Insel Panorama Timor-Leste
© gaborbasch, iStock

Die am wenigsten besuchten Länder der Welt

Vorsicht – wenig besucht heißt nicht immer unattraktiv, sondern manchmal auch abgelegen, politisch kritisch oder einfach nur winzig klein. Die am wenigsten besuchten Länder der Welt machen vor allem deutlich, dass es noch weitaus mehr Reiseziele gibt, als unsere Wunschliste es vermuten lässt ...

MARCO POLO Redaktion, basierend auf einem Text von Solveig Michelsen. 19.02.2024

Die am wenigsten besuchten Länder der Welt

  • Insel Panorama Timor-Leste© gaborbasch, iStock

Vorsicht – wenig besucht heißt nicht immer unattraktiv, sondern manchmal auch abgelegen, politisch kritisch oder einfach nur winzig klein. Die am wenigsten besuchten Länder der Welt machen vor allem deutlich, dass es noch weitaus mehr Reiseziele gibt, als unsere Wunschliste es vermuten lässt ...

MARCO POLO Redaktion, basierend auf einem Text von Solveig Michelsen. 19.02.2024

Die United Nations World Tourism Organisation (UNWTO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, sammelt jedes Jahr fleißig touristische Daten. Dank dieser wissen wir, welche Länder zu den am wenigsten besuchten weltweit gehören. Kennst du eines der in unserer Liste auftauchenden Länder?

Platz 10: Guinea-Bissau

Früher eine portugiesische Kolonie bietet Guinea-Bissau, eingebettet zwischen Senegal und Guinea, herrliche Strände und eine unberührte Natur. Doch politische Instabilität und wirtschaftliche Herausforderungen haben reiselustige Besucher bisher zurückgehalten: Lediglich 52.000 kommen pro Jahr hierher. Laut Human Development Index zählt das Land zu den am wenigsten entwickelten der Welt. 55 Prozent der oft sehr jungen Bevölkerung können weder lesen noch schreiben.

Platz 9: Komoren

Mit nur 45.000 Besuchern pro Jahr stehen die Komoreninseln auf Platz 9 unserer Liste. Geografisch versteckt sich der Inselstaat zwischen Madagaskar und der Küste von Mosambik. Dieses Verhältnis spiegelt sich auch in einer politischen Kluft zwischen der Union der Komoren und Mayotte, einem Überseeterritorium Frankreichs, wider. Politische Unruhen haben die Förderung des Tourismus behindert und den Staat mit begrenzter Infrastruktur zurückgelassen. Dass die Inseln von atemberaubender Schönheit sind, muss wohl gar nicht erst erwähnt werden.

Platz 8: São Tomé und Príncipe

São Tomé und Príncipe ist nach den Seychellen der zweitkleinste Staat Afrikas. Neben den beiden namensgebenden Hauptinseln gibt es eine Vielzahl weiterer, kleiner Inseln, die jedoch fast ausnahmslos unbewohnt sind. 90 Prozent der Bevölkerung lebt auf der größten Insel São Tomé, wo auch die gleichnamige Hauptstadt liegt, die eine geschätzte Bevölkerung von 58.000 Menschen beherbergt. Der Inselstaat nahe dem Äquator bietet wunderschöne Küsten und unberührte Natur, verzeichnet aber aufgrund seiner abgelegenen Lage und begrenzten touristischen Infrastruktur nicht mehr als durchschnittlich 15.000 Besucher pro Jahr.

Platz 7: Salomonen

Der nächste Vertreter auf unserer Liste sind die Salomonen. Die ehemalige britische Kolonie östlich von Papua-Neuguinea besteht aus insgesamt über 900 Inseln. Bescheidene 29.000 Reisende gehen hier jedes Jahr auf Entdeckungsreise, obwohl es gerade für Wassersportler und Abenteurer viel zu erleben gibt. Tauchen, Schnorcheln und Kajakfahren haben für Touristen die höchste Anziehungskraft.

