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In Krakaus Gesicht spiegeln sich die Jahrhunderte. Aber von steifer Museumsatmosphäre keine Spur: Die Metropole an der Weichsel steckt voller Energie und fast südländischer Lebhaftigkeit.
Die Magie einer Märchenstadt
Einmal Krakau – immer wieder Krakau! Nicht umsonst ist sie Polens meistbesuchte Stadt, denn viel Schönes kommt hier zusammen: die Pracht verflossener Epochen und das pralle Leben, die Lust an Legenden und der Appetit auf Neues. Weil die Stadt an der Weichsel in Polens glanzvollster Epoche (1386–1596) Sitz des Königs war, ist hier quasi jeder Stein denkmalgeschützt, wird gehegt und gepflegt. Doch keine Sorge: Versteinert ist in Krakau gar nichts! Von den über 800 000 Einwohnern studiert jeder vierte, was sich in einer hinreißenden Café-, Kneipen- und Clubszene spiegelt. Mit hochkarätigen Festivals rund ums Jahr wird die Kulturszene bereichert. Großartige neue Museen mit ungewöhnlicher Architektur widmen sich der Vergangenheit und der Gegenwart.
Unzerstörte Schönheit
Krakau hat ein großes Herz. Genaugenommen ist es eines der größten der Welt: Der Rynek Główny, der Marktplatz im Zentrum der Altstadt, misst 200 mal 200 m, eine Fläche, die allein schon durch ihre Weite inmitten des schachbrettartig angelegten Häusermeers beeindruckt. Umgeben ist das Herz der Stadt von reiner Schönheit, von Häusern und Gebäuden aller Architekturstile und aus allen Jahrhunderten. Denn die Metropole hat die letzten 800 Jahre praktisch unzerstört überstanden. Auf dem Marktplatz konzentriert sich das Leben, hier treffen sich die Krakauer, hier ist das meiste los, bis tief in die Nacht – und tief unter der Erde.
Geschichte
965
Erste schriftliche Erwähnung
1241
Zerstörung durch Mongolen
1364
Gründung der Universität
1386–1572
Glanzzeit als Hauptstadt von Polen-Litauen
1596
Krakau verliert den Hauptstadtstatus an Warschau
1772–1918
Krakau ist – mit einer Unterbrechung von 1815 bis 1846 – von Österreich besetzt
1939–1945
Deutsche Besatzung, Ermordung der Krakauer Juden
1945–1989
Polen wird nach dem Zweiten Weltkrieg Teil des kommunistischen Ostblocks
1947
Baubeginn des Stahlwerks Nowa Huta
1978
Altstadt und Wawel werden Weltkulturerbe
2000
Krakau wird Europäische Kulturhauptstadt
2022
Massiver Zuzug ukrainischer Kriegsflüchtlinge
bis 2030
Krakau will eine saubere Stadt werden und investiert massiv in grüne Technologien
In den Gewölben unter den Straßen tobt das Leben
Denn eine ganze Reihe der mehr als 100 Cafés, Restaurants, Bars und Clubs rund um den Rynek Główny, die Krakaus Kreislauf vor allem in warmen Sommernächten auf Hochtouren bringen, liegen in urigen Kellergewölben aus Backstein unter der Straße. Die Lebensadern Krakaus reichen tief: Wie in vielen alten Metropolen veränderte sich im Lauf der Jahrhunderte durch Aufschüttung und Überbauung das Niveau der Stadt, Erdgeschosse wurden zu Kellergeschossen. Wie diese unterirdische Welt aussieht, kannst du beim Bier in den historischen Keller erleben: Mach es wie die Krakauer, die einfach gerne ausgehen – zu jeder Tageszeit sind die Lokale voll. „In Warschau“, sagt man, „wird gearbeitet, in Krakau gelebt.“
Wo Dichter, Musiker und Maler virtuos wirken konnten
Dass die ungeliebte Schwester vor 400 Jahren mit dem Umzug des Königshofs auch die Hauptstadtwürde bekam, hat Krakau nur schwer verwunden. Doch die Stadt kompensierte den Sturz in die relative Bedeutungslosigkeit auf ihre Weise: Sie wurde zur Magischen, zur Bewahrerin von Geschichten und Legenden, zur Mäzenin von Dichtern, Musikern und Malern. Dass Krakau heute als Polens Kulturhauptstadt gilt, liegt also nicht nur an der Schönheit ihrer architektonischen Schätze, die dem gesamten Zentrum das Prädikat des Unesco-Weltkulturerbes einbrachten. Es sind auch die – in Relation zur Einwohnerzahl von rund 800 000 vielen – Theater, Konzertsäle, Galerien und Kulturzentren, die diesen Ruf unterstreichen. Dazu kommt eine Jazzszene, die von Kennern nur noch mit der von New York verglichen wird. Und dann ist da noch die Klezmermusik, die traditionelle jüdische Volksmusik, die wieder lebendig ist und die Bedeutung Krakaus als ehemaliges Zentrum jüdischen Lebens in Europa unterstreicht.
Niemals vergessen - und doch in die Zukunft aufbrechen
Das jüdische Erbe konzentriert sich auf Kazimierz, eine bis 1800 unabhängige Stadt. Das Miteinander mit den katholischen Nachbarn endete mit der deutschen Besetzung Polens 1939: Nur rund 5000 der 60 000 in Kazimierz ansässigen Juden überlebten den nationalsozialistischen Terror. Regisseur Steven Spielberg setzte mit seinem Film „Schindlers Liste“ dem Leiden der Krakauer Juden – die 1939 25 Prozent der Einwohner stellten – und dem Industriellen Oskar Schindler, der mehr als 1100 Zwangsarbeiter vor der Ermordung rettete, ein Denkmal. Heute hat sich in Kazimierz eine ganz eigene Atmosphäre entwickelt. Es ist ein junger und hipper Bezirk, beliebt bei Studenten und Künstlern, angesagt bei Nachtschwärmern und Szenegängern, die in Kneipen und Cafés die Sommernächte durchfeiern und auf Flohmärkten nach Retro-Chic stöbern. Und auch die jüdische Gemeinde wächst wieder.
