Prag

Überblick

Willkommen in Prag

An Prag kommt nicht vorbei, wer sich für europäische Geschichte, Architektur, Religion, Musik und Kunst interessiert. Das trifft für viele Städte zu? Aber keine ist wie Prag. Nicht umsonst werden so viele Hollywoodfilme vor der verwinkelten Altstadtkulisse gedreht. Wer sich durchs Gewirr der kopfsteingepflasterten Gässchen bewegt, verliert schnell sein Herz an die Stadt, wie zuvor zahlreiche Dichter, Künstler und Komponisten. Prag ist nicht nur ein lebendiges Architekturmuseum, wo sich Gotik, Renaissance und Jugendstil mit sozialistischem Erbe und modernem Kubismus mischen. Mit zahlreichen Parks und Gärten an der Moldau gelegen, ist Prag jung und frisch – mit überraschender Kunst an jeder Ecke.

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Auftakt

Entdecke Prag!

„Prag war über Jahrhunderte ein Zentrum des europäischen Lebens, eine bedeutende geistige Kreuzung, ein Nährboden für Ideen und Kultur“ – so beschrieb der ehemalige tschechische Staatspräsident Václav Havel die Stadt, in der er geboren wurde. Dass sich Prag nach der Samtenen Revolution vom November 1989 wieder in Richtung Europa aufgemacht, sich geöffnet und das sozialistische Grau abgestreift hat, ist nicht zuletzt auch Václav Havel zu verdanken.

Es war vor allem das komplizierte, spannungsreiche und zugleich überaus fruchtbare Beziehungsgeflecht aus Tschechen, Deutschen und Juden, das Prag zu Beginn des 20. Jhs. zu einer kulturellen Schnittstelle Europas machte. Die Namen der Schriftsteller Franz Kafka, Egon Erwin Kisch und Franz Werfel stehen beispielhaft für diese Epoche. Noch in den 1930er-Jahren war Prag ein Zufluchtsort vor den Nationalsozialisten – für deutsche Intellektuelle wie Bertolt Brecht und die Brüder Thomas und Heinrich Mann ebenso wie für Oppositionelle wie den Sozialdemokraten Erich Ollenhauer –, bevor auch hier Hakenkreuzfahnen wehten. Die Zerschlagung der Tschechoslowakei durch Hitlers Wehrmacht, der Zweite Weltkrieg, der Holocaust und im Anschluss die Vertreibung der Deutschen beendeten die einzigartige kulturelle Vielfalt Prags auf grausame Weise. Heute ist die Bevölkerungsstruktur der tschechischen Hauptstadt homogen, fast alle 1,2 Mio. Prager sind Tschechen oder aber Slowaken, von denen viele nach der Teilung der Tschechoslowakei 1993 hier blieben oder der Arbeit wegen kamen. Die kulturelle Vielfalt der Vergangenheit kann man heute nur noch erahnen, wenn man durch das alte jüdische Viertel Josefov spaziert oder deutsche Straßennamen an Altstadtfassaden entdeckt.

Für Aufsehen sorgte in den Jahren nach der Wende eine schnell wachsende amerikanische Community. Scharen von College-Absolventen, Künstlern und Abenteurern kamen aus den USA in die vermeintliche „Welthauptstadt der Bohème“, um hier Inspirationen für ihren ersten Roman oder Kurzfilm zu finden oder ganz einfach nur ihr Glück zu suchen. Anfang der 1990er-Jahre sollen zeitweise bis zu 50 000 US-Amerikaner in Prag gelebt haben. Heute ist die Stadt für das Bohème-Leben viel zu teuer und für ein Abenteuer im „Wilden Osten“ wohl auch nicht mehr exotisch genug. Laut Statistik leben heute nur noch rund 2500 US-Bürger in Prag. Die größte Ausländergruppe stellen jetzt die Ukrainer (knapp 35 000), Spuren im kulturellen Leben der Stadt hinterlassen sie allerdings bisher kaum. Die meisten von ihnen, überwiegend junge Männer, kommen zum Geldverdienen und arbeiten auf einer der zahlreichen Baustellen. Neben etwa 10 000 Russen gibt es eine starke vietnamesische Gemeinschaft (knapp 6000). Noch verkaufen viele von ihnen Gemüse und Billigtextilien in kleinen Läden. Doch die Vietnamesen streben nach mehr, schicken ihre Kinder auf gute Schulen und bauen ihren Handel aus. Sportisimo, eine der größten tschechischen Sportartikelketten, wurde von zwei Vietnamesen gegründet, die noch zu kommunistischen Zeiten als Studenten nach Prag gekommen waren.

Ausländer in Prag sind heute in allererster Linie Touristen. Im Durchschnitt kommen 11 000 Besucher pro Tag: Rucksack- und Studienreisende, Pauschaltouristen und Schülergruppen, Familien und Liebespaare – magisch angezogen von den romantischen Gassen der Altstadt, den malerischen Winkeln der Kleinseite, der majestätisch sich über die Moldau spannenden Karlsbrücke, dem atemberaubenden Nebeneinander von Gotik, Renaissance, Barock, Jugendstil und Funktionalismus. Prag hat eine der größten denkmalgeschützten Zonen Europas. Fast das gesamte Zentrum steht auf der Unesco-Liste des Weltkulturerbes. Und das zu Recht: Kleinseite und Altstadt sind wie zur steinernen Kulisse eines Freilichttheaters verschmolzen – und wunderschön.

Für die Denkmalpfleger ist Prag mit seiner Vielfalt an Epochen und Stilen eine riesige Herausforderung. Nach der Wende begann das große Restaurieren. Weil es nur wenige Viertel gibt, in denen alle Gebäude aus derselben Zeit stammen, müssen sich die Denkmalschützer immer fragen, was sie eigentlich schützen wollen – eine Epoche, einheitliche Straßenzüge oder einzelne Gebäude? Als zum Beispiel Anfang der 1990er-Jahre das „Haus zur Steinernen Glocke“ am Altstädter Ring renoviert wurde, legte man unter dem barocken Putz eine gotische Steinfassade frei. In diesem Gewand steht das Haus nun zwischen einem Barockpalast und einem Markthaus der Renaissance. Die Renovierung des Gebäudes gilt als vorbildlich und zeigt, dass man in Prag tatsächlich jedes Haus einzeln beurteilen muss. Heute ist in der „Goldenen Stadt“ wirklich wieder fast alles Gold, was glänzt.

Von den Bombardements des Zweiten Weltkriegs blieb Prag weitgehend verschont. Auf Schritt und Tritt wird hier Vergangenheit lebendig. Ein Pragbesuch bedeute, „den kürzesten Weg durch zehn Jahrhunderte hindurch bis zur Gegenwart Mitteleuropas“ kennenzulernen, hieß es ganz ohne Übertreibung in einem tschechischen Reiseführer der 1960er-Jahre. Ein über weite Strecken blutiger Weg voller Tragik und Grausamkeiten. „Wo in anderen Städten Grundwasser fließt, hat Prag Blut“ – so hat ein Historiker einmal die Geschichte der Stadt zusammengefasst. Eine gewaltsame Prager „Spezialität“ dabei waren die Fensterstürze. Beim ersten Prager Fenstersturz 1419 wurden mehrere katholische Ratsherren von aufgebrachten Hussiten aus einem Fenster des Neustädter Rathauses befördert – Auftakt für die Hussitenkriege. Auch der zweite Prager Fenstersturz war Ausdruck der Spannungen zwischen den Konfessionen. Wütende Protestanten warfen zwei katholische Adelige aus der Prager Burg. Den 16 Meter tiefen Sturz überlebten diese zwar, da sie weich in einem Müllhaufen gelandet waren. Doch mit diesem Fenstersturz begann der Dreißigjährige Krieg, ein Religionskrieg, den das tschechische Volk bitter bezahlen musste. Als 1648 der Westfälische Friede geschlossen wurde, waren Böhmens Städte zerstört und rund die Hälfte der Einwohner getötet. Beinahe drei Jahrhunderte später, im März 1939, marschierten Hitlers Truppen in Prag ein – der Auftakt zu Weltkrieg und Völkermord. Im August 1968 walzten Panzer des Warschauer Pakts den „Prager Frühling“ nieder und zerstörten damit für lange Zeit die Hoffnungen auf einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“, wie ihn die Tschechen und Slowaken unter Alexander Dubček ausprobieren wollten.

