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Krakau

Check-in

In Krakaus Gesicht spiegeln sich die Jahrhunderte. Aber von steifer Museumsatmosphäre keine Spur: Die Metropole an der Weichsel steckt voller Energie und fast südländischer Lebhaftigkeit. Es scheint, als lägen über der Stadt gleich mehrere Zauber. Einer, der sie jahrhundertelang vor der Zerstörung durch Eroberer und feindliche Mächte schützte. Einer, der sie im 14. und 15. Jh. zu einem der wichtigsten geistigen Zentren Europas machte, in dem Künstler und Freigeister, Denker und Gelehrte liberal und ohne Einschränkungen ihre Ideen entwickeln konnten. Und einer, der das Juwel an der Weichsel heute zur am häufigsten besuchten Stadt Polens macht. Krakaus besondere Atmosphäre, ein Mix aus Kultur und prallem Leben, aus Historie und Moderne, aus Zukunft und Legenden, lockt Gäste von überall her. Und es werden Jahr für Jahr mehr, die auf den Spuren von Kopernikus spazieren, Festivals miterleben und auf Zeitreise inmitten unvergänglicher Architekturgehen wollen. Oder das Leben genießen, in Restaurants, Cafés und Clubs, die sich nicht vor denen größerer Metropolen verstecken müssen.

Denn Krakau hat ein großes Herz. Genaugenommen ist es eines der größten der Welt: Der Rynek Główny, der Marktplatz im Zentrum der Altstadt, misst 200 mal 200 m, eine Fläche, die allein schon durch ihre Weite inmitten des schachbrettartig angelegten Häusermeers beeindruckt. Umgeben ist das Herz Krakaus von reiner Schönheit, von Häusern und Gebäuden aller Architekturstile und aus allen Jahrhunderten. Denn die Metropole an der Weichsel hat die letzten 800 Jahre ihrer Geschichte praktisch unzerstört überstanden, hat ihre Schätze und ihr Erbe ins Heute gerettet. Und ist dabei alles andere als ein Museum: Auf dem Marktplatz konzentriert sich das Leben, hier treffen sich die Krakauer, hier ist das meiste los, bis tief in die Nacht – und tief unter der Erde.

Denn eine ganze Reihe der mehr als 100 Cafés, Restaurants, Bars und Clubs rund um den Rynek Główny, die Krakaus Kreislauf vor allem in warmen Sommernächten auf Hochtouren bringen, liegen in urigen Kellergewölben aus Backstein unter der Straße. Die Lebensadern der Stadt reichen tief: Weil die Weichsel immer wieder für Überschwemmungen sorgte, setzte man im späten 13. Jh. kurzerhand das ganze Zentrum auf ein höheres Niveau. 600 Jahre später, als die Wohnungen knapp wurden, erinnerten sich die Bürger der unterirdischen Straßenzüge, gruben die endlosen Gänge wieder aus, nutzten sie als Warenlager und Verstecke. Oder eben zum Vergnügen, wie Nachtschwärmer heute erleben können. Die Krakauer gehen gerne aus, zu jeder Tageszeit sind die Lokale voll. „In Warschau“, sagt man „wird gearbeitet, in Krakau gelebt.“

Dass Krakau heute als Polens Kulturhauptstadt gilt, liegt nicht nur an der Pracht ihrer architektonischen Schätze, die dem gesamten Zentrum das Prädikat des Unesco-Weltkulturerbes einbrachten. Es sind auch die – gemessen an der relativ kleinen Einwohnerzahl von rund 756 000 – vielen Theater, Konzertsäle, Galerien und Museen, die diesen Ruf unterstreichen. Dazu kommen eine Jazzszene, die von Kennern nur noch mit der von New York verglichen wird, und jede Menge Künstler von Weltrang, wie der Regisseur und Oscarpreisträger Andrzej Wajda oder der Komponist Krzysztof Penderecki, einer der führenden Vertreter der polnischen Avantgarde, die in Krakau wohnen oder gewohnt haben. Und auch wenn es die Literatur-Nobelpreisträgerin und Lyrikerin Wisława Szymborska nicht mehr erlebte: 2013 wurde Krakau zur Unesco-Literaturstadt ernannt. Ganz zu schweigen von der Klezmermusik, der traditionellen jüdischen Volksmusik, die lebendig ist wie eh und je und die Bedeutung Krakaus als ehemaliges Zentrum jüdischen Lebens in Europa unterstreicht.

