Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Mit kurzen Hosen ins Kloster gehenIn orthodoxen Klöstern und Kirchen gilt ein strenger Dresscode. Männer sollten keine Shorts tragen, Frauen lange Röcke oder Kleider – plus Kopfbedeckung. Praktisch: An vielen Kircheneingängen gibt es Tücher.
Niedrige Autos mietenAuf Straßen zu großen Attraktionen ist ein PKW total okay. Miete angesichts von Schlaglöchern und Baustellen aber unbedingt ein Auto mit großer Bodenfreiheit – wenn nicht gar einen kleinen SUV mit Allradantrieb.
Hütehunde provozierenBei Wanderungen durch teils einsame Bergregionen ist es sehr wahrscheinlich, dass du Schafherden begegnest, die von Schäfern und ihren Hunden betreut werden. Die Hütehunde nehmen ihre Aufgabe ernst, halte dich deswegen zurück und geh nicht einfach auf sie zu, sondern such immer erst einmal den Kontakt zum Schäfer.
Überall verhandelnBeim Preis für den überteuerten frisch gepressten Saft am Stand neben der Sehenswürdigkeit darf gefeilscht werden. Aber die meisten Produkte haben feste Preise und du solltest den Verkäufern auch ihren Verdienst gönnen.
Sorglos über Zebrastreifen schlendernDie Fahrweise der Einheimischen ist gewöhnungsbedüftig. Und ein gut ausgewiesener Fußgängerübergang ist kein roter Teppich. Aufmerksam schauen, dann vorsichtig und selbstbewusst ohne zu zögern die Straße überqueren!

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Saftca. 3 Euro für 1 Becher frisch gepressten Granatapfelsaft
Weinca. 4 Euro für 0,2 l Hauswein im einfachen Restaurant
Snackca. 3 Euro für 1 khachapuri auf die Hand
Benzinca. 1,10 Euro für 1 l Normalbenzin
Fahrkarteca. 0,25 Euro für Einzelticket in Stadtbus/U-Bahn
Eintrittca. 6 Euro für historische Sehenswürdigkeit

Feiertage

1. Januar

  • Neujahr

6./7. Januar

  • orth. Weihnachten und Altes Neues Jahr

19. Januar 

  • Hl. Drei Könige

3. März

  • Muttertag

8. März

  • Internationaler Frauentag

9. April

  • Nationalfeiertag

9. Mai

  • Tag des Siegs

12. Mai

  • St.-Andreas-Tag

26. Mai

  • Unabhängigkeitstag

28. August

  • Mariä Himmelfahrt

14. Oktober 

  • Mtskhetoba (griechisch-orth. Fest)

Mitte Oktober 

  • Rtveli (Wein-Erntedankfest in allen Weinregionen, besonders in Kachetien)

23. November

  • St.-Georgs-Tag

Vorbereitung

Zeit

+ 3 Stunden Zeitverschiebung

In Georgien ist es drei Stunden später als in Mitteleuropa. Da es dort keine Sommerzeit gibt, sind es von Ende März bis Ende Oktober nur zwei Stunden.

Ankommen

Anreise

Einzige Option für die Anreise mit dem PKW ist die Route über Tschechien, die Slowakei, Ungarn (aus Süddeutschland und der Schweiz direkt über Österreich nach Ungarn), Serbien, Bulgarien und die Türkei – reine Fahrzeit über 40 Std. Insofern sind Busfahrten extrem mühsam, wegen fehlender Direktverbindungen von Deutschland oder Österreich muss man zudem mehrmals umsteigen.

Direktflüge von München nach Tbilisi hat die Lufthansa im Programm, Austrian von Wien. Wizz Air fliegt von Berlin, Dortmund, Frankfurt/Hahn, Memmingen und Wien nach Kutaisi. Direktflüge sind pro Person und Richtung bereits ab 200 Euro zu haben, bei den Billigfliegern u. U. – nur mit Handgepäck – schon ab 30 bis 40, mit Gepäckaufgabe ab ca. 50 Euro.

Der Flughafen Tbilisi liegt 17 km südöstlich des Zentrums. Der Bus 337 fährt vom Flughafen zum Hauptbahnhof (1 GEL). Am bequemsten ist ein Taxi über die Bolt-App (günstiger und zuverlässiger als die klassischen Taxis).

Einreise

Reisende aus der Schweiz, Österreich und Deutschland brauchen kein Visum und dürfen bis zu einem Jahr in Georgien bleiben. Mit dem Reisepass bist du auf der sicheren Seite, Personalausweis (CH: Identitätskarte) reicht auch, bei einigen Fluglinien kann es aber Probleme bei Zwischenstopps in Drittstaaten geben. Seit 2026 verlangt Georgien bei der Einreise einen Nachweis über eine Reisekranken- und Unfallversicherung (auf Englisch oder Georgisch). Einreisebestimmungen können sich kurzfristig ändern. Bitte erkundige dich vorab bei den konsularischen Vertretungen Georgiens oder beim Auswärtigen Amt.

