Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Mit dem Auto in die CityManchen macht’s Spaß, andere finden es nervenaufreibend. Hupkonzerte, tollkühne Überholmanöver, Schlaglöcher und Parkplatznot in Palermo und Catania sind nichts für schwache Nerven.
Trinkgeld sparenIn Sizilien geben Einheimische großzügig mancia – üblich sind 10 Prozent. Denn sie wissen um die oft prekäre Situation des Personals, das nicht immer nach Tarif entlohnt wird. Das gilt auch für den Konsum an der Bar: Leg auf den Bon (scontrino) eine Münze, und du wirst mit einem Lächeln belohnt und schneller bedient werden.
Getrennt bezahlenDas sieht der cameriere nicht gern. Erstens, weil’s mehr Mühe macht, und zweitens, weil er es als ungehörig empfindet, erst gemeinsam zu essen und dann getrennt zu zahlen. Wenn ihr nicht als unzivilisiert auffallen wollt, dann einigt euch mit euren Tischgenossen – die Ideallösung heißt pagare alla romana, jeder legt seinen geschätzten Anteil auf den Tisch. Klappt fast immer!
Mit nacktem Oberkörper in die StadtSizilien wirkt manchmal so lässig, aber die guten alten Benimmregeln gelten dennoch. Am Strand ist oben ohne auch bei Damen immer häufiger, aber für Stadtbummel und Strandtrattoria zieht auch Mann etwas über. Du bist schließlich nicht am Ballermann.
Mit dem Feuer spielenJahr für Jahr verwüsten Brände Wälder und Olivenhaine, bedrohen Häuser und Orte. Glimmende Zigarettenstummel, Picknickfeuer, der heiße Kat vom Auto über trockenem Gras oder Laub können katastrophale Folgen haben.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Kirschtomaten4 Euro für ein kg im Sommer
Kaffeeab 80 Cent für eine Tasse Espresso im Stehen
Wein5-8 Euro für eine Karaffe Wein (0,25 l)
Benzin1,80–2,10 Euro für 1 l Super
Coppolaca. 50 Euro für eine Designermütze
Stadtbus1,40-1,80 Euro für eine Stadtfahrt

Feste & Feiertage

1. Januar

  • Neujahrstag

6. Januar

  • Dreikönigstag

März/April

  • Karfreitag

25. April

  • Karfreitagnachtprozession in Trapani

1. Mai

  • Ostermontag (Pasquetta)

2. Juni

  • Jahrestag der Befreiung vom Faschismus

15. August

  • Tag der Arbeit

1. November

  • Gründung der Republik

8. Dezember

  • Mariä Himmelfahrt

25. Dezember

  • Allerheiligen

26. Dezember

  • Mariä Empfängnis

Vorbereitung

Auskunft vor der Reise

Infos erhältst du bei der italienischen Tourismuszentrale Enit (enit.it).

 

Strom

Die elektrische Spannung beträgt 230 Volt. In älteren Hotels passen manchmal nur Flachstecker, meist hält die Rezeption dann Adapter vorrätig.

Ankommen

Anreise

Mit der Bahn dauert es von München, Wien oder Basel aus runde 20 Stunden mit Umsteigen in Mailand oder Rom. Direktzüge oder Kurswagen gibt es nicht. Zuschläge für Schlafwagen können die Bahnfahrt teuer werden lassen. trenitalia.com, bahn.de, sbb.ch, oebb.at

Die Autobahnfahrt den Stiefel hinunter ist zeitraubend, aber spektakulär. Die Autobahn Salerno–Reggio di Calabria mit ihren Gebirgsstrecken ist nach jahrelangen Bauarbeiten weitgehend frei befahrbar. Alternativen: die Autofähren Genua–Palermo, Civitavecchia– Termini Imerese und Neapel– Palermo. Preise, Fahrpläne und Reservierung unter: traghetti.com und gnv.it

Es gibt ganzjährig Flüge nach Sizilien, zwischen Mai und Oktober täglich nach Catania. Neben Lufthansa fliegt u. a. ITA nach Palermo und Catania. Vom Flughafen Catania (aeroporto.catania.it) gibt es Direktbusse nach Messina, Taormina, Ragusa, Enna, Cefalù, Agrigent und Syrakus, vom Flughafen Palermo (gesap.it) nach Trapani. Der Flughafen Trapani (airgest.it) wird im Sommer von Karlsruhe und Düsseldorf (Ryanair) angesteuert.

Einreisebestimmungen

Für EU-Bürger und Schweizer reicht ein gültiger Personalausweis, der an der Grenze selten vorgezeigt werden muss, dafür aber stets beim Abflug und bei der Anmeldung im Hotel und auf Campingplätzen.

