Sankt Petersburg

Überblick

Willkommen in Sankt Petersburg

An der weiten Mündung der Newa in die Ostsee trifft die sprichwörtliche russische Weite auf Europas Städtekultur: Das Ergebnis ist einmalig und heißt St. Petersburg, eine Metropole, die in ihrer nur 310 Jahre kurzen Geschichte enorme Höhenflüge und katastrophale Krisen durchmachte. Und doch kam sie immer wieder fest auf dem sumpfigen Boden zu stehen, auf dem sie nach dem Willen Peters des Großen errichtet worden war. Vor allem das 20. Jh. war für die letzte Hauptstadt des Zarenreichs eine harte Prüfung – zweimal stand sie am Rande des Untergangs. Jetzt, im 21. Jh., startet das einstige Leningrad wieder durch: Mit einem reichen Erbe an Kultur, Kunst und Architektur gesegnet, boomt und blüht St. Petersburg wieder.

Die Metropole an der Newa hat etwas von einer Fata Morgana, nicht nur im unwirklichen Pastelllicht der berühmten Weißen Nächte. Steht man auf der Troizki-Brücke, hoch über der weiten Wasserfläche des Flusses, so scheint die Stadt zu schwimmen. Horizontale Linien prägen das Bild – der Wasserspiegel, die Ufermauern, die einheitlich hohen Prachtbauten entlang der Kais. Und Brücken, die so flach sind, dass man sie nächtens aufklappen muss, um Schiffe passieren zu lassen. Vertikal stehen nur zwei goldene Nadeln: Wie Blitze zucken die spitzen Türme von Peter-Paul-Kathedrale und Admiralität in den Himmel.

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1d 11h 35min
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Auftakt

Entdecke Sankt Petersburg!

Wasser, viel Wasser – und Eis im Winter – bilden das Zentrum der fünftgrößten Stadt Europas. Und dies in jenem Staat, der die größte Landmasse der Erde besitzt. Doch von diesen Ufern aus wurde Russland zwei Jahrhunderte lang beherrscht. Hier floss sein Reichtum zusammen und schlug sich in Form atemberaubender Kunstschätze und Baudenkmäler nieder. Deshalb ist St. Petersburg mit seiner Vielzahl an Museen und Palästen heute „Russlands Kulturhauptstadt“, jünger zwar als New York, aber dennoch in erster Linie eine historische Metropole. Nach allen Gesetzen der Wahrscheinlichkeit dürfte es diese Stadt allerdings gar nicht geben: Nirgendwo auf der Welt findet sich eine so weit nördlich gelegene Millionenstadt – und hier erdulden gleich 5 Mio. Menschen die langen, dunklen Winter. Auch der Boden, auf dem exakt am 16. Mai 1703 zunächst die Festung „Sankt Piter-Burch“ gegründet wurde, war dafür denkbar ungeeignet: ein sumpfiges Eiland in einem Flussdelta ohne Weg und Steg. Bei steifem Westwind herrschte gleich Land unter.

Und schließlich: Alle anderen europäischen Metropolen haben gewachsene Strukturen. Der Bau von St. Petersburg hingegen war die fixe Idee eines ebenso skrupellosen wie fortschrittlichen Diktators: Zar Peter der Große. Er verheizte dafür Abertausende seiner Untertanen – um diesen öden Außenposten seines Reichs auch noch an Stelle des „ewigen Moskaus“ zur Hauptstadt zu erklären! Doch Peters phantastische Idee war kein Luftschloss: Entgegen allen Prophezeiungen, diese irreale, unrussische Stadt würde eines schrecklichen Tages von den Wassermassen wieder in die Ostsee gespült, gedieh St. Petersburg unter seinen Nachfolgern zu einer würdigen Reichszentrale.

Besonders für die Zeit Katharinas II., der zweiten „Großen“ auf dem Zarenthron, gilt: Die besten Baumeister und Städteplaner Europas durften hier nun Kathedralen, Paläste, Plätze und Prospekte (breite, schnurgerade Hauptstraßen) nach dem letzten Stand der Architektur und Ingenieurskunst gestalten. Barock, Klassizismus und schließlich Jugendstil prägten das Stadtbild. Für hochkarätige Autoren (Puschkin, Dostojewski, Gogol) und Komponisten (Tschaikowski, Mussorgski, Rimski-Korsakow) war dies der Boden, um nicht minder dauerhafte geistige Werke zu schaffen. Gegen die Welle der Revolutionen, die 1917 das Zarenregime hinwegfegten, halfen aber auch die soliden Granitufermauern der Newa nichts. Petrograd (wie die Stadt seit Kriegsbeginn 1914 hieß) wurde die Hauptstadtwürde entzogen. Hunger, Seuchen und Terror dezimierten die Bevölkerungszahl bis 1921 um 70 Prozent auf 700 000. Russlands „Fenster nach Europa“ war nun mit Wellblech vernagelt – und einzig als „Wiege der Oktoberrevolution“ und „Laboratorium der Avantgarde“ fiel noch dürftiger roter Ruhm auf Leningrad (wie die Stadt dann ab 1924 hieß). Nur zwanzig Jahre später schlug das Schicksal noch schrecklicher zu: Im Zweiten Weltkrieg wurde Leningrad von der deutschen Armee eingekesselt, beschossen und ausgehungert. Hitler wollte die Stadt vernichten, nicht erobern. 870 Tage dauerte die Blockade. Von 3 Mio. Einwohnern waren am Ende 600 000 übrig, 1 Mio. war tot – zumeist verhungert und erfroren.

Die einst von Adel und Bourgeoisie geprägte Stadt wurde neu besiedelt, mit braven sowjetischen Werktätigen. Und erstaunlich, obwohl die alten Petersburger durch die schrecklichen Ereignisse faktisch ausgerottet waren, hat der Geist der Stadt diese Menschen ebenfalls in ihren Bann gezogen, spätestens in der zweiten Generation: „Leningrader“ galt bald schon als Synonym für gebildete, kultivierte und kulturinteressierte Menschen, die die vielen Theater und Museen ihrer Stadt nicht nur von außen kennen. Das Streben nach Macht, Geld und Ruhm ist bis heute mehr Sache der hektischen Moskauer – behauptet man zumindest in St. Petersburg ...

Die Degradierung von der Hauptstadt zur Provinzmetropole erwies sich nachträglich als Segen. Das solide gefertigte Alt-Petersburg überdauerte, nur bedeckt von einem dicken Grauschleier, wie in einer Zeitkapsel die Sowjetära. Weder stalinistischer Zuckerbäckerpomp à la Moskau noch Nachkriegsbetonsünden wie in Westeuropa verunstalten das alte Stadtbild. Und für die zwischen Magdeburg und Magadan überall gleich aussehenden Plattenbaueinöden gab es genug Platz am Stadtrand. Die Unesco erhob deshalb die ganze, bis heute dicht besiedelte historische Innenstadt in den Rang eines Weltkulturerbes.

