Berlin

Überblick

Willkommen in Berlin

Berlin zieht Kreative aus aller Welt magisch an: Keine andere europäische Stadt hat so viel Kunst und Kultur zu bieten! Ob Malerei, Tanz, Theater oder Musik: Die Berliner Kulturszene stellt die große Bühne für internationale Stars genauso wie den Nährboden für Talente, die hier ihre Phantasie entfalten und in vielerlei Hinsicht Avantgarde sind. Mit über 150 Konzerthäusern, Theatern und Bühnen, drei Opernhäusern und rund 200 Museen und Sammlungen besitzt Berlin eine enorme Vielfalt an Kultureinrichtungen.

Einmalig sind neben der Museumsinsel mit ihren herausragenden Werken auch die Schätze, die sich in über 440 kleinen Galerien präsentieren. Damit ist Berlin eines der bedeutendsten Kunsthandelszentren der Welt. Unter Kultur verstehen die Berliner eben nicht nur Staatsoper und Philharmonie, sondern auch die unzähligen Konzertclubs und Kammertheater „um die Ecke“, wo man für wenig Geld Großartiges geboten bekommt. Weltweit berühmt ist Berlin auch für sein brodelndes Nachtleben mit über 200 Clubs, unzähligen Bars, Cafés und Kneipen. Da es keine Sperrstunde gibt, schließen die meisten Etablissements erst in den frühen Morgenstunden – wenn überhaupt. In-Bezirke wie Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg mit ihrer abwechslungsreichen Theater-, Club- und Kneipenszene stehen ganz im Zeichen einer international ausgerichteten Metropole.

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Ob hoch- oder off-, Hauptsache Kultur

Beweise gefällig? Allein die Kulturszene hält 150 Konzerthäuser, Theater und Bühnen, rund 180 Museen und Sammlungen und jeden Tag mehr als 1500 Veranstaltungen für nötig. Mit dabei sind einmalige Schätze wie der Pergamonaltar auf der Museumsinsel, aber auch noch zu entdeckende künstlerisch begabte Zeitgenossen, die in über 440 Galerien ausstellen. Eine Vielfalt übrigens, die Berlin zu einem der bedeutendsten Kunsthandelszentren der Welt macht. Auch in anderen Bereichen ist genug Platz für ein Miteinander von Hochkultur – Hallo Philharmonie, Staatsoper, Deutsches Theater! – und ihrer wilden Schwester, der Off-Kultur. Ob Varieté, Kiez-Soap oder äthiopischer Singer-Songwriter – für wenig Geld gibt es Großartiges gleich in der Nachbarschaft. Das Partyvolk zieht es derweil in die über 200 Clubs sowie unzähligen Bars, Cafés und Kneipen, die zu jeder Tages- und Nachtzeit je nach Bedarf Craft Beer, Pfeffi-Schnaps oder eine Techno-Sause servieren.

Die Mauer kann man (fast) vergessen

Über diesem Trubel ist die Erinnerung an die Teilung der einstigen Mauerstadt fast schon komplett verwirbelt. Den ersten Vorgeschmack darauf bekamen die Berliner 1948, als die Russen über Nacht eine Blockade des Westteils der Stadt verhängten. Fast ein Jahr mussten die westlichen Alliierten USA, Großbritannien und Frankreich diesen aus der Luft versorgen. Zum Gedenken an die Luftbrücke brummt das als „Rosinenbomber“ bekannte Transportflugzeug Douglas DC3 heute noch ab und an über Berlin. Von 1961 bis 1989 teilte dann die Mauer Ost-Berlin als Hauptstadt der DDR unter sowjetischem Einfluss von der Insel West-Berlin. Die politischen Systeme hinterließen auch Spuren im Stadtbild, etwa die nach sowjetischem Vorbild angelegte Prachtstraße Karl-Marx-Allee und den Stadtteil Marzahn im Osten sowie das Hansaviertel und Gropiusstadt im Westen. Doch Sanierungswelle und Neubauboom nach der Wiedervereinigung haben viele Unterschiede geschliffen. Wer heute das Leben in der geteilten Stadt nachfühlen will, muss zur Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße fahren oder sich von Zeitzeugen durch das ehemalige Stasigefängnis Hohenschönhausen führen lassen. Im Alltag, am einstigen Grenzübergang Checkpoint Charlie etwa, ist angesichts luxuriöser Geschäftshäuser und Boutiquen im alten Osten und baulicher Tristesse im Westen die Lage längst nicht mehr klar. Auch der während der Teilung im Grenzgebiet brach gefallene Potsdamer Platz, Mitte der 1990er-Jahre Europas größte Baustelle, hat sich u.a. mit dem Sony-Center längst wieder als Geschäfts- und Einkaufszentrum etabliert. An den 2006 eröffneten, gläsernen Hauptbahnhof unweit des Regierungsviertels haben sich die Berliner inzwischen gewöhnt. Und auch die City West rund um die Gedächtniskirche erstrahlt in neuem, altem Glanz. Sie war ein wenig ins Abseits geraten, als sich alles nach dem Fall der Mauer Richtung Osten orientierte. Doch mittlerweile wurde manche Nachkriegsarchitektur aussortiert oder – wie das historische Kino Zoo-Palast oder die Ladenzeile Bikini-Haus – grundlegend saniert.

Neues Schloss, neue Skyline, neue Berliner

Und die Veränderungen gehen weiter. Wo einst der Palast der Republik am Ende des Prachtboulevards Unter den Linden das Repräsentationsbedürfnis des sozialistischen Staates erfüllte, entstand der Nachbau des historischen Stadtschlosses als neuer kultureller Magnet (das soll er zumindest einmal werden). Das darin untergebrachte Humboldt-Forum mit den Museen außereuropäischer Kulturen, Wissenschaftseinrichtungen und Bibliotheken ist als Ergänzung zur Museumsinsel gedacht. Zudem sollen rund um den Alexanderplatz bald Hochhäuser in den Himmel ragen und das durch Bauvorschriften bedingte Fehlen einer Skyline vergessen machen. Gebaut werden auch Wohnungen, denn die fehlen in der seit Jahren wachsenden Stadt. Über 3,7 Millionen Menschen leben hier, die Hälfte davon zugezogen, wobei es die Mehrzahl aus Hamburg und nicht etwa aus Stuttgart an die Spree verschlug. Für den Multikulti-Ruf sorgen die Berliner mit ausländischen Wurzeln in über 190 Nationen – die meisten von ihnen aus der Türkei. Sie haben sich vor allem in den westlichen Innenstadtbezirken Kreuzberg, Neukölln und Wedding eingerichtet. Ein Trip auf einen der Wochenmärkte, auf denen Großfamilien kistenweise Auberginen und Weintrauben kaufen und um Gewürzpreise feilschen, gleicht einem kulturellen Kurzurlaub. Dazu kommen viele Osteuropäer, vor allem Polen, aber seit der Wirtschaftskrise auch Spanier und Israelis. Mit ihnen brachten auch Russen und Ukrainer, die jüdischen Glaubens sind, diese Alltagskultur zurück in die Stadt, aus der die Shoa sie einst vertrieb. 

Herkunft? Nebensache!