Klima & Reisezeit

Am Schwarzen Meer geht es subtropisch zu, in den Bergen alpin, im Süden nahe der türkischen Grenze fast wie in der Wüste, ansonsten kontinental. Außerhalb der Bergregionen ist es von Frühling bis Herbst meist etwas wärmer als bei uns, die Winter können aber genauso frostig werden. Wer nicht Ski fahren will, ist zwischen April und Oktober also gut bedient. Im hohen Kaukasus fallen die Temperaturen schnell. So kann es in Mestia oder Stepantsminda schon im September Nachtfröste geben, die Winter werden bitterkalt. Mai bis September ist die perfekte Wanderzeit. Im Hochsommer wird es oben so heiß wie im Tal, also: An Sonnenschutz denken!

Zoll

Es bestehen kaum Einfuhrbeschränkungen nach Georgien (Ausnahme: gefährliche Waren, max. 400 Zigaretten bzw. 50 Zigarren, max. 4 l alkoholische Getränke pro Person – unabhängig vom Alkoholgehalt).

Für die Rückkehr aus Georgien gelten die Freimengen für Einreise aus Nicht- EU-Staaten, z. B. 200 Zigaretten oder 250 g Tabak, höchstens 1 l Spirituosen über 22 % Alkoholgehalt oder 4 l nicht schäumende Weine, Arzneimittel nur für den persönlichen Bedarf. Zollfrei dürfen Waren bis zu einem Wert von 430 Euro eingeführt werden, für Jugendliche unter 15 Jahren gilt das nur bis zu einem Wert von 175 Euro. In die Schweiz dürfen Waren zum privaten Gebrauch bis 150 Franken pro Person steuerfrei eingeführt werden.

Bestimmungen können sich ändern. Der Zoll informiert über die aktuell geltenden Freimengen bei Wiedereinreise (zoll.de, bmf.gv.at, bazg.admin.ch).

Weiterkommen

Öffentliche Verkehrsmittel

In den großen Städten (Tbilisi, Kutaisi und Batumi) verkehren viele Buslinien, in der Hauptstadt gibt es eine U-Bahn. Die Tickets sind sehr günstig. Teilweise muss man eine Plastikkarte erwerben, die beim Einsteigen gescannt wird. Allgegenwärtig sind die günstigsten Fortbewegungsmittel: Minibusse, marshrutki, die auf festen Strecken über Stadt und Land fahren (Informationen über Verbindungen unter marshrutka.info). Man kann jederzeit – nicht nur an den Haltestellen – ein- und aussteigen. Einfach winken bzw. dem Fahrer Bescheid geben.

Georgien ist prinzipiell ein Autoland. Zwischen den großen Städten sind Züge durchaus bequem, aber selten (z. B. Tbilisi–Batumi 3-mal tgl. | ab 36 GEL | tre.ge), große, komfortable Reisebusse (z. B. Citybus Georgia | Tbilisi– Batumi ab 40 GEL | citybus.ge) decken auch mittelgroße Städte ab.

Auto

Obwohl sich die Straßenqualität vor allem seit Beginn der 2020er-Jahre unglaublich verbessert hat, solltest du beim Fahren Vorsicht walten lassen – große Schlaglöcher oder schlecht befestigte Straßenränder kommen immer noch vor.

Das Fahrverhalten der Georgier ist gewöhnungsbedürftig: Es wird nicht so viel geblinkt beim Abbiegen, es wird gelegentlich überholt bei Gegenverkehr, einfach so angehalten, gewendet oder sich eingeordnet. Aber wenn du dich darauf einstellst, findest du schnell in den Groove. Sichere Autofahrer brauchen Georgien nicht zu fürchten. Sehr viele Schilder und Zeichen sind nicht nur auf Georgisch, sondern auch auf Englisch in lateinischen Buchstaben vorhanden.

Die zulässige Höchstgeschwindigkeit für PKW ist 60 km/h in Ortschaften, 90 km/h außerhalb und 110 km/h auf Schnellstraßen bzw. Autobahnen. Mautpflichtige Straßen gibt es aktuell keine. Feuerlöscher, Verbandskasten, Warndreieck, Warnweste und grüne Versicherungskarte sind vorgeschrieben, die Promillegrenze für Alkohol beträgt 0,0.

