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Handyverbot am Steuer jetzt in ganz Europa
Mit Schweden führte im Februar 2018 auch das letzte europäische Land ein Verbot für Handys am Steuer ein. Die Strafen fallen europaweit allerdings sehr unterschiedlich hoch aus. Wir zeigen, wo Telefonieren beim Autofahren besonders teuer wird.
von Jonathan Berg, MARCO POLO Redaktion, 14.03.2024
Handyverbot am Steuer jetzt in ganz Europa
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Mit Schweden führte im Februar 2018 auch das letzte europäische Land ein Verbot für Handys am Steuer ein. Die Strafen fallen europaweit allerdings sehr unterschiedlich hoch aus. Wir zeigen, wo Telefonieren beim Autofahren besonders teuer wird.
von Jonathan Berg, MARCO POLO Redaktion, 14.03.2024
Mit Schweden zog im Februar 2018 auch das letzte europäische Land nach. Autofahrern ist in der ganzen Europäischen Union das Benutzen eines Mobiltelefons am Steuer untersagt. Solche Verbote gelten auch in Norwegen und in der Schweiz. Über das Ablenkungspotenzial des Handys während der Autofahrt sind sich die Gesetzgeber einig. Ganz anders sieht es jedoch bei der Höhe der Bußgelder aus, die beim Telefonieren oder Verfassen von Nachrichten am Steuer drohen. Hier reicht die innereuropäische Spanne von sanfter Missbilligung bis hin zur wirklich schmerzhaften Bestrafung.
Handy am Steuer kostet in Deutschland bis 200 Euro
Deutschland liegt mit der Strafe für das Telefonieren am Steuer ohne Freisprechanlage im Mittelfeld. Seit Oktober 2017 beträgt das Bußgeld 100 Euro und ein Punkt in Flensburg. Wurden durch das Fehlverhalten Menschen gefährdet, steigt die Strafe auf 150 Euro, bei Unfallverursachung auf 200 Euro. In beiden Fällen droht ein Monat Fahrverbot. Am billigsten kommen Verkehrssünder in Lettland davon. Sie müssen laut dem ADAC gerade einmal 25 Euro berappen. Auch in Bulgarien (25 Euro) dürfte die Geldstrafe nicht allzu sehr abschrecken. Island hat lange Zeit Nachsicht walten lassen, zuletzt aber die Strafe von 40 Euro auf satte 265 Euro angehoben.
Ähnliche Größenordnungen wie in Deutschland finden sich in Griechenland (100 Euro), Finnland (ab 100 Euro) und Belgien (ab 115 Euro). Es geht aber auch viel happiger. In Italien beginnt der Bußgeldkatalog fürs Telefonieren erst bei 160 Euro. In Dänemark werden 200 Euro fällig, in den Niederlanden 380 Euro und Autofahrern in Estland drohen gar bis zu 400 Euro Strafe. Diese Summen verblassen allerdings im Vergleich mit den Bußgeldern in Großbritannien.
Wer dort beim Autofahren mit einem Handy am Ohr erwischt wird, zahlt mindestens eine Strafe von 200 Pfund (225 Euro). Landet der Fall vor Gericht, kann es richtig teuer werden. Es droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Pfund (1.140 Euro), für Lkw- oder Busfahrer sogar bis 2.500 Pfund (2.840 Euro).
Achtung bei Sonderbestimmungen
Wenn du mit dem Auto in den Urlaub fährst oder vor Ort einen Wagen mietest, solltest du dich genau mit den lokalen Bestimmungen vertraut machen. In Portugal kann laut ADAC unter Umständen sogar der Beifahrer belangt werden, wenn er sein Handy benutzt. In Frankreich darf das Mobiltelefon auch nicht an Tankstellen zum Einsatz kommen. Und in Spanien sind im Verkehr alle Arten von Kopf- und Ohrhörern verboten. Ein direktes oder indirektes Handyverbot für Radfahrer gilt bereits in nahezu allen europäischen Ländern. In den Niederlanden darfst du aber ein Handy benutzen, solange du es nicht in der Hand hältst, sondern eine Freisprechanlage benutzt.
Den vollständigen Bußgeldkatalog des ADAC findest du hier