Hier liegen Sie richtig Privatzimmer online buchen

Ob ein Fabrikloft in New York, eine Finca auf Mallorca oder einfach nur ein Zimmer in einer Berliner WG – Übernachten in Privatunterkünften liegt im Trend. Kein Wunder, man wohnt so meist günstiger und dazu auch noch persönlicher als im Hotel. Buchen lassen sich die fremden Betten bei Mietportalen wie Airbnb, 9flats oder Wimdu. Wir haben uns die verschiedenen Anbieter angeschaut und geben Tipps für die Buchung.

Hoch hinauf! Bei Airbnb gibt es auch jede Menge Baumhäuser in verschiedensten Größen und Ausführungen.. | © Airbnb

Schlafcouch inklusive Insider-Tipps

Wer bei Katrin im Hamburger St. Pauli unterkommt, hat es hübsch und billig. 52 Euro pro Nacht verlangt sie für den Schlafplatz auf der großen Auszieh-Couch in ihrer liebevoll eingerichteten Wohnung an einem ruhigen Hinterhof direkt auf dem Kiez – Insider-Tipps für Hamburg gibt es gratis dazu. Dazu kommen noch 6 Euro Servicegebühren, die das Portal Airbnb (www.airbnb.de) für die Vermittlung der Wohnung vom Gast verlangt. Diese variieren je nach Übernachtungslänge und -kosten zwischen 6 bis 12 Prozent. Alternative für Hamburg gewünscht? Bitte sehr, wie wäre es mit einer Übernachtung für 49 Euro zu zweit bei Monika, die ein Zimmer in ihrem Fachwerkhaus mit viel Ziegelstein und schicken Holzbalken im Stadtteil Harburg anbietet?

Wer sich durch das Angebot an Privatunterkünften klickt, versteht schnell, warum diese Form der Übernachtung so beliebt ist. Viele der Offerten sind günstig, oft mit netten Kontakten zu den Bewohnern verknüpft, und außerdem kann man sich im persönlichen Interieur auch in einer fremden Stadt ganz wie zuhause fühlen.

Der Marktführer unter den Mietportalen: Airbnb

Marktführer unter den privaten Zimmervermittlern ist das Portal Airbnb. Das Unternehmen bietet aktuell rund 600.000 Unterkünfte an, verteilt auf 192 Länder und 34.000 Städte. Allein in Deutschland können Nutzer zwischen 28.000 Wohnungen wählen. 6000 Gäste zählt das Portal täglich und setzte damit 2013 rund 250 Millionen Dollar um.

Der Name "Airbnb" ist der Entstehungsgeschichte des Portals gewidmet: Die beiden Designer Joe und Brian aus San Francisco, beide chronisch pleite, sahen 2008 im Besucheransturm für die anstehende Design-Konferenz in der Stadt eine kleine Goldgrube: Sie besorgten ein paar Luftmatratzen und boten Besuchern eine Unterkunft in ihrer Wohnung an. Die Idee zu Airbnb war geboren – Airbed (Luftmatratze), bnb (Unterkunft mit Frühstück).

Seitdem hat sich viel auf dem Markt getan, und schöne Unterkünfte von privat lassen sich auch auf anderen Plattformen finden. Das Hamburger Start-up 9flats  (www.9flats.com) des Qype-Gründers Stephan Uhrenbach macht den Amerikanern seit November 2010 Konkurrenz. 9flats will vor allem in den Metropolen eine Alternative für Touristen und Geschäftsreisende zum Mittelklassehotel sein. Derzeit im Portfolio: 116.864 Unterkünfte in über 140 Ländern. Das Portal „Wimdu“ (www.wimdu.de) aus Berlin folgte im März 2011, angeführt von den Samwer-Brüdern Alexander, Marc und Oliver sowie den CEOs Arne Bleckwenn und Hinrich Dreiling. Derzeit im Portfolio: Mehr als 300.000 Unterkünfte in über 100 Ländern. Im Vergleich zu Airbnb liegt der Schwerpunkt noch auf Unterkünften in Europa.

Und es gibt noch mehr! Bei der 2009 gegründeten Plattform Gloveler (www.gloveler.de) aus Karlsruhe etwa haben Gäste in über 80 Ländern die Wahl zwischen 40.000 Schlafplätzen, von der Couch bis zur Villa. Klarer Schwerpunkt liegt aber auf deutschen Städten wie Karlsruhe, Stuttgart, Berlin, München und Hamburg. Die Schweizer Firma HouseTrip (www.housetrip.de), 2009 gegründet, hat derzeit 225.000 Privatwohnungen in mehr als 15.000 Orten im Portfolio. Schwerpunkt liegt auf Europa. 

Genauso wie in Hotelportalen kann man auch in diesen Vermittlungsportalen prima stöbern. Es gibt meist eine ganze Reihe von Auswahlkriterien und Filtern, nach denen man die Angebote durchleuchten kann – das reicht von der Preisspanne bis zur Ausstattung, wie beispielsweise WLAN, Zimmeranzahl oder Terrasse. Bei einigen Portalen wie 9flats oder Airbnb kann man auch schon gleich nach Stadtteilen suchen. Ein schöne Privatunterkunft gefunden? Dann sollte man noch einen Blick auf die Bewertungen der Gäste werfen, die hier schon geschlafen haben. Sind alle super, kann es ja losgehen – doch halt, einige Dinge sollte man zuvor noch beachten.