1991 zerbrach mit der Sowjetunion auch die trübe Käseglocke über der Stadt: Es herrschte bittere Armut, aber ein frischer demokratischer Wind blies durch die Straßen und Köpfe. Bei einem Referendum stimmte eine Mehrheit der Bevölkerung für die Rückbenennung in St. Petersburg. Verwaltungschaos und Wirtschaftskrise waren in den 1990er-Jahren allerdings so stark, dass es aussah, als sei der schleichende Verfall der Stadt nicht mehr zu stoppen. Die Zeiten haben sich geändert – unter anderem, weil 2000 im Kreml mit Wladimir Putin und Dmitri Medwedew eine neue „Petersburger Dynastie“ die Staatsführung übernahm. Der 300. Stadtgeburtstag 2003 wurde auf Putins Geheiß zum internationalen Topevent erhoben – und in der Stadt begann das große Reinemachen. Die Befürchtung, es würden nur frische Farbe und neuer Asphalt über alte Löcher geschmiert, erwies sich als falsch: Man geht beim Sanieren nun gründlich zur Sache. Denn Russland blüht dank seiner üppigen Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport wirtschaftlich auf, die Budgets von Staat, Stadt und Privatunternehmen sind solide – und Investitionen in St. Petersburg gelten als ebenso sicher wie politisch korrekt.

Zwar ist der Kontrast des Lebensstandards zwischen Armen (vor allem den Rentnern) und Reichen für europäische Verhältnisse inzwischen extrem, aber im Durchschnitt geht es den Menschen doch deutlich besser. Auch die Zahl derer, die nur mit Müh’ und Not über die Runden kommen, ist in der Putin-Ära deutlich zurückgegangen: Nach der amtlichen Statistik lebten 2010 nur noch neun Prozent unter der – allerdings sehr niedrig angesetzten – Armutsschwelle. Die Massen meist neuer Autos, die Tag für Tag Hauptstraßen und Innenstadt verstopfen, sind ein etwas unangenehmer Beweis des allgemeinen Wohlstandsschubs der letzten Jahre. Auf den Straßen ist das Vorwärtskommen deshalb an Werktagen immer recht mühsam und die Luft auf den Magistralen entsprechend belastet. Für Besucher hat die jüngste Entwicklung aber auch viele positive Seiten: Es entstehen viele neue Restaurants, Cafés, Geschäfte, Nachtclubs, Hotels – und deren Betreiber legen im harten Konkurrenzkampf Wert auf Qualität und Originalität. Besonders rege wandeln sich der Newski Prospekt und seine unmittelbaren Nebenstraßen. In Ladenlokalen, wo in den 1990er-Jahren noch Kohlköpfe und Kartoffeln an die Bewohner der umliegenden kommunalkas verkauft wurden, sind heute Boutiquen und Bars eingezogen, und in den Etagen darüber liegen Luxusapartments. Neue Noblesse verbreiten aber auch die beiden jugendstil-gesättigten Hauptachsen der Petrograder Seite, der Kamenoostrowski und der Bolschoj Prospekt sowie das Umfeld des Taurischen Gartens. In diesen Vierteln – von den mancherorts noch immer dringend sanierungsbedürftigen Hinterhofarealen einmal abgesehen – wird wieder ein bourgeoises Lebensgefühl zelebriert als hätte es die Sowjetzeit nie gegeben.

Ausländer sind nicht mehr die einzigen potenten Kunden in der Stadt: Nicht nur Oligarchen und die kleine Oberschicht, auch die stetig wachsende russische Mittelklasse erwartet Angebot und Service „wie in Europa“, und kann sich das mittlerweile auch durchaus leisten. Zumal Russen eher zum munteren Ausgeben ihres Geldes tendieren – solange welches da ist, wohlgemerkt. Understatement ist nicht unbedingt ein russischer Wesenszug. Und selbst die gehobene Kultur muss nicht länger nur mit der Erbmasse haushalten: Erste Neubauprojekte wie das Eremitage-Magazin oder der Konzertsaal des Mariinski sind vollendet. Und weitere grandiose Hochkulturmagnete wie die zweite Mariinski-Bühne und die Eremitage-Erweiterung im Generalstabsgebäude am Schlossplatz werden noch mehr Besucher anziehen. Sie zeigen, dass St. Petersburg, Russlands erhabenes touristisches Flaggschiff, nach langer Flaute nun mächtig Fahrt aufnimmt.

Wohin zuerst?

Sehenswertes

Bester Ausgangspunkt für die Entdeckung St. Petersburgs ist der Schlossplatz vor dem Winterpalast: Hier spürt man die riesigen Dimensionen der Stadt. Und man kann je nach Lust und Laune in jede Richtung aufbrechen: zum Kunstgenuss in die Eremitage, zu einem Fünf-Brücken-Rundweg via Strelka und Peter-Paul-Festung über die Newa, zum Aufstieg auf die Isaakskathedrale zwecks „Überblick“ – oder auf den Newski Prospekt zum Shopping und Studium des Stadtlebens. Anfahrt mit der Metro 5: Admiraltejskaja

Einkaufen

Auf der südlichen Straßenseite des quirligen Mittelabschnitts des Newski Prospekt steht das ehrwürdige Kaufhaus Gostiny Dwor, gegenüber liegen die beiden Passagen Passash und Grand Palace. Zwischen ihnen: das rund um die Uhr geöffnete Bücherkaufhaus Bukwojed. Zum Schaufensterbummel empfiehlt sich auch die nahe, betont fußgängerfreundliche Newski-Seitenstraße Bolschaja Konjuschennaja. Hier unterhalten Edelmarken von Welt ihre Boutiquen. Anfahrt mit den Metro-Linien 2, 3: Newski Prospekt, Gostiny Dwor

Am Abend

Das Petersburger Nachtleben hat keinen konkrete Adresse – aber einen Schwerpunkt: Um den Mittelabschnitt des Newski Prospekts geht es am lebhaftesten zu. Wer es undergroundig-trashig mag, sollte die alten Arkaden am Ende der Uliza Dumskaja aufsuchen. Sie lieben es gesetzter? Dann geht es erst auf einen Drink in eines der neuen schicken Lokale am Konjuschennaja Ploschtschad, etwa in die unter Ausländern beliebte Bar The Other Side. Anfahrt mit den Metro-Linien 2, 3: Newski Prospekt, Gostiny Dwor

Praktische Hinweise

Anreise

Der Landweg ist lang (ca. 1700 km von Berlin) und meist ohne Autobahnen. Angenehmer ist es, per Fähre nach Finnland zu fahren, von Helsinki sind es noch ca. 400 km über gute Fernstraßen bis St. Petersburg. Innerorts sind 60 km/h erlaubt, außerorts 80 km/h, auf Autobahnen 110 km/h. Internationaler Führerschein und Vermerk im Visum nötig!

Leider gibt es keine Züge oder Kurswagen von Berlin nach St. Petersburg mehr. Wer dorthin per Bahn will (Fahrtdauer 32–38 Std.), muss deshalb umsteigen – und führt die Route über Weißrussland, brauchen Sie auch noch ein Transitvisum! Zum günstigen Buchen derartiger Odysseen empfiehlt sich Gleisnostwww.gleisnost.de.

Der billigste, aber auch der anstrengendste Weg sind die Busse von Touringwww.touring.deca. 90 Euro ab Berlin: Zwei unbequeme Nächte sind garantiert. Weißrussland kann dabei auch über das Baltikum umgangen werden, indem Sie von Tallinn oder Riga aus mit Lux Expresswww.luxexpress.eu ab ca. 22 Euro nach St. Petersburg weiterfahren. Auf der Route gibt es auch Business-Class-Busse etwa zum doppelten Preis.

