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Prag, das goldene, tausendjährige, hunderttürmige – eine Stadt der Geschichte und Geschichten, der heimlichen Gärten und barocken Winkel, von Büros und Business, von Start-ups und hektischem Treiben. Prag lebt den Wandel seit Jahrhunderten und geht ein spannungsreiches Wechselspiel aus Tradition und Moderne, aus Gegenwart und Vergangenheit ein.
Schön global
Eine amerikanische Reisegruppe folgt artig ihrem Stadtführer, asiatische Brautpaare posen für den Fotografen, auf der Jagd nach dem romantischsten Hochzeitsfoto. Prag gehört zu den schönsten Städten der Welt, und das spricht sich schnell herum. Dabei fasziniert die Touristen aus Übersee an Prag genau das Gleiche wie die Euro-Weekender aus den nahen Nachbarländern: die märchenhafte Stadtkulisse voller Kirchen und Paläste, die majestätische Karlsbrücke mit ihrer spektakulären Statuengalerie, die versteckten Gärten und stillen Gässchen. Doch Prag ist alles andere als ein betuliches Museum: Lass dich im Zentrum vom quirligen Leben mitreißen oder entdecke die junge Szene in den aufblühenden Vorstädten. Boutiquen, Bars und Bistros, aber auch brave Bürger im Bierdunst – Prag ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Und dabei immer noch erfreulich günstig.
Europäisches Erbe
Heute ist Prag die Hauptstadt eines kleinen Landes mit gerade einmal 10 Mio. Einwohnern, eine Metropole aus der zweiten Reihe – doch das war nicht immer so. Zweimal wurde von hier aus halb Europa regiert. Unter Kaiser Karl IV. wuchs Prag im 14.Jh. zur damals größten Stadt des Kontinents heran, zu einem Machtzentrum, einem Mekka der Künste und zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reichs. Karlsbrücke, Universität oder die komplette (gar nicht so neue) Neustadt – vieles im Bild und im Leben der Stadt erinnert an diesen großen Herrscher. Den zweiten Boom erlebte Prag an der Wende vom 16.zum 17.Jh. unter dem sonderlichen, kunstversessenen Habsburger Rudolf II., der seinen Kaiserthron auf dem Prager Hradschin aufstellen ließ. Der Adel des Reichs tat es ihm nach – die Ansammlung prachtvoller Palais im Renaissance- und Barockstil rund um die Burg und auf der Kleinseite zeugen bis heute von dem Wettbewerb, dem Kaiser möglichst nahe zu sein. In den folgenden Jahrhunderten sank die Bedeutung Prags – für das Stadtbild war gerade das ein Segen. Was anderenorts durch Modernisierungen zerstört wurde, blieb in Prag erhalten. Heute besitzt die Stadt eine der weitläufigsten Denkmalzonen Europas, fast das ganze Zentrum gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Der Hradschin gilt als die größte geschlossene Burganlage weltweit. Für die Prager ist das die Erinnerung an ihre europäische Tradition. Es bringt sie deshalb schnell auf die Palme, wenn jemand ihre Stadt in Osteuropa verortet. Sie selbst sehen sich im Herzen des Kontinents, in Mitteleuropa. Typisch mitteleuropäisch sind auch die vielfältigen kulturellen Wurzeln Prags. Über Jahrhunderte lebten in der Stadt Tschechen, Deutsche und Juden nebenund miteinander. Das Zusammenleben war kompliziert und voller Spannungen, aber oft auch überaus fruchtbar. Es war gerade dieser Dreiklang der Kulturen, der Prag zu Beginn des 20.Jhs. zu einer der geistigen Schnittstellen Europas werden ließ. Die Namen zahlreicher Schriftsteller stehen beispielhaft für diese Epoche: Franz Kafka, Egon Erwin Kisch und Rainer Maria Rilke sind in Prag geboren und schöpften aus der Atmosphäre der Stadt, unter den Tschechen stehen ihnen etwa „Schwejk“-Erfinder Jaroslav Hašek und die hellsichtigen Brüder Karel und Josef Čapek oder der spätere Literaturnobelpreisträger Jaroslav Seifert zur Seite.
Geschichte
Ca. 8.Jh.
