UNESCO Welterbe 10 Fakten zur Insel Reichenau

Größtes Eiland im Bodensee, Ort der Muße und Andacht, UNESCO-Welterbe seit dem Jahr 2000 – das ist die Klosterinsel Reichenau. Die Anno 724 hier gegründete Benediktinerabtei entwickelte sich rasch zu einem der wichtigsten Klöster im süddeutschen Raum, bis heute ist die kulturelle Bedeutung immens. Neben historischen Prachtbauten bietet die Reichenau auch blühende Felder und Gärten – auf der nächsten Seite nennt Marco Polo die wichtigsten Fakten.

Münster St. Maria und Markus | Foto: MARCO POLO travel magazine

Die Insel Reichenau: Wer nicht mit dem Schiff kommt, erreicht die Insel Reichenau vom Festland aus über einen Damm. Der von Pappeln gesäumte Weg zur Insel ist Endpunkt der Deutschen Alleenstraße, die auf Rügen beginnt. Das 4,5 km lange und 1,5 km breite Eiland, das größte im Bodensee, ist von seiner Geschichte als Kloster- und Gemüseinsel geprägt. Felder und Gewächshäuser, Kirchen und einzelne Siedlungen kennzeichnen die Reichenau, die mit fruchtbarem Boden und ertragreichen Fischgründen ihrem Namen als "Reiche Au" gerecht wird. Im Jahr 2000 erklärte die UNESCO die Insel als "herausragendes Zeugnis der kulturellen Rolle eines Benediktinerklosters im Mittelalter" zum Welterbe. www.unesco.de

Geschichte: Der Aufschwung der Reichenau begann 724, als der Wanderbischof Pirmin auf der damals unbewohnten Insel ein Kloster gründete. An ihn erinnert eine Statue am Damm. Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert entwickelte sich die Reichenau zu einem geistigen Zentrum des Abendlands. Im späteren Mittelalter verarmte das Kloster, und ein schneller Niedergang folgte. Die drei wichtigsten Kirchen blieben jedoch erhalten. 1757 wurden die vorläufig letzten Mönche auf andere Klöster verteilt und das Kloster aufgelöst. Heute dient der Konvent Cella St. Benedikt im Pfarrhaus von St. Peter und Paul der Pfarrseelsorge auf der Reichenau. www.reichenau.de

Museen: In vier Museumsbauten wird über die Geschichte der Reichenau und ihrer Kirchen informiert. Sie befinden sich neben den drei Kirchen und am alten Museum Reichenau (Ergat 1). Alle Museumsgebäude haben zu folgenden Zeiten geöffnet: April – Oktober Di–So 10.30 – 16.30 Uhr, Juli und August Di–So 10.30 – 17.30 Uhr, November – März Sa, So 14 – 17 Uhr, Eintritt 3 Euro. www.museumreichenau.de

St. Georg in Oberzell: Die Kirche taucht kurz nach dem Damm inmitten von Gemüsefeldern auf. Erbaut im 9. Jahrhundert, ist sie in Teilen nahezu unverändert. Weltgeltung haben die Wandbilder im Inneren, die um das Jahr 1000 entstanden. Sie sind die einzig erhaltene Kirchenausmalung nördlich der Alpen aus dieser Zeit und zeigen Szenen aus dem Leben Jesu. Der Besuch ist aus Denkmalschutzgründen eingeschränkt. Führungen im Sommer Mo 17 Uhr. www.kath-reichenau.de

St. Maria und Markus in Mittelzell: Dieses Münster liegt im Hauptort der Insel. Erstmals stand hier 724 eine Kirche. Die ältesten erhaltenen Bauteile der dreischiffigen romanischen Basilika stammen von 816, danach gab es bis ins 15. Jahrhundert hinein Ergänzungen wie den Westbau mit seinem gotischen Chor, dazu Umbauten. Die Schatzkammer mit Reliquienschreinen ist erhalten (geöffnet April bis Oktober Mo – Sa von 11 – 12 und 15 – 16 Uhr), auch der Kräutergarten ist sehenswert. www.kath-reichenau.de

St. Peter und Paul in Niederzell: Doppeltürmige, dreischiffige Säulenbasilika aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Vor 100 Jahren freigelegte Wandmalereien aus der späten Romanik (Apsisgemälde vom Ende des 11. Jahrhunderts) sind neben der Rokokoausstattung aus dem 18. Jahrhundert mit ihren Stuckierungen zu sehen. In einer kleinen Kapelle halten Benedektinermönche Stundengebete. Mehrmals täglich können Besucher mit ihnen Andacht halten. Es sind die ersten Mönche, die seit über 200 Jahren wieder ständig auf der Insel leben, in einem kleinen, neuen Kloster. www.kath-reichenau.de

Kräutergärten: Hinter den alten Klostermauern befindet sich der beeindruckende Kräutergarten. 1991 wurde er nach historischem Vorbild wieder angelegt. Zahlreiche Heil- und Küchenkräuter sowie Zierpflanzen wurden nach dem Wissen des Reichenauer Abts Walahfrid Strabo angepflanzt. Im Sommerhalbjahr werden interessante Führungen durch das Kleinod angeboten.

Burgruine Schopfeln: Am östlichen Ende der Insel befindet sich die mittelalterliche Burgruine. Bereits im 11. Jahrhundert sind die ersten Bauten der Wasserburg entstanden. Die einst von Äbten errichtete und im Jahr 1366 im Konstanzer Fischerkrieg zerstörte Burg dient heute dem Naturschutzbund NABU als Beobachtungsplattform.

Einkaufen: Reichenauer Gemüsegärtner ernten auf 240 ha Anbaufläche jedes Jahr über 20.000 Tonnen Tomaten, Salat und Gurken. Bei zwei Gärtnereien kann man auch die Gewächshäuser besichtigen. Und am höchsten Punkt der Insel, inmitten der Reben (kleiner Weinlehrpfad), befindet sich die Hochwart. In dem 1833 erbauten, zweigeschossigen Teehäuschen aus Holz sind eine Galerie für Kunsthandwerk und eine Keramikwerkstatt untergebracht. www.werkgaleriehochwart.de

Touristeninformation Pirminstraße 145, 78479 Reichenau, info@reichenau-tourismus.dewww.reichenau-tourismus.de


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