Direktflüge aus dem deutschen Sprachraum mit Lufthansa, Air Berlin, AUA, Swiss und Rossija an, Ankunft ist am Terminal Pulkovo-2. In der Ankunftshalle gibt es Theken von Taxi Group und Liga Taxi, dort bestellen Sie sich ein Taxi in die Stadt zum Fixpreis (lt. Preisliste mit Zonenplan, z.B. Innenstadt 800–1050 Rbl für ca. 15 km) und gehen mit einem Reservierungscoupon zum Taxistand. Eventuell noch lauernde Taxi-Freibeuter besser abwimmeln! Deutlich billiger, für nur 21 Rbl, geht es mit dem Bus 13 zur Metrostation Moskowskaja. Etwas teurer und schneller (aber mit wenig Platz fürs Gepäck) sind die marschrutki-Kleinbusse der Linien 3 und 213, die bis zur Metrostation Sennaja Pl. im Zentrum fahren. Etwa alle 30 Min. pendeln zudem rund um die Uhr komfortable Shuttle-Busse (Linie 900) für max. 200 Rbl. mit Stopps an den Metrostationen Moskowskaja und Technologitscheski Institut zwischen Pulkovo-2 und der Wladimirskaja Ploschtschad.

Die St. Peter Linewww.stpeterline.comab 30 Euro verbindet dreimal in der Woche Helsinki und zweimal wöchentlich Stockholm mit St. Petersburg auf Nachtfahrten. Die Reederei hat Pläne, in Zukunft auch Rostock anzusteuern. Solange diese nicht umgesetzt werden, bleibt Finnlineswww.finnlines.com mit seinen Lkw-Fähren von Lübeck der einzige Anbieter. Große Außenkabinen und drei Nächte Vollpension haben aber ihren nicht zu unterschätzenden Preis (ab 290 Euro) – Seemannsalltag inklusive. Eine Alternative ist, erst eine Fähre nach Finnland zu nehmen und von Helsinki mit Bus oder Bahn (zweimal täglich, Fahrtzeit nur 3,5 Stunden) weiterzufahren.

Auskunft

Städtische Touristen-InformationSadowaja Uliza14Metro3Gostiny Dwor sowie in Pavillons (Schlossplatz, Isaaksplatz, Sennaja Ploschtschad, Smolny-Kathedrale, Peter-Paul-Festung, Pulkovo 1+2). Die 24-Std.-Touristen-Hotline (0812 3003333) gibt (auch engl./dt.) Auskünfte, Tipps und guten Rat.

Unter der Webadresse www.petersburg.aktuell.ru finden Sie den Petersburger Lokalteil der deutschsprachigen Internetzeitung Russland-Aktuell.ru mit großem Serviceteil. www.visit-petersburg.com ist die russisch/englische Site der Tourismusinformation mit guter Hotelsuchmaschine

Diplomatische Vertretungen
Deutsches Generalkonsulat

Uliza Furschtatskaja390812 3202400

Österreichisches Generalkonsulat

Uliza Furschtatskaja430812 2750502

Schweizer Generalkonsulat

Tschernyschewskogo Prospekt170812 3270817

Einreise

Es besteht Visumpflicht! Visa sind nur gegen Vorlage einer formgerechten Einladung/Buchungsbestätigung und des nach Reiseende noch drei Monate gültigen Reisepasses bei den russischen Konsularabteilungen erhältlich (030 22651184, www.russisches-konsulat.de). In Russland muss man sich innerhalb von drei Tagen registrieren, meist übernimmt das das Hotel. Beim Buchen sollte man darauf achten, dass Einladung und Registrierung gewährleistet sind. Individualreisende ohne bereits vorgebuchte Unterkunft können sich über das deutsch geführte Reisebüro Ost-West-KontaktserviceNewskij Prospekt1050812 3273416www.ostwest.com eine Einladung faxen lassen. Die Firma übernimmt dann vor Ort auch die Registrierung.

Fahrradverleih

Bikes verschiedenster Bauart (ein Tag oder eine Nacht 300–500 Rbl, 24 Std. 600–700 Rbl plus Kaution) gibt es bei SkatprokatUliza Gontscharnaja70812 7186838www.skatprokat.ru; VelostanzijaUliza Rubinschtejna20812 9196852www.velostation.ru; Velo PetergofUliza Awrora2Petrodworez0812 9747431www.velorodeo.ru.

Geld & Kreditkarten

Der Rubel ist inzwischen frei konvertierbar und ziemlich hart. Bezahlen in Dollar oder Euro ist verboten und meist teurer! Rubel beschafft man sich bei Banken oder Wechselstuben (obmen valuty) – oder zu guten Kursen mit der EC-Karte an Geldautomaten (bankomat). Gängige Kreditkarten werden meist akzeptiert. Im Vergleich zu Deutschland sind Verkehrsmittel, Grundnahrungsmittel und Zigaretten deutlich billiger; Markenartikel, elektronische Geräte dagegen meist 10–30 Prozent teurer.

Gesundheit

Eine Auslandsreisekrankenversicherung ist Voraussetzung für das Visum. Empfehlenswerte Polikliniken mit Fachärzten (auch Zahnarzt) sind:

American Medical Clinic

Nabereschnaja Reki Moiki780812 7402090www.amclinic.ru

Klinik Skandinavia

Litejny Prospekt55 a0812 6007777www.avaclinic.ru

Poliklinik der Admiralitätswerft

Uliza Sadowaja1260812 7136836www.verficlinic.ru

Poliklinitscheski Komplex

Moskowski Prospekt220812 7779777www.clinic-complex.ru

Wer einen Notarzt (skoraja pomotsch) braucht, sollte besser statt des kommunalen Dienstes (03, kostenlos, aber langsam) einen privaten Rettungswagen alarmieren: z. B. EMC0812 7777703 oder CorisUliza Tschugunnaja460812 3271313www.coris-spb.ruMetro1Wyborgskaja betreibt auch die einzige rund um die Uhr arbeitende kommerzielle Notfall-Poliklinik (travmpunkt) in der Stadt, wo man bei Augen- oder HNO-Verletzungen, Knochenbrüchen, Verbrennungen etc. Hilfe erhält. Nicht gerade billig, aber dafür schnell und qualifiziert.

Internetcafés

Internetcafés gibt es geballt am Newski Prospekt im Bereich der Metrostation Majakowskaja: Quo VadisNewskij Prospekt76Eingang vom Litejny Prospekt9–23 Uhr; CafemaxNewskij Prospekt90/9224 Std.; Shangri-LaNewskij Prospekt9824 Std..

Klima & Reisezeit

Besonders attraktiv (und überrannt) ist Petersburg in den Weißen Nächten von Anfang Juni bis Mitte Juli. Aber auch im Mai und August sind die Abende sehr lang und das Licht kaum anders. September und Oktober sind angenehme Monate, v. a. in den herbstlichen Schlossparks.

Öffentliche Verkehrsmittel

Die Metro fährt von ca. 5.40 bis 0.15 Uhr; länger als 5 Min. muss man nie warten. Am einfachsten ist der Erwerb einiger Jetons zu 25 Rbl auf Vorrat. Sobald man damit die Drehkreuze passiert hat, kann man beliebig lange und weit fahren.