Klima & Reisezeit

An den Küsten herrscht Mittelmeerklima mit langem, heißem, trockenem Sommer. Ideale Reisemonate sind Mai, Juni, September und Oktober: Die Temperaturen sind dann angenehm, das Meer wird warm und der Ansturm der Badesaison und der Osterwochen fern. Der Winter ist manchmal regnerisch, kann aber auch milde, warme Sonnentage bieten; viele Hotels und Restaurants haben in dieser Jahreszeit geschlossen. tempoitalia.it

Zoll

Zollfrei für EU-Bürger: 800 Zigaretten, 200 Zigarren, 1 kg Tabak, 60 l Schaumwein, 20 l Spirituosen unter 22 Prozent sowie 10 l Spirituosen über 22 Prozent. Zollfrei für Schweizer: 250 Zigaretten bzw. Zigarren oder 250 g Tabak, 5 l Spirituosen unter 18 Prozent sowie 1 l über 18 Prozent. zoll.de, bmf.gv.at, bazg.admin.ch

Weiterkommen

Auto & Verkehr

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit beträgt in Ortschaften 50 km/ h, auf Landstraßen 90 km/ h, auf vierspurigen Schnellstraßen 110 km/ h, auf Autobahnen 130 km/ h (bei Regen 110 km/ h), bei dichtem Nebel auch auf Autobahnen 50 km/ h. Anschnallpflicht besteht auf allen Sitzen. Auch am Tag muss man außerhalb von Ortschaften mit Licht fahren. Eine Warnweste in Leuchtfarben muss mitgeführt werden. Die Promillegrenze beträgt 0,5 (bzw. 0,0 wenn Führerschein jünger als 3 Jahre). Die grüne Versicherungskarte wird empfohlen.

Auch wenn in Italien alles so locker zugeht: Wer erwischt wird, zahlt für alle mit, die der Verkehrspolizei entgehen. Tempoüberschreitungen von mehr als 40 km/ h und Alkoholfahrten mit mehr als 1,5 Promille kosten ab 530 Euro, den Führerschein und das Auto, das dann zur Versteigerung kommt – auch bei Nichtitalienern und bei Mietwagen!

Achtung: Fast alle größeren Städte haben gebühren- bzw. registrierpflichtige ZTL (verkehrsberuhigte Zonen) und Umweltzonen. Infos zu Einfahrtsgenehmigungen: urbanaccessregulations.eu. Parkverbote in Ortschaften sind oft nur durch die Farbe der Bordsteinkante gekennzeichnet: Ohne Farbe ist es erlaubt, sofern Schilder nichts anderes vorschreiben, gelb sind reservierte Parkplätze für Polizei, Carabinieri und Linienbusse, schwarz-gelb bedeutet Parkverbot, blau Parken gegen Gebühr. Parkscheine holt man sich in Bars, Läden, an Kiosken und rubbelt Zeit und Datum frei. In Städten sind selbst ernannte Parkplatzwächter tätig, die das Auto gegen ein maßvolles Trinkgeld zu freien Parkplätzen lotsen (oder teilweise sogar den Autoschlüssel zum Rangieren aufbewahren). Da diese Helfer in der Regel vertrauenswürdig sind, kann man ihre Dienste in Anspruch nehmen, sollte aber keine Wertsachen im geparkten Auto lassen.

Mietwagen

Niederlassungen der großen Autoverleiher findest du in Palermo, Catania, Syrakus, Messina, Taormina und an den Flughäfen. Ca. 150–400 Euro kostet die Wagenmiete pro Woche, wenn im Netz vorgebucht wird. Vor Ort ist die Vermietung meist deutlich teurer.

Öffentliche Verkehrsmittel

Siziliens Bahnnetz ist weitmaschig und zudem meist eingleisig. Regionalzüge führen meist nur Waggons 2.Klasse. Auch IC-Züge haben häufig Verspätung, zudem liegen viele Bahnhöfe weit von den Ortschaften entfernt.

Schnellbusse privater Gesellschaften ergänzen das dürftige Schienennetz. In vielen Städten gibt es keinen zentralen Busbahnhof. Auskunft zu Buslinien und -verbindungen: anavsicilia.it

Taxi

In den Städten sind die meisten Taxis mit Taxameter ausgestattet. Ein Trinkgeld von 5 bis 10 Prozent ist üblich. In kleinen Orten und auf dem Land empfiehlt es sich, den Preis vor der Fahrt auszuhandeln.

Vor Ort

Auskunft vor Ort

Die jüngere Generation spricht häufig Englisch, ältere Gastarbeiter Deutsch.