Für noch mehr Vielfalt sorgen Flüchtlinge aus Kriegsgebieten. Allein in den Jahren 2015/16 suchten 100 000 Menschen in Berlin Zuflucht, die meisten von ihnen aus Syrien. Ihre Sicht auf ihre neue Heimat vermitteln sie eindrucksvoll bei Führungen (querstadtein.org). Mit ehrenamtlichem Engagement helfen die Berliner bis heute bei ihrer Integration. Den Willen zum friedlichen Miteinander hat auch das Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 nicht gebrochen, im Gegenteil. Berliner ist, wer in der Stadt lebt. Woher er einst kam und woran er glaubt, ist egal. Das hat Tradition. Schon im 17. Jh. zog es die protestantischen Hugenotten als Glaubensflüchtlinge aus Frankreich an die Spree, denn die Herrscher Preußens waren bekannt für ihre religiöse Toleranz. Mit dem Französischen Dom am Gendarmenmarkt erhielten sie 1701 unter Friedrich I. eine eigene Kirche, der Mitte des 18. Jhs. die St.-Hedwigs-Kathedrale als katholisches Gotteshaus für die zuwandernden Schlesier folgte. 1866 kam in der Oranienburger Straße Europas größte Synagoge mit 3200 Sitzplätzen hinzu. Letztere wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und nur teilweise wieder aufgebaut. Darüber hinaus bereicherten die Hinzugekommenen auch Kultur, Wirtschaft und nicht zuletzt den Speiseplan. Bouletten (bzw. Buletten) etwa, die französische Bezeichnung für Fleischküchlein, sind eine Berliner Spezialität geworden, und auch Bagel und Döner kamen aus der Welt auf die Teller der Stadt. 

Erinnerungsorte mit dunkler Geschichte

Dennoch katapultierte sich Berlin mehrfach ausgerechnet mit Nationalismus und Rassismus ins Zentrum der Weltgeschichte. Museen und Gedenkorte wie die Topographie des Terrors, das Haus der Wannseekonferenz oder das Jüdische Museum erinnern an Nazidiktatur, Judenverfolgung und die schrecklichen Folgen des Zweiten Weltkriegs. Dieser hat auch einen Großteil der Bausubstanz vernichtet bzw. beschädigt, die jahrzehntelang wieder aufgebaut werden musste, damit es heute wieder so aussieht wie vor 200 Jahren. Im historischen Zentrum sind die Staatsoper Unter den Linden und der Berliner Dom, das Schauspielhaus, der Deutsche und der Französische Dom am Gendarmenmarkt Beispiele dafür. Im alten Reichstag hat sich der politische Betrieb ebenfalls längst wieder eingerichtet. Dass Bonn bei der Wahl zur Hauptstadt des wiedervereinten Deutschlands überhaupt zur Wahl stand – in Berlin erinnert sich daran keiner mehr. Das Regierungsviertel mit Bundeskanzleramt und all seinen Abgeordnetenbüros ist organischer Teil der Stadt; sein Personal lässt sich auf der Promenade am Spreeufer oder in den anliegenden Cafés auch mal jenseits der „Tagesschau“ besichtigen. Großer Bahnhof wird um die Prominenten jedoch nicht gemacht. Das Motto „Leben und leben lassen“ ist für die Stadt seit jeher zentral, und um Autogramme und Selfies zu bitten entspricht nicht dem Selbstverständnis der Berliner. Sie selbst möchten gerne als Individuen wahrgenommen werden, und das gestehen sie auch anderen zu.

"Arm, aber sexy" war einmal

Nur mit dem Florieren der Wirtschaft hat sich die Industriemetropole des 19. Jahrhunderts Zeit gelassen. Während der Teilung vom finanziellen Tropf zweier gegensätzlicher politischer Systeme abhängig, musste die Stadt eine leistungsfähige Wirtschaft danach erst wieder aufbauen. Doch mittlerweile wächst das Bruttoinlandsprodukt sogar stärker als der deutsche Durchschnitt, und auch die Arbeitslosenquote sinkt (zuletzt auf unter acht Prozent). Ob alternative Bezahlsysteme, Babysitter-Buchung per App oder mobiler Hemden-Bügelservice: Die Start-up-Branche sprudelt vor neuen Ideen und macht nebenher ganz Berlin zum Versuchskaninchen. Unzählige Universitäten, Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen sind mit rund 200 000 Arbeitsplätzen ein weiterer Jobgarant. Auch modisch geht am Austragungsort der Fashion Week einiges. Was heute in Hinterhofateliers geschneidert wird, erobert schon morgen die ganze Welt – oder zumindest den Teil, der sich Extravaganz traut. Denn Avantgarde muss es in Berlin schon sein. Das zeigt auch der tägliche Gang durch die Stadt: 50-jährige Rollerfahrer? Studenten mit Honecker-Gedächtnisbrillen? Babys mit wilhelminischen Vornamen? Hier ist alles möglich – ein Versprechen an Bewohner wie Besucher.

Wohin zuerst?

Sehenswertes

Alexanderplatz: Der „Alex“ mit dem Fernsehturm ist der ideale Start für einen Erstbesuch in Berlin, bequem zu erreichen mit U- (2, 5, 8) oder S-Bahn-Linien (3, 5, 7, 75). Den Eingang zu einer Tiefgarage mit 600 Stellplätzen finden Sie auf dem Mittelstreifen der Straße Alexanderplatz 6. Gleich am „Alex“ steht das Rote Rathaus, der Sitz des Regierenden Bürgermeisters, und bis zur Museumsinsel mit dem Berliner Dom, mit Pergamon- und Bodemuseum (u.a.) sind es auch nur ein paar Schritte.

Einkaufen

Für Fans gängiger Modemarken sind das riesige Shoppingcenter Alexa am Alexanderplatz (Mitte) sowie die Tauentzienstraße an der Gedächtniskirche (Charlottenburg) die erste Wahl. Dort befindet sich auch das KaDeWe, das traditionsreiche Kaufhaus des Westens. Wer eher kleine Boutiquen mit Mode u. a. von Berliner Designern schätzt, wird in den Hackeschen Höfen sowie in der Alten und Neuen Schönhauser Straße (Mitte) fündig. Allerlei Krimskrams und Secondhand finden Sie z. B. in der Bergmannstraße in Kreuzberg.

Am Abend

Wer sich amüsieren und wenig Geld ausgeben will, ist im Neuköllner Kiez rund um die WeserstraßeU7, 8Hermannstraße gut aufgehoben. Viele angesagte Bars und Clubs (u. a. Riva-Bar und Weekend Club) finden Sie z. B. in Mitte zwischen Alexanderplatz und Hackeschem Markt oder rund um die Oberbaumbrücke, die Kreuzberg mit Friedrichshain verbindet. Im Watergate tanzen Sie mit Blick auf die Spree. Nahebei, am Ostbahnhof, zeugen lange Schlangen von einem der besten Clubs der Welt, dem Berghain.

