Bloss nicht

Fettnäpfchen und Reinfälle vermeiden
Das Grüßen vergessenNur ein „Muhagl“ (manierenloser Mensch) geht grußlos am anderen vorüber. Auf dem Land gehört es sich, auf Wanderwegen und einsamen Dorfstraßen mit einem freundlichen „Grüß Gott!“ zu grüßen. Dasselbe gilt für Bedienungen in Läden und Cafés.
Dialekt nachschwätzenZwar freut man sich im Allgäu, wenn Besucher zur Begrüßung „Grüß Gott“ sagen, aber mehr oder weniger unbeholfene Versuche, im Gespräch den lokalen Dialekt nachzuahmen, stoßen auf Verwunderung bis Erheiterung.
Kühe erschreckenAuf den Alpweiden laufen die Kühe frei herum. Sie sind grundsätzlich friedlich und neugierig, aber schnelle Bewegungen, laute Geräusche und vor allem Hunde machen sie nervös. Wer eine Alpweide quert, sollte also leise sprechen, in gleichmäßigem Tempo gehen, Abstand halten und keinesfalls mit Stöcken herumfuchteln.
Essen in den Biergarten mitbringenIm klassischen bayerischen Biergarten darf man seine Brotzeit selbst mitbringen. Aber in den meisten Allgäuer Biergärten zeigt man Gästen die rote Karte, die dort die eigene Brotzeit auspacken. Dafür ist das Bier aber billiger.
Allgäuer als Schwaben bezeichnenHistorisch und politisch gesehen sind die Allgäuer Schwaben. Gefühlt sind sie aber eine ganz eigene Gruppe, mit eigener Sprache, eigenen Bräuchen und Gepflogenheiten. Wobei auch innerhalb des Allgäus ein gewisses Gefälle besteht: Für die Kemptener sind die Memminger „Unterländer“ (also weniger echte Allgäuer) und für einen Oberstdorfer ist sowieso jeder, der nördlicher als Fischen lebt, aus dem Unterland.

Was kostet wieviel?

Was?Wieviel €?
Souvenir5–20 Euro für eine kleine Deko-Kuhglocke
Kaffee3–5 Euro für eine Tasse
Bier4,10–6,50 Euro für 0,5 l
Essen14–19 Euro für eine Portion Kässpatzen mit Salat
Mitbringselab 37 Euro für eine Käspatzenschüssel aus Keramik
Bergbahn21–52,50 Euro für eine Berg-und-Tal-Fahrt im Sommer

Feste & Feiertage

6. Januar

  • Hl. Drei Könige

Mai/Juni

  • Fronleichnam

15. August

  • (nur im bayrischen Teil) Mariä Himmelfahrt

1. November

  • Allerheiligen

Ankommen

Anreise

Wer von Norden her mit dem Zug anreist, kann bis Ulm mit dem ICE oder IC fahren, muss dann aber in einen Regionalzug umsteigen, der auf der Strecke nach Oberstdorf an diversen Allgäuer Bahnhöfen wie Memmingen, Bad Grönenbach, Kempten, Immenstadt und Fischen hält. Die Fahrzeit auf der eingleisigen und recht rütteligen Strecke beträgt von Ulm bis Oberstdorf ziemlich genau zwei Stunden.

Die Ost-West-Achse im Regionalverkehr der Bahn führt von München über Buchloe, Memmingen und einige weitere kleine Bahnhöfe nach Lindau. Die Strecke über Kaufbeuren und Kempten wird noch mit Dieselloks betrieben, weswegen man von München auf der elektrifizierten Strecke kommend in Buchloe in einen dieselbetriebenen Zug umsteigen muss. Auf beiden Strecken fahren die Züge derzeit stündlich.

Unter dem Motto „Bequem ins Allgäu reisen“ pickt immer sonntags ein Sonthofener Reisebusunternehmen Urlauber in 29 Städten an drei deutschen Nord-Süd-Routen auf und setzt sie in 23 wichtigen Allgäuorten ab (Taxiabholung an der Haustür, Rückfahrt samstags | 189 Euro Hin- und Rückfahrt | Tel. 08321 67 10 22 | komm-mitreisen.net). Nach Bad Wörishofen, Fischen, Füssen, Immenstadt, Kempten, Leutkirch, Lindau, Memmingen, Oberstdorf und Sonthofen fahren auch Fernbusse (flixbus.de).