Doch auch positive Signale gingen von Prag aus, beispielsweise mit der Gründung der ersten Universität Mitteleuropas durch Karl IV. im Jahr 1348. Um 1600 galt der Hof von Rudolf II. mit den Astronomen Johannes Kepler und Tycho Brahe als eine Hochburg der Naturwissenschaften. Im November 1989 schließlich führten die unblutigen Massendemonstrationen der Samtenen Revolution zum Rücktritt der kommunistischen Regierung und machten den Weg frei für einen gesellschaftlichen Neuanfang. Nicht nur „Dichterpräsident“ Václav Havel träumte damals davon, dass Prag wieder zu einer „geistigen Kreuzung“ Europas werden könnte.

Die Anziehungskraft der Stadt ist seit dem Fall des Eisernen Vorhangs tatsächlich enorm gestiegen – auch wirtschaftlich. Nach der Wende zog es immer mehr ausländische Investoren in die „Goldene Stadt“. Kaum ein internationaler Konzern, der nicht auch eine Dependance in Prag haben wollte. Die zentrale Lage in Europa und die industrielle Tradition der Tschechen seit Beginn des 20. Jhs. machen den Großraum Prag zu einem überaus attraktiven Standort – etwa für die Automobilindustrie und auch die IT-Branche setzt auf Prag. Zwar ist der Prager Durchschnittslohn noch relativ gering, dafür aber tendiert die Arbeitslosigkeit gegen null. Der wirtschaftliche Aufschwung hält an, den Hauptstädtern geht es gut, Prag boomt.

Der Boom bringt aber auch Probleme mit sich: z. B. Tausende Autos, die täglich durch das enge, auf mittelalterlichen Straßenzügen beruhende Zentrum fahren. „Andere europäische Hauptstädte hatten Jahrzehnte, um solche Probleme zu lösen“, seufzte einmal ein Prager Oberbürgermeister. „Wir haben nur Jahre!“ Mehr als jeder zweite Prager hat laut Statistik ein Auto. Dazu kommen noch die Pendler, die zum Arbeiten in die Stadt fahren. Der hervorragend ausgebaute öffentliche Nahverkehr wird von vielen abschätzig als „Socka“ verspottet, also als Fortbewegungsmittel für sozial Schwache. Die Folge: Überall in Prag werden Tiefgaragen gebaut, Autotunnel gegraben und Umgehungsstraßen mit gigantischen Auf- und Abfahrten angelegt. So macht Prag in wenigen Jahren viele jener Fehler, die die meisten westeuropäischen Großstädte in früheren Jahrzehnten auch gemacht haben. Bürgerinitiativen, die diese Entwicklung anprangern, gewinnen erst langsam an Boden.

Den Wechsel vom Kommunismus zum Kapitalismus hat Prag in einem Tempo vollzogen, das manchem Bewohner den Atem raubt. Wo gestern noch ein kleines Lebensmittelgeschäft war, sitzt heute eine Sushi-Bar, aus der Kneipe nebenan ist eine coole Lounge geworden und aus dem traditionsreichen Kleinseitner Café eine Starbucks-Filiale. Supermärkte reichen nicht mehr aus: Hypermärkte oder Shoppingmalls sind längst der Standard. Prag breitet sich ständig weiter über die Moldauhügel aus. Heute beträgt die Stadtfläche etwa 550 km2. Immer neue Satellitenstädte mit Einfamilienhäusern entstehen im Prager Speckgürtel. Aber auch die betongrauen Plattenbausiedlungen, die manch einer nach der Wende schon kurz vor dem Abriss wähnte, leben auf, werden modernisiert und erstrahlen in bunten Farben.

Das Mystische und die Magie dieser Stadt jedoch konnte auch der Boom der letzten Jahre nicht zerstören. Wenn im November Nebelschwaden durch die Gassen der Altstadt ziehen, dann wirkt die Vergangenheit intensiver als die Gegenwart. Eine „Verführerin mit tausend Schleiern“ hat der aus Tschechien stammende Filmregisseur Miloš Forman die Stadt Prag einmal genannt. Ihren unwiderstehlichen Reiz übt sie bis heute aus. Prag ist eine Stadt der lebendigen Vergangenheit.

Wohin zuerst?

Sehenswertes

Am Königsweg führt kein Weg vorbei: Einst schritten die Könige am Tag ihrer Krönung vom Pulverturm über den Altstädter Ring und die Karlsbrücke hoch zur Burg. Heute drängen sich hier die Touristen – und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Gutes Schuhwerk ist unerlässlich, denn auf der Strecke helfen einem weder die öffentlichen Verkehrsmittel noch der eigene Wagen. Den sollte man ohnehin lieber in der Hotelgarage lassen: Freie Parkplätze gibt es im Zentrum nämlich kaum.

Einkaufen

Die Shopping-Hauptschlagader der Stadt ist der Graben (Na příkopě) und in seiner Verlängerung die Národní. Wenn Ihnen das an Auswahl noch nicht genügt, dann gehen Sie auf den Wenzelsplatz, wo Sie noch mehr Geschäfte finden: von diversen Klamotten-Ketten bis hin zum Schuhhaus Baťa. Eine Art Champs Élysées im Miniformat ist die Pariser Straße (Pařížská), in der eine Edelboutique internationaler Modemarken auf die andere folgt. Ein paar Ecken weiter (Dušní und Dlouhá) haben tschechische Modedesignerinnen ihre Läden.

Am Abend

Clubs und Kneipen gibt es in jedem Viertel mehr als genug. Wenn Sie die authentische Kneipenszene kennenlernen möchten, sollten Sie nach Žižkov gehen. In dem ehemaligen Arbeiterviertel gibt es unzählige verrauchte Spelunken, in denen einst Dissidenten und Mitglieder des Underground verkehrten. Heute genießen hier junge Leute, Kreative und Lebenskünstler ihr Bier. Und am besten gehen Sie vorher kurz zum Kiosk: Mit der „Prager Zeitung“ oder der „Prague Post“ wissen Sie immer genau, was am Abend los ist.

Praktische Hinweise

Anreise

Aus Richtung Nürnberg führt ab dem Grenzübergang Waidhaus/Rozvadov eine Autobahn über Plzěn (Pilsen) nach Prag (D5/E50), die Autobahn aus Richtung Dresden (D8/E55) ist bis auf ein kurzes Teilstück zwischen Ústí nad Labem (Aussig) und Lovosice inzwischen fertig, und aus Richtung Österreich ist die schnellste Verbindung die Bundesstraße (E55) über České Budějovice (Budweis).

Für die Nutzung der Autobahnen und zahlreicher Schnellstraßen ist eine Vignette erforderlich (Preis nach Gültigkeitsdauer).

Von Frankfurt/Main gibt es täglich mehrere Verbindungen (6 Stunden), ebenso von München (6 Stunden) und Berlin (5 Stunden). Eine Hin- und Rückfahrt von Frankfurt kostet etwa 200 Euro, von München ca. 110 Euro. Die Züge enden am zentralen Hauptbahnhof (Hlavní nádraží), einige auch schon an der Station Nádraží Holešovice im gleichnamigen Stadtteil; beide mit Metroverbindung zum Zentrum.