An den Haltestellen von Bussen, Trolleybussen und Straßenbahnen (Betrieb bis ca. 23 Uhr) gibt es nur rudimentäre Fahrpläne. Hier ist immer eine Schaffnerin an Bord, die Einzelfahrscheine für 21 Rubel verkauft. Im dichten Netz der privat betriebenen marschrutki – erkennbar an den K-Nummern – bezahlt man während der Fahrt: Mitreisende geben das Fahrgeld nach vorne durch – und so kommt auch das Wechselgeld zurück. Kleinbusse halten auf Wunsch an jeder geeigneten Stelle. Man kann sie auch per Handzeichen stoppen. Hilfreich: ein Stadtplan mit dem Liniennetz (ca. 50–80 Rbl im Buchhandel).

Öffnungszeiten

Vorschriften gibt es nicht, Geschäfte und Institutionen legen sie selbst fest. Museenskassen schließen meist 1 Std. vor Ende der Öffnungszeit.

Polizei (Polizija)

Polizei-Notruf02. Wenn Sie eine Diebstahlsanzeige für Ihre Versicherung benötigen, ist ein Besuch des zuständigen Polizeireviers nötig. Wo es sich befindet, weiß die Touristen-Hotline0812 3003333 oder die Polizeibehörde GUWD0812 5732676.

Post (Potschta)

Das HauptpostamtUliza Potschtamtskaja4 ist rund um die Uhr geöffnet. Briefmarken kauft man am besten am Kiosk in der Saalmitte. Wem die Laufzeit von 10–20 Tagen nach Westeuropa zu träge ist, geht besser zu WestpostNewskij Prospekt86Mo–Fr 9.30–20, Sa 12–20 Uhr: Die Sendungen (Brief/Postkarte 260 Rbl) über Finnland brauchen ca. fünf Tage.

Sicherheit

Petersburg ist ein sicheres Pflaster – mit Problembereichen. Vor allem in der Metro und in belebten Cafés ist die Gefahr durch Taschendiebe sehr hoch. Gegen Grapschattacken durch Zigeunerkindergruppen helfen nur Brüllen und rigoroses Abschütteln. Richtig gefährlich werden kann es abends und nachts für nicht europäisch aussehende Fremde: Brutale rassistische Übergriffe passieren leider in der Metro oder in Seitenstraßen immer wieder. Falls eine Polizeistreife nicht nur Ihren Pass, sondern auch den Inhalt Ihrer Taschen überprüfen möchte: Geldscheine selbst aus dem Geldbeutel nehmen und offen, aber fest in der Hand behalten!

Stadtführungen

Individuell und in perfektem Deutsch: Juliana (guide@infoburg.info), Sergej (www.petersburg-hautnah.com).

Stadtrundfahrten

Mit den roten, oben offenen Doppelstock-Bussen von Citytourwww.citytourspb.ru450 Rbl inkl. Stadtführung (auch dt.) über KopfhörerMai–Aug. tgl. 9–20 Uhr, Fr–So auch Nachttouren, Sept.–April 10–18 Uhr (60-Min-Takt) kann man aus- und zusteigen so oft man will. Start ist im 30-Min-Takt am Ploschtschad Ostrowskogo oder an jeder der zwölf Haltestellen.

Bootsfahrten1 Std. pro Person ca. 350 Rbl, nachts etwas mehr starten an den Brücken des Newski Prospekt über die Kanäle und an der Peter-Paul-Festung. Fragen Sie nach der Route: Sie sollte auch über die Moika oder den Kanal Gribojedowa führen – die schmaleren Wasserwege vermitteln ganz andere Eindrücke.

An Sommerwochenenden werden an der Peter-Paul-Festung Rundflüge über die Stadt2000 Rbl/PersonDauer ca. 10 Min. mit einem großen Mi–8-Hubschrauber angeboten.

Strom

220 V. Allenfalls in seit Sowjetzeiten nicht renovierten Räumen werden für Steckdosen Adapter benötigt.

Taxi

Taxis am besten tel. bestellen (z. B. 000, 070, 812 7771777, 812 6008888, 812 6000000). Grundpreis 200–300 Rbl, 1 km Fahrt ca. 25–30 Rbl.

Telefon & Handy

Anrufe nach St. Petersburg: 812. In Russland muss von Festnetzapparaten zu Ferngesprächen oder Anrufen auf Mobiltelefone eine 8 vorgewählt und meist ein Freizeichen abgewartet werden, anschließend kommt die Orts- oder Netzvorwahl. Nach Deutschland wählt man nach der „8“ 1049 (A: 1043, CH: 1041) und die Ortsvorwahl ohne Null. Vom Handy aus kann man siebenstellige Petersburger Nummern direkt anwählen, vor russische Vorwahlen setzt man +7, nach Deutschland +49. Im automatischen Roaming kostet jedes ein- und ausgehende Gespräch aber ca. 3 Euro/Min.! In Handyshops kann man SIM-Karten ohne Grundgebühr und Pflichtlaufzeit der lokalen Mobilfunkanbieter Megafon, MTS oder Beeline kaufen – schon ab 150 Rubel bei Beeline. Dazu braucht es nur den Pass. Alle drei Unternehmen haben Filialen auf dem kurzen Newski-Abschnitt zwischen Puschkinskaja Uliza und Ligowski Prospekt. In Computer- oder Telefonläden gibt es auch Telefonkarten zu kaufen, mit denen man günstig über das Festnetz Auslandsgespräche führen kann.

Zeit

Moskauer Zeitzone. 2011 hat Russland auf die Winterzeit verzichtet. Deshalb gilt jetzt im Sommer MESZ + 2 Stunden, im Winter MEZ + 3 Stunden.

Zoll

Bei der Einreise muss man keine Zolldeklaration ausfüllen und kann durch den grünen Korridor gehen, wenn man nur das übliche Reisegepäck und Bargeld im Gegenwert von maximal 3000 Dollar bei sich hat. Das Gleiche gilt für die Ausreise. Achtung bei der Ausfuhr von Kunstwerken und Antiquitäten: Alles, was älter als 100 Jahre ist, darf nicht ausgeführt werden. Aber auch jüngere Objekte sind bei „beträchtlichem kulturellem Wert“ tabu. Übliche Souvenirs und kleinere zeitgenössische Bilder (Quittung aufheben!) sind jedoch problemlos auszuführen. Die EU-Staaten und die Schweiz akzeptieren die zollfreie Einfuhr von max. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen und 125 g Störkaviar (pro Person).

Was kostet wie viel?

Metro

0,59 Euro beliebig weite Fahrt

Imbiss

5,90 Euro mit Getränk in einer Fastfoodkette

Wodka

3,90 Euro 0,5-l-Flasche

Cappuccino

3,10 Euro in einer Cafeteria

Matrioschka

Ab 14 Euro bei guter Qualität

Taxi

10,85 Euro 10 km Fahrt

Low Budg€t

Sehenswertes

Nostalgie für 21 Rbl: Trambahnatmosphäre abseits der üblichen Touristenrouten bieten noch die Linien 6 (zwischen den Metrostationen Primorskaja oder Wassileostrowskaja und Ploschtschad Lenina) und 16 (zwischen den Metrostationen Technologitscheski Institut und Obwodny Kanal).

Sonnenbad de luxe: Auf dem Strand an der Peter-Paul-Festung wird es an Sommertagen geradezu südländisch heiß. Das Sonnenbad ist kostenlos – obwohl der freie Blick über die Newa auf Eremitage, Admiralität und Isaakskathedrale hochexklusiv ist. Getränke und Essen muss man sich mitbringen.