Die Infobüros des Servizio Turistico Regionale (STR) findest du in Provinzhauptstädten und viel besuchten Ferienorten. Kleinere Orte haben oft nur saisonal geöffnete Pro-Loco-Büros: regione.sicilia.it.

Touristische Informationen zu ganz Sizilien: visitsicily.info

Baden

Akkurate Liegestuhlreihen wie an der Adria sind für die Strände um Taormina typisch. Ansonsten badet sich’s in Sizilien recht entspannt und individuell. Die Preise für Mietsonnenschirme (ombrello) und -liegestühle (lettino, sdraio) sind für italienische Verhältnisse maßvoll. In hauptsächlich von Italienern frequentierten Badeorten kann die Saison relativ kurz sein (Juni–Mitte Sept).

Auch wenn viele Sizilianerinnen oben ohne bevorzugen und an Stränden wie Torre Salsa bei Siculiana FKK toleriert wird, ist erst 2016 der erste offizielle FKK-Strand Bulala bei Gela ausgewiesen worden.

Camping

Es gibt auf Sizilien und den vorgelagerten Inseln etwa 100 Campingplätze, die fast alle am Meer liegen. Sie sind meist zwischen Ostern und Ende Oktober geöffnet (camping.it). Dazu kommen Hunderte Wohnmobilstellplätze, oft Parkplätze an den Stränden, die teils über keine Infrastruktur verfügen und oft gratis sind, teils aber kleine, auf Wohnmobile ausgerichtete gebührenpflichtige Plätze mit Sanitäranlagen sind. Infos: womo66.com

Eintritt

Staatliche Museen und Ausgrabungsstätten kosten 4–19 Euro Eintritt, EU-Bürger unter 18 Jahren zahlen nichts, besucher zwischen 18 und 25 bekommen 25–50 Prozent Ermäßigung (1.So im Monat frei). In vielen kleinen Museen erwartet man statt Eintritt eine Spende. Kustoden, die Kirchen und Paläste öffnen, bekommen 5–10 Euro Trinkgeld.

Öffnungszeiten

Läden, Supermärkte und Kaufhäuser sind werktags meist 8.30–13 und 16/ 17–20 Uhr geöffnet; an einem von Geschäft zu Geschäft unterschiedlichen Nachmittag in der Woche bleibt geschlossen. In der Hochsaison haben in den Ferienorten die meisten Läden durchgehend bis in die Nacht geöffnet. Trattorien öffnen meist 13–15 Uhr und 20–22.30 Uhr, Diskotheken und Clubs meist erst ab 22 Uhr. Tankstellen sind sonntags und nach 20 Uhr oft geschlossen, manchmal auch mittags.

Post

Briefmarken gibt es bei der Post, selten auch noch im Tabakgeschäft. Ein Standardbrief oder eine Postkarte ins europäische Ausland kostet mit postamail 1,30 Euro. poste.it

Telefon & Handy

Mobiltelefon heißt auf Italienisch cellulare oder telefonino. Wenn du viel telefonierst, kann sich eine italienische SIM-Card lohnen, die du problemlos gegen Vorlage deines Ausweises, der kopiert wird, kaufen kannst.

Vorwahl nach Deutschland 0049, nach Österreich 0043, in die Schweiz 0041, nach Italien 0039 – die Null am Beginn von Festnetznummern muss bei allen Anrufen aus dem Ausland und innerhalb Italiens mitgewählt werden.

Toiletten

Öffentliche Toiletten sind Mangelware und oft nicht in bestem Zustand. Es ist üblich, in einer Bar einen günstigen Espresso zu konsumieren, um das bagno zu benutzen – notfalls legt man nur eine mancia von 50 Cent auf den Tresen. Signore ist der Plural von Signora, ein Signore nimmt die Herrentür mit der Aufschrift Signori.

Urlaub auf dem Land/Agriturismo

Urlaub auf dem Bauernhof hat sich in ganz Italien als preisgünstiges, kinderfreundliches Konzept etabliert, bei dem man Land und Leuten näher kommt. Gerade in Sizilien mit seinen feudalen Strukturen bedeutet Agriturismo oft nächtigen in historischen, oftmals großen Landgütern. Viele Höfe verfügen über Mountainbikes oder Pferde und organisieren Ausflüge. Fast alle Agriturismi stehen auch für eine bodenständige Küche – schließlich müssen sie viele Lebensmittel selbst produzieren, um anerkannt zu werden. Infos unter agriturismo-sicilia.it

Übernachtung

Die Klassifizierung der Hotels nach Sternen (von einem für einfach bis fünf für Luxus) vermittelt nur ein ungefähres Bild über Ausstattung und Preise – oft sind zwei Sterne charmanter als die technisch aufgerüstete Konkurrenz. Die Zimmerpreise müssen ausgehängt sein. Dazu kommt ein breites Angebot an B&Bs (oft in historischen Gebäuden), wobei das „Breakfast“ häufig aus einem Verzehrbon für die nächste Bar besteht. Falls die Vermieter persönlich auftreten, ist das eine gute Gelegenheit, die Insel aus Insiderperspektiven zu erleben.

