Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Iranisch mit arabisch verwechselnIraner sind ungemein stolz auf ihre Nation und jahrtausendealte, eigenständige Hochkultur. Auf ihre Sprache, Bräuche, Kunst und oft auch auf ihren vorislamischen Glauben. Deshalb bitte: Iran ist kein arabisches Land, Farsi, die Landessprache, nicht Arabisch. Und der Golf, um diesen Streitpunkt auch ein für allemal zu klären, heißt „Persischer“ Golf. Das haben schon die Historiografen der alten Griechen festgehalten.
Vor anderen schneuzenIn Gesellschaft das Taschentuch zu zücken, empfinden Iraner als ausgesprochen rüde. Tut man’s beim Essen, verdirbt man ihnen den Appetit. Also: aufstehen und sich diskret entfernen, bevor man losschnaubt! Am besten in einen Nebenraum oder nach draußen.
Öffentlich flirtenTrotz fortschreitender Liberalisierung: Sich vor aller Augen einzuhängen, zu umarmen oder gar zu küssen (Wangenküsse zwischen Angehörigen des gleichen Geschlechts ausgenommen), ist nach wie vor verpönt. Auch reichen weiterhin die meisten Frauen Männern in der Öffentlichkeit nicht die Hand.
Schuhe anlassenIraner legen Wert auf höchste Hygiene. Deshalb zieht man bei Privateinladungen am Eingang zur Wohnung unbedingt die Straßenschuhe aus. Ob man dann die bereitstehenden Hausschuhe überstreift oder in Socken über den echten Perser wandelt, bleibt jedem selbst überlassen. Raus aus den Schuhen gilt übrigens auch, bevor man Gebetsräume in Moscheen betritt oder in Restaurants auf einem Takht Platz nimmt.
Den Daumen reckenEin Klassiker des krassen Missverständnisses: Streckt man in Europa dem Gegenüber seinen Daumen entgegen, signalisiert man damit Zustimmung, teilt die Freude über gute Laune oder einen Erfolg. Im Iran meint dieselbe Gebärde das genaue Gegenteil. Im Klartext: den Stinkefinger. Sollten Sie ihn im Affekt doch mal hochhalten, keine Sorge: Einheimische, die schon mit Westlern zu tun hatten, wissen um die konträre Bedeutung und werden nur innerlich milde lächeln, statt sich brüskiert zu fühlen.
Über Politik sprechenKellner, Taxifahrer, Zufallsbekanntschaften von der Straße – viele sagen gegenüber Ausländern, wenn die Rede auf die politische Lage im Land kommt, frei heraus, was sie denken. Doch wie viel sie auch lamentieren und schimpfen mögen: Iraner sind Nationalisten und hören Kritik an ihrer Heimat von außen ungern. Drum: Wenn es sich nicht um sehr vertraute Freunde – oder freigeistige Reiseleiter – handelt, lieber höflich zuhören und auf Fragen diplomatisch ausweichend antworten.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Tee0,80–1,50 Euro für ein Glas
Kebab3-5 Euro pro Portion
Taxi0,25 Euro/km innerstädtisch
Inlandsflug30–60 Euro one way
Busfahrt5–15 Euro für eine Überlandfahrt
Eintritt 7,50 Euro Hauptsehenswürdigkeit

Religiöse Feiertage

Die wichtigsten religiösen Feste, an denen Sehenswürdigkeiten geschlossen sind:

Februar

  • Todestag Fatimas

März/ April

  • Geburtstag Imam Alias und Etekaf (nur Moscheen geschlossen)

Mai/ Juni

  • Während des Fastenmonats Ramadan, der mit dem Opferfest Eid al-Fitr endet, sind zwar alle Attraktionen zugänglich, der Alltag läuft jedoch in vielen Bereichen verlangsamt