Essen & Trinken

Fast alle Lokale bieten unter der Woche mittags bisnes-lantsch oder kompleksnije obedy an. Diese Komplettmenüs sind sehr günstig: Ab 150 Rbl kann man solide satt werden.

Wein ist unangemessen teuer. Besser also Bier bestellen (auch das einheimische schmeckt sehr gut) – oder nach russischer Sitte Wodka und dazu Saft oder Wasser.

Günstig und zudem nach russischer Landesart verpflegt wird man von diversen Cafeteriaketten, die hauptsächlich bliny, aber auch viele andere Speisen servieren. Die Ketten Teremok, U tjoschy na blinach, Tschainaja Loschka, Blin!Donalts u. a. sind über die ganze Innenstadt verteilt.

Billigimbiss in der Zeitkapsel: Ein Kultort ist die PyschnajaBolschaja Konjuschennaja Uliza25tgl. 9–20 Uhr. In diesem original gebliebenen sowjetischen Stehcafé gibt es Kaffee vom Fass und leckere pyschki (frittierte Hefeteigkringel mit Puderzucker) – und sonst nichts!

Einkaufen

Wodka als Mitbringsel (Maximalmenge 1 l pro Person) ist gut – aber vor der Fahrt zum Flughafen einkaufen: Im Duty-free-Shop ist er teurer als in der Stadt!

Keine Lust auf Newski-Glamour? Alltägliches Einkaufen zu normalen Preisen erlauben die beiden Shoppingcenter Sennaja und Pik am Heumarkt (Metro2, 5Sennaja Ploschtschad/Sadowaja), Malls und Hypermärkte an den Metrostationen Staraja Derewnja (Linie 5), Oserki (Linie 2) oder Akademitscheskaja (Linie 1) oder der riesige Markt an der Station Swjosdnaja (Linie 2) (alle).

Qualität zum kleinen Preis: Wollig warme Kinderkleidung und die federleichten Ziegenwolltücher aus Orenburg oder Wolgograd kosten weniger, als man denkt. Zu erstehen bei PrjalkaPuschkinskaja Uliza10 oder 1. Linie 38.

Am Abend

Das 24-Std.-Buchgeschäft Bukwojed bietet täglich Programm auf einer Bühne im Ladencafé. Konzerte und Filme sind kostenlos.

Die Angebote von Philharmonie und Mariinski-Theater sind die hohen Preise zwar wert, aber doch teure Vergnügen. Fragt man an der Kasse nach Karten für den Balkon bzw. den tretij jarus (3. Rang), werden auch diese Preise sozial. Allerdings sieht man dort oben weitaus weniger – und im Mariinski wird es so knapp unter der Decke ziemlich stickig.

Warum einen Sommerabend nicht einfach mal im Freien verbringen? Auf der Uliza Malaja Sadowaja und dem nahen Manege-Platz treffen sich immer viele junge Leute – Anschluss finden ist da nicht schwer. Und in der Fußgängerzone Uliza Malaja Konjuschennaja bauen an der altertümlichen Wetterstation junge Rock`n-Roll-Fans eine Musikanlage auf und tanzen drauf los, was das Zeug hält.

Übernachten

In der Sommersaison bieten Reisebüros oft günstigere Hoteltarife, im Winter dagegen finden sich Sonderangebote auf den Hotelwebsites.

Viele Minihotels erlauben es, sich in einer allen Gästen zur Verfügung stehenden Küche selbst an den Herd zu stellen. Infos auf den Websites.

Ferienwohnungen sind eine günstige Alternative für Familien, kleine Gruppen und Langzeitbesucher. Ostwest-Kontaktservicewww.ostwest.com bietet ca. 20 Innenstadtwohnungen – für bis zu zehn Personen!

Während der Weißen Nächte ist ein Aufschlag von 100 Prozent bei Hotels nicht selten. Bed-&-Breakfast-Anbieter (z. B. www.rinaldi.ru) verlangen auch im Juni oft nur den um ca. 25 Prozent höheren Sommertarif.

Events, Feste & mehr

Gesetzliche Feiertage
1.–5. Januar

Neujahrsferien

7. Januar

Weihnachten

23. Februar

Tag der Vaterlandsverteidiger (Männertag)

8. März

Internationaler Frauentag

1. Mai

Tag des Frühlings und der Arbeit

9. Mai

Tag des Sieges

12. Juni

Tag Russlands (Nationalfeiertag)

4. November

Tag der nationalen Einheit

Feste & Veranstaltungen
Neujahr

Straßenfeste und Open-Air-Konzerte finden trotz Frost statt. Zentrale Schauplätze sind Strelka, Schlossplatz und Newski Prospekt. Bis um den 10. Januar herrscht kollektive Urlaubsstimmung in St. Petersburg. Geschäfte und Museen haben geöffnet, aber es ist ruhig in der Stadt.

Ende Februar/Anfang März

Die Masleniza (Butterwoche) ist die russische Version des Faschings. Es geht darum, symbolisch den Winter auszutreiben – aber auch darum, sich mit Pfannkuchen vor dem Beginn der Fastenzeit den Bauch vollzuschlagen. Gefeiert wird u. a. in der Peter-Paul-Festung.

Zweite Aprilhälfte

Internationales Mariinski-Ballett-Festival: Ausländische Ballettensembles gastieren im Mariinski-Theater, dessen Truppe mindestens eine Premiere beisteuert.

Mitte Mai

Beim SKIF (Sergey Kurjokhin International Festival)Zentrum für Moderne KunstW.O. Sredny Prospekt93 geht es quer durch alle Kunstgenres: Hauptsache, avantgardistisch.

Mitte Mai–Mitte Juli

Stars of the White Nights ist das Hausfestival des Mariinski-Theaters: Internationale Stars aus Ballett, Oper oder klassischer Musik geben sich die Klinke in die Hand. Auftritte auch im Freien.

27. Mai

Stadtgeburtstag: Groß gefeiert wird am Wochenende darauf – mit einem Karnevalszug über den Newski Prospekt sowie Konzerten im Zentrum. Im Schlosspark von Peterhof wird festlich der Beginn der Fontänensaison begangen.

Anfang Juni

Internationales Wirtschaftsforum: ein immer wichtiger werdender Kongress mit Topleuten aus Politik und Wirtschaft, vor allem auf dem Lenexpo-Messegelände.

Ende Juni

Bei der Schülerparty Alyje Parusa („Rote Segel“) feiern Hunderttausende eine Nacht lang das Ende des Schuljahrs. Feuerwerk und große Musik- und Lightshow vor der Eremitage.

Swing of the White Nights: das Jazzfestival der Jazz-Philharmonie mit einem Open-Air-Konzert vor nobler Kulisse.

Beim Festival of Festivals werden preisgekrönte Filme internationaler Festspiele gezeigt – und neue russische Filme.

Letzter Juli-Sonntag

Am Tag der Kriegsmarine ankern Kriegsschiffe auf der Newa (und können zum Teil besichtigt werden), es gibt Freiluftkonzerte und Vorführungen und am Abend ein großes Feuerwerk. Auch in Kronstadt lässt sich die Flotte groß feiern.

Ende August

Beim Festival Open Cinema dreht sich alles um Kurz- und Zeichentrickfilme. Hauptschauplatz ist – neben einigen Kinos in der Stadt – eine Open-Air-Bühne auf dem Strand der Peter-Paul-Festung. Hier finden abends fünfstündige Kino-Marathons statt.