Hauptzubringer von Norden her ist die A 7 Würzburg–Ulm–Kempten. Bei Memmingen kreuzt sie die A 96 München– Lindau. Die höchstgelegene Straße führt über den 1400 m hohen Riedbergpass zwischen Obermaiselstein und Balderschwang. Quer durchs Allgäu führt die Queralpenstraße (deutsche-alpenstrasse.de), die Lindau am Bodensee mit dem Königssee bei Berchtesgaden verbindet. Reisende aus der Schweiz ersparen sich rund 70 Straßenkilometer, wenn sie in Romanshorn die Bodensee-Autofähre nach Friedrichshafen nehmen.

Die Flughäfen in Memmingen und in Friedrichshafen werden derzeit nicht von Deutschland aus angeflogen.

Reisezeit

Bei Wanderern sind das späte Frühjahr und vor allem der Herbst mit oft beständigem Wetter und guter Fernsicht beliebt. Das Badewetter beschränkt sich auf den Hochsommer, doch auch dann kann es kühle Tage geben. Die beste Wintersportzeit ist meist im Februar und März, das Skigebiet am Nebelhorn ist im April noch in Betrieb. 

Weiterkommen

Öffentliche Verkehrsmittel

Der öffentliche Nahverkehr ist unterschiedlich gut ausgebaut. Manche Orte sind ohne Auto nur mühsam zu erreichen. Die Landkreise Ober- und Ostallgäu und die Stadt Kempten haben einen Verbund organisiert, der sehr gut funktioniert: kurze Intervalle, schnelles Umsteigen, direkte Anschlüsse von Bahn und Bus. Dafür klappt es mit der Anbindung ins Westoder Unterallgäu oft nicht so gut. Im südlichen Ostallgäu fährt man mit der Gästekarte/ Königscard kostenlos Bus und Bahn (short.travel/all14).

Mit dem Regioticket Allgäu-Schwaben kann man für 26 Euro plus 10 Euro je Mitfahrer einen Tag lang mit der Bahn das Allgäu entdecken. Das Oberallgäu-Ticket gibt es als Tages- und als Urlaubskarte, mit der man beliebig oft in allen Bussen und Nahverkehrszügen (Alex und DB Regio) des jeweiligen Netzes fahren kann (Tagesticket gesamtes Oberallgäu 15 Euro). Eigene Kinder oder Enkelkinder bis einschließlich 14 Jahre fahren kostenlos mit.

Fahrpläne für Busse und Bahnen sind auf oberallgaeu.org unter „Verkehr und Mobilität“, Untermenü „ÖPNV“, zu finden, der elektronische Fahrplan für die Buslinien im gesamten Oberallgäu mit Kempten und dem Ostallgäu mit Kaufbeuren auf mona-allgaeu.de. Im Westallgäu fährt der Bodensee-Oberschwaben-Verkehrsverbund, dessen Linien und Fahrpläne man auf bodo.de einsehen kann.

Vor Ort

Kleidung

Wer auch mal in höhere Regionen hinaufsteigen oder -fahren möchte, sollte selbst im Sommer immer an eine Jacke oder einen Pullover denken. Und auch im Hochsommer können die Abende schnell kühler werden, da ist es für einen gemütlichen Abend draußen ebenso gut, wärmere Kleidung im Gepäck zu haben. Regenjacke und Regenschirm gehören rund ums Jahr ins Gepäck.

Gästekarten

In deiner Unterkunft erhältst du die kostenlose Allgäu-Walser-Card, die u. a. ermäßigten Eintritt bei zahlreichen Freizeiteinrichtungen oder Veranstaltungen und kostenlose oder vergünstigte Teilnahme an geführten Wanderungen gewährt. Auf die Karte kann man die Vielcard (vielcard.de | ab 54,90 Euro) für vier, sieben oder 14 Tage aufbuchen, die als Eintrittsticket zu rund 70 Attraktionen wie Erlebnisbädern, Bergbahnen, Museen im Oberallgäu und Kleinwalsertal gilt. Auch das ÖPNV-Urlaubsticket (ab 17 Euro) zur freien Nutzung von Bussen und Bahnen in diesem Gebiet ist aufbuchbar. Im Ost- und Oberallgäu gibt es bei etlichen Anbietern zusätzlich die ebenfalls kostenlose Königscard für Gratiseintritte bei 250 Erlebnisangeboten.

Planst du, in Oberstdorf zu übernachten, frag bei der Buchung danach, ob dein Gastgeber das Paket „Bergbahnen inklusive“ anbietet. Damit sind von Mitte Mai bis Anfang November die Bergbahnen in Oberstdorf und im Kleinwalsertal für dich kostenlos! Etwa 220 Gastgeber halten die Gästekarte Bad Hindelang Plus bereit, die zusätzlich zu den Vergünstigungen der normalen Gästekarte etliche Gratisleistungen enthält. Gastgeber in Oberstaufen geben die Karte Oberstaufen- Plus (oberstaufen-plus.de) aus. Mit ihr kannst du Museen, Bäder und Bergbahnen im Gemeindegebiet gratis besuchen bzw. nutzen, im Winter dient sie auch als Skipass.