Mietwagen

Neben den bekannten internationalen Autovermietungen gibt es eine Reihe einheimischer Firmen, darunter die einwandfreie und gut bezahlbare Parent Pro Auto Rent (parent.ge), die an Selbstfahrer vermietet, aber auch Fahrer anbietet. Sympathisch ist auch die Flexibilität: So kannst du z. B. deinen Wagen am Flughafen abholen und im Stadtzentrum zurückgeben. Miete am besten einen Wagen mit höherem Radstand und der Möglichkeit, Allradantrieb (4x4) einzuschalten, wenn du flexibel sein und auch auf unbefestigten Straßen fahren möchtest. Entsprechend kleine SUVs sind im Zweiradmodus sparsam.

Vorsicht vor Blitzern: bei Geschwindigkeitsmessung, bei roten Ampeln und beim Fahren auf Busspuren in Städten. Die Knöllchen gehen direkt per SMS an den Autobesitzer, also in deinem Fall an die Mietwagenfirma. Bei der Abgabe des Autos gibt es dann die Bescherung. Bei einer Panne hilft die assistance der Mietwagenfirma.

Bei einem Unfall – selbst wenn nur eines der beteiligten Autos Schaden genommen hat – das Fahrzeug nicht bewegen, sondern immer zuerst die Mietwagenfirma und die Polizei anrufen. Erst wenn alles protokolliert wurde, kann weitergefahren werden, sonst greift die Versicherung nicht.

Aktuelle Infos über die Straßenlage, Baustellen etc. gibts – auch auf Englisch – auf georoad.ge. Traditionell mieten Touristen in Georgien oft ein Auto mit Fahrer für Tagesoder Mehrtagestouren. Eine gute Option, wenn du keinen Fahrstress oder zum Mittagessen ein Gläschen trinken möchtest. In diesem Fall enthält der vereinbarte Pauschalpreis auch die Übernachtungen für den Fahrer. Fahrer werden von Reiseagenturen, Autovermietungen oder Touristeninformationen vermittelt, aber auch z. B. über die Vermieter deiner Unterkunft (siehe auch Taxi).

Taxi

Vereinbar beim Taxiservice für einen Tages- oder Halbtagesausflug immer vorher einen Pauschalpreis – als Anhaltspunkt kannst du rund 100 Euro/ Tag rechnen – und wähl einen vertrauenswürdigen Anbieter (z. B. empfohlen von deiner Unterkunft).

Taxis haben meist einen Taxameter, auf den du dich in der Regel verlassen kannst – dass du übers Ohr gehauen wirst, ist aber nicht ausgeschlossen.

Für ein klassisches Taxi in den größeren Städten ist es per App am bequemsten, vor allem mit Bolt; dabei steht außerdem der Preis vor Antritt der Fahrt fest und du erlebst keine Überraschung. Eine Bolt-Fahrt innerhalb Tbilisis kann es ab 10 GEL geben, zum Flughafen sind‘s dann ca. 40 GEL (Preise schwanken).

Vor Ort

Auskunft vor Ort

Die Website der staatlichen Tourismusorganisation (georgia.travel) enthält sehr viele Infos, unterteilt nach Regionen und Kategorien. In den großen Städten und bei den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gibt es Touristen-Informationsbüros (Tourist Information Center).

Geld & Währung

Der Lari ist die Währung Georgiens, abgekürzt GEL. Ein Lari sind 100 Tetri. 1 Euro entspricht ca. 3 Lari. Mit Online- Währungsrechnern wie oanda.com kann man in Sekundenschnelle Preise zum aktuellen Kurs umrechnen. Tetri-Münzen bekommt man selten zu Gesicht. 1 und 2 Lari gibt es als Münzen, 1, 2, 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Lari als Scheine. Ein wenig Kleingeld solltest du immer in der Tasche haben, z.B. für Parkwächter oder WC-Eintritt. In fast allen Restaurants und Geschäften zahlst du bequem per Kreditkarte, mit der Girocard funktioniert es nicht immer. Unterkünfte sind noch sehr auf Bargeld eingestellt. In den Städten gibt es zahllose Geldautomaten, die du bedenkenlos nutzen kannst. Die Gebühren halten sich in Grenzen. In ländlichen Gebieten gibt es nicht überall Automaten, aber selbst in kleineren Städten schon.

Internetzugang & WLAN

Praktisch alle Unterkünfte und auch sehr viele Lokale bieten kostenlosen WLAN-Zugang für Gäste.

Öffnungszeiten

Supermärkte (etwa Spar oder Magniti) und kleinere (Lebensmittel-)Geschäfte sind meist sieben Tage die Woche bis spätabends geöffnet. Dasselbe gilt auch für viele Apotheken.

Preise

Im Allgemeinen ist Georgien günstiger als Deutschland, etwa Übernachtungen und einfache Restaurants, Transport und lokale Lebensmittel. Touristische Produkte und Dienstleistungen (Taxis, Eintritte, importierte Waren) kosten oft genauso viel.