Mai/ Juni

  • Todestag Imam Alis

Juni/ Juli

  • Todestag Imam Sadeghs

September

  • Tassua und Ashura, Gedenken an Imam Husseins Tod in der Kerbela-Schlacht

Oktober

  • Arbain, der 40. Tag nach Ashura

Oktober/ November

  • Todestag des Propheten Mohammed

Oktober/ November

  • Todestag Imam Rezas

Feiertage

10. Feb.

  • Siegestag der Islamischen Revolution

19. März

  • Tag der Nationalisierung des Erdöls

21.–24. März

  • Nowruz

1. April

  • Gründung der Islamischen Republik

2. April

  • Tag der Natur (Sizdah be Dar)

4. Juni

  • Todestag Imam Khomeinis

Veranstaltungen

Januar/Februar

  • Fajr Int. Theaterfestival: interessante Inszenierungen aus dem In- und Ausland auf mehreren Bühnen Teherans. Parallel läuft das Fajr Music Festival (www.fajr musicfestival.com). Zweite Monatshälfte Jashn-e Sadeh: altiranisches, mit großen Freudenfeuern begangenes Mittwinterfest. (29./30. Jan.) Fajr Film Festival: 10-tägige, weltweit be achtete Leistungsschau des iranischen Kinos, Ableger für internationale Filme im April, beide in Teheran. www.fajriff.com

März

  • Chaharsanbe-Suri: In der letzten Dienstag- Nacht des Jahres wird gesungen, gelärmt, werden zur Vertreibung der Wintergeister Feuer entzündet. Nowruz: Das wichtigste nicht-religiöse Fest markiert den Beginn des Frühlings und neuen Jahres. Ein Fest der Familie und die Zeit für längere Urlaube. Für zwei Wochen nimmt das ganze Land eine Auszeit. Viele Behörden, Läden, Restaurants – nicht aber touristische Sehenswürdigkeiten! – sind geschlossen. 21.–24.

Mai

  • Rosenwasser-Festival: Zum Höhepunkt der Ernte- und Destilliersaison stehen die berühmten „Rosendörfer“ Qamsar und Niyasar bei Kashan ganz im Zeichen der duftenden Tradition. Zweite Monatshälfte

August

  • Mobarak Puppentheater-Festival: Gastspiele in- und ausländischer Meisterensembles zeigen in Teheran ihre Kunst. Zweite Monatshälfte

Oktober

  • Nomadenzüge: Unterwegs im Bergland begegnet man Nomaden, die mit ihren riesigen Tierherden zum Überwintern in den Süden ziehen. Im März/April wandern sie wieder zurück. Mehregan: Fest des Erntedanks und der gegenseitigen Verbundenheit. 9./10.

Dezember

  • Shab-e Yalda: die längste Nacht. Man feiert mit Freunden und Verwandten den Sieg des Lichts über die Finsternis, entzündet Feuer, liest Hafis-Verse und weissagt einander die Zukunft. 20./21. oder 21./22.

Vorbereitung

Auskunft

Die iranische Regierung betreibt im Ausland keine Fremdenverkehrsämter. Bei der Reiseorganisation helfen gerne auch die einschlägigen Veranstalter. Zwei im Iran bestens vernetzte, für die der Autor des MARCO POLO Bandes regelmäßig Studienreisen leitet, sind Zeit-Reisen (zeitreisen.zeit.de) in Hamburg und, auch für maßgeschneiderte Sonderprogramme, Orientaltours (www.orientaltours.de) in Frankfurt. Drei auf deutschsprachige Gäste spezialisierte Veranstalter mit langjähriger Erfahrung und Sitz in Teheran: Arg-e Jadid (www.atc.ir bzw. deutschabteilung@atc.ir), Dina Tour (www.dina.tours) und, speziell für Berg-und Wüstentouren, Alvan Tour (www.allventure.at). Auskünfte erhalten Sie auch bei den iranischen Botschaften.

Botschaften der Islamischen Republik Iran

Strom

Die Spannung beträgt 220 Volt. Für Normalstecker ist kein Adapter nötig, Schukostecker hingegen passen selten.