Universitätsstadt mit großer und reicher Geschichte
Überhaupt zeichnet sich das jahrhundertealte Krakau durch jugendliche Frische aus. Mit bis zu 200 000 Studierenden ist es eine junge Stadt. Die staatlichen und privaten Hochschulen existieren neben der ältesten Universität des Landes, die gleichzeitig auch eine der ältesten der Welt ist: Ihre Gründung fällt ins Jahr 1364.Der Wawel-Hügel, mit dem Schloss und der Kathedrale einer der touristischen Höhepunkte der Stadt, war dagegen bereits vor mehr als 50 000 Jahren besiedelt. Ab 1400 v. Chr. ist die Salzgewinnung in der Krakauer Umgebung nachgewiesen.
Handel und Wandel
Im Jahr 965 dann wird die Stadt das erste Mal schriftlich erwähnt, ein Zeichen dafür, dass sich die Siedlung auf dem Wawel-Hügel zum bedeutenden Handelsplatz am Kreuzungspunkt wichtiger Straßen entwickelte. Krakau wuchs, wurde zum Bischofssitz und zur Hauptstadt, musste im 13.Jh. aber auch verheerende Überfälle der Mongolen überstehen. Im 15.und 16.Jh. erlebte Krakau seine Glanzzeit, die sich besonders in der prachtvollen Renaissancearchitektur widerspiegelt. Die Stadt zog Künstler, fortschrittliche Denker und Gelehrte an. Nikolaus Kopernikus etwa, der Jahre später ein neues Weltbild entwerfen sollte, studierte bis 1494 an der Universität.
Kirchen voller Schätze
Über 400 Sehenswürdigkeiten finden sich innerhalb der Planty, eines Rings von Grünanlagen rund um die Altstadt. Dazu gehören alte Bürgerhäuser, Paläste der Aristokratie, berühmte Museen mit Sammlungen internationaler und polnischer Kunst und nicht zuletzt 17 Kirchen. Besonders die Zahl der Gotteshäuser, die von Königen, Adel und wohlhabendem Bürgertum gestiftet wurden, ist ein Symbol des Reichtums. Die Kirchen bergen weltberühmte Schätze wie den Altar in der Marienkirche, der vom Bildhauer Veit Stoß geschaffen wurde, und ziehen Kunstliebhaber und Pilger an.
Ein Stahlwerk als Bollwerk gegen die Bourgeoisie
Krakau war schon immer auch Zentrum des religiösen Lebens in Polen. Als Bistum und Krönungsplatz der polnischen Könige spielte es eine besondere Rolle. Oft wird es „päpstliche Stadt“ genannt, obwohl Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., nicht hier, sondern in Wadowice zur Welt kam. Allerdings verbrachte er mehr als 40 Jahre in Krakau und prägte es auf besondere Weise, indem er sich gegen das religionsfeindliche, sozialistische Regime im Nachkriegspolen stellte. Überhaupt: Krakau und der Sozialismus. Extremere Gegensätze hätte es nicht geben können. Da die Stadt der Liberalen, dort das Regime, das für diese bourgeoisen Tendenzen in einer klassenlosen Gesellschaft keinen Platz sah. Also ließen die Machthaber den Vorzeigestadtteil Nowa Huta und das dazugehörige Stahlwerk aus dem Boden stampfen, um den bürgerlichen Widerstand durch die Ansiedlung proletarischer Arbeiter zu brechen. Ironischerweise trat das Gegenteil ein: Ausgerechnet die Arbeiter und ihr Festhalten an der katholischen Kirche waren es, die am Ende das System zu Fall brachten. Heute bewirbt sich Nowa Huta darum, mit seiner ungewöhnlichen Architektur Unesco-Weltkulturerbe zu werden.
Studenten und Touristen prägen heute Krakaus Gesicht
Die Stahlfabrik ist Geschichte, und auch die Umwälzungen nach dem Ende des Sozialismus sind längst verarbeitet. Krakau lebt heute vom Tourismus, vom Dienstleistungssektor und von der Universität. Die Stadt ist der größte Arbeitgeber der Region, ihre Arbeitslosenquote liegt seit Jahren – mit aktuell um die 2,5 Prozent – unter dem landesweiten Durchschnitt. Nach Ende der Corona-Pandemie sind auch die Touristen zurückgekommen, Millionen besuchen nun wieder Leonardo da Vincis „Dame mit dem Hermelin“, bewundern die Tuchhallen auf dem Marktplatz oder schlendern durch Nowa Huta und Kazimierz. Die Krakauer wissen, dass sie in einer besonderen Stadt leben – und sind stolz auf sie. Sie lieben und kultivieren ihre Geschichte und Traditionen und sie können sie tagelang feiern, ob der Grund nun weltlich oder religiös sein mag. Und sie sind offen, aufgeschlossen und gastfreundlich. Schon vor dem Krieg lebten viele Ukrainer als Gastarbeiter in der Stadt. Nach 2022 kamen Zigtausende Flüchtlinge dazu. Heute stammt ein Viertel der Krakauer aus der Ukraine.
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