Zwischen einigen deutschen Städten und Prag bestehen regelmäßige Busverbindungen. Sie sind nicht gerade bequem, aber billig und enden an einem der großen Busbahnhöfe in Prag. Vorsicht aber vor Passagieren, für die man „etwas für Verwandte“ mitnehmen soll. Oft genug handelt es sich bei diesen Dingen um Schmuggelware.

Prags Flughafen Ruzyně liegt 16 km vor der Stadt. Tagsüber fahren dort ungefähr alle zehn Minuten zwei Linienbusse ins Zentrum (Fahrpreis 26 Kč): die 100 in den Westen der Stadt zur Station Zličín der Metrolinie B, die 119 zur Station Djevická der Metrolinie A. Außerdem gibt es den Airport-Express-Bus (AE), der zwar etwas mehr kostet (50 Kč), dafür aber alle 30 Minuten direkt zum Hauptbahnhof (Hlavní nádraží) fährt. Alle Verbindungen gelten natürlich auch in der Gegenrichtung. Wer mit dem Taxi fahren will, sollte sich an die meist gelben Wagen der Firma AAA halten. Der Preis ins Zentrum dürfte je nach konkretem Ziel bei ungefähr 600 Kč liegen. Tipp: Transfer mit dem Sammeltaxi, einem weißen Minibus der Firma Cedaz, der für etwa 120 Kč ab und zum Náměstí Republiky fährt. Billigflüge nach Prag bietet unter anderem Germanwings an.

Auskunft vor der Reise
Tschechische Zentrale für Tourismus

Große Friedberger Straße660313Frankfurt069 21998587

Wilhelmstraße4410117Berlin030 2044770

– im Internet: www.czechtourism.com

Auskunft in Prag
PIS (Prager Informationsdienst)

Staroměstské náměstí1Altstädter Rathaustgl. 9–20 Uhr

Rytířská31Mo–Fr 9–19 Uhr

Wilsonova8HauptbahnhofMo–Sa 10–18 Uhr

Terminal2Flughafentgl. 8–20 Uhr

221714444

Auto

In Tschechien herrscht absolutes Alkoholverbot. Innerhalb der Ortschaften beträgt die Höchstgeschwindigkeit 50 km/h, außerhalb 90 km/h, auf Autobahnen 130 km/h. Es gilt ganzjährig Lichtpflicht.

Im Zentrum von Prag gibt es fast nur Parkplätze für Anwohner (blau gekennzeichnet), Falschparker müssen mit Bußgelder bis zu 5000 Kč rechnen. Eine Alternative zu den teuren Parkdecks (ca. 1000 Kč/24 Std.) sind bewachte Parkplätze (ca. 50 Kč/Std.). Ein Parkhaus gibt es z. B. am Náměstí Jana Palacha, Einfahrt vom Dvořákovo nábřeží.

Mitfahrzentrale: Town To Town777019440www.spolujizda.cznur nachmittags und abends

Banken & Geldwechsel

Zum Bargeldtausch in einer Bank benötigt man den Personalausweis. Wechselstuben verlangen meist viel höhere Gebühren als Banken. Im Zentrum gibt es zahlreiche Geldautomaten. Fast alle Hotels, Geschäfte und Restaurants akzeptieren Kreditkarten, viele auch Euro.

Kreditkartenverlust (Notfalltel.)

American Express 222800222 Visa, Eurocard 272771111 Diners Club 267197450 zentrale Notfallnr. 116116

Diplomatische Vertretungen
Deutsche Botschaft

Vlašská19257113111www.prag.diplo.deMetroAMalostranská

Österreichische Botschaft

Viktora Huga10257090511www.aussenministerium.at/pragMetroBAnděl

Schweizer Botschaft

Pevnostní7220400611www.eda.admin.chMetroADejvická

Einreise

Tschechien ist Mitglied des Schengen-Raums, Passkontrollen gibt es also nicht. Den Personalausweis müssen Sie aber trotzdem dabeihaben.

Fundbüro

Karolíny Světlé5224235085MetroBNárodní třída

Gesundheit

Der Erste-Hilfe-Dienst steht im Notfall zur Verfügung, die Behandlung ist in der Regal kostenlos.

– Nachtdienst-Apotheke: LékárnaPalackého5224946982

– Krankenhaus: Hospital Na HomolceRoentgenova2257271111ab Metrostation Anděl (Linie B) mit Bus 167 bis Endstation, fremdsprachiger Dienst

– Zahnärztlicher Notdienst: Spálená12222924268

Internetcafés

In Prag stehen zahlreiche Terminals in Internetcafés zur Verfügung, z. B. im Káva Káva KávaNárodní37, im SpikaDlážděná4, bei Bohemia BagelMasná2 und im The GlobePštrossova6.

Kartenvorverkauf

TicketcentrumRytířská31 und Altstädter Rathaus; Bohemia TicketMalé náměstí13; TicketproVáclavské naměstí38

Notruf

Zentraler Notruf112; Feuerwehr150; Polizei158; Pannenhilfe1230; Rettungsdienst155

Öffentliche Verkehrsmittel

Im öffentlichen Personennahverkehr können gleiche jízdenky (Fahrkarten) für Straßenbahn, Metro und Bus benutzt werden. Das 24-Kč-Ticket gilt für Fahrten bis zu 30 Min., das 32-Kč-Ticket für 90 Min. Dabei können Sie beliebig oft umsteigen. Kinder im Alter zwischen zehn und 15 Jahren sowie Senioren ab 65 Jahren zahlen die Hälfte. Kinder, die jünger als zehn sind, fahren umsonst. Haben Sie einen Hund oder ein großes Gepäckstück dabei, müssen Sie dafür ein 16-Kč-Ticket lösen. Einzelfahrscheine gibt es – falls vorhanden – am Automaten an der Haltestelle oder aber an Kiosken, Netz- oder Tageskarten in den beiden Flughafenterminals und in der Metrostation Muzeum: 24-Std.-Ticket 110 Kč, 72-Std.-Ticket 310 Kč.

Schwarzfahren kostet 400 bis 1000 Kč, Kontrollen sind häufig. Die tramvaj (Straßenbahn) verkehrt bis in die Vorstädte, die Hauptstrecken werden nachts von den 50er-Linien befahren, die zentrale Umsteigestation ist dann Lazarská. Die Metro fährt zwischen 5 und 24 Uhr.

Post

Hauptpost: Jindřišská14221131111MetroA, BMůstek. Briefe und Postkarten ins europäische Ausland kosten 20 Kč.

Preise & Währung

Es gibt Münzen zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Kč. Banknoten sind in Scheinen zu 100, 200, 500, 1000, 2000 und 5000 Kč erhältlich.

Prag ist für westliche Touristen immer noch günstig. Unterschätzen Sie aber nicht die Geschäftsleute im Zentrum der Stadt: In den Restaurants, Hotels und Läden dort zahlen Sie Großstadtpreise. Stabil und günstig sind die Preise für Kultur: Kinokarten kosten etwa 170 Kč, Museen zwischen 70 und 200 Kč, für gutes Theater oder ein Konzert sollten Sie 700 Kč rechnen. Bei Discos bzw. Clubs steigt der Preis durchaus von sonst 150 auf 400 Kč, wenn ein ausländischer DJ auflegt bzw. ein internationaler Star auftritt.

