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Reiseführer
Jordanien - Der Osten

MARCO POLO Reiseführer

Jordanien

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Die Omayyaden-Schlösser sind kleine Juwele frühislamischer Kunst - nebenan weiden Wasserbüffel in der Sumpflandschaft.

Verlasse Amman in Richtung Osten, gelange in einen Teil des Landes, der auf den ersten Blick wenig einladend erscheint. Lastwagen beherrschen die Wüstenhighways, die nach Irak und Saudi-Arabien führen.

Wie schon zu Zeiten des UN-Embargos gegen Irak ist die Landverbindung über Jordanien eine der Lebensadern Iraks. Doch die riesige Wüstenlandschaft - mal ausgetrocknete Sümpfe mit dicker Salzschicht, mal schwarzes Basaltgeröll - hat mehr zu bieten: Entlang der beiden Straßen, die wie eine Schleife das Gebiet durchziehen, liegen die berühmten Omayyaden-Schlösser. Diese bescheidenen Gebäude aus dem 8.Jh. sind gerade wegen des fehlenden Pomps kleine Juwele, die einen Tagesausflug wert sind. So haben hier Wandmalereien aus der Frühzeit des Islam überdauert, auf denen sogar nackte Frauen abgebildet sind.

Die aus Damaskus stammenden Omayyaden-Herrscher hielten in diesen Schlössern Hof: Sie schlichteten Rechtsstreite und pflegten die Beziehungen zu den lokalen Beduinenstämmen, die ihre Machtbasis waren. Doch die Herbergen dienten wahrscheinlich auch als Lustschlösser. In der Abgeschiedenheit der Wüste soll es hier zu Gelagen mit Wein, Weib und Gesang gekommen sein. Auch die Pflege der vorislamischen Dichtkunst, in der Sinnenfreuden und Alkohol eine große Rolle spielen, wird überliefert. Die zahlreichen Tierdarstellungen zeugen davon, dass die Jagd auf Gazellen und Enten sowie sportliche Ertüchtigung zum Programm gehörten. Als 750 n. Chr. die Abbasiden die Omayyaden besiegten, verlegten sie die Hauptstadt nach Bagdad. Die Region des heutigen Jordanien verlor an Bedeutung, und die Wüstenschlösser gerieten in Vergessenheit. Für die Tour zu den Wüstenschlössern empfiehlt es sich, ein Auto oder ein Taxi zu mieten. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln sind sie nur äußerst schwierig zu erreichen. Wenn du mehr Zeit hast, kannst du in der Kleinstadt Azraq übernachten, die von mehreren Naturschutzgebieten umgeben ist.

Jordanien - Der Osten Sehenswertes & Restaurants

Qasr Amra
Architektonische Highlights
Azraq
Qasr al-Azraq
Architektonische Highlights
Azraq
Azraq Wetland Reserve
Botanische Gärten & Parks
Azraq
Qaṣr Ḫarrāna
Architektonische Highlights
Azraq
Shaumari Wildlife Reserve
Botanische Gärten & Parks
Azraq
Azraq
Geographical
Azraq

    Architektonische Highlights

    Botanische Gärten & Parks

    Architektonische Highlights

    Botanische Gärten & Parks

    Geographical


  • Qasr Amra

    Architektonische Highlights
    • © vladj55, Thinkstock

    Die Anlage ist das am besten erhaltene Wüstenschloss und gehört seit 1999 zum Unesco-Welterbe. Im 8.Jh. ließ sich Kalif Walid I. diesen Jagdpavillon mit Badehaus bauen, der auch als Lustschloss diente. Von außen besticht das bescheidene Gebäude durch seine harmonischen, runden Formen. Der gelbliche Stein passt sich der sandigen Landschaft an. Vor dem Eingang liegt der 24 m tiefe Brunnen, der den Hammam mit Wasser versorgte. Im Inneren zeugen die einzigartigen Fresken von der Damaszener Lebensart jener Zeit. Die lebensnahen Malereien zeigen Menschen - was im späteren Islam kaum noch vorkommt - und sogar unbekleidete Frauen - das ist noch ungewöhnlicher. Kein Wunder, dass die Abbasiden, die den Omayyaden nachfolgten, die Ausschweifungen ihrer Vorgänger anprangerten. Dank der Abgeschiedenheit des Schlösschens haben spätere Bilderstürmer diese Zeugnisse aus der Frühzeit des Islam übersehen. In der islamischen Kunst wurde später fast ausschließlich mit geometrischen und pflanzlichen Motiven sowie Buchstaben gearbeitet, weil die Darstellung von Menschen nach weit verbreitetem Religionsverständnis verboten ist. In der dreischiffigen Empfangshalle mit den gewölbten Decken ist eine nackte Frau beim Bad zu sehen. Daneben sind sechs Herrscher abgebildet, die von den Omayyaden besiegt wurden. Vier davon sind namentlich genannt, darunter der der Perser Chosroes, der äthiopische König Negus und der Westgote Roderich, der 711 besiegt wurde. In den Deckenfresken sind Handwerker wie Schreiner, Schmiede und Maurer bei der Arbeit verewigt. Von der Halle führt ein schmaler Durchgang in das Bad, das in drei Bereiche aufgeteilt ist: Die Wände des Umkleideraums sind mit naiven Zeichnungen von Gazellen, einem Laute spielenden Bären und anderen Tieren geschmückt. Im Tepidarium (Abkühlraum) sind eine Gruppe von drei Frauen im Bad sowie eine Jagdszene zu sehen. Das Caldarium (Thermalbad) besitzt eine Kuppel, die mit einer Darstellung des Himmels und Sternzeichen geschmückt ist.