Ankommen

Anreise

Flugzeug

Lufthansa (www.lufthansa.com) fliegt von Frankfurt direkt nach Teheran, Austrian (www.austrian.com) von Wien nach Teheran, aber auch direkt nach Isfahan und weiter nach Shiraz. Iran Air (www.iranair.com) bedient die Strecken von Frankfurt, Hamburg, Köln und Wien, Mahan Air (www.mahan.aero) von Düsseldorf und München und Germania (www.flygermania.com) von Berlin nach Teheran. Turkish Airlines (www.turkishairlines.com) verbinden Istanbul direkt mit Teheran, Isfahan, Shiraz, Ahvaz, Mashhad und Tabriz. Auch die Anreise via Dubai mit Emirates (www.emirates.com) oder Flydubai (www.flydubai.com) bzw. via Doha mit Qatar Airways (www.qatarairways.com) ist empfehlenswert. Nach der Ankunft: Der Khomeini-Airport in Teheran ist seit Herbst 2017 ans Metronetz angeschlossen (Linie 1, Ticket zur Zeit des Redaktionsschlusses 8000 Rial). In allen anderen Städten mit Flughäfen bleiben für die Fahrt in die City, wie auch in Teheran als Alternative weiterhin, die (relativ preisgünstigen) Taxis.

Einreise

EU-Bürger und Schweizer brauchen ein Visum. Über die genauen Visabedingungen sowie zur vorab nötigen Einholung einer Genehmigung, der sogenannten Referenznummer, informieren Irans Botschaften sowie die Generalkonsulate in Hamburg, Frankfurt und München. Bei organisierten Reisen besorgt diese in der Regel der Veranstalter. Individualreisende können die Referenznummer, ein sogenanntes e-Visa, über die englischsprachige Website e_visa.mfa.ir/en/ beantragen. Dies ersetzt die bisherige anfängliche Einreichung vor Ort in einer diplomatischen Vertretung und klappt erfahrungsgemäß einwandfrei. Mit der Nummer und dem originalen Reisepass muss man aber weiterhin in der Konsularabteilung der iranischen Vertretung den Antrag für das eigentliche Visum stellen. Wer per Flugzeug einreist, kann auch direkt bei Ankunft ein 30-tägiges Touristenvisum ausgestellt bekommen. Generell muss der Pass noch mindestens sechs Monate gültig sein und darf keinen Hinweis auf eine Reise nach Israel enthalten.

Klima & Reisezeit

Für klassische Besichtigungstouren eignen sich Frühjahr und Herbst ideal. Winter sind speziell im Nordwesten und -osten extrem kalt und schneereich, am Golf hingegen angenehm warm. Im Sommer atmet man in den nördlichen Bergregionen frisch durch, während man im Süden und in den Wüsten bei bis zu 50°C schwitzt und einen an der Kaspi-Küste extreme Schwüle plättet. Nennenswerten Niederschlag gibt es vor allem im Nord(west)en.

Zeit & Kalender

Der Unterschied zur Mitteleuropäischen Zeit beträgt 2,5 Stunden. Am 21.März werden die Uhren um 1 Stunde vor-, am 21.September zurückgestellt. In der religiösen Sphäre gilt der Mondkalender mit nur 354 Tagen. Der im Alltag verwendete Kalender umfasst zwar 365 Tage, die Jahreszählung aber beginnt erst mit 622 n. Chr. Im internationalen Austausch benutzen Iraner den westlichen, gregorianischen Kalender.

Zoll

Sein Gepäck sollte man nicht mit Spirituosen, Schweinefleisch und Pornoheften füllen, deren Einfuhr ist nämlich strikt verboten. Bild- und Tonträger sowie Speicherplatten sollten keine heiklen Daten enthalten. Theoretisch sind Barbeträge von über 1000 US-Dollar zu melden. Die Einfuhr von elektronischem Equipment, Smartphone, Laptop, Kamera etc. ist, soweit es sich nicht um hochprofessionelle Filmausrüstung handelt, ebenso wenig ein Problem wie die Ausfuhr eines mittelgroßen Teppichs pro Person. Nur wirkliche Antiquitäten bedürfen einer Ausfuhrgenehmigung durch die Kulturbehörde.