Sammeltickets

Der Prager Informationsdienst PIS bietet für 400 Kč ein Sammelticktet für zehn Sehenswürdigkeiten an, den Ten Prague Monuments Pass. Damit können Sie innerhalb von drei Tagen viele Türme besteigen: den Aussichtsturm auf dem Petřín, den Pulverturm, die Türme der Karlsbrücke, des Altstädter Rathauses, der Kleinseitner St.-Niklas-Kirche. Außerdem stehen Ihnen das Spiegellabyrinth auf dem Petřín und das Schloss Ctěnice mit dem Kutschenmuseum offen. Kaufen können Sie den Pass in den jeweiligen Objekten.

Kaum zu schaffen sind all die Sehenswürdigkeiten, zu denen einem die Prague Card die Türen öffnet. Über 50 Museen und Denkmäler können Sie sich damit besuchen – angefangen von der Burg und dem Altstädter Rathaus über die Nationalgalerie bis hin zum Spiegellabyrinth auf dem Petřín. Für einige Sehenswürdigkeiten gibt es allerdings nur Preisnachlässe – und die Objekte des Jüdischen Viertels gehören gar nicht zum Umfang des Tickets. Die Prague Card gibt es in den PIS-Filialen oder aber online unter www.praguecitycard.com. Sie ist entweder zwei (790 Kč), drei (980 Kč) oder vier Tage (1200 Kč) gültig.

Stadtführungen

Offizielle Fremdenführer und Rundfahrten kann man beim Prager Informationsdienst PIS buchen. Zahlreiche Reisebüros in der Stadt bieten nahezu identische Ausflüge zu recht unterschiedlichen Preisen an – ein Vergleich der verschiedenen Offerten lohnt sich in jedem Fall. Größte Anbieter sind das Prague Tourist CentreEcke Rytířská/Na můstku224212209 und Martin TourŠtěpánská61224212473 sowie Sandeman's New Europe Prague (nur übers Internet zu buchen: www.newpraguetours.com). Über alternative Stadtrundgänge informieren Plakate (auch in Deutsch und Englisch) im Zentrum. Treffpunkt ist meist der Pulverturm am Náměstí Republiky oder der Altstädter Ring.

Ein besonderes Erlebnis ist Prag vom Schiff aus. Plätze können Sie am Kai (Rašínovo nábřeží oder Dvořákovo nábřeží) oder bei ČedokNa příkopě18221447242 buchen.

Taxi

Trotz des im Jahr 2007 eingeführten Tarifs von 28 Kč pro km verlangen einige Fahrer immer noch Fantasiesummen. Verlassen kann man sich aber in der Regel auf die Dienste der beiden großen Taxi-Unternehmen AAA (1 4014, 222333222) und City-Taxi (257257257). Eine kleine Hilfe erhalten Besucher an zentralen Stellen der City durch „fair place“-Schilder, die überprüfte Taxistände ausweisen. Dort werden außerdem Orientierungspreise für besonders frequentierte Strecken aufgelistet. Generell gilt: Bestehen Sie darauf, dass der Taxameter eingestellt wird – das ist Pflicht. Wer Preise aushandelt, zahlt immer drauf.

Die Quittung muss aus dem Taxameter ausgedruckt werden, handschriftliche Belege haben keine Gültigkeit. Die Grundgebühr für eine Fahrt beträgt übrigens 40 Kč, Wartezeit wird mit bis zu 6 Kč/Min. verrechnet. Sollten Sie das Gefühl haben, über den Tisch gezogen worden zu sein, können Sie sich im Rathaus (Mariánské náměstí2) beschweren. Ob das viel bringt, ist allerdings fraglich. Denn die Stadt weiß ohnehin seit Jahren, dass im Taxigewerbe zahlreiche schwarze Schafe unterwegs sind.

Ein Tipp für Autofahrer, deren Alkoholpegel über der strengen Null-Promillegrenze liegt: Die sogenannten „blauen Engel“ (Modrý anděl 737222333) fahren Sie in Ihrem eigenen Wagen sicher nach Hause.

Telefon & Handy

In Tschechien sind alle Nummern neunstellig, sowohl im Fest- als auch im Mobilnetz. Der Landesvorwahl 00 420 folgt keine lokale Vorwahl, da diese in die Festnetznummern integriert ist. Handynummern beginnen nicht mit 0, sondern mit 6 oder 7. In Notfällen hilft die Auskunft weiter: 1180. Es gelten die üblichen Vorwahlen nach Deutschland (0049), Österreich (0043) und in die Schweiz (0041).

Telefonkarten (telefonní karta) gibt es bei der Post (pošta) und in Kiosken und Tabakläden (trafika). Mittlerweile rund um die Uhr bietet die O2 Telefónica den günstigen Xcall mit der Zusatzvorwahl 970 an – z. B. telefoniert man dann unter 970 00 49 für ca. 4 Kč/Min. nach Deutschland. Das gilt allerdings nur für Anrufe vom Festnetz, aus Telefonzellen liegen die Kosten bei etwa 15 Kč/Min.

Handybesitzer benötigen wegen des oft üblichen Erdungsstifts in der Steckdose für manche Aufladegeräte einen Adapter.

Touristennepp

Prag ist natürlich keine Hochburg des Verbrechens. Es gibt aber, wie in vielen Städten, Nepper und Betrüger. So kann es passieren, dass im Restaurant Gedeck, Livemusik oder der freundlich angebotene Schnaps auf die Rechnung aufgeschlagen werden. Wenn Sie mit einer Rechnung unzufrieden sind, bitten Sie um ein Gespräch mit dem Geschäftsführer. Der hat in den meisten Fällen wenig Interesse an einer unangenehmen Szene. Allgemein gilt: Lassen Sie sich immer eine nachvollziehbare Quittung geben, oder rufen Sie im Ernstfall die Polizei. Die mag Abzocker gar nicht.

Äußerste Vorsicht ist bei Kleinkriminalität geboten: Taschendiebe tarnen sich in der Metro als Touristen und greifen hinter ausgebreiteten Stadtplänen zu, andere geben sich in einer Seitenstraße als Zivilpolizisten aus und konfiszieren „Falschgeld“ aus Ihrer Brieftasche. Diese Banden gehen im Zweifelsfall mit brutaler Härte vor!

Wenn Sie mit offiziellen tschechischen Stellen nicht zufrieden sind, wenden Sie sich an die Deutsche Botschaft (Sondernummer für Notfälle: 257533873).

Veranstaltungs-Kalender

Donnerstags erscheinen die deutschsprachige „Prager Zeitung“ sowie die englischsprachige „Prague Post“ mit einem kompletten Veranstaltungsprogramm. In vielen Gaststätten und in PIS-Filialen liegen außerdem Gratismagazine zum Mitnehmen aus. Einen besonders guten Überblick bietet das Gratismagazin Houser.

Zoll

Zollkontrollen an der Grenze gibt es zwar nicht mehr, Stichproben sind aber durchaus möglich. Pro Erwachsenem darf man bei der Einreise aus Tschechien Folgendes zollfrei mitführen: 800 Zigaretten oder 400 Zigarillos oder 200 Zigarren oder 1 kg Tabak sowie 110 l Bier, 90 l Wein, 10 l Spirituosen und Medikamente für den Eigenbedarf. Auch die Einfuhr von Kraftstoff ist limitiert: Zusätzlich zu einem vollen Tank darf man einen 20-Liter-Reservekanister dabei haben.

Was kostet wie viel?

Oblaten

1,50 Euro pro Schachtel

Espresso

1,50 Euro für eine Tasse

Eis

1 Euro für eine Kugel

Bier

1,50 Euro für ein Glas (0,5 l)

Metro

1 Euro für einen Einzelfahrschein

Imbiss

2 Euro für ein Würstchen

Low Budg€t

Sehenswertes

Billiger und aufregender als die üblichen Ausflugsdampferfahrten ist das Mieten eines Tret- oder Ruderboots am Ufer der Halbinsel ŽofínZugang über Masarykovo nábřežíca. 250 Kč/Std.10 Uhr bis Sonnenuntergang. Rund um die Schützeninsel (Střelecký ostrov) paddelnd eröffnet sich einem eine ganz neue Perspektive auf Altstadt, Kleinseite und Karlsbrücke.

