ist. In Istrien lebt eine italienische Minderheit, im Prekmurje eine ungarische. Der Teufel steckt bekanntlich im Detail: Es gibt 46 Mundarten im Slowenischen, hinzu kommen sechs grammatikalische Fälle und der Dual. Das ist die Zweizahl, also wenn von einem Paar Schuhen, zwei Beinen oder den Eltern die Rede ist. Ganz schön viele Wortformen! Ein kleiner Trost: Viele Slowenen verstehen Englisch und Deutsch.

Strände

Die slowenische Küste ist kurz, da wird jeder Meter genutzt: Baden kannst du an Stränden aus grobem Fels, Kies oder Beton. In Ankaran wird am Kap Debeli Rtič gebadet, in Koper im Strandbad Žusterna. In Izola ist der Leuchtturm (Svetilnik) angesagt oder südlich der Stadt der flach abfallende Strand in der Bucht Simonov zaliv. An der Steilküste bei Strunjan findest du naturbelassene Badebuchten. In der Fiesa-Bucht bei Piran gibt‘s grüne Liegewiesen. Den einzigen richtigen Sandstrand findest du in Portorož, wo es im Sommer rappelvoll wird. Mondän ist dort der Meduza-Privatstrand, der teuer ist; dafür gibt‘s Liegen und Schirme.

Die Wassertemperatur im Sommer liegt bei 22–25 Grad Celsius. Die Strände in Slowenien sind öffentlich, Strandbäder und Liegestühle kosten jedoch etwas.

Öffnungszeiten

Im Supermarkt kannst du werktags 8–19 Uhr einkaufen, in größeren Läden häufig länger und zusätzlich am Sonntagvormittag. Ab 21 Uhr bekommst du keinen Alkohol mehr im Geschäft, nur noch in Restaurants, Kneipen und Cafés. Essen gehen kannst du in vielen Restaurants durchgehend von 11 bis 23 Uhr. Ein günstiges Tagesgericht (malica) wird oft nur bis 12.30 Uhr serviert. Sonntags sind manche Restaurants geschlossen. Am Montag haben die meisten Museen zu.

Post

Briefmarken bekommst du in den Postämtern (Pošta) oder an den Tabakkiosken, eine Postkarte ins EU-Ausland kostet zurzeit 1,96 Euro.

Telefon

Wenn du dein Handy-Volumen schonen willst, kannst du dir am Kiosk eine Telefonkarte besorgen. Vorwahlen: nach Slowenien 00386, nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041.

Trinkgeld

Wenn du mit dem Service zufrieden bist, gilt in Slowenien, was anderswo auch üblich ist: Gib im Restaurant fünf bis zehn Prozent Trinkgeld, das ist vollkommen in Ordnung. Im Taxi kannst du aufrunden.

Übernachten

Sozialistische Hoteltristesse war gestern: Längst schon sind die alten Ungetüme in moderne, elegante, serviceorientierte Hotels umgewandelt worden – und gehören fast ausschließlich in die Vier- und Fünf-Sterne-Kategorie. Das gilt vor allem für die Touristenzentren Ljubljana, Bled, Kranjska Gora und die Adriaküste. Hinzugekommen sind noble Schlosshotels für Gäste mit dem entsprechenden Geldbeutel. Thermalbäder bieten oft mehrere Hotel-Kategorien an: von topmodernen Wellnesshotels bis zu Mittelklassehotels. Ohnehin gibt es in Thermennähe viele Privatzimmer oder Pensionen, die in der Regel günstiger sind. Die Unterkünfte findest du online (booking.com oder airbnb.com). Vor Ort solltest du auf die Schilder „Sobe“ und „Apartmaji“ achten, wenn du eine günstige Hotelalternative suchst. Hostels gibt es vor allem in den Touristen-Hotspots.

Entspannt vor allem für Familien mit Kindern sind die rund 850 Ferienbauernhöfe (turistična kmetija), die es im ganzen Land gibt. Gäste werden mit eigenem Wein, Gemüse aus dem Garten oder selbst gekochter Marmelade verwöhnt (turisticnekmetije.si/de). Wer in den Alpen als Fernwanderer mit Rucksack unterwegs ist, findet viele Berghütten: In gut 180 Schutzhütten und Biwaks kannst du Rast machen (en.pzs.si).

Anregungen für Übernachtungen online unter: slovenia.info. 

Erwachsene zahlen eine Kurtaxe, die je nach Region und Saison bis zu 3 Euro pro Nacht beträgt.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Prešernova cesta 27 | 1000 Ljubljana | Tel. 01 4 79 03 00 | laibach.diplo.de

Österreichische Botschaft

Prěsernova cesta 23 | 1000 Ljubljana | Tel. 01 4 79 07 00 | bmeia.gv.at/oeblaibach

Schweizerische Botschaft

Trg Republike 3 (6.Stock) | 1000 Ljubljana | Tel. 01 2 00 86 40 | eda.admin.ch/ljubljana

Gesundheit

Viele Ärzte sprechen Englisch oder Deutsch. Die Europäische Gesundheitskarte (EHIC), die du auf der Rückseite der deutschen Krankenversicherungs- Chipkarte findest, wird in Slowenien anerkannt. Ein guter Sonnenschutz im Sommer ist wichtig, vor allem in den Bergen und am Meer! Eine private Auslandskrankenversicherung, die es für wenige Euro gibt, kann im Notfall beim Rücktransport einspringen.

Naturgefahren

Wenn du in den Julischen Alpen unterwegs bist, solltest du dich unbedingt vorher über die Wetterlage informieren: Plötzliche Wetterumschwünge haben es in sich! Erfahrene Bergsteiger schwören auf den Zwiebel- Look, also auf das Tragen von mehreren Schichten Kleidung.

Notfallnummern

Die kostenlose Euro-Notrufnummer 112 gilt auch in Slowenien.

Bei einer Autopanne kannst du den AMZS rufen: Tel. 1987, vom Mobiltelefon: +386 1 530 53 53.

ADAC-Notruf: 0049 89 22 22 22

Polizeikontrollen

Wenn dich die slowenische Polizei im Auto anhält, bleib cool – und vor allem sitzen. Bloß nicht aussteigen, wenn du nicht aufgefordert wirst, denn das ist nicht erlaubt!

  1. Vorbereitung
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  3. Weiterkommen
  4. Vor Ort
  5. Notfälle und Sicherheit