Das jüdische Erbe Krakaus konzentriert sich auf Kazimierz, eine ehemals unabhängige Stadt, die 1802 eingemeindet wurde. Viele Juden, die 1495 nach Pogromen vom damaligen König aus Krakau ausgesiedelt wurden, fanden hier ihre neue Heimat und machten Kazimierz zu einem bedeutenden Mittelpunkt ihrer Kultur. Das friedliche Miteinander mit den katholischen Nachbarn endete erst mit der deutschen Besetzung Polens 1939: Nur rund 4.000 der 60.000 in Kazimierz lebenden Juden überlebten die nationalsozialistischen Gräuel. Regisseur Steven Spielberg setzte mit seinem Film „Schindlers Liste“ dem Leiden der Krakauer Juden – die 1939 25 Prozent der Einwohner stellten – und dem Industriellen Oskar Schindler, der mehr als 1.100 Zwangsarbeiter vor der Ermordung rettete, ein Denkmal. Heute hat sich Kazimierz seine ganz eigene Atmosphäre bewahrt, eine, in der die glücklichen Zeiten der Vergangenheit wieder aufleben: Ende Juni, Anfang Juli findet etwa mit dem Fest der jüdischen Kultur das wohl bedeutendste Festival Krakaus in Kazimierz statt. Es ist ein junger und hipper Bezirk, beliebt bei Studenten und Künstlern, angesagt bei Nachtschwärmern und Szenegängern, die in Kneipen und Cafés die Sommernächte durchfeiern und auf Flohmärkten nach Retro-Chic stöbern.

Überhaupt zeichnet sich das jahrhundertealte Krakau durch jugendliche Frische aus. Mit mehr als 150.000 Studierenden ist es eine junge Stadt, was sich auch in der Einrichtung immer neuer staatlicher und privater Hochschulen zeigt. Sie existieren neben der ältesten Universität des Landes, die gleichzeitig auch eine der ältesten der Welt ist: Ihre Gründung fällt ins Jahr 1364. Der Wawel-Hügel, mit dem Schloss und der Kathedrale einer der touristischen Höhepunkte der Stadt, war bereits vor über 50.000 Jahren besiedelt. Ab 1400 v. Chr. ist die Salzgewinnung in der Krakauer Umgebung nachgewiesen.

Im Jahr 965 dann wird die Stadt das erste Mal schriftlich erwähnt, ein Zeichen dafür, dass sich die Siedlung auf dem Wawel-Hügel zum bedeutenden Handelsplatz am Kreuzungspunkt wichtiger Handelsstraßen entwickelte. Krakau wuchs, wurde zum Bischofssitz und zur Hauptstadt, musste im 13. Jh. aber auch verheerende Überfälle der Tataren überstehen. Ein Trompetensignal, das zu jeder vollen Stunde vom Turm der Marienkirche erklingt, erinnert an diese Angriffe: Der hejnał bricht abrupt ab, weil der Turmwächter, als er seine Warnung blies, von einem Pfeil getroffen wurde – ein erneuter Beweis dafür, wie sehr die Geschichte in Krakau in die Gegenwart hineinwirkt: Das Trompetensignal wird jeden Tag um 12 Uhr in ganz Polen live im Radio übertragen. Im 15. und 16. Jh. erlebte Krakau seine Glanzzeit, die sich besonders in der prachtvollen Renaissancearchitektur widerspiegelt. Die Stadt zog Künstler, fortschrittliche Denker und Gelehrte an. Nikolaus Kopernikus etwa, der Jahre später ein neues Weltbild entwerfen sollte, studierte an der Universität. Über 400 Sehenswürdigkeiten finden sich innerhalb der Planty, eines Rings von Grünanlagen rund um die Altstadt. Dazu gehören alte Bürgerhäuser, Paläste der Aristokratie, berühmte Museen mit Sammlungen internationaler und polnischer Kunst und nicht zuletzt 17 Kirchen. Besonders die Zahl der Gotteshäuser, die von Königen, Adel und reichem Bürgertum gestiftet wurden, ist ein Symbol des Reichtums. Die Kirchen bergen weltberühmte Schätze wie den Altar in der Marienkirche, der vom Bildhauer Veit Stoß geschaffen wurde, und ziehen Kunstliebhaber und Pilger an.