Gut zu wissen

Anreise

So lange der BER noch nicht fertiggestellt ist (ja, genau, DER Berliner Flughafen), ist die Stadt per Flugzeug über Tegel und Schönefeld zu erreichen. Von Ersterem fährt der Bus TXL mit Stopp am Hauptbahnhof in 40 Minuten bis zum Alexanderplatz (Ticket 2,80 Euro). Ab Schönefeld nimmt man die S- oder Regionalbahn, die in 40 bzw. 25 Minuten am Alexanderplatz und weiteren 15 am Zoo ist (Ticket 3,40 Euro). Wer mit der Bahn kommt, kann je nach Lage der Unterkunft am zentralen Hauptbahnhof sowie den Bahnhöfen Süd- und Ostkreuz, Gesundbrunnen/Nordkreuz, Ostbahnhof und Spandau aussteigen. Mit dem Auto gelangt man über die häufig stauverstopfte A 100 ins Zentrum. Für die Umweltzone innerhalbdes S-Bahnrings braucht der Wagen jedoch eine grüne Plakette. Zudem fährt mittlerweile aus fast jeder deutschen Stadt ein Fernbus nach Berlin. Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) liegt tief im Westen am Funkturm und ist über den S-Bahnring und die U 2 angeschlossen. Manche Busse halten auch an den Flughäfen sowie den Bahnhöfen Südkreuz oder Alexanderplatz – da sollte man bei der Buchung genau hinschauen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Ob Donnerstagnacht um 1.30 Uhr oder montags, früher Vormittag: Der öffentliche Nahverkehr in Berlin ist immer für dich da. Alle üblichen Sehenswürdigkeiten liegen im Tarifbereich AB, für den ein Einzelfahrschein 2,90 (gilt zwei Stunden, aber nur in eine Richtung, also nicht hin und zurück) und eine Tageskarte 8,60 Euro kostet. Sparfüchse überlegen vorher, ob es ein Mehrtagesticket sein darf. Wer häufiger nach Potsdam und zum Flughafen Schönefeld möchte, wählt die Tarifbereiche ABC.

Die Welcome-Card kombiniert unbegrenzten Fahrspaß mit Sparoptionen für Museen, Theater und Restaurants und ist gestaffelt von 48 Stunden (AB: 20 Euro/ABC: 23 Euro) bis 6 Tage (43 bzw. 47 Euro). Verkauft werden die Tickets online (bvg.de) sowie an Automaten in den Stationen und in den Trams. Bei Letzteren muss man aber Kleingeld dabei haben – kein Witz! Scheine und Karten gehen dort nicht, weil: Berlin.

Nachtbusse

Nachteulen sollten wissen, dass S- und U-Bahnen am Wochenende durchfahren, Sonntag- bis Donnerstagnacht jedoch jeweils zwischen 1 und 4 Uhr pausieren. Dann springt der Nachtbus ein. Die Linien N1 bis N9 fahren ungefähr die gleichen Strecken wie die U-Bahnen gleichen Namens. Die Metro-Trams, zu erkennen am „M“ vor der Nummer, machen durch.

Berlkönig

Wer fährt einen so spät durch Nacht und Wind von der Clubbis vor die Hoteltür? Vor allem, weil die Bahnverbindung echt mies und die Reisekasse nach der Partynacht leicht geschröpft ist? Das ist der Berlkönig – ein Sammelruftaxi, das vom Unternehmen ViaVan im Auftrag der BVG betrieben wird. Per App ordert man die Fahrgelegenheit und lässt sich digital zum Einstiegsort lotsen. Auf dem Weg zum Ziel werden noch andere Fahrgäste ein- und wieder ausgeladen. So lernt man Leute kennen und spart.

Mindestens 4 Euro kostet die Fahrt in bequemen Großraumlimusinen immer; der Rest richtet sich nach Entfernung und aktueller Nachfrage. Günstiger als ein Taxi ist das geteilte Auto eigentlich immer. Der Berlkönig ist auch tagsüber unterwegs.

BVG-App

Die App der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG – das G steht für Gesellschaft, ist ja klar) weist einem jederzeit den schnellsten Weg durch die Stadt und verkauft nach Registrierung auch das dazu benötigte Ticket. Alternativ berechnet auch Google Maps die Strecken mit Echtzeitdaten.

Auto

Um in die Umweltzone innerhalb des S-Bahnrings einfahren zu dürfen, braucht der Wagen eine grüne Plakette, sonst werden 80 Euro fällig. Weitere Probleme sind die vielen Staus und die Kosten fürs Parken, denn das Zentrum ist mittlerweile fast komplett Parkzone. Dafür gibt es schöne Park- and-Ride-Plätze mit S-Bahn-Anschluss (Infos unter viz.berlin.de).

Taxi

Der Taxi-Grundpreis beträgt in Berlin 3,90 Euro, zu dem pro Kilometer 2,20 Euro (ab 7 km: 1,65 Euro) hinzukommen. Für ein Taxi vom Alexanderplatz zum Zoologischen Garten kommen so 20 Euro zusammen. Wenn es nur eben ums Eck gehen soll, empfiehlt es sich, einen Wagen heranzuwinken. Für 6 Euro geht es 2 km weit. Dieser „Winketarif“ gilt aber nur, wenn das Taxi nicht bestellt und auch nicht an einem Stand aufgegabelt wurde.

Leihfahrräder

Wer mehr sehen möchte, als die U-Bahn erlaubt, ist mit einem der unzähligen Leihfahrräder gut beraten, die im Zentrum frei herumstehen. Die größten Anbieter sind Deezer Nextbike (deezernextbike.de, 1 Euro für 30 Minuten) und Lidl-Fahrräder (lidl-bike.de, 1,50 Euro für die ersten 30 Minuten, dann 1 Euro, Jahresbeitrag 3 Euro). Anmelden, aufschließen und bezahlen geht nach Registrierung per App. Falls du allerdings seit Jahrzehnten nicht mehr im Sattel gesessen hast, solltest du nicht gerade Unter den Linden zur Übungspiste erklären.

E-Roller

Bequem, individuell und fast geräuschlos cruist es sich per E-Roller durch die Stadt. Auch hier gibt es eine Anmeldung per App, die zudem den Weg zum nächsten verfügbaren Gefährt weist (joincoup.com, 3 Euro für 30 Minuten oder emmy-sharing.de, 0,21 Euro pro Minute). Aufsteigen und wieder Abstellen geht bislang nur innerhalb des S-Bahnrings. Zudem werden die Roller in den Wintermonaten eingemottet.

Fussgänger

Dank seiner breiten Bürgersteige ist Berlin sehr fußgängerfreundlich, und gerade die Kieze von Kreuzberg oder Prenzlauer Berg erschließen sich so viel besser als mit den Öffis. Zudem lohnt sich bei Bus, Tram und U-Bahn für nur eine Station das Umsteigen meist nicht. Innerhalb von 5 Minuten kommst du auch zu Fuß ans Ziel. Bei der S-Bahn kann Laufen von einer zur nächsten Station jedoch 20 Minuten dauern.

Auskunft vor Ort

Der städtische Ansprechpartner für alle Touristenfragen heißt Visit Berlin und bietet telefonisch und auf der Website aktuelle Tipps für Gäste der Stadt (Hotline: Tel. 030 25 00 23 33 | Mo–Fr 9–18, Sa 10–18 Uhr | visitberlin.de). Zudem betreibt das Unternehmen Info-Punkte:

– Mitte (Pariser Platz | Brandenburger Tor, Südflügel | April–Okt. tgl. 9.30–19, Nov.–März bis 18 Uhr)

– Mitte (Alexanderplatz 7 | im Hotel Park Inn | Mo–Sa 7–21, So 8–18 Uhr)

– Mitte (Europaplatz 1 | Hauptbahnhof | tgl. 8–21 Uhr)

– Charlottenburg (Tauentzienstr. 9, im Europacenter | Mo–Sa 10–20 Uhr)

– im Flughafen Tegel (Terminal A, Gate 2 | tgl. 8–19 Uhr)

– im Flughafen Schönefeld (Terminal A, Haupthalle | tgl. 7–22.30 Uhr)

Ladenöffnungszeiten

Die meisten Läden sind Mo–Sa von 10–20 Uhr geöffnet, Supermärkte oft auch länger. Nachts und sonntags decken Berliner ihren Bedarf an Bier und Dosenravioli in kleinen Kiez-Shops, Spätkaufs genannt. Dort gibt es rund um die Uhr Waren des täglichen Bedarfs. Da das atheistische Berlin an Feiertagen spart, sind sowohl Fronleichnam, Reformationstag als auch Allerheiligen ganz normale Werktage und damit verkaufsoffen.