Die mythische Fürstin Libuše weissagt eine Stadt, „deren Ruhm bis an die Sterne reicht“
1348–78
Unter Kaiser Karl IV. ist Prag die größte Stadt Europas
1583–1612
Kaiser Rudolf II. zieht Künstler und Alchemisten nach Prag
1618
Prager Fenstersturz – Beginn des Dreißigjährigen Krieges
1918
Prag wird Hauptstadt der neuen Tschechoslowakei
1939–45
Prag unter NS-Herrschaft
1948–89
Prag unter kommunistischer Diktatur
1968
Das Tauwetter des „Prager Frühlings“ wird am 21.August durch Panzer beendet
1989
Studentendemonstrationen in Prag leiten am 17. November die „Samtene Revolution“ ein
2002
Jahrtausendhochwasser flutet Uferbezirke und Teile der Metro
2027
Baubeginn der Moldauphilharmonie – größtes Nachwendekulturprojekt
Tschechisch & weltoffen
Die Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Hitlers Wehrmacht, der Zweite Weltkrieg, der Holocaust und im Anschluss die Vertreibung der Deutschen beendeten die einzigartige kulturelle Vielfalt Prags auf grausame Weise. Ihre Spuren sind heute nur noch zu erahnen, wenn man durch die Reste des alten jüdischen Viertels streift oder deutsche Straßennamen an Altstadtfassaden entdeckt. Heute sind die Tschechen in der 1,2-Mio.-Stadt weitgehend unter sich, allenfalls begleitet von den Slowaken, von denen viele nach der Teilung der Tschechoslowakei 1993 hier blieben oder der Arbeit wegen kamen. Sichtbarste nationale Minderheit sind die rund 10 000 Vietnamesen, die mit ihren kleinen Geschäften, Tante-Emma-Laden und Spätkiosk zugleich, die Stadt zusammenhalten. Das internationale und weltoffene Flair der Stadt ist vor allem den Touristen zu verdanken. Prag ist eine der meistbesuchten Städte Europas. Die tiefgreifende Covid- Flaute von 2020/21 mit einem Besucherrückgang von 90 % ist längst vergessen, die Touristen sind zurück – magisch angezogen von den romantischen Gassen und malerischen Winkeln. Romantik-Blockbuster haben in China und Korea Prag noch vor Paris zur Traumstadt der Liebe werden lassen.
Von Fensterstürzen zu Kriegen
Auf dem Hradschinplatz liegt einem Prag zu Füßen, das Panorama ist atemberaubend, und ungezählte Kirchturmspitzen machen klar, woher der Beiname des „hunderttürmigen Prag“ kommt. Was in der Stadt fehlt, sind nur die Gläubigen. Die Tschechen sind stolz auf den Titel des atheistischsten Volks in Europa; gut drei Viertel haben mit Gott und der Kirche nichts am Hut. Womöglich eine Reaktion darauf, dass der Streit zwischen den Konfessionen über Jahrhunderte die Geschichte der Stadt bestimmt hat – mit Konsequenzen für den ganzen Kontinent. Eine handgreifliche lokale Spezialität waren dabei die Prager Fensterstürze. Beim ersten wurden 1419 mehrere katholische Ratsherren von aufgebrachten protestantischen Hussiten aus einem Fenster des Neustädter Rathauses befördert – Auftakt für die Hussitenkriege. Auch beim zweiten Prager Fenstersturz ging es um konfessionelle Spannungen. Wütende Protestanten warfen 1618 zwei katholische Adlige aus der Prager Burg. Zwar überlebten die den 16 m tiefen Sturz. Doch mit diesem begann der Dreißigjährige Krieg, ein Religionskrieg, der ganz Europa verwüstete. Die Katastrophen des 20.Jhs. kamen ohne Gott aus: Im März 1939 marschierten Hitlers Truppen in Prag ein – der Auftakt zu Weltkrieg und Völkermord. Und im August 1968 walzten Panzer des Warschauer Pakts den Prager Frühling nieder und beendeten den Traum von einem „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, wie ihn die Tschechen und Slowaken unter Alexander Dubček erhofft hatten.