Krakau war schon immer auch Zentrum des religiösen Lebens in Polen. Als Bistum und Krönungsplatz der polnischen Könige spielte es eine besondere Rolle. Oft wird es „päpstliche Stadt“ genannt, obwohl Karol Wojtyła, der spätere Papst Johannes Paul II., nicht hier, sondern in Wadowice zur Welt kam. Allerdings verbrachte er mehr als 40 Jahre in Krakau und prägte es auf besondere Weise. Nicht nur in der Zeit der Nazi-Okkupation, während der er verbotenerweise Theologie studierte, stellte sich der spätere Erzbischof von Krakau gegen die Machthaber: Weil den Arbeitern in Nowa Huta vom religionsfeindlichen sozialistischen Regime im Nachkriegspolen der Bau einer Kirche verboten wurde, zelebrierte er aus Protest Freiluftmessen bei jedem Wetter. Seine und die Opposition der Arbeiter trug Früchte, denn 1977, ein Jahr vor seinem Pontifikat, konnte Karol Wojtyła die Kirche „Arche des Herrn“ in Nowa Huta weihen. Überhaupt: Krakau und der Sozialismus. Extremere Gegensätze hätte es nicht geben können. Dort die Stadt der Liberalen, der Frei- und Andersdenker, dort das Regime, das für diese bourgeoisen Tendenzen in einer klassenlosen Gesellschaft keinen Platz sah. Also ließen die Machthaber den Stadtteil Nowa Huta und das dazugehörige Stahlwerk aus dem Boden stampfen, um den bürgerlichen Widerstand durch die Ansiedlung proletarischer Arbeiter zu brechen. Doch das Gegenteil war der Fall: Ausgerechnet die Arbeiter und ihr Festhalten an der katholischen Kirche waren es, die am Ende das System zu Fall brachten.

Die Stahlfabrik ist Geschichte, die Umwälzungen durch das Ende des Sozialismus und die Öffnung des Landes in den 1990er-Jahren verarbeitet. Krakau lebt heute von den Touristen, vom Dienstleistungssektor und von der Universität. Die Stadt ist der größte Arbeitgeber der Region, die Arbeitslosenquote liegt bei 6, die landesweite bei 13 Prozent. Immer mehr Gäste besuchen Leonardo da Vincis „Dame im Hermelin“, bewundern die Tuchhallen auf dem Marktplatz oder schlendern durch Nowa Huta. Die Krakauer wissen, dass sie in einer besonderen Stadt leben – und sind sehr stolz auf sie. Sie lieben und kultivieren ihre Geschichte und Traditionen, und sie können sie tagelang feiern, ob der Grund nun weltlich oder religiös sein mag. Man sagt den Krakauern aber auch nach, dass sie sehr sparsam, um nicht zu sagen geizig seien. Das mag vielleicht stimmen, aber gleichzeitig sind sie gastfreundlich und weltoffen. So sehr, dass sich manche, wie der Geiger Nigel Kennedy, in die Stadt derart verlieben, dass sie hier bleiben, leben, arbeiten und an Krakaus ewiger Geschichte mitschreiben.

Sehenswürdigkeiten & Top Highlights

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Reisezeit

Januar
mäßig
-1°C
Februar
mäßig
2°C
März
mittel
7°C
April
mittel
14°C
Mai
gut
19°C
Juni
gut
22°C
Juli
sehr gut
24°C
August
sehr gut
24°C
September
mittel
20°C
Oktober
mittel
13°C
November
mäßig
7°C
Dezember
gut
2°C

Die beste Reisezeit für Krakau sind die Monate Juli und August. In dieser Zeit wird eine durchschnittliche Temperatur in Höhe von 24° Celsius erreicht. Die sonnigsten Monate sind Juni und Juli mit durchschnittlich 7 Sonnenstunden pro Tag. Im Vergleich hierzu liegt die Temperatur im kältesten Monat bei lediglich -1° Celsius bei 8 Regentagen. Im Jahresmittel liegt die durchschnittliche Tagestemperatur bei 13° Celsius und die Nachttemperatur bei 5° Celsius. Im Schnitt regnet es jeden Monat an 9 Tagen. Der regenreichste Monat ist der Juni.