    • © vladj55, Thinkstock

    Die Anlage ist das am besten erhaltene Wüstenschloss und gehört seit 1999 zum Unesco-Welterbe. Im 8.Jh. ließ sich Kalif Walid I. diesen Jagdpavillon mit Badehaus bauen, der auch als Lustschloss diente. Von außen besticht das bescheidene Gebäude durch seine harmonischen, runden Formen. Der gelbliche Stein passt sich der sandigen Landschaft an. Vor dem Eingang liegt der 24 m tiefe Brunnen, der den Hammam mit Wasser versorgte. Im Inneren zeugen die einzigartigen Fresken von der Damaszener Lebensart jener Zeit. Die lebensnahen Malereien zeigen Menschen - was im späteren Islam kaum noch vorkommt - und sogar unbekleidete Frauen - das ist noch ungewöhnlicher. Kein Wunder, dass die Abbasiden, die den Omayyaden nachfolgten, die Ausschweifungen ihrer Vorgänger anprangerten. Dank der Abgeschiedenheit des Schlösschens haben spätere Bilderstürmer diese Zeugnisse aus der Frühzeit des Islam übersehen. In der islamischen Kunst wurde später fast ausschließlich mit geometrischen und pflanzlichen Motiven sowie Buchstaben gearbeitet, weil die Darstellung von Menschen nach weit verbreitetem Religionsverständnis verboten ist. In der dreischiffigen Empfangshalle mit den gewölbten Decken ist eine nackte Frau beim Bad zu sehen. Daneben sind sechs Herrscher abgebildet, die von den Omayyaden besiegt wurden. Vier davon sind namentlich genannt, darunter der der Perser Chosroes, der äthiopische König Negus und der Westgote Roderich, der 711 besiegt wurde. In den Deckenfresken sind Handwerker wie Schreiner, Schmiede und Maurer bei der Arbeit verewigt. Von der Halle führt ein schmaler Durchgang in das Bad, das in drei Bereiche aufgeteilt ist: Die Wände des Umkleideraums sind mit naiven Zeichnungen von Gazellen, einem Laute spielenden Bären und anderen Tieren geschmückt. Im Tepidarium (Abkühlraum) sind eine Gruppe von drei Frauen im Bad sowie eine Jagdszene zu sehen. Das Caldarium (Thermalbad) besitzt eine Kuppel, die mit einer Darstellung des Himmels und Sternzeichen geschmückt ist.


  • Qasr al-Azraq

    Architektonische Highlights
    • © Hamdan Yoshida, Shutterstock

    Berühmt wurde dieses Schloss durch einen Gast, der in den Mauern des Gebäudes den Winter 1917/18 verbrachte: Lawrence von Arabien kampierte hier und bereitete den Sturm auf Damaskus vor. Das aus schwarzem Basaltstein errichtete Schloss ist noch immer imposant, auch wenn die oberen Stockwerke durch ein Erdbeben 1927 stark zerstört wurden. Die älteste Inschrift ist eine Widmung an die Herrscher Diokletian und Maximian, die gemeinsam 285-305 n.Chr. das römische Reich regierten. Das damals erbaute Kastell wurde wahrscheinlich im 13.Jh. von den Ayyubiden renoviert. Aus dieser Zeit stammt auch die Moschee im Innenhof.

    • © Hamdan Yoshida, Shutterstock

    Berühmt wurde dieses Schloss durch einen Gast, der in den Mauern des Gebäudes den Winter 1917/18 verbrachte: Lawrence von Arabien kampierte hier und bereitete den Sturm auf Damaskus vor. Das aus schwarzem Basaltstein errichtete Schloss ist noch immer imposant, auch wenn die oberen Stockwerke durch ein Erdbeben 1927 stark zerstört wurden. Die älteste Inschrift ist eine Widmung an die Herrscher Diokletian und Maximian, die gemeinsam 285-305 n.Chr. das römische Reich regierten. Das damals erbaute Kastell wurde wahrscheinlich im 13.Jh. von den Ayyubiden renoviert. Aus dieser Zeit stammt auch die Moschee im Innenhof.