WLAN

Der Datentarif für den Monat ist aufgebraucht, aber es sind noch nicht alle neidischmachenden Fotos an die zu Hause Verbliebenen verschickt? In Berlin hat zum Glück mittlerweile jedes Winzcafé freies Wlan (die coolen Start-up-Freiberufler brauchen das schließlich, um dort zu arbeiten). Zudem hat die Stadt mit dem Projekt „Free WiFi Berlin“ über 650 Hotspots in Bibliotheken, Museen, aber auch am Fernsehturm und am Brandenburger Tor eingerichtet. Die Übersicht behält berlin.de/wlan.

Tickets und Vorverkauf

Ticketschnäppchen für Theater oder Konzerte lassen sich am selben Tag bei Heckticket (Alexanderstr. 1 am Alexanderplatz, Hardenbergstr. 29d am Zoo) machen, wo auch Tickets für Ausstellungen wie das Legoland oder Madame Tussauds günstiger zu haben sind. Theater, Opern & Co. verkaufen Restkarten zudem vergünstigt an der Abendkasse. Wer unbedingt ein Stück sehen möchte, sollte aber lieber rechtzeitig planen, will er nicht nur das „Ausverkauft“-Schild bewundern. Auch altehrwürdige Häuser betreiben dafür mittlerweile Online-Shops.

Stadtführungen

Einen großen Überblick für kleines Geld (genauer: 2,90 Euro für den Einzelfahrschein) bietet die Doppel- decker-Buslinie 100. Sie fährt vom Alexanderplatz zum Zoologischen Garten und passiert auf dem Weg die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Allerdings erklärt der Busfahrer natürlich nicht, was genau da zu sehen ist. Dafür musst du eines der Hop-on- Hop-Off-Angebote buchen, etwa die City-Circle-Tour mit 18 Stopps bei Berolina Sightseeing (So–Do 10–18, Fr/ Sa bis 19, im Winter bis 17 Uhr, ca. alle 10 Min. | Tagesticket 20, Zweitagesticket 24 Euro | berolina-berlin.com).

Wem ein Bus als Verkehrsmittel zu langweilig ist, der kann die Stadt auch per Segway (segtour-berlin.de, seg2 go.de | ab 35 Euro) oder Hotrod erkunden. Für das motorisierte Kettcar braucht man jedoch einen Führerschein und festes Schuhwerk (hotrod-tour-berlin. com | März bis Nov. | ab 66 Euro).

Wer lieber läuft und dabei die Geheimnisse der Kieze und Seitenstraßen erkundet, folgt einem Hörspaziergang etwa durch die historische Mitte, das alternative Friedrichshain oder zu den sozialistischen Bauten der Karl- Marx-Allee. Die verschiedenen Touren können aufs Smartphone geladen oder mit Abspielgerät in einem Laden auf der Strecke ausgeliehen werden (stadt-im-ohr.de | ab 9 Euro).

Geführt von Migrantinnen, geht es auf der Route 44 durch den türkisch-arabischen Alltag im Neuköllner Kiez, Moscheebesuch inklusive (Kulturbewegt e.V. | 10 Euro | Tel. 030 70 2220 23 | route44-neukoelln.de). Eine andere Sicht auf die Stadt bieten auch die Touren von Querstadtein (querstadtein.org), bei denen du dir wahlweise von Obdachlosen oder Flüchtlingen ihr Berlin zeigen lässt und viel über die Paralleluniversen, die alle zu Berlin verschmelzen, lernen kannst.

Abenteurer in Gruppen ab sechs Personen machen sich auf Schnitzeljagd, die in drei Stunden spielerisch von Mitte bis Treptow oder durch das queere Schöneberg führt (berlin-rallye.com | ab 20 Euro/Person, vorher online reservieren). In den Sommermonaten gibt‘s regelmäßig offene Rallyes auch für Einzelpersonen (ab 30 Euro).

Bei einer vierstündigen Rundtour mit dem leisen und umweltfreundlichen Solarboot kannst du u. a. Orte und Gebäude mit geringem Energieverbrauch kennenlernen. Start und Ziel ist der Urbanhafen in Kreuzberg. Tel. 0151 54 22 80 44 | solarpolis.de

Notfalltelefone

Im Notfall sind Polizei (110) und Feuerwehr (112) ebenso erreichbar wie der ärztliche Bereitschaftsdienst (030 31 00 31), der Kindernotdienst (030 61 00 61) oder die Telefonseelsorge (0800 1 11 01 11).

Fundbüros

Vor lauter Aufregung die Tasche in der Bahn vergessen? Ist es die S-Bahn, ist das Fundbüro der Deutschen Bahn zuständig (Tel. 0900 1 99 05 99 (*)), in U-Bahn, Bus und Tram die BVG (Tel. 030 1 94 49 | Schöneberg / Potsdamer Str. 180 / U 7 Kleistpark). Um alles Andere kümmert sich Berlins Zentrales Fundbüro (Tel. 030 902773101 | Tempelhof | Platz der Luftbrücke 6 | U 6 Platz der Luftbrücke). Bis Verschwundenes dort ankommt, dauert es jedoch meist eine Woche – also nicht auch noch die Geduld verlieren.

Kreditkartenverlust

Sperrnummern bei Verlust von Handys, EC- oder Kreditkarten:

– Amex, EC, Eurocard, Visa-Karte: Sperrnotruf 11 61 16

– Diners Club: Tel. 069 9 00 15 01 35

Was kostet wie viel?

Kaffee

2–3 Euro für eine Tasse im Café

Smoothie

4,50 Euro für einen Superfood-Smoothie mit Grünkohl und Spirulina

Falafel

3,50 Euro als Snack im Imbiss

Museum

6–14 Euro Eintritt staatl. Museen

Busfahrt

2,90 Euro einfache Fahrt

Club

10-15 Euro Eintritt z.B. ins Berghain, plus komplett neue Garderobe, um am Türsteher vorbei zu kommen ...

Low Budg€t

Sehenswertes

Gratis-Ausstellungen von preisgekrönten Naturfotografen sowie Messeschauen mit wertvollen Gemälden gibt es im Untergeschoss des VW-Showrooms im Automobil-Forum. Tgl. 10–20 UhrUnter den Linden21U-/S-BahnFriedrichstraße

Eine günstige Sightseeingfahrt vorbei an vielen Sehenswürdigkeiten ist mit der Buslinie 100 vom Bahnhof Zoo bis Alexanderplatz möglich. Stationen: Siegessäule, Schloss Bellevue, Reichstag, Brandenburger Tor.

Einen phantastischen Ausblick über die gesamte Stadt haben Sie vom Dach des Hotels Park InnAlexanderplatz7tgl. 12–22, im Winter ab 15 Uhr am Alexanderplatz. Der Eintritt zur Panoramaterrasse im 40. Stock kostet nur 3 Euro.

Essen & Trinken

Die pizzaähnlichen Teigteilchen (Stück 1,50 Euro) mit herrlichem Belag in der FocacceriaFehrbelliner Straße24030 44032771tgl. ab 11 UhrU8Rosenthaler Platz machen schnell satt.