Strände

Die meisten Schwarzmeerstrände rund um Batumi sind schön, aber eher steinig bzw. kieselig, also: Unbedingt Badeschuhe mitnehmen! Außergewöhnlich ist der dunkle, eher sandige, „magnetische“ Strand des Orts Ureki. Ausgewiesene FKK-Strände gibt es nicht. Das Baden im Schwarzen Meer ist recht sicher, weil es flach ist und die Wellen fast nie hochschlagen. In Batumi und Kobuleti sind die Strände zum Teil bewacht, es gibt eine reiche Infrastruktur mit Bars, Cafés, Strandliegen, Toiletten und Sonnenschirmen, an anderen Stränden deutlich weniger. Die Wasserqualität ist akzeptabel.

Telefon & Handy

Das Nutzen des Mobiltelefons mit der heimischen SIM-Karte ist teuer. Wenn dein Handy für eSIM geeignet ist, ist es viel günstiger, eine eSIM-App wie Saily herunterzuladen und die eSIM mit einem Datenvolumen deiner Wahl zu installieren. So kannst du mobil surfen und online – z. B. über Whatsapp – telefonieren. Nur fürs mobile Telefonieren muss deine heimische SIM-Karte herhalten. Vorwahl für Anrufe nach Georgien: +995 – bei Anrufen per Handy am besten immer vorwählen. Anrufe aus Georgien nach D: +49, AT: +43, CH: +41.

Trinkgeld

Fast alle Restaurants, Cafés o. Ä. schlagen automatisch eine Servicegebühr von 10%, manchmal auch 12% oder 15%, selten höher, auf die Preise in der Speisekarte drauf. Daher reicht in der Regel ein Aufrunden.

Notfälle und Sicherheit

Sicherheit

Georgien ist ein sicheres Land – die üblichen Vorkehrungen (keine Wertsachen im Auto lassen etc.) reichen. Betrug und Abzocke kommen vor, lass dir nichts aufquatschen (Touren, Taxifahrten usw.), sondern wähl die offiziellen Angebote.

Diplomatische Vertretungen

Deutsche Botschaft

Nino Chkheidze St. 38 | 0102 Tbilisi | Tel. 2 44 73 00, Notfall-Tel. 5 99 58 61 91 | tiflis.diplo.de

Österreichische Botschaft

Inoffice Business Centre | 5.Stock, Chovelidze St. 4 | 0108 Tbilisi | Tel. 2 43 44 02, Notfall-Tel. 5 77 04 48 56 | bmeia.gv.at/oeb-tiflis

Schweizerische Botschaft

Shalva Radiani St. 12 | 0179 Tbilisi | Tel. 3 22 75 30 01, Notfall-Tel. (+41) 800 24 73 65 | eda.admin.ch/tbilisi

Gesundheit

Apotheke heißt auf Georgisch აფთიაქი (ausgesprochen „aptiaki“). Apotheken sind in den Städten zahlreich vorhanden und gut ausgestattet. Einige stärkere Schmerzmittel, die bei uns frei verkäuflich sind, stehen nicht zur Verfügung. Die Europäische Krankenversichertenkarte gilt in Georgien nicht, eine private Reisekranken- und Unfallversicherung (Nachweis auf Englisch oder Georgisch) ist obligatorisch. In den größeren Städten ist die Versorgung mit privaten Arztpraxen sehr gut. Auf dem Land fährst du am besten zur nächsten Stadt (z. B. in den Bergen Swanetiens nach Mestia).

Notruf

Landesweite Notrufnummer für Polizei, Krankenwagen, Feuerwehr (man wird dann an die entsprechende Stelle weitergeleitet, englischsprachige Mitarbeiter sind i.d.R. verfügbar): 112

Übernachtungen

In kaum einem Land wirst du so häufig in kleineren Pensionen und Privatzimmern übernachten wie in Georgien. Gastfreundschaft steht dort an erster Stelle, Frühstück gehört oft zur Übernachtung dazu, Gäste werden rührend umsorgt und die Englischkenntnisse der Gastgeber sind in jüngster Zeit merklich besser geworden. Gerade diese kleinen Unterkünfte findest du fast nur bei booking.com, die Bezahlung erfolgt vor Ort in bar.

In den Städten, besonders in Tbilisi, Batumi und Kutaisi, findest du größere Hotels – auch der Vier- und Fünfsternekategorie – ebenso wie Hostels für Rucksacktouristen. Apartments und Ferienhäuser werden über booking. com und airbnb vermietet. Klassische Campingplätze gibt es kaum.

  1. Vorbereitung
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  3. Weiterkommen
  4. Vor Ort
  5. Notfälle und Sicherheit