MARCO POLO TV: ULTRA-GrenzgängerFolge 4: Von den Dünen der Namib bis zum Kap der Guten Hoffnung

 

Der Nullmeridian in Greenwich ist der Startpunkt für eine Reise der Extreme von Julian Hylla und seinem Kameramann Philipp Bender – es ist die Reise ihres Lebens. Vier Wochen lang waren sie unterwegs, erreichten Europas nördlichste Regionen und schließlich das Kap der Guten Hoffnung im äußersten Süden Afrikas. Ihre Herausforderungen und intensivsten Momente sowie atemberaubende Landschaftsaufnahmen haben die beiden in einer vierteiligen Dokumentation in ultrahoch- auflösender Qualität festgehalten.

Hier berichtet Julian Hylla, was er und sein Kameramann Philipp Bender auf der Reise von Kap zu Kap erlebt haben:

Die Löwen hatten sich im Etosha Nationalpark vor uns versteckt, ein Zebra war auch nicht auf den Grill gekommen und ein Bad im Atlantik: da habe ich gescheut wie ein alter Gaul vor dem Wassergraben. Bei 12 Grad Wassertemperatur fühlen sich Wale mit Speckschwarte wohl, aber keine Kölner in Badehose. Jetzt düsten wir sehr entspannt mit 100 km pro Stunde offroad durch die unendlichen Fels- und Sandlandschaften der Namib Wüste und sehnten uns zur Abwechslung mal maximal nach einer weichen Matratze für unsere Hüften und einer grünen Wiese für die Augen.

Denn das Bild prägten schon seit Tagen fast ausschließlich Braun- und Grautöne, die Szenerie um uns herum wirkte spannend und abweisend zugleich. Wilde Canyons durchziehen die Hochflächen vor Sesriem, dem Grenzort zum Namib Naukluft Park, unserem nächsten Ziel. Wir kamen in der Dunkelheit an und waren froh über den letzten, staubigen Zelt- bzw. Stellplatz auf dem örtlichen Campground. Philipp waren Staub und Sand egal, er residierte ja im Dachzelt. Ich war derjenige, der wieder in den Dreck musste. Am nächsten Morgen krähte der Hahn um 5 Uhr, er krähte tatsächlich, und wir standen auch brav auf. Das Gate zum Namib Naukluft Park öffnet zum Sonnenaufgang und schließt beim Sonnenuntergang, also galt das miese Sprichwort „der frühe Vogel fängt den Wurm“. Wir wollten die Riesendünen im Park, rund um Sossusvlei, natürlich sehen und filmen und das dauerte seine Zeit, zumal die Distanzen gewaltig waren. Und wir haben sie gesehen: Big Daddy und Big Mama und die Düne 45, alle Millionen Jahre alt und so hoch wie Berge und mehr oder weniger mitten drin stand eine Oryx Antilope. Diese Viecher werden bis zu 200 Kilo schwer, wo finden sie in dieser Welt aus gelbrotem Sand bloß ausreichend Nahrung – ein weiteres Wunder der Natur. Kleiner Hinweis am Rande: die Oryx Antilope ist das Wappentier von Namibia. Und wo ich gerade so besserwisserisch drauf bin. In dieser Sandwüste wächst die sogenannte Welwitschia, sie bekommt bis zu 6 Meter lange Blätter, allerdings immer nur zwei und soll 2000 Jahre alt werden können. Blumenfreund Philipp hat ernsthaft ein Exemplar gesucht, leider erfolglos. Und noch ein kleiner schlauer Tipp von mir. Wer Namibia bereisen will oder ganz einfach nur aktuelle Infos über das Land sucht, kann sich jederzeit an das Namibia Tourism Board in Frankfurt wenden.

Am späten Nachmittag war ich dann an der Reihe, mal so richtig den Helden zu spielen. Bevor ich versuchte, mich auf der Sandpiste von Sesriem auf den Copilotensitz einer einmotorigen Propellermaschine zu zwängen, kam mir noch der Satz von Läuferlegende Emil Zatopek in den Sinn „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“. Mein Opa hatte ihn vor Jahren von sich gegeben, als er sich weigerte mit meiner Mutter und mir in einem Ferienbomber nach Mallorca zu fliegen. Und jetzt schickte sich ein pausbäckiger Pilot an mit mir im absoluten Tiefflug über die menschenleere Namib-Wüste zu fliegen. Mein Atem versagte, mein Kreislauf kollabierte, mein Herz setzte aus. Es war großartig und völlig fürchterlich zugleich. Bis zur Landung hab ich Held gespielt, anschließend dann das Spiel verloren. Bis in die Nacht hat mein Magen revoltiert und als kleine Zugabe setzte anschließend ein vehementer Sandsturm ein, der Philipp auf dem Dach ordentlich durchschüttelte und mich am Boden samt Zelt von dannen wehte. Am Morgen hatte ich echt die Nase voll von Wüste, Sand und Sturm, wir haben die Zeltreste eingesammelt und „die Biege gemacht“. In Lüderitz, das vom Aussehen her auch an der Nordsee liegen könnte, hat nur ein einsamer Hund gekläfft und kurz dahinter brannte unser Motorraum. Wir haben unser Trinkwasser zum Löschen genutzt, eine Werkstatt in der Nähe gefunden, wo uns geholfen wurde und sind über die Grenze nach Südafrika gefahren, hinein in einen fürchterlichen Regen und eine Eiseskälte. Es war nicht unser Tag, meiner schon gar nicht. In Kapstadt war die Welt dann wieder heil, der Tafelberg lachte uns vom Blaubergstrand an und am Kap der Guten Hoffnung, wo sich der Atlantik und Pazifik treffen, standen wir mit stolz geschwellter Brust, weil unsere „kleine“ Rundreise durch’s südliche Afrika nach über 4000 Kilometer ein gutes Ende gefunden hatte. Im Mondiall an der Waterfront in Kapstadt haben wir anschließend Schnitzel gegessen, Bier und Cola getrunken, unsere letztes Filmmaterial auf Festplatte kopiert und uns gefühlt wie zwei Luftballons, die gerade die Luft verlieren. Wir hatten einfach eine supergeile, aber eben auch anstrengende Tour in den Knochen. Und die ging jetzt ziemlich abrupt zu Ende. Es mag sich jetzt ein wenig pathetisch anhören, aber für uns stand da schon fest: „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“, wir werden wieder zusammen losziehen. Vielleicht in den Himalaya oder auch nur in den Hunsrück.

Mit Julian Hylla und Philipp Bender

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