An der Ecke Altstädter Ring/Pařížská startet täglich um 11 Uhr (im Sommer auch um 14 Uhr) eine Gratis-Stadtführung auf Englisch. Guides sind meistens tschechische Studenten. Finanziert werden diese Touren allein über Trinkgelder. www.newpraguetours.com

Für das Nationalmuseum und alle ihm unterstellten Institutionen (Smetana-, Dvořák-, Musikmuseum, Lapidarium, Denkmal auf dem Vitkov-Hügel) kann man für 400 Kč ein 3-Tage-Sammelticket kaufen.

Essen & Trinken

Im Feinkost-Laden Zlatý KřížJungmannova34Mo–Sa 7–19 UhrMetroA, BMůstek gibt es sie noch, die tschechische Fast-Food-Alternative: chlebíčky, kleine, mit verschiedenen Leckereien belegte Baguettescheiben, bei denen eines nie fehlen darf: Mayonnaise.

Viele Restaurants und Kneipen (auch einige Gourmetrestaurants) bieten wochentags von 12 bis 15 Uhr ein günstiges Mittagsmenü an.

In der Konditorei Erhartova CukrárnaMilady Horákové56Tgl. 10–19 UhrStraßenbahn1, 8, 25, 26Kamenická gibt es köstlichen Kuchen zu niedrigen Preisen.

Einkaufen

CDs von tschechischen Labels sind immer noch ein Schnäppchen. Empfehlenswert sind die Klassik-Einspielungen von Supraphonwww.supraphon.com, oft mit Spitzeninterpreten und -ensembles. Wer's moderner mag, der sollte sich das Angebot des Independent-Labels Indieswww.indies.eu anschauen, bei dem die Performance-Geigerin Iva Bittová oder der Roma-Rapper Radoslav Banga alias Gipsy.cz veröffentlichen.

In Kaufhäusern oder Kunstgewerbeläden: Holzspielzeug aus tschechischer Produktion ist nicht nur günstig, sondern außerdem meist auch fantasievoll gestaltet.

Am Abend

Der Biergarten im Letná-ParkLetenské sadyStraßenbahn1, 8, 25, 26Sparta ist im Sommer der Treffpunkt schlechthin. Das frisch gezapfte pivo holt man sich am Ausschank und genießt es dann auf kargen Holzbänken sitzend – aber mit dem wohl schönsten Blick, den man auf Altstadt und Moldau haben kann.

Das ehemalige Kino RoxyDlouhá třída33www.roxy.cztgl. 19–2 UhrMetroBNáměstí Republiky ist schon oft zum beliebtesten Club des Jahres gewählt worden. Wohl auch wegen der „Free Mondays“, an denen die DJs umsonst auflegen. Das durchdacht ausgestattete Labyrinth präsentiert ein reichhaltiges Kulturprogramm – von Konzerten bis zu Kultfilmen.

Übernachten

Zugegeben, der Kleinseitner Platz ist nicht ganz ruhig, dafür aber lebendig und mitten im historischen Stadtkern. Für 18 Euro pro Person finden Sie im Little Town Budget HotelMalostranské náměstí11242406964www.littletownhotel.cz ein sauberes Nachtlager.

Einfach und bei Jugendlichen sehr beliebt ist das Traveller's HostelDlouhá33224826662www.travellers.cz164 BettenMetroBNáměstí Republiky. Zentral, aber nicht sonderlich ruhig. Doppelzimmer für 30 Euro inkl. Frühstück, Mehrbettzimmer ab 14 Euro pro Person.

Generell gilt: Früh- und Internetbucher bekommen die besten Preise. Tolle Sonderangebote in Hotels aller Kategorien bietet das Internetportal www.prag.st. Doppelzimmer in zentralen, ordentlichen Hotels schon ab 40 Euro sind hier buchbar.

Events, Feste & mehr

Feiertage
1. Januar

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

8. Mai

Ende des Zweiten Weltkriegs

5. Juli

Tag der slawischen Apostel Kyrillos und Methodios

6. Juli

Tag der Verbrennung des Predigers Jan Hus in Konstanz 1415

28. September

Tag des hl. Wenzel

28. Oktober

Gründungstag der Tschechoslowakischen Republik 1918

17. November

Tag des Freiheitskampfes

24.–26. Dezember

Weihnachten

Veranstaltungen
Januar

Neujahrskonzert: Gute Auftritte an verschiedenen Orten über den 1. Januar verteilt. Insider schwören auf das Konzert der Prager Symphoniker im Repräsentationshaus (Obecní dům). MetroBNáměstí Republiky

Neujahrsfeuerwerk: An Silvester lassen es Hotels und Privatleute krachen, am 1. Januar die Stadt. Beginn: meist 18 Uhr

Februar

Holiday World: Große Prager Freizeitmesse auf dem Ausstellungsgelände Výstaviště. MetroCNádraží Holešovice

März

Matthäus-Kirmes: Prags ältester Rummelplatz auf dem Ausstellungsgelände Výstaviště. MetroCNádraží Holešovice

Febiofest: internationale Filmtage Ende März; bekannte Schauspieler und Regisseure sind zu Gast. www.febiofest.cz

Mai/Juni

Prager Frühling: Anlässlich dieses klassischen Musikfestivals gastieren Mitte Mai–Mitte Juni ausländische Spitzenmusiker in Prag. Karten frühzeitig besorgen! Obecní důmMetroBNáměstí Republikywww.pragerfruhling.de

Prager Buchmesse: Mitte Mai präsentieren Verlage aus vielen Ländern ihre Neuerscheinungen. AusstellungsgeländeVýstavištěMetroCNádraží Holešovicewww.svetknihy.cz.

Khamoro: Stimmungvoll und mitreißend – das internationale Roma-Musikfestival findet Ende Mai statt. www.khamoro.cz u. a. im Klub RoxyMetroBNáměstí Republiky

Dance Prague: Präsentation von zeitgenössischem Tanz im Juni. Divadlo Ponec Husitská24 aMetroBNáměstí Republikywww.tanecpha.cz

Neun Pforten: Festival der tschechischen, deutschen und jüdischen Kultur mit Film, Theater und Kunst. Erster Teil im Juni, zweiter im Oktoberverschiedene Veranstaltungsortewww.9bran.cz

United Islands: Umsonst und draußen – ein ganzes Wochenende lang gibt es Ende Juni auf mehreren Moldauinseln Worldmusic, Rock und Jazz. Ein Happening, das längst schon zur Tradition geworden ist. www.unitedislands.czu.a. auf der Kampa und der Schützeninsel (Střelecký ostrov)Straßenbahn9, 12, 20, 22Újezd

Juli

Folklorefestival: Musik, Handwerk und Tanz rund um den Obstmarkt Ovocní trh – mal im Juli, mal im August. MetroBNáměstí Republiky

September

Struny podzimu („Herbst-Saiten“): hochkarätig besetztes Musikfestival (bis November), das den Brückenschlag zwischen Klassik und Moderne wagt. Mit lokalen und internationalen Größen aus Klassik, Jazz und Worldmusic. www.strunypodzimu.czu. a. im RudolfinumMetroAStaroměstská

Oktober

AghARTA Prague Jazz Festival: gewinnt wegen der vermehrten Teilnahme internationaler Künstler an Ansehen. AghARTA Jazz Centrum Železná16MetroA, BMůstekwww.agharta.cz

November

Theaterfestival in deutscher Sprache: Ein Dutzend Bühnen präsentiert neben Klassikern auch zeitgenössische Stücke aus Deutschland, der Schweiz und Österreich. Divadlo na Vinohradech MetroANáměstí Míruwww.theater.cz

Dezember

Weihnachtsmarkt: Budenzauber mit viel Glühwein und viel Kunsthandwerk. Staroměstské náměstíMetroAStaroměstská

Im Trend

Culture Clubbing
Unterhaltsam

Theater, Musik und Kunst kommen in der Meet FactoryKe Sklárnì15 zusammen, Prags coolster Kulturstätte. Ebenso angesagt: La FabrikaKomunardù30 . Kreative aus dem ganzen Land stehen dort auf der Bühne oder zeigen ihre Arbeiten. Für seine gelungenen DJ- und Konzertveranstaltungen und die ausgelassene Stimmung ist das Palais AkropolisKubelikova27 bekannt.