Friedvolle Geistesgrößen
Doch auch positive Signale gingen von Prag aus, beispielsweise mit der Gründung der ersten Universität Mitteleuropas durch Karl IV. im Jahr 1348.Um 1600 galt der Hof von Rudolf II. mit den Astronomen Johannes Kepler und Tycho Brahe als eine Hochburg der Naturwissenschaften und ein Mekka der freien Künste. Aus einer Prager Adelsfamilie stammte Berta von Suttner, die Friedensaktivistin und erste Friedensnobelpreisträgerin. Und im November 1989 führten die unblutigen Massendemonstrationen der Samtenen Revolution zum Rücktritt der kommunistischen Regierung und machten den Weg frei für einen gesellschaftlichen Neuanfang unter der Führung von „Dichterpräsident“ Václav Havel.
Eine Stadt erfindet sich neu
Die Rückkehr Prags nach Europa ist geglückt. Mit einer Wirtschaftsleistung von mehr als 200 Prozent des EU-Durchschnitts ist die Stadt dieiertreichste Region der Union. Die alten Industrievororte Karlín, Smíchov und Holešovice haben sich zu Bürostädten und Szenetreffs gemausert, die Region punktet mit ihrer großen industriellen Tradition, mit guter Ausbildung und pfiffigen Start-ups. Die Löhne in der Hauptstadt sind mit durchschnittlich 2200 Euro brutto im Monat zwar immer noch niedrig, doch dafür herrscht praktisch Vollbeschäftigung, und in puncto Lebenshaltungskosten ist Prag immer noch eine der günstigeren Metropolen Europas. Jenseits des Prager Speckgürtels sinkt der Lebensstandard jedoch rapide und die Probleme wachsen. In der Provinz sind die Prager daher nicht immer gut gelitten. Modernisierung und Neuerfindung der Stadt nach 1989 wurden in einem Tempo vollzogen, das manchem Bewohner den Atem raubt. Wo gestern noch ein kleines Lebensmittelgeschäft war, sitzt heute eine Sushibar, und aus dem traditionsreichen Kleinseitner Café wurde eine Starbucks-Filiale. Doch die Zeit, in der immer neue Zweigstellen der großen Fast-Food- und Modeketten der Ausdruck von Aufbruch und Aufschwung waren und junge Familien von einem Reihenhaus in den rasch wachsenden Satellitenstädten im Speckgürtel träumten, sind vorbei. Die Prager erobern ihre Stadt zurück – kreativ und mit Pfiff. In leer stehenden Industriearealen entstehen Ateliers, Kunstzentren und Coworking-Spaces, kleine Cafés und Bars sind die Kristallisationspunkte für neues urbanes Leben in den Vierteln. Jung-Cafetier Ondřej Kobza verteilt Straßenpianos in den Gassen; Märkte und Gastrofestivals etablieren sich, auf der Partymeile Náplavka tobt das Leben bis in die Nacht – die jungen Prager nehmen den öffentlichen Raum ihrer Stadt wieder in Besitz.
Verführerin mit tausend Schleiern
Das junge Leben und die alte Stadt – Tradition und Moderne sind in Prag keine Gegensätze. In den Gassen und Winkeln zwischen den Palästen von Altstadt und Kleinseite haben sich Mystik und Magie der Stadt erhalten. Das Gewirr der versteckten Gässchen ist wie geschaffen dafür, den Reiseführer zuzuschlagen und sich in ziellosen Spaziergängen in der Atmosphäre Prags zu verlieren. Wenn im November Nebelschwaden über den Plätzen hängen, dann wirkt in Prag die Vergangenheit intensiver als die Gegenwart. Eine „Verführerin mit tausend Schleiern“ hat der aus Tschechien stammende Filmregisseur Miloš Forman die Stadt Prag einmal genannt. Ihren unwiderstehlichen Reiz hat sie bis heute behalten.
Prag Highlights
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Über die Region:
Prag gehört zu den bedeutendsten historischen Städten Europas und verbindet mittelalterliche Strukturen mit urbanem Leben. Die Stadt eröffnet vielfältige Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit Architektur und Geschichte. Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten zählen die Prager Burg mit dem Veitsdom sowie die Karlsbrücke zwischen Altstadt und Kleinseite.

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