Weiterkommen

Öffentliche Verkehrsmittel

Busse: Bus fahren ist extrem preiswert und man erreicht praktisch jeden Ort. Diverse Unternehmen bieten vor allem zwischen den größeren Städten exzellente Verbindungen, oft auch über Nacht. Da auf Hauptstrecken alle 15 bis 30 Min. Busse verkehren, einfach am entsprechenden Busterminal Ticket kaufen und los. Auf Nummer sicher geht, wer die Tickets vorab über eine Agentur kauft. Für lange Fahrten sollte man die komfortableren VIP-Busse nehmen. Noch billiger und für kürzere Strecken gut sind Sammeltaxis (Savari) mit oft eigenen Standplätzen. Eisenbahn: Das Schienennetz ist flächendeckend gut ausgebaut. Schnellverbindungen bestehen von Teheran nach Isfahan und Mashhad. Tickets kauft man online oder direkt an den Bahnhöfen. Vor allem in Ferienzeiten vorab buchen! www.rai.ir, www.iranrail.net Inlandsflüge: Iran Air (www.iranair.com) und diverse andere Gesellschaften bedienen ein dichtes Streckennetz, das die meisten Provinzhauptstädte umfasst. Die Preise sind niedrig, mehrstündige Verspätungen aber häufig. Tickets am besten über Reiseagenturen besorgen, was in der Praxis nur vor Ort funktioniert. Metro: Teheran besitzt eine sehr effiziente U-Bahn mit 5 Linien. Auch in Tabriz, Isfahan, Shiraz und Mashhad gingen vor Kurzem Metros in Betrieb.

Taxi

Innerstädtische Taxis gibt es viele, alle ohne Taxameter. Preise sind Verhandlungssache, für Touristen zwar meist erhöht, aber im Vergleich noch sehr billig. Offizielle Taxis sind gelb oder grün, die vielen privaten, nicht gekennzeichneten aber auch ohne Bedenken nutzbar.

Vor Ort

Fotografieren

Grundsätzlich agieren Iraner vor Kameras äußerst entspannt, ja lieben es, gemeinsam mit Ausländern Selfies zu schießen. Dass man von Personen zuvor höflichkeitshalber deren Zustimmung einholt, versteht sich von selbst. Bei militärischen und polizeilichen Anlagen verstehen Uniformträger keinen Spaß. Auch in Grenzgebieten, in Häfen, auf Flughäfen, vor Behördengebäuden, Gefängnissen etc. sollte der Verschlussdeckel auf der Linse bleiben. Einschränkungen gibt es an manchen religiösen Stätten und in Museen.

Geld & Preise

Währungseinheit ist der Rial (IRR). Das Papierbündel wird weniger dick, wenn man sich statt Scheinen die ebenfalls als Bargeld gehandelten „Bankschecks“ über 1 Mio. geben lässt. Wechseln Sie am besten in Hotels oder offiziellen Wechselstuben, Banken trödeln und verrechnen schlechtere Kurse und Straßenhändler hauen gerne übers Ohr. Verwirrend ist, neben der Verwendung arabischer Ziffern bei Preisangaben, der informelle Gebrauch der Parallelwährung Toman. Ihr Wert entspricht 10 Rial. 300 000 Rial heißen umgangssprachlich 30 000 oder, noch verkomplizierender, auch nur 30 Toman. Im Zweifel die Summe ausdrücklich in Rial aufschreiben lassen. Mittelfristig soll der Toman den Rial offiziell ablösen. Internationale Schecks und Kreditkarten werden mit ganz seltenen Ausnahmen (noch) nicht akzeptiert. Auch die ATMMaschinen reagieren auf ausländische Karten nicht. Deshalb unbedingt genügend Bargeld mitnehmen! In manchen Hotels, Souvenirläden und Reiseagenturen kann man auch mit Euros bezahlen.

Internetzugang & WLAN

Den Laptop, das iPad etc. mitzubringen und online zu gehen, ist kein Problem. Fast alle Hotels und viele Cafés bieten kostenloses, wenn auch manchmal noch recht langsames WiFi. Manche internationale Websites und Social Media aber, etwa Facebook und Twitter, werden von der Regierung zensiert oder blockiert.

