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Lecker und außergewöhnlich: Frisch vom Markt
In den letzten Jahren hat sich in Südafrika ein neues Frühstücksverhalten am Samstag entwickelt. Ging man früher in eine der schicken Malls, um bei einem Lachsomelette und einem Milchkaffee das Wochenende einzuläuten, so sind es heute Bio-Bauernmärkte, die diese Kunden anziehen.
von Dagmar Schumacher, MARCO POLO Redaktion, 14.03.2024
Lecker und außergewöhnlich: Frisch vom Markt
© stephane lalevee, shutterstock
In den letzten Jahren hat sich in Südafrika ein neues Frühstücksverhalten am Samstag entwickelt. Ging man früher in eine der schicken Malls, um bei einem Lachsomelette und einem Milchkaffee das Wochenende einzuläuten, so sind es heute Bio-Bauernmärkte, die diese Kunden anziehen.
von Dagmar Schumacher, MARCO POLO Redaktion, 14.03.2024
Zwar gab es schon in den siebziger Jahren die ersten Versuche, in Johannesburg einen Bauernmarkt aufzumachen, aber der Erfolg war eher mäßig. Einer der Pioniere erinnert sich: "Die Autofahrer fanden es ganz witzig, dass da einer mit einem Bund Karotten winkte, um auf den Biomarkt vor der Waldorf-Schule aufmerksam zu machen." Heute ist dieser "Bryanston Organic & Natural Market" einer der beliebtesten in Südafrika.
Markttage sind Donnerstag und Samstag von 9 bis 15 Uhr. Es wird nicht nur Bio-Obst und Gemüse, Eier von glücklichen Hühnern und steingemahlenes Mehl verkauft, sondern auch Kunsthandwerk und Kleider. Wie auf allen Märkten im Lande gibt es drei Käufergruppen: Die Frühaufsteher, die schon bei Öffnung dort sind, um die besten frischen Produkte zu kaufen. Ebenfalls zwischen 9 und 10 Uhr kommt die Breakfast Society, die erst einkauft und sich danach mit einem Frühstück an einem der Stände belohnt. Ein beliebter Spot auf dem Bryanston Markt ist "Meera's", wo das Ehepaar Chai und Harshada eine Auswahl an frischen, vegan-freundlichen, südindischen Dosas mit köstlichem Sambar serviert. Etwas später und nur zum Schlemmen kommt die dritte Gruppe, die auch mal mit Freunden einen Geburtstag bei gesundem Essen feiert.
Bloemfontein: Heimat des größten Bauernmarkt des Landes
Der größte Famers Market Südafrikas ist überraschenderweise nicht in einer der drei pulsierenden Metropolen, Johannesburg, Durban oder Kapstadt, sondern in Bloemfontein. Unter der Woche würde niemand vermuten, dass auf einem staubigen Stück Land im Langenhofen Park am Samstag ein kleines Wunder geschieht. Viele bunte Schirme schützen über hundert Tische und Stände vor der Sonne und tausende Besucher lassen sich vom herrlichen Geruch der angebotenen Köstlichkeiten zum Kauf verführen. Schnäppchenjäger steuern gleich die Stores mit Second Hand Büchern und Antiquitäten an, Großeinkäufer können am Eingang einen kleinen Bollerwagen aus Holz mieten. Der beliebteste Markt in KwaZulu-Natal ist der "Shongweni Farmers and Craft Market" zwischen Durban und Pietermaritzburg, der samstags von 7 bis 13 Uhr geöffnet ist.
Einen Stand muss man sich verdienen
Der Shongweni Farmers & Craft Market wurde 1998 von der Familie Standeaven gegründet, die davon träumte, einen wöchentlichen Markt ins Leben zu rufen, um örtlichen Bauern zu helfen, überschüssige Bestände zu verkaufen. Von anfänglich nur 12 Ständen, die Lebensmittel und frische Produkte auf einem offenen Feld verkauften, ist der Markt in den letzten 25 Jahren gewachsen. Die heutigen Organisatoren legen besonderen Wert auf die angebotenen Produkte. Bevor jemand eine permanente Verkaufsgenehmigung erhält, muss er oder sie erst einmal einen Versuchsmonat überstehen. Die Stände sind umgeben von hohen Bäumen, in der Mitte stehen jede Menge rustikale Holztische und Bänke. Dort können die Kunden all die angebotenen Herrlichkeiten gemütlich probieren.
Der schönste Markt ist aber der Neighbourgoods Market in der Old Biscuit Mill im Kapstädter Vorort Woodstock. 2006 wurde er in einem alten viktorianischen Lagerhaus eröffnet. Heute werden Köstlichkeiten und Kunsthandwerk an 100 Ständen angeboten. Hier werden Liebhaber südafrikanischer Delikatessen garantiert fündig, und auch die Kapstädter aus aller Welt werden verwöhnt: Crepes für die Franzosen, Käse fast wie in Holland, italienisches Ciabatta und frisch gezapftes Paulaner Bier mit einer Currywurst, die leicht mit den besten in Berlin mithalten kann.