  • Azraq Wetland Reserve

    Botanische Gärten & Parks
    • © Khaled Nobani, Shutterstock

    Gleich neben dem Städtchen Azraq hat die Königliche Gesellschaft für Naturschutz (RSCN) dieses Feuchtlandreservat eingerichtet. Denn was sich heute so dürr und trocken vor den Besuchern ausbreitet, war einst eine Sumpflandschaft, in der Wasserbüffel, Krokodile und Füchse lebten. Für die Trinkwasserversorgung Ammans wurde jedoch seit den 1980er-Jahren massiv Wasser aus dem einzigen Wasserreservoir der östlichen Wüste Jordaniens abgepumpt, was zum ökologischen Kollaps führte. Auf einer 12 km2 großen Fläche wurde das Sumpfgebiet wiederhergestellt, auf Holzstegen kann man es durchwandern. Millionen Zugvögel machen hier im Winter Station. Eine kleine Ausstellung führt die Tiervielfalt vor Augen, die es hier einst gab.

    • M35, Azraq
    • © Khaled Nobani, Shutterstock

    Gleich neben dem Städtchen Azraq hat die Königliche Gesellschaft für Naturschutz (RSCN) dieses Feuchtlandreservat eingerichtet. Denn was sich heute so dürr und trocken vor den Besuchern ausbreitet, war einst eine Sumpflandschaft, in der Wasserbüffel, Krokodile und Füchse lebten. Für die Trinkwasserversorgung Ammans wurde jedoch seit den 1980er-Jahren massiv Wasser aus dem einzigen Wasserreservoir der östlichen Wüste Jordaniens abgepumpt, was zum ökologischen Kollaps führte. Auf einer 12 km2 großen Fläche wurde das Sumpfgebiet wiederhergestellt, auf Holzstegen kann man es durchwandern. Millionen Zugvögel machen hier im Winter Station. Eine kleine Ausstellung führt die Tiervielfalt vor Augen, die es hier einst gab.

    • M35, Azraq

  • Qaṣr Ḫarrāna

    Architektonische Highlights
    • © Dmitry Chulov, Thinkstock

    Bis heute ist unklar, wozu dieses gut erhaltene, klar gegliederte Wüstenschloss diente - ob Festung oder Karawanserei. Die großen Küchen sowie die Ställe für Kamele oder Pferde um den Innenhof lassen vermuten, dass es sich um eine Art Wüstenhotel handelte. Der erste Stock ist ein Labyrinth aus Zimmern und Gemächern. Von der Terrasse bietet sich ein weiter Ausblick über die Wüste. Die wuchtigen Ecktürme würden zwar eher auf eine Verteidigungsanlage schließen lassen, doch die kleinen Öffnungen in der Außenmauer dienten der Ventilation und nicht als Schießscharten. Die kufische Inschrift über einer Tür in der oberen Etage weist auf das Baujahr 711 hin.

    • © Dmitry Chulov, Thinkstock

    Bis heute ist unklar, wozu dieses gut erhaltene, klar gegliederte Wüstenschloss diente - ob Festung oder Karawanserei. Die großen Küchen sowie die Ställe für Kamele oder Pferde um den Innenhof lassen vermuten, dass es sich um eine Art Wüstenhotel handelte. Der erste Stock ist ein Labyrinth aus Zimmern und Gemächern. Von der Terrasse bietet sich ein weiter Ausblick über die Wüste. Die wuchtigen Ecktürme würden zwar eher auf eine Verteidigungsanlage schließen lassen, doch die kleinen Öffnungen in der Außenmauer dienten der Ventilation und nicht als Schießscharten. Die kufische Inschrift über einer Tür in der oberen Etage weist auf das Baujahr 711 hin.


  • Shaumari Wildlife Reserve

    Botanische Gärten & Parks
    • © laurencarse, Thinkstock
    • © laurencarse, Thinkstock

    Dieses Wüstenreservat ist der erste Naturschutzpark Jordaniens (1975). Hier werden Strauße, die Oryx-Antilope mit ihren langen Hörnern und andere Wildtiere wieder angesiedelt.

    • © laurencarse, Thinkstock
    • © laurencarse, Thinkstock

    Dieses Wüstenreservat ist der erste Naturschutzpark Jordaniens (1975). Hier werden Strauße, die Oryx-Antilope mit ihren langen Hörnern und andere Wildtiere wieder angesiedelt.


  • Azraq

    Geographical
    • © vladj55, Thinkstock

    Das kleine verschlafene Städtchen lebt vom Durchgangsverkehr. Hier geht es nördlich nach Irak und südlich in Richtung Saudi-Arabien. Schon zur Zeit der Karawanen war die Oase Azraq ein strategischer Knotenpunkt für den Verkehr zwischen der saudischen Halbinsel und Mesopotamien sowie Syrien.

    • Azraq
    • © vladj55, Thinkstock

    Das kleine verschlafene Städtchen lebt vom Durchgangsverkehr. Hier geht es nördlich nach Irak und südlich in Richtung Saudi-Arabien. Schon zur Zeit der Karawanen war die Oase Azraq ein strategischer Knotenpunkt für den Verkehr zwischen der saudischen Halbinsel und Mesopotamien sowie Syrien.

    • Azraq

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