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Praktische Hinweise

Anreise

Reisende aus Norddeutschland wählen den Weg über Berlin und Wroclaw (Breslau). Wer weiter südlich startet, nimmt die Route über Dresden oder Prag (Tschechien). Der schnellste Weg von Wien und Zürich führt über Bratislava (Slowakei).

Alle wichtigen Bahnverbindungen aus Deutschland führen über Berlin nach Krakau (10 Stunden). Von Wien sind es rund acht Stunden Fahrt, für Schweizer ist die Anreise per Bahn meist kompliziert und mit viel Umsteigen verbunden.

Die Reise von Berlin nach Krakau dauert rund zehn Stunden. Von allen großen deutschen Städten gibt es eine tägliche Busverbindung, Fahrpreis hin und zurück ab ca. 100 Euro. Die Busse halten am Krakauer Busbahnhof (Regionalny Dworzec Autobusowy)UUlica Bosacka.

Alle nationalen und internationalen Flüge landen auf dem Kraków Airportwww.krakowairport.pl. Er wird angeflogen von der polnischen Fluggesellschaft LOT (www.lot.com), von German Wings (www.germanwings.com), Airberlin (www.airberlin.com), Lufthansa (www.lufthansa.com) und Austrian Airlines (www.austrian.com).

Vom Flughafen nehmen Sie entweder die Busse 292 oder 208, beide fahren bis zum Hauptbahnhof (2,60 Pln), oder den Zug, der Sie direkt zum Hauptbahnhof bringt. Vom Flughafen (200 m Entfernung) fährt ein Shuttlebus zur Station, die Fahrkarte kostet 8 Pln. Der Zug fährt alle 30 Minuten, die Fahrt zum Hauptbahnhof dauert 16 Minuten. Das Taxi ins Zentrum kostet ca. 55 Pln.

Auskunft vor der Reise

Polnisches Fremdenverkehrsamt

Kurfürstendamm7110709030 2100920www.polen.travel

Auskunft in Krakau

Im Zentrum gibt es viele städtische Infostellen (informacja), aber auch viele private Infopunkte. Bei den meisten können Sie auch Führungen und Ausflüge, etwa nach Zakopane, Wieliczka oder Auschwitz, buchen und Karten für Konzerte kaufen. In der Ulica Jana2 bekommen Sie das Karnet-Magazin, eine Broschüre, die monatlich erscheint und alle aktuellen Events in Polnisch und Englisch auflistet.

Weitere Infostellen: Informacja Wieża RatuszowaRynek główny1im Rathausturm; Touristeninformation MCIT (Małopolskie Centrum Informacji Turystycznej)Rynek Główny1/3Tuchhallenwww.mcit.pl

Auto

Auf Autobahnen sind 140 km/h erlaubt, innerhalb von bebautem Gebiet (weiße Schilder) und Ortschaften (grüne Schilder) 50 km/h, von 23 bis 6 Uhr 60 km/h. Häufige Geschwindigkeitskontrollen! Am Tag ist eingeschaltetes Abblendlicht Pflicht, eine Warnweste muss in den Kofferraum.

Wer mit dem Auto anreist, wird auch in Krakau feststellen, dass das Parken alles andere als einfach ist. Die Innenstadt ist in drei Parkzonen unterteilt: Zone A (Zentrum) ist den Fußgängern vorbehalten. In dieser Zone dürfen Sie nur zum Ausladen des Gepäcks zum Hotel fahren, Parken ist überhaupt nicht erlaubt. In der Zone B gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 km/h, Ihr Auto dürfen Sie nur auf den sehr begrenzt eingerichteten markierten Plätzen abstellen. In der Zone C ist das Parken erlaubt, nachdem Sie die entsprechend Gebühr bezahlt haben: 3 pln fur die erste Stunde an Wochentagen von 10–18 Uhr (am Wochenende umsonst). Den Parkschein bekommen Sie bei der Post, bei einem Straßenverkäufer oder am Automaten (nur Bargeld, die Automaten geben kein Restgeld zurück). Die Minimalgebühr beträgft 1 Pln/20 Min. Fragen Sie am besten bei der Hotelbuchung, ob ein Parkplatz zur Verfügung steht.