Zusätzlich zum Mietpreis pro Nacht können beispielsweise diverse Gebühren anfallen. So zahlt der Gast  bei Airbnb zusätzlich zur Miete Vermittlungsprovisionen, die sich zwischen 6 bis 12 Prozent des Übernachtungspreises bewegen, beim Anbieter HouseTrip sind es sogar bis zu 20 Prozent. 9flats hingegen ist im wahrsten Sinne gastfreundlich und berechnet dem Reisenden keine Vermittlungsgebühr, hier zahlt der Wohnraum-Anbieter bei erfolgter Buchung eine Kommission von 12 bis 15 Prozent (bei Airbnb sind es nur 3 Prozent). Die Preispolitik ist bei Airbnb und 9flats sehr transparent, schon bei den Suchergebnissen wird der Brutto-Betrag angezeigt. Auch bei Gloveler ist die Vermittlungsgebühr von 15 Prozent schon im angezeigten Preis enthalten. Anders bei Wimdu: Dort wird die zusätzliche Gebühr, rund 11 Prozent vom Übernachtungspreis, erst angezeigt, wenn man auf „Buchen” drückt.

Die privaten Gastgeber können auch zusätzlich noch Reinigungsgebühren oder eine Kaution von ihren Gästen verlangen – die Portale stellen die Erhebung dieser Zusatzkosten frei. Allerdings muss man hier leider manchmal sehr weit auf der Profilseite des jeweiligen Gastgebers nach unten scrollen, bis man die zusätzlichen Posten findet. Vorreiter in Sachen Transparenz sind Airbnb und 9flats: Gleich unter dem Übernachtungspreis wird dort auf den ersten Blick eine anfallende Reinigungsgebühr angezeigt.

Schnelle Reaktion auf Buchungsanfragen

In der Regel beantworten alle Gastgeber die Buchungsanfragen innerhalb von 24 Stunden. Praktisch bei Portalen wie Airbnb oder Wimdu: Im Profil der Vermieter wird angezeigt, wie schnell sie im Schnitt auf eine Anfrage reagieren – meistens innerhalb weniger Stunden. Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt die bei fast allen Portalen vorhandene Option „Sofortbuchung”, die für viele Objekte verfügbar ist. Der Vorteil: Bei diesem Angebot wird der Buchungsabschluss sofort bestätigt, da der Vermieter die Vakanz zum Termin schon in einem Kalender eingetragen hat. Die Chance auf mehr angezeigte „Sofort-Unterkünfte” etwa bei 9flats wächst, wenn man auch als Gast ein Profilfoto von sich hochlädt – eine verständliche Bedingung, denn man will ja sehen, wer auf dem eigenen Sofa schläft.

Kniffelig wird es, wenn man eine Privatunterkunft stornieren will, denn hier gibt es keine einheitlichen Regelungen. Die meisten Portale lassen die Vermieter selbst über ihre Stornierungsbedingungen entscheiden und geben ihnen vorformulierte Optionen als Hilfestellung. Bei 9flats zum Beispiel können Vermieter zwischen flexibel, halb-flexibel und streng wählen. Streng heisst hier beispielsweise, dass der Gast den ganzen Betrag bezahlen muss, wenn er das Zimmer 7 Tage oder kurzfristiger vor dem Anreisetag storniert. Bei HouseTrip hat „streng” eine ganz andere Messlatte: Hier bekommt der Gast seinen Betrag nicht zurückerstattet, wenn er innerhalb von 2 Monaten vor Beginn des geplanten Aufenthalts storniert. Angesichts dieses Unterschieds ist es ratsam, die Konditionen des jeweiligen Portals und Gastgebers vorher genau anzuschauen, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Gut zu wissen...

Wichtig: Kein Portal haftet grundsätzlich dafür, wenn die Unterkunft nicht der Beschreibung entspricht. Einen Schutz bietet aber die Regelung, dass die meisten Portale den Mietpreis erst 24 Stunden nach dem Check-in an die Vermieter auszahlen. In diesen 24 Stunden hat der Gast die Möglichkeit, mit dem Vermieter selbst zu verhandeln oder eine Beschwerde (am besten mit Fotos, die die Beschwerde dokumentieren) beim Kundenservice des Vermittlungsportals einzureichen. Sollte sich die Beschwerde als berechtigt erweisen, so verspricht zum Beispiel Wimdu, wird das Geld zurückerstattet. Bei Gloveler hingegen kann der Vermieter entscheiden, ob der Gast bereits vorab den ganzen Betrag zahlt oder nur die Bearbeitungsgebühr in Höhe von 15 Prozent.

Und wenn man als Gast etwas kaputtmacht? Es ist auf jeden Fall ratsam, eine eigene Haftpflichtversicherung zu haben, die im Notfall auch Schäden im Ausland abdeckt. Denn der eigentliche Mietvertrag kommt zwischen Mieter und Vermieter zustande, die Portale treten als reine Vermittler auf. Mittlerweile bieten die meisten Portale den Vermietern auch noch sogenannte Gastgebergarantien an, die Schäden abdecken, wenn eine Haftpflicht-Versicherung nicht greift oder nicht vorhanden ist. Bis zu 700.000 Euro Schadensersatz verspricht Airbnb, Wimdu und 9flats nennen jeweils 500.000 Euro. Bei Gloveler und HouseTrip dagegen gibt es keine Garantien. Bei allen anderen lohnt auch ein Blick ins Kleingedruckte: Wimdu etwa zahlt erst ab einem Schadensfall über mindestens 400 Euro und nur in 7 europäischen Ländern.

Übrigens: viele Portale haben auch sehr außergewöhnliche private Unterkünfte im Portfolio, von Hausbooten, Baumhäusern bis zu Schlössern. Airbnb hat dazu eine Liste mit aktuellen Tipps.

Für Vermieter:

Sie würden auch einmal gerne Ihre schöne Wohnung untervermieten? Bei einem Klick auf das jeweilige Portal kommen sie direkt zu den Anleitungen:

Airbnb.de

9flats.com

wimdu.de

gloveler.de

housetrip.de


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