Kleidung

Die religiöse Vorschrift befiehlt Frauen überall im öffentlichen Raum, auch bei Verlassen des Flugzeugs, im Hotelrestaurant und Reisebus, ihr Haar mit einem Kopftuch (Hijab) und ihre Körperkonturen mit einem losen Mantel, einer langen Bluse und knöchellangen Hosen zu umhüllen. Viele moderne Iranerinnen nehmen das Gebot heute lockerer. Die Grundregel aber bleibt aufrecht, auch die, im Trauer- und Fastenmonat gedeckte Farben zu tragen. Nackte Füße, etwa in Sandalen, empfinden Iraner als ebenso unmöglich wie Männer in kurzen Hosen. Frauen müssen in manchen religiösen Stätten zusätzlich einen (dort auszuleihenden und stets sauberen) Tschador überstreifen, der sie von Kopf bis Fuß bedeckt.

Öffnungszeiten

Der Freitag ist arbeitsfrei. Behörden und Firmen arbeiten Sa–Mi 8/9–16/17, Banken bis 14 Uhr, z. T. auch donnerstags vormittags. Läden haben, auch in den Basaren, in der Regel Sa–Do 9–20 Uhr offen, in touristischen Zonen z. T. auch freitags nach dem Mittagsgebet. Circa 13–15.30 Uhr, im Sommer auch länger, ist Siesta. Restaurants sind oft mittags (ca. 12–15 Uhr) und abends (ca. 18.30–22 Uhr), einfachere Lokale den ganzen Tag geöffnet. Bei deutlichen Abweichungen sind bei den Adressen genaue Zeiten angegeben. Montags sind Museen oft zu. Im Sommerhalbjahr (21.März–21.Sept.) sind die meisten Museen und Sehenswürdigkeiten länger geöffnet als im Winter. Bei den Adressen im Band ist es auch ohne explizite Angabe möglich, dass außerhalb des Sommers später geöffnet und früher geschlossen wird.

Orientierung vor Ort

In manchen Städten gibt es Büros der Kultur- und Tourismusbehörde Miras Farhangi, die meist wegen der Sprachbarriere und aus Mangel an Schriftlichem für Europäer nur selten nützlich sind. Fragen Sie an der Hotelrezeption oder Passanten auf der Straße. Iraner sind enorm hilfsbereit. Von den Jüngeren in den Städten sprechen viele Englisch. Schilder sind überwiegend auch lateinisch beschriftet. Wo im Band mehrere Straßennamen angegeben sind, muss man in dieser Reihenfolge abzweigen, um ans Ziel zu kommen.

Telefon & Handy

Festnetzanrufe ins Ausland von Hotels oder Postämtern kosten sehr wenig. Noch preiswerter ist die Verwendung einer SIM-Karte, die man auf Flughäfen und in allen Handyshops gegen Vorlage des Reisepasses erhält. Das Mobilnetz ist flächendeckend ausgebaut. Auch deutsche Handys funktionieren, die Roaminggebühren sind aber hoch. Inlandsgespräche hingegen sind sehr günstig. Vorwahlen: D: 0049, A: 0043, CH: 0041, IR: 0098.Inländische Vorwahlen ändern sich mit entnervender Regelmäßigkeit.

Toiletten

Im öffentlichen Raum und auch bei Iranern daheim darf freies Hocken trainiert werden. Und wer Papier braucht, muss es mitbringen. Die meisten besseren Hotels und wenige gute Restaurants haben, zumindest ergänzend, westliche Sitzthrone. Nur die billigsten Quartiergeber stellen kein Papier bereit. Dieses sollte wegen der Verstopfungsgefahr im dafür vorgesehenen Eimer entsorgt werden. In Privatwohnungen wie auch Hotelzimmern betritt man den Sanitärraum nur mit eigens bereitgestellten Schuhen. WCs finden sich an den meisten (Bus-)Bahnhöfen, Tankstellen und Moscheen, sind aber häufig eine Zumutung für die Nase.