Banken & Wechselstuben

In Krakau gibt es nicht nur Filialen aller größeren Banken (im Allgemeinen: Mo–Fr 7.30–17, Sa 7.30–14 Uhr), sondern auch privat betriebene Wechselstuben, kantor (tgl. 9–19 Uhr) genannt. Viel einfacher ist es allerdings, wenn Sie an einem der zahlreich in der Stadt verteilten Geldautomaten direkt mit Ihrer EC- und Kreditkarte Bargeld ziehen.

Diplomatische Vertretungen

Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland

Mo–Fr 9–12 UhrUlica Stolarska731-043124243000www.krakau.diplo.de

Österreichisches Generalkonsulat

Mo–Fr 9–12 UhrUlica Napoleona Cybulskiego931-117124219766www.bmeia.gv.at

Schweizer Botschaft

Mo–Fr 9–12 UhrAleje Ujazdowskie2700-540226280481www.eda.admin.ch/warschau

Einreise

Für EU-Bürger und Schweizer reicht der Personalausweis.

Geld & Kreditkarten

Die polnische Währung heißt złoty (1 złoty = 100 groszy). Manchmal können Sie in Euro bezahlen, akzeptiert werden aber nur Scheine, das Restgeld bekommen Sie in złoty.

Gesundheit

Es gelten die Bedingungen wie für alle EU-Länder. Die Europäische Krankenversicherungskarte garantiert für gesetzlich Versicherte die Behandlung, die Kosten werden zu den Sätzen des Heimatlandes zurückerstattet. Denken Sie beim Arztbesuch an die Quittungen! Für weitergehende Leistungen ist eine Reisekrankenversicherung nötig.

Internetcafés & WLAN

In Krakau gibt es zwei WLAN-Zonen: am Marktplatz (Netzname: krakow123) und in Kazimierz in der Ulica Szeroka, beide bieten aber nur eine sehr langsame Verbindung. Viele Cafés und die meisten Lokale haben meist schnelleren kabellosen Internetzugang. Meist ist ein (zeitlich beschränktes) Password erforderlich, das Sie kostenlos von der Bedienung bekommen.

In der Stadt gibt es außerdem jede Menge Internetcafés. Eine Stunde surfen kostet 2–4 Pln. Im Zentrum: CornetUlica Gołębia4, PlanetRynek Główny24, Klub internetowy SzewskaUlica Szewska21, Internetcafé BrackaUlica Bracka3–5.

Notruf

Polizei Tel. 997, Feuerwehr Tel. 998, Krankenwagen Tel. 999

Öffentliche Verkehrsmittel

Am schnellsten und billigsten sind Sie in Krakau mit Bussen und Straßenbahnen unterwegs, die meist bis gegen 23 Uhr fahren. Eine Fahrkarte (bilet autobusowy) kostet 2,50 Pln (3 Pln beim Schaffner). Die Tickets gibt’s am Automaten oder in manchen trafik, Kiosken, die Zeitungen, Zigaretten und Getränke anbieten. Im Zentrum sind zwei Kartenkioske: Ulica Podwale 3/5Mo–Fr 7–19 Uhr und Ulica Mogilska 15aMo–Fr 7–19 Uhr. Eine Fahrkarte gilt für eine Fahrt, wenn Sie umsteigen, müssen Sie eine neue entwerten. In diesem Fall bietet sich das Stundenticket mit Umsteigeberechtigung an (3,10 Pln). Außerdem erhältlich: 24-, 48- und 72-Stunden-Tickets (10,40 Pln, 18,80 Pln und 25 Pln) sowie Wochenkarten (38 Pln).

Öffnungszeiten

In Polen gibt es kein Ladenschlussgesetz, daher sind die meisten Geschäfte von Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr geöffnet, am Wochende meist bis 15 Uhr. Im Zentrum gibt es allerdings Lebensmittelgeschäfte, die bis 22 Uhr oder rund um die Uhr geöffnet haben. Große Einkaufszentren und Ketten sind wochentags bis 22 Uhr und am Wochenende bis 20 Uhr göffnet.

Post

Briefmarken und Umschläge kaufen Sie bei der Post (poczta). Am zentralsten gelegen sind das Postamt am Plac Wszystkich Świętych 9Mo–Fr 8–18 Uhr und das HauptpostamtUlica Westerplatte20Mo–Fr 7.30–20.30, Sa 8–14 Uhr, rund um die Uhr ist das Postamt Ulica Lubicz 4in der Nähe des Bahnhofs geöffnet. Postkarte und Brief bis 100 g: europaweit 3 Pln.