Bestes Backhendl, aber auch Tafelspitz und Topfenstrudel zum kleinen Preis, gibt es am Märkischen Museum in Schmuck's RestaurationAm Köllnischen Park1030 22336517Mo–Fr 11.30–14.30 UhrU8Heinrich-Heine-Straße

Curry 36Mehringdamm36U6, 7Mehringdamm ist die wohl beliebteste Kreuzberger Imbissbude, die neben leckerer Currywurst (ca. 1,50 Euro) mit Pommes auch Erbsensuppe (2,50 Euro) offeriert. Gegessen wird im Stehen, und das bis tief in die Nacht.

Einkaufen

Für Retro-Fans: Vom Radio bis zum Eierbecher hat Arm & SexyReuterstraße62www.arm-und-sexy.deMi 14-19, Do 14-18, Fr 14-19, Sa 12-17 UhrU7Hermannplatz in Neukölln alles aus den 1930er- bis 1970er-Jahren.

Das Marc O'Polo-OutletKaiserdamm7Mo–Fr 10–18.30 UhrU2Sophie-Charlotte-Platz macht Schnäppchenjäger glücklich.

Günstige Jeans und Shirts aus der Vorsaison hat Maaßen 10Maaßenstraße10Mo–Fr 10–19, Sa 10–18 UhrU1, 2Nollendorfplatz.

Logo An- und VerkaufBergmannstraße10Mo–Fr 12–19, Sa 10–16 UhrU7Gneisenaustraße bietet günstig neue und gebrauchte CDs und Schallplatten: Indie, Pop, Rock, Hip-Hop.

Am Abend

Bei den kostenlosen Konzerten der Studenten der Hochschule für Musik Hanns Eisler an den Standorten Charlottenstr.55 (U2, 6Stadtmitte) und Schlossplatz7 (U2Hausvogteiplatz) können Sie die Virtuosen von morgen erleben.030 203092101www.hfm-berlin.de

Im SageclubKöpenicker Straße76030 2789830www.sage-club.deU8Heinrich-Heine-Straße gibt's Do 19–22 Uhr „Rock at Sage“– kostenlos.

Günstig ins Kino kommt man Di in den Cinestar-Centern (Adressen siehe Stadtmagazine), Eintritt ca. 6 Euro.

Im frannz-ClubSchönhauser Allee36030 726279333www.frannz.deU2Eberswalder Straße gibt's Do Indie-Poprock für 4 Euro.

Übernachten

Etwas ab vom Schuss, aber idyllisch am Wasser liegt die Jugendherberge am Wannsee, die auch Familienzimmer bietet. Übernachtung ab 17 Euro pro Person. NikolasseeBadeweg1030 8032034www.jh-wannsee.deS1, 7Nikolassee

Übernachten in der Hängematte oder im Prinzenbett ist in der Marzahner Pension 11. HimmelWittenberger Straße85030 93772052www.pension-11himmel.de5Zi.S7Ahrensfelde im Plattenbau möglich. Eine Nacht mit Frühstück 22 Euro.

Events, Feste & mehr

Veranstaltungen
Januar/Februar

Sechstagerennen: traditionelles Radeln im Kreis mit Volksfestcharakter im Velodrom; Prenzlauer Berg | Landsberger Allee | Tel. 030 44 30 44 30 | sixday.com/de

Fashion Week: Bauchtaschen: in, out oder retro? Die Antwort auf solche Fragen gibt‘s zweimal im Jahr (auch im Juli) bei Events in der ganzen Stadt; fashion-week-berlin.com

Grüne Woche: Lebende Ferkel treffen auf dem Messegelände am Funkturm auf Schwarzwälder Schinken und neueste Trecker-Trends; Westend/Charlottenburg | Info-Tel. 030 3 03 80 | gruenewoche.de

Geschichten in Jurten: Autoren lesen in Zelten unterm Sony-Center-Zeltdach, mit Kinderprogramm; Eintritt frei, Online-Reservierung empfohlen; Mitte | Tel. 030 25 75 57 00 | geschichten-in-jurten.de

Februar/März

Berlinale: Filmstars beweisen, dass man auch im Schneesturm Abendkleid tragen kann. An Tickets für Spartenprogramme wie „Perspektive Deutsches Kino“ kommen alle, auch online; Info-Tel. 030 25 92 00 | berlinale.de

Internationale Tourismusbörse (ITB): Die Reisemesse auf dem Messegelände am Funkturm bietet einen Mini-Urlaub mit angeschlossener Inspiration für Fernreisen; Westend/ Charlottenburg | Tel. 030 3 03 80 | itb-berlin.de

April/Mai

Gallery Weekend: Einmal alle Galerien der Stadt an einem Wochenende öffnen, ja bitte! Tel. 030 70 03 87 71 | gallery-weekend-berlin.de

MyFest: Statt Randale werden zum Straßenfest am 1. Mai Schwenkgrills, Bierbänke und Bühnen aufgestellt; Kreuzberg | myfestev.de

Theatertreffen: die bemerkenswertesten Produktionen des deutschsprachigen Raums, für zwei Wochen zu Gast auf Berlins Bühnen; Info-Tel. 030 25 48 90 | berlinerfestspiele.de/theatertreffen

Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung: Flug-Junkies versammeln sich alle zwei Jahre auf dem Flughafen in Schönefeld (2020, 2022); ila-berlin.de

DFB-Pokalfinale: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!“ Kicken um den Pokal im Olympiastadion; Westend/ Charlottenburg | Info-Tel. 030 8 96 99 40 | olympiastadion.berlin

Mai/Juni

Lange Nacht der Wissenschaften: Berliner Einrichtungen öffnen für diese Einsicht ihre Türen; langenachtderwissenschaften.de

Karneval der Kulturen: ebenso bunter wie interkultureller Faschingsumzug am Pfingstsonntag; Kreuzberg | karneval-der-kulturen.de

Fête de la Musique: Am längsten Tag des Jahres (21. Juni) übernehmen Straßenmusiker und Kneipenkonzerte die Stadt; fetedelamusique.de

48 Stunden Neukölln: Kunstfestival an der Graswurzel mit Laien, Profis, Quereinsteigern – Hauptsache, die Künstler schaffen in Neukölln; 48-stunden-neukoelln.de

Juni/Juli

Christopher Street Day: Parade für Gleichberechtigung aller Geschlechtervarianten und sexuellen Vorlieben vom Ku’damm zum Brandenburger Tor; csd-berlin.de

Classic Open Air am Gendarmenmarkt: großes Orchester vor beeindruckender Kulisse; Mitte | Info-Tel. 030 3 15 75 40 | classicopenair.de

Berlin Beer Week: Führungen, Seminare und natürlich: Verkostung in den hippen Craft-Bier-Brauereien der Stadt; berlinbeerweek.de

August/September

Lange Nacht der Museen: 80 Museen, 800 Veranstaltungen und nur eine Nacht Zeit dafür. Hilfreich ist deshalb der Transport per Shuttle-Bus; Info-Tel. 030 24 74 98 88 | lange-nacht-der-museen.de

Tanz im August: Zeitgenossen betanzen stadtweit Spielstätten, präsentiert vom Hebbel am Ufer; Info-Tel. 030 25 90 04 27 | tanzimaugust.de

Jüdische Kulturtage: von Comic bis Klezmer: Einblick in die Vielfalt jüdischer Kultur; juedische-kulturtage.org