Nüchtern
Ost-Mode

Die tschechische Hauptstadt ist berühmt für ihre coole Mode. Nüchtern, aber nicht schmucklos kommen die Entwürfe der Prager Designer daher. Vorzeigevertreterin der Schneiderriege ist Hana Havelková mit ihrem gleichnamigen Label. In ihrer Boutique gibt es moderne Klassiker Dušní10. Ein weiteres angesagtes Fashionlabel ist Chi-Chiwww.chi-chi.cz mit seinen sportlich-urbanen Schnitten. Lässige Stücke von lokalen Kreativen gibt es bei Flamingo ParkTruhlářská29. Unbedingt einen Blick auf den „Designer des Monats“ werfen!

Tanz mit mir!
Linksherum

Der Retrotanztrend greift immer weiter um sich. Statt in die Disco zu gehen, landen die jungen Prager immer öfter auf einem Ball. Schickes Kleid und Smoking gehören dazu, zum Beispiel im ŽofínSlovanský ostrov226, mitten auf der gleichnamigen Prager Insel. Modernere Klänge bietet das Národní důmna SmíchověNáměstí 14. Října16 den Ballbesuchern. Im Jugendstilambiente erklingen sowohl Klassik als auch zeitgenössische Musik. Wer noch an seiner Technik feilen muss, tut dies in der Tanzschule Taneční škola Standardklub PrahaMajerského2039.

Mit Pflanzenkraft
Bio-logisch

Prag tickt grün. Die Hauptstädter setzen auf Hosen aus Hanf, Seife mit Bioolivenöl und Lavendel sowie köstliche Sandwichs aus selbst gezogenem Gemüse. Lassen Sie sich von dem Trend mitreißen! Bei BotanicusTruhlářská10 decken Sie sich mit Lotionen, Essig oder Kerzen ein, allesamt mit Inhaltsstoffen, die vor Prags Toren angebaut werden. Bei EvergreenUruguayská6 können Sie sich in „bio“ kleiden, ohne dass man es Ihnen ansieht. Die Klamotten dort sind cool! Den Shoppingstopp machen Sie bei VesmirnaVe Smečkách5 . Dort gibt es Bioleckereien und eine entspannte Atmosphäre. Wer nur einen schnellen Bissen will, geht zu Country LifeČeskoslovenské armády30. Die Bioimbisskette besticht durch vegetarische Speisen zu kleinen Preisen.

Everybody's Karlín
Szeneviertel

Früher waren hier die Arbeiter zu Hause, heute gehen Prags Szenekenner hier ein und aus. Karlín hat sich zum Zentrum der Kunstszene entwickelt und lockt mit bunten Veranstaltungen. In den Karlín StudiosKřižíkova34 sind gleich ein Dutzend Ateliers und Ausstellungsflächen untergebracht. Von dort geht es weiter zum Café TousterSokolovská152, wo angesagte DJs sich ein Stelldichein geben. Wer es gitarrenlastiger mag, geht stattdessen ins AbatonNa Košince8. Aber besorgen Sie sich besser schon im Vorfeld Karten, denn die Gigs sind beliebt. Wer sich vorher stärken will, ist im Pivovarsky KlubKřižíkova17 richtig. Denn dort wird nicht getanzt, sondern gegessen – und getrunken. In dem urigen Gewölbekeller werden mehr als 100 Biersorten serviert.

Bloss nicht

Irgendwo parken

Von den Gerüchten, die über die angeblich so starke Kriminalität in Prag kursieren, stimmt eines leider doch: Die Stadt ist ein Zentrum der Autoknacker. Daher lohnt es sich in jedem Fall, den eigenen Wagen in einem Parkhaus oder auf einem bewachten Parkplatz abzustellen. Wenn Sie dennoch an der Straße parken (was ohnehin fast nur an Parkuhren erlaubt ist), sollten Sie nichts im Wagen liegen lassen und das Handschuhfach öffnen.

Auf Kulturnepp reinfallen

In Prag können Sie großartige Kulturveranstaltungen erleben – aber leider auch viel überteuerten Touristenquatsch angedreht bekommen. Besonders verdächtig: Ticketverkäufer in bunten Mozartkostümen und anderen Verkleidungen. Sie werben meist für Konzerte mit lieblos zusammengestellten Klassikhits.

In jedes Taxi steigen

Steigen Sie nie in ein Taxi ein, das an einem für Touristen interessanten Ort wartet (Altstädter Ring, Wenzelsplatz). Allzu oft sind solche Wagen mit einem manipulierten Taxameter ausgerüstet. Lassen Sie sich auch nicht auf Preisverhandlungen vorab ein – dabei zahlen Sie am Ende immer drauf. Halten Sie sich einfach an die großen Unternehmen AAA und City-Taxi. Bei Betrugsverdacht gilt: Verlangen Sie wenigstens eine Quittung für die Polizei.

Zu sorglos und zu vertrauensselig sein

Prag ist eine friedliche Stadt, in der man sich auch nachts und auf Seitenstraßen sicher fühlen kann. Trotzdem gilt: Wo Touristen sich drängen, gibt es auch Taschendiebe. Ärgerlich ist das Thema Nepp im Restaurant: Manch ein Kellner genehmigt sich gern selbst ein Trinkgeld. Prüfen Sie daher die Rechnung, und sollte sie nicht stimmen, klären Sie die Angelegenheit am besten mit dem Geschäftsführer. War der Service dagegen gut, ist ein Trinkgeld von 10 Prozent üblich.

Schwarz wechseln

Noch immer begegnen einem am Wenzelsplatz jene zwielichtigen Gestalten, die den Schwarztausch von Geld anbieten. Ignorieren Sie deren Angebote! Sonst wissen Sie nachher nur, wie polnische Złoty oder eine Prager Polizeiwache aussehen. Auch der Tausch in Wechselstuben kann wegen hoher Gebühren teuer werden. Am einfachsten ist es, mit der EC-Karte an den zahlreichen Bankautomaten Kronen zu ziehen.

Unachtsam über den Zebrastreifen gehen

Als Fußgänger lebt man in Prag gefährlich – auch auf dem Zebrastreifen. Rechnen Sie nicht damit, dass die Autofahrer anhalten. Und gucken Sie vor allem danach, ob sich eine Straßenbahn nähert: Die hat nämlich Vorfahrt – auch auf dem Zebrastreifen!