Radfahren

In Krakau gibt es insgesamt nur 30 km markierte Radfahrwege. Am schönsten und sichersten fahren Sie an der Weichsel entlang (bis nach Tyniec oder Nowa Huta), in Błonia, den Planty und im Las Wolski (Wolski-Wald). Leihfahrräder kosten durchschnittlich 30 bis 35 Pln/Tag.

Fahrradverleih: Am zentralsten liegt Bike RentalUlica św. Anny4www.bike-rental.plMai–Okt. tgl. 9 Uhr bis zur Dämmerung, in Kazimierz finden Sie Dwa kołaUlica Józefa5www.dwakola.internetdsl.plMai–Okt. tgl. 9–19 Uhr; Art-Bikeul. Starowiślna33atgl. 30–50 Pln, bzw. 5 Pln/Std..

Sicherheit

Krakau gehört zu den sichersten Städten in Polen, normale Vorsichtsmaßnahmen reichen. Nachts in der Innenstadt ist es sicher, Nowa Huta oder Podgórze sollten Sie in der Dunkelheit eher meiden.

Stadtrundfahrten & Spaziergänge

Treffpunkt für Stadtspaziergänge012431167850 Pln/Person ist der Plac Mariacki 3 (hier bekommen Sie auch die Karten). Führungen auf Deutsch am Mittwoch, Freitag und Samstag. Die Spaziergänge sind aufgeteilt: 9–13 Uhr Innenstadt, am Nachmittag Kazimierz.

Auf einer Bustour können Sie die Stadt von einem DoppeldeckerbusTickets pl. Mariacki 336 Pln/Person aus bewundern (Einstieg Wawel am Hotel Royal). Der Bus hält an mehreren Stationen, die Fahrkarte gilt für den ganzen Tag.

Die Kommunistische Tour (2,5 Stunden 129 Pln/Person) der Crazy Guideswww.crazyguides.com lässt die Geschichte der jeweiligen Stadteile von 1945 bis 1989 Revue passieren die beliebteste Tour mit Lunch, einem Glas Wodka, Vorführung eines Propagandafilms und Besuch einer im Stil der damaligen Zeit eingerichteten Wohnung dauert vier Stunden und kostet 170 Pln pro Person.

Kutschen (30 Min. Marktplatz bis Wawel150 Pln für 4–5 Gäste halten am Hauptmarktplatz und in der Ulica Kanonicza. In Krakau dürfen offiziell nur lizenzierte Fremdenführer Stadtführungen anbieten. Buchung unter: Marco der Pole Reisebürowww.krakau-reisen.com.

Mit der „Nimfa“, einem Schiff für Krakowska Żegluga PasażerskaBulwar Czerwieński3Anlegestelle Przystań Wawel, vor der Grunwaldzki Brücke530750736www.statekkrakow.com35 Plnminimal 20 Fahrgäste, können Sie von April bis Oktober die Stadt vom Fluss aus erkunden. Von Montag bis Samstag starten die Touren von 10 bis 17.30 Uhr, am Sonntag um 10, 13 und 16.30 Uhr und kosten 15 Pln. Die letzte Sonntagstour ist kombiniert mit einem Besuch der Benediktinerabtei in Tyniec: Während zu allen anderen Zeiten das Schiff gleich wieder ablegt, hat man dann eine Stunde Zeit, die Abtei zu besuchen und mit der „Nimfa“ wieder zurückzufahren.

Strom

220 Volt Wechselstrom, Adapter für den Stecker sind nicht nötig.

Taxis

Taxifahren ist ziemlich günstig. Im Zentrum gibt es mehrere Taxistände, ansonsten können Sie per Handy einen Wagen rufen. Üblich sind eingeschaltete Taxameter: Beim Einsteigen zeigt es meistens 5 Pln an, dann kostet jeder Kilometer abhängig vom Tarif (Wochen-/Feiertag-, Tag-/ Nachttarif) ab 3 Pln. Funktaxis z. B.: 9191.