Platz 6: Montserrat

Und ein weiterer Vertreter der Inselnationen: Montserrat, ein grünes Wanderparadies in der Karibik, fasziniert mit einer turbulenten Geschichte. Als im Jahr 1995 der Vulkan Soufrière ausbrach, verwüstete er einen beträchtlichen Teil der Insel, einschließlich ihrer Hauptstadt Plymouth. In der Folge suchten zwei Drittel der Bevölkerung im Ausland Zuflucht. Seitdem ist es zwar ruhiger geworden, doch der aktive Vulkan wirft weiterhin einen Schatten auf die Insel und macht einen bedeutenden Teil der südlichen Region zu einer Sperrzone. Durchschnittlich bekommt das Land 19.300 Besucher im Jahr.

Platz 5: Föderierte Staaten von Mikronesien

Zwischen den Marshallinseln und Palau eingebettet, erweist sich Mikronesien als ein weiteres Juwel in der Krone des Pazifiks, das mit Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg, unberührten Stränden, Fischgründen, Surfspots und Unterwasserwundern nur so strotzt. Die lokale Küche ist geprägt von frischen Meeresfrüchten und tropischen Früchten. Saftige Wanderwege und ein lebhaftes städtisches Nachtleben sollten eigentlich dafür sorgen, dass mehr als nur 18.000 Besucher jedes Jahr hierherkommen.

Platz 4: Kiribati

Kiribati, ausgesprochen "kiri-bas", erstreckt sich über den Pazifik und ist eine einzigartige Nation, die alle vier Hemisphären berührt. Hier nimmt Abenteuer die Form von Fischen, Surfen, der Erforschung des Zweiten Weltkriegs und dem Eintauchen in das größte Meeresschutzgebiet der Welt ein – das Phoenix Island Marine Protected Area. Vogelbeobachtung und Inselhüpfen durch 33 große und kleine Inseln und Atolle bieten einen Einblick in eine unberührte Welt. Jedes Jahr kommen nur etwa 12.000 Entdecker und Abenteurer nach Kiribati.

Platz 3: Niue

Das im Südpazifik liegende Land Niue gehört zu den kleinsten Nationen der Welt und begrüßt jedes Jahr etwa 10.000 Besucher. Wie viele andere Inselstaaten auf unserer Liste ist das Korallenatoll ein Paradies für Taucher und Wassersportler. Wer sonst hierher kommt, findet v.a. Entschleunigung. Es gibt keine Menschenmassen, lange Warteschlangen, Ampeln oder den unermüdlichen Puls des Stadtlebens, nur sonnenverwöhnten Strände und üppige Regenwälder. Interessierte Besucher sollten jedoch beachten, dass nur ein wöchentlicher Flug Niue mit der Welt außerhalb verbindet.

Platz 2: Marshallinseln

Die am zweitwenigsten besuchte Nation auf unserer Liste sind die Marshallinseln. Bescheidene 6.000 Entdecker wagen sich jährlich auf diese vulkanischen Eilande im Herzen des Pazifiks, die als Bindeglied zwischen den Philippinen und Hawaii fungieren. Die Marshallinseln waren Schauplatz eines dramatischen Kapitels in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, dienten zunächst als japanische Festung, bevor sie zu einem Ort für umfangreiche US-Atomtests wurden. Wie auch das letzte Land auf unserer Liste sehen sich diese Inseln durch den Anstieg der Meeresspiegel von einer Katastrophe bedroht.

Platz 1: Tuvalu

Die abgelegene Inselgruppe Tuvalu hält den Titel als das am wenigsten besuchte Land der Welt, wie von der Welttourismusorganisation der Vereinten Nationen festgestellt. Jährlich betreten nur 3.700 Besucher seine Ufer – dennoch hat der Staat in den letzten Jahren stark in den Tourismus investiert und die Zahl der Gäste von nur 1.100 im Jahr 2012 mehr als verdreifacht. Und es gibt viele Gründe, nach Tuvalu zu reisen: Hier gibt es ein 33 km² großes Naturschutzgebiet voll von Korallenriffen, Lagunen und wunderbaren Meeresbewohnern. Ruhige Strandspaziergänge, Segeln, Motorrollerausflüge und Erkundungen lokaler Schätze wie der Nationalbibliothek warten auf den neugierigen Reisenden. Interessanterweise ist Tuvalu ein tragisches Symbol für die Klimavulnerabilität – das Land ist akut vom ansteigenden Meeresspiegel bedroht. So akut, dass man den Kindern beibringt, dass sie möglicherweise die letzte Generation sein könnten, die das Land noch ihr Zuhause nennen wird.