Auskunft vor Ort

Oberallgäu: oberallgaeu.de. Dies ist das offizielle Urlaubs- und Erlebnisportal der Region mit Gastgeberverzeichnis, Tourenplaner und Veranstaltungskalender.

Westallgäu: Tel. 08382 27 04 33 | westallgaeu.de

Unterallgäu: Tel. 08261 99 53 75 | freizeit-unterallgaeu.de

Ostallgäu: Tel. 08342 91 15 06 | schlosspark.de

Bauernhofurlaub

Der Verein Mir Allgäuer vermarktet unter allgaeu-urlaubaufdembauernhof.de 6200 Betten in 500 Bauernhöfen, darunter 23 Berg- und Alphütten, im ganzen Allgäu. Biobauernhöfe werden unter bioferien-allgaeu.de vorgestellt. Die Allgäuer Kräuterlandhöfe (short.travel/all22) haben sich ebenfalls zu einem eigenen Verbund zusammengeschlossen.

Berghütten

Die Allgäuer Berghütten bieten Wanderern Rast und Matratzenlager oder einfache Unterkunft (reservieren!). Je nach Wetterlage werden die Hütten ab Mitte Mai geöffnet und im Oktober geschlossen. Auf der Website des Deutschen Alpenvereins gibt es eine Hütten-Suchfunktion (alpenvereinaktiv.com/de/huetten). Oberstdorf betreibt eine eigene Seite zur Alpininfo (oberstdorf.de/alpininfo), auf der die Hütten der näheren Umgebung mit ihren Öffnungszeiten und ihrer Begehbarkeit verzeichnet sind.

Camping

Rund drei Dutzend Plätze gibt es im Allgäu, von denen sich viele an einem der Seen oder in Panoramalage befinden. Allein rund um Füssen an Forggen-, Bannwald- und Hopfensee gibt es fünf Plätze. Allerdings sind sie in der Hochsaison oft lange im Voraus ausgebucht. Manche Plätze bieten auch Ferienwohnungen, Bauernhofanschluss oder Kuranwendungen. camping.info

Internetzugang & WLAN

Im Allgäu muss man mit mehr Funklöchern rechnen als in Ballungsgebieten. In fast allen größeren Orten bieten die Hotels und Fremdenverkehrsbüros kostenloses WLAN und es gibt weitere WLAN-Hotspots, die mit der jeweiligen Gästekarte gratis nutzbar sind.

Jugendherbergen

Jugendherbergen findest du im Allgäu bzw. dessen engerem Umkreis in Füssen, Lindau, Oberstdorf-Kornau sowie in Ottobeuren. Tel. 05231 7 40 10 | jugendherberge.de

Notfälle und Sicherheit

Notrufe

  • Notarzt, Feuerwehr: Tel. 1 12

- Polizei: Tel. 1 10

Schuhwerk & Zeckenschutz

Weißt du, was mit OSG gemeint ist? Das ist das Funkkürzel der Bergwacht für „Verletzung im oberen Sprunggelenk“. Diese wird meist durch falsches Schuhwerk verursacht, nämlich Turnschuhe, Trekkingsandalen oder gar Flipflops selbst im hochalpinen Bereich — in den Bergen ist unbedingt stabiles Schuhwerk angebracht, das über die Knöchel reichen sollte. Wegen der Zecken, die Borreliose und FSME übertragen können, solltest du in hohem Gras und im Wald lange Beinkleidung tragen.

Unwetter- & Lawinengefahr

Vor allem im späten Winter und im Frühjahr bedrohen Lawinen Ski- und Snowboardfahrer, die sich abseits gesicherter Pisten bewegen, Bergsteigern werden Altschneefelder gefährlich, die als Rutschbahn in die Tiefe führen. Im Sommer können plötzliche Wetterumschwünge und Gewitter Wanderer in Gefahr bringen. Deshalb solltest du immer den Wetterbericht studieren, bevor du losziehst, und dem Rat erfahrener Führer und Bergretter folgen.

Bergrettung

Bei einem Notfall in den Bergen verwendet man akustische oder optische Zeichen, etwa Pfeifen, Rufen oder Blinklicht: sechsmal in der Minute, eine Minute Pause und Wiederholung. Die Antwort: Zeichen dreimal in der Minute; es bedeutet „Verstanden“ oder „Rettung unterwegs“.

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