Conni Biesalski

Reiseblog

WWW.PLANETBACKPACK.DE
So heißt der Reiseblog von 
Conni Biesalski. Ein unabhängiger Guide für Backpacker, Nomaden und Globetrotter – und sehr lesenswert.

Conni Biesalski, 29, reist seit ihrem 15. Lebensjahr in der Welt umher. Sie bezeichnet sich selbst als Nomadin, ist derzeit ohne festen Wohnsitz. Conni hat mehr als 40 Länder besucht und auch in einigen davon gelebt. Als Tauchlehrerin ist sie momentan in Indonesien unterwegs und betreibt neben dieser Website auch noch die englischsprachige Website „A Life of Blue“.

Conni, wie lange bloggst Du schon?
Ich habe meinen ersten Blog „A Life of Blue“ im November 2011 gelauncht und dann „Planet Backpack“ im April 2012.

Wie bist du dazu gekommen, warum bloggst Du?
Die Idee zu Planet Backpack ist langsam über die Jahre herangewachsen. Als ambitionierte und langjährige Backpackerin und Weltreisende fand ich deutschsprachige Informationen zum Thema Reisen im Internet schon immer recht dürftig: entweder veraltet, schlecht aufbereitet und/oder uninteressant. Bei vielen Webseiten und Blogs kommt dann auch noch ein Design hinzu, welches nicht zum Weiterlesen einlädt. So habe ich mir immer mit englischsprachigen Ressourcen weitergeholfen und gemerkt, wie unglaublich rückständig und klein die deutsche Reisebloggerlandschaft ist. So etwas wie Matador Network oder Bootsnall such man hier zum Beispiel vergeblich. Aus der Not wurde sozusagen eine Idee geboren: das größte deutsche Backpacker- und Weltreiseportal zu schaffen. Ende April diesen Jahres habe ich dann PlanetBackpack.de vorerst als „regulären” Blog gelauncht und arbeite damit nun auf mein Ziel hin.

Du nennst Dich selbst eine Nomadin, wie oft bist Du denn unterwegs?
Schwer zu sagen, da ich die meiste Zeit in den letzten Jahren nicht in Deutschland gewohnt habe, sondern überall. Aber dieses Jahr war ich ungefähr drei Monate unterwegs. Davor ein Jahr in Berlin und davor zwei Jahre komplettes Nomadenleben. Neue Reiseideen sind in Planung, eventuell z.B. ein Jahr Neuseeland.

Was ist Dir wichtig auf Reisen?
Flexibilität und Spontaneität. Ich reise ziemlich „planlos“, ohne große Vorstellungen und Erwartungen. Für mich ist Reisen die größte Freiheit und die lasse ich mir nur ungern von vorgefertigten Plänen nehmen. Außerdem brauche ich in regelmäßigen Abständen das Meer und die Fische.


Und was nimmst Du für Dich persönlich mit von Deinen Reisen?
Viele neue Freunde. Mehr Offenheit und Verständnis für andere Kulturen. Lockerheit und Entspanntheit. Den Realitätscheck: Dass nur ein kleiner Teil der Welt so wohlhabend ist wie die westliche. Und somit Dankbarkeit für das eigene Los.

Hast Du manchmal auch Angst?
Wenig bis gar nicht. Über die Jahre habe ich sehr viele Erfahrungen gesammelt und eine gewisse Routine entwickelt, die mir so gut wie jede Angst nehmen. Mir ist bisher noch nie was passiert, auch nicht am Ende der Welt oder in „gefährlichen“ Ländern wie etwa Kolumbien. Das gibt mir das Vertrauen, dass auch in Zukunft nichts Unerwartetes eintritt. Und am Ende des Tages denke ich mir, dass ich als großgewachsene Frau mit 1,77 m für viele schon abschreckend genug wirke, speziell in Asien und Mittelamerika.

Gibt es Dinge, die Du noch einmal beziehungsweise nie wieder machen würdest?
Noch einmal: Indien – ein unwahrscheinlich faszinierendes Land, das man wahrscheinlich nie ganz sehen kann. Nur mit Handgepäck reisen – viel stressfreier und unkomplizierter. Man hat immer alles bei sich, ist gezwungen wenig zu packen und muss nie am Gepäckband warten! Freediving (Apnoetauchen) – die größte Freiheit unter Wasser, sehr meditativ und eine tolle Art seine körperlichen Grenzen zu testen.
Dagegen nie wieder: Costa Rica – überteuert und überbewertet, viel zu viele Touristen, anstrengendes öffentliches Transportnetz. Phuket – voll von All-Inclusive-Touristen und Strandliegen. Da gibt es viel tollere Destinationen in Thailand. Tubing in VangVieng, Laos – der geschmacklose Gipfel des Backpacking-Tourismus, außerdem kommen jedes Jahr viele junge Reisende dort im Rausch ums Leben.

Was würdest Du Freunden empfehlen, wenn sie auf Weltreise gehen?
So wenig wie möglich planen. Statt dem Round-the-World-Ticket lieber one-way um die Welt. Packe halb so viel wie du vorhattest.

Es gibt ja unterschiedlichste Formen von Blogs. Was macht Deiner Meinung nach einen guten Blog aus?
Weniger Ich, dafür mehr Du – damit meine ich, informativ für den Leser zu schreiben statt nur über sich und sein Leben. Ich finde, dass ein Blog eine Mission haben sollte, einen Sinn für seine Existenz. Außerdem finde ich neben den Inhalten auch ein ansprechendes Design wichtig und die Nutzung von schönen Fotos sowie eine gute, leserliche Formatierung der Beiträge.

Welche Tipps gibst Du Menschen, die auch Blogger werden möchten?
Heutzutage ist bloggen wirklich simpel. Mit Wordpress oder Posterous oder Tumlbr hat man schnell einen Blog eingerichtet und ist online. Aber zuvor würde ich mir erstmal um das Thema und den Namen des Blogs viele Gedanken machen. Wer jedoch ernsthaft bloggen will, der sollte sich auf jeden Fall eine eigene Domain zulegen. Und man sollte schon guten Stoff haben, bevor man seinen Blog launcht. Ansonsten finde ich es wichtig, mit den Blogger-Kollegen in seiner Nische zu netzwerken und sich gegenseitig zu unterstützen. Außerdem hilft es, Gastbeiträge auf anderen Blogs zu schreiben, um seinen eigenen schneller vermarkten und neue Leser gewinnen zu können.

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