Stichworte

Architektur

Barocke Kurven, romanische Bögen und gotische Spitzen – das ist nicht alles, was Prag an Architektur zu bieten hat. Dazwischen überraschen immer wieder herausragende Bauten der klassischen Moderne. Zu Beginn des 20. Jhs. waren es noch die der Natur entlehnten Pflanzenornamente des Jugendstils, in denen sich die tschechischen Architekten ausdrückten – etwa beim üppigen Repräsentationshaus oder der alten Schalterhalle des Hauptbahnhofs. Eine Prager Spezialität ist der Kubismus mit seinen vielfach verschachtelten und gefalteten Fassaden. Herausragende Beispiele sind das Gebäude Zur schwarzen Madonna und das erste kubistische Mietshaus (Bílkova 5). Die 1920er-Jahre brachten eine nüchterne und schnörkellose Moderne nach Prag. Der Tschechische Rundfunk residiert in einem funktionalistischen Gebäude (Vinohradská 12) mit den typischen quer verlaufenden Fensterbändern. Für die Filialen des Schuhimperiums Bat'a wurden die glatten weißen Fassaden mit großen Fensterfronten zum Markenzeichen (Prager Filiale: Wenzelsplatz 6). Auch reiche Privatleute setzten auf Avantgarde: Der in Brünn geborene Architekt Adolf Loos baute für einen Unternehmer die Villa MüllerNad hradním vodojemem14224312012Besichtigung Di, Do, Sa/So nach Voranmeldung. Äußerlich ein schlichter Kubus, überrascht das Gebäude im Inneren mit einem einmaligen Raumkonzept ohne feste Etagen .

Am Bauhaus orientierten sich mehrere Architekten, die in den 1930er-Jahren im Nordwesten Prags entlang der Staßen Na ostrohu und Na Babě die Baba-Siedlung mit mehr als 30 Wohnhäusern errichteten. Der real existierende Sozialismus hinterließ nicht nur monströse Plattenbausiedlungen am Stadtrand, sondern auch ein paar anspruchsvolle Bauten wie das Kaufhaus Kotva: ein aus sechseckigen Waben zusammengesetzter Stahlbetonbau. Oder auch den Anbau an das Nationaltheater aus den 1980er-Jahren: Das scheinbar transparente Gebäude mit der Fassade aus Glasbausteinen ist Sitz der berühmten Laterna magika. Nach der Wende entstand nur noch wenig Kreatives. Ausnahmen sind das Tanzende Haus von Frank O. Gehry und Vlado Milunic und das Bürogebäude Zlatý Anděl (Goldener Engel) von Jean Nouvel.

Atheismus

Die steinernen Spuren, die der Kirchenkampf des Mittelalters in Prag hinterlassen hat, sind bis heute unübersehbar: Die Dichte an prächtigen Gotteshäusern ist enorm hoch. Dabei ist Prag wohl die am stärksten säkularisierte Hauptstadt Europas. Bei Volkszählungen bekennt sich regelmäßig nur rund jeder Vierte zu einer Religionsgemeinschaft. Die Prager würden „eher an Horoskope als an Gott glauben“, schrieb einmal eine Zeitung. Die Glaubensferne der Tschechen hat eine jahrhundertealte Tradition und geht noch auf die zwangsweise Rekatholisierung durch die Habsburger zurück. Die Drangsalierung der Kirche zu kommunistischen Zeiten tat ihr Übriges.

Filmszene

„Hollywood an der Moldau“ – diesen Ruf hat Prag spätestens seit 1995, als Tom Cruise hier für seine „Mission Impossible“ vor der Kamera stand. Inzwischen drängeln sich die internationalen Filmteams oft regelrecht im engen Gassengewirr der Hauptstadt. Und Tom Cruise hat vor Prager Kulisse inzwischen schon seine „Mission impossible IV“ erfüllt. Auch James Bond alias Daniel Craig war schon hier: Der 007-Streifen „Casino Royale“ entstand in Prag. Mit den legendären Barrandov-Studios besitzt die Stadt ein hochmodernes Produktionszentrum. Perfekter Service zu niedrigen Preisen – das macht die tschechische Traumfabrik so attraktiv. Und natürlich die historische Stadtkulisse. Die nutzte schon 1984 Miloš Forman für seinen Mozartstreifen „Amadeus“. Die Filmemacher, die zu kommunistischen Zeiten im Land blieben, verlegten sich auf unpolitische Kinder- und Märchenfilme – mit großem Erfolg: Man denke nur an „Pan Tau“ oder den Weihnachtsfilm „Drei Nüsse für Aschenbrödel“.

Seit der Wende kann wieder zensurfrei gedreht werden. Zwar meist mit kleinen Budgets, aber mit beachtlichem Erfolg und einem kinobegeisterten Publikum. Wenn Sie genau wissen wollen, wann was mit wem gedreht wurde, dann fragen Sie bei der Touristeninformation (Rytýřská 31 oder im Altstädter Rathaus) nach dem kostenlosen Stadtplan „Lights! Camera! Prague!“. Damit können Sie dann auf den Spuren von Filmstars durch die Stadt spazieren.

Hunde

Klein, stolz und eigenwillig: Des Pragers Lieblingshund ist laut Statistik der Dackel. Aber egal ob groß oder klein, Mischling oder Rassehund, retrívr oder rotvajlr – Hunde sind in Tschechiens Hauptstadt fast überall willkommen. In vielen Kneipen servieren Kellner den Vierbeinern gern Wasser oder Leckerlis. Selbst an Informationspunkten der Stadtpolizei steht oft ein Wassernapf bereit. Hunde werden gehegt und gepflegt. Offiziell gemeldet sind rund 87 000 Hauptstadthunde, doch Experten schätzen, dass ihre Zahl weit über 100 000 liegt. Die Kehrseite der Hundeliebhaberei: Auf den Bürgersteigen lauert Gefahr – haufenweise. Täglich produziert die Prager Hundeschar mehrere Tonnen an Kot. Eigentlich sind die Herrchen aufgerufen, die Exkremente in eigens dafür gedachten Abfalltüten zu entsorgen, die es überall in der Stadt gibt. „Damit sich ihr Hund nicht schämen muss“, wie die Aufschrift verkündet. Doch nur wenige tun dies. Die Stadtverwaltung schickt daher zusätzlich „Hundekot-Mopeds“ durch die Straßen: Sie saugen die stinkenden Tretminen einfach weg. Übrigens: Ein tschechischer Hund macht nicht „wau, wau“, sondern „haf, haf“.

Jazz

Was gehört zur Musikstadt Prag? Mozart, Dvořák und Jazz, würden die meisten wohl antworten. Tatsächlich hat der Jazz hier eine lange Tradition. Daran konnten auch die Kommunisten nichts ändern, für die Jazz „organisierter Lärm“ war. Die wirklichen Stars allerdings wanderten damals aus und machten in den USA Karriere – wie die Bassisten Miroslav Vitouš und George Mráz oder aber der Pianist und Komponist des Miami-Vice-Soundtracks Jan Hammer. Für die daheim gebliebenen Musiker wurde Jazz mehr und mehr zu einer Frage der Zivilcourage. Nicht wenige landeten vor Gericht. Dennoch erlebte der legendäre Club Reduta in den 1960er- und 1970er-Jahren seine Blütezeit. Es wurde wie wild experimentiert und improvisiert. Diese Zeiten sind längst vorbei. Heute müssen Jazzer in Prag nicht mehr mutig, sondern nur noch gut sein. Vom einstigen Mythos pražský jazz ist allerdings nicht mehr viel übrig. Die Szene ist mehr als überschaubar, es dominiert wenig ambitionierter Mainstream, und im Publikum sitzen überwiegend Touristen. Trotzdem gibt es einige Highlights: Wenn der Flötenvirtuose Jiří Stivín oder der Bigband-Leader und Pianist Milan Svoboda aufspielen, ist das ein echtes Erlebnis.