September

Earlymusic: Festival für Musik aus Mittelalter, Barock und Renaissance.

Zweite Dezemberhälfte

Beim Fest Platz der Künste (Ploschtschad Iskusstw) präsentieren die Philharmonie und das Michailowski-Opern- und Ballett-Theater internationale Klassikgrößen in ihren Sälen. Das Russische Museum assistiert mit Sonderausstellungen.

Im Trend

Sugar Sugar
Schokoladig

Das Chocolate MuseumNewskij Prospekt17 ist zwar eher eine Edelboutique für Pralinen als ein Museum, aber das spricht keineswegs gegen eine Besichtigung, oder? Die Feinschmecker der Stadt decken sich im YeliseyevskyNewskij Prospekt56 mit Süßem ein. Hier ist auch das Gebäude ein Augenschmaus. Ein guter Zwischenstopp, der nicht nur Naschkatzen glücklich macht, ist das FasolGorochowaja Uliza17. Dort gibt es heiße Schokolade und himmlische Törtchen, aber auch Herzhaftes aus Russland und dem Rest der Welt.

Mit Stammbaum
Hotels mit Vorgeschichte

In St. Petersburg haben auch die Hotels Geschichten zu erzählen. Wo sich heute Touristen zur Ruhe betten, kam früher der Officers ClubHotel MarshalShpalernaja41www.marshal-hotel.com zusammen – und hat die Geschicke des Landes in langen Nächten bei Zigarre und Hochprozentigem gelenkt. Noch mehr Historie kann das Hotel KoronaMalaja Konjuschennaja Uliza7www.korona-spb.com bieten. Das Gebäude existiert bereits seit 1752.

Auf zwei Rädern
Aktiv

Als Radfahrer hatte man es in der Stadt bislang schwer. Das ändert sich aber in großen Schritten: Immer mehr Routen werden ausgebaut und Radverleihe schießen aus dem Boden. Einer der besten ist RentbikeNabereschnaja Kanala Griboedowawww.rentbike.org, die nicht nur Zweiräder verleihen, sondern auch Touren anbieten. Mit dem Rad geht es dann über die Kreuzinsel oder in südlicher Richtung zum Zarenpalast in Zarskoje Selo – und mit dem Zug zurück. Müde Beine ruhen in der Fahrradrikscha aus. Start ist am Newski Prospekt.

Nächtliche Zeitreise
Live & laut

In St. Petersburg feiert man laut und leidenschaftlich, beinahe wie in den wilden 1960er- und 70er-Jahren. Im LiverpoolUliza Majakovskaja16www.liverpool.ru ist der Geist der Fab Four präsent: Hier huldigt man den Beatles mit Coverbands, Drinks mit Namen wie „Yesterday“ oder „Magical Mystery Tour“ und saftigen Steaks. Die 1960er klingen auch im Mod ClubNabereschnaja Kanala Griboedowa7www.en.modclub.info noch nach. Besonders cool: die Sommerterrasse. Vom Vereinten Königreich in die USA: Der Name des Jimi-Hendrix-Blues-ClubLitejniy Prospekt33www.hendrix-club.ru sagt schon fast alles. In dem Musikklub gibt es ausgezeichneten amerikanischen Blues zu hören.

In der Szene
Kunst

Auf Schritt und Tritt stößt man in der Newa-Metropole auf bemerkenswerte Kunstwerke. Die Rede ist nicht nur von den großen Museen und international bekannten Galerien, sondern insbesondere von Projekten und Zusammenschlüssen zeitgenössischer Künstler. Die Pro Arte FoundationPeter-Paul-Festung3proarte.ru beschränkt sich dabei nicht auf Malerei, sondern fördert auch Musiker und Tänzer. Regelmäßig finden Vorlesungen und Konzerte, Ausstellungen und Workshops statt. Das Kuryochin ZentrumSrednij Prospekt93www.kuryokhin.ne für zeitgenössische Kunst ist nicht nur eine spannende Ausstellungsfläche, sondern auch die Heimat des, eines Festivals für experimentelle Elektromusik. Die SolArt Galleryim Baron-Stieglitz-MuseumSoljanoy Pereulok15www.solartgallery.com ist erfrischend unkonventionell und zeigt ein breites Spektrum einheimischer Künstler.

Bloss nicht

Schwarzen Kaviar essen

Der Kult um den delikaten Fischrogen hat die Störbestände im Wolgadelta um das Vierzigfache schrumpfen lassen, da Russland der Raubfischerei lange nicht Herr wurde. Die urtümlichen Fische sind nun akut vom Aussterben bedroht. Seit 2007 kommen in Russland nur noch kleinste Mengen legal in den Handel – als Reste von Fängen zu wissenschaftlichen und Zuchtzwecken. Alles andere ist entweder Import aus dem Iran, das Resultat von Wilderei (oft gepaart mit unhygienischer Aufbereitung) oder schlichtweg Betrug!

Russische Schrift ignorieren

Kyrillisch ist nicht Chinesisch: Wer russische Aufschriften entziffern kann, orientiert sich leichter, denn viele Worte klingen vertraut. Zum Lernen reichen die zwei Stunden im Flugzeug. Denn sechs Buchstaben des Alphabets sind identisch mit dem lateinischen, einige weitere sehr ähnlich. Den Rest kann man sich schnell einprägen.

Leichtes Schuhwerk tragen

Petersburg-Neulinge unterschätzen die Distanzen in der Innenstadt. Doch nicht nur die Dimensionen sind eine Herausforderung für die Füße: Noch immer gibt es viele schlechte Gehwege mit Stolperfallen. Bei Regenwetter bilden sich riesige Pfützen. Und die meisten Regenrohre führen nicht in die Kanalisation, sondern einfach aufs Trottoir.

Den Hafen suchen

Petersburg ist ein großer Ostseehafen. Doch Hafenrundfahrten gibt es nicht, und die Zufahrtstraßen durch triste Areale enden vor Mauern und Toren, wo es keinen Durchlass gibt. Und was in der Newa-Mündung an Kränen zu sehen ist, gehört zu Werftanlagen.

Schawerma auf der Straße

Schawerma – auch shaurma geschrieben – ist die russische Variante des Döner Kebab. Probieren sollte man es aber höchstens in blitzblanken Imbissstuben – und nicht an Straßenständen oder Marktbuden: Hier herrscht oft Hygienenotstand!

Gammellook und Touristendress

Russen – vor allem die Frauen – achten sehr auf ein gepflegtes Erscheinungsbild. Wer also ernst genommen werden möchte, sollte nicht betont abgerissen herumlaufen. Und eine Trekkingjacke mag zwar praktisch sein, macht den Touristen in einer Großstadt aber meilenweit als solchen erkennbar – auch für Ganoven.

Hände schütteln

Russen begrüßen sich nur selten per Handschlag. Frauen ist es geradezu unangenehm, eine ausgestreckte Hand zu ergreifen. Ein Händedruck über einer Türschwelle gilt sogar als böses Omen. Besser also nur freundlich nicken.