Musikfest Berlin: Orchester aller Länder bieten drei Wochen lang Klassik auf höchstem Niveau; berlinerfestspiele.de/musikfestberlin

Internationales Literaturfestival: Lesen und lesen lassen; literaturfestival.com

Lollapalooza: Zwei-Tages-Festival mit den Großen als Line-up, ohne Zeltzwang wie bei den Kollegen in der Provinz, an wechselnden Orten; lollapaloozade.com

Internationale Funkausstellung: Neueste Beamer, schicke Handys und dazwischen die Stars aus dem TV auf dem Messegelände am Funkturm; Westend/Charlottenburg | ifa-berlin.de

Berlin-Marathon: Über 40 000 Hobby- und Profi-Renner laufen um die Wette. Start ist traditionell am Brandenburger Tor; bmw-berlin-marathon.com

Musikfest Berlin: drei Wochen lang Klassik auf höchstem Niveau; berliner festspiele.de/musikfestberlin Internationales Stadion-Festival (ISTAF): Zum Abschluss der Draußen-Saison treffen Speerwerfer auf Hochspringer im Olympiastadion; Westend/Charlottenburg | istaf.de

Oktober/November

Festival of Lights: Sehenswürdigkeiten in ungewöhnlicher Beleuchtung. Zehn Tage Fotooption für alle mit Stativ; festival-of-lights.de

Europäischer Monat der Fotografie: Festival rund um Berlin als Stadt der Fotografie, alle zwei Jahre (2020, 2022); emop-berlin.eu

Jazzfest Berlin: Treffpunkt für die internationale Elite an Trompete und Kontrabass (und alle, die ihnen gerne zuhören); Info-Tel. 030 25 48 91 00 | berlinerfestspiele.de/jazzfest

Märchentage Berlin: Vorlese-Ausflug in verwunschene Wälder der Märchenwelt mit Themenschwerpunkt, auch für Erwachsene; maerchenlandev.de

Dezember

Weihnachtsmarkt am Gendarmenmarkt: einer von vielen, aber besonders stimmungsvoll dank Lage zwischen Konzerthaus und zwei Domen; Mitte Holy Shit Shopping: Makers Market mit Berliner Gin, selbstgehäkelten Handyhüllen und Siebdrucktaschen für die Last-Minute- Schenker, wechselnde Locations; holyshitshopping.de

Weihnachtssingen FC Union Berlin: Fußballfans singen Weihnachtslieder, traditionell am 23. Dezember im Stadion Alte Försterei; Köpenick | fc-uni on-berlin.de

Im Trend

Wie hätten Sie's gern?
I did it my way

Stellen Sie Ihr Essen selbst zusammen. Bei Mamo FalafelWarschauer Str.47 gibt es das orientalische Brot ganz nach Wunsch. Fisch, Sprossen oder Chili? Bei ShabukiOlivaer Platz9www.mrhai.de werden die Zutaten für die Suppe nach Belieben ausgesucht. Wer sein Wunschrezept gleich mitsamt der nötigen Zutaten kaufen will, besucht das „begehbare Rezeptbuch“ vom Kochhaus SchönebergAkazienstr.1www.kochhaus.de. Lecker und so praktisch!

Balanceakt
Ausgeglichen?

Aus den Berliner Parks sind sie nicht mehr wegzudenken: Slackliner. Auf einem Band balancieren sie knapp über dem Boden. Die Ausrüstung gibt es bei GlobetrotterSchloßstraße78-82 oder bei Peak-OutdoorWilhelminenhofstraße88. Wer nicht alleine seiltanzen will, findet in der Berliner Slackliner-Communitywww.slackliner-berlin.de Gleichgesinnte.

Kreativhochburg
Potsdamer Straße

Von der Problemmeile zur Kreativhochburg. Die renommierte Galerie KlosterfeldeHausnummer 93www.klosterfelde.de hat sich bereits an der Potsdamer Straße niedergelassen. Ein Haus weiter, in der Nummer 91, ist das Freie Museumwww.freies-museum.com zu Hause. Und die Gegend soll weiter aufblühen, wenn man den Kreativen glauben darf. Patricia Kohl und Salome Sommer haben sich mit ihrer Galerie Sommer & KohlKurfürstenstr.13/14www.sommerkohl.com schon in der Nachbarschaft angesiedelt. In einer umgebauten Bettenmanufaktur profitieren sie von der Atmosphäre und dem kreativen Publikum der Gegend.

(Elektro-)Mobil in Berlin
Feuerstuhl

Die Berliner mögen es rasant – aber nicht auf Kosten der Natur. Sie setzen sich auf das elektrische Motorrad von www.erockit.net Betrieben wird es mit Muskelkraft, allerdings mit eingebautem „Verstärker“. Die eigene Power wird um das bis zu 50-Fache verstärkt! Je schneller man tritt, desto schneller läuft auch das Rad – und lässt jedes konventionelle Fahrrad an der Ampel alt aussehen. 2012 ist in der Hauptstadt der zweite Teil eines Feldversuchs gestartet, bei dem Hybrid- und Elektroautos in einem Carsharing-Modell der Deutschen Bahn angeboten werden. Das Forschungsprojekt www.bemobility.de zur Verknüpfung von öffentlichem Verkehr und elektrischen Mietfahrzeugen will Berlinern den umweltfreundlichen Schritt ermöglichen. Die Infrastruktur stimmt schon mal. Mit über 100 Ladestationen für Elektrofahrzeuge nimmt die Stadt eine Vorreiterrolle ein.

Es gibt nichts Gutes
... außer man tut es

Das Haus der guten Taten in der Schloßstr.1www.coeo-berlin.de macht seinem Namen alle Ehre. Die gemeinnützige Gesellschaft verkauft Produkte aus Werkstätten, in denen Menschen mit Behinderung arbeiten; die Erlöse fließen in soziale Projekte. Die Berliner sind bewaffnet mit Blumenzwiebeln und Harke. Ihr Ziel? Die Stadt zu verschönern und öffentliche Plätze für das Wohl aller zu begrünen – wenn es sein muss, auch im Baucontainer oder auf dem ehemaligen Flughafen.

Bloss nicht!

Vermeintliche Ticket-Schnäppchen machen

„Wolle Ticket kaufen? Halbe Preis.“ Solche Angebote auf dem Bahnsteig gilt es auszuschlagen. Denn diese Schnäppchen sind oft gefälscht. Bei einer Kontrolle wird daraus „60 Euro fürs Schwarzfahren, bitte!“ Gleiches droht, wenn das Abstempeln der Tickets vergessen wurde.

Pfandflaschen wegwerfen

Jeder Berliner weiß: Pfand gehört daneben. Also neben den Mülleimer und nicht hinein. Die Flaschensammlern haben es so leichter, und du musst die ausgetrunkene Wasserflasche nicht den Rest des Tages mit durch die Stadt schleppen. Win-Win!

Falsche Spitznamen benutzen

Das Kanzleramt heißt Waschmaschine? Alt- und Neubau der Gedächtniskirche Lippenstift und Puderdose? Der Fernsehturm Telespargel? Nein! Nein! Nein! Mögen Generationen von Stadtführern auch Gegenteiliges behaupten, diese Spitznamen für ihre Wahrzeichen nutzen die Berliner nie.