Karel Gott

Die Tschechen nennen ihn ehrfurchtsvoll nur „Meister“: Schlagerikone Karel Gott ist seit vier Jahrzehnten einer der größten Stars des Showgeschäfts. Jahr für Jahr gewinnt er den wichtigsten nationalen Publikumspreis, für den er sich meist mit dem schon legendär gewordenen Spruch bedankt: „Dieses Mal hatte ich wirklich nicht damit gerechnet.“ Dass Karel Gott sich einst für Kampagnen der kommunistischen Parteiführung hergab, haben die meisten ihm verziehen. Als es den Politikern im Jahr 2003 lange nicht gelang, einen geeigneten Nachfolger für Staatspräsident Václav Havel zu finden, schlugen ein paar Rockmusiker Karel Gott vor. Was eigentlich als Gag gemeint war, fand bei einigen durchaus ernsthaften Anklang. Doch Karel Gott blieb bei dem, was er am besten kann: singen. Mehr als 100 Alben hat er produziert, gut 30 Mio. Tonträger verkauft. Seine weiblichen Fans enttäuschte er höchstens ein wenig, als er 2008 seine junge Freundin Ivana heiratete. Auch nach der Geburt ihrer zwei Töchterchen macht der „Biene-Maja“-Sänger (geb. 14. Juli 1939) weiter, getreu seinem Credo: „Das Beste kommt erst noch.“ Tatsächlich betritt Karel Gott immer wieder Neuland. So hat er im Tschechischen Rundfunk eine eigene wöchentliche Musiksendung. Und mit dem Rapper Bushido nahm er ein Duett auf – die Coverversion des Popsongs „Forever young“.

Franz Kafka

Im Alltagsleben war der Sohn eines jüdischen Gemischtwarenhändlers als Sachbearbeiter bei der Prager Arbeiter- und Unfallversicherung tätig. Aber daneben, meist nachts, schuf Franz Kafka (1883–1924) ein einzigartiges Werk deutschsprachiger Novellen und Romane. Der chronisch Lungenkranke verstand es in Texten wie „Der Prozess“ glänzend, den Einzelnen als Spielball höherer Instanzen darzustellen, und erwies sich in Geschichten wie „Die Verwandlung“ als Meister der Groteske. Dem kommunistischen Regime waren die kafkaesken Visionen zu wirklichkeitsnah, und bis 1989 blieb der Autor, der auf dem Neuen jüdischen Friedhof begraben liegt, in seiner Heimat verfemt. Für Kafka war Prag ein „Mütterchen mit Krallen“. Mit seiner Geburtsstadt verband ihn eine Hassliebe: „Man müsste sie von zwei Seiten anstecken“, schrieb er einmal. Nach langer Krankheit starb Kafka unverheiratet, kinderlos und zu keinem besonders großen Ruhm gelangt in einem Lungensanatorium in Kierling bei Wien. Sein Freund Max Brod verbrannte entgegen dem ausdrücklichen Wunsch Franz Kafkas Texte nicht und schenkte damit der Welt ein großes Vermächtnis – und der Prager Tourismusindustrie einen unerschöpflichen Werbeträger. Seit 2003 besitzt Kafka in der Vězeňská-Straße ein eigenwilliges Denkmal.

Prager Frühling

Bei diesem Begriff denken heute die meisten Prager eher an das gleichnamige internationale Musikfestival als an die Reformbewegung der 1960er-Jahre. Aber ohne den Versuch der damaligen Parteiführung um Alexander Dubček, in der Tschechoslowakei einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz zu schaffen, wäre die Geschichte des Ostblocks anders verlaufen. Dubček hatte offen mit dem Regime in Moskau gebrochen, als er innenpolitisch die Zensur aufhob und außenpolitisch zarte Bande mit dem Westen knüpfte. Nach mehreren Warnungen marschierten am 21. Aug. 1968 Truppen der Warschauer-Pakt-Staaten in die Tschechoslowakei ein und beendeten den „Frühling“ mit einer Eiszeit, die 21 Jahre dauern sollte. Offiziell wurde der Überfall als Versuch erklärt, einen Bürgerkrieg verhindern zu wollen, und der Westen scheute aus Angst vor einer internationalen Eskalation eine Intervention. Der 1992 gestorbene Alexander Dubček musste als Hilfskraft in der Slowakei arbeiten, viele tschechische Intellektuelle gingen ins westliche Exil.

Radfahren

Wenn das víkend beginnt, holen viele Prager ihre Mountainbikes aus dem Keller, um damit ins Grüne zu fahren. Radfahren ist eine der liebsten Freizeitbeschäftigungen der Tschechen. Im Stadtbild sind dagegen kaum Radler zu sehen – und wenn, dann sind es eigentlich nur die Fahrer von Kurierdiensten. Mit dem Rad zur Arbeit zu fahren, fällt kaum jemandem ein. Das liegt nicht nur an den vielen Hügeln, über die sich Prag erstreckt. Radfahren ist in Tschechiens Hauptstadt vor allem gefährlich: Löcher im unebenen Asphalt, glitschiges Kopfsteinpflaster und überall Straßenbahnschienen. Die größte Gefahr für die Zweiräder aber sind die Autofahrer. Einige Fahrradbegeisterte lassen sich trotzdem nicht unterkriegen. Zweimal im Jahr zeigen sie auf der Cyklojízda (April und Septemberwww.cyklojizdy.cz), dass die Stadt nicht nur den motorisierten Verkehrsteilnehmern gehört. An der Fahrraddemonstration quer durch die Stadt nehmen von Mal zu Mal mehr Menschen teil . Langsam zeigt die Aktion sogar erste Erfolge: Die Stadtverwaltung plant immer häufiger Radwege mit ein, wenn Straßen repariert oder neu angelegt werden. Doch bis das Rad in Prag ein normales Verkehrsmittel geworden ist, dürfte noch einige Zeit vergehen. Noch ist der Drahtesel jedenfalls ein gefährliches Mittel der Fortbewegung. Wie gefährlich, zeigt auf bedrückende Weise ein improvisiertes Mahnmal am linken Moldauufer an der Querstraße Dukelských hrdinů: Ein Rad auf einer Verkehrsinsel erinnert hier an den Tod eines Radfahrers. Er gehörte zu Prags Fahrradaktivisten – und wurde an dieser Kreuzung bei dem Versuch abzubiegen von einem Auto überfahren.

Bücher & Filme

Zu Hause in Prag – manchmal auch anderswo

Autobiografie der jüdischen Schriftstellerin Lenka Reinerová (1916–2008), letzte Vertreterin der deutschsprachigen Prager Literatur

Tschechien für Deutsche – Eine Nachbarschaftskunde

Einführung in Geschichte und Gegenwart Prags und der Tschechischen Republik, verfasst 2006 von Hans-Jörg Schmidt, einem der besten Kenner des Landes

Gottland

Wie tickt Tschechien? Die spannenden Reportagen des polnischen Journalisten Mariusz Szczygiel aus dem Jahr 2008 über das Prager Stalindenkmal, Karel Gott oder Jan Palach erklären Historisches – und machen Tschechien heute verständlich

Kolya

Ein Prager Musiker und eingefleischter Junggeselle nimmt einen kleinen russischen Jungen auf. Langsam kommen die beiden sich näher und erleben gemeinsam die Samtene Revolution im Herbst 1989. Jan Svěráks Film wurde 1997 mit dem Oscar für den besten ausländischen Film ausgezeichnet

Pan Tau

Für viele eine Kindheitserinnerung: Die Abenteuer des stets lächelnden Herrn mit der Melone aus den 1960er- und -70er-Jahren produzierte das Tschechoslowakische Fernsehen zusammen mit dem WDR

Amadeus

Der in die USA emigrierte tschechische Regisseur Miloš Forman drehte in Prag in den 1980er-Jahren „seinen“ Mozart-Film

Fakten

Einwohner
1.324.277
Fläche
496 km²
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
00:21 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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