Kochkurse

Die sizilianische Küche boomt und damit auch entsprechende Kochkurse. Wie man die Löcher in die maccheroni kriegt, verrät die Padrona des Agriturismo San Leonardello (Via Madonna della Libertà 165 | Tel. 0 95 96 40 20 | sanleonardello.it) in Giarre. Wer in die süßen Geheimnisse der berühmten pasticceria siciliana eingeweiht werden will, kann sich z. B. in der Cannoli Cooking Class der Pasticceria d‘Amore in Taormina anmelden.

Notfälle und Sicherheit

Diplomatische Vertretungen

Deutsches Konsulat

Via San Sebastiano 13 | Messina | Tel. 0 90 67 17 80 und Via Principe dei Villaranca 33 | Palermo | Tel. 09 19 82 08 08 | auswaertiges-amt.de

Österreichisches Konsulat

Piazza Acquasanta 12 | Palermo | Tel. 0 91 54 93 38 | bmeia.gv.at

Schweizer Konsulat

Via Morgioni 41 | S. Gregorio di Catania | Tel. 0 95 38 69 19 | eda.admin.ch

Frauen allein unterwegs

Allein reisende Frauen galten bis in die jüngste Vergangenheit leicht als „Freiwild“. Doch auch Sizilien ist moderner und entspannter geworden, die Strandpapagalli zurückhaltender. Komplimente und Flirtversuche gehören aber nach wie vor zum Alltag. Abzuraten ist von der Idee, als Anhalterin zu reisen.

Gesundheit

Die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) musst du vor einer Behandlung in Italien der örtlichen Krankenversicherung (USL) vorlegen. Die Notfallbehandlung in öffentlichen Krankenhäusern ist nicht mehr komplett gratis: Für Röntgenuntersuchungen und andere diagnostische Leistungen fallen Zuzahlungen an, die direkt im Krankenhaus beglichen werden müssen. Eine Reisekrankenversicherung hilft, die Bürokratie des öffentlichen Gesundheitsdiensts sowie Wartezeiten zu vermeiden. fit-for-travel.de

Kriminalität

Die Mafia hat anderes zu tun, als Touristen zu überfallen, munkelt man doch, dass sie am Reisebusiness mitverdient. Seit die Kleindiebstähle vom Moped (scippo) in Palermo stark rückläufig sind, kann Sizilien nicht nur im Inselinnern als sehr sichere Reiseregion gelten. Trotzdem solltest du in Großstädten und an Stränden keine Wertsachen sichtbar im Auto liegen lassen und besser bewachte Parkplätze aufsuchen.

Notrufe

Unfall/Polizei: Tel. 1 12 und 1 13 Pannenhilfe des ACI: von ausländischer Handynummer Mobiltel. 8 00 11 68 00, von italienischem Anschluss Tel. 80 31 16

ADAC Italia: Mobiltel. 8 00 32 22 22 Ambulanz: Tel. 1 18

Feuer und Waldbrände: Tel. 1 15 und 15 15

Seerettung: Tel. 15 30

Preise, Geld & Kreditkarten

Sizilien ist innerhalb Italiens eine mittelpreisige Reiseregion. Für einen Espresso zahlst du am Tresen meist unter 1 Euro, für ein Glas Mineralwasser 50 Cent, für ein kleines Bier oder einen Aperitif 3–6 Euro. Am Tisch sitzen und bedient werden kann in Ferienorten dreimal so viel kosten. Kalkuliere für ein komplettes Essen zwischen 30 und 50 Euro (Fisch ist relativ teuer). Selbst wenn du groß ausgehst, überschreitet die Rechnung pro Person selten 60 Euro.

Vorsicht: Tanken kann bis zu 30 Cent/ Liter mehr kosten, wenn du dich an Tankstellen größerer Konzerne bedienen lässt, statt an die servizio-self-​​service-Säule zu fahren. Kleintankstellen bieten diesen Service kostenlos an.

Euros ziehst du aus Geldautomaten (bancomat, postamat), die es auch in kleinen Orten abseits der Reisewege gibt. Viele einfachere Hotels, Restaurants, Tankstellen und Geschäfte akzeptieren keine Kreditkarten. Am ehesten verbreitet sind Mastercard und Visa, die Girocard wird weniger genutzt.

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