Telefon & Handy

Vorwahl nach Deutschland: 0049; Österreich 0043, in die Schweiz 0041. Vorwahl nach Polen: 0048, dann die Krakauer Stadtvorwahl 12 plus die Anschlussnummer. Auch bei Anrufen innerhalb Krakaus (und Polens) müssen Sie die Stadtvorwahl mitwählen, aber ohne Null: 12.

Die meisten öffentlichen Telefone sind Kartentelefone, Karten gibt es bei der Post und in den Tabaktrafiken. Eine polnische Prepaid-SIM-Karte (karta sim, bei der Post, im trafik oder in manchen Buchläden) ist die günstigste Lösung, aber nur, wenn Sie ein Telefon ohne SIM-Lock haben. Falls Sie eine polnische SIM-Karte kaufen, wählen Sie für das Festnetz 012 plus die Anschlussnummer oder nur die Handynummer. Bei deutschem Handy gilt die Vorwahl 004812.

Trinkgeld

Da Trinkgeld nicht inbegriffen ist, wird die Rechnung aufgerundet. In besseren Lokalen sind 10 Prozent des Rechnungsbetrags üblich.

Zeitungen

In manchen Hotels können Sie internationale Tageszeitungen und Magazine bekommen, ansonsten in der Buchhandlung EmpikRynek Główny5tgl. 9–22 Uhr am Marktplatz.

Zoll

Waren für den Eigenverbrauch dürfen in der EU frei ein- und ausgeführt werden. Schweizer können zollfrei bis zu folgenden Obergrenzen einkaufen: 200 Zigaretten und 1 l Alkohol. Für die Ausfuhr von Antiquitäten (vor dem 9. Mai 1945) ist eine Genehmigung des polnischen Kulturministeriums nötig. www.zoll.de

Events, Feste & mehr

Feiertage

1. Jan.

Neujahr

März/April

Ostermontag

1. Mai

Tag der Arbeit

3. Mai

Tag der Verfassung

Mai/Juni

Fronleichnam

15. Aug.

Mariä Himmelfahrt

1. Nov.

Allerheiligen

11. Nov.

Tag der Unabhängigkeit

25./26. Dez.

Weihnachten

Veranstaltungen

März

Die Dni Bachowskie (Bachtage) am Ende des Monats werden von der Krakauer Musikakademie organisiert. Während dieser sieben Tage finden Vorträge und barocke Kammerkonzerte (nicht nur mit Werken von Bach) statt, die u. a. von Krakauer Studenten gespielt werden. www.amuz.krakow.pl

April

Beim einwöchigen Festival Misteria Paschalia am Monatsanfang finden klassische Konzerte in Kirchen, der Philharmonie und der Oper statt. Thema: Fastenzeit und Ostern. www.misteriapaschalia.com Jazzliebhaber sollten das internationale Festival Starzy i Mlodzi czyli Jazz w Krakowie (Alt und Jung – Jazz in Krakau) nicht verpassen. Berühmte und weniger bekannnte Musiker des Genres geben Konzerte in Jazzkellern, Clubs und Cafés. www.jazz.krakow.pl

Mai

Während der Noc Muzeów w Krakowie (Lange Nacht der Museen) können Sie alle Sammlungen fast umsonst besichtigen. Als Eintrittskarte gilt eine extra für die Veranstaltung geprägte Münze zu 1 Pln. Die Museumsnacht ist sehr beliebt, daher müssen Sie mit langen Warteschlangen rechnen.

Juni

Zum Święto Miasta (Stadtfest) Anfang Juni gehören Konzerte, Umzüge, Marathonläufe und andere Veranstaltungen. Spekatkulärer Höhepunkt ist die Parada Smoków (Drachenparade), bei der die Teilnehmer mit riesigen, bunten Drachenfiguren durch die Straßen der Stadt ziehen.

Das Wianki (Weichselkranzfest) in der Mittsommernacht erinnert an die heidnisch geprägte Zeit, als junge Mädchen in der längsten Nacht des Jahres Kränze ins Wasser ließen, um vom Schicksal einen liebevollen Ehemann zu bekommen. Außerdem im Programm: Konzerte von Weltstars wie Lenny Kravitz oder Jamiroquai und ein Feuerwerk.