Stichworte

Ausländerpreise

Ein unschönes Erbe aus längst vergangenen Sowjetzeiten ist die Preispolitik vieler Museen und Zarenschlösser, des Mariinski-Theaters und der Philharmonie: Ausländer müssen in der Regel zwei- bis dreimal mehr Eintritt zahlen als einheimische Besucher. Die Kulturinstitute begründen dies mit dem Einkommensgefälle und der Tatsache, dass die Russen sie ja bereits mit ihren Steuergeldern finanzieren. Protestieren hilft da wenig, und nur wer wirklich perfekt Russisch spricht, kann probieren zu schummeln. Ein Trost bleibt wenigstens: In den 1990er-Jahren war die Preisdifferenz noch größer – und wurde auch bei Inlandsflügen, Bahnfahrkarten und Hotelzimmern angewendet.

Aquabus

Dem „nördlichen Venedig“ fehlte lange Zeit ein „Vaporetto“-Aquivalent, wie man es aus der italienischen Lagunenstadt kennt: Boote, die als Nahverkehrsmittel im Liniendienst eingesetzt werden und nicht nur auf Sightseeing-Rundkursen. Nun wird ein solches System aufgebaut: 2011 umfasste es bereits vier innerstädtische Linien auf der Newa – aber es sollen noch mehr werden. Bedient werden sie mit 60 km/h schnellen Fahrzeugen, die aber nur zehn bis zwölf Sitzplätze haben, weshalb die Boote manchmal vollbesetzt an Haltestellen vorbeirauschen. Dafür ist der Takt recht dicht: Alle 10 bis 15 Minuten kommt ein Aquabus vorbei – allerdings nur von Mai bis Oktober.

Bauboom

Nach Jahrzehnten des städtebaulichen Stillstands wurden in den fetten Jahren vor der weltweiten Finanzkrise im Jahr 2008 Milliardeninvestitionen in die Wege geleitet: Die Wassili-Insel wächst um 450 ha ins Meer – jede Menge Platz für ein neues Stadtviertel und einen Passagierhafen. Eine Maut-Autobahn wird vom Flughafen (für den ein neues Terminal in Bau ist) gegenwärtig nach Norden gezogen und soll die ganze Newa-Mündung überbrücken. Auch zwei weitere neue Newa-Brücken sind geplant, nur die Idee des Baus eines Tunnels unter dem Fluss wurde inzwischen als zu teuer auf Eis gelegt. Auch der Erdgasgigant Gazprom musste seine Baupläne revidieren: Ein 400 m hoher Wolkenkratzer gegenüber des Smolny war so umstritten, dass er schließlich an hartnäckigen Protesten von Stadtbildschützern scheiterte. Doch nun baut der Gaskonzern seinen Turm am nordwestlichen Stadtrand – wo er prompt noch etwas höher werden soll als in früheren Planungen.

Damm

Die Gefahr durch Hochwasser hing seit der Gründung wie ein Damoklesschwert über St. Petersburg: Wenn ein Sturm das Wasser der Ostsee in deren flachen und engen Ostzipfel drückte, konnte der Pegel in der Newa-Mündung nur innerhalb von Stunden um mehrere Meter anschwellen. 1824 waren es furchterregende 4,21 m – fast die ganze Stadt stand damals unter Wasser. Doch nun ist die Gefahr gebannt: In 30 Jahren Bauzeit wurde die Newa-Bucht durch einen Flutschutzdamm abgeriegelt, dessen Durchlässe bei Gefahr verriegelt werden können. Wer per Schiff nach Petersburg kommt, passiert auf der Höhe von Kronstadt das gewaltige Haupttor des Bollwerkes – und bemerkt dabei nicht, dass genau unter ihm auch noch die über den Damm führende Ringautobahn in einem Tunnel verläuft.

Datscha

Für die meisten Russen ist sie das Gegengewicht zum grauen Alltag – und der Fluchtpunkt für Wochenende und Ferien: Je nach Geldbeutel, Erbmasse und Hobbys kann die Datscha eine abgelegene Bruchbude, eine blumige Gartenidylle, eine hochproduktive Gemüsefarm oder eine veritable Vorstadtvilla darstellen. Zu einer richtigen Datscha gehört auch eine banja: das separat stehende, feuchtheiße Schwitzbad.

Kanäle

Vier Wasserläufe umschließen ringförmig das Stadtzentrum: Moika, Kanal Gribojedowa, Fontanka und Obwodny Kanal ist die Existenz der meisten der 315 Brücken im Stadtzentrum zu verdanken. Petersburger Patrioten werden sauer, wenn man Moika und Fontanka als Kanäle bezeichnet – denn es handelt sich um kanalisierte natürliche Flussläufe aus der Zeit vor der Stadtgründung.

Kommunalka

Etwa 100 000 Wohnungen in St. Petersburg, vorrangig in Altbauten, sind auch heute noch Kommunalwohnungen und damit eine Erblast aus der frühen Sowjetzeit: Damals wurden in die großen Bleiben von Bürgertum und Adel obdachlose Proletarier einquartiert. Heute bedeutet dies, dass in einer kommunalka Einzelpersonen oder Familien je ein oder auch mehrere Zimmer bewohnen – sich aber Küche, Bad, Toilette und Flur mit den „Nachbarn“ teilen müssen. Anders als in einer WG tun sie dies aber nicht freiwillig, und ihre Mitbewohner können sie sich auch nicht aussuchen: Die Bewohner haben für besseren Wohnraum schlichtweg kein Geld. Oder sie kamen einfach nicht zum Zug, als die Sowjetbehörden massenweise billigen Wohnraum in Plattenbauten schufen. Obwohl nach dem Ende der Sowjetzeit viele kommunalkas von Investoren aufgekauft und aufgelöst wurden, lebt noch immer jeder siebte Petersburger in einer solchen Zwangs-WG.

Leningrad

Seit über 20 Jahren heißt St. Petersburg nicht mehr Leningrad – aber der alte Name ist noch allgegenwärtig: Die Stadt schmückt sich auch heute mit dem Ehrentitel „Heldenstadt Leningrad“ aus Kriegszeiten. Viele Alteingesessene sahen auch nie ein, warum sie ihre Heimatstadt plötzlich anders nennen sollen, doch sie sterben langsam aus. Auch der Petersburger Flughafen hat weiterhin das internationale Kürzel LED und in Moskau fahren die Züge nach Nordwesten noch immer am „Leningrader Bahnhof“ ab. Das administrativ von der Stadt unabhängige Umland heißt weiterhin offiziell „Leningrader Gebiet“. Petersburger, die stolz auf ihre Stadt sind (und Lenin nicht schätzen), nennen sie hingegen zärtlich „Piter“. Und das war schon zu Sowjetzeiten so.

Linien

Die Straßen im Mittelteil der Wassili-Insel heißen Linien und tragen keine Namen, sondern Nummern – noch dazu jede Straßenseite ihre eigene. Dahinter steckt ein städtebauliches Konzept aus der Frühzeit Petersburgs: Ursprünglich sollten die 30 Linien Kanäle werden; und dann wäre es bei der Suche nach einer Adresse sinnvoll, von vornherein zu wissen, auf welche Seite man eigentlich möchte!

Literatur

Die Russen sind eine „Lesenation“, so ein gängiges (ausnahmsweise positives) Vorurteil. Aber es ist was Wahres dran: Die Durchschnittsbildung ist hoch, und in der Straßenbahn oder auf den langen öden Metro-Fahrten sieht man viele Menschen in ein Buch versunken. Wohlgemerkt Bücher, denn die Printpresse hat seit Sowjetzeiten einen schlechten Ruf und wird wenig goutiert. Zwar kann einem in der U-Bahn schon mal ein junger Mann auffallen, der tatsächlich die „Ilias“ von Homer liest (und sich dafür nicht schämt!), die meisten greifen aber doch eher zu moderner Unterhaltungsliteratur, seien es seichte Romane für Sie oder wilde Verschwörungstheorien für Ihn. Hochpopulär bei beiden Geschlechtern sind Krimis: In den Serienwerken der Autorinnen Darja Donzowa und Alexandra Marinina ermitteln Damen, Hauptheld bei Boris Akunin ist hingegen ein klassischer Sherlock-Holmes-Verschnitt. Ihre Bücher gibt es auch auf Deutsch!