Stehen bleiben

Ein Hauptstädter hat es eilig. Wer nach dem Aussteigen aus der Bahn direkt vor der Tür verharrt, um sich zu orientieren, wird daher angeraunzt und weggerempelt. Also weg von der Bahnsteigkante und auf der Rolltreppe immer rechts stehen. Das spart Nerven und blaue Flecken in den Hacken.

Auf Taxifahrer verlassen

Berliner Taxi-Fahrer haben oft keinen Plan, aber immerhin ein Navi an Bord. Selbst mit auf die Karte zu schauen kann aber nicht schaden, auch um teure Umwege zu vermeiden. Der schnellste Weg von Tegel zum Zoo führt nämlich nicht über den Alexanderplatz, nur zum Beispiel.

Berlin verstehen

Abseitskultur

Off-Theater, kleine Szeneclubs und Konzertbühnen im Hinterhof: Der wahre Charme der Berliner Kulturszene entfaltet sich jenseits staatlich subventionierter Kulturpaläste. Das beweist ein Besuch im Ballhaus Ost, der Neuköllner Oper oder eines Punkkonzerts im Schokoladen. Allerdings müssen diese kulturellen Freiräume seit ein paar Jahren immer vehementer verteidigt werden – gegen steigende Mieten, lärmgenervte Nachbarn und deutsche Bauvorschriften. Das merkt auch die berühmte Clubkultur, der langsam die noch zu erschließenden, vergessenen Industrieruinen ausgehen. Da gilt es, bei der Neueröffnung die Lärmschutzwand gleich mitzudenken. Noch hat sich die Szene aber nicht unterkriegen lassen; sie wandelt stetig sich selbst und damit auch die Stadt. Wer in der richtigen Facebook-Gruppe ist, kann daher im Sommer noch auf illegalen Open-Air-Partys abfeiern, für die eine Musikanlage und ein Platz im Park ausreichen. Und auch im Berghain dürfen weiterhin mittags um eins noch diejenigen ekstatisch tanzen, die den hohen Ansprüchen des legendär harten Türstehers entsprechen.

Baurecycling

Warum sich ein neues Gebäude ausdenken, wenn man auch ein altes rekonstruieren kann? Was als architektonischer Ansatz nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Städte vor flächendeckenden 1950er-Jahre-Bausünden bewahrte, wird in Berlin bis heute zur Perfektion gebracht. Am umstrittensten dabei: die Rekonstruktion des Stadtschlosses Unter den Linden. Von der DDR-Führung gesprengt, wurde es durch den Palast der Republik ersetzt, welcher nach dem Fall der Mauer aufgrund seiner Asbestbelastung abgerissen wurde. Und nun? Glänzt an gleicher Stelle das alte Schloss mit moderner Fassade. Eine Heimat findet dort das Humboldt-Forum mit Berlins ethnologischen Sammlungen, Berlin-Ausstellung und Wissenschafts-Labor.

Selbermacher

Kreativ? Können wa! Denken sich die Berliner, und nennen das ganze Kreativwirtschaft. Über 200 000 Menschen arbeiten laut Wirtschaftssenat in diesem Bereich und produzieren Möbel, Kleiderständer, Lampen oder Mode. Dabei erzielen sie einen Umsatz von über 15 Mrd. Euro im Jahr und tragen mit dazu bei, dass der „Arm, aber sexy“-Spruch des einstigen Bürgermeisters Klaus Wowereit nicht mehr ganz zur Stadt passt. Damit diese Erfolgsgeschichte weitergeht, ist Berlin, von der Unesco übrigens als „Stadt des Designs“ ausgezeichnet, eine von über 100 Städten im globalen Creative City Network. Dieser Zusammenschluss der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur soll helfen, aus kreativem Potential nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu generieren.

Einmal im Jahr trifft sich die Branche zur Berlin Design Week. Für stetigen Nachwuchs sorgen die 3000 Studierenden des Mode-, Produkt-, und Kommunikationsdesigns an den vier staatlichen Hochschulen sowie unzähligen privaten Einrichtungen der Stadt.

Verpackungsfrei

Wenn du auf Berlins Straßen Menschen mit bis zum Rand gefüllten Fahrradtaschen voller Tupperdosen und Jutebeutel siehst, dann bist du Zeuge der nächsten Berliner Öko-Einkaufswelle. Erst gab es Bio – so viele Bioläden wie in Berlin hat sonst keine andere Stadt des Landes. Dann kam veganes Essen – in Berlin wurde mit Veganz der erste tierfreie Supermarkt Europas gegründet (veganz.de). Nun wird dem unverpackten Essen gefrönt. Spezielle Supermärkte in Kreuzberg (originalunverpackt.de) oder Prenzlauer Berg (der-sache-wegen.de) verkaufen Linsen, Nudeln und selbst Zahnpasta ohne lästige und umweltschädliche Plastikhüllen. Die Fische der Weltmeere, die sich in Plastiktüten verfangen und Kleinstpartikel fressen, die damit auch in der menschlichen Nahrungskette landen, sollen es den Berlinern danken.

Reinteilen

Warum Dinge, die man nicht so häufig braucht, für viel Geld selber kaufen und alleine instandhalten, wenn man sie auch mit anderen teilen kann? Sharing Economy sagen die hippen Start-up-Leute dazu, und die Berliner sind ganz vorn mit dabei: Mit Car2go oder Flinkster teilen sie Autos, in Co-Working-Spaces teilen sie Büroräume und -geräte, über die alten, zentral aufgestellten Telefonzellen der Bücherboxx wechseln gelesene Bücher den Besitzer, und über Plattformen wie Fairleihen werden auch Bohrmaschinen, Tennisschläger und Entsafter je nach Bedarf herumgereicht. Das stärkt nicht nur die Gemeinschaft, sondern schont nebenbei das Portemonnaie.

Energiesparhelden

Ob’s am kleinen Budget oder am großen Ökoherzen liegt? Egal, die Berliner sind im deutschlandweiten Vergleich Sparfüchse in Sachen Energie. Ihr Verbrauch liegt weit unter dem Schnitt; weniger CO2 pro Einwohner produziert kein anderes Bundesland. Das liegt zum einen an der fehlenden Industrie, zum anderen aber auch an der Abkehr vom Auto. Nur jeder zweite Haushalt, d. h. rund jeder dritte Einwohner, besitzt noch eines. Zudem bollern in den Kellern von Großkonzernen und staatlichen Einrichtungen Blockheizkraftwerke, während Solarpanels auf dem Dach das Wasser erwärmen. Den Strom für etliche Regierungsgebäude, aber z.B. auch für die Bundeszentrale der CDU (Konrad-Adenauer-Haus) oder für das Haus der Heinrich-Böll-Stiftung (Grüne) liefern Photovoltaikanlagen. Wer es genauer wissen will, bucht eine Rundtour im emissionsfreien Solarboot (Tel. 0151 54228044 | solarpolis.de), die u.a. über die Spree Gebäude mit geringem Energieverbrauch ansteuert und bei der dir erklärt wird, wie genau das so funktioniert mit der Sonne und dem Strom.

Abgehoben

Der Hickhack um den Bau des neuen Flughafens in Schönefeld ist mittlerweile ein Running Gag. Nach über 20 Jahren Bauzeit ist aktuell die Eröffnung für 2020 geplant – Verschiebung möglich (oder sogar wahrscheinlich?). Auch gehen die Berliner wegen der Flugrouten auf die Barrikaden. Besonders der Süden der Stadt ist vom Fluglärm betroffen. Die Bewohner fürchten eine Wertminderung ihrer Lebensqualität und natürlich auch ihrer Immobilien. Zudem scheint der Neubau schon jetzt angesichts der vielen Flüge von und nach Berlin zu klein dimensioniert. In einem Volksbegehren haben sich die Berliner vorsichtshalber schon mal für die Offenhaltung des Flughafens Tegel ausgesprochen – dass es so kommt, ist aber aus rechtlichen Gründen eher unwahrscheinlich.