Unterkunft

Irans Hotellerie bietet die gesamte Bandbreite an Quartieren, von den allerbilligsten Mosaferkhanehs bis zu Luxushäusern. Oft hapert es an der Qualität. Die Kategoriesysteme sind nur begrenzt mit westlichen Standards vergleichbar. In Tourismuszentren wie Isfahan oder Shiraz ist zur Reisesaison das Zimmerangebot extrem knapp, langfristig vorab zu buchen unverzichtbar. Außerhalb der Hauptreisezeiten kann man oft hohe Rabatte aushandeln. In den letzten Jahren eröffnen immer mehr privat geführte Pensionen in historischem Gemäuer, aber auch schicke Boutiquehotels in den Altstädten und in den Dörfern Ecolodges. Auch werden immer mehr Überlandkarawansereien in Hotels umgewandelt. In vielen kleineren Städten sind die staatlichen Tourist Inns (Jahangardi | ittic.com) eine verlässliche und saubere Option. Couchsurfing ist offiziell verboten. Deshalb: nie gegenüber Behörden angeben! Camping ist für Ausländer nur beim Trekking in den Bergen oder Wüsten ratsam.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft 

Kh. Ferdowsi 324, P. O. Box 11365–179 Teheran | Tel. 021 3 99 90 00, Handy für Notfälle: 0912 1 13 10 07 | www.teheran.diplo.de

Österreichische Botschaft

Mirvali Alley 6–8, Niavaran, 19796–33755 Teheran | Tel. 021 22 75 00 40 | www.bmeia.gv.at/botschaft/teheran

Schweizer Botschaft

Kh. Yasaman 2, Sharif Manesh Ave., Elahieh, P. O. Box 19395–4683 Teheran | Tel. 021 22 00 83 33 | www.eda.admin.ch/tehran

Gesundheit

Die medizinische Basisversorgung ist flächendeckend gewährleistet. In den großen Städten gibt es ausgezeichnete Ärzte, gute Krankenhäuser und Apotheken. Wer ein Visum beantragt, muss den Abschluss einer Reisekrankenversicherung belegen, ist also kostenmäßig automatisch abgesichert. Zusätzlich empfiehlt sich eine Rückholversicherung. Es sind keine Impfungen vorgeschrieben. Standardschutz gegen Hepatitis A und B, Polio, Tetanus, Diphtherie sowie eventuell Typhus und Tollwut, wenn Trekkingtouren geplant sind, ist sehr wohl ratsam. An der Golfküste und im tiefen Süden (Südosten) kommt im Sommer in geringem Maß Malaria vor. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man statt Leitungswasser abgefülltes Mineralwasser trinken und, vor allem im Sommer, bei ungekochten, ungeschälten Speisen Vorsicht walten lassen. Auf Sonnenschutz achten, vor allem im Hochland!

Notruf

Polizei: landesweit Tel. 110, Krankenwagen: Tel. 115

Sicherheit

Der Iran ist entgegen dem verbreiteten Klischee selbst für Frauen ohne Begleitung ein sehr sicheres Reiseland. Brutale Raubüberfälle passieren so gut wie nie, Taschendiebstähle viel seltener als etwa in Südeuropa. Seit vielen Jahren ist kein Normalo-Tourist mehr zu Schaden gekommen. Die größte Gefahr birgt der Straßenverkehr. Natürlich sollte man sich vor lautstarker Kritik an Religion und Regime am falschen Ort hüten, genau wie vor Reisen in den Südosten Richtung Pakistan und auch vor Trickbetrügern. Wenn die sich, vor allem in Teheran, nachts als Zivilpolizisten ausgeben und Sie auf der Straße kontrollieren wollen, bestehen Sie darauf, mit ihnen ins Hotel oder zur Polizeistation zu gehen! Aktuelle Orientierung bieten die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts (www.auswaertiges-amt.de).

  1. Vorbereitung
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  3. Weiterkommen
  4. Vor Ort
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