In Kazimierz wird das Festiwal Kultury Żydowskiej (Festival der jüdischen Kultur) mit Konzerten, Filmen, Ausstellungen gefeiert. Besonders spannend sind die thematischen Führungen in Objekte, die ansonsten geschlossen sind. www.jewishfestival.pl

August

Die Targi Sztuki Ludowej (Märkte der Volkskunst) am Monatsende drehen sich um das Krakauer Kunsthandwerk. Auf dem Rynek Główny gibt es traditionelle Erzeugnisse aus Holz oder Ton.

September

Das Festiwal Sacrum Profanum ist ein einwöchiges Musikfest, das in untypischer Umgebung stattfindet: in der ehemaligen Schindler-Fabrik beispielsweise oder im Walzwerk in Nowa Huta. Präsentiert wird Musik des 20. Jhs. aller Sparten, von polnischem Jazz über das Ensemble Modern bis hin zu den Elektropionieren Kraftwerk. Klassische Musik, Ballett oder Jazz gibt es in der Philharmonie. www.sacrumprofanum.pl

Dezember

Zur Tradition gehört der Targi Bożonarodzeniowe (Weihnachtsmarkt) auf dem Rynek Główny (meist ab dem 2. Dezembersamstag). Während des Konkurs Szopek Krakowskich (Krippenfest) werden die schönsten Krippen auf dem Marktplatz ausgewählt und dann im Historischen Museum ausgestellt. Muzeum Historyczne Masta KrakowaRynek Główny35mhk.plEintritt 3 Pln

Bloss nicht

Alkohol trinken oder Zigaretten wegwerfen

In Polen darf man an öffentlichen Orten keinen Alkohol trinken und an Haltestellen nicht rauchen. Krakau ist eine saubere Stadt und an jeder Ecke steht ein Mülleimer. Wenn Sie beim Wegwerfen einer Kippe erwischt werden, ist eine Geldstrafe fällig.

Auto falsch parken

Krakau ist in drei Parkzonen unterteilt und nur in den Zonen 2 und 3 dürfen Sie mit einem gültigen Parkschein parken. Falls Sie Ihr Auto falsch oder ohne Parkschein abstellen, wird eine „Kralle“ an die Räder montiert – und das kostet dann richtig!

Geld am Flughafen umtauschen

Am Flughafen ist der Kurs meist am schlechtesten, es lohnt sich, in der Stadt die Kurse in den Wechselstuben zu vergleichen. An Sonntagen ist der Kurs meist um ein paar złoty niedriger.

Kirchen falsch angezogen besichtigen

Auch als Tourist sollte man die Regel beachten, Kirchen nicht in kurzer Hose oder in ärmelloser Kleidung zu betreten. Entweder wird Ihnen der Eintritt verwehrt oder Sie werden gebeten, sich etwas überzuziehen. In manchen Kirchen wie etwa der Marienkirche bekommen Sie dann einen Schal. Kopfbedeckung abnehmen nicht vergessen!

Leichtsinnig sein

Krakau ist eine sichere Stadt, dennoch sollten Sie keine Wertsachen im Auto oder den Fotoapparat auf dem Cafétisch liegen lassen. In besseren Hotels stehen Safes zur Verfügung.

Meckern

Die Krakauer wissen ganz genau, dass vieles noch nicht perfekt ist, dass die Straßen besser sein könnten, die Bürgersteige repariert gehören und dass es mehr Radwege geben könnte. Die Polen selbst meckern viel und gern, vertragen Kritik von Fremden aber eher schlecht. Also: Sehen Sie am besten die positiven Seiten!

Straße überqueren, ohne zu schauen

Auch wenn Sie auf dem Zebrastreifen oder an einer Ampel die Straße passieren, sollten Sie mehrmals nach rechts und links schauen. Denn oft halten Autofahrer nicht an, selbst wenn Fußgänger am Straßenrand stehen. Natürlich ist es auch in Polen Pflicht, zu stoppen – es wird nur selten gemacht.

Über die Kirche Witze machen

Die Polen sind zu 98 Prozent römisch-katholisch und die Kirche hat nach wie vor sehr große Bedeutung. Deswegen: Auch wenn die Einheimischen über Priester und die Kirche Witze erzählen – Sie sollten es eher lassen.

1-7 °C
2 h/Tag

Fakten

Einwohner 766.739
Fläche 327 km²
Strom 230 V, 50 Hz
Reisepass / Visum nicht notwendig
Ortszeit 05:24 Uhr
Zeitverschiebung keine

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