Hinterhofidylle

Berlin ist berühmt für seine Hofensembles – zwei bis acht Häuser hintereinander, verbunden durch Höfe und Durchgänge. Früher scharten sich hier arme Arbeitergroßfamilien in einem Zimmer um die Ofenbank, während sie ihre Betten stundenweise an Schlafburschen vermieteten. Heute geht es in den alten Mietskasernen mondäner zu, wie etwa die Hackeschen Höfe beweisen. Weitere Highlights gekonnter Hofsanierungen sind die Heckmann-Höfe in der Oranienburger Straße, die Sophie-Gips-Höfe in der Sophienstraße sowie die Kurt-Berndt-Höfe an der Neuen Schönhauser Straße.

Kunstvoll

Über 400 Galerien sowie zahlreiche private Sammlungen machen Berlin zu einem der größten Kunstmärkte der Welt. Gezeigt und gehandelt werden die Werke von über 6000 Künstlern aus dem In- und Ausland; längst haben Großmeister wie Ai Weiwei oder Olafur Eliasson Ateliers in der Stadt bezogen. Deren auch kommerzieller Erfolg ist jedoch nicht jedem Künstler vergönnt: 95 Prozent können von ihrer Kunst allein nicht leben und müssen im Nebenberuf als Taxifahrer oder Kellner anheuern. Mit den im Verhältnis immer noch mäßigen Mieten und Lebenshaltungskosten bietet Berlin jedoch bessere Bedingungen als Paris, London oder New York. Das macht die Stadt für Künstler so attraktiv. Feste Termine im Jahr sind die Berlin Art Week und das Gallery Weekend Berlin.

Kleidsam

Für Modemuffel mag die Kombinationen aus Pelzstola und Birkenstock ziemlich gewagt erscheinen, mit denen sich Berliner auf die Straße trauen. Doch Trendscouts großer Firmen lassen sich davon nur zu gern inspirieren. Etliche Berliner Designer nähen Unikate im Hinterzimmer, während sie vorne im Laden verkaufen. Die Fashionweek (Jan. und Juli) ist ihr Klassentreffen. Jenseits der Trendbezirke wie Neukölln und Friedrichshain scheren sich die Berliner ums Aussehen jedoch wenig. Wenn du dort auf Jogginganzüge und Badelatschen triffst, ist das kein modisches Statement, sondern vorrangig: bequem.

Multikulti

Die meisten Zugezogenen haben als Geburtsort: Hamburg. Das überrascht nur auf den ersten Blick, denn natürlich hat Berlin auch innerdeutsche Sogwirkung. Dass man nun überall Franzbrötchen kaufen kann, prägt die Stadt jedoch weniger als Döner, Baklava und Barbiere, die mit den türkischen Gastarbeitern vor allem in Kreuzberg, Neukölln und Wedding Einzug hielten. Doch auch Russen (vor allem in Charlottenburg und Marzahn), Polen und Vietnamesen als einstige DDR-Vertragsarbeiter haben ihre eigenen Communities, Geschäfte und Restaurants. Für authentischen Borschtsch oder das vietnamesische Sandwich Bánh mì ist daher immer gesorgt. Migration ist nie abgeschlossen: Seit dem Mauerfall zogen 2,9 Mio. Menschen zu, 2,7 Mio. aber auch wieder weg. In den vergangenen Jahren kamen viele EU-Bürger aus dem krisengeschüttelten Südeuropa, Post-Brexit-Briten, aber auch syrische Kriegsflüchtlinge. Insgesamt beherbergt Berlin über 190 Nationalitäten – die entsprechende kulinarische Vielfalt, aber auch Herausforderungen inklusive.

Wässrig

Noch eine Berliner Spitzenposition: die Zahl der Seen, Flüsse und Kanäle. An etwa 500 km Ufer lässt es sich spazierengehen, wohnen und sonnen. Restaurants, Clubs und Strandbars mit Wasserblick gibt’s vor allem an Spree und Landwehrkanal in Mitte, Kreuzberg und Friedrichshain. Wer raus will, fährt seit über einem Jahrhundert zum Strandbad Wannsee (April–Okt. tgl. 10–19 Uhr | Eintritt 5,50 Euro | berlinerbaeder.de), Europas größte Binnenseebadeanstalt. Hier sorgen Sand und Strandkörbe für Ostsee-Gefühl.

Tierisch

Etwas hat Fell und vier Beine? Dann muss ein Berliner es dringend haben! So drängen sich in engen Mietwohnungen über 100 000 Hunde – und das sind nur die, von denen das Finanzamt weiß; die Dunkelziffer ist deutlich höher. Für Fußgänger heißt das leider: Augen auf zur Tretminenumrundung! Eine weitere problematische Folge der Berliner Tierliebe sind die notorisch überfüllten legalen Auslaufzonen, etwa im Volkspark Friedrichshain oder in der Kreuzberger Hasenheide. Manchem wird das zu viel, sodass das Tierheim am nordöstlichen Stadtrand mit bis zu 12 000 Tieren das größte Europas ist, Tierfriedhof inklusive.

Besserwisser

Lehren, lernen, forschen – auch da hat Berlin als eine der führenden Wissenschaftsstädte Europas die Nase vorn: Über 200 000 Wissenschaftler, Angestellte und Studenten aus aller Welt tummeln sich an vier staatlichen Universitäten und Fachhochschulen, der Charité-Universitätsmedizin, vier Kunsthochschulen, über 30 privaten Hochschulen und 70 Forschungseinrichtungen. Einen Überblick über ihr Treiben verschafft einmal im Jahr (immer im Juli) die Lange Nacht der Wissenschaften.

Lesestoff & Filmfutter

Bücher
Herr Lehmann

Mauerschatten, Becksbier, Altbautristesse: Sven Regeners Roman (2001) dokumentiert das Vor-sich-Hinleben im Kreuzberg der 1980er-Jahre. 2003 mit Christian Ulmen verfilmt

Russendisko

Berlin nach dem Mauerfall, und mittendrin der aus Russland frisch emigrierte Wladimir Kaminer. So witzig wie in seinem Kurzgeschichten-Band (2002) ist Alltag sonst eher selten. Der Stoff wurde 2012 auch verfilmt (u.a. mit Matthias Schweighöfer)

Filme
Viktoria

Eine typische Berliner Partynacht, die aus dem Ruder läuft, bis es am Ende dramatisch wird. Der Film wurde von Regisseur Sebastian Schipper in einer einzigen Kameraeinstellung realisiert (2015)

Babylon Berlin

Die wilden 1920er in HD, in Serie gebracht für die ARD von Tom Tykwer (2017). Es ermittelt Gereon Rath, bekannt aus den Krimis von Volker Kutscher. „Der nasse Fisch“ heißt der Band, auf dem die ersten zwei Staffeln der Serie basieren.

Fakten

Einwohner
3.644.826
Fläche
891 km²
Sprache
Deutsch
Strom
230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum
nicht notwendig
Ortszeit
23:35 Uhr
Zeitverschiebung
keine
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