Mode

Viele Besucher können sich an den Schönheiten der Stadt gar nicht satt sehen – und es sind nicht die Baudenkmäler. Denn russische Frauen zwischen 14 und 40 legen einen enormen Wert auf ihr Erscheinungsbild. Feminin, wenn nicht gleich sexy soll es sein: Knackenge Jeans, hohe Absätze und Stiefel, lange Haare, immer frisches Make-up, und der letzte Besuch im Schönheitssalon darf auch nicht weit zurückliegen. Teure Klamotten können sich natürlich nicht alle leisten, aber zum Eindruck schinden reichen auch textile Raubkopien vom Stadtteilmarkt. Der Mainstream ist stark: Deutlich seltener als in westlichen Großstädten sieht man junge Menschen, die über die Mode ihr Anderssein ausdrücken, etwa als Punk, Emo oder Kreation Eigenbau. Die maskuline Welt – in den 1990er-Jahren noch im Glauben, auch Trainingshosen und Unterhemden seien stadtfein – zieht jetzt stark nach: Zumindest in der Altersklasse unter 30 legen auch viele Männer Wert auf Markenkleidung und ein modisch-elegantes Aussehen.

Radfahren

St. Petersburg ist flach. Damit hat sich die Fahrradfreundlichkeit der Stadt aber auch schon. Radwege sind weitgehend unbekannt, die Autofahrer wenig rücksichtsvoll. Dennoch sieht man Jahr für Jahr mehr Radler: Dauerstaus und Parkplatzmangel motivieren in der warmen Jahreszeit zum Umsteigen – genauso wie das Gedränge in der stickigen Metro. Auch Touristen erobern sich so immer öfter mit Mieträdern die Stadt, denn durch die Parks, über Nebenstraßen und die oft sehr breiten Trottoirs kann man schöne individuelle Touren durch die Stadt unternehmen – vor allem spätabends im Sommer, wenn der Verkehr nachgelassen hat und es trotzdem hell ist. Und wer freitags um 23.30 Uhr auf dem Schlossplatz erscheint, kann sich der lokalen Bike-Szene zum „Pin-Mix“ anschließen, der wöchentlichen Nachtrundfahrt auf immer neuen Wegen! Im Winter ist es nur ein harter Kern, doch im Sommer radeln Hunderte gemeinsam durch die Weiße Nacht.

Russisches Detroit

Zu Sowjetzeiten waren Traktoren und Panzer die einzigen in Leningrad produzierten Fahrzeuge. Inzwischen haben sich im Raum Petersburg viele Autokonzerne mit Montagewerken niedergelassen: Ford, Toyota, Nissan, Hyundai/Kia und General Motors (Chevrolet und Opel) produzieren hier. Eine gute Wirtschaftsförderungspolitik und der nahe Hafen zahlen sich aus.

Sanitarny Den

Der „Hygiene-Tag“ ist eine aus Sowjetzeiten geerbte Institution – und oft ein Ärgernis: Einmal im Monat, sei es der erste Dienstag oder der letzte Donnerstag, sind viele Museen, Behörden, Bibliotheken oder auch Bankfilialen zusätzlich zum üblichen Ruhetag ebenfalls geschlossen, formell für ein Großreinemachen.

Statussymbole

Im Straßenbild sind sie allgegenwärtig: schwarze, hubraumstarke Geländewagen mit finster getönten Scheiben. Was Russland-Neulinge zunächst für einen Geheimdienstgroßeinsatz oder Mafiabetriebsausflug halten könnten, ist aber normaler Stadtverkehr und am Steuer sitzen durchschnittliche Geschäftsleute oder Manager. Den Russen ist, sobald sie überdurchschnittlich verdienen, ihr automobiler Status enorm wichtig – und ein großes Allradvehikel gilt als ebenso prestigeträchtig wie (wegen des harten Winters und der Datscha-Zufahrten) praktisch. Autoprotz gehört auch zu fast jeder Hochzeit: Selbst wenn Normalbürger heiraten, wollen sie wenigstens an diesem Tag wie Popstars in Hollywood vorfahren. Als Hochzeitskutschen sind deshalb omnibuslange Stretchlimousinen fast obligatorisch – auch weil sich da drin so schön feiern lässt.

Striptease

Eine junge Dame, die sich tanzend entkleidend um eine Stange wickelt: Dieser Anblick ist in Petersburg öfters mal zu sehen, selbst wenn man in einer eigentlich harmlos scheinenden Bar oder Kneipe sitzt. Schamesröte ist nicht angebracht: Striptease gehört in Russland zur Abendunterhaltung wie Wodka und laute Musik, gilt aber auch als achtenswerte Kunstform ohne Schmuddelimage.

Weisse Nächte

Die Zeit um die Sommersonnenwende von Anfang Juni bis Mitte Juli ist so etwas wie das Markenzeichen von St. Petersburg. Wegen der nördlichen Lage nur knapp unter dem 60. Breitengrad wird es in dieser Zeit nachts nicht mehr dunkel. Die Sonne taucht zwar gegen Mitternacht für fünf Stunden hinter dem nördlichen Horizont ab, aber das Abendrot geht stufenlos ins Morgenrot über. Ist es allerdings regnerisch, wird es finster – und man kann froh sein, dass die Stadtverwaltung seit einigen Jahren auch in den Weißen Nächten die Straßenbeleuchtung anschaltet.

Bücher & Filme

Belyj, Gogol, Dostojewski, Puschkin

Die Werke dieser Klassiker zu St. Petersburg sind legendär

33 Augenblicke des Glücks

1995 erschienenes Erstlingswerk des preisgekrönten Bestsellerautors Ingo Schulze. In den Kurzgeschichten geht es um die Deutschen in St. Petersburg nach dem Fall des Eisernen Vorhangs

Die Seele Petersburgs

Ein Schlüsselwerk für alle Petersburg-Verehrer, das erst unlängst ins Deutsche übersetzt worden ist. Nikolaj Anziferow begibt sich bereits im Jahr 1922 auf die Suche nach dem Genius loci der alten Zarenmetropole

Peter der Große – 1981 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Umfangreiche, hochspannende Biografie des Zaren von Robert K. Massie

Onegin

Ralph Fiennes als liebeskranker Eugen Onegin in einer melodramatischen Verfilmung (1999) von Alexander Puschkins großem Versroman. Gedreht wurde teils vor Petersburger Originalkulisse

Russian Ark

Regisseur Alexander Sokurow lässt die Kamera in einem 90-minütigen Schwenk nonstop 1 km weit durch die Eremitage fahren. Keine Chance auf eine zweite Einstellung für die 2000 Schauspieler und Statisten

Fakten

Einwohner
5.351.935
Fläche
1.439 km²
Strom
220 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
notwendig
Ortszeit
11:55 Uhr
Zeitverschiebung
2 h (zu MEZ)
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Reportagen

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